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Ruß und Schadstoffe stellen auch nach dem eigentlichen Brandeinsatz auf der Einsatzkleidung und auf der Haut der Einsatzkräfte eine Gefahr dar. Nicht selten wird diese Gefahr jedoch unterschätzt. Nur eine sinnvolle und konsequente Einsatzstellenhygiene kann die Folgen für die Einsatzkräfte, zum Beispiel durch Aufnahme der Giftstoffe in den Organismus, eindämmen und Langzeitfolgen wie bspw. Krebserkrankungen verhindern. Der Autor untersucht aktuelle Hygienekonzepte und beschreibt sinnvolle Maßnahmen, die vor, während und nach jedem Einsatz beachtet werden müssen. Zudem wird das Thema Einsatzstellenhygiene aus einsatztaktischer Sicht betrachtet. Ziel ist es, alle Feuerwehrangehörigen für das Thema zu sensibilisieren, bisherige Verhaltensmuster zu überdenken und zielführende Maßnahmen einzuleiten.
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Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2020
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[1]Rotes Heft 105
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Die Abbildungen stammen – sofern nicht anders angegeben – vom Autor.
1. Auflage 2020
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print: ISBN 978-3-17-035872-0
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-035874-4
epub: ISBN 978-3-17-035875-1
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Einleitung
1 Problemstellung
1.1 Studienlage International
1.2 Studienlage Deutschland
2 Versorgung von Feuerwehreinsatzkräften in Deutschland
3 Brandrauch
3.1 Veränderung der Brände
3.2 Zusammensetzung des Brandrauches
3.3 Aufnahme von Schadstoffen in den Körper
3.3.1 Akutschäden
3.3.2 Langzeitschäden
4 Handlungsempfehlungen/Maßnahmen
4.1 Das Akronym SAUBER
4.2 Schwarz-Weiß-Prinzip
4.3 Aus- und Fortbildung
4.4 Maßnahmen vor dem Einsatz
4.5 Maßnahmen während des Einsatzes
4.6 Maßnahmen nach dem Einsatz
4.7 Überwachungs- und Dokumentationspflicht
4.8 Übergabe der Einsatzstelle und Hinweise für die Werkstätten
4.8.1 Übergabe der Einsatzstelle
4.8.2 Übergabe von Geräten und PSA an die Werkstätten
4.9 Human-Biomonitoring (HBM)
5 Beispiele für Konzepte
5.1 Skelefteå Model aus Schweden
5.2 Hygienebox
5.3 Hygieneboard
5.4 Rollcontainer/Anhänger »Einsatzstellenhygiene«
5.5 Sonderfahrzeuge
5.5.1 Gerätewagen »Einsatzstellenhygiene«
5.5.2 Abrollbehälter »Einsatzstellenhygiene«
6 Kriterien zur Beschaffung neuer Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)
7 Einsatzstellenhygiene im Führungsvorgang bei Brandereignissen
7.1 In der Lagefeststellung
7.1.1 Eigene Lage
7.1.2 Wetterbedingungen
7.1.3 Kalte Lage
7.1.4 Heiße Lage
7.2 In der Planungsphase
7.2.1 Einsatzstellenhygiene in der Beurteilung
7.2.2 Vor welchen Gefahren müssen die Einsatzkräfte geschützt werden?
7.2.3 Technische und taktische Möglichkeiten bei Brandereignissen
7.2.4 Einsatzstellenhygiene im Entschluss
7.3 In der Befehlsgebung
7.4 Einsatzstellenhygiene als Aufgabe des Sicherheitsassistenten
7.5 Gefährdungsbeurteilung
Fazit
Danksagung
Literatur- und Quellenverzeichnis
Dass Feuerwehreinsatzkräfte vielen Gefahren ausgesetzt sind, ist hinlänglich bekannt. Die Gefahrenmatrix ist Bestandteil jeder Feuerwehrausbildung. Aber was ist mit den Gefahren, deren Auswirkungen sich erst viele Jahre später zeigen?
Früher galt es als heroisch, wenn man nach einem Brandeinsatz rußverschmiert zur Feuerwache bzw. zum Feuerwehrhaus zurückkehrte. Der Körper war noch völlig unter Adrenalin, während man auf der Wache seinen Kameradinnen und Kameraden bzw. Kolleginnen und Kollegen noch in der verschmutzten Einsatzkleidung mit einem Getränk und einem Schokoriegel in der Hand von seinen »Heldentaten« berichtete.
