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Südafrika! Schon so lange fasziniert mich das Land ganz im Süden des afrikanischen Kontinents. Das Gefühl erfahren, am untersten Punkt von Afrika zu stehen und in den Indischen oder Atlantischen Ozean zu schauen. Die Menschen dort erleben, das Essen kennen zu lernen, natürlich eine Safari zu machen und wilde Tiere zu sehen. Das Land riechen und spüren. All das ist schon lange ein Traum von mir. Dieses Jahr erfülle ich ihn zusammen mit meinem Mann. Wir fliegen hinunter ans Ende der Welt und begeben uns auf eigene Faust in Kultur und Natur von Südafrika. Das Buch ist eine ewige Erinnerung an unsere Reise im Jahr 2019
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Seitenzahl: 80
Veröffentlichungsjahr: 2019
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„Der schönste Moment im Leben eines Menschen ist der Aufbruch in fremde Länder.“
(Sir Richard Burton, britischer Afrikaforscher)
Vorwort
Februar 2019 Ankunft Kapstadt
Capetown
Cape Chicken Curry
Boulders Beach
Signal Hill
Chakalaka
Kap Agulhas
De Hoop
Bobotie
Knysna
Addo Elephant Park
Kürbis-Lamm-Bredie
Oudtshoorn
Malva Pudding
Stellenbosch
Abschied
Wie lange schon ist Südafrika ein Traumland für mich?
Ich glaube, es begann vor etwas zwanzig Jahren mit einer Dokumentation im Kino an einem Sonntagvormittag.
„Südafrika – eine Rundreise“.
Das interessierte mich, und ich war so erstaunt und beeindruckt, dass Afrika nicht nur Wüste, Sand und große Hitze ist, sondern eine unglaublich Vielfalt bieten kann. All diese Vielfalt wird in Südafrika vereint:
Dort gibt es hoch entwickelte Städte, viel Natur, die berühmten „Big Five“ - Elefant, Löwe, Gepard, Büffel, Nashorn - und noch viele Tiere mehr auf einer abenteuerlichen Safari. Außerdem stößt Südafrika an zwei Ozeane.
Das afrikanische Volk scheint mir schon immer sehr lebensfroh, bunt und herzlich. Vielleicht durch deren fröhliche und auch melancholische Musik, durch die Trommeln und den Gesang, die das Herz berühren. Vielleicht durch die Einfachheit, an die Afrika mich erinnern lässt. Vielleicht ist es die endlose Weite mit diesen unglaublich vielen Tieren, den Farben und den angeblich schönsten Sonnenuntergängen der Welt…
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass mich Afrika aus irgendeinem Grund schon immer magisch angezogen hat, und dass ich jetzt mit meinem Mann zusammen eine Reise dorthin antreten werde. Ich will Afrika spüren und riechen, ich will so viel wie möglich sehen und erfahren. Es ist wie eine Sehnsucht danach, obwohl ich das Land nicht kenne…
Noch nicht!
Wir haben uns selbständig eine Rundreise zusammen-gestellt, werden mit einem Mietwagen unterwegs sein und beginnen in Kapstadt.
Ich halte es kaum noch aus auf meinem Sitz im Flugzeug. Nach etlichen Stunden Flug mit Zwischenstopp in Katar sehen wir endlich südafrikanische Erde unter uns. Es scheint sehr bergig zu sein hier. Wir fliegen Kapstadt von Nord-Osten her an.
Karg, ja, unglaublich zerklüftet, dazwischen, in den Tälern könnten Flüsse sein, denn hier sieht man immer wieder Felder, einen Ort, dann wieder Berge, Felsen, und außer dem dunkelgrünen Buschwerk sind alle möglichen Brauntöne vorherrschend.
Es ist noch Sommer in Südafrika, deswegen werden diese scheinbaren Flüsse im Moment ausgetrocknet sein. Vom Flugzeug aus schillert nichts. Kein Blaues Leuchten, kein Grün eines Flusses oder eines Sees.
Unglaublich, wie sich hier Berge auftürmen! Nach oben hin spitz zulaufend, zackig, dann wieder wie ein rechteckiger Felsblock senkrecht abfallend, geschichtete Felsen, die sich wie in Terrassen in die Höhe schieben.
Beeindruckende Landschaft!
Angestrengt schaue ich aus dem Fenster, um so viel wie möglich aufzusaugen von den ersten Eindrücken dieses Landes. Wie lange hatte ich darauf gewartet! Südafrika!
