© 2010 E-Book-Ausgabe (EPUB)
© 2008 Verlag Bertelsmann Stiftung, GüterslohVerantwortlich: Martin Spilker, Anna RenkampLektorat: Rudolf Jan Gajdacz, team 4media&event, MünchenHerstellung: Christiane RaffelUmschlaggestaltung: Nadine HumannUmschlagabbildung: Veit Mette, BielefeldSatz und Druck: Hans Kock Buch- und Offsetdruck GmbH, Bielefeld
ISBN : 978-3-86793-223-3
www.bertelsmann-stiftung.de/verlag
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Vorwort
Einführung
Teil 1 - Die Familie (k)ein Zukunftsmodell?
Vom Lebenssinn mit Kindern
Sehnsucht nach Familie
Globalisierte Arbeitswelt und kinderarme Gesellschaft
Demographischer Wandel
Rolle der Frau
Kinderbetreuung und Bildungspolitik
Familienpolitik
Fazit
Die auf Ehe gegründete Familie - Leitbild gelingenden Lebens in Partnerschaft ...
Leitbild
Grundstrukturen von Menschsein
Nachkommenschaft
Familie und Gesellschaft
Literatur
Die Renaissance der Familie - oder warum sie unverzichtbar ist
Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen - Kinder fördern von Anfang an!
Familie haben alle
Familienpolitische Forderungen
Bildung als Schlüssel
Religion, Werte und religiöse Bildung
Fazit
Literatur
Nach dem Gedöns. Familie und Familienpolitik - eine kurze Zwischenbilanz
Verunsicherte Familie
Der Kern der Familie
Familie und Staat
Leben in Verantwortung
Teil 2 - Aktive Vaterschaft als Teilhabe am Wachstum der Familie
Vereinbarkeit von Familie und Beruf - (k)ein Thema für Väter?
Gibt es die neuen Väter? Eine empirische Spurensuche
Warum tun sich Männer mit der Vaterschaft so schwer? Einige strukturelle Gründe
Die Balance von Familie und Beruf - nur ein Thema der Frauen?
Literatur
Entwicklung der Rechtsstellung des Vaters in den letzten 100 Jahren
Stellung des ehelichen Vaters
Stellung des nichtehelichen Vaters
Fazit und Ausblick
Genießbare Vaterschaft
Vater sein - gestern und heute
Innere Bürgerlichkeit
Zukunftserfinder
Teil 3 - Familiengerechtes Personalmanagement im 21. Jahrhundert
Was bringt die Zukunft für Frauen?
Verknappung an Fach- und Führungskräften durch Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials
Schrumpfung der Anzahl von Frauen im gebärfähigen Alter
Wachsender Anteil deutscher Auswanderer mit qualifizierter Berufsausbildung und Berufserfahrungen
Folgen des Verlustes an beruflichen Kompetenzen
Ansatzpunkte zur Überwindung der Schwierigkeiten - Unterstützung der Work-Life-Integration
Mentoren in den Unternehmen - Experten in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Erfolgreiche Führungskräfte zwischen Familie und Finanzmarkt
Langlebige Tradition der Fürsorge
Aktion statt Reaktion
Müßige Diskussionen
Bedingungen für die Balance
Mehr Selbstbewusstsein wagen
Unternehmensziel: eine weiter entwickelte Kultur
Tradierte Rollen aufbrechen
Gesucht: die Wahlmöglichkeit
Zusammenfassung
Selbstverständnis der »Expertenkommission Familie« der Bertelsmann Stiftung
Die Mitglieder der Expertenkommission
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Vorwort
»Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen...« - der Satz ist in vielerlei Hinsicht zu einem Leitbild für einen neuen Gesellschaftsvertrag im Hinblick auf die Gestaltung seiner Familien-, Bildungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik geworden. Diese Formulierung prägt eine Vorstellung davon, wie Kinder und junge Menschen in einer Gesellschaft in Geborgenheit und Schutz aufwachsen, Werte und Gemeinschaft erfahren, Kompetenzen für ein selbst bestimmtes, verantwortliches Leben erlernen und ihre Persönlichkeit entwickeln. Es ist ein Idealbild, wie wir es uns für unsere Kinder und Enkelkinder wünschen.
