Entfessle deinen Unternehmergeist - Bernd Trappmaier - E-Book

Entfessle deinen Unternehmergeist E-Book

Bernd Trappmaier

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Beschreibung

Viele Entrepreneure starten in das Abenteuer Unternehmertum, ohne genügend dafür gerüstet und darauf vorbereitet zu sein. Diese Lücke schließt das Buch von Bernd Trappmaier - es gibt Unternehmern eine Strategie und einen Plan an die Hand, mit denen sie langfristig erfolgreich und auch glücklich sein können.
Außerdem ist das Buch ein Aufruf zur Entfesselung des Potenzials, das im eigenen Unternehmen des Lesers schlummert. Es ist ein Manifest für alle, die den wahren Zweck ihres Unternehmertums erkennen und ihre Vision in die Realität umsetzen wollen.
Der Autor liefert praktische Anleitungen und Geschichten, die die Leser inspirieren sollen, den Status quo ihres Unternehmens in Frage zu stellen und neue Wege zu beschreiten. Sie werden dabei durch die verschiedenen Phasen des Unternehmenslebenszyklus geführt, von der Entwicklung einer persönlichen Lebensvision über die Unternehmensgründung bis zur Umsetzung innovativer Geschäftsstrategien.
Das Buch ist geschrieben für Gründer, Selbständige und etablierte Unternehmer, die die Leidenschaft in ihrem Leben wieder entfachen wollen. Es bietet eine Roadmap, um die eigene Unternehmerreise bewusst zu gestalten und die eigenen Träume (endlich) zu verwirklichen.
Es ist somit ein idealer Wegbegleiter für diejenigen, die bereit sind, ihre persönliche und unternehmerische Komfortzone zu verlassen, sich ihren Ängsten zu stellen und ihr eigenes Schicksal zu formen.

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Seitenzahl: 271

Veröffentlichungsjahr: 2024

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© 2024 Wiley-VCH GmbH, Boschstraße 12, 69469 Weinheim, GermanyAlle Rechte, insbesondere die der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – durch Photokopie, Mikroverfilmung oder irgendein anderes Verfahren – reproduziert oder in eine von Maschinen, insbesondere von Datenverarbeitungsmaschinen, verwendbare Sprache übertragen oder übersetzt werden. Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige gesetzlich geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche markiert sind.

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

Print ISBN: 978-3-527-51183-9ePub ISBN: 978-3-527-84719-8

Umschlaggestaltung: Susan BauerCoverbild: Adobe stockphoto-graf 259217772, colorful rainbow holi paint color powder explosion

Dieses Buch richtet sich an visionäre Gründer, Unternehmer und Selbstständige, die den Wunsch haben, das Potenzial ihres Unternehmens voll auszuschöpfen. Es ermutigt dazu, das eigene Unternehmen als ein Instrument der persönlichen Erfüllung und Selbstverwirklichung zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titelblatt

Impressum

Widmung

Inhalt

Vorwort von Hermann Scherer

Einleitung

Alles okay, oder?

First things first …

Die Bedeutung deiner persönlichen Lebensvision für dich als Unternehmer

Träume, Visionen, Ziele, Pläne

Das Unternehmen hat die Aufgabe, die Lebensvision des Unternehmers zu erfüllen

1 Die Sehnsucht nach Veränderung

Warum Unternehmen gegründet werden

Herausforderungen und Unzufriedenheit

2 Das Erwachen der Vision

Das Abenteuer Unternehmertum: die Schaffung eines erfolgreichen Unternehmens

Unternehmermindset und die unternehmerische Vision

Schritte zur Umsetzung der Vision

Am Unternehmen arbeiten

3 Im Angesicht des Zweifels

Ängste, Zweifel und Widerstände

Umgang mit Selbstzweifeln und der Herausforderung der Komfortzone

Strategien zur Überwindung von Hindernissen und zur Stärkung des Selbstvertrauens

4 Im Feuer der Leidenschaft

Werte und eine starke Identität für den Unternehmer und das Unternehmen

Herausarbeitung des »Warum« des Unternehmers

5 Das Erwachen einer größeren Bestimmung

Eine klare Mission für dein Unternehmen

Bedürfnisse, nicht Produkte

Notiz

6 Die Schatten des Scheiterns

Mühle auf – Mühle zu

Warum Unternehmen scheitern

Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen und zur Umwandlung von Misserfolgen in Lektionen

7 Das Banner der Einzigartigkeit

Positionierung – ein Rennen für Nonkonformisten

Kunden, Lieblingskunden und Zielgruppen

Einzigartig: dein USP.

