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Die Reise beginnt in der Mundhöhle, geht durch die Speiseröhre und den Magen mit einem Zwischenstopp in der Bauchspeicheldrüse, Leber und Gallenblase, setzt sich dann im Darm fort und endet schließlich am Darmausgang. Das Buch klärt neben Aufbau und Funktionen einzelner Verdauungsorgane über Symptome, Abklärungsstrategien und Behandlungsmöglichkeiten wichtiger Krankheitsbilder des Verdauungstraktes auf. Viele Erkrankungen, ob Sodbrennen, Helicobacter-Infektion, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leberverfettung, Gallensteinleiden oder chronische Verstopfung, werden nach dem neuesten Kenntnisstand der Wissenschaft kompakt und verständlich erläutert. Ein Ratgeber: sachlich, informativ, wegweisend.
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Seitenzahl: 225
Veröffentlichungsjahr: 2017
IMPRESSUM
© 2017 Professor Dr. med. T. Bozkurt
(Korrespondenz-Adresse: [email protected])
Umschlagbild: 123rf.com (Link zum Urheber s. Bildnachweise S. 216)
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Korrektorat u. Satz: Angelika Fleckenstein, spotsrock
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
978-3-7439-8619-0 (Paperback)
978-3-7439-8620-6 (Hardcover)
978-3-7439-8621-3 (e-Book)
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Prof. Dr. med. T. Bozkurt
Erkrankungen der Verdauungsorgane
Prof. Dr. T. Bozkurt ist Internist und Gastroenterologe. Viele Jahre hat er eine renommierte Abteilung für Verdauungserkrankungen am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein Kemperhof Koblenz als Chefarzt geleitet. Er lehrt an der medizinischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg. Neben der Diagnostik und Behandlung aller Erkrankungen des Verdauungssystems, hat er sich schwerpunkmäßig mit der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Tumorkrankheiten des Verdauungstraktes beschäftigt. Im Rahmen von intensiver Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und zahlreichen Patientenveranstaltungen hat er über Jahre sein umfangreiches theoretisches und praktisches Wissen weitergegeben.
Liebe Leserinnen und Leser,
Nach den Herz-Kreislauf-Störungen machen die Erkrankungen der Verdauungsorgane die zweithäufigste Krankheitsgruppe in Deutschland aus. Jährlich werden in unserem Land mehrere Millionen Menschen wegen Krankheiten des Verdauungstraktes untersucht und behandelt. Alleine die über 6 Millionen endoskopische Untersuchungen, die jährlich in Deutschland durchgeführt werden, belegen die Häufigkeit und Wichtigkeit dieser Krankheitsbilder.
Daher widmet sich dieser Ratgeber den Verdauungsorganen einschließlich deren Aufbau, Funktionen und Krankheiten. Einerseits möchte ich die einzelnen Erkrankungen der Verdauungsorgane in einer für den medizinischen Laien vereinfachten Form erklären und mehr Verständnis für unseren Verdauungstrakt wecken, andererseits soll der Ratgeber aber eine gute Basis für den weiteren Gedankenaustausch mit anderen Betroffenen und vor allem mit den behandelnden Ärzten darstellen.
Dieser Ratgeber erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ersetzt keinen Arztbesuch und eignet sich nicht zur eigenständigen Behandlung. Informationen und Empfehlungen basieren auf schulmedizinisch und wissenschaftlich belegte Fakten und Leitlinien sowie auf eigene langjährige Erfahrungen. Die Inhalte der einzelnen Themen konzentrieren sich auf die wesentlichen Informationen, die der Humanmedizin heute aktuell zu entnehmen sind. Die genannten Arzneimittelwirkstoffe stellen lediglich einzelne Beispiele für das große medikamentöse Behandlungsspektrum, deren Einsatz nach dem heutigen Kenntnisstand bei Erkrankungen des Verdauungstraktes möglich ist.
Die wichtigen Krankheitsbilder der einzelnen Verdauungsorgane, so wie ich sie über Jahre meinen eigenen Patienten erklärt habe, habe ich in diesem Buch zusammengefasst. Trotz der Kenntnis der Kurzlebigkeit der medizinischen Informationen hoffe ich, dass dieser Ratgeber seine Aufgabe und sein Ziel erfüllen kann, über die Symptome, Abklärungsstrategien und Behandlungskonzepte der einzelnen Erkrankungen von Verdauungsorganen strukturiert, kompakt und verständlich zu informieren. Ich wünsche mir auch, dass Sie mit dem vorliegenden Wegweiser Ihr Wissensspektrum über unser Verdauungssystem erweitern können und nicht nur im Krankheitsfall von den Beiträgen profitieren.
