9,49 €
Das "Faust-Bild" schwankt in der Geschichte, und jeder. der seinen Faust schreibt (H.Heine), durchlebt die Welten des menschlichen Daseins, das Gute und das Böse im Diesseits durch sein Temperament gesehen. War Goethe selbst Faust, oder Mephistofeles, oder Wagner - oder war er nur das Böse, nur das Gute, oder Beides? In uns allen liegen Gut und Böse nahe beieinander. Gelegentlich verwischen die Grenzen, obsiegt das Eine über das Andere, bildet dabei die sonderlichsten phantastischen Konstellationen. Jeder Schreiber entdeckt mit seinem Faust seinen Schwerpunkt im Märchen vom menschlichen Leben.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 227
Veröffentlichungsjahr: 2021
Manfred Walter Krumeich - "Fausts Schatten"
Plakat Puppenspiel – KRUSTE Zeichnung ECV 1988 MK TITEL
1. VORWORT
2. PRÄLUDIUM "… BEREIT, DEN FAUSTISCHEN PAKT EINZUGEHEN"
3. Die Lebendigkeit und Aktualität des Faustischen – Übersicht
4. FESTSPIELE BAD HERSFELD 2006/2007
5. KAPITEL 1
Dr. Johannes Faust als übergreifende Symbolfigur
FAUST – gestern und heute
6. Kapitel 2
Dr. Johannes Faust
Rezeption der Faust-Figur in der Literatur und Musik
7. INTERMEDUM Nr. I
DVD – Gustav Gründgens als Mephisto in FAUST
8. INTERMEDIUM NR. II
Abteilung Humor – Faust Dialektisch!
FAUST auf Hessisch
Goethes Faust auf Saarländisch
Urfaust – Hessisch.
1
9. Bockstarke Klassiker!
FAUST
– in der Sprache von heute
10. EXKURS
Die WETTEN Gott – Mephisto
2
und Mephisto – Faust
11. Kapitel 3
FAUST in der MUSIK
Was es mit den Faust-Opern auf sich hat (Überarbeiteter Vortrag)
12. INTERMEDIUM Nr.III Goethe und die Musik
13. INTERMEDIUM IV
Das HEXENEINMALEINS
14.. Kapitel 4
Dr. Johannes Faust
Dramatik des FAUST dominiert
Die Faust-Figur im Puppenspiel
15. Kapitel 5
Ein Jugendtraum feierte Premiere
16. Karl Richter
VORSPIEL
zum Puppenspiel „Dr. Johannes Faust“
17. Dr. Johannes Faust
Versuch einer Neufassung – 1990 –
Basierend auf den Texten von Karl Simrock, Uwe
Lehmann und Kurt Scheidig – nach dem Studium der Urfassung von Christopher Marlowe von Manfred Krumeich
18. ENDE des ersten Aktes
Faust und die sieben Geister – von G. Ephraim Lessing
19. ZWEITER AKT
(Garten vor dem herzoglichen Palast in Parma – Don Carlos tritt auf, später kommt Kasperle da
20. ENDE DES 2. AKTES.
21. INTERMEDIUM Nr. V
Wer ist Mephistopheles?
ENDE – INTERMEDIUM Nr. V
22. DRITTER AKT
(Eine mittelalterliche Stadt – Ortenberg ähnelnd, es ist Abend, Dämmerung, links im Hintergrund Fausts Haus, rechts das Marienbildnis
23. ENDE des Marionettenspiels
24. INTERMEDIUM Nr. VI
25. INTERMEDIUM Nr. VI – ENDE
26. Kapitel 6
FINALE – Finis
27. INTERMEDIUM VII
Faust 2020
28. INTEMEDIUM VII – ENDE -
"Prometheischer Ausklang"
28.a INTERMEDIUM VIII
29. ANHANG
ZEITTAFEL
30. Die Gretchen Problematik
Das Schicksal des wirklichen Gretchens
"Auch ich"
Todesstrafe
Das Religions-Gespräch
(Die Gretchen-Frage)
31. Schau-Tafel
FAUST-THEMA – Puppenspiel und Oper
32. POLE POPPENSPÄLER LEBT
32. PROMETHEUS
33. Bibliografie usw
1 Harald Schäfer: "Urfaust – Hessisch", Eduard Roether Verlag, Darmstadt, 1989
2 Vgl. Seite 35
Seit meiner Fuldaer Zeit (Abi 1956) sind Faust und Mephisto ständige Begleiter meines Lebens. Mit Goethes Faust, verstärkt durch die frühen Aufführungen mit Schauspielkräften des Wiener Burgtheaters bei den Festspielen Bad Hersfeld, begann mein Studium des Faust in Literatur und Musik. Der Gedanke, einmal eine Rolle aus dem Faust zu spielen, spukte in meinem Kopf seit der Oberprima herum. Als wir damals den Faust lasen, durfte ich den Mephisto gestalten. Lesend spielte ich diese Figur – sozusagen – mit ‚Händen und Füßen’, also mit Mimik und Gestik .... ich war Mephisto. Langsam festigte sich die Idee, meinen Puppenfaust’ für Marionetten zu schreiben. Ich trug