Filterfotografie - Uwe Statz - E-Book

Filterfotografie E-Book

Uwe Statz

4,8

Beschreibung

  • Wunderschöne Aufnahmen realisiert mit den verschiedensten Filtern
  • Umgang mit Filtern und zusätzliches Equipment

Es gibt Polarisationsfilter, Verlaufsfilter, Graufilter, Farbfilter und Effektfilter, um nur einige zu nennen. Filter vor dem Objektiv helfen, besondere Stimmungen zu vermitteln, Dynamik in die Bilder zu bringen oder bestimmte Motivbereiche zu akzentuieren. Der Fotograf Uwe Statz erklärt in dieser erweiterten Neuauflage anschaulich, wann sich der Filtereinsatz lohnt, für welches Motiv welcher Filter sinnvoll ist und welches zusätzliche Equipment notwendig sein kann. Simple Rapsfelder bekommen somit eine bedrohliche Wirkung und Wasserfälle fließen durch die Kombination aus ND- und Polfilter wie in einer Fabelwelt. Anhand vieler Beispielfotos – ohne und mit Filter aufgenommen – und einem aussagekräftigen »Werdegang« bis zur endgültigen gelungenen Aufnahme bekommen Sie einen tiefen Einblick in die kreativen Möglichkeiten der Fotografie mit Filtern.

Aus dem Inhalt:
  • Filtersysteme: schrauben oder stecken?
  • Neutraldichtefilter (ND-Filter)
  • ND-Verlaufsfilter – Grauverlaufsfilter
  • Polarisationsfilter – Polfilter
  • UV-Filter/Skylightfilter
  • Farbfilter-Korrekturfilter, Konversionsfilter, Effektfilter
  • Sonstige Ausrüstung: Stativ, Filteraufbewahrung, Fernauslöser, Wasserwage u.v.m.

Mit Vorworten von Rüdiger Schrader (ehemaliger Cheffotograf dpa, langjähriger Fotochef stern, FOCUS), Hermann Will (Chefredateur FineArtPrinter) und Eberhard Schuy (Fotograf)

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Seitenzahl: 275

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Vorwort Rüdiger Schrader
Vorwort Eberhard Schuy
Vorwort Hermann Will
Filtereinsatz und das Fotografenherz
Kapitel 1: Filtersystem – schrauben oder stecken?
1.1 Schraubfilter
1.2 Steckfilt​er
Kapitel 2: Filterarten (digital/analog)
2.1 Neutraldichtefilter (ND-Filter) – Graufilter (Gesamtlichtkontrolle)
2.2 ND-Verlaufsfilter– Grauverlaufsfilter (partielle Belichtungskontrolle)
2.3 Polarisationsfilte​r – Polfil​ter
2.4 Nachtaufnahmen – Natural Night Filter​
2.5 Hersteller​
Kapitel 3: Weitere Filterarten (analog/weniger digital)
3.1 UV-Filt​er/Skylightfil​ter
3.2 Farbfilter-Korrekturfilt​er
3.3 Konversionsfilt​er
3.4 Effektfilt​er
Kapitel 4: Ausrüstung – Wichtige Werkzeuge
4.1 Stati​v – immer festen Halt
4.2 Filteraufbewahru​ng
4.3 Filterreinigun​g
4.4 Okularabdecku​ng
4.5 Viewfinde​r – Bilder am Monitor beurteil​en
4.6 Spiegelvorauslösu​ng
4.7 Fernauslöse​r – Ti​mer
4.8 Fotorucksack – schleppen oder tragen
4.9 Rollwag​en/Trol​ley/Walkst​ool – angenehmes Ziehen und Sitzen
4.10 Wasserwaa​ge
4.11 Aufzeichnunge​n – wie war das noch mal?
4.12 Streulichteinfall verhinder​n – der Hosentrick
4.13 Rauschunterdrückung an oder aus?
Kapitel 5: Praxis – Filtereinsatz in meinem Fotoalltag
5.1 Dynamik​ – Bewegung
5.2 Statische Motive – ​Landschaften​
5.3 Experimenteller Filtereinsatz
Schlusswort
Bildnachweis

Uwe Statz

Filterfotografie

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

ISBN 978-3-95845-664-8 2. Auflage 2019

www.mitp.de E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082

© 2019 mitp Verlags GmbH & Co. KG

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.

