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Europa befindet sich in einem epochalen Veränderungs- und- Übergangsprozess. Dieser epochale und zugleich kollektive Prozess ist im Wesen seines Kerns ein Selbstfindungsprozess. Derselbe wird einen Kollaps des alten europäischen Systems beinhalten und somit einen Kollaps der Hegemonie des Kapitals. Europa steht vor der grössten Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg. Bei dieser Herausforderung geht es ja im Wesentlichen um das Erlangen der wirklichen Identität und somit um die Aufhebung des folgenschweren Identitätsverlustes (Schein-Identität) Europas. Dieses Erlangen der wirklichen Identität geht einher mit der Erlösung aus der geistigen Krise Europas. Die erste multikulturelle Nation der Welt, die Schweiz, verkörpert exemplarisch bereits die wirkliche Idee Europas und somit die Strukturen für ein neues Haus Europa. Ein neues Haus Europa ist eines der Rechtsstaatlichkeit, der Ordnung, der Stabilität, der Einheit, der Freiheit und des Friedens.
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Seitenzahl: 230
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Albert Schweitzer:
„Grösser als die Verhältnisse muss unsere Kraft sein, unter diesen Verhältnissen ein Mensch zu werden, der die Zeit versteht und der Zeit gewachsen ist.“
Einleitung
Hinweise und Erklärungen von Begriffen
Auflistung Grafiken
Albert Schweitzer:
„Auf die Füsse kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Massnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht.“
Helmut Schmidt:
„In diesem Jahrhundert steht die Selbstbehauptung der europäischen Zivilisation auf dem Spiel.“
Die Welt insgesamt steckt in einer gewaltigen Krise. Diese globale Krise geht einher mit einer Instabilität der Weltordnung. Und eine Instabilität der Weltordnung bedroht den Weltfrieden. Diese globale Krise ist auch Ausdruck einer sich masslos ausbreitenden Ungleichheit der Gegensätze Arm und Reich. Der Graben zwischen den Ärmsten und den Reichsten ist mittlerweile schizophren. Dieser Graben zwischen den unversöhnlichen Gegensätze Arm und Reich wird sich noch mehr ausweiten. Wenn sich zwei unversöhnlich gegenüberstehende Gegensätze immer mehr voneinander entfernen, führt dies regelkonform zu einem Kollaps. Ein Kollaps ist stets ein massives Warnzeichen. Ein solcher fordert auf, die extreme Spaltung, die letztlich eine des kollektiven Bewusstseins ist, zu überwinden. Überwinden meint, dass sich die unversöhnlichen Gegensätze dringlich wieder annähern müssen. Und dies soweit, bis es nach einem zeitintensiven Ringen, welches mit Enttäuschungen, Verunsicherungen, Leiden und Ängsten verknüpft ist, zu einer versöhnlichen Vereinigung kommt (= Erlösung der extremen Spannung).
Ignoriert man, kraft der Selbstüberhebung, den Kollaps und man driftet grenzüberschreitend noch weiter auseinander, wird es regelkonform hin zu einer Katastrophe führen. Trauriges Beispiel dieser dualistischen Matrix ist der 2. Weltkrieg. Damals erkannte man die Bedeutsamkeit eines Kollapses nicht und man schritt - von Sinnen - in die Katastrophe.
