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Phänomene der Anspannung und des Stresserlebens sind sehr weit verbreitet. Viele Menschen versuchen daher, entspannenden Alltagstätigkeiten nachzugehen. Davon zu unterscheiden ist der psychotherapeutische Kontext, in dem es darum geht, Patientinnen und Patienten Entspannungsmethoden auf systematische Weise und auf der Basis eines spezifischen ätiologischen Modells zu vermitteln und die Methoden in einen umfassenden Therapieplan zu integrieren. Unabhängig vom Kontext ist allen Entspannungsmethoden gemeinsam, dass sie zum Erlernen regelmäßige Übung über längere Zeiträume erfordern. Das Erlernen einer systematischen Entspannungsmethode steht im Zentrum dieses Buches. Neben theoretischen, physiologischen und psychologischen Grundlagen von Entspannung und Hinweisen dazu, bei welchen Störungsbilder, sich der Einsatz von Entspannungsmethoden besonders anbietet, werden verschiedene Entspannungsmethoden vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Darstellung der Progressiven Muskelentspannung und dem Autogenen Training. Darüber hinaus wird auf verwandte Interventionen wie Meditation, Hypnose, Biofeedback und Imagination eingegangen. Der Band enthält eine Vielzahl von Instruktionen zur Anwendung der Entspannungsmethoden in der täglichen psychotherapeutischen Arbeit mit Patientinnen und Patienten aller Altersstufen.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Thomas Heidenreich
Andrea Chmitorz
Entspannung
Standards der Psychotherapie
Band 11
Entspannung
Prof. Dr. Thomas Heidenreich, Prof. Dr. Andrea Chmitorz
Die Reihe wird herausgegeben von:
Prof. Dr. Martin Hautzinger, Prof. Dr. Tania Lincoln, Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief, Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier
Die Reihe wurde begründet von:
Martin Hautzinger, Kurt Hahlweg, Jürgen Margraf, Winfried Rief
Prof. Dr. Thomas Heidenreich, geb. 1966. 1999 Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten. Seit 2002 Supervisor. Seit 2006 Inhaber der Professur „Psychologie für Soziale Arbeit und Pflege“ an der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege an der Hochschule Esslingen.
Prof. Dr. Andrea Chmitorz, geb. 1980. 2019 Approbation zur Psychologischen Psychotherapeutin. Seit 2019 Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege an der Hochschule Esslingen.
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Satz: Sabine Rosenfeldt, Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
Format: EPUB
1. Auflage 2022
© 2022 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-3176-5; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-3176-6)
ISBN 978-3-8017-3176-2
https://doi.org/10.1026/03176-000
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1 Einführung
1.1 Fallbeispiel: Herr Z.
1.2 Beschreibung der Intervention
1.3 Entwicklungsgeschichte der Entspannungsmethoden
1.4 Kurze Darstellung der Methode
1.5 Einsatzbereich
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Stressreaktion
2.1.1 Psychologische Stressreaktion
2.1.2 Biologische Stressreaktion
2.2 Physiologische und neurobiologische Grundlagen der Entspannung
3 Indikation, Kontraindikation und Diagnostik
3.1 Indikation
3.1.1 Typische Anwendungsfelder im Erwachsenenalter
3.1.1.1 Angststörungen
3.1.1.2 Somatoforme Störungen
3.1.1.3 Burnout
3.1.1.4 Insomnien
3.1.1.5 Sexuelle Funktionsstörungen
3.1.2 Typische Anwendungsfelder im Kindes- und Jugendalter
3.1.2.1 Störungen des Sozialverhaltens
3.1.2.2 Angststörungen
3.1.2.3 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
3.1.3 Entspannungsmethoden bei ausgewählten körperlichen Erkrankungen
3.2 Kontraindikationen
3.3 Unerwünschte Wirkungen und Nebenwirkungen
3.4 Diagnostik
3.4.1 Makro- bzw. Mikrostressoren
3.4.2 Stressreaktion, Stressreaktivität und wahrgenommener Stress
3.4.3 Nichtstandardisierte Verfahren
3.4.3.1 Wochenprotokolle
3.4.3.2 Visuelle Analogskalen
3.4.3.3 Übungsprotokoll für Entspannungsübungen
4 Interventionen und Behandlungsverfahren
4.1 Darstellung der Therapiemethode
