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Beagle Emma würde für Leckerchen fast alles tun, für Labrador Paul ist ein Spiel mit seinen Hundekumpel das Größte, Mops Peppi freut sich über Streicheleinheiten und Australian Shepherd Fred liebt seinen Ball. Jeder Hund ist anders und jeder lässt sich auf seine Weise motivieren. Sabine Winkler beschreibt, wie man verschiedene Hundetypen aus der Reserve lockt und sie für jedes Training begeistern kann. Für gute Laune und Erfolg!
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Seitenzahl: 138
Veröffentlichungsjahr: 2013
Sabine Winkler Fein gemacht! Hunde richtig motivieren und belohnen
Zu diesem Buch 4
Grundlagen 5
Motivation 6
Lernverhalten 10
Primäre und sekundäre Verstärker 16
Übergabe der Belohnung 25
Techniken und Hilfsmittel 29
Futter 30
Umgang mit Spielzeug 33
Der Einsatz von Bewegung 38
Körperkontakt 40
Zuwendung 45
Selbstbelohnendes Verhalten nutzen 48
Richtig motivieren 55
Jedem, was er mag 56
Motivationsfaktoren 60
Motivationstypen 65
Motivationskiller 73
Stress 74
Die Geschichte von Kody und Kessy 83
Leistung steigern 93
Qualität und Anforderungen 94
Differenziert belohnen 101
Wenn es hakt 104
Ausdauertraining 107
Generalisieren 110
Muss man ewig belohnen? 114
Konkurrierende Motivation 118
Service 122
Zum Weiterlesen 123
Zu diesem Buch
Trainingsmethoden, die ganz überwiegend oder sogar aus- schließlich über Belohnungen arbeiten, werden leider im- mer noch vielfach belächelt. Oder man hält sie zumindest für weniger wirksam oder langwieriger als Methoden, die auf Zwang und Strafe zurückgreifen. Dabei sind „positive“ Trainingsmethoden den „negativen“ in aller Regel über- legen. Dass dies noch wenig bekannt ist, liegt auch daran, dass positive Verstärkung leider oft fehlerhaft angewandt wird und dadurch nicht die Ergebnisse bringen kann, zu denen sie eigentlich fähig wäre. Dieses Buch handelt daher von der richtigen Anwendung positiver Verstärkung (Belohnung). Es soll helfen, Fallstricke zu umgehen und das Optimum aus dieser Methode herauszuholen.
Bevor wir einsteigen, noch eine Bemerkung grundsätz- licher Art: Auch wenn man sich der positiven Verstärkung verschrieben hat, gibt es meiner Meinung nach durchaus einige wenige Situationen, in denen auch beim Hund Strafe oder ein angemessenes „sich durchsetzen“ angebracht sind. Dies ist jedoch nicht Thema dieses Buches und wird daher nicht genauer ausgeführt. Zudem stößt man erfahrungsge- mäß immer seltener auf Situationen, in denen man meint, auf Strafe und Einschüchterung zurückgreifen zu müssen, je besser man es versteht, positive Verstärkung wirksam einzusetzen.
Viel Spaß und gutes Gelingen, Ihre Sabine Winkler
Grundlagen
Motivation
Motivation bedeutet nicht nur schwungvoll und gut gelaunt zu sein, man möchte ein bestimmtes Ziel erreichen und legt sich dafür kräftig ins Zeug. Hier erfahren Sie, was Motivation ist, was unsere Hunde erreichen möchten und warum es so belohnend wirkt, etwas selbst bestimmen zu können.
Was ist Motivation
Motivation, auch Handlungs- oder Ver-haltensbereitschaft genannt, ist dieBereitschaft, ein bestimmtes Ziel durcheine bestimmte Handlung oder Hand-lungskette zu erreichen. „Motiviert“ zusein, bedeutet also nicht dasselbe, wieeinfach nur „gut drauf“ zu sein. EinHund kann also immer nur zu einembestimmten Verhalten motiviert sein.Daher kann man Motivation für dieArbeit auf dem Hundeplatz auch nichtdadurch aufbauen, dass man vor undnach dem Training mit dem Hund spielt.Denn dadurch wird er zwar momentanin gute Stimmung versetzt, aber nichtdazu motiviert, mit seinem Menschenzu arbeiten.