Nach den zwei grossen Katastrophen innerhalb der letzten 100 Jahre, jene der zwei Weltkriege, ist es jetzt eine Pflicht Europas, diesmal den Kollaps als ein klares Warnzeichen, welches zur Umkehr - hin zur Erlösung der unerlösten Spannung der Gegensätze - mahnt, zu erfassen. Europa steht an einem epochalen Wendepunkt. Es ist eine Wende von einem alten, längst überholten System, hin zu einem neuen. Das alte System ist jenes des Materialismus als dominierendes Prinzip. Kraft dieses dualistischen Bewusstseins wurde schliesslich - ab 1950 - die europäische Union aufgebaut. Weil eben einseitig aufgebaut, überwiegend materialistisch, folgt jetzt ein Kollaps der Hegemonie des Geldes. Oder anders formuliert: Ein Kollaps der Hegemonie des Kapitals. Es ist die Hegemonie des Kapitals, welche die Synthese von Einheit und Verschiedenheit verhindert. Kraft dieser Verhinderung erlangte man die wahre Identität Europas definitiv nicht. Europas wahre Identität wäre, kraft einer versöhnlichen Vereinigung der Gegensätze, eine der Freiheit. Freiheit ist ein Ausdruck von Einheit und Verschiedenheit -kraft der versöhnlichen Vereinigung der Gegensätze. Und diese Freiheit zu erlangen, ja schmerzlich zu erkämpfen, muss das Ziel Europas sein. Europa befindet sich in einem epochalen Veränderungs- und- Übergangsprozess: Es ist ein Selbstfindungsprozess. Derselbe ist evolutionär unerlässlich. Dieser Selbstfindungsprozess beinhaltet acht hauptsächliche Phasen:
Phase: Krise des alten Systems (Schein-Identität)
Phase: Krise des alten Systems spitzt sich tragisch zu
Phase: Kollaps des alten Systems (Entlarvung Schein)
Phase: Versöhnungsprozess der Gegensätze (Erlösung)
Phase: Wahrnehmung der wirklichen Identität (Sein)
Phase: Konzept für ein neues Systems (neue Struktur)
Phase: Baubeginn kraft des neuen Systems
Phase: Konsolidierung des neuen Systems
Auf den folgenden Seiten kommen Begriffe wie zum Beispiel IQ – EQ – SQ oder auch Dualismus vor. Damit man den Dualismus (Gut gegen Böse) respektive die Überwindung desselben sowie den Vorgang dieses europäischen Veränderungs- und Übergangsprozess - diesen Selbstfindungsprozess - bildhaft nachvollziehen kann, folgen auf diversen Seiten Grafiken inklusive Beschreibungen dazu. Dieselben mögen der Veranschaulichung dienen, da mit Worten alleine das Verständnis für Begriffe wie IQ gegen EQ respektive SQ- und SQ+ anfänglich eher gewöhnungsbedürftig sind. Nach kurzer Zeit versteht man sehr gut, was mit den Begriffen IQ – EQ – SQ – SQ+ gemeint ist.
Erklärung der Begriffe:
Schein-Identität / unversöhnliche Gegensätze
Sein-Identität / versöhnliche Gegensätze
Grafik auf Seite →
Grafik - Judentum, Islam, Christentum
Grafik auf Seite →:
Grafik der Konstellation betreffs dem europäischen Prozess
Grafik auf Seite →:
Spirituelle Ökonomie
Grafik auf Seite →:
Erfolg (Sieger) und Scheitern (Verlierer)
Grafik auf Seite →:
Europa im Bann der Imperia
Grafik auf Seite →:
Judentum, Islam, Christentum
Grafik auf Seite →:
Konstellation Christentum
Grafik auf Seite →:
Judentum, Islam, Christentum
Grafik auf Seite →:
Erfolg (Sieger) versus Scheitern (Verlierer)
Grafik auf Seite →:
Judentum, Islam, Christentum
Europa befindet sich in einem epochalen Veränderungs- und-Übergangsprozess. Dieser epochale und zugleich kollektive Prozess ist im Wesen seines Kerns ein Selbstfindungsprozess. Derselbe wird einen Kollaps des alten europäischen Systems (SQ-/ Schein) beinhalten und somit einen Kollaps der Hegemonie des Kapitals. Wie auf der Seite → (Hinweise und Erklärung von Begriffen) kurz erklärt, ist die europäische Seele uneins und somit das europäische Bewusstsein gespalten (SQ-). Dies deshalb, weil das Ewige und das Vergängliche (Existenzangst) noch nicht versöhnlich vereint sind. Eine Folge daraus ist Arm gegen Reich. Die Existenzangst beherrscht heute schon zunehmend das europäische Bewusstsein. Der kommende Kollaps der Hegemonie des Kapitals wird die Existenzängste um ein vielfaches steigern. Der Sinn liegt dort, dass das europäische Kollektiv diesmal lernen muss, vernunftbegabter mit diesen gewaltigen Existenzängsten umzugehen als bei der letzten Weltwirtschaftskrise.
Wird dieser komplexe und länger währende Prozess bewusst und somit regelkonform umgesetzt, wird es zu einem Übergang in ein neues europäisches System (SQ+ / Sein) führen. In diesem neuen europäischen System wird das führende Bewusstsein nicht von Existenzangst beherrscht sein.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel:
„Werden, Entwicklung, Entfaltung ist das allgemeine Gesetz der menschlichen Dinge, wie das der Natur.“
Wie sieht das neu zu erschaffende europäische System aus?