4.1.1 Allgemeine Aspekte der Durchführung von Entspannungsmethoden
4.1.1.1 Praktische Aspekte der Durchführung von Entspannungsübungen
4.1.1.2 Beenden der Entspannungsübung (Rücknahme)
4.1.1.3 Entspannung in den Alltag integrieren
4.1.2 Progressive Muskelentspannung
4.1.2.1 Setting
4.1.2.2 Durchführung
4.1.3 Autogenes Training nach Schultz
4.1.3.1 Setting
4.1.3.2 Formelvorsätze
4.1.4 Meditation/Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)
4.1.5 Hypnose
4.1.6 Imagination
4.1.7 Biofeedback
4.1.8 Sonstige Methoden
4.1.8.1 Sonstige Entspannungsmethoden
4.1.8.2 Sonstige Methoden und Ansätze, die auch Entspannung induzieren können
4.2 Varianten der Methode für Kinder und Jugendliche
4.2.1 Progressive Muskelentspannung für Kinder
4.2.2 Sensorischer Entspannungszugang für Kinder und Jugendliche: Schildkröten-Fantasie-Verfahren
4.2.3 Imaginativer Entspannungszugang bei Kindern: Kapitän-Nemo-Geschichten
4.3 Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen und Einbettung in die Gesamtbehandlung
4.3.1 Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen (für Entspannung)
4.3.2 Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige Auswahl von Änderungsbereichen
4.3.3 Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell
4.3.4 Vereinbaren therapeutischer Ziele
4.3.5 Planung, Auswahl und Durchführung spezieller Methoden
4.3.6 Evaluation therapeutischer Fortschritte
4.3.7 Endphase: Erfolgsoptimierung und Abschluss der Entspannungsmethode
4.4 Probleme bei der Durchführung
4.4.1 Organisation der Rahmenbedingungen
4.4.2 Motivation
5 Empirische Evidenzen, Effektivität und Prognose
5.1 Effektivität von Entspannungsmethoden
5.1.1 Effektivität von Entspannungsmethoden bei psychischen Störungen
5.1.1.1 Störungsübergreifende Ergebnisse
5.1.1.2 Angststörungen
5.1.1.3 Affektive Störungen
5.1.1.4 Psychosen
5.1.1.5 Insomnien
5.1.1.6 Sexuelle Funktionsstörungen
5.1.2 Effektivität bei körperlichen Erkrankungen
5.2 Misserfolgsraten und Rückfälle
6 Fallbeispiel: Entspannungsmethoden als Teil eines komplexen Behandlungskonzepts
7 Fazit und Ausblick
8 Weiterführende Literatur
9 Literatur
10 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen
11 Anhang
Wochenprotokoll zur Erfassung von Anspannung
Übungsprotokoll für Entspannungsübungen
Dieser Band der Reihe „Standards der Psychotherapie“ hat sich zum Ziel gesetzt, einen knappen und gut lesbaren praktischen Überblick zum Thema Entspannung zu liefern – genauer gesagt geht es um die Rolle von Entspannungsmethoden im Kontext psychotherapeutischer Verfahren. Die Unterscheidung zwischen entspannenden Alltagstätigkeiten und (systematischen) Entspannungsmethoden ist insofern bedeutsam, als Phänomene der Anspannung und Stresserleben sehr weit verbreitet sind und Menschen „entspannenden Tätigkeiten“ in ganz verschiedenen Kontexten nachgehen: Im privaten Bereich können dies beispielsweise Fernsehen, Kinobesuche oder der Besuch von Sportveranstaltungen, im beruflichen Bereich der Besuch von Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements oder stresspräventiver Angebote sein. Krampen (2013) unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen systematischen Entspannungsverfahren und unsystematischer Entspannung im Lebensalltag. Dabei sind nicht alle subjektiv entspannenden Tätigkeiten gefahrlos: „Stresszigaretten“ oder das „Feierabendbier“ können zweifellos entspannend wirken, bergen aber bekanntermaßen die Gefahr langfristiger gesundheitlicher Schäden. Im psychotherapeutischen Kontext werden Entspannungsmethoden auf systematische Weise und auf der Basis eines spezifischen ätiologischen Modells vermittelt und in einen umfassenden Therapieplan integriert. Dieses Verständnis von Entspannung im Sinne des Erlernens und Einsatzes einer systematischen Entspannungsmethode steht im Zentrum dieses Buches; zusätzlich werden verwandte Interventionen, die sich ebenfalls im Sinne von Entspannung verstehen und nutzen lassen, vorgestellt. Unabhängig vom Kontext ist allen Entspannungsmethoden gemeinsam, dass sie zum Erlernen regelmäßige Übung über längere Zeiträume erfordern.
