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Perlen im Atlantik - Madeira Eine weitere Reise führte mich und meinen Mann zur Winterzeit in die Sonne nach Madeira. Nach unserem ersten Aufenthalt hatten wir diese wunderschöne Insel so lieb gewonnen, dass wir sie in den folgenden Jahren noch öfters besuchten. Madeira ist einzigartig von seiner Ausstrahlung, der Landschaft und den Menschen. Noch ist die Insel touristisch nicht zu überlaufen, so dass sie mit ihrem ursprünglichen Charme fasziniert. Ein kleines Paradies im großen Ozean. Diese Begeisterung möchte ich in dem Buch ausdrücken. Für alle Sinne soll etwas dabei sein, um den Duft von Madeira wahrzunehmen und zu spüren. Dies ist eine kleine Fotoreise um und durch die Insel zu einigen Orten, Begebenheiten und den Besonderheiten. Nach "Sonne am Vulkan - Sizilien" und "Endlich Afrika - Südafrika" soll das Buch "Perlen im Atlantik - Madeira" die dritte Hommage an ein weiteres wunderschönes Fleckchen Erde sein.
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Seitenzahl: 72
Veröffentlichungsjahr: 2020
„Verstohlen lugten die ersten Strahlen der aufgehenden Oktobersonne über den Atlantik, während im Norden die Felseninsel Madeira im geheimnisvollen Licht ihre Farbe änderte, von einem gespenstischen Grau zu lebendigem Grün.
In einer Bucht im Süden lag, weiß im Morgenleuchten, die Stadt Funchal, vor der sich, wie ein hoher Wachposten, ein großer Fels in den Himmel reckte, gekrönt mit einem Fort, das an den Turm in einem Schachspiel erinnerte.“
Winston Churchill
Erster Blick auf Madeira
Funchal
Caniço
Camara de Lobos
Curral das Freiras
Ribeira Brava
Rabaçal, Risco Wasserfall
Pico do Areiro
Jardim do Mar
Porto Moniz
Santana
Ribeiro Frio
Faial
Porto da Cruz
Caniçal
Ponta de São Lourenço
Porto Santo
Santa Cruz
Santo António da Serra
Camacha
Einer Legende nach bemerkte der Heilige Silvestre in der letzten Nacht des Jahres, dass sich die Jungfrau Maria weinend vom Himmel aus über den Ozean beugte, und sich ihre Tränen ins Meer ergossen.
Er eilte zu ihr hin, und die Heilige Jungfrau erzählte ihm schluchzend den Grund ihrer Trauer:
so sehnsüchtig erinnere sie sich an die wunderschöne Insel
Arguim, die Gott als Strafe für deren lasterhaft, dekadent und grausam gewordenen Bewohner im Ozean versenkt hatte.
Marias Tränen strömten ihr über die Wange, während sie zu Silvestre sprach, und ihm erzählte, dass Arguim aus Gold und Edelsteinen bestanden habe, und das wahre Atlantis symbolisiert hatte.
Silvestre lauschte gebannt und erschüttert, als er auf einmal bemerkte, dass Marias Tränen gar keine Tränen waren, sondern lauter Perlen, die im Mondlicht funkelten.
Eine dieser Perlen fiel auf die Stelle im Meer, an der Atlantis untergegangen war.
Genau in diesem Moment, als die Perle das Meer berührte, stieg an demselben Punkt die Insel Madeira empor.
Deswegen wird Madeira als „Perle des Atlantiks“ bezeichnet!
Die älteren Bewohner Madeiras erzählen, dass früher, immer in der Silvesternacht, am Himmel ein funkelndes Licht am Himmel erschien, und die Luft mit atemberaubendem Duft erfüllt war.
Das Ereignis verschwand leider im Laufe der Jahre.
Aus diesem Grunde feiern die Bewohner Madeiras in jeder Silvesternacht die Auferstehung der Insel mit einem beeindruckenden und funkelnden Feuerwerk.
So oder so ähnlich könnte Madeira entstanden sein.
Auf jeden Fall nimmt man in dieser Legende die Verehrung und die Liebe der Madeirer für ihre Insel wahr.
Und wer tatsächlich eines Tages als Reisender nach Madeira kommen sollte: man spürt sie wirklich!