Weltmarktführer – und doch unbekannt

Marketing und Vertrieb

8 Die Suche nach den loyalsten Mitstreitern

Eine starke Unternehmenskultur

Gewinnung, Entwicklung und Bindung talentierter Mitarbeiter

Warum du in Bewerbungsgesprächen diskriminieren musst

Von null auf eins

Dein erster Mitarbeiter

Effektive Mitarbeiterführung

9 Versuchungen und Ablenkungen

Versuchungen und Ablenkungen auf dem Weg zum Erfolg

Entwicklung von Disziplin und Selbstkontrolle

Priorisierung und Fokussierung auf die wesentlichen Aufgaben

10 Skalierung und Unternehmenserfolg

Die Herausforderungen und Chancen bei der Skalierung eines Unternehmens

Strategien zur Expansion, Marktdurchdringung und Erweiterung deines Unternehmens

11 Die Zerreißprobe: Die Krise im Unternehmen

Das Eintreten der Krise

Die Krise als Chance zur Transformation und Verbesserung

Umgang mit der Krise und Entwicklung einer neuen Strategie

12 Die Schatzkammer des Wohlstands

Grundlagen der Unternehmensfinanzen und finanziellen Planung

Die Bedeutung der persönlichen finanziellen Stabilität und Unabhängigkeit für dich als Unternehmer

Strategien zur Sicherung der finanziellen Freiheit und zur Bewältigung von finanziellen Herausforderungen

13 Das Erwachen der Legende

Die Bedeutung des Unternehmens und seines Beitrages zur Gesellschaft

Die Verantwortung und das Potenzial für positive Veränderungen

14 Das Erbe der unsterblichen Geschichte

Unternehmensnachfolge und Schaffung eines nachhaltigen Vermächtnisses

Planung für den Übergang und die langfristige Wirkung des Unternehmens

15 Die Reise geht weiter

Zusammenfassung der Hauptlektionen und Kernbotschaften

Setze deine Reise fort und verwirkliche deine Vision

Unternehmertum kann so einfach sein

Literaturempfehlungen

Stichwortverzeichnis

End User License Agreement

Orientierungspunkte

Cover Page

Titelblatt

Impressum

Widmung

Vorwort von Hermann Scherer

Einleitung

Inhaltsverzeichnis

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Literaturempfehlungen

Stichwortverzeichnis

End User License Agreement

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Vorwort von Hermann Scherer

Liebe Leserin, lieber Leser,

In einer Welt, die vor Informationsflut und Komplexität nur so strotzt, wird das Prinzip der Sichtbarkeit zur heiligen Gralssuche des modernen Unternehmers. Doch wie oft verlieren sich Talente im Dickicht der Belanglosigkeit, verborgen vor den Augen jener, die ihre Brillanz erkennen und schätzen würden? In Entfessle deinen Unternehmergeist ergründet Bernd Trappmaier nicht nur die Kunst der Positionierung, sondern die Wissenschaft des Wahrgenommenwerdens – und somit den Kern dessen, was es bedeutet, ein Leuchtfeuer in der Wirtschaftswelt zu sein.

Das Buch ist eine Karte des unternehmerischen Terrains, gezeichnet mit der Tinte der Erfahrung und des Mutes. Hier werden die Leser nicht nur dazu inspiriert, ihre Geschichten zu erzählen, sondern auch dazu, sie so zu gestalten, dass sie aus dem Chor der Mittelmäßigkeit herausragen. Bernd Trappmaier öffnet die Augen für den Wert der Einzigartigkeit – und das in einer Zeit, in der Austauschbarkeit zum neuen Normal geworden zu sein scheint.

Die Reise, die Sie als Leser antreten werden, ist episch – eine Heldenreise, die Homer würdig wäre. Es ist eine Reise durch die Sehnsucht nach Veränderung, die Herausforderungen des Unternehmertums, die Feuer der Leidenschaft und die Schatten des Scheiterns. Es ist eine Reise, auf der Sie lernen werden, wie Sie Ihr Unternehmen nicht nur gründen, sondern auch so positionieren, dass es Ihre tiefsten Visionen widerspiegelt und Ihnen hilft, diese zu verwirklichen.

Bernd Trappmaier selbst, mit zwanzig Jahren an der Front des Unternehmertums, ist ein Beleg dafür, dass der Pfad der Sichtbarkeit und Positionierung kein bloßes Konzept ist, sondern eine begehbare Straße zum Erfolg. Seine persönlichen Geschichten und die Geschichten anderer, die diesen Weg bereits gegangen sind, dienen als Wegweiser und Inspiration.

Das Unternehmertum, wie Bernd Trappmaier es versteht, ist ein beständiges Streben nach Exzellenz. Seine Vision ist es, Unternehmern zu zeigen, dass sie nicht nur ihre Geschäfte, sondern auch ihre persönlichen Legenden formen – und dabei eine Spur hinterlassen, die weit über Bilanzen und Geschäftsberichte hinausgeht.

In jedem Kapitel, von der »Krise im Unternehmen« bis hin zur »Schatzkammer des Wohlstands«, werden Sie aufgefordert, sich selbst und Ihr Unternehmen nicht nur zu betrachten, sondern neu zu erfinden – zu skizzieren, zu positionieren und letztendlich zu entfesseln. Sie werden entdecken, dass Ihr Unternehmen mehr ist als ein Geschäft; es ist ein lebendiger Organismus, der mit der richtigen Pflege und Strategie in der Lage ist, nicht nur zu überleben, sondern zu gedeihen.

