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Susan, nach einem hektischen Arbeitstag, sitzt zu Hause in ihrem Wohnzimmer. Sie möchte so gerne anders sein, anders leben und endlich mal nicht Heucheln, sondern jedem die Wahrheit sagen, auch ihre Träume realisieren, und dass Wünsche endlich in Erfüllung gehen. Stefan, ihr Freund, geht ihr auf die Nerven, doch als es Tag wird, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Mick befindet sich auf dem Nachhauseweg. Er bleibt in einer Kneipe hängen. Er lässt die Eindrücke auf sich wirken – denkt an Lena, an seine Frau. Manches gefällt ihm überhaupt nicht an ihr – dennoch, er freut sich, sie wieder zu sehen. Zwei Erzählungen. Eine Frau, die Bilanz zieht und ein Mann, der in die Kneipe geht und alles auf sich wirken lässt – doch letztlich bleibt es so wie es ist – und das ist richtig.
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Seitenzahl: 17
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Sieglinde Breitschwerdt
... und wieder ein Tag
... und wieder ein Abend
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Inhaltsverzeichnis
Titel
...und wieder ein Tag
… und wieder ein Abend
Impressum neobooks
Susan ließ ihren Kopf in den Nacken sinken, leise Müdigkeit pochte hinter ihren Schläfen. Sie gähnte, betrachtete das leere Glas, das sie in den Händen hielt. Sie wusste, dass sie endlich zu Bett gehen sollte, morgen in aller Frühe war ein Meeting angesagt, aber gleichzeitig erfüllte sie ein unangenehmer Schauer. Schlafen! Schon wieder?
Anscheinend drehte sich alles nur noch um Arbeit, Essen, Schlafen und am Wochenende mussten die Dinge erledigt werden, wozu man unter der Woche nicht kam:. Waschen, Bügeln, Post erledigen, Pflichtanrufe durchführen.
Kaum fing der Montag an, war es Freitag, das Wochenende brachte mittlerweile nur noch lästige Dinge, kein Entspannung mehr. Das Leben geht so schnell vorbei!
Naja, da war auch noch Stefan. Manchmal war sogar er ihr lästig.
Missmutig zuckte Susan mit den Schultern und ging in die Küche. Sie öffnete den Kühlschrank, nahm sich etwas zu trinken und setzte sich auf die Eckbank.Sie bemerkte den angetrockneten Rand der Kaffeetasse und trockene Brotkrümmel auf der Tischplatte. Das abgeschnittene Eck der Kaffeesahne aus der Tüte lag klagend vor ihr.
Schwerfällig stand sie auf, schlenderte ins Wohnzimmer und setzte sich aufs Sofa. Sie schaltete den Fernseher an. Nach kurzem Zögern drehte sie den Ton ab. Ihr genügten die rasch aufeinanderfolgenden Bilder der weltweiten Katastrophen, der Events mit Stars und Sternchen, den zähnefletschenden, gestylten Repräsentanten der Werbung, die ihre Produkte als ”must have” anpriesen. Meine Güte, schoss es ihr durch den Kopf, wie kann man nur immer sooo aussehen? Wie lange stehen die denn morgens vor dem Spiegel? Ich möchte keine dieser Tussis sein, die nicht einmal ungeschminckt zum Mülleimer gehen können.
Ärgerlich drückte sie auf die Fernbedienung. Wie ein Schmatz breitete sich die Schwärze auf dem Monitor aus.