Prof. Dr. med. T. Bozkurt
Koblenz, Dezember 2017
Die Mundhöhle besitzt als Eintrittspforte in den Verdauungstrakt Zähne, Zunge, Speicheldrüsen sowie kau- und transportorientierte Muskelgruppen, um die Weiterbeförderung der eingenommenen Nahrung in die Speiseröhre vorzubereiten.
Die Funktion der Mundhöhle ist es, die Nahrung mit Hilfe der Zähne zunächst zu zerkleinern und zu zermahlen. Im weiteren Verlauf sorgt der aus den Ohr-, Unterkiefer- und Unterzungenspeicheldrüsen stammende Speichel dafür, dass die Nahrung eingeschleimt und gleitfähig gemacht wird. Mit Hilfe eines im Speichel enthaltenen Enzyms (Amylase) werden die ersten Kohlenhydratketten schon in der Mundhöhle in kleinere Bausteine zerlegt.
Die Zunge ist nicht nur ein nützliches Organ zur Sprachbildung, sie unterstützt auch die Kaufunktion. Außerdem ist sie in der Lage, als Sinnesorgan unter verschiedenen Geschmacksrichtungen, Schmerz und Temperaturempfindungen zu unterscheiden. Mit diesen wichtigen Funktionen macht die Zunge es möglich, dass schädigende Nahrungsbestandteile, zu kalte oder zu heiße Speisen nicht ohne weiteres in den Verdauungstrakt eintreten können.
Die Speiseröhre dient dem Transport der Nahrung von der Mundhöhle in den Magen. Sie ist eine elastische Röhre, die sich von der Rachenhöhle bis zum Magen erstreckt. Die Länge der Speiseröhre zwischen dem sogenannten Speiseröhrenmund und dem Mageneingang, auch Kardia genannt, beträgt beim Erwachsenen etwa 25 cm. Der Speiseröhrenmund stellt anatomisch die engste Stelle im oberen Verdauungstrakt dar, der Querdurchmesser der Speiseröhre schwankt zwischen 25-30 mm. Der Verschluss der Speiseröhre gegen den Rachen wird durch eine obere Schließmuskulatur gebildet. Am Mageneingang findet sich ein weiterer Schließmuskel, der in der Regel den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre verhindern soll.
Die etwa 3-4 mm dicke Wand der Speiseröhre weist eine mehrlagige Struktur auf. Die erste Schleimhautschicht trägt mehrschichtige widerstandsfähige Zellen (Plattenepithel), während die zweite Schleimhautschicht schleimbildende Drüsen enthält. Die zweilagige Muskelschicht der Speiseröhre besteht abschnittsweise aus quergestreifter oder glatter Muskulatur. Während die innere Muskelschicht einen ringförmigen Aufbau zeigt, findet sich im äußeren Bereich eine längsgeordnete Muskulatur. Beide Muskelschichten überkreuzen sich spiralförmig in schräger Richtung und bilden ein sogenanntes Muskelfaserschraubensystem, das bei der Erweiterung und Einengung des Speiseröhrenlumens eine wichtige Rolle spielt.
Für den Transport der Nahrung von der Rachenhöhle bis zum Mageneingang ist ein kompliziertes Zusammenspiel der quergestreiften und glatten Muskulatur aber auch der willkürlichen und unwillkürlichen Nervenkontrollmechanismen notwendig. Zwischen den einzelnen Schluckakten besteht in der Speiseröhre in der Regel keine Bewegungsaktivität. Die obere und untere Schließmuskulatur sind verschlossen und bilden eine Druckbarriere. Erst mit dem Schluckakt wird die Transportfunktion der Speiseröhre in Gang gesetzt. Beim Schlucken kommt es nach wenigen Sekundenbruchteilen zu einer Erschlaffung der oberen Speiseröhrenschließmuskulatur, sodass die Nahrung zunächst in die Speiseröhre eintreten kann. Danach wird die Nahrung von oben nach unten mit regelmäßigen Bewegungswellen durch die Speiseröhre getrieben. Nach Einleitung des Schluckaktes erschlafft auch die untere Speiseröhrenschließmuskulatur innerhalb von wenigen Sekunden, sodass die Nahrung schließlich in den Magen gelangt.