nun – und das bis heute - alles zusammen, was ich über das Faust-Spiel seit Marlowe finden konnte: Zeitungsausschnitte, Fernsehveranstaltungen (‚Faust-Nacht’), Bücher und diverse Rollenhefte. Nicht zuletzt aber auch alles, was an Faust-Inszenierungen und Puppenspielen im Fernsehen zu erleben war. Darunter waren die berühmte Gründgens-Aufführung aus Hamburg auf Video (heute auch DVD), der Faust der Münchener Kammerspiele mit Griem (Faust) und Pekny (Mephi) und der alte SW-Film von Murnau. Immer wieder folgte ich Goethes Spuren, entdeckte sein geheimnisumwittertes ‚Hexeneinmaleins’, und in seinen langen Gesprächen mit ‚Eckermann’ fand ich viel Interessantes zum Faust, das mir bis dahin unbekannt war. Zu guter Letzt will ich von den Begegnungen und den Erfahrungen mit dem Stoff erzählen. Den Kern bilden meine Vorträge und Gedanken zum Thema, durch die Ergebnisse der wichtigsten Literatur und diverse Sammlungen aus Zeitschriften, Essays und CD/DVDs usw., gestützt. Nicht vergessen darf ich die "Fäuste" der Puppenspieler Günter Menzel, Karl Richter und Karl Magersuppe ("Steinauer Holzköppe") und diverse Fernsehinszenierungen, z.B. Lubos Fiser.
"Faust" hat mein Leben aber weder geändert, verändert, noch bestimmt, sondern bereichert.
Den Abschluss und gleichzeitig den Höhepunkt erreicht mein Buch in 'meinem' Puppenspiel von
Dr. Johannes Faust
"Ein Marionettenspiel nach der Überlieferung
hergestellt von M.K., dem wohlwollenden
Publikum zum Ergoetzen und zur
Erbauung dargebracht".
Zeichnung nach dem Faustdenkmal in Knittlingen vom Autor
"Nicht Kunst und Wissenschaft allein,
Geduld will bei dem Werke sein.
Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig;
Die Zeit nur macht die feine Gärung kräftig."
FAUST I
Mephi: "Wozu der Lärm? Was steht dem Herrn zu Diensten?
Faust: "Das also war des Pudels Kern! - Ein fahrender
Skolast? Der Kasus macht mich lachen!"
Mephi: "Ich salutiere den gelehrten Herrn! Ihr habt mich leidlich schwitzen machen!
Faust: "Wer bist du denn?"
Mephi: "Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Ich saß, auf Christel wartend, im Auto und betrachtete leicht amüsiert und auch staunend den Betrieb auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums: Hektik beim Parkplatz suchen – obwohl Platz genug war – manchem aber zu weit vom Eingang entfernt, Hast und Eile mit leeren und aufgetürmt beladenen Einkaufswagen, kurzes Nicken nach der einen Seite und schnell zum Auto auf der anderen Seite, ausladen, beladen, leeren Einkaufswagen im Eiltempo zum Abstellplatz, rein ins Auto und so schnell wie möglich mit Vollgas los. Die drei großen Reklametafeln zeigten nur noch schäbige Reste der heruntergerissenen Plakate und wirkten trostlos, fast ratlos! Trotzdem blieb mein Blick immer wieder an der mittleren Tafel hängen, und plötzlich entdeckte ich sie: Mephisto und Faust! Schon krochen aus allen Ecken der Erinnerung die Gedanken und das Wissen, dass mich Goethes "Faust" schon als Schüler tief beeindruckt hatte. Die Sprache, die Fülle der zeitlosen Gedanken, die diabolischen Dialoge, das Verschmelzen des Bösen mit dem Guten, die Charakterisierung der handelnden Figuren und das Erleben, dass der Teufel in Gestalt des Mephistopheles gar nicht merkt, dass die Wette mit Gott ein abgekartetes Spiel des sog. Guten ist, waren Gesichtspunkte, die mich fortan immer wieder neu, immer wieder anders fesselten und zum Studium anregten.
Dr. Johannes (Georg) Faust, eine schillernde Persönlichkeit des ausgehenden 15. Jahrhunderts, um 1480 in Knittlingen geboren, ein Alchimist, ein Möchtegern-Magier, Arzt, Astrologe, Schwarzkünstler und Naturphilosoph ("magica naturalis"), soll 1536 (1540) in Staufen/Breisgau als "Teufelsbündner" von selbigen erwürgt worden sein.