Lektorat: Katja Völpel Sprachkorrektorat: Petra Heubach-Erdmann Covergestaltung: Christian Kalkert Bildnachweis: Uwe Statzelectronic publication: III-satz, Husby, www.drei-satz.de

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Danke für einfach ALLES ...

und natürlich für die besten Making-of-Bilder!

VorwortRüdiger Schrader

Wer fotografiert, will festhalten, was er sieht.

Seinem Blick Dauerhaftigkeit verleihen. Das, was er sieht, adeln durch Ewigkeit, möglichst überraschend, ausgefallen, einzigartig, individuell. Dem, was wir sehen, sind allerdings Grenzen gesetzt – natürliche, technische, inhaltliche, materialabhängige, kreative und biologische Grenzen. Wie weit oder wie eng diese Grenzen für jeden Einzelnen gezogen sind für das, was er visuell einfrieren will, hängt von seinen Möglichkeiten, Wünschen und Fähigkeiten ab. Kamera, Objektiv, Zeit, Ort, Licht, Können, Motiv, Blick, Fantasie, Idee, Kreativität – das sind im Wesentlichen die Faktoren, aus denen sich ein Foto rekrutiert.

Meistens mangelt es an Zeit. Ist diese vorhanden, limitieren oft Licht und Motiv eine anspruchsvolle Fantasie. Und eine kreative Idee stirbt einen schnellen Tod.

Hier setzt Uwe Statz mit seinem Buch »Filterfotografie« an. Der Einsatz von Foto-Filtern wurde lange Zeit als Spielerei von Hobbyfotografen, spleeniger Firlefanz und übertriebene Akzentuierung von Lichtstimmungen abgetan. Mit der Digitalisierung ist hier eine neue Sicht auf die Dinge eingetreten. Uwe Statz verdeutlicht mit »Filterfotografie« in seiner lebhaften, sympathischen und gewinnenden Art durchaus seinem »schrägen«, flippigen Menschentypus entsprechend: Du kannst Zeit sparen, die Du nach der Aufnahme benötigst für die optimierende PC-Arbeit mit Photoshop, Lightroom u. Ä. Du kannst Lichtverhältnisse optimieren, die Du mit bloßem Auge nicht vorfindest. Du bist Dein eigener Lichtmaler. Du kannst ungewöhnliche Porträts und Motive zelebrieren – alles erst durch die Sensorik und die Technik von Filtern ermöglicht. Du kannst Deinen Blick öffnen mit unbegrenzter Fantasie und mit zahllosen Ideen. Du machst schlichtweg bessere Bilder.

Du kannst nun mehr, als nur Deine Kamera zu bedienen.

Wer Filter verwendet, verlässt den Trampelpfad redundanter Sichtweisen und eingefahrener Sehgewohnheiten. Er erweitert seine ihm eigene visuelle Handschrift und Fotografie, er potenziert sein handwerkliches Repertoire, er erhöht seine visuelle Aufmerksamkeit, er fördert seine fotografische Achtsamkeit und – vor allem – er erklimmt quasi die olympische Stufe der Fotografie mit einem höchst wirksamen Hilfsinstrument:

Visuelles Denken erfordert Auseinandersetzung mit einer Aufnahme vor der Aufnahme.