Der Magen ist ein sackförmig erweitertes Hohlorgan und liegt im linken Oberbauch zwischen Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse, linker Niere, Querdickdarm und Milz eingebettet. Die Hauptfunktion des Magens besteht darin, die in der Nahrung enthaltenen Eiweißketten einerseits mit Hilfe des sauren Magensaftes, andererseits durch das Verdauungsenzym Pepsin zu spalten. Darüber hinaus wird der Speisebrei im Magen durch regelmäßige Bewegungswellen kräftig durchmischt und in den Dünndarm weiterbefördert.
Zwischen dem Mageneingang (Kardia) und Magenausgang (Pylorus) werden die drei Bereiche des Magens als Magengrund (Fundus), oberer Magenkörper (Corpus) und unterer Magenkörper (Antrum) bezeichnet (Abb. 1). Während die rechtsseitige Außenbegrenzung des Magens, die sogenannte „kleine Krümmung (Kurvatur)” darstellt, spricht man bei der linksseitigen Außenbegrenzung von der „großen Krümmung (Kurvatur)”.
Abb. 1: Aufbau des Magens als großes Hohlorgan zwischen der Speiseröhre und dem Zwölffingerdarm.
Der Magen ist von innen mit einer zweischichtigen Schleimhaut ausgekleidet. Feingeweblich finden sich im Magengrund und -körper unzählige Drüsen bestehend aus Beleg-, Neben- und Hauptzellen. Nebenzellen bilden einen Schleim, auch Mucin genannt, und die Hauptzellen liefern das Verdauungsenzym Pepsin. Die Belegzellen sind zuständig für die Absonderung von Magensäure und des sogenannten Intrinsic-Faktors, der für die Aufnahme von Vitamin-B12 in den Körper von wichtiger Bedeutung ist. Der Magensaft kann einen sehr sauren pH-Wert von 1-1,5 erreichen. Daher bildet die Magenschleimhaut permanent den Schleim Mucin, um sich selbst vor dem aggressiven Magensaft zu schützen. Unmittelbar in der Nähe des Magenausgangs finden sich weitere Drüsen, die hauptsächlich das Hormon Gastrin produzieren und in die Blutbahn ausschütten. Im weiteren Verlauf regt dieses Hormon in den Belegzellen die Bildung von Magensäure an. Der stark saure Magensaft kann zusätzlich mit der Nahrung aufgenommene Krankheitserreger sehr effektiv bekämpfen und abtöten.
Die wellenförmigen Magenbewegungen und die Magensaftabsonderung werden durch verschiedene Reize gesteuert. Mechanische Reize, wie zum Beispiel Dehnung des Magens bei Nahrungsaufnahme oder Geschmacksund Geruchsreize, emotionale Reaktionen wie Ärger, Stress, Trauer und Angst, Einnahme von koffeinhaltigen Getränken, Alkohol und Arzneimittel, beeinflussen die Funktion des Magens. Auch die Zusammensetzung der Nahrung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verweildauer des Speisebreis im Magen. Während flüssige und kohlenhydrathaltige Speisen den Magen nach relativ kurzer Zeit verlassen können, verbleiben festere und fettreiche Speisen über längere Zeit im Magen. Schließlich gelangt die Nahrung durch Bewegungswellen des unteren Magenbereiches und Erschlaffung des Magenausgangs in kleinen Portionen über den Zwölffingerdarm in den Dünndarm. Diese motorische Funktion des Magens wird mit Hilfe der in der Magenwand befindlichen Muskelschichten gesteuert.
Der durchschnittlich etwa 4 m lange Dünndarm wird in drei Abschnitte Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum) gegliedert. Der Dünndarm ist von innen mit einer zweilagigen Schleimhautschicht, die aus mehreren Schleimhautfalten besteht, ausgekleidet. Auf der Schleimhautoberfläche befinden sich weitere zahlreiche Zotten, so vergrößert sich die aufnahmefähige Dünndarmoberfläche auf das Vielfache (Abb. 2a). Außerdem bildet die Schleimhaut täglich große Mengen Darmsaft, der die Verflüssigung und Neutralisierung des Speisebreis ermöglicht. Die Muskelschicht des Dünndarms sorgt mit wellenförmigen Bewegungen für die Durchmischung und für den Weitertransport des Speisebreis. Mit den in der Darmwand befindlichen Lymphdrüsenplatten beteiligt sich der Dünndarm auch effektiv an der Abtötung von Krankheitserregern, die mit der Nahrung in den Verdauungstrakt eingeschleust werden.