Motivation von innen und außen
Ein Hund kann außerdem entwederintrinsisch (von innen heraus) motiviert sein, d. h. er strebt einen primären Ver-
stärker wie Nahrung, Sicherheit, Fort-pflanzung, Neugier befriedigen oder einselbstbelohnendes Verhalten an. Oderer ist extrinsisch (von außen) motiviert,d. h. er strebt einen sekundären Verstär-ker wie Lob, Spiel mit dem Menschenetc. an. Eine intrinsische Motivation istnormalerweise stärker als eine extrin-sische – der Hund wird ausdauernderund eifriger bei der Sache sein, wenn ervon innen heraus motiviert ist, etwaszu tun, als wenn er es nur tut, um eine„äußere“ Belohnung zu bekommen.Daher ist es auch so schwer, einen Hundmit starkem Jagdtrieb (intrinsisch) überGehorsam (extrinsisch) vom Jagen abzu-halten.
Triebe
Auf Hundeplätzen hört man häufig nochden Begriff „Trieb“. Im Grunde ist damitnichts anderes gemeint als Motivation.Ein „triebstarker Hund“ ist also einer, der
besonders eifrig bemüht ist, an sein Ziel (z. B. seine Spielbeute) zu gelangen, und nicht so schnell aufgibt, wenn es schwie- rig wird, oder sogar Unannehmlich- keiten in Kauf nimmt, um sein Ziel zu erreichen. So angewandt stellt der Be- griff Trieb kein Problem dar. Die Vorstel- lung, dass man fein säuberlich verschie- dene Triebe (Kampftrieb, Beutetrieb, Meutetrieb, Spieltrieb, Fresstrieb, Fort-
pflanzungstrieb usw.) unterscheiden könnte, gilt allerdings inzwischen als überholt. Auch die Vorstellung, dass Motivation ähnlich funktioniert wie ein Wassertank – „Triebe“ stauen sich auf und müssen ab und zu „entladen“ wer- den – hat sich nicht bestätigt. Die Wirk- lichkeit ist doch komplexer. Daher wird der Begriff „Trieb“ in der Verhaltensfor- schung heute kaum noch verwendet.
Nur im Hundler-Jargon spricht man noch vom (Jagd-)Trieb.
An der Nase herumgeführt
Da Motivation nicht nur mit einem Zielzusammenhängt, sondern auch miteiner bestimmten Handlung, ist es sehrwichtig, im Hund eine Haltung von „Wasmuss ich tun, um den Verstärker zubekommen?“ hervorzurufen. Die bloßeHaltung „Das will ich unbedingt haben!“reicht nicht. Ein Hund, der noch nichtverstanden hat, dass er etwas ganz Be-stimmtes tun muss, um an sein Ziel zukommen, sondern nur seinen Ball habenmöchte, wird seine Bemühungen näm-lich nicht in eine gezielte Handlung um-münzen, sondern in mehr oder wenigerplanlose Versuche, an den Verstärker heranzukommen.
Aufgabe verstanden?
Ein Hund, der das Bei-Fuß-Gehen aus-schließlich durch das Locken mit Balloder Leckerchen gelernt hat, hat oft noch
gar nicht begriffen, was bei der Übungvon ihm erwartet wird, und wird auchnicht dazu motiviert, bei Fuß zu gehen.Er versucht im Grunde nur, dem Objektseiner Begierde möglichst nah zu sein,und gibt oft relativ schnell auf, wenn ermerkt, dass der Mensch keinen Ball beisich hat. Oder er springt an und be-drängt, wenn er ihn nicht bekommt.
Dem Ziel ein Stückchen näher
Im Gegensatz dazu bemüht sich einHund, der motiviert ist, bei Fuß zu gehen,aktiv darum, die exakte Fußpositioneinzunehmen und zu halten. Ja, er gehtsogar noch besser bei Fuß, wenn er län-gere Zeit nicht belohnt wird, da er davonüberzeugt ist, dass nur möglichst gutesBei-Fuß-Gehen ihn seinem Ziel näherbringt. Man erreicht eine solche Haltung,indem der Hund nicht immer nur durchLockmittel „an der Nase herumgeführt“
Joker hat verstanden, dass er das Futter nicht fürs Betteln bekommt …
wird, sondern vor allem für sein Verhal-ten und seine Bemühungen, das Richtigezu tun, belohnt wird.
