Erfolgreich als Unternehmer für Dummies - Jan Evers - E-Book

Erfolgreich als Unternehmer für Dummies E-Book

Jan Evers

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Beschreibung

Sie brauchen keine Superkräfte und auch kein BWL-Studium, um erfolgreich ein Unternehmen zu führen. In diesem Buch haben Jan Evers und Susanne Schreck wertvolles Erfahrungswissen und praktische Tipps für Ihren Unternehmeralltag zusammengefasst. Es hilft Ihnen, einen starken Kundennutzen zu schaffen, Ihr Geschäftsmodell aktuell zu halten, Kundenakquise und Vertrieb nicht aus dem Blick zu verlieren und Ihre Finanzen zu regeln. Wenn Sie Ihr Unternehmen so aufziehen, dass es zu Ihnen passt, wird Schweres auf einmal ganz leicht und selbst Krisen lassen sich meistern.

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Seitenzahl: 446

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Erfolgreich als Unternehmer für Dummies

Schummelseite

SO GELINGT IHR UNTERNEHMERLEBEN

Gehen Sie offenen Herzens durch die Welt.

Bleiben Sie neugierig, umgeben Sie sich mit möglichst unterschiedlichen Menschen und verfolgen Sie die öffentlichen Debatten aufmerksam – das ist die beste Voraussetzung, um auch morgen noch Ihre Kundschaft glücklich zu machen.

Definieren Sie Ihren persönlichen Erfolg.

Geld ist nicht alles. Fragen Sie sich, ob Ihr Unternehmen Ihre Werte widerspiegelt. Auf was für ein Leben möchten Sie eines Tages zurückblicken?

Hinterfragen Sie Ihr Geschäftsmodell.

Nichts ist für die Ewigkeit – auch kein noch so geniales Geschäftsmodell. Deshalb gehört es immer wieder auf den Prüfstand. Nicht immer geht es dabei um den ganz großen Wurf, manchmal genügt es auch, einzelne Bausteine zu optimieren.

Machen Sie sich frei.

Bauen Sie Ihr Unternehmen so auf, dass es Ihnen und Ihren Mitarbeitern ein zufriedenes Leben ermöglicht. Dazu gehört auch, dass Sie es zumindest bis zu einem gewissen Grad von Ihrer Person unabhängig machen, indem Sie Prozesse definieren, standardisieren und automatisieren.

Verkanten Sie sich nicht in der Krise.

Es läuft nicht mehr so recht in Ihrer Firma? Geraten Sie jetzt nicht in Panik. Analysieren Sie kühl die Ursachen und leiten Sie die nötigen Maßnahmen ein. Und wenn es hart auf hart kommt, sollten Sie loslassen können. Jedes Jahr scheitern Tausende von Unternehmen. Das ist Teil des Spiels.

ZAHLEN, DIE SIE IM BLICK BEHALTEN SOLLTEN

Liquiditätsplanung: Wie viel Geld geht wann auf Ihrem Konto ein? Wie viel fließt ab?Rentabilitätsplanung: Haben Sie am Ende des Jahres ausreichend Plus gemacht?Kennzahlen: Woran messen Sie den Erfolg Ihres Unternehmens?Steuern: Haben Sie ausreichend Geld (etwa 30 Prozent des Gewinns) für das Finanzamt beiseitegelegt?

PRINZIPIEN FÜR GUTE ENTSCHEIDUNGEN (UNTER UNSICHERHEIT)

Mittelorientierung: Stecken Sie sich Ziele, die Sie mit Ihren Mitteln erreichen können.Leistbarer Verlust: Setzen Sie nur das aufs Spiel, was Sie zu verlieren bereit sind.Zufall: Versuchen Sie nicht krampfhaft, den Zufall auszuschalten. Bleiben Sie offen für unvorhergesehene Wendungen.Kooperationen: Suchen Sie sich Partner, die bereit sind mitzuziehen.

EINEN STARKEN KUNDENNUTZEN SCHAFFEN

Wieso sollte es Ihr Unternehmen geben?Was macht Ihr Unternehmen aus?Ist Ihr Geschäftsmodell (noch) auf den Kundennutzen ausgerichtet?Wie könnten Sie Ihren Kunden das Leben leichter machen?Verstehen Ihre Kunden auf Anhieb, was sie von Ihrem Angebot haben?Haben Sie die richtigen Schlüsselpartner, mit denen Sie gemeinsame Ziele verfolgen?

TIPPS FÜR DIE AKQUISE

Suchen Sie sich Wunschkunden, die Ihre Leistungen wertschätzen und bereit sind, diese mit Ihnen weiterzuentwickeln.Schaffen Sie einen systematischen Vertriebsprozess, damit Ihnen die Akquise leicht von der Hand geht.Üben Sie jede Woche, Kundengespräche zu führen. Sie sind eine tolle Chance, etwas über Ihre Kunden zu erfahren.Mit der richtigen Technik fallen Kundengespräche leicht und können sogar richtig Spaß machen.

Erfolgreich als Unternehmer für Dummies

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

©2022 Wiley-VCH GmbH, Boschstraße 12, 69469 Weinheim, Germany

Wiley, the Wiley logo, Für Dummies, the Dummies Man logo, and related trademarks and trade dress are trademarks or registered trademarks of John Wiley & Sons, Inc. and/or its affiliates, in the United States and other countries. Used by permission.

Wiley, die Bezeichnung »Für Dummies«, das Dummies-Mann-Logo und darauf bezogene Gestaltungen sind Marken oder eingetragene Marken von John Wiley & Sons, Inc., USA, Deutschland und in anderen Ländern.

Das vorliegende Werk wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch übernehmen Autoren und Verlag für die Richtigkeit von Angaben, Hinweisen und Ratschlägen sowie eventuelle Druckfehler keine Haftung.

Print ISBN: 978-3-527-71922-8ePub ISBN: 978-3-527-83658-1

Coverfoto: © by-studi/stock.adobe.comKorrektur: Frauke Wilkens

Über das Autorenteam

Jan Evers erlebt in seiner Firma EVEREST jeden Tag aufs Neue, wie aufregend und erfüllend es ist, als Unternehmer die Welt zu gestalten. Deshalb möchte er möglichst viele Menschen ermuntern, so wie er diesen Beruf zu ergreifen und ihre Ideen umzusetzen. Er arbeitet jeden Tag dafür, unternehmerische Kreativität zu entfesseln und unternehmerisches Handeln vom Ballast der Wirtschaftswissenschaften zu befreien. Obwohl er selbst Betriebswirtschaft studiert und 2002 sogar einen Doktortitel in dem Fach erworben hat, lautet seine Mission: Wir sollten das Unternehmertum nicht den BWLern überlassen!

Seit 2001 berät er mit seinem Team von der Firmenhilfe Hamburg Selbstständige und Kleinunternehmerinnen, die in Schwierigkeiten stecken. Die weit über 5000 Menschen, die die Nummer der Hotline bereits gewählt haben, haben ihm gezeigt, wie Unternehmertum funktioniert und wie nicht, und wie es gelingen kann, wieder Leichtigkeit und Freude ins Unternehmerleben zu bringen. Viele der Tipps in diesem Buch sind dieser Beratungstätigkeit entsprungen und haben sich mehr als einmal in der Praxis bewährt.

Im Jahr 2018 erfüllte sich sein langgehegter Traum: Die Gründerplattform ging an den Start. Dort finden Gründungsinteressierte in Deutschland erstmals alles an einem Ort, was sie brauchen, um erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten: digitale Tools, fundierte Infos, Austausch mit Fachleuten und anderen Gründerinnen und Kontakte zu Förderern und Geldgeberinnen. Die Gründerplattform wird in Partnerschaft mit dem Bundeswirtschaftsministerium und der KfW entwickelt und betrieben. Sie kann kostenfrei genutzt werden.

Jan Evers hat schon mehrere Bücher geschrieben. Erfolgreich als Unternehmer für Dummies ist das erste, das in der … für Dummies-Reihe erscheint.

Susanne Schreck beschäftigt sich seit gut fünf Jahren mit dem Thema Unternehmertum. Als freie Autorin hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, komplizierte Sachverhalte so aufzuschreiben, dass auch Menschen ohne ökonomisches Vorwissen sie verstehen. Dabei hilft es ihr, dass sie als gelernte Soziologin selbst fachfremd ist und erst auf Umwegen mit diesen Themen in Kontakt kam. Sie hat über zehn Jahre als Angestellte in einem Planungsbüro gearbeitet, bevor sie den Mut fand, sich selbstständig zu machen.