Der Zwölffingerdarm beginnt direkt hinter dem Magenausgang und weist eine Länge von etwa 20-30 cm auf. Mit seinem C-förmigen Verlauf umschlingt der Zwölffingerdarm den Kopf der Bauchspeicheldrüse. Der Bauchspeicheldrüsengang und der Gallengang münden gemeinsam hier ein, wo Gallen- und Bauchspeicheldrüsensaft über eine kleine Öffnung, auch Papille genannt, in den Dünndarm abfließen (Abb. 2b).
Abb. 2: Zotten unter Mikroskop und schematisch dargestellt, die zur Vergrößerung der Dünndarmoberfläche dienen (a). Der Kopf der Bauchspeicheldrüse in der sogenannten C-Schlinge des Zwölffingerdarms liegend. Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang münden gemeinsam an der Papille ein (b).
Die Zwölffingerdarmschleimhaut setzt Hormone frei, die sowohl die Bauchspeicheldrüse als auch die Gallenblase zur Sekretbildung anregen. So wird zum einen der vom Magen kommende saure Speisebrei neutralisiert, und zum anderen stehen zur Spaltung der Nahrungsketten notwendige Verdauungsenzyme im oberen Anteil des Dünndarms zur Verfügung. Mit den aus der Bauchspeicheldrüse freigesetzten Verdauungsenzymen (Amylase, Trypsin etc.) werden im oberen Dünndarm Kohlenhydrate und Eiweißketten gespalten. Fett wird zunächst mit Gallensaft durchmischt und durch das im Bauchspeicheldrüsensaft enthaltene Enzym Lipase aufgespalten. Weitere in der Dünndarmschleimhaut befindliche Enzyme wie z. B. Maltase und Laktase zerlegen die Kohlenhydratketten in kleinere Bausteine. Erst dann können diese Nahrungsbestandteile im Leerdarm über die Blut- und Lymphgefäße in den Körper aufgenommen werden. Die wellenförmigen Bewegungen des Dünndarms sorgen dafür, dass der Speisebrei weiter nach unten transportiert wird. Im Krummdarm werden lediglich Wasser, Vitamine (z. B. Vit.-B12) und Mineralstoffe aufgenommen.
Der Dickdarm legt sich in der Bauchhöhle mit seiner 1,5-2 m Länge und einem wesentlich größeren Durchmesser rahmenförmig um den Dünndarm (Abb. 3a). Anatomisch wird der Dickdarm in sechs Abschnitte unterteilt, Blinddarm mit Wurmfortsatz (Coecum mit Appendix), aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens), Querdickdarm (Colon transversum), absteigender Dickdarm (Colon descendens), S-förmiger Dickdarm (Colon sigmoideum/Sigma) und schließlich der Mastdarm (Rektum), der mit dem After endet (Abb. 3a). Am Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm befindet sich eine Klappe (Bauhin’sche Klappe), die das Zurückfließen des Speisebreis in den Dünndarm verhindert. Der über den Dünndarm in den Körper nicht aufgenommene Speisebrei gelangt portionsweise über diese Klappe in den Dickdarm (Abb. 3b).
Der Dickdarm ist von innen auch mit einer zweilagigen Schleimhautschicht ausgekleidet, diese ist aber lediglich nur für die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen zuständig. Durch die wellenförmigen Bewegungen der Darmwand wird der Stuhl durchschnittlich innerhalb von 16-24 Stunden vom aufsteigenden Dickdarm bis in den Mastdarm befördert. Am Darmausgang befinden sich willkürlich und unwillkürlich gesteuerte Schließmuskeln, die die Stuhlausscheidung regeln. Der Stuhl besteht nicht nur aus unverdaulichen Nahrungsbestandteilen, er enthält auch große Mengen an Bakterien. Die Hauptaufgabe der guten Keime in der Darmflora, die größtenteils aus Milchsäurebakterien bestehen, ist die Verdrängung der krankmachenden Mikroorganismen. Beschaffenheit, Form, Farbe und Geruch des Stuhls kann von verschiedenen Faktoren abhängig unterschiedlich sein und auf bestimmte Krankheiten hindeuten.
Abb. 3: Der Dickdarm umrahmt den Dünndarm mit seinen sechs Abschnitten (a). Der Blinddarm mit dem Wurmfortsatz, wo sich auch der endständige Dünndarm mit der Bauhin’schen Klappe anschließt (b).
