Erkennungszeichen: Safttüte - Sieglinde Breitschwerdt - E-Book

Erkennungszeichen: Safttüte E-Book

Sieglinde Breitschwerdt

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Beschreibung

Franzi und Hendrik sind begeisterte Fans von Kriminalgeschichten. Eines steht für beide schon mal fest: Sobald sie erwachsen sind, wollen sie Geheimagenten oder wenigstens Detektive werden. Aber warum sooo lange warten, bis man erwachsen ist? Hendrik und Franzi beschließen, dass sie eine Detektei aufmachen. Ihr erster Kunde ist ein Junge, der seinen Hund vermisst. Die beiden stöhnen auf. Ausgerechnet einen Hund suchen! Aber zuerst treffen sie sich mit Benedikt. Erkennungszeichen: Safttüte. Ein Schuhsohlenabdruck der Marke "STEPP" führt sie auf die richtige Spur. Aber wo wohnt der kleine Auftraggeber? Nach kurzer Zeit haben sie es herausgefunden. Und dann klingelt das Telefon wieder. Jetzt haben sie schon den 2. Auftrag, aber auch nix Aufregendes: nur ein gestohlenes Fahrrad! Heimlich verschaffen sich die beiden Zugang zum Internet und haben eine heiße Spur. 59 Fahrräder wurden rund um Schulen geklaut! Nun heißt es am Ball bleiben – doch wie? Wie schwänzt man auf legale Weise die Schule? Wie kommt man an eine Adressenliste? Wie schafft man es, sich nachts unbemerkt aus dem Haus zu schleichen, ohne dass der Hund bellt oder man die Tür aufschließen muss? Hendrik und Franzi sind sehr erfindungsreich, doch dann geraten sie fast in die Hände einer Diebesbande. Mit kriminalistischem Scharfsinn lassen sie die Bande auffliegen. Die beiden sind wahnsinnig stolz, aber sie können es niemandem erzählen, denn eines steht schon mal fest: Sie haben Verbote überschritten und zu viel geflunkert. Taschengeldentzug oder Hausarrest ist nicht gerade das, was sich Franzi und Hendrik – trotz ihres Erfolges – wünschen.

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Sieglinde Breitschwerdt

Erkennungszeichen: Safttüte

Ein spannender Kinderkrimi ab der 3. Lesestufe

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Der Anfang

Der erste Auftrag

Erkennungszeichen Safttüte

Eindeutig Marke STEPP

Noch ein Auftrag

59 Fahrräder

Eine fast schlaflose Nacht

Wo wohnt Benedikt?

Da wohnt Bene

Benedikt weiß etwas

Grübeleien

Die Liste

10 Girls

Andy macht Druck

Kriegsrat

Die Spur wird heiß

Das war Molli

Der Beweis

Eine sehr gute Idee

Ein Dankeschön mit Currywurst

Die Ermittlungen gehen weiter

Kaugummi und Wendeltreppe

Nachtwanderung

Gänsehaut im Mondlicht

Fledermäuse sind keine Vampire

Ein unheimliches Geräusch

Einundzwanzig, zweiundzwanzig...

Magenkneifen

Jetzt wird es knifflig

Treffpunkt: 7:30 Uhr

Es wird ernst

Beweise sind alles

Herzklopfen unterm Tisch

SMS zur falschen Zeit

Schwein gehabt

Da geht was schief

Grabstein und Handbremse

Das war knapp

Die Luft ist rein

Die Ablenkung

MP3-Player, Comic und WC

Ein anonymer Hinweis

Wie durch ein Wunder

Hausarrest auf Lebenszeit

Impressum neobooks

Der Anfang

„Wir geben eine Anzeige auf”, schlug Franzi vor. Das ist zu teuer”, wehrte Hendrik ab.

„Wie wär’s denn mit Internet?”

Er schüttelte entschieden den Kopf. „Vergiss es! Eine Webseite würden Mama und Papa nie erlauben!“

Nach langen Überlegungen kamen sie zu dem Entschluss, mit dem Computer eine Anzeige zu erstellen. Hendrik und Franzi klebten die Zettel an die Bäume und hängten sie an die Schwarzen Bretter in den Schulen und in den Supermärkten.

Und dann warteten sie auf einen Auftrag. Aber keiner sandte eine Email. Niemand rief an. So ging das eine ganze Woche lang.

„Ihr müsst am Ball bleiben!”, riet ihr Vater.

