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Der Tanz im Mondschein - eine Erzählung sowohl aus Lauras wie auch aus Jacobs Sicht. Beide sind so unerschiedlich und doch haben sie etwas gemeinsam: Sie wollen einen Neuanfang, doch vorher sollte Jacob über seinen Schatten springen. Laura wird von Jacob nach Hause geholt. Laura wollte sterben und beinahe wäre es ihr auch gelungen. Jacob, der immer Beherrschte, der nie einen Festtag oder Hochzeitstag vergisst, litt genauso wie seine Frau, doch er zeigte es ihr niemals. Eine Geschichte erzählt aus der Sicht des Mannes und der Frau.
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Seitenzahl: 16
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Sieglinde Breitschwerdt
Der Tanz im Mondschein
Jede Geschichte hat 2 Seiten
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Jacob
Laura
Impressum neobooks
Die Fahrt war endlos verlaufen. Laura hatte neben mir gesessen, leise und zurückhaltend auf meine Fragen geantwortet, sogar hier und da verhalten gelacht.
Ich fühlte, wie sich die Spannung steigerte, je näher wir zu unserem Haus kamen.
Kaum hatte ich unseren Wagen in die Garage gerollt, rannte sie mir voraus die Treppe zum Eingang empor, wartete ungeduldig, während ich mit dem Schlüssel herumfummelte und endlich die Tür aufgesperrt hatte. Sie lief hinein, ich folgte ihr, und als ich danach den großen, hohen Wohnraum betrat, hüpfte sie wie eine Ballerina über den knarrenden Holzboden, bewegte ihre Arme und Hände im anmutigen Rhythmus zu einer Musik, die wohl nur sie hörte. Sie tänzelte weiter, blieb kurz vor der Terrassentür stehen, um den hauchdünnen Store beseitezuschieben.
Urplötzlich wirbelte sie wieder zurück zu mir, umarmte mich, und ein Lächeln umspielte ihren Mund.
„Ich bin wieder da! Ich fühle mich wie neu!“ Dabei lachte sie silbern wie ein Kind, ohne Scheu, und gab nur ihrer Freude Ausdruck, dass sie aus einer Welt der Dunkelheit wieder aufgetaucht war, dass sie endlich wieder zu Hause war.
„Ich fürchte, ich bin nach wie vor der alte Jacob geblieben!“
Ihr Blick, undefinierbar, streifte den meinen, wich zurück und strich sich über die Hüften. Ihre Hände zitterten leicht, und ihre Finger fuhren über den Stoff, was der Bewegung eine erotischen Bedeutung verlieh.
Ich atmete auf. Der Verlust unseres Babys hatte ihrem narzisstischen Trieb nichts anhaben können. Wie oft hatte ich darüber gelächelt, wenn sie sich zu ihren sonderbaren, täglichen Übungen zwang und überall Cremetöpfe, Isodrinkbüchsen, große und kleine Flakons mit Duftessenzen oder dunkelbraune, dickbäuchige Glasbehälter mit kostbaren, angeblich energetisch aufgeladenen Kräutersäften standen.
