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Dieses Buch lädt dazu ein, den Pfad des Erwachens und der Erleuchtung auf eine zugängliche und lebensnahe Weise zu erkunden. Es behandelt zentrale spirituelle Themen wie das Kundalini-Erwachen, die Kraft von Mantra-Rezitationen (Japa) und Pranayama (Atemtechnik), das Loslassen alter Identitäten («Sterben, um zu leben») und die Erfahrung der Leere als Raum tiefer Stille und Präsenz. Zudem werden die fünf Sinne, Karma, Angst und Freude, aber auch Gedanken über das Interpretieren, das reine Bewusstsein, frei von Anhaftung thematisiert. Das Buch beinhaltet zudem Informationen zu den Themen «Wer Bin Ich?» und was beinhaltet die Selbst-Verwirklichung. Durch inspirierende Geschichten und praktische Reflexionsimpulse (in Form von Innehalten und sich selbst zu erforschen) begleitet das Buch die Leser Schritt für Schritt zu mehr Gleichmut, Klarheit und innerem Frieden. Es zeigt, dass ein Guru zwar ein wertvoller Begleiter sein kann, die wahre Erkenntnis jedoch in uns selbst liegt. Jedes Kapitel lädt dazu ein, innezuhalten, sich zu reflektieren und den Weg zurück zu sich selbst zu finden. Ein Buch für all jene, die tiefer schauen und einfach sein möchten inmitten der Herausforderungen des Lebens. Ein praktischer Begleiter auf dem Weg zur inneren Freiheit und Gelassenheit.
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Seitenzahl: 359
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Danksagung
Vorwort
Leben um des Lebens willen
Geschichte: Der Weise und die Ameise
Innehalten: Glaubenssätze
Geschichte: Vom Tempel der tausend Spiegel
Was treibt den Menschen an?
Geschichte: Der König und die zwei Künstler
Geschichte: Der alte Mann und sein Korb
Innerhalten: Welche Lasten trägst du herum?
Erwachen und Erleuchtung
Erwachen oder Öffnung
Geschichte: Zum Thema Öffnung
Erleuchtung oder Selbst-Verwirklichung
Meine Erfahrung
Wenn ich stehe, dann stehe ich
Innehalten: Wie oft bist du präsent?
Geschichte: Ein Sack auf dem Rücken
Braucht es einen Guru?
Mantra – Asatoma
Innehalten: Wer ist mein Guru?
Geschichte zum Thema Guru
Gibt es einen Gott?
Der muslimische Mann Ali, der Allah verwarf
Das Aramäische Jesus-Gebet
Innehalten: Welche Stützen hast du?
Advaita Vedānta
Nirvana Shatakam von Sri Adi Shankara
Frei von Bindung oder Anhaftung
Befreiung hat keine Anhaftungen
Innerhalten: Wo haftest du noch an?
Geschichte zum Thema Anhaftung und Kundalini
Kundalini Erwachen
Erweckung der Kundalini
Symptome des Kundalini-Erwachens
Aber Vorsicht!
Begegnungen mit Kundalini-Erwachen
Wenn die Kundalini vollständig erwacht
Übersinnliche Fähigkeiten
Was sind Siddhis?
Das Leben mit vollständig erwachter Kundalini
Erzählung was ist Kundalini?
Śri Yantra oder Śri Chakra
Innehalten: Kundalini-Erwachen und Siddhis
Werdet wie die Kinder, die Masken werden fallen
Osho und seine ersten sieben Lebensjahre
Innehalten: Welche Masken trägst du noch
Satsanga
Geschichte: Im Satsang
Geschichte: Der Bauer und sein Esel
Das Denken
Aber warum eigentlich, geschieht das?
Metapher: Wenn die Frucht reif ist
Vergleich: Der Hund und der Verstand
Sādhanas oder spirituelle Übungen
Geschichte: Stille-Meditation und Aham
Japa
Mantra
Persönliche Erfahrungen mit Mantras
Mantra, warum 108-mal? / Rudraksha
Erklärung zu Śri Vidya
Das Gayatri Mantra
Lachen
Ein Erlebnis zum Thema Lachen
Lachyoga
Innehalten: Herzhaft lachen
Die Wirkung von Pranayama
Mudra
Atemübung: Nadi Shodhan Pranayama
Meditation
Meditation Swami Sivanandas
Innehalten: Meditiere täglich 15 Minuten
Das reine und erwachte Bewusstsein
Geschichte über Bewusstsein
Das «ES»
Der Geist
Wie du die Welt siehst
Innehalten: Lass dein Leben zurück laufen
Die Befreiung, ist in dir
Sterben um zu Leben / Memento Mori
Erlebnisse bei der Sterbebegleitung
Nishkāmas Todes Erlebnis
Innehalten: Wenn du noch kurz zu leben hättest
Wer Bin ich?
Geschichte: Anand und die Dakinī Devi
Selbsterforschung mit dem «Wer Bin Ich?»
Die Stille
Geschichte: Die Erfahrung der Stille
Geschichte über das Erfahren von Stille
Innehalten: Die Stille wahrnehmen
Das Karma
Geschichte: Ein idealer Karma Yogi
Freude
Geschichte über die Freude
Metapher Die zwei Wölfe
Innehalten: Freude ist das höchste Gut
Das Leben geschehen lassen
Geschichte: Herr Fröhlich und die Angst
Angst
Was passiert im Gehirn?
Angstgedächtnis
Was kann bei Angstattacken helfen?
Innehalten: Welche Ängste kennst du?
Selbstliebe und Eigenwertschätzung
Geschichte vom zerknitterten Geldschein
Du findest die Liebe nur in dir
Allumfassende, bedingungslose Liebe
Geschichte: Der König und die alte Frau
Innehalten: Sei dir selbst der beste Freund
Der Same der Erleuchtung ist gesetzt
Dazu eine Geschichte über Erleuchtung
Eine kurze Geschichte
Was beinhaltet die Verwirklichung des SELBST?
Innehalten: Reflektiere das oben geschriebene
Rein, wahr und klar
Geschichte: Ende der Interpretation
Gedanken über Interpretation
Geschichte: Glück oder Unglück
Geschichte: Die drei Siebe
Innehalten: Interpretation sein lassen
Selbstermächtigung
Geschichte: Es ist immer etwas los!