Umso mehr weiß sie heute die Freiheiten zu schätzen, die ihr die Selbstständigkeit bietet. Dabei entspricht sie so gar nicht dem Bild eines typischen Unternehmers, das immer noch durch die Öffentlichkeit geistert: Sie hat kein besonders gutes Verhältnis zu Zahlen, sie würde eine Buchhandlung der leidigen Buchhaltung jederzeit vorziehen und auch wenn ihre Arbeit sie glücklich macht, ist sie doch froh, wenn sie pünktlich zum Feierabend das Büro verlassen und sich anderen Dingen zuwenden kann – zum Beispiel ihrer kleinen grünen Oase mitten in der Stadt.

Erfolgreich als Unternehmer für Dummies ist ihr erstes Buch.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titelblatt

Impressum

Über das Autorenteam

Einführung

Über dieses Buch

Konventionen in diesem Buch

Was Sie nicht lesen müssen

Törichte Annahmen über den Leser

Wie dieses Buch aufgebaut ist

Symbole, die in diesem Buch verwendet werden

Wie es weitergeht

Teil I: Ein Unternehmen führen ist Handwerk, kein Hexenwerk

Kapitel 1: Ein Unternehmen führen? Kann doch jeder

Was es heute bedeutet, Unternehmerin zu sein

Herausforderungen im Unternehmeralltag

Ein gelungenes Unternehmerleben führen

Kapitel 2: Was erfolgreiche Unternehmer richtig machen

Das sagt die Wissenschaft

Vier Prinzipien für unternehmerisches Handeln

Faustregeln für Unternehmerinnen

Tipps für jeden Tag: So werden Sie ein besserer Unternehmer

Kapitel 3: Die drei Rollen im Leben eines Unternehmers

Montags Fachmann, mittwochs Manager, freitags Visionär

Aller guten Dinge sind drei

Soforthilfe für gestresste Unternehmer

Selbsttest: Welcher Unternehmertyp sind Sie?

Für mehr Balance in Ihrem Unternehmerleben

Teil II: Zeit für eine Grundüberholung – Ihr Unternehmen auf dem Prüfstand

Kapitel 4: Alles dreht sich um die Kunden

Warum es Ihr Unternehmen geben muss

Ein Grundnutzen und mehrere Zusatznutzen

Den Bedürfnissen Ihrer Kunden auf der Spur

Den Kundennutzen klug kommunizieren

Ist Ihr Kundennutzen (noch) stark genug?

Kapitel 5: Das Geschäftsmodell optimieren

Zeit für Veränderung

Die Business Model Canvas: Ihr Unternehmen auf einer Seite

Kapitel 6: Veränderung ist möglich! Die besten Ansätze für Unternehmer

Veränderung mit Maß und Muße

Das Baukastenprinzip: Nicht alles selbst machen

Lean Start-up: Versuch macht klug

Solopreneurship: Allein mehr erreichen

Digitalisierung: Auch portionsweise umsetzbar

Die Produkt-Treppe: Ihr Sortiment aufräumen

Franchising: Ein bestehendes Geschäftskonzept übernehmen

Wo Sie mit Veränderungen am Geschäftsmodell starten können

Teil III: Ihre Firma richtig organisieren und führen

Kapitel 7: Formaler Organisationsaufbau und Arbeitsteilung

Mit den formalen Strukturen fängt alles an

Vergebens gesucht: Die perfekte Formalstruktur

Lassen Sie die Formalstruktur für sich arbeiten

Auf zu neuen Ufern – und alle müssen mit

Kapitel 8: Unternehmenskultur gezielt entwickeln

Unternehmenskultur: Mehr als schöne Worte

Nicht par ordre du mufti: Unternehmenskultur lässt sich nicht anordnen

Kapitel 9: Personalführung im Alltag

Führung: So einzigartig wie ein Fingerabdruck

Führen heißt kommunizieren

»Schwierige« Gespräche führen

Ein starkes Team aufbauen

Teil IV: Mit starken Partnern zum Erfolg

Kapitel 10: Kein Unternehmen ist eine Insel

Was starke Schlüsselpartner leisten können

Wie Sie Schlüsselpartner einbinden

Kapitel 11: Steuerberater und Co – aus Dienstleistern werden Partner

Wie Sie mit Ihrem Steuerberater glücklich werden

Digitalisierung der Unternehmensführung: Abschied vom Schuhkarton

Die Fachanwältin: Schlüsselpartnerin im Risikomanagement

Teil V: Verkaufen gehört nun mal dazu

Kapitel 12: Verkaufen heißt, Probleme lösen

Persönlichkeit ist alles?

Zuhören ist alles!

Kapitel 13: Bauchladen war gestern: Mit starkem Profil zu mehr Erfolg

Vertrieb ist nicht gleich Marketing

Was eine starke Positionierung bringt

Auf der Suche nach dem Wunschkunden

Kapitel 14: Verkaufen als strukturierter Prozess

Wie ein Verkaufsprozess aussehen kann

Ein typischer Fehler im Vertrieb: Die Akquise vergessen

Jetzt gilt's: Was im Verkaufsgespräch wichtig ist

Nach dem Gespräch

Sonderfall: Ausschreibungsverfahren und öffentliche Auftraggeber

Mit CRM-Software auf die Überholspur

Teil VI: Das liebe Geld: Diese Zahlen sind wichtig

Kapitel 15: Finanzplanung – die Basics

Die wichtigsten Zahlen im Unternehmerleben

Zwei Pläne für mehr Durchblick

Steuerfrust vermeiden

Der kalkulatorische Unternehmerlohn

Die betriebswirtschaftliche Auswertung clever nutzen

Kapitel 16: Kennzahlen clever nutzen

Eine Zahl sagt mehr als tausend Worte

Mit Kennzahlen arbeiten

Teil VII: Krisen meistern

Kapitel 17: Krisenmanagement für Unternehmer

Mit dem richtigen Mindset wird es leichter

Die Krise akzeptieren und Chancen erkennen

Sie müssen da nicht allein durch: Anlaufstellen für Unternehmenskrisen

Von welcher Krise sprechen wir eigentlich?

Kapitel 18: Krisenkommunikation: Wann Sie es wem sagen sollten

Kommunikation in der Krise

Change Story: Eine gute Erzählung parat haben

Teil VIII: Der Top-Ten-Teil

Kapitel 19: Zehn Wege, Ihre Firma zu ruinieren

Augen verschließen vor der Krise

Ohne Finanzplanung unterwegs sein

Den Vertrieb vergessen

Geschäftsidee zu eng oder zu weit gefasst

Löcher stopfen mit geliehenem Geld

Immer recht haben wollen

Arbeiten bis zum Umfallen

Grübeln, statt zu handeln

Kundenwünsche ignorieren

Keinen Spaß haben

Kapitel 20: Die besten Websites für Unternehmer

www.ted.com

www.unternehmensregister.de

www.firmenhilfe.org

www.brandeins.de

www.impulse.de

https://omr.com/de/reviews

www.minicontrol.eu

www.bmwi.de

www.designabetterbusiness.com

www.gruenderplattform.de

Kapitel 21: Die wichtigsten Bücher für Unternehmer

Michael Faschingbauer: Effectuation

Jens Corssen: Der Selbst-Entwickler

Michael E. Gerber: Das Geheimnis erfolgreicher Firmen

Hauke Windmüller / Sebastian Pioch: Start-up Skills

Patrick Stähler: Das Richtige gründen

Stefan Merath: Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer

Bill Aulet: Startup mit System

Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg: Business Model Produkt-Treppe

David Allen: Wie ich die Dinge geregelt kriege

Friedemann Schulz von Thun / Johannes Ruppel / Roswitha Stratmann: Miteinander reden für Führungskräfte

Abbildungsverzeichnis

Stichwortverzeichnis

End User License Agreement

Illustrationsverzeichnis

Kapitel 1

Abbildung 1.1: Die Herausforderungen in einem Unternehmen

Abbildung 1.2: Das Ikigai-Modell (eigene Darstellung, angelehnt an

www.gruenderpl

...

Kapitel 2

Abbildung 2.1: Zwei Wege, erfolgreich zu sein (eigene Darstellung nach Faschingba...

Kapitel 4

Abbildung 4.1: Der Kundennutzen der Bahn: ein Grundnutzen, mehrere Zusatznutzen

Kapitel 5

Abbildung 5.1: Die Business Model Canvas (eigene Darstellung nach Patrick Stähler...