Heute weiß man, dass dabei gleich mehrere Fehler begangen wurden und nicht nur die eigene, sondern auch die Gesundheit derjenigen gefährdet wurde, die mit einem im Löschfahrzeug zurückfuhren. In der Vergangenheit herrschte die Meinung vor, dass das Tragen eines Atemschutzgerätes während der Brandbekämpfung ausreichend sei, um eine gesundheitliche Gefährdung der Einsatzkräfte abzuwenden. Weitere präventive Maßnahmen vor, während und nach dem Einsatz fanden nur untergeordnete Beachtung.
Laut Statistik des Deutschen Feuerwehrverbandes (2019) haben wir in Deutschland über eine Million Feuerwehrangehörige. Das Thema »Krebsrisiko für Feuerwehreinsatzkräfte« wird bereits von vielen diskutiert. Lösungsansätze, wie wir uns dagegen schützen können, wie wir unsere Verhaltensmuster und Vorgehensweisen ändern, dass wir Ansichten überdenken [8]und unser Bewusstsein schärfen müssen, sind bisher jedoch nicht einheitlich gefunden worden. Diesbezüglich liegen die Feuerwehren in Deutschland um viele Jahre hinter anderen Ländern wie etwa denen in Skandinavien zurück. Diesen Umstand möchte der Autor dieses Roten Heftes ändern und allen Feuerwehrangehörigen Wege aufzeigen, wie man seiner originären Aufgabe der Brandbekämpfung nachkommen und dennoch »SAUBER« arbeiten kann. Das Akronym SAUBER wird im Buch als nützliches Hilfs- und Merkmittel näher erläutert. Das Hauptaugenmerk des Roten Heftes liegt, neben der Ausbildung, genau dort wo der Dreck entsteht, nämlich an der Einsatzstelle!
Denis Starke, Berufsfeuerwehr Hannover
Bild 1: Kontaminierte PSA eines Feuerwehrmanns – Feuerwehr Hannover- (Foto: Ulrich Reinecke Photography)
Seit einigen Jahrzehnten erhärtet sich der Verdacht, dass für Feuerwehreinsatzkräfte ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Dieser Annahme steht das Problem der Bewertung eines kausalen Zusammenhangs zwischen der Brandbekämpfung und einer Krebserkrankung gegenüber. Die Überprüfung der These wird dadurch erschwert, dass zwischen einer Exposition mit krebserregenden Stoffen und dem Ausbruch bzw. der Diagnose einer Erkrankung 20 bis 50 Jahre vergehen können. Des Weiteren stellt sich auch die Frage der qualitativen Ausdifferenzierung, da mögliche andere Risikofaktoren ursächlich für eine Krebserkrankung bei Feuerwehrangehörigen sein können und somit eine nachweisbare Kausalkette noch schwieriger machen.
Merke:
Weitere Risikofaktoren, die eine Krebserkrankung begünstigen können, sind beispielsweise:
Rauchen – sowohl aktiv als auch passiv
Schichtdienst und die daraus resultierende Abweichung vom gewohnten Tag- und Nachtrhythmus (Chronodisruptions-Krebs-Theorie (Quelle: IARC, 2007))
Unregelmäßiger Schlafrhythmus (Schlafunterbrechungen)
Stress
Hohe psychische als auch physische Belastung
Dauerhafte Alarmbereitschaft
[10]Den negativen Faktoren stehen zudem auch positive gegenüber, durch die bestimmte Gefahren teilweise oder sogar ganz verdeckt bzw. unterschätzt werden können. Hierzu zählen u. a. die aus vielen epidemiologischen Studien, z. B. Wagner (2005), bekannten Phänomene wie der »Healthy – Hired – Effect« (HHE) sowie der »Healthy – Worker – Effect« (HWE). Beim HHE geht man davon aus, dass nur gesunde Menschen eine Arbeit bekommen, was durch die Anfangsselektion vor der Einstellung als Feuerwehreinsatzkraft bekräftigt wird. Bei dem HWE wird die statistische Grundlage, dass Beschäftige gesünder sind als die Gesamtbevölkerung, so ausgelegt, dass regelmäßiges Arbeiten gesund hält. Dabei ist logischerweise in der Gesamtbevölkerung auch der Anteil der Bevölkerung enthalten, der körperlich eben nicht (mehr) in der Lage ist zu arbeiten. So gesehen würden steigende Krebserkrankungen diesen irreführenden Effekt noch verstärken, da beispielsweise erkrankte Feuerwehrmitglieder aus der statistisch fitten Anzahl an Erwerbstätigen in die Anzahl der Gesamtbevölkerung mit dem krankheitsbedingten Ausstieg aus dem Beruf »überwandern«.