Die fünf Sinne
Erlebte Erzählungen
Innehalten: Die fünf Sinne wahrnehmen
Die Lange-Weile
Geschichte: Der König und die Langeweile
Innerhalten: Sei mit der Lange-Weile
Die Leere
Geschichte: Die leere Tasse
Umgang mit der Leere
Geschichte: Der alte Meister und die Leere
Innerhalten: Kennst du die Leere
Gleichmut
Geschichte: Immerwährender Gleichmut
Innehalten: Gleichmut
Schlusswort
Nachwort
Glossar
«Wenn du der Stimme in deinem Herzen folgst, erkennst du früher oder später, dass diese Stimme deiner wahren Natur entspricht. «Erleuchtung» oder «Erwachen» kommt nicht irgendwo hergeflogen. Du erkennst einfach nur, dass du DAS schon immer warst und es keine Person gibt, die erwachen oder erleuchtet werden kann.» Nishkàma
Mit tiefster Dankbarkeit möchte ich mich an die Besucher in Einzel- oder in den Gruppenbegegnungen und alle Begegnungen mit Lehrern aller Art im Prozess meines spirituellen Erwachens bedanken.
An meine Lehrer: Ihr habt mich mit Weisheit, Geduld und eurem eigenen Licht geführt. Eure Worte, eure Präsenz und euer Vorbild waren Leuchtfeuer auf meinem Weg. Ihr habt mir gezeigt, wie man tiefer schaut, wie man Vertrauen in den Prozess des Lebens hat, und wie man die Wahrheit im Inneren erkennt. Ich danke euch für eure unermüdliche Unterstützung und für die Liebe, die ihr in mein Wachstum investiert habt.
Auch möchte ich mich bei den Lehrern aus der Natur bedanken: der Tiere, den Bäumen und den Steinen, denen ich als Schülerin begegnen darf, möge ich niemals vergessen, dass diese Lehrer um mich sind – in jedem Atemzug des Windes, im Summen der Bienen, im Wispern der Blätter und im Schweigen der Felsen.
An meine Besucher: Ihr seid meine grössten Lehrmeister. In euren Fragen, euren Kämpfen und eurem Mut, den Weg des Erwachens zu gehen, habe ich immer wieder den Spiegel meiner eigenen Reise gesehen. Ihr habt mich inspiriert, weiterzulernen, zu wachsen und selbst die höchste Wahrheit zu leben, die ich erreichen kann. Danke, dass ihr mir euer Vertrauen geschenkt habt und wir gemeinsam auf dieser Reise sind.
Mögen wir weiterhin das Licht in uns selbst und in der Welt erkennen und leben.
Fast alles, was in diesem Buch geschrieben steht, habe ich selbst erfahren oder erlebt. Also kannst auch du es erfahren und erleben. Befreiung ist, bewusstes erfahren und erkennen «seiner Selbst».
In mir war schon lange der Impuls, an einem weiteren Buch schreiben zu wollen. Und immer wieder setzte ich mich hin und tippte Sätze, die du hier lesen kannst, in den Computer. Mir ist bewusst, dass ich nicht schreiben kann und doch geschieht es aus der Tiefe des Seins und die Worte entstehen beim Schreiben.
Die Themen im Buch sind spontan und aus der Stille des SEINs hinaus geboren und daher die Reihenfolge der Kapitel.
Dieses Buch beinhaltet neben informativen Texten auch viele Geschichten, die über die Wahrheit sprechen. Die Geschichten habe ich nicht alle selbst erfunden, aber aus allen möglichen Schriften aus Ost und West zusammengetragen. Und je nachdem mit einem Kommentar dazu ergänzt.
Geschichten der Weisheit sind oft als Metaphern gedacht, um darin auch Lösungen für das Leben zu finden. Also eine Art Lebenshilfe. Nicht nur Freude am Lesen der Geschichten und das sich vertiefte Erkennen in den geschriebenen Worten soll dieses Buch bereiten, es darf auch in der Tiefe des Menschen etwas öffnen können. Es braucht manchmal so wenig und erkennen geschieht. Und es braucht manchmal so viel, um die Leichtigkeit des Seins zulassen zu können. Vielleicht hilft die eine oder andere Geschichte der Wahrheit, die Leichtigkeit ins Leben zu bringen und zu erkennen, wer man in Wahrheit und Wahrhaftigkeit ist.
Dieses Buch beinhaltet neben Text und Geschichten auch die Möglichkeit, nach Themen innezuhalten und sich selbst gerade reflektieren zu können.
Wenn der Mensch anfängt, sein Selbst zu erforschen, erkennt er sich immer mehr in diesen vielen Geschichten.
Dazu wurde dieses Buch erschaffen, denn auch in Griechenland, bei dem Orakel von Delfi, steht geschrieben: «ERKENNE DICH SELBST». Auch Ramana Maharshi, der Weise vom Arunachala aus Südindien, hat gesagt: «Die eigene Selbstverwirklichung ist die grösste Dienstleistung, die man der Welt anbieten kann».
Bei OSHO, dem grossen indischen Mystiker, war es so: Als die vielen an der Strasse stehenden und auf Osho warteten Menschen, dieser dann an ihnen, in einem seiner schicken Autos, vorbeifuhr. Die Wartenden sahen aber dann, anstelle von ihrem Guru, nur ihr eigenes Bild in den gespiegelten Fenstern von Oshos Wagen.
Dieses Buch hat das Potenzial darin, sich selbst noch vertiefter und befreit erkennen zu können.
Bei uns in der Schweiz, am Schwabentor, in der Stadt von Schaffhausen steht geschrieben: «Lappi tue d' Auge uf», was auf Deutsch, so viel heisst wie: «Narr, mach die Augen auf!»
Bild: Relief am Schwabentor in Schaffhausen, Schweiz
Anmerkung: im vorliegenden Buch werden zum Teil Sanskritworte benutzt, die Erklärung dafür findet sich im Glossar am Ende des Buches.
Gerade mal vorweg, hier noch eine Anmerkung: Wenn ich von Gott schreibe, könnte ich gerade so gut von Selbst, Existenz, dem Absoluten, Bewusstsein, universelle Kraft, Leben, Licht, DAS, Quelle oder was immer dir gefallen würde schreiben. In diesem Buch verwende ich viele der genannten Worte, die von dem ALL EINEN sprechen.
Einfachheitshalber wird in diesem Buch oft nur von Er oder Ihm geschrieben, was aber als gleichwertig auch mit; Sie (weibliche Form) oder Ihr hätte bezeichnet werden können.
Eine weitere Anmerkung zu den Geschichten in diesem Buch: Viele Geschichten sind selbst erfunden oder vielmehr aus dem Leben mit den Menschen in der Begegnung entstanden. Auch der Meister Babu oder Babuji und die Meisterin Dakinii Devi sind frei erfunden, obwohl die Geschichten immer der Wahrheit entsprechen.