Der Versöhnungsprozess der dualistischen Gegensätze Arm und Reich (EQ versus IQ) erzeugt ein neues kollektives Bewusstsein (SQ+). Erst kraft dieses neuen kollektiven Bewusstseins geht ein neues stabiles Fundament hervor, auf welches folglich ein neues Haus Europa aufgebaut werden kann.
Dieses neue europäische Fundament zeichnet sich dadurch aus, dass dasselbe auf dem Prinzip des Ausgleichs der Gegensätze beschaffen ist. Ausgleich der Gegensätze meint, dass jetzt beide Kräfte - die geistigen und die materiellen - zu gleichen Teilen und dadurch gleichwertig zum Tragen kommen.
Dieses neu zu erschaffende europäische Fundament ist dann eben nicht mehr Ausdruck des Scheins - also einer Scheinidentität - sondern Ausdruck des Seins und somit der wirklichen Identität. Dadurch wird das neue Fundament tragfähig sein für ein neues Haus Europa der Rechtsstaatlichkeit, der Ordnung, der Stabilität, der Einheit, der Freiheit und des Friedens. Dieses neue Haus Europa wird schöpferisch und ein Ausdruck der Synthese von Einheit und Verschiedenheit sein.
Die Synthese von Einheit und Verschiedenheit erzeugt eine Befindlichkeit der Ausgeglichenheit in der Vielfalt des Ganzen.
Die Vernunft ist die führende Kraft, welche dieses neue Haus Europa erblühen lässt. Mit Vernunft ist nicht „krämerisches Handeln“ oder „kopflastiges Vorgehen“ gemeint. Vernunft im Wesen seines Kerns ist Ausdruck der Freiheit und somit des Friedens.
Stanislaw Lem: (Der futurologische Kongress, S. 81, Suhrkamp 1979)
„ Vernunft ist innere Freiheit.“
Immanuel Kant:
„Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft.“
Ein neu erstarktes Europa der Ordnung, der Stabilität, der Einheit, der Freiheit und des Friedens - auf einer Basis der Rechtsstaatlichkeit - stabilisiert die Weltordnung und demzufolge den Weltfrieden.
Hans-Dietrich Genscher: (Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger)
„Die Welt des 21. Jahrhunderts wird nur dann ihre Stabilität bewahren können, wenn sie von der Stärke des Rechts und nicht vom Recht des Stärkeren bestimmt wird.“
Europa steht vor der grössten Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg. Bei dieser Herausforderung geht es ja im Wesentlichen um das Erlangen der wirklichen Identität und somit um die Aufhebung des folgenschweren Identitätsverlustes (Schein-Identität) Europas.
Dieses Erlangen der wirklichen Identität geht einher mit der Erlösung aus der geistigen Krise Europas.
Achill Mbembe: (Kritik der schwarzen Vernunft, S. 11, eBook Suhrkamp 2014)
„Europa ist nicht mehr das Gravitationszentrum der Welt.“
Achill Mbeme meint damit wohl, dass Europa selbst seine Geistesgeschichte in Wirklichkeit nur noch als sekundär betrachtet.
Die Erlösung aus der geistigen Krise Europas ist nicht einfach eine Lösung der immensen und vielfältigen Probleme. Eine Lösung der Probleme, im üblichen Sinne, welches Europa - die Union - der Welt evident offenbart, gibt es nicht. Deshalb nicht, weil diesem europäischen Problem eine unversöhnliche Form der Heterogenität innewohnt.
Eine unversöhnliche Form der Heterogenität kann man nicht lösen. Eine solche kann man nur erlösen. Eine unversöhnliche Form der Heterogenität ist eine Reflektion von zwei sich -in unversöhnlicher Art und Weise - gegenüberstehenden Kräfte. Bei diesen sich unversöhnlich gegenüberstehenden Kräfte handelt es sich hauptsächlich um jene von Arm und Reich (= Dualismus). Diese unversöhnliche Form der Heterogenität in Europa, sprich die unversöhnlichen Parteien Arm und Reich, erzeugen, je grösser die Spaltung zwischen den Beiden, eine brandgefährliche Spannung. Eine solche Spannung kann man nicht einfach lösen. Lösen wäre „lediglich“ eine Entladung dieser brandgefährlichen Spannung. Und eine Entladung bewirkt, wie uns der 2. Weltkrieg exemplarisch und drastisch aufgezeigt hat, letztlich ein katastrophales Ergebnis. Solche unreifen Ergebnisse bringen folglich wieder eine unheilvolle Konstellation hervor. Einer solchen unheilvollen Konstellation lägen wieder sogenannte Sieger und Besiegte zugrunde.