Abbildung 5.2: Das Geschäftsmodell von vilisto

Kapitel 6

Abbildung 6.1: Der Lean-Start-up-Zyklus (eigene Darstellung, angelehnt an

www.gru

...

Abbildung 6.2: Solopreneurship – zwischen Freelancing und Entrepreneurship (eigen...

Abbildung 6.3: Digitalisierung und Automatisierung im Unternehmen (eigene Darstel...

Abbildung 6.4: Die Produkt-Treppe (eigene Darstellung nach

https://smartbusinessc

...

Abbildung 6.5: Übersicht: Wo sich die hier vorgestellten Konzepte im Geschäftsmod...

Kapitel 7

Abbildung 7.1: Wie Führung und Formalstruktur zusammenhängen (eigene Darstellung ...

Kapitel 9

Abbildung 9.1: Die vier Seiten einer Äußerung (eigene Darstellung nach Schulz von...

Abbildung 9.2: Zwischen Engagement und Fachkompetenz: Finden Sie die passenden Mi...

Abbildung 9.3: Selbsteinschätzung im Vorstellungsgespräch

Kapitel 10

Abbildung 10.1: Schlüsselpartnerschaft bei der Produktentwicklung

Abbildung 10.2: Die Schlüsselpartner von Joybräu

Kapitel 11

Abbildung 11.1: Ihr Spickzettel für den Frühjahrstermin

Abbildung 11.2: Fragen, die Sie im Spätsommer mit Ihrem Steuerberater klären soll...

Abbildung 11.3: Elemente der digitalen Unternehmensführung: Schritt für Schritt z...

Kapitel 13

Abbildung 13.1: Das Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb

Abbildung 13.2: Mit MAN-Personen verhandeln

Kapitel 14

Abbildung 14.1: EU-Schwellenwerte für Ausschreibungen seit 2020 (Stand: 2021)

Kapitel 16

Abbildung 16.1: Kennzahlen für einen Friseursalon (Dienstleistung)

Abbildung 16.2: Kennzahlen für eine Kartonfabrik (produzierendes G...

Abbildung 16.3: Kennzahlen für einen Onlineshop (Einzelhandel)

Abbildung 16.4: Die OKR-Methode als fortlaufender Lernzyklus

Kapitel 17

Abbildung 17.1: Unternehmerische Handlungsspielräume im Krisenverlauf (eigene Dar...

Abbildung 17.2: Die Ansoff-Matrix: vier Strategieoptionen für Unternehmen (Quelle...

Abbildung 17.3: Strategieoptionen in der Krise

Abbildung 17.4: Die Ansoff-Matrix für Erdbeerschalen

Orientierungspunkte

Cover

Titelblatt

Impressum

Über das Autorenteam

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Fangen Sie an zu lesen

Abbildungsverzeichnis

Stichwortverzeichnis

End User License Agreement

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Einführung

In wohl kaum einem anderen Gebiet gibt es eine größere Kluft zwischen Theorie und Praxis als im Bereich der Unternehmensführung:

Auf der einen Seite setzen noch immer viele Unternehmer auf eine Strategie des Durchwurschtelns und sind damit mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Auf der anderen Seite gibt es eine größer werdende Zahl von Ratgebern, wissenschaftlichen Studien und Managementmethoden mit klangvollen Namen, die die Lösung aller unternehmerischen Probleme versprechen.

Wir wollen diese Lücke schließen. Wir haben aus dem, was der Wissensmarkt hergibt, und aus unserer praktischen Erfahrung die wichtigsten Ansätze herausgefiltert und in diesem Buch für Sie zusammengefasst.

Erfolgreich als Unternehmer für Dummies wird Ihnen Ihren Alltag erleichtern und Ihnen dabei helfen, ein glückliches und zufriedenes Unternehmerleben zu führen. Es wird Ihnen Klarheit über Ihre Aufgaben verschaffen und darüber, wie Sie sie am besten angehen. Dabei ist es von der ersten bis zur letzten Zeile von der Überzeugung getragen, dass Sie keine Superkräfte und auch kein BWL-Studium brauchen, um erfolgreich ein Unternehmen zu führen. Wenn Sie Ihr Unternehmen so aufziehen, dass es zu Ihnen passt, wird Schweres auf einmal ganz leicht. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Buch.

Über dieses Buch

Dieses Buch ist ein Ratgeber für die Praxis. Wir haben unsere eigenen Erfahrungen und die von zahlreichen anderen Unternehmerinnen einfließen lassen. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und will auch nicht mit theoretischem Tiefgang glänzen. Es eignet sich auch nicht unbedingt für die Vorbereitung auf eine Prüfung, weil es mit vielem bricht, was an den Hochschulen des Landes gelehrt wird.

Wir haben es mit dem Ziel geschrieben, Menschen dabei zu helfen, ein erfolgreiches und zugleich erfüllendes Unternehmerleben zu führen. Beim Schreiben sind wir so vorgegangen, wie wir es auch Unternehmern empfehlen würden, die Neues ausprobieren wollen: einfach anfangen, testen und lernen. Wenn Sie feststellen, dass wir etwas Wichtiges vergessen haben, oder wenn Sie der Meinung sind, dass unsere Empfehlungen so gar nicht mit Ihren Erfahrungen übereinstimmen, lassen Sie uns das wissen. Wir möchten nämlich, dass dieses Buch von Auflage zu Auflage immer besser wird – und mit »besser« meinen wir nicht, umfangreicher oder schöner formuliert, sondern noch praxisnäher und hilfreicher für Ihren Unternehmeralltag – und wer könnte dazu besser beitragen als Sie?

Konventionen in diesem Buch

Alle Bücher der … für Dummies-Reihe folgen bestimmten Konventionen, die Ihnen dabei helfen, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.

Neue Begriffe und Titel werden durch

Kursivsetzung

hervorgehoben.

Wichtige Elemente in Listen oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen werden

fett gedruckt

, damit sie gleich ins Auge fallen.

Internetadressen werden

in dieser Schriftart

gesetzt.

Ganz vorn im Buch finden Sie unsere Schummelseite. Wie ein großer Spickzettel enthält sie kurzgefasst die wichtigsten Informationen, die Ihnen weiterhelfen, wenn es mal trubelig wird. Falls Sie das Gefühl haben, den roten Faden zu verlieren, sollten Sie die Liste heraustrennen und sich gut sichtbar an den Bildschirm oder den Spiegel heften. So haben Sie die wirkungsvollsten Werkzeuge immer im Blick, die Sie brauchen, um Ihren Laden am Laufen zu halten.

Eine Anmerkung zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch: Wir halten es für wichtig, in unserem Buch Männer und Frauen gleichermaßen anzusprechen. Deshalb haben wir uns entschieden, die männliche und die weibliche Form abwechselnd zu verwenden. Wir glauben, dass dadurch der Anspruch nach einer geschlechtergerechten Sprache eingelöst wird, ohne dass die Lesbarkeit darunter leidet.

Was Sie nicht lesen müssen

Wir sind natürlich der Meinung, dass jeder einzelne Abschnitt dieses Buches es wert ist, gelesen zu werden (ausgenommen vielleicht die Copyrightseite am Anfang). Aber wir haben volles Verständnis, wenn Sie lieber sofort zu dem Kapitel springen, das Sie gerade am meisten interessiert. Schließlich haben Sie als Unternehmerin viel zu tun und sind es gewohnt, zielgerichtet zu arbeiten. Dieses Buch ist dafür wie geschaffen! Werfen Sie einfach einen Blick ins Inhaltsverzeichnis oder nutzen Sie das Stichwortverzeichnis am Ende, um ohne Umwege zu den Antworten zu gelangen, nach denen Sie suchen.

Wir haben extra alle Informationen, die nicht unbedingt für das Verständnis der Inhalte erforderlich sind, in Textkästen geschoben. Diese Zusatzinformationen können Sie ignorieren, wenn Sie kein Interesse an weiterführenden Hinweisen haben.

Törichte Annahmen über den Leser

Wir glauben, dass sich unsere Leserschaft in zwei Gruppen einteilen lässt:

Die eine Gruppe führt bereits ein Unternehmen, teils sogar schon seit vielen Jahren. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, kennen Sie sich mit der Selbstständigkeit aus und eigentlich macht Ihnen auf diesem Feld niemand etwas vor. Aber Sie wissen auch, dass Unternehmertum bedeutet, niemals mit dem Lernen aufzuhören. Vielleicht haben Sie sich dieses Buch gekauft, weil es an der einen oder anderen Stelle in Ihrer Firma hakt und Sie auf schnellstem Wege erfahren wollen, was Sie dagegen tun können. Vielleicht möchten Sie einfach mehr aus Ihrer Arbeit herausholen und effektiver wirtschaften. Vielleicht sehnen Sie sich aber auch nach der berühmten Freiheit, die das Unternehmerleben einst versprach und die irgendwann auf der Strecke geblieben ist. Dann hat dieses Buch die passenden Anregungen für Sie.