Es kann gut sein, dass dieses Buch Fehler aufweist. Der Inhalt sollte trotz der Schreibfehler, aller Satzstellungs- und Satzzeichenfehler lesbar sein. Früher hätte ich mich dafür geschämt, heute weiss ich aber, dass jeder, den es stört, sich gleich mit dem, daran stören, reflektieren kann.
Dieses Buch lädt dazu ein, den Pfad des Erwachens und der Erleuchtung auf eine zugängliche und lebensnahe Weise zu erkunden. Es behandelt zentrale spirituelle Themen wie das Kundalini-Erwachen, die Kraft von Mantra-Rezitation (Japa) und Pranayama (Atemtechniken), das Loslassen alter Identitäten („Sterben, um zu leben“) und die Erfahrung der Leere als Raum tiefer Stille und Präsenz. Zudem werden die fünf Sinne, Karma, Angst und Freude aber auch Gedanken über das Interpretieren und das reine Bewusstsein thematisiert. Das Buch beinhaltet auch das Thema «Wer Bin Ich?» und was beinhaltet die Selbst-Verwirklichung.
Durch inspirierende Geschichten und praktische Reflexionsimpulse begleitet das Buch die Leser Schritt für Schritt zu mehr Gleichmut, Klarheit und innerem Frieden. Es zeigt, dass ein Guru zwar ein wertvoller Begleiter sein kann, die wahre Erkenntnis jedoch in uns selbst liegt.
Jedes Kapitel lädt dazu ein, innezuhalten, sich zu reflektieren und den Weg zurück zu sich selbst zu finden. Ein Buch für all jene, die tiefer schauen und einfach sein möchten – inmitten der Herausforderungen des Lebens.
Ein praktischer Begleiter auf dem Weg zur inneren Freiheit und Gelassenheit.
«Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, die Absicht Menschen bei ihrer Selbstergründung zu unterstützen, das ist meine Berufung und das fehlerfreie Formulieren und Schreiben, so es sein soll, wird es irgendwann zur Meisterschaft.»
Bild: Vollendung kreiert 2019
Ein einfacher Gedanke, doch tief in seiner Essenz: Das Leben selbst braucht keinen Zweck, keine Begründung, keinen äusseren Sinn. Es lebt – um zu leben.
Ein Fluss fliesst nicht, um das Meer zu erreichen, sondern weil das Fliessen seine Natur ist.
Eine Blume blüht nicht, um bewundert zu werden, sondern weil das Blühen ihr Dasein erfüllt.
Ein Vogel singt nicht, um gehört zu werden, sondern weil das Lied aus ihm heraus will.
Warum also sollte der Mensch sich mit Fragen quälen, warum er lebt? Vielleicht genügt es, das Leben zu atmen, zu fühlen, zu erleben – mit all seinen Höhen und Tiefen, mit Freude und Schmerz. Denn das Leben selbst ist der Grund, und im schlichten Sein liegt seine vollkommene Wahrheit.
Leben um des Lebens willen bedeutet, die Schönheit des Augenblicks zu erkennen, ohne ständig nach einem «Warum» zu suchen. Es bedeutet, die Frage nach dem Sinn durch die Erfahrung des Lebens selbst zu beantworten.
Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Tanz.
Nicht das Ankommen zählt, sondern der Weg.
Das Leben lebt durch uns – und wir sind das Leben.
«Ein Leben, das nicht reflektiert wird, ist es nicht wert, gelebt zu werden.»George Bernhard Shaw
Eines Tages sass ein alter, weiser Mönch unter einem Baum und meditierte, als ein Schüler mit ernster Miene zu ihm kam. Der Schüler setzte sich zu ihm und fragte:
«Meister, was ist der Sinn des Lebens? Warum leben wir?»
Der Meister lächelte und deutete auf eine Ameise, die gerade emsig vor ihnen über den Boden krabbelte.
«Schau dir diese Ameise an», sagte der Meister. «Frag sie.»
Der Schüler runzelte die Stirn, beugte sich vor und fragte unsicher: «Ameise, warum lebst du?»
Die Ameise hielt kurz inne, bewegte ihre Fühler und antwortete dann mit einer piepsigen Stimme: «Ich lebe, um Zucker zu finden, den ich tragen kann.»
Der Schüler lachte. «Aber das ist doch sinnlos! Warum schleppt sie Zucker herum?» Der Meister erwiderte: «Frag sie weiter.»
Der Schüler beugte sich wieder vor. «Ameise, warum trägst du Zucker?»
Die Ameise hielt erneut inne, schnupperte an der Luft und sagte: «Ich trage Zucker, um meinen Bau zu füttern.»
Der Schüler stutzte. «Und warum muss der Bau gefüttert werden?»
«Damit die Königin überlebt!» sprach die Ameise stolz. «Und warum muss die Königin überleben?», fragte der Schüler nun schon etwas ungeduldig.
Die Ameise zuckte mit ihren winzigen Fühlern. «Damit wir mehr Ameisen machen können!»
Der Schüler sah verwirrt aus. «Aber warum mehr Ameisen? Wozu das Ganze?»
Die Ameise schnappte sich ein Krümelchen Zucker und murmelte, während sie davonlief: «Weil es Spass macht, zu krabbeln.»
Der Schüler schaute der Ameise nach, die des Weges ging, und sah dann den Meister an. «Was soll das bedeuten? Ist das die Antwort?»
Der Meister lächelte und sagte: «Ja. So ist es. Es gibt keinen tieferen Grund. Wir leben, weil es Spass macht zu krabbeln.»
Moral der Geschichte: Das Leben ist einfach da, um gelebt zu werden – um des Lebens – Willen. Vielleicht solltest du öfter mal krabbeln und weniger fragen.
«Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein und wenn der Mensch nicht glücklich ist, hat es keinen Sinn.»
Das Leben geschieht, weil es geschieht und nicht weil sich der Mensch abmühen soll. Alles, was anstrengend und unklar, von Ärger und Unzufriedenheit geprägt ist, geht gegen die Natur des menschlichen Seins. Ist es nicht so, dass der Mensch oft gar nicht das Leben lebt und erlebt, was ihm Leichtigkeit und Freude bereitet? Ist es nicht oft so, dass Menschen Dinge tun, um zu gefallen, um gebraucht oder geliebt zu werden? Sie sich Dinge aneignen, damit sie etwas Besonderes oder besser als andere sein können? Will nicht jeder einfach nur geliebt werden und tut dafür alles Mögliche, vielfach, ohne sich über sein Tun bewusst zu sein?