Ein solches Ergebnis kann sich Europa, nach dem 1.- und 2. Weltkrieg, nicht nochmals leisten.
Albert Schweitzer: (Albert Schweitzer nach einem Besuch eines deutschen Soldatenfriedhofs im Elsass)
„Die Kriegsgräberstätten sind die grossen Prediger des Friedens, und ihre Bedeutung als solche wird immer mehr zunehmen.“
Es würde letztlich wieder ein unerlöstes und somit ein unheilbringendes Fundament (SQ-) erzeugen. Dies würde dem Geist und der Idee Europas erneut höchsten Schaden zufügen. Schon wieder! Will man dieses Ergebnis, dann müsste man sich der Hegemonie des Kapitals noch mehr unterwerfen, als man dies heute bereits macht. Also eine vollständige Unterwerfung an die Hegemonie des Kapitals und somit eine vollständige Unterwerfung an das materielle Prinzip. Ein solcher Akt wäre eine beschämende sowie geistlose Unterwerfung zum einen und zum anderen eine kaum zu ermessende Niederlage für alle Beteiligten. Diese Niederlage wäre eine verhängnisvolle für alle Beteiligten, weil dann ein weiteres Mal das unbewusste Prinzip (verhaftete Emotionen an das Materielle/Schatten/Existenzangst) über das bewusste Prinzip (Geist/Licht/Freiheit) gesiegt hätte.
Hegemonie oder Imperialismus führen letztlich hin zu unversöhnlichen Gegensätzen. Arm und Reich. Beide politischen Systeme sind - hinsichtlich der Erlösung einer unversöhnlichen Form der Heterogenität - also von zwei sich in unversöhnlicher Art und Weise gegenüberstehenden Kräfte - letztlich immer zum Scheitern verurteilt. Das Modell der Lösung verdrängt respektive verlagert die der Krise zugrundeliegende Problematik nur, indes erlöst sie dieselbe nicht.
Europa muss diesmal, betreffs Bewältigung der sich jetzt rasch kumulierenden Krise, nicht das Modell der Lösung, sondern das Modell der Erlösung, zur Verwendung bringen. Das Modell der Lösung ist, wie bereits erwähnt, „lediglich“ eine Entladung dieser brandgefährlichen Spannung. Das Modell der Erlösung indes, führt hin zu einem schöpferischen Resultat. Es erlöst die brandgefährliche Spannung - kraft der versöhnlichen Vereinigung der Gegensätze Arm und Reich - und es erzeugt folglich einen neuen Seinszustand. Dieser neue Seinszustand -dieses neu erzeugte Bewusstsein (SQ+) - ist zugleich die wirkliche und ursprüngliche Identität Europas. Somit ist das Herz Europas erlöst von der Existenzangst und dadurch ist der Geist Europas befreit.
Helmut Schmidt: (Quelle: ARD, „Menschen bei Maischberger“ / 2010)
„In diesem Jahrhundert steht die Selbstbehauptung der europäischen Zivilisation auf dem Spiel.“
Der befreite Geist Europas ist sozusagen ein „erlöstes Kind“ aus der versöhnlichen Vereinigung des Vergänglichen (Das Materielle/Schatten/Existenzangst) mit dem Ewigen (Das Geistige/Licht/Freiheit).
Dieses „erlöste Kind“ ist eben gleichsam ein neuer Seinszustand und somit ein neues Bewusstsein (SQ+/Christusbewusstsein). In den Begriff Christusbewusstsein wird alles Mögliche und unmögliche hineinprojiziert. In diesem Buch meint es das Bewusstsein eines Menschen, welches nicht mehr von der Existenzangst beherrscht ist. Oder das Kollektivbewusstsein von Europa, welches nicht mehr von der Existenzangst beherrscht ist. Europa hat diesen Prozess noch vor sich: Die versöhnliche Vereinigung mit der Existenzangst. Aus diesem neuen Bewusstsein (SQ+) entsteht auch neuer Lebensraum. Ein Lebensraum, in welchem rechtmässige „Spielregeln“ gelten werden. Aufgrund der Ausgeglichenheit der Gegensätze, welches dieses neue Bewusstsein auszeichnet, entsteht eine neue europäische Ära der Rechtsstaatlichkeit, der Ordnung, der Stabilität, der Freiheit und des Friedens. Auch werden neue „Spielregeln“ betreffs echter Solidarität gelten. Diese neuen „Spielregeln“ werden sich schliesslich auf alle gesellschaftlichen Strukturen auswirken. Unter anderem auch auf das Wirtschaftssystem. Dieses neue Wirtschaftssystem führt nicht mehr hin zu einer Hegemonie des Kapitals respektive hin zum Sozialismus. Es versteht sich von selbst, dass dadurch - langfristig gesehen - eine gerechtere und somit sozialere Verteilung des kollektiven Allgemeingutes hervorgehen wird.