Für diesen Schritt stellt Uwe Statz, schon seit Kindesbeinen vom »Fotovirus« befallen, mit seinem Buch über »Filterfotografie« das erforderliche Repertoire und sein Wissen zur Verfügung. Von seiner ihm gegebenen Begeisterung, von seinem Temperament, von seiner Kreativität, von seiner Kompetenz und von seiner Experimentierfreude profitieren nicht nur die Teilnehmer seiner zahlreichen Workshops. In diesem Buch bündelt Uwe Statz das Know-how und die Erfahrung seines Berufslebens, er dokumentiert hier eine überaus profunde Expertise. Insbesondere vermittelt er die Erkenntnis: die bisher durch Zeit, Ort, Licht und Motiv gesetzten Grenzen der Fotografie sind überwunden, Fantasie und Ideen können sprießen, der Fotograf betritt mit »Filterfotografie« eine visuell bessere Welt.

Mehr noch: der Leser dieses Buches »Filterfotografie« von Uwe Statz komplettiert sich als Fotograf.

Rüdiger Schrader

»Creativ Consulting Schrader«

Ehemaliger Cheffotograf dpa, langjähriger Fotochef stern, FOCUS

VorwortEberhard Schuy

»Filtertechniken der feinen Art«

... so war mein erster Gedanke, als mir Uwe Statz das erste Mal seine Bilder für das Filterbuch zeigte. Nicht, dass ich überrascht war, weiß ich doch mittlerweile von diesem Freund, dass er keine halben Sachen macht, und wenn Uwe ein Buch über Filtertechniken schreibt, dann lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Es ist auch für einen erfahrenen Fotografen absolut beeindruckend, was Uwe Statz da mit überlegter Filtertechnik zaubert. Wie mit letztendlich simpler Technik extrem beeindruckende Bilder entstehen und wie er den Leser des Buches begeistert, selbst solche Bilder zu fotografieren, das habe ich bisher in solchen Lehrbüchern selten gesehen.

Mehr als einmal habe ich den eigentlichen Grund vergessen, warum ich die Bilder anschaue, beeindruckende Landschaften und Locations werden wie in einem Bildband voller Galeriebilder präsentiert und scheinbar ganz beiläufig bekommt man die Hintergründe mit den entsprechenden Beispielen gezeigt.

Bild für Bild werden die unterschiedlichen Techniken auch im Detail und teilweise an einem Motiv gezeigt, so wird klar, was alles möglich ist. Von scheinbar einfachen Kontraststeuerungen über viele spezielle Filteranwendungen, konsequent werden nahezu alle Filtertechniken ausgereizt. Aber ich schrieb es ja bereits ... Wenn Uwe Statz filtert, dann filtert er richtig, und mir selbst wurde klar, wie viel mehr möglich ist abseits der üblichen Filteranwendungen, wenn man diese Techniken wie dieser Kollege nutzt.

Wo ich dies hier schreibe, habe ich leider erst die Bilder des Buches gesehen, freue mich aber jetzt bereits darauf, das ganze Buch in den Händen zu halten. Wieder einmal wird es Uwe Statz geschafft haben, ein Buch zu schreiben, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte und das – einmal gelesen –.nicht nur ein umfassendes Nachschlagewerk zu Filtertechniken, sondern auch eine echte Inspirationsquelle für jeden fotografisch Interessierten ist.

Danke Uwe, so trägst du dazu bei, dass die Qualität der Bilder, die wir täglich konsumieren, ein gutes Stück besser werden kann.

Eberhard Schuy Fotograf

VorwortHermann Will

Ein Filter war für mich in den vergangenen 15 Jahren etwas geworden, das ich nur in der Bildbearbeitung anwende. Aber bei der Aufnahme? Bis ich Uwe Statz bei einem Seminar erlebte und verstand, was man nicht in der Software meistern kann: Beispielsweise das Licht bei einer Landschaftsaufnahme so steuern, dass der Sensor genau die Lichtmenge an den Stellen erhält, an denen ich lebendige Zeichnung und keine ausgefressenen Lichter oder zugelaufene Schatten erwarte.

Speziell aus der Sicht des FineArt-Printing ist die Problematik zulaufender Schatten leider ein Alltagsproblem. Beim Druck auf hochwertigen Baryt- oder den noch empfindlicheren Baumwollepapieren müht man sich grundsätzlich, auch in den Schatten so viel wie möglich an Zeichnung zu erhalten. Da wird mit viel Sachverstand aufgehellt und nachgearbeitet, wenn aber der Himmel ausgefressen ist, dann ist das Wolkenbild auch nach diesen Eingriffen eben längst nicht so, wie man sich das als Bildautor ursprünglich vorgestellt hat.

