Einsätze mit Faserverbundwerkstoffen - Hermann Spanner - E-Book

Einsätze mit Faserverbundwerkstoffen E-Book

Hermann Spanner

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Beschreibung

Die Verbreitung von leichten Faserverbundwerkstoffen in der Automobilindustrie, bei Sportartikelherstellern, dem Maschinenbau und in vielen anderen Industriezweigen nimmt stark zu. Kommt es zu Unfällen mit diesen Werkstoffen, können extrem scharfkantige Bruchstellen entstehen. Zudem können bei einem Brandereignis mit Faserverbundwerkstoffen lungengängige Partikel freigesetzt werden und zu einer Gefährdung der Einsatzkräfte führen. In diesem Buch werden die verschiedenen Faserverbundwerkstoffe und die damit einhergehenden Gefahren für die Feuerwehreinsatzkräfte, entsprechende Schutzmaßnahmen und Hinweise zur Einsatztaktik dargestellt. Einsatzbeispiele runden den Inhalt ab.

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Seitenzahl: 93

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Hermann Spanner

[3]Einsätze mit Faserverbundwerkstoffen

1. Auflage

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Die Abbildungen stammen – soweit nicht anders angegeben – vom Autor.

1. Auflage 2018

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Umschlagbild: Christoph Wöhrle

Print:

ISBN 978-3-17-031103-9

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-035381-7

epub: ISBN 978-3-17-035382-4

mobi: ISBN 978-3-17-035383-1

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

[5]Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in Faserverbundwerkstoffe

2.1   Konstruktionsprinzip von Faserverbundwerkstoffen

2.2   Textile Verstärkungsfasern

2.3   Matrix-Systeme

2.4   Erkennungsmerkmale von Faserverbundwerkstoffen

3 Anwendungsbeispiele von Faserverbundwerkstoffen

3.1   Luft- und Raumfahrt

3.2   Automobilindustrie

3.3   Windenergieanlagen

3.4   Sport- und Freizeitindustrie

3.5   Architektur, Kunst und Bau

4 Gefahren von Faserverbundwerkstoffen

4.1   Faserpartikel und Staub

4.1.1   Allgemeine Gefährdungsbetrachtung

4.1.2   Gefährdung durch Einatmen

4.1.3   Gefährdung durch Haut-, Schleimhaut- und Augenkontakt

4.1.4   Gefährdungen im Brandeinsatz

4.1.5   Gefährdungen im THL-Einsatz

4.2   Mechanische Gefahren

4.3   Elektrische Gefahren

4.4   Explosionsgefahr

4.5   Brand und Rückzündung

5 Schutzmaßnahmen im Einsatz und der Nachbereitung

5.1   Grundlagen für Schutzmaßnahmen

5.2   Substitution von kritischen Substanzen

5.3   Technische Maßnahmen

5.4   Organisatorische Schutzmaßnahmen

5.5   Persönliche Schutzmaßnahmen

5.5.1   Persönliche Schutzausrüstung im Brandeinsatz

5.5.2   Persönliche Schutzausrüstung im THL-Einsatz

5.5.3   Persönliche Schutzausrüstung bei Abschluss der Einsatzmaßnahmen

5.5.4   Persönliche Schutzausrüstung anderer einsatzbeteiligter Organisationen

5.5.5   Schutzmaßnahmen für Betroffene und Patienten

5.5.6   Einsatzhygiene

6 Einsatztaktik bei Einsätzen mit Faserverbundwerkstoffen

6.1   Einsatztaktik im Brandeinsatz

6.1.1   Löschmittel

6.1.2   Vermeidung der Ausbreitung von Fasern, Partikeln und Stäuben

6.1.3   Taktische Ventilation

6.1.4   Rückzündung

6.1.5   Kalte Brandstelle

6.2   Einsatztaktik Technische Hilfeleistung

6.2.1   Geeignete Werkzeuge für Faserverbundwerkstoffe

6.2.2   Vermeidung der Ausbreitung von Fasern, Partikeln und Stäuben

6.2.3   Beräumung von Einsatzstellen

7 Einsatzbeispiele mit Faserverbundwerkstoffen

7.1   Absturz Hubschrauber Tiger

7.2   Absturz Airbus A400M

7.3   Pfählungsverletzung mit CFK-Mountainbike

7.4   Entfernung von Ringen aus Faserverbundwerkstoffen

7.5   Brand einer Windenergieanlage

7.6   Brand eines Pkw im Freien

7.7   Brand eines Pkw in einer Tiefgarage

7.8   Verkehrsunfall BMWi3

8 Fazit

Literaturverzeichnis

1    [7]Einleitung

Faserverbundwerkstoffe – so lautet ein auf den ersten Blick recht sperriger und nicht allgemein geläufiger Fachbegriff für eine spezifische Werkstoffgruppe. Dabei hat schon jeder von uns das Material im Alltag in den Händen gehalten. Besser bekannt sind Faserverbundwerkstoffe unter vielen Marken- bzw. Produktnamen oder umgangssprachlichen Bezeichnungen wie zum Beispiel Carbon, Composite, Kohlenstofffaser und Fiberglas sowie den Abkürzungen CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff), GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) oder CFRP (carbon fiber reinforced polymer).

