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Fallsteuerung ist ein Konzept zur patienten- und systembezogenen Steuerung der Leistungsprozesse im Krankenhaus. Im ersten Teil dieses Buches werden zunächst Hintergründe und Motive zur Einführung einer Fallsteuerung beschrieben. Im zweiten Teil wird eine vergleichende Analyse der Konzepte vorgenommen, die der Fallsteuerung zugrunde liegen: Case Management und Prozessmanagement. Der dritte Teil wendet sich konkreten Praxisprojekten zu. Insgesamt fünf unterschiedliche Konzepte der Fallsteuerung werden von Krankenhauspraktikern pointiert dargestellt. Ein systematischer Vergleich der Konzepte liefert Erkenntnisse über unterschiedliche Ziele und Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung im Krankenhaus.
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Seitenzahl: 168
Veröffentlichungsjahr: 2013
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1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten
© 2014 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher
Gesamtherstellung:
W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-022617-3
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-024035-3
epub: ISBN 978-3-17-025513-5
mobi: ISBN 978-3-17-025514-2
Das Kapitel 3 des Buches basiert auf den Ergebnissen einer Expertentagung am 24.06.2011 über Modellansätze der verantwortlichen Fallsteuerung in Krankenhäusern, die vom Forschungs- und Transferzentrum der HAW Hamburg »Kooperatives Prozessmanagement im Gesundheitswesen« durchgeführt worden ist. Folgende Personen haben auf dieser Expertentagung Vorträge gehalten, die als Grundlage für die Beschreibung der Modellansätze in Kapitel 3 gedient haben:
Dr. Tobias Bergler,
Ingeborg Buhmann,
Christian de la Chaux,
Axel Düsenberg,
Dr. Oskar Freudenthaler,
PD Dr. Werner Hofmann,
PD Dr. Kai Hübel,
Manuela Krüger,
Jana Lahann,
Vera Lux und
Alexander Straube.
© 2012 KoPM®-Zentrum der HAW Hamburg
Alexanderstraße 1 – 20099 Hamburg
Tel.: 040/42875 7076 – Fax 040/42875 7119
www.kopm-zentrum.de
Einleitung: Zu diesem Band
1 Motive und Hintergründe zur Einführung von Fallsteuerung im Krankenhaus
1.1 Fallsteuerung im Schnittfeld medizinischer und pflegerischer Krankenhausleistungen
1.2 Merkmale einer bedarfsgerechten Versorgung
1.3 Fallsteuerung im Spannungsfeld ökonomischer und fachlich-professioneller Interessen
1.3.1 Fallsteuerung aus krankenhausökonomischer Sicht
1.3.2 Fallsteuerung aus fachlich-professioneller Sicht
1.3.3 Anforderungen an die Fallsteuerung im Krankenhaus
2 Vergleichende Analyse von Prozessmanagement und Case Management im Krankenhaus
2.1 Prozessmanagement und -organisation
2.1.1 Zu Begrifflichkeiten und Konzeptentstehung
2.1.2 Prozessorganisation als Rahmen
2.1.3 Der Prozess als Managementobjekt
2.1.4 Prozessgestaltung
2.1.5 Prozessmanagement
2.2 Case Management
2.2.1 Zu Begrifflichkeiten und Konzeptentstehung
2.2.2 Der Fall als Managementobjekt
2.2.3 Case-Management-Ebenen
2.2.4 Case-Management-Phasen
2.2.5 Case-Management-Funktionen
2.3 Vergleich der Konzepte Prozessmanagement und Case Management
2.4 Zur Anwendung der Konzepte im Krankenhaus
2.4.1 Begründung der Notwendigkeit eines Managements
2.4.2 Anwendungsmöglichkeiten der Konzepte
2.4.3 Resümee und Perspektiven der Fallsteuerung
3 Praxiskonzepte und Organisationslösungen
3.1 Fallsteuerung im Modellansatz des Primary Nursing