In Anlehnung an die in der Psychotherapie übliche Terminologie sprechen wir hier konsistent von „Entspannungsmethoden“. Konzeptionell herausfordernd ist die Tatsache, dass Entspannung unterschiedliche Ebenen aufweist (körperlich vs. psychisch) und dass in vielen der genannten Verfahren Entspannung nur ein Ziel neben anderen darstellt und damit lediglich einen Teil des angenommenen Wirkspektrums darstellt: Hypnose beispielsweise kann neben Entspannung auch weitere Ziele – wie beispielsweise die Vermittlung von Hypnose-Suggestionen – aufweisen (Kossack, 2020).
Abbildung 1 soll dies veranschaulichen: Autogenes Training (AT) (zumindest die Grundstufe) und Progressive Muskelentspannung (Progressive Mus|2|kelrelaxation; PMR) streben am klarsten (ausschließlich) Entspannung auf körperlicher Ebene an – „Entspannung“ auf psychischer Ebene ist dabei durchaus mitgedacht, steht aber nicht im Zentrum der Methode. Die anderen – in den mit dem Kreis „Entspannung“ überlappenden Kreisen dargestellten – Methoden sind durchaus auch geeignet, Entspannung zu induzieren; allerdings stellt Entspannung im Kontext dieser Methoden „nur“ einen Teil des teilweise umfassenderen Wirkungsspektrums und Behandlungsziels dar.
Abbildung 1: Entspannungsmethoden im engeren und im weiteren Sinne: In den Kreisen sind unter der Methode jeweils weitere Zielbereiche der einzelnen Methoden genannt (eigene Darstellung)
Wir haben uns dazu entschieden, im Rahmen dieses Bandes einen Mittelweg zu gehen: Aus Gründen der praktischen Vermittlung werden wir die Progressive Muskelentspannung und das Autogene Training ausführlich darstellen und ins Zentrum insbesondere des praktischen Teils dieses Buches stellen. Neben der guten empirischen Befundlage trägt dies der weiten Verbreitung dieser beiden Methoden im psychotherapeutischen Setting Rechnung. Darüber hinaus sind diese beiden Methoden, wie in Abbildung 1 dargestellt, die am klarsten (ausschließlich) auf Entspannung ausgerichteten. Ergänzend zur theoretischen Darstellung werden wir in diesem Band eine Vielzahl praktischer Instruktionen und Anleitungen für die jeweiligen Ansätze zur Verfügung stellen.