Einst als sehr spezielle Hochleistungswerkstoffe entwickelt, haben diese Materialien in den letzten Jahrzehnten zunehmend Einzug in unseren Alltag gehalten. Vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen an immer leichtere Bauteile in nahezu allen Industriezweigen, kommt es aufgrund der hervorragenden Leichtbaueigenschaften zu einem immer größer werdenden Einsatz von Faserverbundwerkstoffen. Beginnend in den Hochleistungstechnologien der Luft- und Raumfahrt, haben sich die Materialien in nahezu allen technischen Bereichen ausgebreitet. Heute begegnen uns Faserverbundwerkstoffe im Automobilbau, in der Sport- und Freizeitindustrie, bei verschiedensten Anwendungen im Maschinenbau, aber auch in der Architektur, im Bauwesen und in der Kunst.

Nicht nur in den prominenten Beispielen der Fahrzeuge BMW i3 und BMW i8 mit ihren Karosserien, die zu überwiegenden Anteilen aus Faserverbundwerkstoffen bestehen, haben die Werkstoffe den Weg auf unsere Straßen gefunden. Auch andere Fahrzeughersteller verwenden zunehmend Faserverbundwerkstoffe für ihre Fahrzeuge. So ist auch der Trend der jährlich zunehmenden Menge an eingesetzten Kohlenstofffasern keine Überraschung: diese steigt derzeit jedes Jahr um rund 10 % an. Dabei stehen wir erst am Anfang des »Faserzeitalters«, denn wegen der hervorragenden Materialeigenschaften rechnet man mit einer Verdopplung der jährlich eingesetzten Materialmengen bis Anfang der 2020er Jahre. Mit einer Trendwende ist dabei in absehbarer Zeit nicht zu rechnen.

Durch die vielfältigen Anwendungen ergeben sich auch immer mehr Berührungspunkte mit Faserverbundwerkstoffen im Feuerwehreinsatz. Brände und Technische Hilfeleistungen, bei denen Faserverbundwerkstoffe beteiligt sind, treten bereits heute auf und werden in den nächsten Jahren stark zunehmen. Dabei haben diese Werkstoffe Auswirkungen auf die Einsatztaktik der Feuerwehr und bringen neue [8]Gefahren für die Einsatzkräfte mit sich, die vielen Führungs- und Einsatzkräften derzeit gar nicht bewusst sind.

Obwohl der »Wunderwerkstoff Carbon« im Normalzustand völlig ungiftig und ungefährlich ist, ist dieser Faserverbundwerkstoff in den letzten Jahren in die Kritik geraten. Von den Schattenseiten des Materials bis hin zur möglichen Krebsgefahr für die Einsatzkräfte war in der (Fach-)Presse zu lesen. Dieses Buch liefert eine realistische Einschätzung, wo im Einsatz mit Faserverbundwerkstoffen gerechnet werden muss, welche Auswirkungen Faserverbundwerkstoffe auf den Einsatz der Feuerwehren haben, welche Einsatztaktik zu wählen und wie gefährlich das Material tatsächlich für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ist. Daraus abgeleitet gibt es angepasste Empfehlungen für Schutzmaßnahmen im Umgang mit Faserverbundwerkstoffen im Feuerwehreinsatz. Dabei wird der Schwerpunkt auf praxisorientierte Empfehlungen für die Einsatzkräfte gelegt.

2    [9]Einführung in Faserverbundwerkstoffe

Zum besseren Verständnis der einsatztaktischen Auswirkungen und der Sicherheitsempfehlungen im weiteren Verlauf dieses Buches soll zunächst der Aufbau und damit das Konstruktionsprinzip der Faserverbundwerkstoffe betrachtet werden. Zudem wird auf die Einsatzbereiche der Werkstoffe sowie auf Merkmale zum Erkennen der Stoffe im Feuerwehreinsatz hingewiesen. Dies soll zu einem Grundverständnis beitragen und die Einschätzungen zur Taktikauswahl und Risikoeinschätzung im Einsatz der Feuerwehr erleichtern.