3.1.1 Einführung
3.1.2 Primary-Nurse-Konzept
3.1.3 Expert Care Organisation
3.1.4 Diskussion
3.2 Case Management als Methode der Fallsteuerung
3.2.1 Einführung
3.2.2 Regensburger Case-Management-Modell
3.2.3 Kölner Case-Management-Modell
3.2.4 Diskussion
3.3 Semizentrales Modell der Fallsteuerung
3.3.1 Einführung
3.3.2 Fallorientierte Pflegeorganisation mit Care Management
3.3.3 Diskussion
4 Fazit und Ausblick
Literaturverzeichnis
Abb.1.1: Zielperspektiven und Lösungsansätze der Fallsteuerung
Abb.2.1: Verhältnis Prozessmanagement und -organisation
Abb.2.2: Prozesslinie und Steuerlinie
Abb.2.3: Prozessmanagement-Funktionen im engeren Sinn
Abb.2.4: Mehrebenenstrategie Case Management
Abb.2.5: Wechselbeziehung zwischen Fall- und Systemebene Case Management
Abb.2.6: Vergleich Prozessmanagement und Case Management
Abb.3.1: ECO-Konzeptelemente
Abb.3.2: ECO-Kernteam Arzt-Pflege
Abb.3.3: Aufgaben ECO-Pflegefachkraft
Abb.3.4: Entwicklung der postoperativen Verweildauern bei ACB-Herzklappen- oder Aorten-OP am UKR
Abb.3.5: Case Management auf Fallebene (Köln)
Abb.3.6: Entwicklung der Bettenzahlen, Aufnahmen, Terminverschiebungen (Köln)
Abb.3.7: Zusammenarbeit Arzt- und Pflegedienst am FEK
Abb.4.1: Zentralisierungsgrad und Steuerungsfokus
Tab.1.1: Kombinationsmöglichkeiten im Hinblick auf die Versorgungsgerechtigkeit
Tab.2.1: Prozessarten
Tab.2.2: Aktionsträger im Prozess
Tab.2.3: Prozessmanagement Maßnahmenbündel I
Tab.2.4: Prozessmanagement Maßnahmenbündel II
Tab.2.5: Vergleichskriterien Gruppe 1: Grundlagen der Konzepte
Tab.2.6: Vergleichskriterien Gruppe 2: Gegenstandsbereich der Konzepte
Tab.2.7: Vergleichskriterien Gruppe 3: Hauptansatzpunkt der Konzepte
Tab.2.8: Vergleichskriterien Gruppe 4: Managementverständnis der Konzepte
Tab.2.9: Vergleichskriterien Gruppe 5: Methodische Aspekte der Konzepte
Tab.2.10: Vergleichskriterien Gruppe 6: Intervention und Steuerung
Tab.3.1: Differenzierungsmerkmale Primary Nursing und Expert Care Organisation
Tab.3.2: Pflegeverantwortungsbereiche am Friedrich-Ebert-Krankenhaus
Dieser Band nähert sich dem komplexen Thema »Fallsteuerung im Krankenhaus« aus drei verschiedenen Perspektiven:
• einer krankenhauspolitisch-fachlichen im Kap. 1,
• einer manageriell-theoretischen in Kap. 2 und
• einer organisatorisch-praktischen in Kap. 3.
Alle Perspektiven zusammen sollen zu einem abgerundeten Bild dieses komplexen Themas beitragen. Im Folgenden werden die drei Perspektiven und die jeweiligen Hintergründe beschrieben, um den Lesern eine bessere Orientierung zu geben.
Fallsteuerung stellt sich als ein Verfahren für die Organisation der Krankenhausbehandlungsprozesse dar, das von immer mehr Krankenhäusern in seiner Vorteilhaftigkeit erkannt und in unterschiedliche Organisationsmodelle gekleidet wird. Das Kap. 1 klärt zunächst die Motive und Hintergründe für die Einführung der Fallsteuerung im Krankenhaus:
• Dazu werden zum einen Merkmale bestimmt, die zu einer Bedarfsgerechtigkeit der Versorgung gehören – ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Fallsteuerung.
• Zum anderen wird untersucht, welche ökonomischen Gründe es für eine Fallsteuerung im Krankenhaus gibt und wie diese sich zu einer fachlich-professionellen Sichtweise verhalten.
• Schließlich wird abgeleitet, welche Anforderungen eine Fallsteuerung im Krankenhaus zu erfüllen hat.