Viel Reelles weiß man allerdings von diesem Mann, der zum Symbol des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit und damit zum Inbegriff der Suche nach Erkenntnis wurde, nicht.
Und Mephistopheles (Mephisto, Mephi) stellt sich auf Fausts Frage (vgl. Bildunterschrift) selbst vor:3
"Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär's, dass nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
Mein eigentliches Element."
Es muss die LP-Aufnahme aus dem Düsseldorfer Schauspielhaus von 1954 mit Paul Hartmann als FAUST gewesen sein, (Inszenierung vom 13.April 1949) die uns in ihrer Konzentration auf das Wort beispielhaft erschien und Gustav Gründgens als "Muster-Mephisto" auswies. Vom ersten Lesen mit verteilten Rollen an, wurde ich den "Mephisto" nicht mehr los. Noch heute habe ich ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich im "Faust" lese, mich mit dem Faust-Stoff wieder einmal beschäftige: Ich stehe vor dem "Riesengebirge Faust" und empfinde mich als "armes Würstchen". Nun will ich auch noch von 'meinem' Faust erzählen – ein Wagnis –, um mich in meiner Ortenberger Puppenspielversion schließlich als 'Faust' wieder zu finden.
Gustav Gründgens und Will Quadflieg in "Bilder des Hamburger FAUST Aufführung 1957/1958" von Rosemarie Clausen
Seufzend lehne ich mich zurück, schließe die Augen und sehe mich in dem kargen, engen Klassenraum der „alten“ Winfriedschule (Fulda) beim genüsslichen Vortrag der Schlusszeilen aus dem "Prolog im Himmel":
"Von Zeit zu Zeit sehe ich den Alten gern
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen!"
Da sehe ich sogar unseren Lehrer, Dr. H, sanft, wissend und vergnüglich lächeln. Es ist schon wahr, bis heute ist Goethes Meisterwerk für unsere Sprache prägend und buchstäblich in aller Munde – sieht man von dem stümperhaften Gestammel der sog. "Rapper" und dem gewollten, aber oft falschen Gebrauch von Anglizismen ab.
Gut 60 Jahre benötigte Goethe, um das gewaltige Werk zu vollenden. Über 60 Jahre habe ich mich bemüht, wenigstens einen Teil dieser Wort- und 'Sinn-Flut' einigermaßen zu verstehen. Einen reichen Schatz an unverwechselbaren Zitaten durfte ich gewinnen, geriet aber auch in den Zwiespalt der "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" und verlor meine sorglose Freizügigkeit und Freiheit im Umgang mit den Erkenntnissen, besonders der Literatur- und Musik-Wissenschaft.
Wie kann es möglich sein, dass mich dieser Mann, für die damalige Zeit durchaus ein Universalgenie und ein "Teufel" zugleich4, mein ganzes Leben lang als heimlicher 'Doppelgänger' begleitet hat? "Faust" eine wandelbare Gestalt, fast gespenstisch, manchmal vergessen, dann wieder gegenwärtig!
Bad Hersfelder Festspiele 1959 – FAUST 1 – Mephisto: Heinz Moog, Faust: Wolfgang Borchert – Regie: Wilhelm Dieterle – aus Paul Swiridoff: "Das Große Spiel"
Nun taucht er sogar auf einer schäbigen Reklametafel auf – und schon frage ich mich: Wie konnte dieser Scharlatan und Verbrecher dem Geheimrat Goethe und vielen anderen Schriftgelehrten, Dichtern und Komponisten zur Vorlage diverser Wort- und Notenkünstler und sogar zur Steilvorlage für Diktatoren werden?
Juristisch betrachtet "machte er sich zahlreicher Vergehen und Verbrechen des Straf-Gesetzbuches schuldig: 'Schwarze Magie', betrügerische Erpressung, Verführung einer Minderjährigen, Totschlag im Affekt, betrügerische Finanzmanipulation, Piraterie, Grund- und Bodenspekulation, Bestechung, Bildung einer kriminellen Vereinigung, Anstiftung zum Mord, Brandstiftung, Ausbeutung von Zwangsarbeitern und einiges mehr. Wo aber kein Kläger ist, ist auch kein Richter."5
Warum wurde dieser Klassiker FAUST für mich zu einer Symbolfigur der damaligen und nun auch aktuell der heutigen Zeit? Die Gelehrten waren und sind sich einig, dass Goethe mit der Figur des Faust – unterstützt durch das "Böse" – das negative Ideal des modernen Machtmenschen geschaffen hatte: egoistisch, narzisstisch, immer mehr grenzenlos wollend: mehr Wissen, mehr Geld, mehr Sex, mehr Kick! Rastlos hetzte er durch die Zeit, von einem Event zum anderen. Dabei erhebt er die Lüge zur Wahrheit, und wir merken auf einmal, dass die "Trumps" von heute die deutschen Diktatoren Hitler (Nazis – "Blut ist ein ganz besonderer Saft") oder Ulbricht (DDR – Er wolle wie Faust "auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.") insgeheim als ihr Vorbild betrachten.