Dieses Buch soll den Suchenden die Augen öffnen und als Unterstützung im Leben dienen. Damit der Mensch, wenn nicht schon vorhanden, die Leichtigkeit des SEINs erfahren und noch vertiefter erleben kann. Und er nicht mehr von alten Konditionierungen geprägt und dadurch oft nicht bewusst und eher wie ferngesteuert - sprich unbewusst, durchs Leben treibt.
Geht es nicht darum, Bewusstsein zu entwickeln oder besser gefragt, die durchschnittlichen 5 % des genutzten Bewusstseins eines Menschen auf viel mehr zu entfalten?
Die Raupe erlebt ihr Leben eine Weile am Boden kriechend, bis dann die Zeit der Verpuppung kommt und eine Transformation oder Umwandlung im Kokon geschieht. Wenn das Insekt dann reif genug ist, kommt der Impuls dem Kokon zu entfliehen, und das so transformierte Lebewesen öffnet seine Flügel nun als Schmetterling, um nochmals ein ganz neu entfaltetes Sein erleben zu dürfen.
Geht es uns Menschen nicht genauso? Hat nicht jeder das Potenzial der Metapher tief in sich verankert, von der Raupe zum Schmetterling transformieren zu können? Es braucht ein Ja dazu, bewusster werden zu wollen. Das heisst; geistig aufgeweckter als die kollektive Menschheit, die um die 5 % des Bewusstseins nutzen kann, zu sein.
Was hilft dazu, sich selbst tiefer kennenzulernen, sein Inneres zu erforschen und durch die Innenschau zu erkennen, wie man geprägt und konditioniert wurde?
Welche Glaubenssätze kennst du? Sind es eigen kreierte, oft abwertende oder von Angst geprägte Sätze? Oder aber auch solche, die uns von Eltern, Lehrern oder anderen, immer wieder gesagt wurden und die uns das Leben heute noch schwer machen, wie dazu einige Beispiele: «Du bist zu dumm.» «Mädchen müssen nicht gebildet sein, die heiraten ja sowieso» usw.
Wenn du magst, warte mit dem Weiterlesen der Zeilen und erforsche gleich in der Tiefe deines Wesens mit der Frage: «Welche Glaubenssätze begleiten mich heute noch, die mir meine Energie rauben?»
Affirmation: «Ab sofort wandle ich jeden, mir nicht dienlichen, Glaubenssatz in das höchste Potenzial oder er löst sich, jetzt und für immer, auf.»
Wenn du möchtest, kannst du deine Erkenntnisse hier unten aufschreiben:
«Verurteile andere nicht, nur weil sie einen anderen Weg gehen. Finde den Mut deinen eigenen Weg zu gehen.» Buddha - Siddhartha Gautama
In Indien gab es den Tempel der tausend Spiegel. Dieser lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages erklomm ein Hund den Berg. Er lief die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.
Als er in den Saal mit den tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.
Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte fortan, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden besteht.
Einige Zeit später kam ein anderer Hund den Berg herauf. Auch er lief die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.
Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.
Dieser Hund verliess den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden besteht, die ihm wohl gesonnen sind.
Weisheit aus Indien
«Das Bild ,das ich von mir selbst habe, ist eine ausgewählte Zusammenfassung von Erinnerungen und Ereignissen der Vergangenheit. Es hat nichts mit dem zu tun, was ich in Wirklichkeit bin.»
Sind es die Gedanken, im Kopf eines Menschen, die ihn lenken oder ist es das Selbst, das Leben, Gott oder die Quelle, die den Menschen einfach viele Erfahrungen machen lässt? Es wird auch gesagt; das Selbst, wolle sich selbst erfahren.
Aber was ist es, dass im Kopf eines Menschen an Gedankengut herumschwirrt und ihn ins Leid-Freud-Spiel treibt?
Ist es nicht angelegt, dass der Mensch von Grund auf das in sich erfüllende; «zu-Hause-sein» sucht? Er es aber nicht weiss und dadurch eine Zeit lang im Aussen, also im materiellen oder weltlichen nach Erfüllung und Befriedung sucht.
Solange der Mensch nicht weiss, dass die wahre und tiefe Erfüllung nur in seinem Inneren gefunden werden kann, wird er unbewusst immer auf der Suche nach mehr oder besserem sein. Daraus entstehen eben diese ständige Leidfreude und dann wieder Freud-Leid-Spiele. Ist es nicht so, dass wenn der Mensch einmal sein Leben reflektiert, dass er dann bemerkt, dass er ständig Dingen der Zukunft hinterherrennt oder in der Vergangenheit herumsurft und sich mit Dingen wie: «Hätte ich doch, oder warum habe ich damals nicht» und so weiter beschäftigt?
Es braucht nur, ganz einfach, ein Innehalten, um sich selbst zu betrachten. Am einfachsten, so, als würde man einem wunderbaren Freund zusehen. Oder eine andere Möglichkeit ist es, sich ganz bewusst und das ohne sich ablenken zu lassen, innezuhalten und genau in diesem einen Moment zu verweilen.
«Was ist das schon?», höre ich unbewusste Menschen sagen. Menschen wollen die Welt verändern, das ist in Wirklichkeit ein schwieriges und unmögliches Unterfangen. Die wahre Botschaft aber ist: «Es ist einfacher, sich selbst zu verändern, als die grosse, weite Welt verändern zu wollen.» Denn jeder Mensch, ist sich, wie bekanntlich, ja selbst immer am nächsten und kann bei sich mit der Veränderung anfangen und welch Wunder, dadurch verändert sich auch die Welt.
Zitat von Ramana Maharshi: «Deine eigene Selbstverwirklichung ist der grösste Dienst, den du der Welt erweisen kannst.»
Ja, schon, aber wie? Wenn das Individuum einen Spiegel des Erkennens braucht, so taucht dieser in verschiedenen Formen auf. Das kann als Menschen, Tiere, Situationen oder in Form von Gegenständen sein. Alles, was zur Klärung bestimmt ist, kommt und das meistens auf natürliche Weise und immer wieder aufs Neue, auf den Suchenden zu, bis diesem klar ist, was es zu erkennen, zu klären oder loszulassen gilt. Der für Veränderung offene und bereite Mensch erkennt immer klarer, dass dieses Lebensspiel von ständigem Wechsel geprägt ist. Er wird sich dessen bewusst, dass er das unberührte und unveränderliche EINE ist, das den Körper belebt und durchdringt.