Es ist ein befriedigendes Gefühl, wenn man seine Aufnahmepraxis um all die kleinen Kniffe der Filter-Fotografie erweitert hat. Wenn man beispielsweise per Verlaufsfilter in der Landschaftsfotografie die schönsten Wolkenformationen herausarbeitet oder mit ND-Filtern die Belichtungszeiten so verlängert, dass aus den knuffigen Wolken plötzlich dynamische Gebilde am Himmel werden. Ich habe im Seminar bei Uwe Statz eine Menge über Filter gelernt. Spätestens, wenn Sie erste Drucke in den Händen halten, bei den andere Fotografen fragen: »Wie hast du denn das hinbekommen?«, werden Sie mich verstehen.

Hermann Will Chefredakteur FineArtPrinter

Filtereinsatz und das Fotografenherz

Meine ersten Filter habe ich mir 1974 von meinem Konfirmationsgeld gekauft. Am Anfang waren es ein Polfilter, einige ND-Filter und Farbfilter für die Schwarz-Weiß-Fotografie. Mittlerweile ist der Filtereinsatz bei mir zum festen Bestandteil meiner Fotografie geworden. Fotografie ist für mich ein starkes Ausdrucksmittel, bei der ich immer nach Lösungswegen/-ansätzen suche. Je mehr Wege, sich im Laufe der Zeit im Erfahrungsreichtum ansammeln, desto einfacher lässt sich ein Bild, eine Bildidee umsetzen. Dazu können bestimmte Brennweiten oder auch ein Systemblitz als Lösungsansatz beitragen, mit denen ich an mein Ziel gelange. Natürlich spielen auch der/die Filter hier eine wichtige Rolle. Ich würde sogar sagen, dass der Filter oft eine regelrechte Trumpfkarte darstellt. Eine, mit der man wirklich eindrucksvollere Bilder mit einer emotional stärkeren Aussage machen kann. Oder besser ausgedrückt, ohne sie würde ich weitaus weniger Freude am Fotografieren haben und hätte dadurch ganz andere, belanglosere Ergebnisse, die sich wiederum auf die Freude auswirken.

Der Filtereinsatz ermöglicht mir zum einen, Landschaften so aufzunehmen, wie ich sie als Mensch vor Ort wahrnehme, und zum anderen, Stimmungen, Bewegungen festzuhalten, dass sie bedingt durch die Filterwirkung fast surreal wirken. Er erlaubt mir also auch, eine sehr kreative Aussage in den Bildern treffen zu können. Diese Bandbreite empfinde ich als große Bereicherung und sie lässt mein Fotografenherz wirklich höher schlagen. Was ich ganz toll finde, ist die Tatsache, dass ich bei den vielen Workshops und Vorträgen, die ich gebe, schon den einen oder anderen erhöhten »Pulsschlag« bei Teilnehmern verspüren konnte. Nicht dass Sie jetzt denken, dass das Buch reihenweise Herzrasen verursachen soll. Nein, es soll/kann/darf zur Freude an der Fotografie beitragen und da gehört für mich eben auch ein »bestimmter Pulsschlag« dazu!

So genug geredet. Lassen wir es angehen und den Puls so langsam erhöhen ...

Kapitel 1: Filtersystem – schrauben oder stecken?

1.1 Schraubfilter

1.2 Steckfilter

Abb. 1.1: Schrauben oder stecken?