Die andere Lesergruppe spielt noch mit dem Gedanken oder steht kurz davor, ein Unternehmen zu gründen (oder zu übernehmen), und brennt jetzt darauf zu erfahren, welche Anforderungen das Unternehmerleben wirklich stellt.

Egal zu welcher Gruppe Sie gehören, Sie können sicher sein, in diesem Büchlein hilfreiche Tipps zu finden, wie Sie Ihr Unternehmen nach vorn bringen und ein glückliches Unternehmerleben führen können – praxisnah und auf den Punkt.

Wie dieses Buch aufgebaut ist

Das Buch Erfolgreich als Unternehmer für Dummies besteht aus acht Teilen, die jeweils in mehrere Kapitel untergliedert sind. Jeder Teil befasst sich mit einer übergeordneten Seite des Unternehmerlebens und beantwortet typische Fragen von Unternehmerinnen. Jedes Kapitel steht dabei für sich und kann verstanden werden, ohne die vorausgegangenen gelesen zu haben. Querverweise innerhalb des Buches ermöglichen es, die zu einem Thema passenden Informationen, die an anderer Stelle behandelt werden, schnell zu finden und Ihr Wissen zu verknüpfen. Sie können das Buch also an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und in die Materie einsteigen, ohne sich an die Reihenfolge zu halten, die wir uns überlegt haben. Aber Sie können es ebenso gut von vorn bis hinten durchlesen.

Nicht alle Kapitel werden die gleiche Bedeutung für Sie haben. Einige können Sie überfliegen, sich für später aufheben oder ganz weglassen, mit anderen werden Sie sich länger oder auch mehrmals beschäftigen.

Teil I: Ein Unternehmen führen ist Handwerk, kein Hexenwerk

Erfolgreiche Unternehmer werden für ihr Talent, ihre Chuzpe, ihr Draufgängertum bewundert. Manche von ihnen inszenieren sich heute sogar wie Superhelden von einem anderen Stern. Da übersieht man schnell die Tatsache, dass es in Wahrheit keiner Superkräfte bedarf, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Im ersten Teil des Buches entlarven wir typische Unternehmermythen, um allen unseren Leserinnen, die mit dem verbreiteten Klischee vom Unternehmer nichts anfangen können, den Rücken zu stärken. Wir legen dar, welche typischen Herausforderungen den Unternehmeralltag bestimmen und was Sie von erfolgreichen Unternehmern lernen können, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Schließlich beleuchten wir die Rollen, die Sie in Ihrem Unternehmen spielen sollten, und präsentieren Ihnen einen Selbsttest, mit dem Sie herausfinden können, was Ihre Lieblingsrolle ist und welche Schlüsse Sie daraus ziehen können.

Teil II: Zeit für eine Grundüberholung – Ihr Unternehmen auf dem Prüfstand

Ein erfolgreiches und zufriedenes Unternehmerdasein – davon träumen wohl alle, die sich selbstständig machen und eine Firma gründen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen Sie ein Geschäftsmodell, das einerseits am Markt funktioniert, weil es die Kundinnen in den Fokus rückt, und das andererseits zu Ihnen und Ihren Vorstellungen und Neigungen passt. Mit der Business Model Canvas lernen Sie in diesem Teil ein Hilfsmittel für die Geschäftsmodellarbeit kennen, mit dem Sie Ihr vorhandenes Geschäftsmodell visualisieren und überarbeiten können. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten Ansätze aus der Managementwelt vor, mit denen Sie Ihr Unternehmen noch besser aufstellen können.

Teil III: Ihre Firma richtig organisieren und führen

Unternehmerinnen, die ständig darüber klagen, dass sie so schrecklich viel zu tun haben, sollte es unserer Meinung nach gar nicht geben. Denn im Grunde haben sie es selbst in der Hand, wie viel Führung von ihnen verlangt wird. Im dritten Teil des Buches beschreiben wir, wie Sie die formalen Strukturen für sich arbeiten lassen können, wie Sie eine Unternehmenskultur schaffen, die Ihre Mitarbeiter motiviert, und wie Führung im Alltag funktioniert. Wir geben einen kurzen Einblick in die Kommunikationspsychologie für Führungskräfte und servieren eine Menge Ratschläge für typische Führungssituationen, von der Einstellung einer neuen Mitarbeiterin über die Gehaltsverhandlung bis zur Kündigung.

Teil IV: Mit starken Partnern zum Erfolg

Im vierten Teil widmen wir uns den Kooperationen mit anderen Unternehmen, Dienstleistern und Organisationen, die noch nie eine so große Bedeutung für Geschäftsmodelle hatten wie heute. Wir erklären, wie Sie gemeinsam mit Schlüsselpartnern auf der Erfolgswelle surfen können und was Sie über die Zusammenarbeit mit zwei wichtigen Partnern wissen sollten, auf die kein Unternehmen verzichten sollte: den Steuerberater und die Anwältin.

Teil V: Verkaufen gehört nun mal dazu

Kein besonders beliebtes, aber ein umso wichtigeres Thema: das Verkaufen. Schließlich verkauft sich nichts von allein. Leider fällt es vielen Unternehmerinnen schwer, dem Verkaufen den Raum zu geben, den es verdient.

Wir zeigen Ihnen im fünften Teil des Buches, wie Sie den Vertrieb – auch mithilfe digitaler Tools – so aufziehen können, dass er weniger Mühe und mehr Spaß macht. Wie erläutern, wie Sie Ihre Wunschkunden finden und warum eine starke Positionierung das Verkaufen einfacher macht.

Teil VI: Das liebe Geld: Diese Zahlen sind wichtig

Allen Unternehmerinnen und Selbstständigen, die mit Zahlen nichts am Hut haben, sei gesagt: So kompliziert, wie viele fürchten, ist das alles gar nicht. In Wahrheit brauchen Sie nur ganz wenige Planungen und Kennzahlen, um die Entwicklung Ihres Unternehmens sicher beurteilen zu können, sich vor bösen Überraschungen zu schützen und kluge unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Im Idealfall ergänzen Sie Ihre Finanzzahlen mit einer Handvoll Key Performance Indicators (KPIs), die Aufschluss über Ihren Erfolg oder Misserfolg geben, schon bevor sich dieser auf den Kontostand auswirkt. Welche das sein können, erfahren Sie im sechsten Teil des Buches.

Teil VII: Krisen meistern

Wirtschaftliche Krisen folgen in der Regel einer mehrstufigen Chronologie. Je früher Sie Alarmsignale wahrnehmen und darauf reagieren, desto größer sind Ihre Handlungsspielräume und Ihre Erfolgschancen. In diesem Teil erfahren Sie, welche Maßnahmen Sie in welchem Krisenstadium ergreifen sollten, wie Sie in schwierigen Zeiten den richtigen Ton treffen und was Sie präventiv tun können, damit Ihr Betrieb gar nicht erst in eine bedrohliche Schieflage gerät.

Teil VIII: Der Top-Ten-Teil

Im Top-Ten-Teil des Buches haben wir kurz und knapp zusammengefasst, welche Fehler Sie sich sparen dürfen, welche Websites Ihren Unternehmeralltag erleichtern können und welche Bücher Sie lesen sollten, wenn Sie noch tiefer in die Thematik einsteigen möchten.

Symbole, die in diesem Buch verwendet werden

Immer wieder begegnen Ihnen links neben dem Text kleine runde Symbole. Sie bedeuten Folgendes:

Diese Informationen sind wichtig. Sie sollten sie sich merken.

Hier finden Sie Tipps und Tricks, die Ihr Unternehmerleben leichter machen.

An diesem Symbol erkennen Sie Beispiele aus der bunten Welt des Unternehmertums.

Wie es weitergeht

Steigen Sie in die Lektüre des Buches ein, wo immer Sie möchten – am Anfang, mittendrin oder am Ende. Gönnen Sie sich dazu eine Tasse Kaffee oder Tee und genießen Sie eine kleine Auszeit vom Alltag.