Der Mensch begreift, dass das Leben sich ihm ohne Unterlass anbietet. Ihm alles liefert, damit er sich reflektieren und seine laufenden Muster, die meistens, wenn nicht sogar immer, aus den Konditionierungen und Prägungen aus der Kindheit stammend, erlöst werden wollen. Dem Geschöpf wird klar, dass die Veränderungen nur in seinem Inneren stattfinden können. Er wird sich durch das Erforschen seines Selbst gewahr, dass es nichts mehr bringt zu sagen, wie zum Beispiel: «Deinetwegen geht es mir so schlecht». «Du bist schuld, weil du mir das angetan hast.». «Weil ich nicht genug Geld habe, kann ich keinen Erfolg erreichen oder Freude am Leben haben». «Weil ich bislang nicht angekommen bin, wo ich im weltlichen sein möchte, geht es mir schlecht». «Ich bin so, weil ich eine schlechte Kindheit hatte». Vieles mehr könnte hier noch ergänzt werden.
«Jeder neue Tag ist eine Einladung, das Alte hinter sich zu lassen und den Tag als Neuanfang zu begrüssen. Es ist nie zu spät, ein neues Kapitel im Buch deines Lebens zu beginnen.»
Aber doch, möchte an dieser Stelle nochmals erwähnt werden: - das Leben in Freiheit, Freude und von Liebe durchdrungen, kann nur im Inneren der Menschen gefunden werden. Denn alle äusseren Begebenheiten geschehen, damit der Mensch sich nach innen wenden und sein Leben neu überdenken kann. «Erkennt der Mensch sich selbst, erkennt er alle und alles andere auch!»
«Erkenne dich selbst und du weisst alles.» Zitat von Sokrates:
Es braucht gar nicht viel dazu. Eine Möglichkeit ist es, kleine Pausen der Innenschau im Tagesablauf einzuflechten. Ja, solche Denkpausen zu planen und dann ganz bewusst durchzuführen. Es ist zwar nicht möglich, dass der Mensch das Denken abschalten kann, denn das geht meist nur selten und kurzzeitig. Wenn man das aber wahrnehmen kann, dass da jetzt gerade niemand da ist, der etwas denkt, ja dann: «Gratulation!»
Der Verstand hat nun einmal die Funktion des Denkens, was ja auch viel Gutes hat. Möchte der Mensch aber wirklich zu denen gehören, die in sich zufrieden sein können? Und das, ohne äussere Stimulation des Denkens zu brauchen, dann bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich selbst und sein Wesen, tief im Inneren zu erforschen. Und durch das Erforschen, sich selbst stetig noch besser wahrnehmen zu können und somit noch bewusster zu werden.
Am Anfang mag es zwar anstrengend sein, sich immer wieder auf sich selbst zu besinnen. Mit dem Dranbleiben und der Zeit wird es aber einfacher und es wird so weit kommen, dass der Mensch gar nicht mehr anders kann, als sich immer genauer unter die Lupe nehmen zu wollen.
Das eigene Wesen zu erforschen lohnt sich, denn nur so wird sich der Mensch selbst gewahr werden. Und das Leben im Hier und Jetzt wird ihm stetig noch mehr Freude, Leichtigkeit, Klarheit, Mut zur Wahrheit und Vertrauen in das nicht Wissen und das ohne kontrollieren zu müssen, schenken.
Der vertieft, fortschreitende Aspirant erfährt, dass alles, was ihm im Leben geschenkt wird, sei es Freude oder Leiden, nur dazu da ist, die Dinge bewusst, ungefiltert, klar und wahr erkennen zu können.
Das Leben wird für ihn lebenswert und frei, sodass er es niemals mehr anders haben wollte. Das Geschenk der Innenschau lässt den früher im Aussen suchenden Menschen die Befriedung im Inneren seines Wesens und das immerwährend erfahren.
Hier ist eine weise Geschichte, die das Konzept «Das Leben ist so, wie wir es haben wollen» aufgreift:
Einst lebte ein König, der zwei berühmte Künstler bat, für ihn das Leben darzustellen. Jeder Künstler bekam eine leere Leinwand, einen Sack Gold für Materialien und einen Monat Zeit, um sein Werk zu vollenden.
Nach einem Monat kehrten die beiden Künstler zum König zurück, um ihre Gemälde zu präsentieren.
Der erste Künstler enthüllte sein Bild: Es war eine prachtvolle Darstellung eines Paradieses. Wälder, Berge, Vögel und ein friedlicher Fluss – alles wirkte perfekt. Die Menschen auf dem Bild lachten und lebten in Harmonie.
Der König war begeistert. «Das ist wunderschön!», sagte er. «So sollte das Leben sein.»
Dann wandte er sich dem zweiten Künstler zu, der zögernd sein Werk enthüllte. Auf seiner Leinwand sah man eine chaotische Welt: Ein Sturm fegte durch eine Stadt, Menschen kämpften, und in einer Ecke weinte ein Kind. Der König schaute mit gerunzelter Stirn auf das Bild und fragte: «Warum ist dein Bild so düster? Ist das das Leben?» Der Künstler lächelte und sagte: «Wartet, Majestät.»
Er nahm eine kleine Lampe und richtete das Licht auf sein Gemälde. Plötzlich veränderte sich das Bild. Die Schatten rückten in den Hintergrund, und die Szenen, die vorher chaotisch erschienen, zeigten neue Details: Inmitten des Sturms stand ein Mann, der einen Baum pflanzte. Die Kämpfer hielten einander im nächsten Moment die Hand. Das weinende Kind wurde von einer Mutter getröstet.
«Seht Ihr, Majestät,» erklärte der Künstler, «das Leben ist beides – Chaos und Harmonie, Dunkelheit und Licht. Doch wie wir es sehen, hängt davon ab, wie wir es beleuchten.»
Der König war beeindruckt und verkündete: «Beide Gemälde sind wahr. Das Leben ist so, wie wir es haben wollen – wenn wir wählen, wohin wir schauen und wie wir das Licht setzen.»
Moral der Geschichte:
Das Leben enthält sowohl das Schöne als auch das Herausfordernde. Doch wir haben die Macht, unsere Perspektive zu wählen und Licht in das zu bringen, was wir sehen möchten. Auf diese Weise formen wir unser Leben so, wie wir es haben wollen.