"Du siehst so nachdenklich aus", bemerkte Christel, die mit ihrem gefüllten Einkaufswagen plötzlich neben dem Auto stand, "was gab es denn Wichtiges"? "Eigentlich nichts Besonderes", meinte ich, "aber guck dir doch mal die mittlerer Reklametafel an!" "Was soll da sein? Die sieht hübsch hässlich aus!", lachte sie. "Aber guck mal genauer und lass deine Phantasie spielen!" forderte ich sie auf. "Nun ja, man könnte meinen, dass sich da zwei Personen unterhalten, vielleicht streiten!" staunte Christel. "Siehst du, und ich entdeckte da Mephisto und Faust," stellte ich fest. "Du mit deinem Faust, --- aber doch, es könnten die zwei Protagonisten Goethes sein!" kam sie mir entgegen. "Da kannst du sehen, dass ich armer Tor der Weisheit letzten Schluss noch nicht gefunden habe", lachte ich! "Dann wird’s aber langsam Zeit, des Pudels Kern kennst du ja schon", meinte sie lakonisch und packte den Inhalt des Einkaufswagens in den Kofferraum.
"Der Faust sitzt dem Deutschen wie Blei auf den Schultern, hat sich ihm ins Herz genistet, in sein Blut eingesogen; Wir sitzen und dichten und dämmern über das Schicksal, das wir in uns tragen, und käuen und käuen daran und können uns selbst nicht ertragen."6
Fausts langer Schatten holt mich immer wieder mal ein, und ich
werde mit jedem Mal gescheiter! - (nach Faust II)
3 Goethe hat, so empfinde ich, die Sprachgestaltung des Mephisto mit ei - ner besonderen Sprachmelodie bedacht: Klar, genau, zielgerichtet, geradeaus, zynisch, spöttisch, geheimnisvoll und offen (alles gleichzeitig) – für einen Sprach- und Sprechkünstler wie Gründgens wie geschaffen.
4 Als Mephisto und Faust in Einem, ein Vertreter der "Zwei-Seelen-Theorie"
5 Metzler Goethe Lexikon, Verlag J.B.Metzler, 1999, ISBN 3-476-01589-0, Seite 140
6 Gustav Kühne: Faust und kein Ende(1815) in Dieter Borchmeyer: "Was ist deutsch", Rowohlt, Berlin, ISBN 978-3-87134070-3
CORONA-PANDEMIE
TROCKENHEIT
DÜRRE
HIV
Klimawandel
Bad Hersfeld, Festspiele 2006/2007 – Martin Reinke (Faust), Rufus Beck Mephistopheles
"In der Inszenierung von Torsten Fischer bewies ein sehr engagiert agierendes Ensemble, allen voran die Darsteller des Faust und des Mephisto, dass sich der Rang der großen Dichtungen – hier FAUST – darin offenbart, dass sie jeder Zeit ein neues Gesicht zeigen, weil die historischen Veränderungen der Welt immer neue Perspektiven auf sie eröffnen. Faust zeigt eine egozentrische Lebenshaltung, die heute - trivialisiert und banalisiert, - zu einem Hauptkennzeichen des in der Massengesellschaft vereinzelten, zugleich desorientierten und manipulierten Menschen geworden ist.
Wir hätten auch zu reden über die prägnante, die modernen Tendenzen seiner Zeit mitbestimmende Neuorientierung des Geschlechterverhältnisses und der Geschlechterrollen in diesem Drama, aus deren Reichweite wir erst heute herauszutreten beginnen."7
Wir erlebten eine spannende, werkgetreue und schauspielerisch auf hohem Niveau stehende Aufführung mit beispielhafter Besetzung.
7 Nach: Gerhard Kaiser im Programmheft der Festspiele Bad Hersfeld 2007, Seiten 12 - 17
Der Mensch wird zwischen Himmel/Jenseits und Erde/Diesseits gestellt. Die Lebendigkeit und Aktualität dieses Faust zeigt die Problematik der Wissenschaft, die den Urgründen des Universums auf die Spur kommen will. Die "Magie" tritt gleichberechtigt neben die strenge Wissenschaftlichkeit. Von der Renaissance bis zum heutigen Weltbild, das durch Max Plancks Infragestellung des Glaubens an die Stetigkeit der Natur und durch die Ergebnisse der Atomforschung und Erkenntnisse der "Weltraumfahrerei" zerstört wurde, spannt sich der Bogen!
