Sonne über dem Vulkan - Anke Hoppe - E-Book

Sonne über dem Vulkan E-Book

Anke Hoppe

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Beschreibung

Sonne über dem Vulkan - die sizilianische Sonne über dem Vulkan Ätna. Unsere Reise an Pfingsten im Jahr 2019 begann alles andere als sonnig. Dennoch strahlt diese Insel eine allumfassende Wärme aus. Das Land, die Menschen, und vor allem ihre Eigenheiten, ihr Stolz und ihre Herzlichkeit haben uns in den zwei Wochen nachhaltig beeindruckt. Mit meinem Mann habe ich einen Teil von Sizilien bereist und intensive Eindrücke vom Leben der Sizilianer bekommen. Der Charme der Vergangenheit und die unübersehbaren Gegensätze heute erschrecken und faszinieren gleichzeitig. Dieses Buch ist ein kleiner Dank an einen unvergesslichen und wunderschönen Urlaub auf Sizilien.

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Seitenzahl: 77

Veröffentlichungsjahr: 2019

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„Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem“

( J. W. v. Goethe)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Ankunft Catania

Palermo

Piadina

Cefalú

Monte Pellegrino

Ombrina palermitana (oder siciliana / eolico)

Aspra und Bagheria

Granita di Limone

Capo Zafferano

Taormina

Ätna

Caponata

Pasta alla Norma

Porticello

Abschied

Pasta con finocchio, pesto e gamberetti

Vorwort

Schon immer machte man sich Gedanken darüber, wie und warum ein ganz normaler Berg Feuer speien kann und mit glühenden Steinen Menschen und Städte verwüstet.

Die alten Römer zum Beispiel glaubten, dass Vulcanus - der Gott des Feuers und der Metallarbeiter - seine Schmiede unter dem Ätna-Berg bewahrte und dass dies die Ursache der Eruptionen war.

Er hatte unter anderem die Aufgabe, für die Götter und Halbgötter Wunderwaffen zu schmieden.

Auch wenn sein Name etwas anderes vermuten lässt, galt er nicht nur als kluger Erfinder und begabter Handwerker, sondern auch als äußerst friedliebend. Er wurde als Beschützer vor Feuersbrunst verehrt.

Dennoch war er nun mal der Gott des zerstörerischen Elementes Feuer, so dass man den Tempel für ihn immer außerhalb der Stadt erbaute.

Auch in der griechischen Mythologie finden wir Erklärungen über die Ausbrüche des Ätna:

Gaia - die Göttin der Erde - war wütend auf Zeus, der einige ihrer Kinder im Kampf besiegt und getötet hatte.

Sie lies sich mit Tartaros, dem Totengott, ein und bekam einen Sohn: Typhon, ein hässliches Ungeheuer mit hundert Drachenköpfen, Flügeln und Schlangen anstelle von Beinen.

Mit den Köpfen konnte er die Sprachen von Göttern und Tieren verstehen und sprechen.

Typhon sollte seine Mutter rächen und Zeus im Kampf schlagen.

Trotz seiner unzähligen Schlangenarme und starken Flügel gelang es Zeus schließlich dennoch, nach einem erbitterten Kampf Typhon zu besiegen. Als dieser nach Sizilien flüchtete, warf ihm Zeus den Vulkan Ätna hinterher.

Typhon liegt bis heute unter dem Ätna begraben und gibt seiner Wut über die Gefangenschaft durch Eruptionen aus Feuer, Asche und Steinen Ausdruck.

Das Buch:

Sonne über dem Vulkan

Die sizilianische Sonne über dem Vulkan Ätna. Unsere Reise an Pfingsten im Jahr 2019 begann alles andere als sonnig.

Dennoch strahlt diese Insel eine allumfassende Wärme aus.

Das Land selbst, aber vor allem die Menschen mit ihrer offenen Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude.

Mit meinem Mann habe ich für zwei Wochen einen Teil von Sizilien bereist und intensive Eindrücke vom Leben der Sizilianer bekommen.

Der Charme der Vergangenheit und die unübersehbaren Gegensätze heute erschrecken und faszinieren gleichzeitig.