Dieses Buch ist Ihr Leitfaden zu einer neuen Art des Unternehmertums – ein Unternehmertum, das in einer Welt des Wandels verwurzelt ist und sich doch über die Gegebenheiten erhebt. Ein Unternehmertum, das erkennt, dass Sichtbarkeit und Positionierung die Schlüssel sind, mit denen Sie die Türen zu neuen Möglichkeiten aufschließen können.

Ich lade Sie ein, sich von Entfessle deinen Unternehmergeist inspirieren zu lassen. Lassen Sie es zu Ihrem Nordstern werden und nutzen Sie es, um das volle Potenzial Ihres unternehmerischen Spirits zu entfesseln und zu leuchten.

In diesem Sinne: Auf zur Heldenreise!

Ihr Hermann Scherer

Einleitung

Unternehmertum ist mehr als nur der Aufbau eines erfolgreichen Geschäfts – es ist eine Lebenseinstellung, die den Mut erfordert, Grenzen zu überschreiten und seine eigenen Träume zu verwirklichen. In diesem Buch stelle ich die These auf, dass Unternehmen die einzige Aufgabe haben, die Wünsche des Unternehmers zu erfüllen.

Dieses Buch ist ein Aufruf zur Entfesselung des Potenzials, das in deinem Unternehmen schlummert. Es ist ein Manifest für alle, die den wahren Zweck ihres Unternehmertums erkennen und ihre Vision in die Realität umsetzen wollen.

Ich gebe dir praktische Anleitungen und Geschichten, um dich zu inspirieren, den Status quo deines Unternehmens in Frage zu stellen und neue Wege zu beschreiten. Ich werde dich durch die verschiedenen Phasen des Unternehmenslebenszyklus führen, von der Entwicklung einer persönlichen Lebensvision über die Unternehmensgründung bis zur Umsetzung innovativer Geschäftsstrategien.

Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern eine Quelle der Inspiration für Gründer, Selbstständige und etablierte Unternehmer, die die Leidenschaft in ihrem Leben wieder entfachen wollen. Es bietet eine Roadmap, um die eigene Unternehmerreise bewusst zu gestalten und die eigenen Träume zu verwirklichen.

Die meisten Unternehmen werden nicht geplant gegründet. Damit meine ich, dass der Unternehmer bei der Gründung keinen Plan hatte, sondern einen Wunsch. Den Wunsch, ja, die Sehnsucht nach Freiheit. Freiheit hauptsächlich von einem Chef, der ihm vorschrieb, was er wann, wo und wie zu tun hatte.

Dabei sind Unternehmensgründer häufig gute Fachkräfte. Irgendwann keimt in ihnen der Gedanke, ein Unternehmen wie das, für das sie arbeiten, auch selbst gründen und führen zu können. Und so starten Unternehmer in das Abenteuer Unternehmertum. Ein Abenteuer, für das sie nicht gerüstet sind, weil sie keine Ausbildung zum Unternehmer haben (die gibt es ja auch nicht). Ein Abenteuer, zu dem sie keinen Plan haben.

Die meisten Unternehmer sind auf einer Heldenreise. Sie haben den Ruf zum Abenteuer gehört und die alte Welt verlassen. Das Problem ist, dass ihnen auf ihrer Heldenreise essenzielle Bestandteile fehlen, die daraus ein wahres Epos machen können: Sie haben keinen Mentor, keine Gefährten und keine »magischen Waffen«. So sehen sie sich dann oft ohne Rüstung, ohne Vorbereitung und ohne Hilfe den Problemen ausgesetzt. Auf der Suche nach dem Schatz des Unternehmertums haben sie keine Chance, den »Drachen« zu besiegen.

Diese Lücke will das vorliegende Buch überwinden. Es soll dem Leser neben der Darstellung der Ausgangsproblematik (der von Michael E. Gerber so genannte »unternehmerische Anfall«) eine Strategie und einen Plan an die Hand geben. So ist das Buch Mentor, Gefährte und Zauberschwert in einem.

Jedes erfolgreiche Unternehmen wird von einem Menschen gegründet, der Ziele für sein Leben hat. Genau um die Entwicklung der Unternehmerpersönlichkeit geht es in diesem Buch.

Jedes Unternehmen hat die (einzige!) Aufgabe, den Unternehmer dabei zu unterstützen, seine Lebensvision zu verwirklichen. Vor diesem Hintergrund muss jeder Unternehmer sein Unternehmen so aufbauen, dass es von ihm unabhängig ist. Wenn du dir das zu Herzen nimmst, dann weißt du im Grunde genommen schon, was es für dich bedeutet, am Unternehmen zu arbeiten. Ich wünsche dir dabei viel Spaß und Erfolg.