Die Bauchspeicheldrüse ist ein etwa 10-15 cm langes und 80-100 g wiegendes kleines Organ mit für die Nahrungsverdauung und für den Zuckerstoffwechsel wichtigen Funktionen. Sie liegt im Oberbauch zwischen der unteren Hohlvene und Bauchschlagader, Magenhinterwand, Milz und dem Zwölffingerdarm eingebettet. Das Organ wird in vier Regionen (Kopf, Hals, Körper und Schwanz) eingeteilt (Abb. 4).
Im Rahmen der sogenannten exokrinen Funktion produziert die Bauchspeicheldrüse in den Azinuszellen des Organs mehrere Verdauungsenzyme und Enzymvorstufen, die über den Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm ausgeschüttet werden. Nur so lassen sich unterschiedliche Nährstoffe in kleinste Bausteine zerlegen, um dann über die Dünndarmschleimhaut in den Körper aufgenommen zu werden. Als wichtigste Verdauungsenzyme lassen sich zum Beispiel Amylase für die Kohlenhydratverdauung, Trypsin, Chymotrypsin, Carboxypeptidase, Elastase für die Eiweißverdauung und die Lipase für die Fettverdauung nennen. Außerdem bildet die Bauchspeicheldrüse täglich etwa 2,5 l Flüssigkeit, die reichlich Bicarbonat enthält und zur Neutralisierung des aus dem Magen kommenden sauren Speisebreis beiträgt. Diese Vorgänge in der Bauchspeicheldrüse werden wiederum durch zwei Hormone (Sekretin und Cholezystokinin), die von der Zwölffingerdarmschleimhaut freigesetzt werden, gesteuert.
Abb. 4: Die Bauchspeicheldrüse erstreckt sich im Oberbauch vom Zwölffingerdarm bis zur Milz.
Die Bauchspeicheldrüse hat auch eine sogenannte endokrine Funktion. Sie bildet in den sogenannten Inselzellen des Organs, die sich hauptsächlich im Körper und Schwanzbereich der Bauchspeicheldrüse befinden, die lebenswichtigen Hormone Insulin und Glukagon. Diese werden direkt von der Bauchspeicheldrüse in die Blutbahn ausgeschüttet. Während das Insulinblutzuckersenkend wirksam ist, erhöht das Glukagon als Gegenspieler den Blutzuckerspiegel.
Die Leber ist mit einem Gewicht von 1,5-2 kg das größte und schwerste Organ des Körpers. Bei dem überwiegend im rechten Oberbauch liegenden und aus 120 Billionen Zellen bestehenden Organ unterscheidet man einen größeren rechten, der etwa 75-80% der Gesamtorgangröße ausmacht, und einen kleineren linken Leberlappen (Abb. 5a).
Die Nährstoffe gelangen nach ihrer Aufnahme in den Körper über die Blutbahn (Pfortader) in die Leber. Die Leber spielt im Kohlenhydratstoffwechsel eine wichtige Rolle, sodass der überflüssige Zucker in Form von Stärke hier gespeichert wird. Gleichzeitig sorgt die Leber auch dafür, dass durch Abbau von Stärke ein konstanter Blutzuckerspiegel im Blut aufrechterhalten werden kann. Auch aus Eiweißbausteinen (Aminosäuren) baut die Leber Enzyme, Blutgerinnungsstoffe und Bluteiweiße. Weitere überschüssige Aminosäuren können in der Leber in Zucker oder Fett umgewandelt und gespeichert werden.
Im Rahmen ihrer Entgiftungsfunktion können für den Körper schädliche Stoffe, Alkohol, Medikamente, Eiweißabbauprodukte und einige fettlösliche Hormone in der Leber verstoffwechselt und unschädlich gemacht werden. Darüber hinaus produzieren Leberzellen die für die Fettverdauung notwendige Gallenflüssigkeit. Aus Abbauprodukten des Blutfarbstoffes bildet die Leber den Gallenfarbstoff Bilirubin.
Die Leber speichert viele Vitamine, wie Vitamin-B12 und vor allem die sogenannten fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Die Leberzellen sind ferner am Stoffwechsel von Eisen, Zink, Kupfer und Mangan maßgeblich beteiligt. Mit diesen vielen Funktionen kommt der Leber als wichtigstes Stoffwechselorgan des Körpers insgesamt eine sehr große Bedeutung zu.
Die birnenförmige und etwa 10 cm lange Gallenblase liegt im rechten Oberbauch an der unteren Rückseite des rechten Leberlappens (Abb. 5a). Die Leber produziert täglich 600-1500 ml Gallenflüssigkeit, die auf dem Weg zur Gallenblase durch Wasserentzug eingedickt und in der Gallenblase deponiert wird. Im Ruhezustand fasst die Gallenblase etwa 30-60 ml Gallensaft.