Dieses Buch ist ein kleiner Dank an einen unvergesslichen und wunderschönen Urlaub auf Sizilien

„Gott war Sizilianer - bevor der Teufel die ‚ehrenwerte Gesellschaft‘ schuf“

(Unbekannt, aus Sizilien)

Ankunft Catania

Mai 2019:

das Flugzeug beginnt zu sinken. Der Blick durch das runde Fenster bietet nur eine homogen graue Wolkenmasse. Man sieht absolut nichts. Dabei bin ich doch so gespannt, den Anflug auf die Insel mit zu verfolgen.

Nun steuern wir im scheinbaren Blindflug auf Insel und die ungefähre Lage des Flughafens zu.

Ich stelle mir den Piloten vor, der es sich wahrscheinlich auch sparen kann, vorne aus dem Fenster zu sehen. Auf Sicht zu fliegen funktioniert im Moment nicht.

Im Gegensatz zu mir wird er es nicht besonders aufregend finden, ins Nichts zu fliegen. Das hoffe ich zumindest… Er wird sich auf seine Instrumente verlassen und Infos vom sizilianischen Bodenpersonal bekommen.

Naja, der Vulkan Ätna ist immerhin über 3300 m hoch. Der könnte uns… nein, quatsch, wird er nicht!

Während ich suchend in das flackernde wolkendichte Grau hinaus schaue, immer mit suchendem Blick nach Konturen der Küste, stelle ich fest, dass diese Situation einen wirklich spannenden Film liefern kann:

Irrflug im Nebel! Aus irgendeinem Grund - es könnte ein seltsames magnetisches Feld sein, das sich um den Vulkan aufbaut - fallen die technischen Geräte des Flugzeugs aus. Der Pilot, der auf dem Flughafen von Catania landen will, verliert die Orientierung. Die Sicht ist gleich Null, die Nadel des Höhenmessers rotiert verwirrt zwischen 0 und 12000 m. Alle Zeiger spielen verrückt, und vom Tower ist über Funk nur noch ein Rauschen zu hören. Irgendwo da draußen steht der Ätna! Bloß wo? Wie tief sind sie schon? Sollten sie steigen, um nicht eventuell am Berg zu zerschellen? Oder fliegen sie gerade Richtung Meer und die Sicht könnte aufklaren? Der Pilot muss entscheiden. Plötzlich erscheint eine rote Feuersäule am Seitenfenster des Piloten. Der Vulkan sprüht zischend heißes Gestein aus seinem Innern.

Glühende Lava regnet auf das Flugzeug. Der Pilot zieht das Steuer hart nach oben. Was für ein spektakuläres Szenario! Flucht durch Feuer und Asche….

Natürlich geht alles gut aus.

Zurück zur Realität: unter der Wolkendecke lassen sich endlich Häuser, der Strand und das Meer ausmachen. Dann sind wir durch! Und plötzlich wird die Sicht klarer. Die letzten 600 Höhenmeter fliegen wir über die Insel hinweg, drehen noch eine Runde über das Meer, um dann von der entgegengesetzten Seite her die Landebahn in Catania anzusteuern.

Aufgeregtes Kribbeln in meinen Füßen vor Erwartung, endlich auf Sizilien anzukommen! Mein Mann und ich freuen uns auf zwei Wochen Urlaub in einem Ferienhaus nahe der Hauptstadt Palermo.

Nachher werden wir unseren vorbestellten Mietwagen abholen und mitten über die Insel in Richtung Westen nach Palermo fahren, etwas Proviant einkaufen und dann unser neues Zuhause aufsuchen.

Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug atmen wir Meeresluft ein. Es ist nicht so warm und nicht so sonnig, wie wir uns die Ankunft auf der Insel eigentlich vorgestellt hatten, aber laut Wetterbericht soll es in den nächsten Tagen sonniger und italienisch warm werden.

Wir haben Hunger und entscheiden erst einmal eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir uns in die Warteschlange beim Autoverleih einreihen. Der Flughafen ist voller Reisenden mit noch mehr Koffern. Hier treffen sich Menschen die ankommen, Menschen die abfliegen, Menschen, die warten und komplett alle Sitzgelegenheiten belegen.

