Farben der Vergangenheit - Stanislav Struhar - E-Book

Farben der Vergangenheit E-Book

Stanislav Struhar

4,9

Beschreibung

Müde blickte er zu Grimaldis Gärten, die, einem farbenfrohen Teppich gleich, an den Küstenrand hinunterliefen. Friedlich wie das Meer lagen Italien und Frankreich hier, sanft einander berührend, doch stand immer noch der alte Grenzübergang an der Küste, nahezu gespenstisch muteten seine leeren Fenster in der Stille des Bildes, das die Landschaft schuf. Die Stille der alten Steine In einem Sommer begegnet Domenico wieder Patrizia, und er zieht nach Genua, doch sie ist nicht mehr das Mädchen, das sie einmal war. Und da ist noch ihre Freundin Jacqueline, die sich in Italien fremd fühlt… Der Himmel so nah Als Clemens nach Isolabona kam, war er noch sehr klein, und Wien hat er seitdem nicht mehr gesehen. Er lebt in einem Ort nahe Frankreich und arbeitet in einer Bank, doch nach dem Tod der Mutter muss er sich um seinen kranken Vater kümmern. Eines Tages kehrt seine alte Freundin Sveva nach Isolabona zurück… Die Diebin Julian war noch ein Kind, als seine Eltern das verwaiste vietnamesische Mädchen, Lan, nach Hause brachten. Lange dauert es, bis er bereit ist, Lan in der Familie zu akzeptieren, doch weigert er sich nach wie vor, sie als seine Schwester anzusehen… Mit seinen Erzählungen erweist sich Stanislav Struhar als Meister der leisen Töne und der präzisen Beobachtung, der auch in Liebesdingen genau um die Bedeutung des Wartens auf den richtigen Augenblick weiß.

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Seitenzahl: 169

Veröffentlichungsjahr: 2016

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STRUHAR • FARBEN DER VERGANGENHEIT

STANISLAV STRUHAR

Farben der Vergangenheit

Erzählungen

Die Arbeit an diesen Erzählungen wurde durch Stipendien des Bundeskanzleramtes der Republik Österreich, Sektion II »Kunst und Kultur«, unterstützt. M Die Herausgabe des Buches erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Wien.

A-9020 Klagenfurt/Celovec, 8.-Mai-Straße 12 Tel. + 43(0)463 370 36, Fax. + 43(0)463 376 35 [email protected]

Copyright © dieser Ausgabe 2016 bei Wieser Verlag GmbH, Klagenfurt/Celovec Alle Rechte vorbehalten Lektorat: Josef G. Pichler ISBN 978-3-99047-039-8

Inhalt

Die Stille der alten Steine

Der Himmel so nah

Die Diebin

Die Stille der alten Steine

1

Die Nacht war mondhell und warm, und die Hügel schwiegen, wie in Schlaf versunken lag das Tal, fabelhaft strahlte der Sternenhimmel über Apricale.

»Bist du schon fertig?«, fragte Fulvio, und flüchtig strich er über sein Haar, das braun glänzte. Ja, antwortete Domenico nur, den Blick in die Tiefe des Tals gerichtet, wo kleine Fenster leuchteten. In Eile verließen sie die Wohnung und stiegen, von uralten Häusern umgeben, zum Hauptplatz hinauf. Er hole etwas zu trinken, sagte Fulvio vor der Theaterbühne, ehe er sich entfernte, in der Menschenmenge verschwand, und Domenico ging weiter.

»Domenico?«

»Patrizia, was machst du denn hier?«, sagte er, nicht weniger überrascht, auch er lächelte. Sie war nicht mehr mädchenhaft schlank, wie ihr Kleid zu erkennen gab, doch ihr Haar, schwarzlockig und lang, war unverändert geblieben. Seit wann er in Apricale sei, fragte sie. Eine Woche schon sei er hier, übermorgen müsse er aber zurück nach Turin. Sie sei vorgestern gekommen, mit einer Freundin sei sie da, werde aber nur vier Tage bleiben. Ob seine Mutter auch hier sei? Nein, sie sei in Turin. Ob sie noch die Bar in Turin hätten? Klar, antwortete er und fragte, wie es ihr auf der Universität gehe. Sie sei mit dem Studium bereits fertig, und vor einem Jahr habe sie sogar ihren Traumjob gefunden.

»Hast du wirklich mit Architektur zu tun?«

»Ja«, antwortete sie, und er sah zur Bühne, fragte dann, was das für eine Firma sei, wo sie arbeite. Sie sah auch zur Bühne, doch kaum hatte sie geantwortet, kam schon Fulvio. Er begrüßte sie und reichte Domenico ein Glas Wein, danach ging er zurück ins Café. Und Domenico fragte Patrizia, ob sie Lust hätte, spazieren zu gehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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