Schon der Anflug auf den Funchal-Airport, oder auch seit Neuestem „Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo“ genannt, ist etwas ganz Besonderes. Für meinen Mann und mich auf jeden Fall. Wir hatten schönes Flugwetter, der Wind kam - wie meistens auf der Insel - von Nordosten.
Deswegen flogen wir die ganze Südküste entlang, um dann nach einer schlanken Wende die Landebahn in östliche Richtung und gegen den Wind anzusteuern.
Insofern bekommt man gleich mal als Einstand einen hübschen Überblick über einen großen Teil der Insel.
Nicht zu übersehen: Funchal, die Hauptstadt Madeiras mit ihrem großen Hafen, in dem meistens ein bis zwei große Kreuzfahrtschiffe liegen. Ein idyllischer Anlaufpunkt auch für sie - mitten im großen Atlantik!
Funchal, aber auch die anderen Ortschaften passen sich den landschaftlichen Begebenheiten perfekt an. Von der Küste aus steigt die Insel nämlich gleich recht steil hinauf in die Berge.
Es fällt auf, dass Madeira gerade deswegen rundherum fast nur an der Küste besiedelt ist. Das Landesinnere besteht im Prinzip aus einer zerklüfteten, teilweise sehr dicht bewaldeten und bergigen Lavalandschaft mit einigen wenigen Bergdörfern.
Vor Millionen von Jahren entstand Madeira als Insel aus einer Reihe von Vulkanausbrüchen, die sich in mehreren Phasen an einem unterseeischen Plateau abspielten. Vom Meeresboden aus häuften die Vulkanausbrüche immer mehr Masse auf, bis sie aus dem Meer hinausragen konnte. Madeira als Insel ist nur das oberste Viertel der gesamten Vulkanlandschaft an dieser Stelle im Atlantischen Ozean.
Die entstandenen Krater kann man heute nur sehr schwer ausmachen, dafür findet man am Gestein, vor allem an manchen abgebrochenen Felsen, Gänge und Schlote von damaligen Ausbrüchen.
Malerisch, wild und bizarr wirken die Felsen, in denen alle möglichen Gesteinsschichten miteinander verbacken wurden.
Anhand von Holzkohle, die man im Gestein gefunden hat, konnte man berechnen, dass die letzten Vulkanausbrüche auf Madeira vor ca. 6450 Jahren stattfanden. Deswegen würde man Madeira als relativ sicher bezeichnen was vulkanische Ausbrüche angeht.
Ausschließen kann man eine Vulkanaktivität natürlich nie ganz.
Madeira steigt auf relativ kleiner Fläche ziemlich schnell an, so dass man in kurzer Zeit um die 1800 Höhenmeter erreichen kann.
Hier fühlt man sich wir im Mittelgebirge.
Deswegen ist es nicht ganz verwunderlich, dass man hier auf der Insel von der höchsten Steilküste Europas über den Atlantik schauen kann.
Ich denke, dass diese Form der Insellandschaft mit das Faszinierende an Madeira ist.
Unser wunderschöner, reizvoller und fruchtbarer Bergkegel fällt unter der Wasseroberfläche noch ca. 4 Kilometer in die Tiefe ab.
Eine schwer zu fassende aber beeindruckende Vorstellung!
Das Klima auf Madeira wird als gemäßigt-subtropisch bezeichnet.
Wegen des Passatwindes, der eigentlich immer über die Insel zieht und etwas Feuchtigkeit mitbringt, regnet es vor allem in den Bergen ausreichend bei milden und fast gleichbleibenden Temperaturen.
Selbst nachts sinken die Temperaturen an der Küste das Jahr über nie unter 13°C.
Zum Wandern sind das natürlich die idealsten Voraussetzungen, da man höchstens im Winter mit etwas mehr Regen rechnen muss.
Genauso gute Voraussetzungen hat natürlich die Vegetation auf der Insel. Durch das mineralhaltige Vulkangestein, ausreichender Bewässerung und den subtropischen Bedingungen, könnte man hier sicher alles anpflanzen. Allerdings steht der Landwirtschaft aufgrund der felsigen Berge nur sehr wenig Fläche zur Verfügung.