„Lasst euch nicht unterkriegen!”, ermunterte sie Opa. Oma schüttelte nur den Kopf und murmelte etwas von Blödsinn. Diese Geheimagentensache war für sie einfach nur Humbug.

Ihre Mutter meinte, dass sie lieber mehr für die Schule tun sollten, anstatt Verbrecher zu jagen.

Hendrik und Franzi waren sich einig: Das war mal wieder so richtig typisch für Mama.

Da vorerst keiner ihre Dienste in Anspruch nehmen wollte, überprüften sie ihre Ausrüstung und tippten wichtige Nummern in ihre Handys ein wie Notarzt, Polizei und Feuerwehr. Es hatte ziemlich viel Überredungskunst gekostet, bis ihre Eltern damit einverstanden waren, deren alte Handys zu benutzen. Die Kosten für die Prepaid-Karten mussten Hendrik und Franzi selbst von ihrem Taschengeld bezahlen. Auch wenn die alten Handys nicht einmal eine Digitalkamera hatten, waren sie trotzdem sehr gut brauchbar.

Täglich übten sie das Lippenablesen und das Deuten von Handzeichen. Abwechselnd stellten sie sich in den Garten und sagten etwas: Einen Spruch, ein kleines Gedicht oder lasen ein bisschen aus der Zeitung vor. Dann übten sie Handzeichen. Zuerst das Alphabet, dann kurze Befehle. Gestreckte Finger bedeuteten Zahlen. Zeigefinger am rechten Nasenflügel hieß rechts, am linken Nasenflügel links und so weiter. Dabei beobachteten sie sich gegenseitig mit dem Fernglas und machten sich Notizen. Nach einer Woche konnten sie das schon fast perfekt.

Franzi ging schon seit einem Jahr in die Karateschule. Täglich übte sie ihre Griffe und Sprünge.

Hendrik hatte sich der Computer-Arbeitsgruppe seiner Schule angeschlossen. Fast jede freie Minute verbrachte er am PC.

Der erste Auftrag

Eines Tages klingelte das Telefon. Hendrik nahm den Hörer ab und meldete sich nur mit ja. Agenten machen das so. Die melden sich nie mit ihrem Namen. Man weiß ja nie, wer am anderen Ende ist. Plötzlich hielt er die Sprechmuschel zu und flüsterte: „Ein Auftrag!”

Ungläubig riss Franzi die Augen auf. Neugierig steckten sie die Köpfe zusammen und lauschten in den Hörer.

„Ist dort das Agentenduo?”, piepste ein Stimmchen am anderen Ende.

„Ja”, sagte Hendrik nur.

Also Franzi fand, dass er das total cool machte.

„Könnt ihr mir helfen?”

Jetzt klang die Stimme weinerlich.

„Könnte schon sein”, gab Hendrik zur Antwort. „Um was handelt es sich?”

„Mein Hund ist verschwunden! Ich hab' ihn überall gesucht!”, und dann schluchzte der Anrufer.

Enttäuscht sahen sich die beiden an. Einen Hund suchen! Ihren ersten Fall hatten sie sich viel aufregender vorgestellt. Sie nickten sich zu. Sie würden trotzdem den Fall des Kleinen übernehmen.

Hendrik vereinbarte mit dem Anrufer einen geheimen Treffpunkt und ein Erkennungszeichen. Die Parole hieß: Ich hab' die Hosen voll!

„Warum die Hosen voll?”, nörgelte Franzi.

„Jemand, der so etwas sagt, dem ist es ernst!”

Dieses Argument war für Franzi absolut einleuchtend.

Sofort machten sich die Geschwister an die Arbeit. Franzi verwandelte sich in Lady X und Hendrik wurde 001.

Misstrauisch sah ihnen Rolli zu, wie sie in schwarze Jeans und T-Shirts schlüpften und schwarzen

Turnschuhe anzogen. Diese Turnschuhe hatten einen besonderen Gag. In den Schuhsohlenbefanden sich winzige Batterien. In den Absätzen waren kleine runde Glasscheiben, die bei jedem Schritt leuchteten. Das war praktisch für den Fall, wenn man im Dunkeln recherchieren musste. So konnten sie sich gegenseitig nicht aus den Augen verlieren.

Franzi und Hendrik überprüften ihre Super-Spezial-Geheim-Agenten-Gürtel. Sie nannten das praktische Ding aber nur SSGAG.