Es läuft mir kalt den Rücken hinunter vor Spannung und Sehnsucht. Obwohl ich noch nie hier war, am Ende der Welt, strahlt Südafrika für mich etwas unglaublich Imposantes und Kraftvolles aus. Jetzt kann ich es selbst erleben und spüren!
Es ist ziemlich diesig, so dass ich das Meer nicht ausmachen kann. Doch bald müssten wir da sein.
Ich weiß von vielen Bildern und Fotos, dass der Anflug auf Kapstadt schon mal umwerfend eindrucksvoll sein kann, wenn man das passende Wetter mit guter Sicht erwischt, und das Flugzeug über die Stadt hinweg in einem großen Bogen auf den Flughafen zusteuert. Dann kann man einen gigantischen Rundumblick über die gesamte Stadt genießen.
Nun ja, der Vormittag heute scheint für ein Rundum-Panorama nicht so geeignet zu sein, nichts desto trotz kann ich jetzt schon das Meer erkennen. Mit großen schaumigen weißen Wellen rauscht es an den Strand vor der Stadt.
Kapstadt!
Meine Güte, wir sind gleich da! Es treibt mir die Tränen in die Augen, auch vor Ehrfurcht und vor Dankbarkeit, dieses Land sehen zu können. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass wir jetzt ganz unten am Ende von Afrika angekommen sind. Immer wieder habe ich den Globus vor Augen, und jetzt bin ich so nah an der Antarktis wie noch nie.
Noch eine Kurve und wir steuern direkt schon die Landebahn an. Jetzt kann man deutlich die Häuser erkennen Doch da bekomme ich einen Schreck. Das erste, was mir in Kapstadt deutlich vor Augen geführt wird, sind die scheinbar endlosen Townships. Eine ganze Weile fliegen wir darüber hinweg, weil genau daran anschließend der Flughafen beginnt.
Es schockiert mich wirklich, weil ich nicht geahnt hatte, dass so eine große Fläche mit einfachsten Holz- oder Blechhütten der Wohnraum von so vielen Afrikanern sein muss. Die Straßen sind größtenteils nicht asphaltiert. Die Hütten wurden aus allem möglichen Material zusammengeflickt, meistens mit Holzbrettern, Blech und Steinen. Auch mit Plastiktüten und Baumwolltüchern. Wie hier die Wasser-, bzw. Stromversorgung ist, möchte ich mir gar nicht ausmalen.
Angeblich gibt es verschiedene Arten von Townships. Von den Wohnsiedlungen aus einfachsten Baracken und Bretterbuden mit einer sehr spärlichen Infrastruktur, über etwas wohlhabendere Viertel mit betonierten Reihenhäusern, einigen Läden und auch Kneipen.
Das war ein kurzer aber prägender erster Eindruck bei der Landung in Kapstadt und ernüchtert mein Gesamtvorstellungsbild.
Der Flughafen ist klein und übersichtlich. Nach der Passkontrolle suchen wir unsere Autovermietung, laden unsere Koffer in den Mietwagen und los geht’s.
Linksverkehr!
Zum Glück haben wir eine automatische Gangschaltung gewählt, denn allein mit Lenkrad und Blinker auf der „falschen“ Seite zurecht zu kommen ist schon eine knifflige Sache. Sich dann noch in einen fließenden Verkehr zu wagen, eine andere. Und außerdem noch den richtigen Weg nach Kapstadt rein und zu unserem Hotel, erfordert gleich mal richtig viel Konzentration. Das Ganze dann noch mit Schlafmangel getoppt.
Doch es klappt verhältnismäßig gut. Mein Mann schlägt sich tapfer, und außer den Zwiespalt mit Scheibenwischer oder Blinker, passen wir uns richtig gut an den Verkehr an.
Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, dass wir wirklich hier sind! Wie oft habe ich Kapstadt auf der Karte angeschaut, unsere Route geplant und die berühmte Frontansicht von Kapstadt auf Bildern angeschaut. Jetzt versuche ich während unserer Fahrt die bekannten Fixpunkte zu erkennen. Wo ist der Tafelberg? Die 12 Apostel, Signal Hill, und wie sie alle heißen?