Vergessen Sie jedoch nicht, vom Lesen auch ins Tun zu kommen. Die Empfehlungen und Anregungen in diesem Buch sind nichts wert, solange sie nicht von Ihnen umgesetzt werden. Beginnen Sie deshalb möglichst früh, Dinge anders zu machen oder neu zu denken. Verändern Sie nicht alles auf einmal, sondern in kleinen Schritten. Sie lesen von einem vertrauten Problem und wie man es löst? Probieren Sie aus, ob es funktioniert. Und dann gehen Sie den nächsten Schritt. Und dann den nächsten.

Teil I

Ein Unternehmen führen ist Handwerk, kein Hexenwerk

IN DIESEM TEIL …

In diesem Teil des Buches entstauben wir zunächst das gängige Unternehmerbild und konfrontieren es mit der Realität, um Ihnen zu zeigen, dass Sie auch dann ein erfolgreiches und zufriedenes Unternehmerleben führen können, wenn Sie »anders« sind, als man es von einem typischen Unternehmer erwartet: Wenn Sie zum Beispiel weder besonders risikofreudig noch extrovertiert sind, wenn Sie keine Lust haben, jeden Tag zehn Stunden und mehr zu arbeiten oder wenn Sie mit Zahlen wenig anfangen können.

Anschließend geben wir einen kurzen Überblick über die typischen Herausforderungen, vor denen alle Unternehmerinnen stehen, bevor wir Ihnen vier einfache Prinzipien erfolgreicher Entrepreneure vorstellen, die Ihnen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen können – Sie werden überrascht sein, wie wenig sie mit dem zu tun haben, was in Managementratgebern steht oder in BWL-Vorlesungen unterrichtet wird. Und zu guter Letzt lernen Sie noch die drei Rollen im Leben einer jeden Unternehmerin kennen und erfahren, wie Ihnen ein neues Rollenverständnis dabei hilft, Ihre Arbeit zu machen.

Kapitel 1

Ein Unternehmen führen? Kann doch jeder

IN DIESEM KAPITEL

Unternehmermythen werden entlarvtTypische Herausforderungen im AlltagWie dieses Buch hilft, ein gelungenes Unternehmerleben zu führen

Es gibt nur wenige Berufsfelder, um die sich so viele Mythen ranken, wie das des Unternehmers. So müssen sich Gründerinnen in Deutschland häufig die Frage gefallen lassen, ob sie überhaupt eine »Unternehmerpersönlichkeit« seien. Und damit ist dann gemeint, ob sie bereit seien, jede Woche mindestens 50 Stunden zu arbeiten, auf Urlaub zu verzichten und sich von ihrem Privatleben zu verabschieden. In vielen Gründungsratgebern ist außerdem die Rede vom »geborenen Unternehmer«. Diese Menschen gelten als überdurchschnittlich ehrgeizig, risikofreudig und selbstbewusst. Falls Sie sich in dieser Beschreibung eher nicht wiedererkennen und falls Sie deshalb womöglich schon an sich gezweifelt haben, möchten wir Ihre Zweifel zerstreuen. In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen, dass Unternehmertum in Wahrheit viel bunter und vielfältiger ist, als das verbreitete Klischee erwarten lässt. Und dass es nicht von Ihrer Persönlichkeit abhängt, ob Sie erfolgreich ein Unternehmen führen können, sondern allenfalls wie.

Was es heute bedeutet, Unternehmerin zu sein

Erfolgreiche Unternehmer gelten als überdurchschnittlich risikobereit, zupackend und selbstbewusst. Für diese Eigenschaften werden sie teils bewundert, teils auch gefürchtet.

Das ist aus drei Gründen problematisch:

Viele Menschen mit guten Ideen werden davon abgehalten, sich selbstständig zu machen, weil sie glauben, dieser Herausforderung nicht gewachsen zu sein.

Es werden diejenigen in unnötige Selbstzweifel gestürzt, die den Schritt in die Selbstständigkeit bereits gewagt haben und dann feststellen müssen, dass ihr Leben ganz anders ist, als es der allgemeinen Vorstellung entspricht.

Diese Mythen verstellen den Blick auf die Merkmale, die wirklich zählen, wenn es darum geht, als Unternehmerin erfolgreich und glücklich zu sein.

Deshalb ist es an der Zeit, mit den Märchen aufzuräumen und sie einem kleinen Faktencheck zu unterziehen.

Faktencheck Unternehmertum

Vorurteile gegenüber Unternehmern gibt es viele. Wir greifen drei besonders gängige heraus und zeigen daran auf, dass es jeglicher Grundlage entbehrt, alle Selbstständigen über einen Kamm scheren und bestimmte Eigenschaften unterstellen zu wollen, die diese Berufsgruppe angeblich von Sportreporterinnen, Kindergärtnern, Richterinnen oder anderen unterscheidet.

Mythos 1: Als Unternehmer müssen Sie risikofreudig sein

Das Leben hält vielfältige Risiken bereit und das gilt nicht nur für Selbstständige. Ob es darum geht, in eine andere Stadt zu ziehen, ein Kind in die Welt zu setzen oder im Job eine neue Aufgabe zu übernehmen – immer braucht es Mut und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft, um Entscheidungen wie diese zu treffen. Sind Unternehmerinnen also wirklich wagemutiger als andere Menschen?

Faktencheck: Zwar müssen Unternehmer immer wieder Entscheidungen treffen, von denen sie nicht wissen, ob sie sich später als richtig herausstellen. Aber das Geheimnis des Erfolges liegt gerade nicht darin, hoch zu pokern, sondern kalkulierbare Risiken mit begrenztem Einsatz einzugehen.

Schon wahr: Unternehmerinnen, die übervorsichtig sind und zu lange zögern, werden es eher schwer haben. Es ist aber belegt, dass Firmen besonders dann erfolgreich sind, wenn ihre Inhaber keine hohe, sondern lediglich eine mittlere Risikobereitschaft aufweisen (zum Beispiel hier: Marco Caliendo, Frank Fossen, Alexander Kritikos: The Impact of Risk Attitudes on Entrepreneurial Survival, IZA Discussion Paper No. 3525).

Bewertung:

Falsch. Um ein Unternehmen zu führen, brauchen Sie keinen ausgeprägten Hang zum Risiko. Eine mittlere Risikobereitschaft ist perfekt.

Mythos 2: Als Unternehmerin müssen Sie ein echtes Arbeitstier sein

Haben Sie schon mal einen dieser Persönlichkeitstests für Gründer gemacht, die darüber aufklären sollen, ob jemand das Zeug zum Unternehmer hat? Eine Frage, die darin zuverlässig auftaucht, lautet: »Sind Sie bereit, mehr als 50 Stunden die Woche zu arbeiten und Ihre Freizeit einzuschränken?« Damit wird suggeriert, dass ein Leben in der Selbstständigkeit eine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft voraussetzt und nur etwas für Menschen ist, die nichts kennen außer ihren Beruf. Zu Recht?

Faktencheck: Sicher gibt es sie, diese viel beschäftigten Chefinnen, die morgens die Ersten in der Firma sind und abends die Letzten, und die vor lauter Stress ständig kurz vorm Herzinfarkt stehen. Bei einigen ist das ein Ausdruck ihrer Leidenschaft, bei anderen aber auch aus der Not geboren: Sie schaffen es einfach nicht, ihre Aufgaben abzuschließen oder wirksam zu delegieren.

Diese Fälle sollte man aber nicht zum allgemeinen Maßstab erklären. Tatsächlich gibt es auch ausgesprochen faule Unternehmer, die sehr erfolgreich sind. Der wohl bekannteste von ihnen ist Tim Ferriss, der mit seinem Bestseller Die 4-Stunden-Woche (Berlin 2008) gezeigt hat, dass sich ein Unternehmen auch mit minimalem Einsatz führen lässt. Auch wenn einige darin enthaltene Ratschläge hinterfragt werden dürfen, ist das Buch eine tolle Inspirationsquelle für alle, die vom Leben mehr als Arbeit erwarten.

Bewertung:

Falsch. Sie müssen nicht jede Woche 50 Stunden und mehr arbeiten, um ein Unternehmen zu führen. Viele Beispiele zeigen, dass es auch anders geht. Wie viel Zeit Sie in Ihren Beruf investieren, hängt auch von der Art Ihres Unternehmens und von der formalen Organisation der Abläufe ab.