Der österreichische Schriftsteller und Kulturphilosoph Egon Friedel (1878 – 1938) schrieb 1927 über den Faust:
"Das Außerordentliche und (vielleicht sogar unbewußt) Geniale der Goetheschen Faustdichtung besteht darin, daß sie eine kompendiöse8 Darstellung der Kulturgeschichte der Neuzeit ist. Faust beginnt als Mystiker und endet als Realpolitiker. Faust ist die ganze Versuchung des modernen Menschen, die sich in tausend Masken und Verkleidungen anschleicht: als Alkoholismus, als Sexualität, als Weltschmerz, als Übermenschentum; und dabei ist er der vorbildlich Unbefriedigte, in allem Einzeldasein sich wiedererkennend, qualvoll nach der Einheit der Erscheinungen ringend, und immer vergeblich. Die Tragödie Fausts ist die Tragödie des Menschen der Neuzeit, die Tragödie des Rationalimus, des Skeptizismus, des Realismus. Ihm zur Seite steht der Teufel. Aber Mephisto ist gar nicht böse9, sondern bloß frivol, zynisch, materialistisch und vor allem geistreich: die Erscheinung gewordene pure, kalte, sterile Intelligenz, ein höchst differenziertes Gehirnwesen und der konsequenteste Vertreter der genialen Ichsucht. Das Geistreiche und Nurgeistreiche ist der zerstörende Dämon im Menschen der Neuzeit. Mephisto hat den bösen Blick des Intellektualismus, des Sensualismus, des Nihilismus. Er zeigt dem ringenden Genius Faust die ganze Welt und legt sie ihm zu Füßen: aber, betrogen muß Faust erkennen, daß diese Welt ihm nur scheinbar gehört, nämlich nur seinem Verstand, der etwas schlechthin Unwirkliches ist".10
Unheimlich! - Plötzlich steht der 45. Präsident der USA vor mir, umringt von einigen wesensgleichen Figuren des aktuellen Polit-Zirkusses: Ungarn, Polen, Nordkorea, Türkei, Irak, Saudi-Arabien usw. Sie verhalten sich so, als hätte ihnen das Gegen-Ich zu Faust, Mephisto, ins Uhr geflüstert:
"Geh über Leichen – ich schicke Dir das Corona-Virus und andere Unannehmlichkeiten -, kümmere dich nicht um das, was die Virologen und andere Wissenschaftler oder Kirche, Gesellschaft und Tradition sagen, sie haben keine Ahnung, bediene dich deiner eigenen Wahrnehmung, deines Verstandes – sei dein eigener Maßstab!"
Faust hatte ja, angeleitet und geführt durch Mephisto, den Weg der Selbstverwirklichung – auch durch Magie – beschritten und machte sein Ich zum Maß aller Dinge und offenbarte dabei eine egozentrische Lebenshaltung, die in unseren Tagen zu einem Grundpfeiler der Massengesellschaft geworden ist. Aber – Faust ist kein Ausnahmemensch oder Übermensch, sondern der ganz gewöhnliche alltägliche Mensch, der allerdings nur sich kennt und nur sich, sein eigenes Selbst liebt.
Goethe im Gespräch mit Eckermann am 3, Januar 1830
"Der Faust ist doch etwas ganz Inkommensurables("nicht messbares"), und alle Versuche, ihn dem Verstand näherzubringen, sind vergeblich. Auch muß man bedenken, daß der erste Teil aus einem etwas dunklen Zustand des Individuums hervorgegangen. Aber dieses Dunkel reizt die Menschen, und sie mühen sich daran ab wie an allen unauflösbaren Problemen."11
Das klingt doch sehr gegenwärtig, und ich frage mich – wieder einmal – "wieso kann mich dieser Scharlatan, dieser Blender und Verführer auch im 21. Jahrhundert noch so sehr beschäftigen?"
„Faust ist tot“, hat Günther Anders irgendwann behauptet. Gemeint ist die von Goethe gestaltete poetische Figur, mit ihr die 'Faust - Dichtung'. Das dürfte eine übereilte und falsche Prognose gewesen sein. Unsere 'verrückte' Gegenwart wäre dem Dr. Faust durchaus nicht fremd.12
Tot ist das ‚Faustische’. Es ist im Gerichtsgang der Geschichte als bodenlos, als nichtig befunden worden. Es kann nicht neu erstehen, so wenig, wie der 'faustische Deutsche'. Aber aus dem tödlichen Niedergang des ‚Faustischen’ erhebt sich die Dichtung ‚FAUST’ zu neuem poetischen Leben.“13
Wer aber ist – bzw. war dieser Faust, der seit dem 16. Jahrhundert durch die Literatur, die Dichtung und die Musik geistert?