Alles okay, oder?

Ich gehe nicht gern zum Arzt. Na ja … ich bin ja auch ein Mann. Wenn ich zum Arzt gehe, dann fehlt mir nachher immer irgendwas. Also zugegeben. Natürlich fehlt es mir schon vorher. Aber nachher weiß ich, was mir fehlt. Und das will ich eigentlich gar nicht wissen.

Komischer Anfang für ein Buch über Unternehmertum. Eigentlich will ich ja gar nicht über mich schreiben. Vielmehr geht es mir um die vielen Unternehmer da draußen, die sich täglich weit unter ihrem Wert schlagen. Mir ging es da übrigens genauso.

Also noch einmal zurück. Ich gehe nicht gern zum Arzt. Daher weiß ich auch nicht, wie sich ein Burnout anfühlt. Oder ankündigt. Weil – ich war ja nicht beim Arzt. Schon gar nicht wegen eines Burnouts. Ist das überhaupt eine Krankheit?

Aber, wenn man irgendwie mitbekommen kann, dass da jetzt ein Burnout im Anmarsch ist, dann vielleicht so.

Ich bin Rechtsanwalt. Damals hatte ich vier Mitarbeiter. Und das Ganze begann, mir über den Kopf zu wachsen. Man muss zum Verständnis dazu sagen, dass ich möglicherweise einen kleinen Hang zum Perfektionismus habe. Aber hallo? Ist das jetzt vielleicht schlecht? Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass ich da nichts für kann. Ich wurde so ausgebildet. Den Perfektionismus bekommen wir doch alle schon in der Schule antrainiert. In einem Aufsatz von 1.000 Wörtern dürfen maximal drei Fehler sein. Oder so.

Und dann die Universität. Da habe ich gelernt, wie man die Dinge richtig macht. Juristisches Recherchieren. Juristisches Lesen. Gesetze auslegen, subsumieren. Juristische Texte verfassen. Keine Sorge, ich höre schon auf, sonst schläfst du ja schon auf der ersten Seite ein.

Ja, ich habe gelernt, die Dinge richtig zu tun. Und zwar wirklich gut. Aber ich habe nicht gelernt, die richtigen Dinge zu tun. Das steht nämlich auf keinem Lehrplan. Da wird nämlich vorausgesetzt, dass die Dinge, die unterrichtet werden, schon die richtigen Dinge sein werden. Also kümmern wir uns nicht darum.

Dann kam die Ausbildung als Rechtsanwaltsanwärter in einer Rechtsanwaltskanzlei. Wieder die Dinge richtig tun. Was die richtigen Dinge sind, entscheidet der Chef. Der war mein Role Model als Unternehmer. Ich war deshalb so von ihm beeindruckt, weil er die Kanzlei ganz allein aus dem Nichts zu 20 Mitarbeitern hochgebracht hatte. Da hatte er schon einiges richtig gemacht. Was das war, wusste ich damals zwar noch nicht. Deshalb habe ich dann als selbstständiger Rechtsanwalt sicherheitshalber einfach alles so gemacht wie er.

Und dazu gehörte, dass Rechtsanwaltsanwärter oder Konzipienten, wie wir sie auch nennen, alle Briefe, Faxe (E-Mails gab‘s damals noch nicht), Schriftsätze und Vertragsentwürfe dem Chef zur Durchsicht und Genehmigung vorlegten. Da spielten wir oft tagelang Ping-Pong: erster Entwurf vorgelegt; vom Chef zurück (keine Erklärungen, nur ein paar rote – ja genau – Striche und Anmerkungen, mit denen ich nichts anzufangen wusste); irgendwas verändert und wieder vorgelegt; wieder Anmerkungen vom Chef. Beim dritten Mal dann mit persönlicher Erklärung und dem Vorwurf, warum ich mich so dumm anstelle, wenn das alles doch so einfach ist. Vierter Entwurf. Jetzt kam das Finetuning. Fünfter Entwurf. Mit Glück hat der Chef den dann unterschrieben. Meistens nicht, weil er jetzt so viel besser war als der erste, sondern weil der Mandant schon Druck gemacht hat, wann er den Schriftsatz denn jetzt endlich bekommt.

So war das damals. Und ja, ich dachte, das muss eben so sein. Was habe ich gemacht, als ich selbstständiger Rechtsanwalt war und selbst einen Konzipienten hatte? Alles falsch! Ich wurde nämlich genau darauf nicht vorbereitet. Darauf, Menschen zu führen.

Ich heuerte also ich einen Konzipienten an. Ich gab ihm einen Schriftsatz zu schreiben. Und setzte mich selbst an meinen eigenen Schreibtisch, um meine eigene Arbeit fortzusetzen. Seltsamerweise passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Der Konzipient legte mir den Entwurf seines Schriftsatzes vor. Was sollte ich jetzt machen? Ich entschied mich dafür, Zeit zu gewinnen: Ich gab meinem Konzipienten eine zweite Aufgabe. Er sollte einen weiteren Schriftsatz verfassen.