Mythos 3: Wenn Sie introvertiert sind, sollten Sie sich lieber um eine Festanstellung bemühen

Ein weiterer Dauerbrenner in besagten Persönlichkeitstests ist die Frage: »Gehen Sie offen auf andere Menschen zu und fällt es Ihnen leicht, Kontakte zu knüpfen?« Eine Frage, deren Aussagekraft gen null tendiert, denn wer sie mit Ja beantwortet, wird es in mindestens 95 Prozent aller Berufe leichter haben als jemand, der nicht gern mit anderen Menschen spricht und die Zähne nicht auseinanderbekommt, wenn er auf Fremde trifft.

Faktencheck: Es gibt keine seriösen Studien darüber, wie viele Firmeninhaberinnen introvertiert und wie viele extrovertiert sind. Aber als gesichert gilt, dass gut ein Drittel der Bevölkerung in die erste Kategorie gehört. Unter ihnen die erfolgreichsten Unternehmer des Planeten: Bill Gates, Warren Buffett, George Soros – allesamt zurückhaltende, aber unternehmerisch immens erfolgreiche Zeitgenossen.

Diese Namensliste soll uns als Beleg dienen, dass das Persönlichkeitsmerkmal introvertiert/extrovertiert keine Auswirkungen darauf hat, wie erfolgreich eine Unternehmerkarriere verläuft. Es gibt sehr extrovertierte Unternehmerinnen und sehr zurückhaltende – und alles dazwischen.

Bewertung:

Falsch. Ob jemand ein Unternehmen in eine strahlende Zukunft führt oder in die Pleite, hat nichts damit zu tun, wie aufgeschlossen oder schüchtern die Person ist. Extrovertierte Unternehmer fallen nur mehr auf und es wird mehr über sie geredet. Aber sie sind keineswegs erfolgreicher als ihre zurückhaltenden Kollegen.

Unsere Liste der Unternehmermythen ließe sich weiter fortsetzen. Wir belassen es dabei, weil schon diese drei Beispiele zeigen, dass die meisten Geschichten, die über Unternehmerinnen kursieren, schlicht falsch sind.

Es gibt weder einen »Unternehmertyp« noch müssen Sie zum Unternehmertum geboren sein. Es gibt junge und alte, laute und leise, risikofreudige und vorsichtige Menschen, die ein Unternehmen führen. Und sie alle können damit Erfolg haben, auf ihre Weise.

Verschiedene Unternehmerpersönlichkeiten – verschiedene Ziele

So unterschiedlich wie die Unternehmerpersönlichkeiten in der realen Welt, so unterschiedlich sind auch die Ziele, die sie verfolgen:

Die eine möchte viel Geld in kurzer Zeit verdienen, der andere wünscht sich vor allem Freiheit und Autonomie.

Der einen geht es darum, die Welt zu verbessern, der andere hat sich aus der Not heraus selbstständig gemacht.

Die eine brennt für ihre Idee, der andere möchte flexibler arbeiten können, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren.

Wir wissen nicht, was Ihre Gründe dafür sind oder waren, die Selbstständigkeit einer Festanstellung vorzuziehen. Aber wir sind überzeugt: Es hängt nicht von Ihrer Persönlichkeit ab, ob Sie damit glücklich werden, sondern davon, ob Ihr Unternehmen zu Ihrer Persönlichkeit passt. Was Sie dafür tun können, erfahren Sie in diesem Buch.

Letztlich gibt es kein Patentrezept, das in allen Situationen passt. Den richtigen Dreh für Ihr Unternehmen zu finden, ist eine Entwicklungsaufgabe, vor der Sie jeden Tag aufs Neue stehen, und das Ergebnis wird immer eine selbst geschneiderte Maßanfertigung sein.

Sie wissen dabei selbst am besten, wie Ihr Unternehmen funktioniert und wo die Knackpunkte liegen. Mit diesem Buch möchten wir Ihnen lediglich die Werkzeuge an die Hand geben, die Ihnen dabei helfen, ein gelungenes Unternehmerleben zu führen.

Herausforderungen im Unternehmeralltag

Nicht nur Unternehmerpersönlichkeiten sind bunt und vielfältig, die Aufgaben, vor denen Unternehmer tagtäglich in ihren Betrieben stehen, sind es auch. Gleichwohl lassen sich einige allgemeine Herausforderungen benennen, die sie alle kennen, ganz unabhängig von der Branche, der Region oder der Größe des Betriebs (siehe Abbildung 1.1).

Abbildung 1.1: Die Herausforderungen in einem Unternehmen

Mutig Entscheidungen treffen

Eine der Aufgaben von Unternehmerinnen, die über allen anderen steht, ist es, Entscheidungen zu treffen. Und damit ist nicht die Wahl zwischen Reispfanne und Gemüselasagne beim Mittagstisch gemeint. Sie haben es mit echten Entscheidungen zu tun, und das beinahe jeden Tag. Diese zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

Bei einer echten Entscheidung geht es um etwas. Die Entwicklung Ihres Betriebs kann davon abhängen.

Es gibt mindestens zwei Alternativen.

Es steht nicht von vornherein fest, welche der Alternativen die überlegene ist.

Angesichts dieser Tragweite ist es verständlich, wenn Sie hin und wieder schlaflose Nächte haben. Aber selbst wenn Sie es sich vielleicht manchmal wünschen würden: Sie kommen nicht darum herum zu entscheiden. Denn auch »nichts tun« zählt in der Regel zu den zur Wahl stehenden Optionen und wird sich auf Ihr Geschäft auswirken.

Nun können Sie vor jedem weitreichenden Beschluss mit hohem Aufwand Daten sammeln, ausgiebig Berechnungen anstellen und Prognosen entwickeln – aber hundertprozentige Gewissheit über die Folgen Ihrer Handlungen werden Sie auch mit größten Mühen nicht erreichen. Wie wäre es also, wenn Sie einfach akzeptierten, dass Sie die Zukunft nicht vorhersagen können? Fangen Sie doch lieber an, sie aktiv zu gestalten.

Sehen Sie im Zufall Ihren Freund, den Sie für Ihre Vorhaben nutzen können, statt sich an Konzepten und Prognosen festzuhalten, die von der Realität längst überholt wurden.

Setzen Sie nur das aufs Spiel, was Sie zur Not verlieren könnten. Dann fällt es leichter, Dinge auszuprobieren.

Orientieren Sie sich an den Mitteln, die Sie schon haben, anstatt sich Ziele zu setzen, die nur schwer erreichbar sind.

Hören Sie auf, sich ständig an der Konkurrenz zu messen, und bauen Sie stattdessen auf starke Netzwerke, die Sie nach vorn bringen.

Entscheidungen mutig zu treffen ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite finden Sie die Parole: »Kehrt marsch!« Zum Unternehmertum gehört nämlich auch der Mut, eine Idee zu begraben und ein paar Schritte zurückzugehen, wenn Sie merken, dass Sie falschlagen oder dass das, was gestern richtig war, heute nicht mehr gilt.

Mehr zu diesen und weiteren Entscheidungsrichtlinien, die Ihnen Ihr Unternehmerleben vereinfachen können, erfahren Sie in Kapitel 2.

Das Geschäftsmodell anpassen – immer wieder

Wir wissen nicht, ob Ihr Unternehmen seit drei Generationen besteht oder seit drei Jahren. Aber wir wissen, dass es nicht bis in alle Ewigkeit so bleiben wird, wie es heute ist. Wenn sich die Gesellschaft, die Märkte oder die Kundschaft verändern, kann Ihre Firma nicht auf der Stelle treten. Sie muss sich anpassen, wenn sie am Markt bestehen möchte. Hinzu kommt: Auch Sie selbst entwickeln sich weiter. Ihre Ansprüche und Sichtweisen sind nicht mehr dieselben wie früher – und als Unternehmerin haben Sie die großartige Chance, Ihre Firma auf Ihre Lernreise durchs Leben mitzunehmen.

Es gibt also viele gute Gründe – äußere wie innere –, Ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen, und Sie sollten das so regelmäßig tun, wie Sie Ihr Auto zur Inspektion bringen. Ein geeignetes Werkzeug dafür ist die Business Model Canvas (BMC), mit der Sie die Funktionsweise Ihres Betriebs zunächst übersichtlich auf einem Blatt Papier darstellen können, um sie im zweiten Schritt zu verändern.

Die Business Model Canvas ist so konzipiert, dass sie die Stärken, aber auch die Schwächen Ihres bestehenden Geschäftsmodells offenbart. Sie stellt den Kundennutzen in den Mittelpunkt, der durch das Geschäftsmodell im Ganzen geschaffen wird.