Eine Fallsteuerung ordnet den Behandlungsprozess neu und weist den Akteuren veränderte Aufgaben und Rollen zu. Das Kap. 2 setzt sich ausführlich mit zwei Konzepten auseinander, die in den letzten zehn Jahren zu einer theoretischen Fundierung der Fallsteuerung beigetragen haben:
• mit Prozessmanagement und Prozessorganisation, die sich – ausgehend von den Prozessen »normaler« Produktions- und Dienstleistungsunternehmen – um eine schnittstellenärmere Kooperation zur Erhöhung von Qualität und Effizienz bemühen, und
• mit dem Konzept des Case Managements, das in Sozial- und Gesundheitsorganisationen aus einer Klientenperspektive heraus zu einer bedarfsgerechten Koordination von Leistungen eingesetzt wird.
Diese beiden unterschiedlichen Konzepte werden im Kap. 2 zunächst einzeln charakterisiert und dann miteinander verglichen. Die Darstellung ist im besten Sinne des Wortes theorieorientiert, denn nichts ist bekanntlich so praktisch wie eine gute Theorie. Schließlich sollen die Leserinnen dieses Kapitels die theoretischen Konzepte für die Fallsteuerung erfassen, um dann die im Kap. 3 vorhandenen Praxiskonzepte beurteilen zu können.
Die Darstellung soll auch dazu dienen, dass die Leser mit Hilfe dieses Kapitels eigene Ansätze zur Fallsteuerung aus diesen beiden Konzepten entwickeln können. Wer mit der – trotz der eleganten Darstellung – etwas sperrigen Nomenklatur Schwierigkeiten hat, lese vielleicht erst das Kap. 3; manchmal stellen sich die Dinge einfacher dar, wenn zunächst der Anwendungsbezug geklärt ist.
Das Kap. 3 präsentiert fünf unterschiedliche Praxiskonzepte und Organisationslösungen für eine Fallsteuerung im Krankenhaus, die jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen: Alle Ansätze beruhen auf einem erweiterten Aufgaben- und Handlungsspielraum von Pflegenden im Bereich der Fallsteuerung. Die Modellansätze sind
• das Primary-Nursing-Modell, das eine dezentrale Fallsteuerung beinhaltet,
• das Case-Management-Modell, das von einer eher zentral ausgeführten Fallsteuerung ausgeht, und
• das zwischen diesen beiden Ansätzen sich befindliche semizentrale Modell.
Diese drei Modellansätze sind auf einer Expertentagung des KoPM®-Zentrums der HAW Hamburg am 24.6.2011 vorgestellt und diskutiert worden. Ziel dieser Expertentagung war es,
• anhand von Impulsreferaten und Materialien aus Referenzkrankenhäusern die unterschiedlichen Modellansätze zu verdeutlichen,
• bei der Darstellung der Modelle durch eine Beschreibung mittels eines einheitlichen Kriterienrasters die spezifischen Eigenheiten der jeweiligen Ansätze nachvollziehbar zu machen und
• zu einer ersten vorläufigen Einschätzung der Bedeutung, Funktionalität und Eignung der Modelle zu kommen.
An dieser Stelle sei den Berichterstatterinnen und Berichterstattern des jeweiligen Krankenhauses für ihre Mitwirkung an dieser Expertentagung herzlich gedankt. Ohne ihre Mitwirkung und ihre Bereitschaft zur Informationsweitergabe wäre die Expertentagung nicht so ein Erfolg und dieser Teil der Veröffentlichung nicht realisierbar gewesen. Unser Dank geht an
• Dr. Tobias Bergler, Universitätsklinikum Regensburg,
• Ingeborg Buhmann, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf,
• Christian de la Chaux, FEK Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster,
• Axel Düsenberg, DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover,
• Dr. Oskar Freudenthaler, DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover,
• PD Dr. Werner Hofmann, FEK Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster,
• PD Dr. Kai Hübel, Universitätsklinikum Köln (AöR),
• Manuela Krüger, DRK-Krankenhaus Clementinenhaus Hannover,
• Jana Lahann, FEK Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster,
• Vera Lux, Universitätsklinikum Köln (AöR),
• Alexander Straube, Universitätsklinikum Regensburg.
Um die Lesbarkeit des Textes zu verbessern, haben wir auf eine durchgehende gendergerechte Ausdrucksweise verzichtet. Vielmehr haben wir an einigen Stellen die weibliche Form, an anderen Stellen die männliche Form verwendet; die jeweils andere Gruppe möge sich bitte mit angesprochen fühlen.
Hamburg, im Herbst 2013
Prof. Dr. Knut Dahlgaard
Prof. Dr. Peter Stratmeyer
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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