„Ich kann das selbst!“
Sehr wichtig für die Motivation undsogar für das allgemeine Wohlbefindenist auch das Gefühl der „Selbstwirksam-keit“. Damit bezeichnet man die Erwar-tung, aufgrund eigener Kompetenzengewünschte Handlungen erfolgreichausführen zu können. Ein Lernexperi-ment mit Säuglingen illustriert die Zu-sammenhänge: Man ermöglichte achtWochen alten Säuglingen über Druck-sensoren im Kopfkissen, ein Mobiledurch eigene Kopfbewegungen in Bewe-gung zu setzen. Den Zusammenhanglernten sie schnell. Andere Säuglingebekamen dasselbe Mobile ebenso oftzu sehen, hatten aber keinen Einflussdarauf, ob es sich bewegte oder nicht.
Der überraschende „Nebenbefund“ desVersuchs besteht darin, dass bei denKindern, die das Mobile selbst in Bewe-gung versetzen konnten, ihr Interessedaran von Tag zu Tag größer wurde,während die anderen Kinder das Mobilebald langweilig fanden. Die Säuglinge,die Einfluss auf das Mobile nehmenkonnten, zeigten außerdem insgesamteinen lebhafteren Gesichtsausdruck,lächelten mehr und glucksten häufigerzufrieden. Dies erklärt man sich damit,dass das Gefühl von Selbstwirksamkeitbei Menschen vermutlich sogar zu denGrundbedürfnissen zählt. Wichtig istnicht nur, was man hat, sondern dassman durch eigene Anstrengung etwaserreicht. Auch bei Hunden trägt dasGefühl, mit dem eigenen Verhalten etwasbewirken und „Probleme“ selbst lösen zukönnen, offensichtlich sehr zum Wohl-befinden bei und ist sehr motivierend.
… sondern für einen perfekten Slalom durch die Beine.
Lernverhalten
Für einen Hund ist ein Signal zunächst nur etwas, das durch dasvorhergehende Training mit einem bestimmten Verhalten ver-knüpft wurde. Daher kommt ihm automatisch die Erinnerungan dieses Verhalten, wenn er das Signal wahrnimmt. Es ist sozu-sagen ein Handlungsvorschlag, der ihn auf die Idee bringt, dasentsprechende Verhalten auszuführen.
Viele Wiederholungen
Wovon hängt es nun ab, ob der Hundunserem „Vorschlag“ folgt oder nicht?Zum einen davon, wie stark die Asso-ziation zwischen dem Signal und demVerhalten ist. Auch wir kennen das Ge-fühl, etwas fast automatisch zu tun, nurweil wir es schon so oft getan haben.
Zu so starken Assoziationen kommt esbeim Lernen von Signalen, wenn einer-seits sehr viele Wiederholungen derAbfolge Signal – Verhalten erfolgt sindund andererseits das Signal nie oder nurselten wahrgenommen wurde, ohne dassdann auch das entsprechende Verhaltenausgeführt wurde.
Hunde lernen Sichtzeichen leichter als Worte
… und reagieren meist besser darauf.
Nicht verwässern
Daher darf man das Signal in der Lern-phase nur geben, wenn man sich nahezusicher ist, dass der Hund aufgrund seinesAusbildungsstandes in der momentanenSituation darauf reagieren wird. Dazumuss man abschätzen, in welcher Stim-mung er gerade ist, wie schwierig dieSituation ist und welchen Ausbildungs-stand er hat, ehe man ein Signal gibt.Manchmal ist es klüger, weisen Verzichtzu üben, als das Risiko einzugehen, dasSignal zu verwässern.