Alles passte da rein: Schweizer Messer, Dietrich, Sicherheitsnadeln, Schraubenzieher, ein Stückchen Draht, eine Lupe, eine Akku-Taschenlampe ein Streifen Kaugummi und noch vieles mehr.

Hendrik schlich in das Arbeitszimmer seines Vaters und borgte sich heimlich seine Digitalkamera aus. Eine Pinzette lieh er sich aus der Kosmetiktasche seiner Mutter. Aus der Küchenschublade nahm er noch ein paar kleine Gefrierbeutelchen. Die brauchte man zum Aufbewahren von Beweis-stücken. Noch einen Blick auf die Handys und ein Zeitvergleich: Um 15:00 Uhr waren sie am geheimen Treffpunkt verabredet.

”Komm Rolli!”, befahl Hendrik. Gottergeben verließ der Hund sein Körbchen und trottete ihm nach.

Erkennungszeichen Safttüte

Der geheime Treffpunkt war hinter dem Friedhof.

Dort stand ein riesiger alter Baum. Als Erkennungszeichen sollte der Klient eine Safttüte in der rechten Hand tragen.

Um 14:59 Uhr beobachtete Lady X durch das Fernglas einen kleinen Jungen, der vor der Friedhofsmauer unter dem großen Baum wartete.

In der rechten Hand hielt er eine Safttüte und in der linken Hand eine Art Ball. Der war rosa.

„Erkennungszeichen vorhanden!”, flüsterte Lady X. „Wenn er die Parole weiß, dann ist er unser Klient!”, murmelte 001 und blickte ebenfalls durch sein Fernglas.

„Er ist sechs oder sieben Jahre alt“, stellte Lady X fest, „ungefähr ein Meter fünfundzwanzig groß und wiegt zirka 24 Kilo!”

„Gut beobachtet, Lady X!”, meinte 001 und rief: „Parole!”

„Ich hab' die Hosen voll!”, schniefte der Kleine mit Tränen in den Augen.

„Wie heißt du?”

„Bene! Benedikt Leiber!”

Das Agentenduo stellte sich ihm vor.

Rolli schnupperte und leckte an Benedikts Hand.

„Mein Hund war auch so lieb”, murmelte der Kleine und kraulte Rolli hinter den Ohren. Dann hielt er ihnen sein Sparschwein hin.

Richtig, an die Bezahlung hatte das Agentenduo gar nicht gedacht!

„Mehr hab' ich leider nicht!”, piepste er. „Aber es ist schon viel Geld drin! Meine Omi steckt oft zwei Euro rein, weil ich für ein neues Fahrrad spare. Aber ich will lieber meinen Hund wieder haben!”

Wieder traten Tränen in seine Augen.

Das Agentenduo war sich einig: Sie würden alles daransetzen, den Hund des kleinen Benedikts zu finden.

„Behalt mal dein Geld”, tröstete Lady X. „Schließlich bist du unser erster...”

Unwirsch knuffte 001 Lady X in den Rücken. Das fehlte noch, dass der Kleine sie für Anfänger hielt!

„Bene, ich stelle dir nun ein paar Fragen! Meine Partnerin Lady X führt das Protokoll!”

Lady X zog ihren Geheimagenten-Notizblock aus ihrem Super-Spezial-Geheim-Agenten-Gürtel.

„Die erste Frage: Wie heißt der Hund?”

„Molli! Sie ist ein Mädchen!”

„Frage zwei: Wo warst du mit Molli?”

„Auf dem Spielplatz!“

Und Lady X schrieb eifrig mit.

„Frage drei: Wann hast du Molli das letzte Mal gesehen?”

Benedikt zog sein Näschen kraus und überlegte kurz, bevor er antwortete: „Ich musste Pipi und bin kurz ins Gebüsch gegangen! Als ich fertig war, war Molli weg! Ich hab' sie überall gesucht!”

Das Agentenduo sah sich an. Das konnte nur eines bedeuten: Die Hündin Molli wurde gekidnappt!

Lady X und 001 ließen sich von Benedikt zum Tatort führen.

Auf dem Spielplatz war kein einziges Kind. Kein Wunder! Es war ziemlich kalt und windig. Der Himmel war grau und es sah nach Regen aus.

Hervorragend dachte das Agentenduo. Niemand würde sie bei der Spurensuche stören oder dumme Fragen stellen.