Da uns das Getümmel etwas zu heftig ist, und wir sowieso keinen einzigen freien Stuhl ausfindig machen können, entscheiden wir uns, zwei Stockwerke weiter oben in einer altbewährten amerikanischen Fastfoodkette ein ganz „unitalienisches“ Essen zu uns zu nehmen.

Hightech-Bestellung per Computer!

Das geht hier alles am eigenen Bildschirm. Wir brauchen eine ganze Weile, das System zu durchschauen, suchen uns ein Menü aus, bei dem man noch diverse Soßen und Beilagen dazu- oder wegbuchen oder auch ändern könnte.

Dann gehen wir mit einer Nummer zur Theke, im Vertrauen, dass wir das System einigermaßen verstanden haben. Wird alles per Visa abgebucht. Ok, dann haben wir das auch mal gemacht. Kommt sogar alles nach Wunsch… System kapiert! Wir atmen erstmal durch und lachen ob der ersten quirligen italienischen Eindrücke hier am Flughafen.

Etwa eine Stunde später nehmen wir unser Auto in Empfang und düsen los. Als wir aus Catania raus sind, fängt das Urlaubsgefühl richtig an!

Ich bin schon gleich mal begeistert von der Landschaft. In dem mediterranen Klima wachsen hier Kakteen, Oleander, Bougainvillea, gelber Ginster und natürlich Zitronen, Orangen und diverse andere Palmen und Sträucher.

Soviel auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick entdecke ich aus dem Beifahrerfenster den Vulkan Ätna. Er steckt auch etwas in den Wolken, ist aber unverwechselbar.

Oh, wie majestätisch!

Ganz oben scheint tatsächlich noch Schnee zu liegen, der anscheinend unbeeindruckt von den kleinen aber heißen Ausbrüchen, die zurzeit dort stattfinden, noch liegen bleibt.

Im Winter benutzt man den Vulkan tatsächlich als Skigebiet.

Das muss ein spannendes Gefühl sein, auf einem Vulkan Ski zu fahren. Und das in Südeuropa!

Aber der Berg weist nun mal stattliche 3300 Meter auf. Die exakte Höhe variiert natürlich. Je nach Ausbrüchen setzt er Masse zu oder verliert einen Teil.

So ein Vulkan hat schon irgendwie eine besondere Ausstrahlung. Geheimnisvoll, bedrohlich und überraschend.

Dennoch interessant und magisch anziehend. Er zeigt sich mächtig und zerstörerisch aber gleichzeitig auch sehr fruchtbar.

Bei uns in Deutschland benutzt man Vulkanerde als eine Art Dünger. Sie beinhaltet wertvolle Mineralien.

Wenn man über Vulkanerde Informationen einholt, wird man erstaunt sein, in welchen Bereichen sie überall verwendet wird.

Vulkanerde wird in der Naturheilkunde, zur Reinigung von Wasser, zur Verbesserung der Bodenqualität sowie in der Landwirtschaft verwendet. Ebenso ist Vulkanerde in der Industrie und in den technischen Bereichen der Raumfahrt zu finden. Vulkanerde kann in Zahncreme, in Bodylotion, Gesichtsmasken und zur Haarpflege genutzt werden.

Also ist ein Vulkan durchaus nicht nur zerstörerisch.

Die Autobahn ist relativ leer. Die Strecke ist recht einfach zu finden: bis zum Meer im Norden und dann nach Westen an der Küste entlang. Wir sind ungefähr drei Stunden unterwegs in einer hügeligen und auch bergigen Landschaft. Sie ist grüner und üppiger als ich es mir vorgestellt hatte.

Die Fahrt durch das Inselinnere erweist sich als wild romantisch, aber auch als eine wenig besiedelte, einsame Gegend. Da gibt es nicht viele Ortschaften, geschweige denn Raststätten oder Tankstellen. Für uns im Moment kein Problem. Wir haben einen vollen Tank, und so weit ist unsere Etappe dann auch nicht.

Ich bin überrascht von den schönen Landschaftsformen.