Angela Merkel: (Wochenzeitung „DIE ZEIT“)
„Vielleicht wird sich der Wohlstand wandeln, aber so, dass wir es nicht als Verzicht erleben werden.“
Grafik – Dualistisches Bewusstsein – Bisheriges Bewusstsein
(Nicht erlöstes Dreierprinzip)
Grafik – Neues Bewusstsein
Der dem Menschen innewohnende Geist ist in diesem befreiten Bewusstsein das Führungsprinzip und nicht mehr die an die Materie (an das Vergängliche/an das Herz) verhafteten Emotionen: letztlich die Existenzangst. Dieses befreite Bewusstsein lässt genug Materielles zu, um sich auch auf dieser Ebene frei zu fühlen.
Um sich ganzheitlich frei zu fühlen, benötigt es nicht Summen in höheren Millionen- oder Milliardenbeträgen. Das verursacht in der Regel eine ungerechte Verteilung des kollektiven Allgemeingutes und führt letzten Endes immer wieder zu einer unheilvollen gesellschaftlichen Spaltung. Eskaliert eine solche unheilvolle kollektive Spaltung, kann sie regelkonform bis hin zu Tumulten, kriegerischen Auseinandersetzungen und Terror führen.
Solche Ereignisse sind dann bereits sehr deutliche Zeichen dahingehend, dass ein Kollaps bevorsteht. Ein Kollaps ist eine offensichtliche Mahnung, dass dringlich eine neue kollektive Bewusstseins-Struktur entstehen muss. Erkennt man dies nicht, und man steigt nicht ein in einen Aufarbeitungs- und Selbstfindungsprozess, folgt die nächste Stufe.
Die nächste Stufe ist dann nicht mehr eine Nötigung dahingehend, endlich etwas Neues zu erzeugen, sondern es wäre bereits der Zwang am Wirken. Wirkt der Zwang - das Zwanghafte - ist dies immer verbunden mit Leid und es droht eine Katastrophe.
Goethe: (Maximen und Reflexionen)
„So eigensinnig widersprechend ist der Mensch: zu seinem Vorteil will er keine Nötigung, zu seinem Schaden leidet er jeden Zwang.“
Alles Geld dieser Welt lässt ein Mensch nie wirklich frei sein, solange eben nicht die an das Herz verhafteten Emotionen erlöst sind und aufgrund dessen die Existenzangst nicht mehr das Bewusstsein beherrscht. Dies ist erst der Fall, wenn das leere Herz (Das Vergängliche) und der Geist (Das Ewige) sich versöhnlich vereint haben. Wie gesagt, geht die ursprüngliche Freiheit des Menschen vom Geist aus:
Das ist primärer Reichtum
Das Materielle ist vergänglich. Ist der befreite Geist Führungsprinzip der Seele - des Menschseins - ist eben auch eine ursprüngliche Freiheit gegeben; ohne Existenzangst. Und ohne Existenzangst benötigt der Mensch, um auch in der materiellen Welt frei zu sein, keine Unsummen mehr an materiellen Vermögen jeglicher Art. Dieses -von der Existenzangst befreite Bewusstsein - lässt so viel materielles Vermögen zu, dass der Mensch sich auch wirtschaftlich frei fühlt:
Das ist sekundärer Reichtum
Nur eine erlöste Mitte, eben als neuer Seinszustand respektive als ein neues Bewusstsein, hat Bestand. Eine Mitte, die man hat (Haben) birgt Abhängigkeit in sich und sie ist immer vergänglich.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel:
„Der Geist im Gegenteil ist eben das, in sich den Mittelpunkt zu haben; er hat nicht die Einheit ausser sich, sondern er hat sie gefunden; er ist in sich selbst und bei sich selbst. Die Materie hat ihre Substanz ausser ihr; der Geist ist das Bei-sich-selbst-Sein. Dies eben ist die Freiheit, denn wenn ich abhängig bin, so beziehe ich mich auf ein Anderes, das ich nicht bin; ich kann nicht sein ohne ein Äusseres; frei bin ich, wenn ich bei mir selbst bin. Dieses Beisichselbstsein des Geistes ist Selbstbewusstsein, das Bewusstsein von sich selbst.“
Eine kollektive Auswirkung der neuen europäischen Identität des SQ+ Bewusstseins (Christusbewusstsein) wird unter anderem auch sein, dass zukünftig wieder ein substanzieller Mittelstand entsteht. Eine Mitte, die man hat, wie dies am ehesten noch in den 70er und eventuell den 80er Jahre des letzten Jahrhundert der Fall war, fällt kraft des dualistischen Bewusstseins immer wieder auseinander. Das ist dem Prinzip des Dualismus inhärent.