Die konditionierte emotionale Reaktion
Neben der Macht der Gewohnheit (bzw.der Stärke der Assoziation) entscheidetnoch ein zweiter Faktor darüber, ob derHund auf ein Signal reagiert oder nicht,und zwar ist dies die Gefühlskomponen-te der Assoziation, die stets automatischmitverknüpft wird. In der Fachsprachenennt man sie die „konditionierte emo-tionale Reaktion“. Nimmt der Hund einihm bekanntes Signal wahr, für dessenAusführung er oft belohnt worden ist, istdie konditionierte emotionale Reaktionpositiv gefärbt. Es kommt automatischein Gefühl von „Au ja, gute Idee!“ aufund er wird eher auf das Signal reagie-ren, als wenn er es mit unangenehmenGefühlen verknüpft hat.
Positive Gefühle
Die konditionierte emotionale Reaktionist übrigens nicht nur beim Lernen vonSignalen, sondern bei praktisch allenLernvorgängen im Spiel. Ob Ihr Hundgern mit Ihnen etwas Neues lernt odernicht, ob er beim Anblick des Apportier-holzes oder der Leine freudig wedeltoder verkniffen den Kopf wegdreht –all das kommt durch konditionierteemotionale Reaktionen zustande. Des-sen sollte man sich bewusst sein.Es lohnt sich daher, im Hundetrainingfür viele positive und möglichst wenignegative Gefühle zu sorgen. Dadurchwird Ihr Hund langfristig zu einem aus-dauernden und eifrigen „Mitarbeiter“,der begierig darauf ist, Neues zu lernenund etwas mit Ihnen zu unternehmen.
Würden diese beiden jetzt wohl noch auf „Komm“ hören?
Leben heißt Lernen
Alles, was der Hund in wachem Zustanderlebt, wirkt gleichzeitig auch auf derEbene des Lernens auf ihn ein. Behält derHund ein Verhalten hartnäckig bei, dasSie nicht mögen, ist er nicht etwa beson-ders stur, dumm oder dominant, son-dern das Verhalten wird offenbar durchirgendetwas in seiner Umgebung be-lohnt (verstärkt), und zwar oftmalsunbewusst durch Sie! Wenn Sie IhremHund z. B. ganz in Gedanken öfter malein Leckerchen geben, wenn er Sie an-stupst, müssen Sie sich nicht wundern,
wenn er immer aufdringlicher wird. Esgilt das Prinzip: „Was du verstärkst, be-kommst du auch!“ Haben Sie diesesPrinzip verinnerlicht, ist damit schondie größte Hürde auf dem Weg zu einemgut erzogenen Hund genommen.
Zuckerbrot und Peitsche
Alles, was den Hund auf der Ebene desLernens beeinflusst, kann man in „Stra-fe“ oder „Belohnung“ einteilen. EineStrafe nennt man alles, was dazu führt,dass das Verhalten in Zukunft selteneroder in schwächerer Form gezeigt wird.Eine Belohnung (oder Verstärkung) ist indiesem Sinne alles, was dazu führt, dassder Hund das Verhalten in Zukunft stär-ker oder öfter ausführt.
Minensuchhunde
Ob der Hund etwas als Belohnung oderals Strafe empfindet, sieht man manch-mal erst am Ergebnis. Wenn z. B. einebeabsichtigte Belohnung nicht zu dererwarteten Verhaltensänderung führt,kann es sein, dass Ihre Belohnung ausSicht des Hundes eher eine Strafe war,z. B. etwas, das er nicht besonders mag.Sensibilisiert man sich ein wenig für dieKörpersprache des Hundes, kann manoft im Moment der Belohnung erken-nen, ob der Hund sich darüber freutoder nicht.
Viel hilft nicht immer viel
Wenn ein Hund auf eine Belohnung(oder Strafe) stark reagiert, muss dasnicht heißen, dass der Lerneffekt beson-ders groß ist. Allzu starke Gefühle kön-nen das Lernen sogar behindern, wie diesogenannte Yerkes-Dodson-Regel auf-zeigt. Sie beschreibt den Zusammenhangzwischen dem Erregungsniveau einesIndividuums und seiner Leistungsfähig-keit bei Lernaufgaben. Allgemein besagtsie, dass ein gewisses Maß an Erregungzum Lernen nötig ist, die Leistung aberbei zu hoher Erregung schlechter wird.
Für Monty ist das Spielzeug gerade keine Belohnung. Er schaut ihm lustlos hinterher.