|3|Darüber hinaus werden zusätzlich die bei F. Petermann (2020) vorgestellten Methoden thematisiert und in ihren Gemeinsamkeiten aber auch in ihren Unterschieden zu einem Entspannungsrational vorgestellt. In Abhängigkeit von der Qualifikation des*der Behandler*in können auch diese im therapeutischen Kontext zur Entspannungsinduktion eingesetzt werden. Schließlich werden noch weitere Ansätze kurz genannt, die aktuell in der Gesamtbevölkerung weit verbreitet sind, aber in der Regel nicht im psychotherapeutischen Kontext eingesetzt werden (z. B. Yoga, Qigong, Tai-Chi). Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass nicht alle der genannten Ansätze „ausschließlich“ Entspannungsmethoden sind: Obwohl beispielsweise Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction, MBSR) nachweislich entspannende Effekte hat, ist der angenommene Wirkmechanismus nicht auf Entspannung beschränkt. Ebenso gibt es eine Vielzahl verschiedener Yoga-Varianten, die nur teilweise Entspannung als wesentliches Ziel haben.
Wir werden in diesem Band Entspannung im Sinne einer Methode begreifen und darstellen, d. h. es werden (eine Vielzahl von) Störungen und Krankheiten vorgestellt, bei deren Behandlung Entspannung hilfreich sein bzw. einen therapeutischen Baustein darstellen kann. Wir werden die theoretischen Grundlagen der Wirkungsweise der Methode und der Entstehung und Aufrechterhaltung der mit Entspannungsmethoden zu behandelnden Störungen darstellen, Indikations- und Kontraindikationsbereiche benennen, die Vorgehensweise sowie die angestrebten Behandlungseffekte beschreiben und Belege für die Wirksamkeit von Entspannungsmethoden zusammenfassen.
Das Buch soll demnach den Einsatz von Entspannungsmethoden in verschiedenen (heilkundlichen) psychotherapeutischen Kontexten (Einzel- und Gruppensetting, ambulant und stationär) und bei unterschiedlichen Altersgruppen (Kinder und Jugendliche, Erwachsene, ältere Erwachsene) aufzeigen. Dazu wird zunächst ein Überblick zu den theoretischen Grundlagen geliefert (Anspannung und Stress werden dabei natürlich eine zentrale Rolle spielen) und es werden verschiedene Entspannungsverfahren bzw. -methoden (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Atementspannung und assoziierte Verfahren wie Yoga, Meditation etc.) kurz vorgestellt. Besonderes Augenmerk wird im Rahmen heilkundlicher Psychotherapie auf die individuelle Fallkonzeption und die empirische Fundierung der eingesetzten Methoden gelegt.
Der Einsatz von Entspannungsmethoden ist in zahlreichen psychotherapeutischen Kontexten indiziert – das Fallbeispiel sollte demnach als eine von vielen möglichen Anwendungen verstanden werden:
|4|Fallbeispiel: Herr Z.
Herr Z. ist 45 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder (10 und 13 Jahre) und arbeitet als Facharbeiter in einem metallverarbeitenden Betrieb. Er stellt sich zur psychotherapeutischen Behandlung vor, weil er seit einigen Monaten vermehrt Schlafstörungen aufweise, sich schlecht konzentrieren könne und „ständig gestresst“ fühle, er könne „überhaupt nicht mehr abschalten“, auch seine Frau und seine Kinder seien sehr besorgt. In der weiteren Anamnese berichtet Herr Z., „schon immer sehr hibbelig“ gewesen zu sein, schon kleinere Alltagsbelastungen hätten ihn „aus der Bahn geworfen“ und er mache sich viele Gedanken über alle möglichen Dinge, u. a. dass er wegen der genannten Probleme nicht mehr arbeitsfähig sein könnte oder dass seiner Frau und seinen Kindern etwas zustoße. Die klassifikatorische Diagnostik mittels SCID belegt eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0; Dilling, Mombour & Schmidt, 2015; bzw. ICD-11: 6A70.0; WHO, 2020) sowie eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1; Dilling et al., 2015; bzw. ICD-11: 6B00; WHO, 2020). Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie wird im umfassenden Behandlungsplan eine Entspannungsmethode eingeführt (vgl. das ausführliche Fallbeispiel in Kapitel 6).