Manchmal scheinen wir noch sehr weit von diesem Traum entfernt zu sein: Hohe Scheidungsraten und ein zunehmender Anteil an Alleinerziehenden, Veränderungen in der Arbeitswelt mit hohen Anforderungen an Flexibilität und Mobilität oder aber auch die zunehmende Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger lassen uns das traditionelle Bild von »Familie« überholt erscheinen. Die weltumspannende Kommunikation und die fast uneingeschränkten Reisemöglichkeiten lassen uns den Begriff »Dorf« als etwas Gestriges anmuten. Aber lassen wir uns nicht beirren: Nach wie vor ist die Familie die Keimzelle in unserer Gesellschaft, weil sie Menschen - ob jung oder alt - Geborgenheit, Gemeinschaft, Rücksichtnahme und Wärme erleben lässt.
Sie ist nach wie vor der Ausgangspunkt dafür, Werte wie Respekt und Achtung zu leben und damit innerhalb und außerhalb der Gemeinschaft Orientierung zu geben. Aber: Wir dürfen nicht mit den Instrumenten der Vergangenheit auf die Herausforderungen für die Familie der Zukunft reagieren - dieser Leitsatz hat mich zur Einberufung der Expertenkommission »Familie« mit hochkarätigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie der Kirchen, der Medien und der Gesellschaft veranlasst.
Familienpolitik und insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die persönliche work-life-Balance sind heute ein komplexes Thema in einer von Globalisierung und demographischem Wandel geprägten Gesellschaft. Es ist ein Thema, bei dem Euphorie und Emotionen, Enttäuschungen und Erfolge so nahe beieinander liegen. Strategien sind mit vielen Erwartungen verbunden - sie bedürfen einer ganzheitlichen Betrachtung und nicht einer einseitigen Festlegung. Die Expertenkommission soll hierbei insbesondere zu einer neuen interdisziplinären, fachübergreifenden Diskussion in einer globalen, komplexen Gesellschaft anregen.
Durch die Umbrüche erleben wir aktuell eine zunehmende Orientierungslosigkeit bei vielen Eltern und Erziehungsberechtigten. Wo sind die Grenzen bei der Erziehung, wie kann man frühzeitig Kinder fördern, wie können Eltern und Familienangehörige adäquat in die Verantwortung einbezogen werden, und wer kann diese Aufgabe auch zeitlich leisten? Hier geraten wir schnell an eine Schnittstelle unterschiedlicher gesellschaftlicher Herausforderungen.
Viele Menschen erleben heute nämlich nicht nur einen Spagat zwischen Familie und Beruf, sie erleben zunehmend auch ein Spannungsfeld zwischen der Gestaltung ihres Privatlebens, den Anforderungen an ein lebenslanges Lernen, aber auch dem Wunsch, gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Die Expertenkommission »Familie« hat sich in ihren Sitzungen aus verschiedenen Blickwinkeln diesen neuen Anforderungen an einen dynamischen Balance-Begriff genähert und versucht, einen Rahmen zu etablieren, in dem Kinder zu einem selbstbestimmten Leben erzogen werden können, Erwachsene keine Scheu vor einer stärkeren Familienorientierung auf ihrem Karriereweg hegen und eine Gesellschaft den Kinderwunsch wieder durch ein entsprechendes Klima unterstützt.
Mit den Beiträgen im nun vorliegenden Band möchten wir der gesellschafts- und familienpolitischen Diskussion neue, interdisziplinäre Impulse verleihen. Ich danke allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und ihre anregenden Inhalte. Im Resümee gelangen alle Beiträge zu der einen Feststellung: Der Titel unseres Buches hat auch in einer modernen, globalen Welt nichts an Bedeutung verloren. Wie auch immer dieses »Dorf« ausgestaltet sein mag - wir brauchen es dringender denn je! Denn ohne Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, Sinnstiftung und Werte wird es uns nicht gelingen, unser Zusammenleben respektvoll und friedlich zu gestalten und unseren Kindern und Enkelkindern ein Vorbild auf dem Weg in die Zukunft zu sein.
Liz Mohn Stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes und des Kuratoriums Initiatorin und Vorsitzende der Expertenkommission »Familie« der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Einführung
Amelie Fried
»Kinder kriegen die Leute immer«, sagte einst Konrad Adenauer, und im Prinzip stimmt diese Feststellung natürlich. Wer aber genau wann und wie viele Kinder kriegt, und unter welchen Bedingungen er sie großzieht, das hat hierzulande lange niemanden so richtig interessiert. Noch vor wenigen Jahren fungierte Familienpolitik unter der Rubrik »Gedöns«, und erst unter dem Druck einer zunehmend bedrohlichen demographischen Entwicklung gelangte das Thema auf einen der vorderen Plätze der politischen Agenda.