Die Canvas ist ein flexibles Tool, das Ihnen hilft, sich auf die wesentlichen Treiber Ihres Geschäfts zu fokussieren. Gleichzeitig zeigt es Ihnen, wie die Funktionen Ihres Geschäftsmodells miteinander zusammenhängen. Sie können relativ einfach einzelne Bausteine verändern, davon ausgehend das gesamte Geschäftsmodell neu denken und dabei mehrere Varianten vergleichen.

Häufig wird in Unternehmen als Erstes über die Produkte nachgedacht, wenn es darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Dabei wird übersehen, dass sie nur einen Teil des Kundennutzens ausmachen. Dieser wird durch das Geschäftsmodell im Ganzen geliefert. Vielleicht trifft Ihr Produkt den Nerv der Zeit, aber der Vertrieb passt noch nicht zu den Vorstellungen Ihrer Kunden. Oder Sie könnten Ihre Leistungen effektiver und zu höheren Preisen vermarkten, wenn Sie die richtige Zielgruppe ansprechen würden.

Dank der Konzentration auf das Wesentliche verlieren Sie sich nicht im Kleinklein von Merkblättern, Zielgruppenanalysen und Wirtschaftszahlen, sondern behalten den Fokus auf den großen Zusammenhängen. In Kapitel 5 erläutern wir, warum die Geschäftsmodellarbeit für Unternehmerinnen eine Lebensaufgabe ist und wie das Instrument der Business Model Canvas Ihnen dabei hilft.

Bei der Arbeit an Ihrem Geschäftsmodell müssen Sie das Rad nicht neu erfinden. Es gibt verschiedene erprobte Ansätze für die Entwicklung von Unternehmen, auf die Sie dabei zurückgreifen oder von denen Sie sich inspirieren lassen können.

Baukastenprinzip

:

Dieses von Günter Faltin (»Gründen in Komponenten«) erdachte Konzept hilft Ihnen, sich auf Ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und durch die Einbindung externer Dienstleister ein schlankes und flexibles Unternehmen aufzubauen.

Lean Start-up

:

Hier geht es um schlanke Prozesse. Das Herzstück dieser Methode ist eine kontinuierliche Feedbackschleife, bei der es darum geht, Ideen früh umzusetzen, die Resonanz potenzieller Kundinnen und Nutzer zu testen und einzubeziehen und so Ihre Idee schrittweise zu verbessern.

Solopreneurship

:

Bei diesem Gedanken geht es darum, Ihre Unabhängigkeit zu bewahren und alle Fäden in Ihrem Business fest in der Hand zu halten. Sie arbeiten ohne feste Mitarbeiterinnen und verkaufen nicht Ihre Arbeitszeit, sondern die Ergebnisse Ihrer Arbeit. Das setzt skalierbare Geschäftsmodelle voraus.

Digitale Geschäftsmodelle:

Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Kundennutzen ganz oder teilweise digital erbracht wird. Sie können mit der Digitalisierung bei jedem Baustein Ihres Geschäftsmodells ansetzen. Vergessen Sie aber nicht, Ihre Kundinnen in den Mittelpunkt Ihrer Überlegungen zu stellen.

Produkt-Treppe

:

Sie ist ein intuitives Tool, um Ihr Geschäftsmodell zu strukturieren und zu vereinfachen. Bringen Sie Ordnung in Ihr Sortiment und schaffen Sie sich eine Palette von Produkten oder Dienstleistungen, die perfekt aufeinander aufbauen und sich gegenseitig stützen.

Franchising

:

Von diesen Konzepten können Sie lernen, wie Sie sämtliche Prozesse in Ihrem Betrieb definieren und standardisieren und dadurch die Effizienz steigern können.

In Kapitel 6 werden alle diese Konzepte näher ausgeführt. Keines davon müssen Sie von A bis Z durchdeklinieren, um Ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Sie können auch nur einzelne Bestandteile übernehmen oder sich zu ganz eigenen Wegen inspirieren lassen.

Organisieren und führen

Das Geschäftsmodell ist, der Begriff sagt es schon, ein vereinfachtes Modell der Wirklichkeit. Es zeigt, was Sie in Ihrer Firma tun, aber nicht, wie Sie es tun. Als Unternehmer besteht Ihre Aufgabe auch darin, eine passende Organisationsstruktur zu finden, die es Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen erlaubt, einen starken Kundennutzen zu schaffen und motiviert und mit Freude dabei zu sein.

Dazu sollten Sie zunächst folgende Fragen klären:

Wen brauchen Sie für Ihr Unternehmen?

Wer ist für welche Aufgaben zuständig?

Wer trifft welche Entscheidungen?

Wie werden die Prozesse definiert, die jeden Tag im Betrieb ablaufen?

Brauchen Sie einzelne Abteilungen? Und wenn ja, welche?

Welche Kommunikationswege sind sinnvoll?

Was legen Sie in Handbüchern und Checklisten fest, was nicht?

Die Antworten auf diese Fragen bestimmen, wie die Formalstruktur – also die offiziellen Regeln der Zusammenarbeit in Ihrem Betrieb – beschaffen ist. Zugleich legen Sie damit die Basis für eine bestimmte Unternehmenskultur. Mehr über die Bedeutung und das Zusammenspiel von formalen und nicht formalen Strukturen und was das Ganze mit Ihren Führungsaufgaben zu tun hat, erfahren Sie in den Kapiteln 7 und 8.

Es ist wichtig, dass Sie diesen Zusammenhang verstehen: Die Unternehmenskultur wird vor allem durch die formalen Strukturen bestimmt (und nicht durch wohlformulierte Leitbilder oder Teambuildingevents).

Die formalen Strukturen und die informale Unternehmenskultur haben Einfluss darauf, wie die Menschen in Ihrem Betrieb handeln und wie sie miteinander umgehen. Sie bestimmen also letztlich, wie viel Sie führen müssen und welcher Führungsstil für Ihr Unternehmen am besten geeignet ist. Wie Ihnen gute Führung gelingt und wie Sie auch schwierige Gespräche mit Mitarbeitern meistern, lesen Sie in Kapitel 9.

Partnerschaften schließen

In Lehrbüchern wird Unternehmerinnen oft geraten, sich eingehend und regelmäßig mit der Konkurrenz auseinanderzusetzen, um für sich selbst den besten Platz auf dem Markt zu besetzen. Wir empfehlen, es einfach mal andersherum zu machen und den Blick auf mögliche Schlüsselpartner zu richten. Bei einer Partnerschaft gehen Unternehmen eine Kooperation ein, die über eine klassische Lieferanten-Abnehmer-Beziehung hinausgeht, ohne ihre Selbstständigkeit zu verlieren. So können sie ihre Ressourcen bündeln, Kosten senken und das Risiko ihrer Geschäfte minimieren.

Ein Schlüsselpartner ist für Ihr Unternehmen so wichtig, dass er nicht so leicht durch einen anderen ersetzt werden kann.

Schlüsselpartnerschaften ermöglichen es Ihnen, sich auf die Entwicklung Ihres Unternehmens zu konzentrieren, anstatt sich im Tagesgeschäft aufzureiben und zum überarbeiteten Selbstständigen zu werden. Bei digitalen Geschäftsmodellen spielen Partnerschaften eine besonders wichtige Rolle. Aber auch bei traditionellen Unternehmen können sie unentbehrlich sein – und sogar zum Alleinstellungsmerkmal werden.

Zwei wichtige Partner sind der Steuerberater und die Fachanwältin, über die Sie in Kapitel 11 mehr erfahren. Während Ersterer nicht nur dafür da sein sollte, Ihre Steuererklärung unfallfrei über die Bühne zu bringen, sondern Sie auch bei der Investitionsplanung unterstützen sollte, hilft Letztere dabei, sich mit wasserdichten Verträgen zu wappnen und rechtliche Auseinandersetzungen schon im Vorfeld zu vermeiden.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Schlüsselpartnern ist, dass Sie sie nicht so ohne Weiteres wechseln können – insofern betrachten wir auch den Anbieter Ihrer digitalen Buchhaltungs- beziehungsweise Steuerungssoftware als eine Art Schlüsselpartner, an den Sie sich langfristig binden werden. Wie Sie eine kluge Auswahl treffen und wie Sie Ihnen die Digitalisierung bei der Unternehmenssteuerung hilft, erfahren Sie ebenfalls in Kapitel 11.