Endlich war ich frei, so zu arbeiten, wie ich wollte. Ich konnte mich um meine eigenen Dinge kümmern. Und die Dinge, um die ich mich nicht kümmern wollte, die machte mein Konzipient. Und legte sie auf einen Stapel, der schon ein bedrohliches Ausmaß annahm.

Dann passierte etwas Eigenartiges. Ich war mit meiner Arbeit fertig. Das war neu. Dann sah ich den Stapel der Entwürfe meines Konzipienten. Ich griff mir den obersten Entwurf vom Stapel. Ein furchtbares Machwerk. Bis ich ihm erklärt hätte, was er da alles falsch gemacht hatte und wie es richtig ginge, könnte ich es am besten gleich selbst machen. Und da ich sowieso gerade nichts anderes zu tun hatte, vernichtete ich den Entwurf meines Konzipienten und fing selbst von vorne an. Nur um mir selbst zu bestätigen, was ich ohnehin bereits wusste: Keiner kann es so gut wie ich.

Was ich nicht wusste, war, dass mein Konzipient in seinem Zimmer an seinem Schreibtisch saß und nichts machte. Nichts! Warum? Weil ich seine Arbeit machte.

Und so kam ich immer früher in die Kanzlei, verkürzte meine Mittagspause bis auf fünf Minuten und ging abends immer später nach Hause. Komisch nur, dass mein Konzipient eine 38-Stunden-Woche und eine völlig ausgeglichene Work-Life-Balance hatte, um die ich ihn schon ein bisschen beneidete.

Und dann, eines Tages, ich saß gerade im Zug nach Wien zu einer Besprechung mit einem Mandanten, beschlich mich dieses Gefühl. Ich muss gleich sagen, dass es kein schönes Gefühl war. Obwohl draußen die Sonne schien, wurde es plötzlich finster. Mein Kopf raste. Ich begann zu schwitzen (der Zug war klimatisiert). Mir wurde schwindlig. Ich schaute aus dem Fenster. Wir fuhren an einem Golfplatz vorbei. Menschen hatten hier Spaß. Ich schaute andere Menschen im Zug an. Sie unterhielten sich fröhlich. Mir wurde schlecht.

Und dann begann ich zu analysieren, was da gerade passierte. Kann so ein Burnout anfangen? Ich weiß es bis heute nicht. Wie gesagt, ich gehe nicht gerne zum Arzt. Aber ich bin doch jung (zumindest fühlte ich mich so), ich bin sportlich (war ich, als ich nicht jeden Tag vierzehn Stunden arbeitete), ich bin ein Mann (sehr blödes Argument). Solche Menschen kriegen keinen Burnout. Ich jedenfalls sicher nicht. Das Burnout-Syndrom wurde doch nur von den Gewerkschaften erfunden, weil sie mit ihren Forderungen nach mehr Freizeit abblitzten – so dachte ich.

Aber was, wenn es doch mich traf?

Mein Zug blieb stehen. Und ich stieg aus. Ich wusste nicht, wo ich war. Ich war definitiv nicht in Wien. Dort wollte ich auf einmal aber auch gar nicht mehr hin. Ich wollte nach Hause. Nicht in die Kanzlei (obwohl ich diese in letzter Zeit öfter als mein Zuhause bezeichnete). Ich wechselte den Bahnsteig. Wartete auf den nächsten Zug, stieg ein und fuhr wieder zurück. Nach einer halben Stunde konnte ich in der Kanzlei anrufen. Ich bat meine Sekretärin, alle Termine für die nächsten zwei Wochen zu verschieben. Ich hatte nie gedacht, dass das so einfach ginge. Aber es war kein Problem.

First things first …

… and all other things not at all.

Diese Aussage stammt von der Managementlegende Peter Drucker. Er meint damit, dass effektive Führungskräfte die wichtigsten Dinge zuerst erledigen sollen und alle anderen Dinge gar nicht.

Aber was sind denn eigentlich die wichtigsten Dinge, die wir zuerst machen sollen? Ich will hier nicht auf das Zeitmanagement eingehen. Mir geht es hier ja um das Thema Unternehmensaufbau. Und bezogen auf den Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens ist das Wichtigste der Unternehmer selbst.

Jedes Unternehmen beginnt beim Unternehmer.

Und das Unternehmen hat ja auch nur einen einzigen Zweck. Nämlich dem Unternehmer dabei zu helfen, den Traum seines Lebens, seine Lebensvision, zu verwirklichen. Damit ist schon klar, dass du dich beim Aufbau deines Unternehmens, oder wenn du schon ein Unternehmen hast, dann bei der Ausgestaltung, primär um dich selbst und deine Lebensvision kümmerst. Wenn du nicht weißt, was du willst in deinem Leben, wenn du keine Ziele und keinen Entwurf für dein Leben hast, wie soll dein Unternehmen dich dann dabei unterstützen können, dir deine Wünsche zu erfüllen?

