Ewige Kälte - Julien Kaiser - E-Book

Ewige Kälte E-Book

Julien Kaiser

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Beschreibung

Wie schnell wird dir bewusst, dass das Spiel mit dem Feuer gefährlich ist? Warum schüren sie die Flammen noch? Und sind wirklich immer die anderen schuld? Eine Geschichte um Lug und Betrug und das nichts so sein muss, wie es auf den ersten Blick aussieht. Der Luxus des Vertrauens wird hier vergeblich gesucht. Nur wer ganz genau hinhört und aufmerksam bleibt, kann die Wahrheit begreifen. Und wenn du sie gefunden hast, willst du nichts lieber, als sie wieder loszuwerden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 24

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Ewige Kälte

Ewige KälteAnfang und Ende und AnfangImpressum

Ewige Kälte

Wir sind da. Nur noch ein Bisschen, ein kleines Stückchen und wir sind da.

Die Stunde des Endes naht, alter Freund. Und es endet hier in der Kälte.

Bevor mein Körper aufgibt, meine Gedärme einfrieren und das warme, noch pochende Herz in meiner Brust aufhört zu schlagen, will ich mir ein paar Dinge von der Seele reden. Ich will bereit sein für das Danach.

Das Paradies, die Hölle, ein neues Leben? Schon möglich.

Teufel, mir ist es gleich.

Also, wie hat es mich hierher verschlagen, an diesen gottverlassenen Ort? Ich verrate es dir, wenn du mir versprichst dich danach gleich zu verpissen.

Du willst doch nicht neben mir begraben werden. Armselig im Schnee und in Eis eingefroren, wie ich?

Das ist ein scheiß Tod.

Nein, dass willst du bestimmt nicht. Du musst klüger sein.

Die ersten Veränderungen spürte ich an mir schon im zarten Alter von fünf Jahren. Im Kindergarten war das. Davor war alles okay. Alles war prima. Und dann das:

Es war wie ein Wurm, der sich plötzlich durch meine Haut fraß und innen immer weiterwuchs und wuchs und wuchs. Es war wie ein Fluch, der sich in mir ausbreitete und mich zornig machte. Es veränderte mich von innen heraus. Ich kann es nicht besser erklären.

Probleme entstanden. Aus jeder Mücke wurde ein Elefant. Ich habe mich ständig missverstanden gefühlt. Sozusagen auf den Schlips getreten. Wenn mein Verhalten zur Sprache kam, Mutter weinte irgendwann nur noch, umzingelt von schlechten Nachrichten, schwieg ich.

Vater war eigentlich kein Schlägertyp, aber für mich machte er eine Ausnahme. Sie hatten Angst. Alle hatten Angst. Zu gern hätte ich es ihnen erklärt, aber wie sollte ich das? Ich verstand es ja selbst nicht.

Ich formte die Schwierigkeiten regelrecht aus dem Nichts, einem luftleeren Raum, und stopfte ihn voll mit Gewalt, Hass, eben allem Schlechten, was mir einfallen wollte.

Ich ließ es wachsen und gedeihen, ließ es ausufern und auf jeden hereinbrechen, der sich mir in den Weg stellte. Jeden Tag schlug ich Nasen blutig, haute Zähne aus, kämpfte mit Füßen und Ellbogen.

Es war wie ein innerer Zwang, wie eine Krankheit. Ein Motor, der nie stillsteht, für den es keinen Ausknopf gab.

Irgendwann reichte auch das meinem Monster nicht mehr. Es sollte noch brutaler zugehen.

Als ich älter wurde blieb es selten bei Fäusten und Tritten. Daraus wurden dann auch Schlagwaffen, Schusswaffen, Messer, und Werkzeuge. Alles was ich finden konnte und mein Inneres befriedigte. Hauptsache es war gewalttätig. Hauptsache Schmerz.

Dabei war mir mein eigener Schmerz ebenfalls egal. Es störte mich nicht, wenn ich auch was abbekam. Im Gegenteil.

Und sieh mich jetzt an.

Warte auf uns. Wir sind gleich da. Warte auf uns.

Heute bin ich es, der schwach ist, der reglos zusehen muss.

Völlig ausgeliefert.

Wo waren meine Monster die letzten Tage? Jahre? Wo waren sie als wir fliehen mussten? Vielleicht hätte ich mich nur umdrehen müssen, mein inneres Biest befreien und ihnen den dicken Glaskopf einschlagen müssen.