Die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit wird zunächst über die zwischen den Leberzellen verlaufenden winzigen Gallenkanälchen in die größeren Gallenwege weitergeleitet. Die kleinen Gallenwege in der Leber vereinigen sich mehrfach zu größeren Gallengängen, diese zum großen Gallengang der jeweiligen Leberlappen (Ductus hepaticus) und schließlich zum Hauptgallengang (Ductus choledochus), der außerhalb der Leber liegt (Abb. 5b). Dieser mündet im Zwölffingerdarm gemeinsam mit dem Bauchspeicheldrüsengang an der sogenannten Papille ein (Abb. 4). Eine hier befindliche Schließmuskulatur bildet eine Druckbarriere und verhindert den Übertritt von Darminhalt in den Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang.
Abb. 5: Die Leber besteht aus einem kleineren linken und größeren rechten Lappen. Unter dem rechten Leberlappen liegt die Gallenblase (a). Der rechte und linke Gallengang bringen die Gallenflüssigkeit von der Leber in die Gallenblase. Die Gallenblase entleert sich auf Abruf über den Ausführungsgang in den Hauptgallengang (b).
Zwischen der Gallenblase und dem Hauptgang besteht eine weitere Verbindung von 2-3 mm Durchmesser, auch Ausführungsgang (Ductus cysticus) genannt, die die Entleerung des Gallensaftes in den Hauptgallengang ermöglicht (Abb. 5b). Nahrungsreize im oberen Dünndarm bewirken über die Freisetzung des Hormons Cholezystokinin ein Zusammenziehen der Gallenblase bei gleichzeitiger Erschlaffung der Schließmuskulatur an der Papille. Nach operativer Entfernung der Gallenblase, fließt die Gallenflüssigkeit ohne Zwischenstopp in der Gallenblase direkt über den Gallengang in den Zwölffingerdarm ab und steht für die Fettverdauung weiterhin zur Verfügung.
Der Gallensaft besteht aus Gallensäuren, Gallenfarbstoffen, Cholesterin und Wasser. Für den Abbau und für die Aufnahme der Fette im Dünndarm, die nicht wasserlöslich sind, werden Gallensäuren benötigt. Die Gallensäuren können Fett in kleinste Tröpfchen auftrennen und in einer wässrigen Lösung verteilen. Erst danach können die feinverteilten Fetttröpfchen mit Hilfe des Verdauungsenzyms Lipase weiter zerlegt werden. Während die kurz- und mittelkettigen Fettsäuren über den Dünndarm in die Blutgefäße aufgenommen und schließlich auch der Leber zugeführt werden, erfolgt der Weitertransport der langkettigen Fettsäuren direkt ins Lymphsystem. Dieser Sonderweg umgeht eine Verarbeitung der Fettmoleküle in der Leber, sodass diese anschließend entweder im Muskelgewebe verbrannt oder im Fettgewebe eingelagert werden können.
Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung der Verdauungsorgane, so wird als erstes ein Gespräch, auch Anamnese genannt, zur Klärung der Vorgeschichte des Beschwerdebildes zwischen dem Betroffenen und behandelnden Arzt geführt. Die Anamneseerhebung stellt eine wichtige Basis für die weitere Analyse des Krankheitsbildes, Diagnosefindung und anschließende Therapie dar. Der Betroffene hat im Rahmen eines solchen Gespräches die Gelegenheit und Möglichkeit, sein Leiden ausführlich darzulegen.
In der Regel versucht der behandelnde Arzt mit Fragen nach den aktuellen Beschwerden des Betroffenen aber auch nach deren Beginn und Dauer die anamnestischen Daten systematisch zu erheben. Auch allgemeine Fragen nach Körpergröße und Körpergewicht, Gewichtsverhalten, Appetit, Medi-kamenten-oder Drogeneinnahme und nach früheren Erkrankungen, in der Familie bekannten Krankheitsbildern, Operationen oder früheren Untersuchungsergebnissen bilden ein wichtiges Fundament für die Abklärung des Beschwerdebildes.