Sowohl die Hegemonie des Kapitals als auch sozialistische Strukturen sind Ausdruck eines dualistischen, und somit eines gespaltenen Bewusstseins, in welchem letztes Endes immer wieder und immerfort sich die zwei Gegensätze Arm und Reich unversöhnlich gegenüberstehen. Der Ablauf des Dualismus war bis heute immer derselbe. Es kommt zum Kollaps und lernt man aus diesem nicht das Notwendige, endet es letztlich in einer Katastrophe.
Nach einer Katastrophe beginnt das Ganze dann wieder mit einer „äusseren Versöhnung“ von Arm und Reich (2. Weltkrieg). Dann folgt lebhaft der Aufbau (Wirtschaftswunder) bis hin in die „unerlöste Mitte“ - mit einem scheinbar starken Mittelstand - und dann entfernen sich die zwei unversöhnlichen Gegensätze erneut voneinander, bis aus dem scheinbaren Mittelstand wieder die zwei Parteien Arm und Reich hervorgehen. Arm steht sozusagen am Ende des linken Pols und Reich steht sozusagen am Ende des rechten Pols (Grafik s. →). Verloren gegangen ist folglich die Mitte.
Diese gespaltene Konstellation erzeugt letztlich ein Kollaps der kollektiven Gesellschaftsstruktur. So ähnlich in etwa wie während der Weimarer Republik. In einer solchen Konstellation befindet sich Europa - Deutschland - heute schon und es wird noch viel gravierendere Ausmasse annehmen. Und deshalb sollte eben dringlich dieser Aufarbeitungs- und Selbstfindungsprozess eingeleitet werden. Verwehrt man sich diesem notwendigen Prozess, steht man erneut, wie einst bei der grossen Weltwirtschaftskrise (1929) und den Folgejahren, vor einer Katastrophe, wo dann zunehmend brachiale Verhältnisse das Geschehen beherrschen würden.
2015, 2016 und das bisherige 2017 haben sehr deutlich aufgezeigt, wo Europa steht. Ein Prozess der Nötigung ist bereits im Gange. Diese Nötigung ist sozusagen gleichzusetzen mit einer Feuerwehrsirene. Die zum Teil bereits massive Nötigung fordert einen tatkräftigen Einsatz, welcher verbunden ist mit den nachstehenden Eigenschaften: Weitsicht, vernetztes Denken, ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, ein gesundes Selbstbewusstsein, eine kluge Risikobereitschaft, Mut und Zuversicht, ein gezielter Einsatz, Beharrlichkeit und Durchhaltewille, sowie eine feste Überzeugung, dass Europa wieder zum führenden Kontinent der Geisteskultur wird.
Die bereits vorhandene Nötigung fordert Europa unmissverständlich dazu auf, endlich die geistige Trägheit zu überwinden.
