Entlang des Glan - Rüdiger Schneider - E-Book

Entlang des Glan E-Book

Rüdiger Schneider

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Beschreibung

Eine Pilgerreise entlang des Flusses Glan zum Disibodenberg. Auf den Höhenzügen und im Tal geht es zu Fuß durch eine zauberhafte Landschaft zum Disibodenberg bei Odernheim am Glan. Hier lebte Hildegard von Bingen etwa 40 Jahre im Benediktinerkloster. Hier begann ihr Wirken. Und auch heute noch ist dort der faszinierende Kosmos mittelalterlicher Religiosität spürbar. Das Buch ist auch eine Zeitreise in Annäherung an den irischen Wandermönch Disibod, der im frühen Mittelalter am Disibodenberg das Fundament legte für einen der bedeutendsten sakralen Orte Deutschlands.

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Seitenzahl: 45

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Alle Angaben in diesem Pilgerführer wurden sorgfältig zusammengestellt und waren korrekt zum Zeitpunkt der Recherche. Eine Garantie für den Inhalt wie z.B. die immer währende Richtigkeit von Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Wegmarkierungen, kann naturgemäß nicht übernommen werden. Sollten Sie Unstimmigkeiten entdecken oder Vorschläge zur Verbesserung haben, schreiben Sie mir bitte ([email protected]). Die Benutzung des Pilgerführers geschieht auf eigenes Risiko. Eine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden wird nicht übernommen.

I Lauterecken – Meisenheim (Pfälzer Höhenweg)

II Meisenheim – Obermoschel (Pfälzer Höhenweg)

III Obermoschel – Odernheim am Glan

V Varianten

Inhalt

Vorwort

Disibod – Gründungsvater, Missionar und irischer Wandermönch

Hildegard von Bingen - Neue Blütezeit des Disibodenberges

Zum Weg

Etappe I – Weite Horizonte: Von Lauterecken nach Meisenheim

Etappe II – Über die Höhenrücken der Nordpfalz: Von Meisenheim nach Obermoschel

Etappe III – Wälder und Höhen: Von Obermoschel nach Odernheim

Bezaubernder Ausblick auf den Disibodenberg: Variante über Duchroth

Im Tal den Glan entlang: Variante von Meisenheim über Rehborn zum Disibodenberg

Heilkraft der Natur: Exkursion auf einem Kräuterweg bei Abtweiler

Anhang:

Anreise

Verkehrsverbindungen

Wanderkarte

Unterkünfte

Öffnungszeiten

Literatur

Zeittafel

Vorwort

Es muss nicht immer der große Aufbruch sein nach Santiago de Compostela, auf dem Jakobsweg also. Warum nicht einmal an einem Wochenende sich dem üblichen Treiben entziehen, dem Dauergerede um Krisen und Probleme, den Staus auf Autobahnen, dem Stakkato an den Kassen der Supermärkte? Also: Die Entschleunigung genießen, die Schönheit, wohltuende Stille und Großartigkeit der Natur und dies zugleich verbinden mit einem Pilgerziel, nämlich dem Disibodenberg und seiner spirituellen Atmosphäre.

Selbstfindung ist ein viel benutzter Begriff bei Pilgerwegen. Aber was heißt dieser Begriff eigentlich? Nichts anderes als Rückbindung in den Kosmos eines Schöpfergottes. Wir haben diese Dimension verloren. Disibod, ein irischer Wandermönch, Gründungsvater und Namensgeber des Disibodenberges, der das Ziel dieses Weges sein soll, hatte sie noch. Und auch Hildegard von Bingen, die etwa 40 Jahre auf dem Disibodenberg wirkte.

Uns Heutigen, angeblich Modernen und Aufgeklärten, legt man den Urknall zur Welterklärung vor. Aber können wir damit etwas anfangen? Hilft er, uns heimisch zu fühlen, geborgen in einem Kosmos? Wohl kaum. Und deshalb geht die Reise zum Disibodenberg, jenem legendären Hügel oder genauer gesagt ‚Sporn’ am Zusammenfluss von Glan und Nahe. Man wird im frühen und im hohen Mittelalter den Disibodenberg als Pilgerstätte aufgesucht haben, entlang der Nahe und entlang des Glan bzw. hier der dem Tal folgenden Höhenzüge. Möglich, dass man den Boden berührt, den auch der irische Wandermönch Disibod unter den Füßen gehabt hatte. Was Disibod betrifft, halte ich mich an die einzige, wirkliche Quelle, nämlich die ‚Vita Sancti Disibodi’ der Hildegard von Bingen.