Erst danach stellt der behandelnde Arzt symptomorientierte Detailfragen wie zum Beispiel nach Schmerzen und deren Lokalisation, Dauer, Nahrungsabhängigkeit, Ausstrahlung sowie Charakter. Wichtige Symptome und Beschwerden wie Geschmacksmissempfindungen, Mundgeruch, Schluckstörungen, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen, unangenehme und anhaltende Blähungen, Durchfälle oder Verstopfungen, Blutabgänge in Form von Teerstuhl oder frischem Blut sowie Klagen am After jeglicher Art sollten bei der Anamneseerhebung unbedingt und ohne Schamgefühl erwähnt werden. Nur so kann der behandelnde Arzt das Beschwerdebild des Betroffenen genauer analysieren und die weiteren diagnostischen Schritte planen und einleiten.
Nach der Anamneseerhebung ist die körperliche Untersuchung in der Regel der zweite wichtige Schritt, bei dem der behandelnde Arzt einerseits zusätzliche Hinweise über eine mögliche Erkrankung gewinnt und andererseits das angegebene Beschwerdebild noch durch körperliche Befunde objektivieren kann.
Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Verdauungsorgane wird bei der körperlichen Untersuchung nicht nur der Bauchraum untersucht. Eine allgemeine Betrachtung des Betroffenen einschließlich Bewusstseinslage, Ernährungszustand, Haltung und Gang kann den behandelnden Arzt durchaus in eine bestimmte diagnostische Schiene lenken. Danach beginnt eine gezielte Untersuchung der Augen, Gesichtshaut aber auch der Mundhöhle einschließlich der Zunge und des Rachens. Eine veränderte Hautfarbe des Körpers, Hauterscheinungen oder Wassereinlagerungen im Bereich der Unterschenkel und Knöchel können durchaus auf Erkrankungen im Verdauungstrakt hindeuten.
Die Untersuchung des Bauches erfolgt in bequemer Rückenlage. Nach der Inspektion des Bauches erfolgt die manuelle Untersuchung mit Abtasten, Abklopfen und Abhorchen der vier Bauchquadranten. Das Abtasten des Bauches dient dazu, einerseits die Gesamtkonsistenz des Bauches zu beurteilen, andererseits empfindliche, schmerzhafte Areale zu lokalisieren und die Lebergröße zu bestimmen. Auch größere Raumforderungen in der Bauchhöhle lassen sich durch das Abtasten feststellen. Die Leisten werden nach vergrößerten Lymphknoten und bei begründetem Verdacht auch nach Bruchpforten manuell untersucht.
Das Abklopfen des Bauches kann vor allem bei vergrößertem Bauchumfang durch verschiedene Dämpfungsqualitäten zwischen einem geblähten Bauch und Bauchwassersucht gut unterscheiden. Außerdem erleichtert das Abklopfen des rechten oberen Bauchquadranten zusätzlich die Bestimmung der Lebergröße. Über die Qualität der Darmtätigkeit lassen sich mit Abhorchen des Bauches weitere Hinweise gewinnen. Die körperliche Untersuchung wird in der Regel mit Inspektion und Abtasten des Afters mit Handschuhen beendet.
Blutuntersuchungen besitzen in der Diagnostik von Erkrankungen der Verdauungsorgane einen hohen Stellenwert. Mit einer Entnahme von 10-20 ml Blut lassen sich innerhalb einer kurzen Zeit viele Parameter bestimmen, die über die Funktion oder Erkrankung eines Verdauungsorgans wichtige Hinweise liefern können. Hier steht heute ein breites Spektrum an Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Blutbildveränderungen können beispielsweise nicht nur auf eine Entzündung der Verdauungsorgane hindeuten, sondern auch eine Blutarmut als Ausdruck eines Blutverlustes über den Verdauungstrakt gut belegen.
In den meisten Fällen kann eine Leberschädigung mit Hilfe der sogenannten Enzymdiagnostik bestätigt oder ausschlossen werden. Während einige Leberenzyme auf eine Schädigung der Leberzellen hindeuten, zeigen wiederum andere eher eine Erkrankung im Bereich der Gallenwege an. Darüber hinaus ermöglicht die Bestimmung von verschiedenen Bluteiweißen die Funktionstüchtigkeit der Leber zu beurteilen, über die Dauer der Lebererkrankung auszusagen und sogar über die Ursache der Leberschädigung Hinweise zu geben. Viele schädliche Viren, die eine Leberentzündung auslösen können, lassen sich ebenfalls über eine Blutuntersuchung schnell und zuverlässig nachweisen.