Deshalb ist es mir so wichtig, dass alle Unternehmer zuerst bei sich selbst anfangen.

Ein Weg, sich mit sich selbst zu beschäftigen, seine eigene Persönlichkeit, ja, auch seine Unternehmerpersönlichkeit zu entwickeln, sind Morgenroutinen. Von erfolgreichen Unternehmern wissen wir, dass sie spezielle Morgenroutinen haben. Du wirst jetzt vielleicht sagen, was hat das denn mit dem Aufbau oder der Führung eines Unternehmens zu tun? Sehr viel sogar.

Gehen wir einmal von der folgenden These aus: Wie du in den Tag startest, kann viel Einfluss darauf haben, wie der Rest deines Tages verläuft. Das leuchtet eigentlich sofort ein. Wenn ich negativ in den Tag starte und mir schon beim Aufstehen (vielleicht sogar schon davor) überlege, welche Probleme heute auf mich warten, dann wird diese negative Einstellung mich bei allen Entscheidungen begleiten, die ich heute treffe. Und dann werde ich diese Entscheidungen wahrscheinlich anders treffen, als wenn ich eine positive Einstellung habe und erwarte, dass mein Tag erfolgreich wird.

Also, was machst du morgens nach dem Aufstehen? Du kannst natürlich einfach aufstehen, dich anziehen und in dein Unternehmen fahren. Wenn du dann ankommst, strömen sofort die Aufträge von Kunden in Form von E-Mails und Telefonaten auf dich ein. Mitarbeiter brauchen etwas von dir. Du bist den ganzen Tag in einem reaktiven Modus. Der erste Moment, in dem du einmal durchschnaufen kannst, ist, wenn die Mitarbeiter sich in den Feierabend verabschieden. Dann kannst du dich um deine eigenen Prioritäten kümmern, wenn du dir bis dahin überhaupt welche gesetzt hast. Und wenn du dafür nicht schon zu müde bist.

Oder vielleicht ist auch dein Feierabend reaktiv, weil jetzt deine Familie mit ihren Wünschen auf dich wartet. Dann liegst du abends im Bett und hast das Gefühl, nichts geschafft zu haben und im Leben nicht weiterzukommen. Vor allem nicht in die Richtung des Sinns deines Lebens, wenn du überhaupt jemals genug Zeit dafür hast, dir darüber Gedanken zu machen.

Kommt dir das bekannt vor?

Aber wie sieht eine Morgenroutine von erfolgreichen Unternehmern aus? Erfolgreiche Unternehmer führen ihr Leben selbstbestimmt. Und nicht fremdbestimmt. Gelingt das immer? Natürlich nicht. Aber einen Versuch ist es wert. Und zwar jeden einzelnen Tag. Wenn es dir gelingt, nur einen Tag pro Woche selbstbestimmt an deinen Zielen zu arbeiten, statt auf Ziele anderer zu reagieren, dann sind das zweiundfünfzig Tage im Jahr, an denen du für dich und für deine Ziele gearbeitet hast. In dieser Zeit kannst du enorm viel bewegen. Und wenn du merkst, wie dich das persönlich und auch dein Unternehmen voranbringt, dann wirst du dir wahrscheinlich einen zweiten Tag in der Woche freikämpfen, um ihn selbstbestimmt zu leben.

Ich bin überzeugt, dass du dein Leben so führen kannst, wie du es dir vorstellst. Natürlich gibt es immer Anrufe und E-Mails von Kunden. Es gibt immer Mitarbeiter, die etwas von dir brauchen. Und natürlich willst du Zeit mit der Familie verbringen. Aber du bestimmst, wann du was machst. Dann bist du nicht reaktiv, sondern proaktiv.

Kommen wir zurück zu unserer These. Wie du in den Tag startest, hat viel Einfluss darauf, wie der Rest deines Tages verläuft. Wenn das stimmt – und ich bin überzeugt davon –, dann bedeutet das ja auch: Wie du jeden Tag beginnst, entscheidet darüber, wie dein Leben verläuft. Du hast jeden Tag die Wahl, wie du deinen Tag beginnen möchtest. Du kannst entscheiden, was du tust. Natürlich folgen aus deinen Entscheidungen Konsequenzen. Das ist nun einmal so. Aber es sind deine Entscheidungen und die Konsequenzen hast du dir ausgesucht. Viele von uns sind sich nicht klar darüber, dass ihr Leben die Summe ihrer früheren Entscheidungen ist.

Nimm dir jeden Morgen zuerst einmal dreißig bis sechzig Minuten Zeit für dich. Wenn du nicht alleine lebst, kann das schon einmal heißen, dass du vielleicht eine Stunde früher aufstehst als deine Mitbewohner. Ja, ich weiß, das ist ein Opfer. Aber ein Opfer, das du bewusst erbringst, weil du weißt, dass du damit dein Leben massiv verbesserst.