Im Jahre 1351 wurde die Insel mitten im Atlantik das erste Mal auf einer Karte genannt. Damals allerdings unter dem italienischen Namen „Isola di Legname“ - Holzinsel.
Zu dieser Zeit muss Madeira völlig bewaldet gewesen sein. Und zwar hauptsächlich mit verschieden Arten von Lorbeerbäumen und Wachholder.
Etwa 70 Jahre später wurde Madeira von den Portugiesen „wiederentdeckt“.
João Gonçalves Zarco, ein portugiesischer Seefahrer, landete 1418 auf Porto Santo und bei seiner folgenden Fahrt um schließlich auf Madeira. Ab dann begann die Ansiedlung auf der Insel.
Sie behielten zwar die Idee des Namens - allerdings dann auf Portugiesisch: Madeira bedeutet „Holz“.
Ziemlich schnell merkten die Portugiesen, dass die fruchtbare Erde optimale Bedingungen schafft, um jede Menge Zuckerrohr-Plantagen zu bewirtschaften.
Zucker und Rum als wirtschaftliche Goldgrube… Madeirischer Zucker wurde nach ganz Europa geliefert, und bescherte der kleinen Insel einen mächtigen Aufschwung.
Es war Christoph Columbus, der den Zucker Ende des 15. Jhr. bis nach Amerika brachte.
Leider sieht man heute nicht mehr viel von Zuckerrohr, der Boden wurde durch die Dauerbeanspruchung ausgelaugt, und damit versiegte dieser Wirtschaftszweig nach und nach.
In Porto da Cruz wird die Tradition noch auf begrenztem Gebiet weiter geführt, und Zuckerrohr zu Rum verarbeitet.
Hier sollte man unbedingt vor Ort eine Rum-Probe versuchen. Die ganz edlen Tropfen lagern schon seit Jahrzehnten im Fass.
Um in diesem zerklüfteten, gebirgigen Gelände überhaupt ein Minimum an Landwirtschaft betreiben zu können, mussten sich die Madeirer etwas einfallen lassen.
So errichteten sie eine ganze Menge Wasserkanäle, die durch die unwegsame Berglandschaft führen, damit Wasser vom regenreicheren Norden in den Süden geleitet werden konnte.
Bis heute werden diese Levadas als Bewässerungssystem genutzt.
Seitdem der Zuckerrohranbau immer mehr stagnierte, und Zucker sogar importiert werden musste, wurden keine weiteren Levadas mehr gebaut.
Entlang der Wasserrinnen gibt es die berühmten „Levada-Wanderungen“, die teilweise sogar auf der Rinne, oder auf einem Pfad direkt daneben verlaufen und uns Wanderern die Möglichkeit bieten, mitten in das wilde und recht unberührte Gelände der Insel zu gelangen.
Im 17. Jhr. versuchten die Bewohner dann ihr Glück mit dem Anbau von Wein, den sie im Tausch gegen Zuckerrohr von Kreta, Sizilien und Zypern mitbrachten.
Durch die geschickten Hände der Weinbauern und natürlich mithilfe der optimalen klimatischen Verhältnisse florierte bald das Weingeschäft und verhalf Madeira zu neuem wirtschaftlichem Aufschwung.
Zu dieser Zeit entdeckten immer mehr Engländer die Insel Madeira auf deren Handelsrouten in die weite Welt.
Auch James Cook und Charles Darwin verweilten einige Zeit auf der Insel, und selbst Napoleon schipperte über Madeira auf seinem Weg ins Exil.
Irgendwann, viel später, überfiel allerdings eine Reblaus-Plage die Weinstöcke. Somit reduzierte sich der Weinanbau drastisch.
Aufgrund dessen wanderten viele Menschen sogar von der Insel ab.
Im 19. Jhr. wurde das milde Klima Madeiras für an Tuberkulose erkrankte Menschen empfohlen. So hatten viele Patienten aus dem kalt-feuchten Europa die Möglichkeit und das Glück, auf der wunderschönen Insel die Wärme und die heilende Seeluft zu genesen.
Als zunehmend der Tourismus die Insel erreichte, und Menschen aus aller Welt das grüne Juwel des Atlantiks als Idyll entdeckten, blühte Madeiras Wirtschaft wieder auf.