In der Labordiagnostik lassen sich heute viele Testverfahren zum Nachweis von Autoantikörpern sinnvoll einsetzen. So können die Autoimmunerkrankungen des Verdauungstrakts, vor allem der Leber, rasch diagnostiziert werden. Mit einer Blutuntersuchung können auch die sogenannten Tumormarker bei bösartigen Erkrankungen der Verdauungsorgane bestimmt werden, die hauptsächlich während der Therapie oder zur Verlaufskontrollen dieser Erkrankungen nützlich sind. Auch eine klinisch vermutete akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse lässt sich mit Hilfe einer Enzymbestimmung schnell klären.
Stuhluntersuchungen werden heute nicht nur zum Nachweis von okkultem, nicht sichtbaren Blut oder zur Beurteilung der Bauchspeicheldrüsenfunktion eingesetzt, sie spielen bei Darminfektionen, vor allem zum Erregernachweis, eine ganz wichtige Rolle.
Die Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane ohne Strahlenbelastung besitzt heute eine herausragende Bedeutung unter den bildgebenden Verfahren, vor allem in der Diagnostik und zum Teil in der Behandlung der Erkrankungen von Verdauungsorganen. Bei Fledermäusen ist Ultraschall als Orientierungssinn und Orientierungsverfahren bekannt. Fledermäuse senden über den Kehlkopf Ultraschalllautfolgen aus und empfangen Signale, die zu einer genauen Ortung der Beutetiere führen. Nach dem gleichen Prinzip erzeugt und empfängt der Schallkopf eines Ultraschallgerätes Ultraschallwellen. Hierbei werden Schallwellen an Grenzflächen der Bauchorgane ganz oder teilweise reflektiert oder unterschiedlich im Gewebe absorbiert. Anschließend werden die vom Schallkopf empfangenen Informationen elektronisch zu einem Bild verarbeitet.
Die Grenzfläche von Luft und Gewebe führt zu einer sehr starken Reflexion der Ultraschallwellen und wirkt in der Regel störend auf die Bildqualität aus. Daher wird für die Ultraschalluntersuchung ein Kontaktgel verwendet, das eine luftfreie Ankopplung des Schallkopfes an die Bauchhaut gewährleistet. Die Ultraschalluntersuchung wird in der Regel beim nüchternen Patienten im Liegen durchgeführt und dauert durchschnittlich etwa 15-20 Minuten. Eine routinemäßige Einnahme von entblähenden Medikamenten vor der Untersuchung ist nicht erforderlich. Der Untersuchungsablauf besteht aus einer systematischen Abfolge, sodass am Ende der Untersuchung alle Organe des Verdauungstraktes dargestellt sind. Alle Bauchorgane und abweichende Befunde werden letztendlich in einem Längs-, Quer-oder Schrägschnitt mindestens in zwei Ebenen dargestellt, gegebenenfalls ausgemessen und bildlich dokumentiert.
Bei einer Ultraschalluntersuchung der Verdauungsorgane geht es hauptsächlich um die Leber, Gallenblase und Gallenwege, Bauchspeicheldrüse, Milz und großen Gefäße (Abb. 6). Hierbei können von dem normalen Aufbau der Organe abweichende Befunde, wie Organstrukturveränderungen, gut- oder bösartige tumoröse Raumforderungen, vergrößerte Lymphknoten, akute oder chronische Entzündungen, dargestellt werden. Infolge der Luft im Darmlumen kann der Verdauungskanal (Magen, Dünn- und Dickdarm) gegenüber den oben genannten Organen nur mit einer gewissen Einschränkung dargestellt werden. Mit den heute verfügbaren hochwertigen Ultraschallgeräten lassen sich viele Befunde am Magen-Darm-Trakt, wie Darmverschluss, entzündliche und tumoröse Veränderungen der Darmwand, doch noch gut beurteilen und dokumentieren.
Abb. 6: Darstellung von zwei Gallenblasensteinen (pfeilmarkiert) bei einer Ultraschalluntersuchung, GB= Gallenblase.
Für eine detaillierte Darstellung von Veränderungen der Gefäßstrukturen sind die sogenannte Duplex-Sonographie und die Farbdopplersonographie von Bedeutung. Hierbei kann sowohl eine Darstellung der Blutflussrichtung als auch die Messung der Strömungsgeschwindigkeit erfolgen. Die Farbdopplersonographie ermöglicht zusätzlich das rasche und farbliche Erkennen des Blutflusses.
In der Röntgendiagnostik sind Kontrastmittel schon sehr lange ein fester Bestandteil des Verfahrens, um die Aussagekraft der Untersuchung maßgeblich zu erhöhen. Bei Ultraschalluntersuchungen war der Einsatz von Kontrastmitteln bis vor wenigen Jahren eher eine Ausnahme.