«Als ich aus der Zelle durch die Tür in Richtung Freiheit ging, wusste ich, dass ich meine Verbitterung und meinen Hass zurücklassen musste, oder ich würde mein Leben lang gefangen bleiben.» Nelson Mandela
«Lebe dein Leben so, dass du am Ende sagen kannst: Ich habe gelebt und nicht nur existiert!» Hafiz
Dies ist die Geschichte eines alten Mannes und eines kleinen Jungen. Der alte Mann hiess Sartebus und der Junge Kim. Kim war ein Waisenkind und lebte ganz für sich allein. Er zog von Dorf zu Dorf, auf der Suche nach Essen und einem Dach über dem Kopf. Doch es gab noch etwas, nachdem er suchte. Kim suchte nach einer Einsicht.
«Warum», fragte er sich, «sind wir ein Leben lang auf der Suche nach etwas, das wir nicht finden können? Machen wir es uns selbst schwer oder soll es einfach so sein, dass wir uns so plagen?»
Auf seinem Weg traf er eines Tages einen alten Mann und der, so hoffte Kim, ihm vielleicht die eine Antwort geben konnte. Der alte Mann trug auf seinem Rücken einen grossen, zugedeckten, geflochtenen Korb, der sehr schwer zu sein schien. Eines Tages machten sie Rast an einem Bach.
Der alte Mann stellte erschöpft seinen Korb auf den Boden. Er schien so schwer zu sein, dass selbst ein viel jüngerer und stärkerer Mann ihn wahrscheinlich nicht sehr lange hätte tragen können.
«Weshalb ist denn dein Korb so schwer?», fragte Kim Sartebus. «Ich würde ihn gerne für dich tragen.» «Nein, den kannst du nicht für mich tragen», antwortete der alte Mann. «Den muss ich ganz allein tragen.»
Viele Tage und Wege gingen Kim und der alte Mann zusammen. Sosehr er sich auch bemühte, konnte er nicht herausfinden, was für ein schwerer Schatz sich wohl in dem Korb befand. Erst als Sartebus nicht mehr weitergehen konnte und sich ein letztes Mal zur Ruhe legte, erzählte er dem jungen Kim sein Geheimnis.
«In diesem Korb», sagte Sartebus, «sind all die Dinge, die ich von mir selbst glaubte und die nicht stimmten. Auf meinem Rücken habe ich die Last jedes Kieselsteines des Zweifels, jedes Sandkorns der Unsicherheit und jedes Mühlsteins des Irrweges getragen, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Ohne sie hätte ich die Träume verwirklichen können, die ich mir so oft ausgemalt habe.» von Shad Helmstetter
«Die Persönlichkeit lebt in einem Gefängnis von Überzeugungen. Das wahre Selbst ist grenzenlose Freiheit.»
„Blühe, wo du gepflanzt bist!“ Franz von Sales
«Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.» Abraham Lincoln
Wenn du magst, betrachte dein Leben und erforsche, welche sorgenvollen Gedanken, Zweifel, negativen Erinnerungen und Ängste du mit dir herumträgst, deren Gewicht dich belastet, schwächt und herunterzieht?
Lass dir Zeit bei dem Betrachten, was du in deinem Korb mitträgst. Schau, was du daraus weggeben, auflösen, verabschieden, verzeihen, dir selbst vergeben und vielleicht noch vieles anderes mehr tun kannst. Tu es jetzt gleich, denn du kennst bestimmt das Sprichwort: «Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!»
Wenn du möchtest, kannst du deine Erkenntnisse hier unten aufschreiben:
Erwachen und Erleuchtung sind Begriffe, die oft verwendet werden, um tiefgreifende spirituelle Erfahrungen zu beschreiben. Sie markieren einen Wandel im Bewusstsein – vom begrenzten, egozentrierten (auf eigenen Gewinn) Denken hin zur Erkenntnis der wahren Natur der Realität.
Was Erwachen und Erleuchtung wirklich bedeuten:
In ihrer Essenz sind Erwachen und Erleuchtung nichts «Übernatürliches». Sie sind das Erkennen unserer natürlichen, ursprünglichen Existenz. Es ist kein «Werden», sondern ein «Sein» – frei von Illusionen, in Einklang mit dem Leben selbst.
Das Leben, wie es ist, wird zur vollkommenen Offenbarung. Der Suchende erkennt, dass er schon immer das war, wonach er gesucht hat.
Erwachen oder Öffnung, Erleuchtung oder Selbst-Verwirklichung. Begriffe, die so oft missverstanden werden. Mir ist es wichtig, diese Begriffe, so wie ich sie verstehe oder besser gesagt erlebe, hier beschreiben zu können. Es geht mir darum, dass solche Menschen, die viele sogenannte Erwachte verfolgen, meine Meinung von den Begriffen wissen. Denn so kann ich dieses Buch schreiben, ohne missverstanden zu werden.
So benutze ich lieber das Wort Öffnung, weil das Erwachen so oft als endgültig gesehen wird, was es für mich bei weitem nicht ist.
Öffnung, darunter verstehe ich, ein plötzliches Geschehen, das kein menschliches EGO nachvollziehen kann. Ein Geschehen, das den Menschen vollkommen verändern wird. Ist er sich schon so bewusst, dass er dieses Erleben klar erkennen kann, ist es recht einfach, damit zu sein.
Andere, so wie es mir im 1993 geschehen ist, werden sich nicht mehr finden. Bei mir war damals gänzliches Unbewusstsein, denn damals war meine ganze Aufmerksamkeit auf Job und Karriere ausgerichtet. Einige Leser kennen die Lebensgeschichte von mir bis zum Kundalini-Durchbruch, und die, die es interessiert, finden die erlebte Geschichte im schon veröffentlichten Buch:
«VOM TUN INS SEIN - erwachen in das unpersönliche Sein» Eine Autobiografie einer westlichen Yogini von Renate Nishkāma, Kunz / BoD Verlag: ISBN: 978-3-7597-6012-8
Öffnung oder Erwachen ist der Moment, in dem ein Mensch beginnt, die Illusionen zu durchschauen, die ihn bisher gefangen hielten. Es ist, als ob ein Schleier gelüftet wird, der den Blick auf die wahre Natur des Lebens freigibt.
Merkmale des Erwachens:
Erkenntnis, dass das Selbst (Ego) nicht die wahre Identität ist.
Das Bewusstsein wird klarer, freier und weniger an persönliche Geschichten gebunden.
Ein Gefühl der Einheit mit dem Leben und der Welt ist entstanden.
Der Prozess des Erwachens:
Es kann plötzlich geschehen, wie ein Blitz, oder allmählich durch Praktiken wie Meditation, Achtsamkeit oder Selbstreflektion.
Das Erwachen ist oft der erste Schritt – ein Öffnen der Tür, aber nicht das Ende des Weges.