Der Weg ist so ausgesucht, dass er an einem Wochenende bewältigt werden kann. Er geht meist nicht unmittelbar entlang des Glan, sondern über die Höhenzüge des Glantals, folgt dabei manchmal auch einem alten Römer- und Handelsweg. Es ist eine wunderbare Strecke, die mit Ausblicken über weite Horizonte und Bergkuppen führt, dann ab und zu durch Wälder und immer wieder auch den Glan trifft, jenen Fluss, der seinem keltischen Namen nach der ‚Klare’ heißt. Er ist kleiner als die Nahe, in die er beim Disibodenberg mündet, aber ab und zu auch wilder. Die Landschaft, die er durchfließt, ist eine der schönsten Deutschlands. Man bezeichnet die pfälzische Landschaft zu Recht auch als die ‚Toskana Deutschlands’.

Was die Orte betrifft, ist nicht nur das idyllische Meisenheim hervorzuheben, sondern ebenso auch Odernheim am Glan und Obermoschel. Wer zu den etwa vierzig Kilometern der beschriebenen Etappen noch auf den ‚Heilkräuterspuren’ der Hildegard von Bingen wandern will, dem sei ein Abstecher von Meisenheim nach Abtweiler empfohlen. Hier kann man auf einem ‚Kräuterweg’ von 6,5 Kilometern durch eine bezaubernde Landschaft an Wiesen entlang wandern, auf bebilderten Texttafeln 25 der bekanntesten Heilkräuter studieren und sie dann auf den weiten Wiesen selbst entdecken.

Und man mag sich unterwegs durchaus auch inspirieren lassen, sich vorstellen, wie das war vor etwa 1400 Jahren, als der irische Wandermönch zum Disibodenberg zog. Eine imaginative Zeitreise also in das frühe Mittelalter. Wer war unterwegs auf den damals bestehenden Handelsrouten und noch nicht ganz verfallenen Römerstraßen? Fuhrleute, Pilger, Bauern, Händler, Hirten, Prediger, Bettler. Zu Fuß, hoch zu Ross oder in einem Ochsenkarren oder in vierrädrigen Wagen, die damals noch nicht über eine lenkbare Vorderachse verfügten und auf matschigen, talwärts führenden Hohlwegen leicht umkippten. Ging man barfuß, weil das Geld für Schuhe fehlte oder man büßen wollte? Saß man hoch zu Roß, um Begüterung zu zeigen oder auf einem Maulesel, um Demut zu bekunden? Welche Gefahren gab es? Wölfe, Wegelagerer, plötzlich hereinbrechende Unwetter? Wo und wie fand man, war man unterwegs, Proviant, Unterkunft? Gab es Wegmarken? Wir gehen heute in aller Sicherheit. Haben eine Wegekarte, womöglich ein GPS-System dabei, wissen, wo die nächste Unterkunft ist, das nächste Restaurant, kennen die Wettervorhersage.

Was das Philosophische dieser kleinen Pilgerreise betrifft, mag man sich zum Beispiel die Gegensätze zwischen der heutigen Zeit und damals vorstellen. Damals fühlte man sich geborgen in einer Welt des göttlichen Kosmos, war aber zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Heute herrscht nahezu Gefahrlosigkeit, man ist sozusagen einem Sicherheitswahn ausgeliefert, dabei aber in der Welt, was die Sinnfrage betrifft, heimatlos geworden.

Das vorliegende Büchlein will einfach nur hinweisen und Appetit machen auf eine wunderschöne Wander- und Pilgerstrecke, deren Ziel einer der bedeutendsten Orte Deutschlands ist.

August 2015

Rüdiger Schneider

Disibod – Gründungsvater, Missionar und irischer Wandermönch

St. Disibod am Disibodenberg (nach einem Stich von Raphael Sadeler – entnommen aus Wikipedia)