Seit zwei Jahren trifft sich zweimal jährlich die Expertenkommission Familie, eine Gruppe hochkarätiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien, ins Leben gerufen von der Bertelsmann Stiftung. Bei den Treffen wird darüber diskutiert, wie ein modernes Leitbild Familie heute aussehen könnte und was notwendig ist, damit es zur Lebensrealität möglichst vieler Menschen wird.
Von der ersten Sitzung an hatte ich die ehrenvolle und interessante Aufgabe, diese Zusammenkünfte zu moderieren; dabei wurde mein Blick auf das Thema Familie und Gesellschaft erweitert und geschärft. Wenn so viele kluge Köpfe regelmäßig zusammentreffen, entsteht ein differenzierter Diskurs, der weit über das gewohnte Niveau solcher Diskussionen hinaus geht.
Mir gefällt besonders, dass die Arbeit der Kommission von Anfang an unter der gedachten Überschrift »Vom Glück, mit Kindern zu leben« stand. Allen Beteiligten liegt daran, über die Analyse von Daten und Fakten, über die Formulierung von Erkenntnissen und Empfehlungen hinaus zu vermitteln, dass Kinder für eine Gesellschaft mehr bedeuten als demographisches Gleichgewicht oder wirtschaftliche Wachstumschancen. Dass ein Leben mit Kindern uns bereichert und beglückt, uns zu reiferen Menschen macht, dass es Sinn gibt und Zukunft gestaltet.
Von einer Idealisierung oder Romantisierung des Familienbildes ist die Kommission aber weit entfernt. Im Gegenteil - präzise wird herausgearbeitet, wo die Gründe dafür liegen, dass immer mehr Leute immer weniger Kinder bekommen und in unserer kinderarmen Gesellschaft Kinder »immer weniger vermisst« werden, wie Renate Schmidt feststellt.
Landesbischöfin Käßmann und Kardinal Sterzinsky als Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche formulieren ihre jeweiligen Leitbilder, die nach wie vor Orientierung in einer zunehmend disparaten und unübersichtlichen Welt sein können.
Die Rolle der Väter wird unter die Lupe genommen, wobei sich zeigt, dass - von einer kleinen Gruppe neuer, engagierter Väter abgesehen - in den vergangenen Jahrzehnten kaum eine Veränderung stattgefunden hat. Und das, obwohl sich rundum so vieles geändert hat, vom Selbstverständnis der Frauen bis hin zu wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten. Hochspannend sind auch die Ausführungen von Lore Maria Peschel-Gutzeit zur Veränderung der rechtlichen Stellung der Väter in den vergangenen 100 Jahren, deren Neuerungen teilweise Spiegel der Gesellschaft, teilweise pädagogisches Instrument sind.
Die Verantwortung der Wirtschaft wird vielfach herausgearbeitet und betont, denn, wie Landesbischöfin Margot Käßmann sagt: »Wer nur Börsenkurse im Blick hat, kann tief fallen.« Und dieser drohende Absturz ist nicht nur moralisch, sondern durchaus auch ökonomisch zu verstehen. Deshalb besteht Hoffnung, dass die Unternehmen zukünftig - wenn schon nicht aus Einsicht - so doch aus wirtschaftlicher Notwendigkeit für familienfreundlichere Arbeitsbedingungen sorgen. Mit gutem Beispiel voran geht hier die Commerzbank, die schon seit vielen Jahren flexible Arbeitszeitregelungen, Rückkehrprogramme für Mütter und Hilfe bei der Kinderbetreuung anbietet.
Eine Gesellschaft ohne Kinder ist eine Gesellschaft ohne Staunen, ohne Lachen, ohne neue Gedanken und Ideen. Sie hat keine Zukunft. Dass unsere Gesellschaft lebendig bleibt, dazu leistet die Expertenkommission Familie der Bertelsmann Stiftung wertvolle Arbeit. Ich freue mich und bin stolz, dass auch ich ein wenig dazu beitragen kann.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!