Kunden gewinnen

Ein Unternehmen ohne Kundinnen kann es nicht geben. So weit, so klar. Trotzdem gehört es nicht gerade zu den Lieblingstätigkeiten von Unternehmern, ihre Produkte oder Leistungen feilzubieten. Fast alle träumen davon, dass ihre Kunden von sich aus auf sie zukommen mögen. Aber leider verkaufen sich auch die besten Produkte nur selten von allein.

Ganz gleich, was für ein Unternehmen Sie führen, Sie sollten die Bedeutung des Vertriebs für Ihren wirtschaftlichen Erfolg nicht unterschätzen. Als äußerst wirksam hat es sich erwiesen, feste Routinen zu etablieren, die regelmäßig ablaufen. Denn um erfolgreich verkaufen zu können, brauchen Sie kein Talent, sondern Übung. Reservieren Sie daher jede Woche ein festes Zeitfenster für den Vertrieb.

Abgesehen davon helfen Ihnen folgende Maßnahmen, den Vertriebsturbo zu zünden und sich eine als mühsam empfundene Aufgabe leichter zu machen:

Legen Sie die einzelnen Vertriebsschritte genau fest, vom Erstkontakt über das Verkaufsgespräch bis zur Auftragsabwicklung.

Erstellen Sie einen Vertriebsleitfaden, der Ihnen und Ihrem Vertriebsteam Orientierung bietet.

Dokumentieren Sie die einzelnen Schritte (Kundenanrufe, Besuchstermine, Verkaufsgespräche etc.).

Verabschieden Sie sich von selbst gebastelten Tabellen für die Dokumentation und führen Sie besser heute als morgen ein CRM-System ein.

Selbst wenn Sie ein engagiertes Vertriebsteam in Ihrer Firma haben: Machen Sie den Vertrieb regelmäßig zur Chefsache. Im Kundengespräch lernen Sie viel über die Vorstellungen Ihrer Zielgruppe.

Ein weitverbreitetes Problem ist, dass Marketing und Vertrieb getrennte Wege gehen: Während das Marketing versucht, das Unternehmen und seine Leistungen ins beste Licht zu rücken und schlichtweg Aufmerksamkeit zu erzeugen, leidet der Vertrieb unter ungeeigneten Kontakten oder darunter, dass die Kundinnen völlig falsche Vorstellungen haben.

Versuchen Sie, in Ihrem Unternehmen Vertrieb und Marketing eng miteinander zu verzahnen, und standardisieren Sie die Vertriebsprozesse so weit wie möglich – dann werden Sie bald feststellen, dass Ihnen das Verkaufen immer leichter von der Hand geht und sogar Spaß machen kann!

In den Kapiteln 12 bis 14 finden Sie viele praktische Tipps, wie Sie Ihren Vertrieb leichter und effektiver gestalten können.

Die Zahlen im Blick behalten

Eine solide Finanzplanung ist für jedes Unternehmen unverzichtbar. Dabei geht es zum einen darum, zurückzusehen und aus dem Vergangenen die richtigen Schlüsse zu ziehen (dabei helfen Ihnen zum Beispiel Ihre betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), Ihr Jahresschluss oder Ihre Bilanz).

Mindestens ebenso wichtig ist aber auch der Blick nach vorn. An vorderster Stelle steht die Liquiditätsplanung. Gehen Ihrem Betrieb die flüssigen Mittel aus, kann er in die Insolvenz schlittern – sogar dann, wenn die Auftragslage gut ist. Erst drohen Mahngebühren. Dann bestehen Ihre Lieferanten plötzlich auf Vorkasse, bis sie vielleicht ganz die Geduld verlieren und die Geschäftsbeziehung beenden. Das Ende vom Lied: Sie können Ihre Lager nicht mehr auffüllen und verlieren jede Chance, Umsatz zu machen.

Damit Sie solche Aussichten nicht um den Schlaf bringen, brauchen Sie einen guten Überblick über Ihre flüssigen Mittel. Mit einer einfachen Liquiditätsplanung können Sie vorhersagen, wie sich Ihre Zahlungsfähigkeit in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt. Sind finanzielle Engpässe absehbar, wird es Zeit, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Liquiditätsplanung verrät Ihnen, ob Sie morgen Ihre Rechnungen bezahlen können. Sie sagt aber nichts darüber, ob sich das, was Sie jeden Tag tun, wirtschaftlich lohnt. Deshalb brauchen Sie zusätzlich eine Rentabilitätsplanung. Sie sagt, ob Sie ausreichend Einnahmen haben werden, um die Kosten wieder einzuspielen, und ob Sie darüber hinaus sogar Gewinne erwarten dürfen. Die Rentabilitätsplanung ist eher ein Instrument für die mittelfristige Planung. Sie ist vor allem dann wichtig, wenn Sie größere Investitionen planen oder Ihr Unternehmen umkrempeln möchten.

Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass auch eine noch so sorgfältige Finanzplanung immer mit Unsicherheit verbunden ist. Sie ist nicht mehr als eine Vorhersage der zukünftigen Unternehmensentwicklung. Und wenn Sie beim Picknick schon mal klatschnass geworden sind, weil Sie sich auf den Wetterbericht verlassen haben, wissen Sie: Vorhersagen können auch mal falsch sein.

Deshalb kommt es darauf an, die Planzahlen regelmäßig mit den Istzahlen zu vergleichen. Prüfen Sie:

Wie stark waren die Abweichungen?

Warum sind Ihre Vorhersagen nicht oder nur teilweise eingetreten?

Und was bedeutet das für die Zukunft?

Wenn Sie sich regelmäßig die Zeit nehmen, Ihre Finanzplanung und Ihre BWA zu analysieren, werden Sie immer besser darin, valide Voraussagen zu treffen. Kapitel 15 widmet sich ganz diesen grundlegenden Controllingansätzen, die jeder Unternehmer kennen sollte.

Noch besser wird Ihr ökonomisches Frühwarnsystem, wenn Sie Ihre Finanzplanung durch ein Set aus höchstens fünf Key Performance Indicators (KPIs) ergänzen, mit denen Sie Ihren Erfolg messen und Ihre Maßnahmen steuern können. Mit den passenden KPI können Sie eine Brücke schlagen zwischen den übergeordneten Unternehmenszielen und der täglichen Praxis in Ihrem Betrieb. Wie das geht, erfahren Sie in Kapitel 16.

Krisen meistern

Dieses Buch ist randvoll mit Tipps, wie Sie Ihr Unternehmen auf Kurs halten und vor Krisen bewahren. Eine Garantie ist es jedoch nicht. Fehler passieren und Unternehmen können auch gänzlich unverschuldet ins Schlingern geraten, wie uns zuletzt die Coronakrise brutal vor Augen geführt hat. Deshalb zeigen wir in Kapitel 17 verschiedene Wege auf, wie Sie gelassen durch unruhige Zeiten kommen.

Falls Sie mit Ihrem Unternehmen in Schwierigkeiten stecken, können Ihnen diese Erste-Hilfe-Tipps helfen, das Ruder wieder in die Hand zu nehmen:

Ruhe bewahren

Ihre Gesundheit ist das Wichtigste – physisch und psychisch. Finden Sie Ihre Balance. Es geht jetzt vor allem darum, sich bestmöglich zu schützen und ruhig zu bleiben. Dann haben Sie auch das richtige Mindset für die weiteren Schritte.

Krisenabsicherung

Tun Sie das, was getan werden muss. Schieben Sie Anpassungen nicht auf die lange Bank. Reduzieren Sie Ihre Kosten und prüfen Sie Ihren finanziellen Status quo: Wie lange können Sie im Notfall zurechtkommen? Welche Rücklagen haben Sie?

Falls noch nicht geschehen, wird es jetzt höchste Zeit für eine Liquiditätsplanung. Dann können Sie entscheiden, ob und welche Hilfen Sie in Anspruch nehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob es Möglichkeiten gibt, auf dem Gebiet der Steuern für Entlastung zu sorgen, und rufen Sie das Finanzamt an.

Chancen erkennen

Für Unternehmerinnen, die mitten in einer existenzbedrohenden Schieflage stecken, mag es abwegig klingen, aber es ist trotzdem wahr: In jeder Krise stecken auch Chancen. Um diese zu ergreifen, brauchen Sie einen kühlen Kopf. Versuchen Sie, positiv zu denken, und prüfen Sie Ihre Optionen: Wie können Sie Ihr Angebot anpassen? Welche Chancen bietet die Digitalisierung? Wo liegen die Stärken und Schwächen Ihres Geschäftsmodells und wie ließe es sich weiterentwickeln?