Konrad Adenauer:
(Grusswort zum Eucharistischen Weltkongress, München 1955, Archiv des Journalisten Klaus Otto Skibowski)
„Der Mensch lebt in Wahrheit nicht vom Brote allein. Das ist ein Wort, das ewig ist. Daher müssen wir für das Geistige mehr tun, als bisher geschehen ist, damit unser Volk nicht herabsinkt. Der menschlichen Persönlichkeit und ihrem schöpferischen Handeln gelten unsere Bemühungen.“
Die „Feuerwehrsirene“ ist auch ein Signal dahingehend, dass Europa - kraft der zunehmenden kollektiven Spaltung - immer mehr mit Tumulten, Terror, Kriminalität, Gewaltakte und kriegerischen Auseinandersetzungen konfrontiert wird. Dieser eskalierende Konflikt kann alleine mit militärischen, polizeilichen und anderen staatlichen Einsatzgruppen nicht gelöst respektive erlöst werden: in dem Sinne nicht, dass gleichsam daraus das neue europäische Bewusstsein (SQ+ Bewusstsein) hervorgehen wird. Selbstredend ist die Inanspruchnahme von benannten staatlichen Einsatzgruppen, auf höchstem Niveau, unabdingbar. Doch diesmal benötigt es parallel dazu einen Aufarbeitungs- und Selbstfindungsprozess, welcher in einer versöhnlichen Vereinigung der sich bekämpfenden Gegensätze münden muss. Also auf der einen Seite die Exekutive und auf der anderen Seite - flankierend - eine professionelle Begleitung hinsichtlich des Aufarbeitungs- und Selbstfindungsprozess.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel:
„Nationen, die in sich unverträglich sind, gewinnen durch Kriege nach aussen Ruhe im Innern.“
Dieses Zitat von Hegel kann man durchaus verstehen in Bezug auf den 1. und 2. Weltkrieg. Irgendwann kehrte ja nach dem 2. Weltkrieg in Europa wieder einigermassen Ruhe ein. Eine Ruhe, die vorwiegend auf materialistischen Strukturen aufbaute. Somit überwiegend auf Strukturen des Habens (Schein) und solche zerfallen, kraft des dualistischen Gesetztes, immer wieder. Die jetzigen Strukturen der Eurozone zerfallen unaufhaltsam, da sie als Basis die Hegemonie des Marktes - die Hegemonie des Kapitals - die Hegemonie des Geldes - hat. Die Kultur des Geistes wurde beschämend vernachlässigt. Das rächt sich jetzt fundamental.
Albert Schweitzer: (Albert Schweitzer: Kulturphilosophie; Kapitel I, Beck)
„Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.“
Das Entscheidende dabei ist indes, es wahrzunehmen und es sich einzugestehen. Das ist wahre Grösse. Erst kraft dieser wahren Grösse kann man das fortgeschrittene Ausmass der dualistischen Problematik innerhalb Europas tiefgreifend erfassen.
Es sollte also nicht so ausgehen, wie Hegel einmal zitierte:
„Was die Erfahrung aber und die Geschichte lehren, ist dieses, dass Völker und Regierungen niemals etwas aus der Geschichte gelernt und nach Lehren, die aus derselben zu ziehen gewesen wären, gehandelt haben.“
Es ist wirklich höchste Zeit, daraus zu lernen. Erkenntnisse, die aus der Historie der beiden Weltkriege, und der Zeit danach bis heute, zu entnehmen sind, offenbaren deutlich, wie der Dualismus funktioniert. Man kommt immer wieder an denselben Punkt. Immerfort. Aufbau und Scheitern. Scheitern und Aufbau. Solange der Dualismus die Grundlage des kollektiven Bewusstseins bleibt, wird es so weiter gehen. Nur: dies kann sich die Menschheit gar nicht mehr leisten.
Als Beispiel: Allein schon die Bedrohung durch die Klimaveränderungen konfrontiert die Menschheit mit der Existenzfrage. Laut Klima-Experten ist das menschliche Leben bereits in 100 Jahren in Frage gestellt. Doch 100 Jahre sind eben noch weit weg.
In der Regel ist die Chance für ein geistiges Wachstum nie grösser, als wenn die Existenz bedroht ist. Oft erst dann setzt sich der Mensch mit anderen Werten als mit materiellen auseinander. Die Existenzbedrohung fordert den Geist nie mehr heraus, als eben durch dieselbe.
Robert Schuman: (Schuman-Erklärung-9. Mai 1950)
„Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Grösse der Bedrohung entsprechen.“
Da jetzt und in den kommenden Jahren, insbesondere in Europa, der Dualismus überwunden werden muss - die Schein-Identität und somit die Hegemonie des Kapitals - wird jetzt nicht zufällig die Existenz der Menschen in Europa eskalierend bedroht werden.