Meiner Erfahrung nach geschieht eine Öffnung in das unpersönliche Gewahrsein, wenn der Mensch diese Erfahrung braucht oder er dafür reif ist. Dieses Erleben wird das Wesen, dem es widerfährt, gänzlich umstrukturieren, und das nicht nur im Geist, sondern meistens auch auf der Körperebene. Wahrlich, es ist die göttliche Gnade, denn dieses Erkennen seiner Selbst, kann nicht mit dem Verstand gemacht werden. Im Gegenteil wird der Verstandesmechanismus mehrheitlich beobachtet und nicht mehr bedient. Ob das nicht mehr bedienen sofort passiert oder Schritt für Schritt geschieht, ist individuell verschieden.
Das Erleben mit suchenden Menschen hat mir gezeigt, dass, wenn jemand eine Öffnung erfährt, dieser danach zeitweilige Glückseligkeitszustände erleben kann. Solche Zustände sind so prägend, dass, wenn dieser «Bliss» Zustand dann allmählich wieder vergeht, die unvergessliche Erinnerung daran zurückbleibt. Vielleicht werden dem Menschen solche Ereignisse auch geschenkt, damit der Suchende dranbleibt, denn er will da wieder hinkommen und die Suche geht somit erst richtig los.
In einzelnen Fällen kann das Erleben so intensiv sein, dass der Mensch, dem das widerfährt, sich so daran erschreckt, dass er jahrelang versucht, dieses Ereignis zu verdrängen. Oder ein anderer weiss gar nicht, wie ihm geschah, und er versucht das Leben zu bestreiten, so wie es immer war, und merkt vielleicht nicht einmal, dass ihm danach vieles leichter von der Hand geht.
Was ich selbst nach der ersten Öffnung erlebte, das wünsche ich keinem anderen erleben zu müssen. Da ich mich zuvor noch nie mit meinem Innenleben beschäftigt hatte - sprich, mich noch nie und auf gar keine Art und Weise kannte. Mein ganzes Leben war nach Aussen gesteuert, als folgendes geschah. Ich war bei der Arbeit als Verkaufsleiterin in einer mir zugeordneten Filiale, um die Verkaufszahlen zu eruieren. Als ich mit dem dortigen Geschäftsführer über seine Umsatzzahlen im Gespräch war, wurde mir plötzlich unwohl und ich entschuldigte mich bei ihm, mit der Aussage: «Ich müsse kurz austreten». Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden ausserhalb des Büros, wo ich zuvor hinausgetreten war. Ich muss wohl in Ohnmacht gefallen sein, oder war es ein Samadhi? Keine Ahnung, was ich aber weiss, ab diesem Moment des wieder da seins, war nichts mehr, wie es zuvor einmal war.
Bei mir wurde diese damals unbewusste Öffnung in das Unpersönliche eher als Schock empfunden, zumal ich mich danach nirgendwo mehr fand. Bei mir war es dann so, dass sich eine Schleuse geöffnet hatte, wo alle vorhandenen Ängste im Körper-Geist-System sich auf einmal Aufmerksamkeit verschaffen wollten. Was mich dann aus lauter Not auf die Suche gehen liess, nur wusste ich gar nicht, was ich suchte.
Wie auch immer, ich war mir dessen ja gar nicht bewusst, was vorgefallen war. Also schlich ich mich gezwungenermassen und das jahrelang durchs Leben. Und das, obwohl ich erst später erkannte, dass da trotz allem kein Leiden in mir mehr stattfand.
Das Leben führte mich danach, irgendwie doch immer zur richtigen Zeit, an die richtigen Orte und die passenden Menschen. So erfuhr ich mich langsam als dieser, quasi, andere Mensch. Oder vielleicht gewöhnte ich mich auch einfach daran, mich nicht mehr im alten zu erkennen, in diesem neuen Seinszustand. So vergingen viele Jahre, ja zwei Jahrzehnte der Unkenntnis dessen, was in mir im 1993 vorgefallen war.
Heute kann ich dazu nur noch sagen: «Gott sei Dank!» Ab dem ersten Moment wurde ich damals gezwungen, mich nach innen zu wenden. Ab diesem Ereignis fragte ich mich selbst immer wieder: «Wer bin ich?» und betrieb somit, damals zwar noch unbewusst, eine Art von Selbst-Erforschung. Mit den Jahren lernte ich das «neue Leben» losgelöst von einer Person kennen und lieben.
Heute freut es mich, dass ich Menschen begegnen darf, die auch solche Öffnungen erlebt haben oder in der Begegnung erleben. Es ist wundervoll, bei anderen Menschen mitverfolgen zu dürfen, wie eine Öffnung oder das Erwachen auch ganz sanft geschehen kann. Denn viele, die schon lange auf der Suche sind, erleben eine Öffnung mit schon sehr viel Bewusstsein. Diese können sich selbst reflektieren und so gut mit dem veränderten Zustand leben.
So wie es verschiedene Menschen gibt, ist auch die Öffnung oder das Erwachen verschieden. Jeder erlebt diese Erfahrung wieder anders. Was aber bei allen geschieht, ist eine Abspaltung vom Persönlichen, also der Idee, eine individuelle, eigenständige Person zu sein.
Ob das nun leicht ist oder nicht, entfaltet sich in den verschiedenen Erfahrungen.
Es gibt auch Fälle, wo diese Abspaltung der Person – sprich eine Öffnung und das wegen Unwissenheit, in eine Diagnose von «Psychose» geführt hat. Oder Menschen taten alles dafür, dem unpersönlichen Geschehen Gegenleistung zu erbringen. Also einfach nur nichts mehr, was damit zu tun hat, anzustreben. Solche Menschen trainierten ihren Verstand mit ganz viel abmühen oder kontrollieren, dass sie einfach in den Geschichten, die ihnen der Verstand erzählte, versuchten weiterhin einen Halt als Person finden zu können.
Für mich zeigt sich heute eine Öffnung bei einem Menschen als ein Geschenk der Gnade. In mir ist auch das Bild von einem schwarzen Loch, wo es nach einer Öffnung in das Unpersönliche, die alten Muster, die Kontrolle, Prägungen, Konstrukte, Konditionierungen und alles, was anhaftet, dort hineinzieht. Manchmal schnell und manchmal ganz langsam, so wie es in der Person eben einfach wohl angelegt ist.