Übererregung, wie sie z. B. durch zulanges, wildes Spiel oder übermäßigeGier auf eine Futterbelohnung entsteht,ist also für das Lernen eher schädlich.Man sagt deshalb manchmal, sie wirkewie ein „Radiergummi fürs Hirn“. Manhat außerdem herausgefunden, dasses für jede Aufgabe ein passendes Erre-gungsniveau gibt. Leichte Aufgabenwerden auch bei hoher Motivation gutgelernt. Lernt der Hund dagegen etwasSchwieriges, bei dem er sich konzentrie-ren muss, ist eine niedrige Motivationbesser.
Wie lange und wie oft üben?
Auch hier gilt der Grundsatz, dass vielnicht unbedingt viel hilft. Gerade unterdem Gesichtspunkt der Motivation ist eswichtig, dass der Hund Spaß am Übenhat und sich nicht überfordert fühlt.
Nicht nur die Konzentrationsfähigkeitdes Hundes hat ihre Grenzen, sonderndas Training bedeutet ja auch eine kör-perliche Beanspruchung, z. B. beim kon-zentrierten Bei-Fuß-Gehen. Daher sollteeine gezielte Übungseinheit normaler-weise nur wenige Minuten dauern, vorallem bei jungen Hunden oder Erwach-senen, die noch als Anfänger gelten. Einübungserfahrener, fitter und gesundererwachsener Hund kann auch 20 bis30 Minuten am Stück trainiert werden.Bei längerem Training wird man bemer-ken, dass die Konzentration des Hundesnachlässt, sich Fehler häufen und erlangsamer wird. Liegt einem wenigeran der körperlichen und mentalen Aus-lastung des Hundes als daran, schnelle
Übungsblöcke mit Minipausen
Innerhalb einer Übungseinheit solltees zudem mehrere Minipausen geben.Günstig ist, jeweils einige Wiederho-lungen einer Übung zügig hintereinan-der zu machen, wobei sich je nach Kon-zentrationsfähigkeit des Hundes meist„Blöcke“ von etwa 5 bis 12 Wiederho-
lungen bewähren. Nach einem solchenBlock kann eine ganz kurze Pause da-durch entstehen, dass der Mensch wei-tere Trainingsutensilien holt, Leckerchenzerkleinert oder sich kurz mit dem Trai-ner bespricht. Oder man geht mit demHund ein paar Schritte oder wirft ihmein oder zwei Leckerchen zum Suchenin die Wiese, ehe man mit der nächstenSerie beginnt.
Mehrere Übungen
In einer Trainingseinheit kann mandurchaus verschiedene Übungen hinter-einander machen. Man sollte jedochbeim unerfahrenen Hund darauf achten,dass sich diese nicht zu sehr ähneln.Ungünstig wäre es z. B., direkt nachei-nander das Anstupsen eines Gegen-standes und das Apportieren zu übenoder „Platz Bleib“ und „Sitz Bleib“. Trai-nieren Sie daher einander ähnlicheÜbungen anfangs an verschiedenenTagen, z. B. an einem Tag nur „Sitz“ undam nächsten nur „Platz“. Man kann denÜbergang zu einer neuen Übung auchkennzeichnen, indem man eine der obenbeschriebenen Minipausen einlegt undden Standort wechselt. Sie können ein-fach ein paar Meter gehen, das Neben-zimmer, eine andere Ecke des Raumesoder Hundeplatzes aufsuchen. So merktIhr Hund, dass etwas Neues beginnt.
„Ich könnte noch stundenlang weiterüben!“
Primäre undsekundäre Verstärker
Primäre Verstärker wirken ohne Vortraining belohnend, es sinddie Dinge, die der Hund haben möchte, da sie ein gutes Gefühlbei ihm hervorrufen. Dazu gehören Leckerchen, Spielzeug oderSozialkontakt. Sekundäre Verstärker belohnen auch, aber das mussder Hund erst lernen, zum Beispiel, dass dem Wort „Brav“ einStreicheln oder ein Leckerchen folgt. Nach einiger Zeit wirkt dasWort an sich schon belohnend.
Primärer Verstärker
Ein sogenannter „primärer Verstärker“ist etwas, das direkt als Belohnung wirktund ohne weiteres Vortraining als solcheeingesetzt werden kann. Primäre Ver-