2.1   Konstruktionsprinzip von Faserverbundwerkstoffen

Das Konstruktionsprinzip von Faserverbundwerkstoffen lässt sich sehr gut aus dem Fachbegriff ableiten. Bei »Faser-Verbund-Werkstoffen« handelt es sich um ein Verbundmaterial aus mindestens zwei Einzelkomponenten. Diese beiden Einzelkomponenten werden miteinander kombiniert, um eine Eigenschaftsverbesserung des neu geschaffenen Verbundwerkstoffes zu erreichen. Dabei werden die negativen Eigenschaften des jeweiligen Einzelwerkstoffes ausgeglichen und die positiven Eigenschaften der beteiligten Werkstoffe zum Vorteil des Verbundwerkstoffes genutzt.

Anschaulich lässt sich dieses Bauprinzip am bekannten Beispiel Stahlbeton erklären. Dabei werden die Einzelmaterialien Baustahl und Beton in einem Werkstoff zusammengeführt. Es entsteht der »Verbundwerkstoff« Stahlbeton. Im Werkstoff übernimmt der Baustahl die Zugkräfte und der Beton überträgt die Druckkräfte. So wird ein Material geschaffen, das Zug- und Druckkräfte aufnehmen kann und neue Einsatzbereiche abdeckt. Die jeweiligen Nachteile der Einzelkomponenten wurden durch den Verbund der Einzelwerkstoffe ausgeglichen.

Bild 1: Prinzipdarstellung des Verbundes Stahlbeton bestehend aus den Einzelwerkstoffen Baustahl und Beton.

Überträgt man das dargestellte Prinzip des Stahlbetons auf die Faserverbundwerkstoffe so zeigt sich, dass auch Faserverbundwerkstoffe aus mindestens zwei Einzelwerkstoffen bestehen: diese sind die textilen Verstärkungsfasern und die sogenannte Matrix. Dabei übernehmen die Verstärkungsfasern, ähnlich dem Baustahl im Stahlbeton, die Aufgabe Zugkräfte zu übertragen. Die Matrix ist vergleichbar mit dem Beton: Sie umhüllt die Fasern, gibt dem Bauteil die gewünschte Geometrie [10]und sorgt für die Übertragung der Druckkräfte. Der Verbund aus textilen Verstärkungsfasern und der umhüllenden Matrix wird als Laminat bezeichnet.

2.2   Textile Verstärkungsfasern

Als Ausgangsmaterial für Verstärkungsfasern werden extrem dünne Faserfilamente verwendet. Dabei werden je nach Anwendungsfall verschiedenste Faserarten eingesetzt. Neben den bekannten und am häufigsten eingesetzten Kohlenstoff-, Glas- und Aramidfasern werden auch Verstärkungsfasern aus anorganischen Materialien wie Basalt, Bor oder Keramik und aus organischen Materialien wie Polyester, Nylon und Polyethylen für die Herstellung von Faserverbundwerkstoffen verwendet. Weitere Anwendungen setzen Naturfasern u. a. aus Flachs, Hanf, Holz oder Sisal ein.

In Hochleistungsbauteilen werden häufig Kohlenstofffasern eingesetzt. Die extrem dünnen Fasern übertragen hohe Zugkräfte und erlauben so die Konstruktion [11]von Bauteilen hoher Leistungsfähigkeit bei geringem Gewicht und geringen Bauteilabmessungen. Gängige Kohlenstofffasertypen haben einen Durchmesser um sieben Mikrometer. Damit sind die Fasern etwa ein Zehntel so dick wie ein menschliches Haar.

Bild 2: Größenvergleich zwischen einem menschlichen Haar und einer Kohlenstoffaser im Rasterelektronenmikroskop. (Foto: Carbon Composites e.V/AMU Universität Augsburg.)

Die Verstärkungsfasern werden entweder direkt als Faser verwendet oder in einem weiteren Verarbeitungsschritt zu textilen Faserhalbzeugen verarbeitet. Diese textilen Strukturen können Gewebe, Gelege, aber auch Strick- oder Flechtwaren sein, die bereits die spätere Bauteilkontur erahnen lassen. Die Auswahl der Fasern erfolgt nach den Anforderungen, die an das herzustellende Bauteil gestellt werden. Diese können beispielsweise verschiedene mechanische, elektrische, Gewichts- oder Kostenanforderungen sein.