Was uns aus zeitgenössischen Urkunden, Berichten und Briefen aus den ersten vier Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts bekannt wurde, das deutet auf einen Scharlatan, Sterndeuter und Alchemisten hin, dem man sogar nachsagt, er habe sich eines Bundes mit dem Teufel höchstpersönlich gerühmt.
Die schriftlichen Quellen machen es wahrscheinlich, dass etwa von 1480 bis 1540 ein Johannes Georg Faust gelebt hat. Verschiedene Geburtsorte werden genannt, sie alle lassen Faust in Süddeutschland (u.a. Knittlingen) geboren werden. Damit ist er ein Landsmann von Paracelsus von Hohenheim, Heinrich Seuse und Melanchthon.14
Er hielt sich in mehreren Universitätsstädten auf, darunter Wittenberg, Erfurt, Heidelberg und Ingolstadt. Er studierte Medizin, Astrologie und Alchemie – möglicherweise auch Theologie – wahrscheinlich auch in Krakau.
Als Abenteurer und ruheloser Wanderer wie Eulenspiegel (Vorläufer des Cagliostro) dehnte Faust seine Fahrten weit aus und hat 'einfaches' Volk und Gebildete, je nach Gunst des Augenblicks, in Wirtshäusern oder an Fürstenhöfen unterhalten ... vielleicht auch durch gewagte philosophische Spekulationen – (dies würde auch die Erbitterung erklären, mit der ihn die Reformatoren und ihre Anhänger verfolgten) -, ganz gewiss aber stets durch verblüffende Zauberkunststücke. Über seine letzten Lebensjahre liegen keine genauen Angaben vor.
Aus dem kühnen Abenteurer mag ein gehetzter Mann geworden sein, der schließlich irgendwann zwischen 1536 und 1540 in Staufen im Breisgau eines unnatürlichen Todes gestorben ist. Im Gegensatz zur Sage15 vermutet die Forschung, dass er bei chemischen Experimenten mit explosiven Material verunglückte.
Wie kommt es aber, dass sich um diese Gestalt eine solche Fülle von Anekdoten, Erzählungen und endlich sogar ganze Bücher entwickelten, dass die Geschichte dieses Mannes sogar dramatisiert wurde?
Zwei wesentliche Gründe:
Faust lebte in einer Zeit 'geistigen Gärens': Humanismus – Renaissance und Reformation und tiefschürfender Umwälzungen.
In seinem Wesen verkörpert sich der
neue abendländische Mensch
(Als überliefertes Beispiel dieses ‚Menschen’ wird Paracelsus angeführt.)
FAUST verkörpert den Menschen seiner Zeit, er ist die vom 16. Jahrhundert ausgebildete Gestalt des titanischen Forschers und Genussmenschen – wobei zu beachten ist, dass beide Seiten seines Wesens keineswegs nur negativ gesehen werden dürfen. („Zwei Seelen.......“) In dieser Zeit großer Entdeckungen, Wiederentdeckungen, Universitätsgründungen gilt das Bildungsideal des Universalismus, verbunden mit überzeugender Lebensbejahung. Neben 'unserem' Faust lassen sich Leonardo da Vinci, Erasmus von Rotterdam, Hutten und der schon erwähnte Paracelsus als gleichfalls 'faustische’ Naturen anführen. Am Beispiel dieser Gelehrten erkennen wir, dass ihnen nicht nur vom einfachen Volk Misstrauen entgegengebracht wird, auch die 'Hohe Geistlichkeit' verdächtigt sie des Abfalls von Gott.
Gerade in dieser Zeit religiöser Gärung infolge der Reformation und Gegenreformation entwickelte sich ein förmlicher Teufelswahn! Deshalb ist wohl auch die literarische Faustgestalt nach Deutschlands Norden – Wittenberg und Leipzig – verpflanzt worden, obwohl Herkunft (Knittlingen) und Tod (Staufen) dieses Erzzauberers nach Schwaben weisen.
Schon bald nach dem Tod Fausts – des historischen Fausts – hatte sich die Sage von dessen Teufelsbündnis16 und Höllenfahrt gebildet. Sie erreichte als Volksbuch, zuerst von Spieß in Frankfurt 1587 gedruckt, in mannigfaltigen Bearbeitungen eine sehr große Verbreitung bis in das 18, Jahrhundert, wo sie als billiges Heftchen an den Bücherständen zu haben war und so auch wahrscheinlich dem Knaben Goethe in die Hände geriet.