Im »normalen« Arbeitsumfeld – beispielsweise auf einer Baustelle – gehören Begriffe wie »Arbeitssicherheit« und »Gesundheitsschutz« längst zum Standartvokabular. Die Einhaltung diverser Richtlinien wird in der Regel strengstens überwacht. Auch bei den Feuerwehren rückt diese Thematik mehr denn je ins Blickfeld. Hierbei zeigt sich aber auch, dass das Bewusstsein für Gefahren, deren Auswirkungen sich erst im Nachhinein zeigen, noch nicht bei allen Feuerwehrangehörigen entsprechend ausgeprägt ist. Auch innerhalb der takti[11]schen Einheit kann es dabei immer wieder zu Diskrepanzen zwischen den Einsatzkräften kommen. So möchte z. B. eine Einsatzkraft nach abgeschlossener Brandbekämpfung mit kontaminierter Einsatzkleidung mit dem Löschfahrzeug zum Standort (Feuerwache/Feuerwehrhaus) zurückkehren, wohingegen eine andere Einsatzkraft (zu Recht) die Maßnahmen der Einsatzstellenhygiene für absolut erforderlich betrachtet. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine allgemeine Arbeitsanweisung, aber auch eine routinierte Umsetzung der Einsatzstellenhygiene, kurz- bis mittelfristig einzuführen ist.
Tom Costello (2017) hielt in seinem Bericht für die NBC (National Broadcasting Company) folgendes Zitat fest
»Cancer Is the Biggest Killer of America's Firefighters«
Diese Aussage machte Joseph Finn von der Bostoner Feuerwehr, weil immer mehr Kollegen mit Anfang 40, nach ca. 20 Berufsjahren an einer Krebserkrankung litten.
Auf internationaler Ebene begann man bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1927) (Guidotti, 1993) mit der Erforschung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Arbeit als Feuerwehrmann und einer möglichen Krebserkrankung.
Um die Achtziger Jahre herum wurden die Studien mit Feuerwehrangehörigen besonders in Nordamerika intensiviert. Neben der Vielzahl an Studien aus den USA und Kanada sind Studien in Australien, Neuseeland, Korea, Schweden, Finnland [12]und Holland bekannt. Insgesamt lassen sich um die 50 Studien festmachen, die mit ca. 500.000 Feuerwehrleuten durchgeführt wurden. Bei den empirischen Untersuchungen handelt es sich in der Regel um epidemiologische Studien. Das sind sogenannte Beobachtungsstudien am Menschen bei denen der Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber einem Risikofaktor (beispielsweise Brandrauch) und dem Auftreten einer Krankheit untersucht wird. Ein viel verwendetes Studiendesign in der Epidemiologie ist die Kohortenstudie. Dabei werden eine Gruppe exponierter – d. h. der Gefahr ausgesetzter (z. B. Atemschutzträger) – und eine Gruppe nicht-exponierter Personen über einen bestimmten Zeitraum hinsichtlich des Auftretens bestimmter Krankheiten oder der Sterblichkeitsrate beobachtet und miteinander verglichen. Daher lässt sich die Morbidität hinsichtlich einer Krebserkrankung nur allgemein für die Berufsgruppe ableiten, da differenzierte Studien innerhalb einer Berufsgruppe aktuell nicht vorliegen. Die Beurteilung der verschiedenen Studien verdeutlicht, dass zum Teil sehr differente, also nicht ganz eindeutige, Ergebnisse erzielt wurden.
Bild 2: Zusammenfassung von internationalen Studien über Krebserkrankungen bis 2015. SMR – standard mortality ratio, SIR – standard incidence ratio (Quelle: Jana Reuter, 2017)
Nicht zuletzt aus diesem Grund wurden drei Metaanalysen durchgeführt, die eine Vielzahl verschiedener Studien zum Gegenstand der Untersuchung machten. Die derzeit bedeutsamste Metaanalyse erfolgte von LeMasters (2006). Sie und ihr Forschungsteam prüften 32 Studien über Feuerwehrangehörige hinsichtlich Krebserkrankungen. Es wurden 21 Krebsarten untersucht und mit einem der drei möglichen Kriterien (wahrscheinlich, möglich, unwahrscheinlich) bewertet. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Feuerwehrangehörige ein wahrscheinliches Risiko für ein Multiples Myelom, Non-Hodgkin-[15]Lymphom, Prostatakrebs und Hodenkrebs, für den das höchste Risiko besteht, haben. Weitere acht Krebsarten erhielten das »Prädikat« möglich. Dieses Ergebnis bestätigte die Aussagen der Metaanalyse von Golden (1995), in der ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko für verschiedene Krebsarten nachgewiesen wurde.