Es war ein Herr, um die 40 Jahre alt, der den Weg zu Nishkāma, für Gespräche fand. Er kam oft und die Gespräche drehten sich immer wieder im Kreis. Der Mann kannte depressive Zustände, nannte sich selbst übersensibel und sagte auch immer wieder, «er sei nicht belastbar». Er war in den Gesprächen oft den Tränen nahe und das Elend, das er erlebte, war wirklich nicht lustig mit anzusehen. In den Gesprächen versuchte Nishkāma, ihn zu motivieren und so gut es ging, ihm aufzuzeigen, dass sein Leben bislang nicht gänzlich von der Wahrheit geprägt war. Denn er steckte in einer Beziehung fest, die schon lange nichts Gemeinschaftliches mehr hatte. Den Job, den er seit vielen Jahren machte, erfüllte ihn ganz und gar nicht, obwohl er dort ganz viel Zeit für sich hatte und er ohne Druck arbeiten konnte. «Er sei schon am Morgen müde, wenn er sich auf den Weg zur Arbeit mache und er durchlebe vielfach qualvolle Zeiten, nur bereits bei der Vorstellung, die acht Stunden im Job überstehen zu müssen». Das erzählte er oft.
So schleppte sich der Mann durchs Leben, kam immer wieder an Grenzen bis sogar manchmal der Idee, den Verstand zu verlieren. Der Mann griff auch gelegentlich zu irgendwelchen Substanzen, in Form von Drogen oder Medikamenten, in der Hoffnung, dass es ihm damit vielleicht etwas besser gehen würde. Was aber nicht der Fall war und so hörte er jedes Mal nach kurzer Zeit und auch wegen der Nebenwirkungen wieder auf, zu konsumieren.
Irgendwann kam er auch in die Gruppenbegegnungen (Satsangs) mit Nishkāma. Bald besuchte der Mann auch die angebotenen Retreats, die dann immer einige Tage am Stück, in einem Seminarhaus, weg vom Wohnort, wo man auch gleich zusammenwohnte, stattfanden.
Die Gespräche trugen eher weniger Früchte und irgendwie drehte sich bei ihm alles im Kreis. Wie wünschte Nishkāma ihm im Stillen eine Öffnung, die aber auf sich warten liess. Natürlich sah er die Baustellen in seinem Leben, ganz deutlich. Da er aber zu allem anderen auch noch grosse Existenzängste hatte, war er wie gelähmt. Er konnte dadurch gar nicht in eine Handlung kommen, um etwas von seinem Dilemma, in seinem Leben, verändern zu können.
Doch dann: Es war in einem Retreat auf dem Sternenberg, an dem der Herr teilnahm. Die Gruppe beschäftigte sich gerade mit Handauflegen, was gelegentlich in den Retreats als bewusste Wahrnehmungsübung auf dem Programm stand. Als der Mann sich dann auf die Liege legte, wo er sogleich von den anderen Teilnehmern inklusiv Nishkāma sanft in der Aura oder am Körper berührt wurde, geschah etwas Besonderes. Während in Stille gearbeitet wurde, fing der liegende Mann plötzlich immer tiefer und allmählich auch lauter an zu atmen. Da Nishkāma selbst solche Erfahrungen, in der Vergangenheit machen durfte, war sie sofort nahe bei seinem Kopf und atmete laut mit ihm mit. Natürlich auch in der stillen Hoffnung, dass er das, was da gerade passierte, auch zulassen konnte. Sein Körper fing an, sich in Wellenbewegung zu heben und zu senken. Diese Wellen gingen durch seinen ganzen Körper.
Die Teilnehmer nahmen, auf das Zeichen der Leiterin, ihre Hände von seinem Körper. Alle Teilnehmer standen um die Liege und beobachteten das aussergewöhnliche Geschehen. Dieses Ereignis dauerte etwa 15 Minuten, bis die Wellen dann langsam wieder zur Ruhe kamen und die Atmung des Liegenden sich wieder normalisierte. Der ganze Raum war sehr energiegeladen, was auch bei einigen anderen Teilnehmer «Glimpse» oder sanfte Glücksschauer auslöste.
Das Retreat verging und der Mann kam eine Weile nicht mehr zu den Begegnungen. Als er dann aber nach etwa vier Wochen wieder zu einem Einzelgespräch kam, wirkte er irgendwie verändert. Er erzählte beim Treffen, dass er nach dem Ereignis im Retreat mehrere Tage in einem Glückseligkeitszustand weilen durfte. Er sei in einem Erleben von tiefem Frieden gewesen, wo ihn nichts belastete und er ganz frei und ohne Leiden zur Arbeit gehen konnte. Auch sonst sei sein Leben im Flow der Übereinstimmung mit dem, was war, gewesen. «Ja, alles in allem sei es, eine fast unglaubliche Erfahrung gewesen. Es war einfach niemand da, der am Leben etwas auszusetzen gehabt hätte», so berichtete er. Etwas enttäuscht sagte der Mann darauffolgend: «Es sei dann aber leider, eines Morgens, wieder der Alltag eingekehrt und damit hätten ihn auch die altbekannten Muster des Leidens wieder eingeholt». Er trauerte der Erfahrung zwar noch nach. Nishkāma aber bemerkte; irgendwie war der Mann einfach viel klarer und obwohl sich in ihm Leiden noch Ausdruck verschaffte, war dieses Leid durchdrungen von Bewusstsein und viel mehr Klarheit. Sie wusste, da geschah nun endlich diese für den Mann so wichtige Öffnung. Welch Gnade, einfach wundervoll.
Sie sprachen in den Begegnungen weiterhin über seine Unpässlichkeiten im Leben und suchten gemeinsam nach Möglichkeiten der Veränderungen, damit seine Befreiung sich entfalten konnte (was ja zwar niemand wirklich wissen kann). Wie auch immer, es entfaltete sich bei diesem Mann so, dass er seine Arbeitszeit, in der er oft einfach dort sein musste und das, alleine in einem Archiv, nutzen konnte. Der Veränderte fing plötzlich an, die Zeit für Körperübungen zu nutzen. Was früher, wenn über Disziplin gesprochen wurde, er stets abblockte: «Das sei viel zu anstrengend und er könne dafür nicht auch noch Energie aufbringen.»
Es entfaltete sich bei ihm auch, dass er immer wieder in einem Zustand des Wohlgefühls verweilen konnte.
Die Dramen waren zwar noch da, aber diese wurden deutlich durchlässiger und immer noch bewusster. Weiter geschah es, dass er sich aus der Festgefahrenen und ausgelaufenen Beziehung lösen konnte. Er fand und nahm sich eine eigene Wohnung, was vor der Öffnung niemals infrage gekommen wäre.