So wie uns Primaner Goethes Dichtung "Faust" (vor allem Teil 1) fesselte und beeindruckte, muss der junge Goethe als Jurastudent von der Figur des Doktor Faust, die er durch das Puppenspiel kennen lernte, begeistert gewesen sein. Ich kann mir gut vorstellen, wie dieser zwielichtige Held, der mit derbem anzüglichen Wort-Witz die Attraktion eines Jahrmarkt-Schauspiels war, auch den jungen "Rechtsgelehrten" Goethe ergötzte. Was er bei seinen Studien über diesen vermeintlichen Doktor erfuhr, wird ihn einerseits erfreut und belustigt, andererseits aber auch nachdenklich und traurig gemacht haben. Doktor- und Magistertitel legte sich Faust je nach Bedarf und Belieben eigenmächtig zu. Dieser 'Doktor' war ein Hochstapler, ein windiger Pfiffikus, ein Gauner und Spaßvogel, ein Lügenbaron und unersättlicher Schürzenjäger und damit der Abenteurer seiner Zeit.
Dass dieser selbsternannte Doktor aller Wissenschaften und der 'Weißen Magie' sich auch gegen die strengen Gebote der Kirche17 stellte, erschien vielen Zeitgenossen als Signal, sich von der Kirche zu lösen, um ihre Begierden straffrei zu stillen. Nichts vermag so zu locken wie die Sünde. Dass nun derselbe am furchterregenden Ende seines Lebens vom Teufel eigenhändig zu Tode gewürgt wurde, erregt(e) wohlige Schauer.
So wurde die grausige Geschichte des Faust und seines "Gegen-Ichs" Mephistopheles immer weiter ausgemalt. Die Zeitgenossen erfanden sensationelle farbenprächtige Erlebnis-Geschichten und ließen es an keiner Übertreibung und erfundenen Details fehlen.
Es entwickelte sich ein literarischer Bilderbogen von Gedichten, Balladen, Bänkelgesängen und Theaterstücken, - in der Folge auch musikalische Werke -, die nicht nur vor einem gottlosen Leben warnten, sondern auch die Anziehungskraft verbotener Gelüste ins Licht und Bewusstsein der Öffentlichkeit rückten.
"Mephisto ist Diener und Gegenspieler in einem, Fausts personifizierter
Triebwille --- doch nur ausnahmehaft sein verwirklichtes
Wollen. Fausts Mitschuld resultiert aus der unheiligen Allianz mit
dem Bösen, der in der 'Gretchcn-Handlung' auch das Gutgewollte
ins Schlimmgetane verkehrt.> Walpurgisnacht!"18
"Goethe bleibt" ist die Besprechung der ersten historisch-kritischen Gesamtausgabe von Goethes "Faust" im Wallstein-Verlag19 überschrieben, und der Text von Clemens Pornschlegel lenkt meine Aufmerksamkeit gezielt auf die Thematik "Faust heute!"
Man muss sich nicht verbiegen um festzustellen, dass sich Geschichte wiederholt, andere Strukturen annimmt, sich sozusagen verkleidet, aber im Kern unverändert erscheint. Die Veränderungen unseres Lebens durch die Digitalisierung offenbaren ein Tempo, das uns im täglichen Geschehen mit Hektik, Egoismus und Geschwindigkeit einem enormen Druck aussetzt.
"Die Geschichte ist ein Drehbuch von miserabler Qualität."
Normann Mailer
"Verzeiht! - es ist ein groß Ergötzen,
Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen,
Zu schauen, wie vor uns ein weiser Mann gedacht,
Und wie wir's dann zuletzt so herrlich weit gebracht."
FAUST 1, Nacht: Wagner im Schlafrock und Nachtmütze Lampe in der Hand
Ausgehend vom Volksbuch, zuerst 1587 gedruckt - (das sog. Spießsche Faustbuch) - über mannigfaltige Bearbeitungen bis ins 18. Jahrhundert, spannt sich der Bogen über Namen wie Lessing, Maler Müller, Klinger bis Goethe, wird wieder aufgegriffen von Grabbe, Heine und Lenau und endet nicht zuletzt bei Thomas Mann. (1947)
Gleich nach dem Erscheinen des Volksbuches hatte Christopher Marlowe schon 1589 die Disputationsszenen des Spießschen Volksbuches dramatisiert.
Englische Komödianten bringen das Stück nach Deutschland. Hier sinkt es innerhalb eines Jahrhunderts zum Zauberspektakel mit Hans-Wurst oder Kasper herab. (Bei Marlowe erscheint der Kasper in nur einer Szene!) Durch Lessings Zutun wird der Fauststoff wieder für die ‚Hohe Literatur’ entdeckt und endet zunächst in dem großen Theater der Deutschen – in Goethes Faust I und II.
Faust wird schlechthin zum Symbol des Menschen in der modernen Welt überhaupt, des Menschen, der zwischen Himmel und Erde, zwischen Diesseits und Jenseits gestellt ist.