Achtung:
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat durch den Privatdozent Dr. Kurt Straif die Tätigkeit als Feuerwehreinsatzkraft als möglicherweise karzinogen – also krebserzeugend – eingestuft. Die IARC ist eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).Kategorisierung der IARC (die Einstufung der Tätigkeit als Feuerwehreinsatzkraft ist fett hervorgehoben)
Gruppe 1: karzinogen für Menschen
Gruppe 2A: wahrscheinlich karzinogen
Gruppe 2B: möglicherweise karzinogen
Gruppe 3: nicht eingestuft
Gruppe 4: wahrscheinlich nicht karzinogen
Die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse in Deutschland sind noch sehr überschaubar. Eine Studie aus dem Jahr 2003 von Prof. Dr. Andreas Stang zum Hodenkrebs bei Feuerwehreinsatzkräften bestätigte eine neuseeländische Studie, dass ein Zusammenhang zwischen Brandbekämpfung und Hodenkrebs bestehen könnte.
Seit einigen Jahren beschäftigt sich der Fachbereich Feuerwehren, Hilfeleistung, Brandschutz (FB FHB) der Deutschen [16]Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) intensiver mit der Thematik. Das zu diesem Fachbereich gehörende Sachgebiet Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen startete 2016 das Projekt: »Krebsrisiko im Feuerwehrdienst«
Info:
Das Projekt »Krebsrisiko im Feuerwehrdienst« basiert auf drei Teilbereichen und involviert zwei Institute der DGUV.
Biomonitoring-Studie von Einsatzkräften bei Realbränden – Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) an der Ruhr Universität Bochum (RUB)
Möglichkeit der verpflichtenden Dokumentation in einer praxisgerechten Zentralen Expositionsdatenbank (ZED) – Institut für Arbeitsschutz (IFA)
Entwicklung von Expositionsvermeidungsstrategien im Feuerwehreinsatz
Das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) befasste sich zunächst mit der Analyse der internationalen Studien. Im Rahmen des Projektes gilt es die Frage zu klären: »Was kommt im Körper jedes einzelnen Exponierten an?« Für die Beantwortung dieser Frage wurde eine Biomonitoring-Studie gestartet, welche die individuelle Expositionssituation der Feuerwehreinsatzkräfte berücksichtigt und dabei molekular-epidemiologische Forschungsansätze verfolgt. Dabei geht es explizit um die Beantwortung der Fragestellung, ob und wenn ja, wie viele der krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) über die Haut aufgenommen werden. Dazu wird die innere und äußere dermale – die Haut betreffend – Belastung in realen Einsatzsituationen er[17]fasst. Die innere Exposition wird durch ein Kurzzeitparameter über das 1-Hydroxypyren in mehreren Urinproben bis 12 h nach dem Einsatz erfasst. Zudem wird vorab eine Blutprobe entnommen, um ggf. auch ein Langzeitparameter (Dioxine) im Blut zu erheben. Die äußere dermale Exposition wird über Baumwollunterwäsche ermittelt, welche ein Truppmitglied des 1. Angriffstrupps unter der persönlichen Schutzkleidung trägt.
Bei dem 1-Hydroxypyren handelt es sich um ein Ausscheidungszwischenprodukt, das im Urin nachgewiesen werden kann. Anhand des Referenzwertes kann der Faktor in μg/g Kreatinin Rückschlüsse auf die Belastung des Probanden durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe geben.
Der Vorteil dieser Studie beruht darauf, dass die Ergebnisse realen Einsatzsituationen zugrunde liegen. Allerdings ist die Vielfalt der Brandeinsätze und der damit einhergehenden Brandszenarien sehr hoch. Daraus folgt eine unterschiedliche Höhe der Exposition und möglicherweise diverse PAK-Belastungen. Aus diesem Grund wurden 7 Standardszenarien definiert, welche von den Probanden (Einsatzkräften) »durchlaufen« werden müssen.
Die Ergebnisse dieser Biomonitoring-Studie sollen zudem den zweiten Teilbereich des Gesamtprojekts unterstützen. Die Zentrale Expositionsdatenbank (ZED) (vgl. Kapitel 4.7) des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) soll unter Zuhilfenahme der Studienergebnisse die Datenbank feuerwehrspezifisch anpassen, um zukünftig genauere Daten hinsichtlich der gesetzlich geforderten Expositionshöhe von Feuerwehreinsatzkräften zu erheben und einzupflegen.
[18]Bezüglich des dritten Teilbereichs soll das Projekt dabei helfen, mögliche Gefahren zu erkennen, diese verantwortungsbewusst einzuordnen, um infolgedessen die präventiven Maßnahmen zu verbessern und einen optimalen Schutz für Einsatzkräfte zu erreichen.
Die Arbeit als Feuerwehreinsatzkraft erhält völlig zu Recht eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung. Es gibt kaum ein Problem, das nicht durch die Feuerwehr gelöst werden kann. Abzüglich der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren kümmern sich ca. eine Million Feuerwehrfrauen und -männer um die Durchführung der vielfältigsten Einsatzsituationen.