Gönn dir nach dem Aufstehen erst einmal zehn Minuten Stille. Du kannst in dieser Zeit meditieren. Meditieren ist überhaupt etwas, das viele erfolgreiche Unternehmer oft mehrmals am Tag machen. Auch und gerade, wenn es bei mir einmal besonders stressig ist und alle gleichzeitig etwas von mir haben wollen, dann nehme ich mir diese zehn Minuten Zeit und meditiere. Ich verliere damit nicht etwa diese zehn Minuten. Nein, ich gewinne damit wieder Fokus und kann nachher wesentlich zielgerichteter weiterarbeiten. Vor allem kann ich nach dieser kurzen Auszeit meinen Fokus wieder neu einstellen. Ich kann mich fragen, ob das, was ich vor zehn Minuten noch für besonders dringend gehalten habe, auch wirklich wichtig ist. Ob es mich meinen Zielen näherbringt. Oder ob nur jemand anderes von mir will, dass ich seinen Zielen hinterherlaufe. Das ist übrigens in den meisten Fällen so.

Vielleicht kommt es dir komisch vor, gleich nach dem Schlafen zu meditieren. Du könntest jetzt sagen: Ich habe ja gerade ohnehin mehrere Stunden geschlafen. Wieso soll ich jetzt meditieren? Weil es nicht dasselbe ist.

Während des Schlafs laufen Regenerationsprozesse im Gehirn ab. Eindrücke, die dein Gehirn im Wachzustand gesammelt hat, werden im Schlaf verarbeitet. Das ist wichtig, damit dein Gehirn nach dem Schlafen wieder neue Eindrücke aufnehmen kann. Durch die Ausschüttung von Wachstumshormonen regeneriert der Körper. Die Immunabwehr wird gestärkt. Die Energiespeicher werden aufgefüllt und neue Proteine werden gebildet.

Daher bin ich ein großer Freund von ausreichend Schlaf. Übrigens nicht nur in der Nacht, sondern, wenn es geht, gerne auch mittags.

Ein Mittagsschlaf, oder auch »Power Nap«, hat sich als vorteilhaft für die Produktivität und das Wohlbefinden der Mitarbeiter erwiesen. Studien haben gezeigt, dass ein kurzes Nickerchen während des Tages die Aufmerksamkeit, die kognitive Leistung und die Stimmung verbessern kann.

Einige große Unternehmen haben die Vorteile eines Mittagsschlafs erkannt und bieten ihren Mitarbeitern spezielle Räume oder Ruhezonen an. Google hat dafür eigene »Nap Pods« – spezielle Kapseln, in denen Mitarbeiter ihr Nickerchen machen können. Aber auch Nike, Apple und viele andere ermöglichen es ihren Mitarbeitern, sich auszuruhen und ein Nickerchen zu machen.

In anderen Kulturen ist der Mittagsschlaf sowieso schon seit Langem fest verankert. Denke zum Beispiel an die Siesta in Spanien. Auch in Japan und China gelten schlafende Mitarbeiter deswegen noch lange nicht als faul.

Wie sieht es bei dir aus? Hältst du Mittagsschlaf und dürfen sich deine Mitarbeiter jeden Tag für 30 Minuten zum Schlafen zurückziehen?

Meditation hat aber einen anderen Zweck als zu schlafen. Bei der Meditation versuchst du, deinen Geist freizumachen. Dich auf das Sein, auf das Hier und Jetzt zu fokussieren.

Die Bedeutung deiner persönlichen Lebensvision für dich als Unternehmer

Weißt du, was du willst?

Dein Unternehmen ist einzig und allein dazu da, dir zu dienen. Es soll dir helfen, deine Lebensvision zu erreichen. Vielfach erlebe ich aber, dass Menschen gar keine Vision für ihr Leben haben. Das ist im Allgemeinen kein großes Problem. Das muss auch nicht sein. Jeder kann mit und aus seinem Leben machen, was er will. Im Minimum müssen wir regelmäßig ein- und ausatmen, schlafen und ab und zu trinken und essen. Wer dann noch will, darf sich fortpflanzen und damit unserer Rasse und dem Genpool etwas Gutes tun.

Vielen genügt das dann aber doch nicht. Und sie fragen sich nach dem Sinn ihres Lebens. Nach ihrem Warum.

So jemand ist Simon Sinek. Er hat in einem sehr guten TED-Talk gezeigt, wie großartige Führungspersönlichkeiten zu Handlungen inspirieren. In diesem TED-Talk erklärt er, dass er herausgefunden hat, dass es einen – wie er ihn nennt – »goldenen Kreis« gibt, der eigentlich aus drei konzentrischen Kreisen besteht. Die äußerste Schicht davon ist die Frage nach dem »Was«. Was macht ein Mensch oder ein Unternehmen? Das wissen Unternehmen in der Regel. Die mittlere Schicht ist die Frage nach dem »Wie«. Wie machen wir das, was wir machen? Das sollten Unternehmen auch wissen – möchte man meinen.