Um aber das Phänomen FAUST richtig erfassen zu können, muss der 'geneigte' Leser die Zeitläufe kennen. Hier spannt sich der Bogen vom Aufbruch der Renaissance bis zum neuen Weltbild heute, das durch Max Plancks Infragestellen des Glaubens an die Stetigkeit der Natur und durch die Ergebnisse der Atomforschung zerstört wurde.
Faust ist ein Zeitgenosse Luthers, fast gleichaltrig. Faust lebte wie Luther am Anfang der Neuzeit, einer Zeit, der die große Auseinandersetzung mit der Kirche aufgegeben war, deren Menschen ein neues Weltbild bewältigen sollten.
Geistig ist die Zeit gekennzeichnet durch Renaissance und Humanismus. Außerdem blieb die Reformation im innersten Wesen nicht ausschließlich nur eine kirchliche Bewegung. Der Führungsanspruch der Kirche wird bezweifelt, den Wissenschaften wird eine neue Bedeutung zuteil.
Der abendländische Mensch erwacht zu sich selbst, wird von einem unbändigen Wissensdrang beseelt, strebt nach Erkenntnis, nach Kenntnis der 'letzten Dinge'.
Es erhebt sich der Gegensatz zwischen dem 'homo christianus' und dem 'homo faber', dem auf sich selbst gestellten Menschen neuer geistiger Mündigkeit. Aber den Bestrebungen haftet der Charakter des Verbotenen an. Wer sich solchen Forschungen hingab, mochte annehmen, sich gegen die drohenden Gefahren mit Geistern gegen die Seinsmächte verbinden zu müssen.
Damit trat, zumindest für den Laien, die Magie ebenbürtig neben die strenge Wissenschaftlichkeit. So musste Faust seinen Zeitgenossen als ein Mann erscheinen, der in ketzerischer Kühnheit versucht, beides, Religiosität und geistige Selbständigkeit, miteinander zu verbinden. Dabei darf nicht übersehen werden, dass, wer sich mit dem Teufel verbindet, auf eine negative Weise immer noch an Gott glaubt.
Neue Geheimlehren tauchen auf, die neue Erkenntnisse versprechen: Alchemie, Astrologie und Kabbala. ( ... seit dem 13. Jahrhundert. Bezeichnung der jüdischen Mystik und religionsphilosophischen Geheimlehre).
Der historische Faust scheint seinerzeit den zeittypischen Weg vom humanistisch gebildeten Universitätsgelehrten zum landfahrenden Gaukler gegangen zu sein. Er treibt sich als Scharlatan in verschiedenen Universitätsstädten herum, findet Anhänger, aber auch noch mehr Gegner. Vor allem sind es eifernde Theologen des jungen Protestantismus, die Faust als einen Vertreter der unnützen, glaubenslosen Wissenschaft bezeichnen. Dieser Faust muss weit herum gekommen sein (Krakau) und fiel überall durch Gelehrsamkeit und Zauberkunststückchen auf.
Melanchthon weiß zu berichten, dass Faust in Rimlich bei Wittenberg nachts zwischen zwölf und eins vom Teufel erwürgt wurde.
Wahrscheinlicher ist der Bericht der Ortschronik von Staufen im Breisgau, dass Anno 1539 „Mefistofell dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler das Genick gebrochen habe.“ Beiden Berichten ist gemeinsam, dass Faust vom Teufel geholt wurde – ein gewaltsamer Tod durch Berufsneider oder anderer Feinde ist aber auch nicht ausgeschlossen. Die Neider und Eiferer verbanden den Fauststoff mit dem mittelalterlichen Motiv des Teufelspaktes. (vgl.a.a.O. ab S 11)
Die zeitgenössischen Bearbeitungen verlieren immer mehr den Ausgangspunkt des Stoffes aus den Augen – die Problematik der Wissenschaft. Ihnen gilt Faust noch immer als Zauberer. ... Dämonisch und frevelhaft wirkt dann auch das Helena-Motiv.
Seit rund 200 Jahren beschäftigt also Goethes Tragödie "Faust" unsere Bühnen und zeigt, dass die FAUST-Dichtung in unserer Zeit (20./21. Jahrhundert) in allen möglichen Variationen munter weiter lebt und der moderne Mensch durchaus bereit ist, "den Faustischen Pakt" immer wieder in vielen unterschiedlichen aktuellen Inszenierungen unserer Theaterwelt neu zu erleben. Dabei wetteifern die Bühnen mit ihren Deutungen und versuchen aufzudecken, was der "Faust-Stoff" uns heute zu sagen hat. Wenn der gestrenge Herr Geheimrat die eine oder andere Inszenierung sehen könnte, z.B: Faust und Mephisto von einem Schauspieler gespielt, dass Mephisto als Frau auftritt, als Rock-Oper die jungen Zuschauer begeistert oder die technischen Möglichkeiten ( … drum schonet mir Prospekte und Maschinen nicht!)