Nach meinem ersten Empfinden wirkt die Landschaft hier auffallend grün, trotz des angeblichen Wassermangels. Aber von drastischen Wasser-Einsparmaßnahmen hat man dieses Jahr auch gar nicht so viel gehört. In manchen Sommern mussten die Südafrikaner ja mit Wasser sparen, wo es nur ging, weil es zu wenig regnete.
Unser Hotel liegt ziemlich zentral, aber inmitten einer Fußgängerzone.
Ob wir wohl von hinten ranfahren müssen, und gleich in die Garage fahren können? Ganz klar ist es uns nicht, wie wir mit dem Auto direkt an das Hotel herankommen sollen.
Nach einigem Hin- und Herfahren entdecken wir, dass wir als Hotelgäste einfach die Fußgängerzone durchqueren dürfen.
Manchmal sucht man so angestrengt eine Lösung, dass man sie direkt vor den Augen nicht erkennt…
Jetzt sind wir richtig! Ziel erreicht!
Unser Auto wird vom Personal in die Garage gefahren.
Super! Hier sind wir gleich mitten im Geschehen! Das Hotel steht zwischen hohen Häusern mit Geschäften und Büros, Cafés und Snackbars. Auf der Straße sind viele Stände aufgebaut mit afrikanischem Schmuck, Taschen, Holzfiguren, Bildern und Krimskrams. Eindeutig für die Touristen aufgebaut! Auch wenn es vielleicht für die erfahrenen Afrikabesucher als Kitsch bezeichnet wird, kann ich mich nicht erstmal nicht sattsehen an den Kunstwerken, den Tüchern und Kleidern, den bunten Farben und dem afrikanischen Flair.
Die Atmosphäre gefällt mir auf Anhieb. Es ist bunt, laut und fröhlich. Irgendjemand spielt Gitarre. Dazu hört man die typisch afrikanische Trommel und eine kräftige, tiefe und warme Stimme singt melancholische Lieder.
Die Afrikaner geizen wirklich nicht mit Farben. Egal ob Anzug, sportlicher Dress oder die afrikanischen langen Gewänder: jeder bietet bunte Akzente.
Jetzt aber erstmal ankommen!
Nachdem unser Gepäck aufs Zimmer gebracht wurde, wollen wir sofort losziehen und uns ein bisschen umschauen.
Aus dem kühlen Deutschland kommend, werden wir von der plötzlichen Wärme ziemlich erschlagen. Deswegen entledigen wir uns erstmal unserer Winterkleidung. Sogar den Pulli können wir im Zimmer lassen, und stürzen uns anschließend ins afrikanische Treiben.
Mittlerweile ist es Nachmittag, aber Jetlag gibt es ja nicht. Der zeitliche Unterschied beträgt mit der deutschen Winterzeit nur eine Stunde.
Es ist sehr befreiend und noch etwas ungewohnt, einfach im T-Shirt loszuziehen. Und wieder fasziniert es uns, wie verhältnismäßig einfach es ist, in einen Flieger zu steigen und an das andere Ende der Welt zu fliegen. Eigentlich unglaublich! Auf jeden Fall sind wir im Sommer gelandet…
Das Leben spielt sich hier auch auf der Straße ab, und so laufen wir der Nase nach, lassen uns berauschen vom afrikanischen Flair und den tausenden von Eindrücken.
Eigentlich hatte ich einen Spaziergang zur Waterfront vor, dem Einkaufs- und Vergnügungsviertel von Kapstadt, aber irgendwie finden wir uns mit den Straßen, vielleicht auch mit den Entfernungen, nicht ganz zurecht. Wir landen im Frachthafen, oder so etwas Ähnlichem. Die Straßen und Wege führen teilweise in private Gebiete, oder enden an einer Marina.
Etwas erschöpft von der Hitze, der langen Reise und unserer Überschätzung, entschließen wir uns, Waterfront auf den nächsten Tag zu verschieben. Wir schaffen sowieso nicht mehr viel heute.
Also kehren wir wieder um und laufen zurück in Richtung der Fußgängerzone. Wir wollen eine nette Kneipe suchen und etwas trinken.
Die „Longstreet“ ist eine sehr zentrale und lange Straße, in der es Kneipe an Kneipe gibt. Von ihr aus abzweigend findet man genauso nette Sträßchen, an denen sich Bars, Cafés und Restaurants befinden.
Wir treffen auf einen etwas größeren Platz an einer Kirche. Hier sind wieder viele Stände mit Kunsthandwerk, Kleidern und auch Obst und Gemüse aufgebaut.