Während Kohlenstofffaserverstärkte Verbundwerkstoffe (CFK) üblicherweise eine hohe Zugfestigkeit in Faserrichtung bei sehr geringem Gewicht aufweisen, besitzen glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) neben einer hohen Druck- und Zugfestigkeit vor allem eine gute isolierende Wirkung. Verwendet werden Glasfasern z. B. im Bootsbau, bei Tanks und Rohrleitungen oder mechanisch beanspruchten [12]Isolatoren. Faserverbundwerkstoffe, deren Verstärkungsfasern aus Aramid bestehen, besitzen im Vergleich zu kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen eine niedrigere Zug- und Druckfestigkeit, dafür eine wesentlich höhere Schlagzähigkeit. Sie werden daher häufig für Schutzausrüstungen, z. B. Splitterschutz, Panzerungen für Fahrzeuge und Schnittschutzhandschuhe, verwendet.

Um die gewünschten Eigenschaften zu erreichen, werden unterschiedliche Fasertypen auch kombiniert (z. B. Aramid- und Kohlenstofffasern) eingesetzt.

2.3   Matrix-Systeme

Die zweite Komponente bei einem Faserverbundwerkstoff ist die Matrix. Zu den wichtigsten Aufgaben der Matrix zählen neben dem Halten der Fasern in der geometrischen Form die Übertragung der in das Bauteil eingeleiteten Kräfte auf die Fasern. Die Matrix beeinflusst unter anderem die Temperatur- und Medienbeständigkeit, das Brandverhalten und die Schadenstoleranz des Werkstoffs und besteht meist aus verschiedenen Kunststoffen. Es werden überwiegend duromere, reaktive Harzsysteme oder thermoplastische Kunststoffe eingesetzt. Duromere Harzsysteme zeichnen sich durch ihre chemische Aushärtung aus. Sie können nach der Aushärtereaktion nicht mehr durch Erwärmung verformt werden.

Thermoplastische Kunststoffe lassen sich durch Erwärmung in einem bestimmten Temperaturbereich verformen. Dieser Vorgang kann wiederholt durchgeführt werden, wobei der Kunststoff beliebig oft geschmolzen und in einen flüssigen Zustand gebracht werden kann.

Die Kunststoffe, die für die Matrix verwendet werden unterscheiden sich in ihrer Art und den Eigenschaften sehr stark und werden je nach Einsatzzweck entsprechend ihrer benötigten charakteristischen Merkmale ausgewählt. Je nach Auswahl und durch die Zugabe von Zusatzstoffen, sogenannten Additiven, lassen sich die unterschiedlichsten Eigenschaften, z. B. Schlagzähigkeit, Entzündbarkeit, Brandverhalten und Farbe, beeinflussen und zielgerichtet entsprechend der Bauteilanforderungen steuern.

Bekannte und in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzte duromere Matrix-Systeme sind ungesättigte Polyesterharze (UP-Harze) und Epoxidharze (EP-Harze). Als thermoplastische Matrix wird oftmals Polyamid eingesetzt.

2.4   [13]Erkennungsmerkmale von Faserverbundwerkstoffen

Abhängig von der Verwendung, der Bausituation, der Oberflächenbehandlung oder dem Zerstörungsgrad, ist es oftmals nur schwer möglich, Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen zu erkennen.

Bauteile aus sogenanntem »Sicht-Carbon«, d. h. Bauteile aus Kohlenstofffaserverbundwerkstoff, die aus technischen oder optischen Gründen nicht überlackiert oder verkleidet sind, lassen sich allerdings recht leicht identifizieren. Die typische Oberflächenoptik zeigt die Faserstrukturen und gibt die spezielle Optik vor. Allerdings sollte man sich hier nicht täuschen lassen. Viele Hersteller oder Bastler veredeln ihre aus einfachen Kunststoffen hergestellten Bauteile mit Dekorfolien, die eine Carbon-Oberfläche imitieren. Einsatzbeispiele für Dekorfolien sind dabei vielfältig. Von Tuningteilen an Kfz, über Anbauteile an Motorräder, Fahrräder über Möbel bis hin zu Handyschalen reicht die Palette. Diese sehen oftmals täuschend echt aus. Generell ist ein echtes Carbon-Bauteil dort zu erwarten, wo die speziellen Eigenschaften technisch notwendig sind (z. B. Leichtbau) oder wo es sich um hochpreisige [14]Produkte handelt. Bauteile und Produkte, die nur wenige Euro kosten, lassen sich nicht aus echtem Carbon herstellen.

Bild 3: Sichtbare »Carbon« Oberfläche am Schweller eines BMWi3 (Foto: Benjamin Prlic)