Dag Hammarskjöld:
„Gerade wenn wir alles ganz sicher gehen wollen, schaffen wir eine Welt voll äusserster Unsicherheit“.
Radikale Gruppierungen mit extremen Intentionen, wie zum Beispiel jene der IS, wohl auch solche von anderen, fühlen sich offensichtlich dazu berufen (wie einst Hitler), Europa in Angst und Bangen zu versetzen. Ihre doktrinäre Intention sehen sie auch darin, Europa möglichst tiefgreifend zu verunsichern und dadurch auch zu spalten. Solche extremen Gruppierungen wollen die totale Verunsicherung, um dadurch mindestens Misstrauen zwischen den europäischen Staaten herbeizuführen. Ebenso hat die Strategie des Terrors und der damit verbundenen Verunsicherung das Ziel dort, innerhalb einzelner Nationalstaaten das Vertrauen zwischen der Regierung und den Bürgern zu zerrütten. Das geht einher mit politischen Spaltungen bis hin zu radikalen Widersprüchen zwischen Linken und Rechten.
Auch wollen sie den Zerfall der Eurozone durch Austritte der Mitgliedstaaten herbeiführen. Der BREXIT war der erste Akt. Weitere EU - Austritte werden, aufgrund der zunehmenden Verunsicherungen und Existenzängste der Bevölkerung der einzelnen Nationalstaaten, immer wahrscheinlicher:
Tschechien? Ungarn? Polen? Andere? Wohin steuert Frank -reich? Was hat Italien vor - Euroaustritt?
Und ebenso wollen solche radikale Kräfte die Spaltung innerhalb der Bevölkerung der einzelnen Nationalstaaten. So wollen sie erreichen, dass, aufgrund der hervorbrechenden Existenzängste, rechts- und linkspopulistische Parteien entstehen. Rechts- und linkspopulistische Parteien neigen in der Regel dazu, aufgrund „des-nicht-umgehen-Könnens“ mit ihrer Existenzangst, sich zunehmend, je grösser sie sich bedroht fühlen, ihren unerlösten Emotionen, ihren unerlösten Triebkräfte, hinzugeben. So entsteht mit der Zeit ein „gespaltenes Bewusstsein“, welches anwachsend nur noch folgende „Bilder“ sieht respektive wahrnimmt:
Sozialismus und Kapitalismus
Licht und Schatten
Gut und Böse
Arm und Reich
Links und Rechts
Weiss und Schwarz
Getreue und Verräter
Beide Parteien, sowohl die rechtspopulistische Partei als auch die linkspopulistische Partei sind oft der Überzeugung, dass alle, die nicht so denken und handeln wie sie, quasi Verräter am Vaterland sind. Rechts gegen links. Hatten wir das nicht schon mehrfach - mintunter auch bis hin zum 2. Weltkrieg?
Wenn überhaupt, wären wahre Verräter am Vaterland solche, die nicht mehr dem Geist sondern nur noch ihren unerlösten Emotionen und somit ihren unerlösten Triebkräften dienen. Wenn es soweit kommen würde, hätten es diese radikalen Gruppierungen - der IS und andere - geschafft, innerhalb von Europa „indirekte Mitstreiter“ zu rekrutieren. Weshalb indirekte Mitstreiter? Weil ab einem gewissen Punkt sowohl bei rechts- und linksradikalen Gruppierungen die Bereitschaft zur Gewalt mitunter furios zunimmt. Man denke dabei auch an die Ideologie der Nationalsozialisten. Das Handeln der Nazis unterlag eindeutig rechtsradikalen Strukturen (islamisches Bewusstsein).
Der IS zum Beispiel, ist eine Armee, dessen Kämpfer eine Art Handlanger ihrer eigenen unerlösten seelischen Strukturen -ihrer eigenen unerlösten Triebkräfte - sind. Sie dienen dem Unbewussten und somit dem Unberechenbaren. Gefährliche Brandstifter. Das Ziel des Unbewussten ist mindestens eine der Zerstörung. Das Unbewusste (Schatten) will bisherige Ordnungen und Strukturen zerstören. Es mag Zeiten geben, wo solche Ereignisse eine Notwendigkeit darstellen können. Solche Zeiten sind gekennzeichnet durch marode Ordnungen (Systeme), welche sich notwendigerweise wandeln müssen. Das Wort „notwendig“ kann auch so verstanden werden, als dass die Not etwas wenden möchte. Die Not möchte eine Wende einleiten.