Der innere Kreis aber ist die Frage nach dem »Warum«. Warum tun wir überhaupt, was wir tun? Und warum sollte das für irgendjemand wichtig sein? Die Frage nach dem Warum stellen sich nach Simon Sinek nur großartige Führungspersönlichkeiten.

Und in der Kommunikation der Leistungen des Unternehmens gegenüber dem Markt gehen »normale« Unternehmen und großartige Unternehmen nach Simon Sinek jeweils genau den umgekehrten Weg. Normale Unternehmen kommunizieren von außen nach innen (Was-Wie-Warum). Großartige Unternehmen kommunizieren von innen nach außen (Warum-Wie-Was).

Der TED-Talk war ein Riesenerfolg. Er ist heute noch unter den Top 10 der am meisten angeklickten Reden. Das hat Simon Sinek dann veranlasst, ein Buch zu schreiben. Dieses trägt den Titel: Frage immer erst Warum.

Danach suchten alle Menschen nach ihrem Warum. Warum tue ich, was immer ich tue? Warum stehe ich morgens auf? Wofür bin ich auf dieser Welt angetreten? Was ist meine große Leidenschaft in meinem Leben? Warum bin ich auf diesem Planeten (einmal abgesehen von der biologischen Erklärung, dass meine Eltern etwas für den Bestand der Menschheit tun wollten)? Wie kann ich den Planten retten oder zumindest besser hinterlassen, als ich ihn vorgefunden habe? Welchen Fußabdruck, welches Vermächtnis möchte ich hinterlassen?

Große Fragen. Für sehr viele Menschen einfach zu groß. Weil ihre Antworten darauf in ihren Augen zu klein waren. Nicht jedes Leben ist ein Vermächtnis wert. Nicht jeder hinterlassene Fußabdruck hält länger als ein paar Jahre, wenn überhaupt.

Also schrieb Simon Sinek ein weiteres Buch mit dem Titel Finde dein Warum. Endlich, riefen seine Jünger. Und lesen dann, wie man es anstellt, sein »Warum« zu finden. Dazu musst du dir die Geschichten deines Lebens erzählen oder am besten einem Interviewer. Und der soll Fragen stellen, was das Besondere an diesen Geschichten war. Und dann findet man einen roten Faden im eigenen Leben.

Ich bin mir da nicht so sicher. Was ich erlebe, ist, dass viele, die sich auf die Suche nach ihrem Warum begeben, ein ähnliches Schicksal erleiden wie Odysseus, als er von Troja zurück nach Ithaka reist.

Odysseus war ein griechischer Kämpfer im Trojanischen Krieg. Nach Ende des Krieges reiste er mit seinen Gefährten wieder zurück in seine Heimat Ithaka. Obwohl diese Strecke nur ungefähr 500 Kilometer lang ist, brauchte Odysseus für seine Heimreise nach der Odyssee, dem nach Odysseus benannten Heldenepos Homers, zehn Jahre. Dabei verirrte er sich so oft, dass er in diesen zehn Jahren angeblich über 4.000 Kilometer zurücklegte. Eine ähnliche Irrfahrt erleben viele Unternehmer, die von gut meinenden Beratern (wie Simon Sinek) auf die Reise nach ihrem Warum geschickt werden.

Tatsächlich glauben die meisten, ihr Warum muss die Geschichte verändern. Wenn man schon so viel Zeit und Energie in die Suche nach dem Warum steckt, dann muss am Ende etwas Großes, Heldenhaftes herauskommen. Endlich werde ich dann wissen, wofür ich bestimmt bin. Was der Sinn meines Lebens ist.

Und damit überfordern sich die meisten. Es tut mir an dieser Stelle leid, das so zu sagen, aber du bestehst hauptsächlich aus Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. So wie andere Lebewesen und Organismen auch. Genetisch teilst du dir 98 Prozent des Erbguts mit einem Schimpansen. Selbst mit einer Banane teilst du dir noch 50 Prozent des Erbgutes. Und die hat sogar um 14 000 Gene mehr als wir Menschen.

Also, komm runter. Lass es einfacher angehen. Das ist dann auch viel entspannter. Suche nicht ein gewaltiges Warum in dir. Starte klein und verlange von dir nicht zu viel auf einmal. Aber bleibe nicht klein. Dein Warum darf wachsen, darf größer werden.

Viel wichtiger ist für mich etwas, das ich die persönliche Lebensvision oder den persönlichen Lebensentwurf nenne. Und dafür musst du nicht in deiner tiefsten und dunkelsten Vergangenheit graben. Stell dir stattdessen einfach deine Beerdigung vor. Wer soll da sein? Was sollen die Anwesenden über dich sagen? Und dann kannst du dir überlegen, ob sie das jetzt auch schon über dich sagen würden. Und wenn nicht, weißt du, wohin du dich entwickeln musst.

Es gibt da einen wunderbaren Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman mit dem Titel Das Beste kommt zum Schluss