Das System definiert die Befestigungsart ​des Filters, also wie er am Objektiv montiert wird. Bei runden Filtern wird er geschraubt und bei eckigen in einen Halter gesteckt/eingeschoben. Die Art der Befestigung finde ich wichtig, denn sie hat einen Einfluss auf meinen »Workflow«, also wie »angenehm« bzw. wie schnell und unkompliziert ich das Werkzeug verwenden kann. Wenn etwas leicht und spielerisch erscheint, wird man es öfter einsetzen. Das geht wohl vielen so. Wenn die Ergebnisse dann auch noch begeistern, ist der Spaßfaktor kaum zu bremsen. Fotografie soll ja Spaß machen und ich hoffe, dass das nicht nur meine Meinung ist!

1.1 Schraubfilter

Abb. 1.2: Verschiedene Schraubfilter

Schraubfilter​ werden, wie der Name schon sagt, vor das Objektiv geschraubt. Die Filtergläser sind meist in einem schwarzen Messingring befestigt, der mittels Gewinde in das Objektiv eingedreht wird. Das bedeutet wiederum, dass der Filter »nur« für diesen Objektivdurchmesser (angegeben in mm) passt und man für Objektive mit unterschiedlichen Durchmessern den jeweiligen Schraubfilter benötigt. Das schmälert zum einen den Geldbeutel und zum anderen bläht es die Fototasche auf. Hier kann man Abhilfe schaffen, indem man für das Objektiv mit dem größten Durchmesser Filter kauft, diese mittels Adapterringen ​(Reduzierstücke​)

Abb. 1.3: Schraubfilter mit Reduzierstücken

auf kleinere Durchmesser anpasst. Durch die Adapterringe, die nur wenige Euro kosten, ist es möglich, einen Filter für viele Objektive verwenden zu können. Man kann auch mehrere Filter miteinander kombinieren, indem man sie ineinanderschraubt. Durch dieses Kombinieren kann es schnell zu unschönen Vignettierungen​, Randabschattungen ​im Bild, kommen. Vor allem wenn man ein Extremweitwinkel und einen Schraubfilter benutzt, der die exakte Filtergröße (Objektiv und Filter mit gleichem Durchmesser) hat. Aus diesem Grund werden die Schraubfilter auch in einer dünneren Variante, »Slim-Version« angeboten.

Abb. 1.4: Vergleich Slim- und Normalversion

Bei Normalobjektiven ​kann das zu einer Verhinderung von Randabschattung beitragen, bei Extremweitwinkel​ nicht immer. Wenn ich bei meinem 16–36-mm-Weitwinkelzoom, das einen Objektivdurchmesser von 77 mm hat, einen 82-mm-»Slim«-Filter (mit Adapterring) montiere, sind bei 16 mm (größte Weitwinkeleinstellung) noch keine Randabschattungen, die durch den Filter produziert werden, erkennbar. Schon bei einem weiteren Filter und selbst in der »Dünnversion« habe ich sofort massive Abdunklungsprobleme in den Bildecken erkannt. Diese hören erst bei ca. 23 mm, also weiter eingezoomt, auf. Das finde ich natürlich nicht so toll, weil ich ja die extreme Weite mit Schraubfilter dann gar nicht nutzen und in Bildern zeigen kann.

Abb. 1.5: 16–35-mm-Weitwinkel mit 77 mm Durchmesser, Adapterring und Slimfilter mit 82 mm Durchmesser

Abb. 1.6: Vignettierung mit Slimfilter

Abb. 1.7: Vignettierung mit »normaler« Filtervariante

Generell finde ich ND-Filter und Polfilter, die aufgeschraubt werden, praktikabel.

Abb. 1.8: ​Manfrotto Xume »Magnetsystem« für Schraubfilter

Abb. 1.9: Der Xume besteht aus zwei Teilen. Hier mit Manfrotto ND-Filter.

Abb. 1.10: Xume mit Polfilter am Objektiv befestigt

Hierbei benutze ich sehr gerne den von Manfrotto angebotenen »Xume«-Adapter. Der Adapter besteht aus zwei Teilen, ein Teil, das am Objektiv befestigt wird, und das andere am Filter. Der Vorteil hierbei ist, dass beide Teile stark magnetisch sind, und so kann man den Schraubfilter mit befestigtem Adapter ganz schnell und einfach lösen. Das ist eine Super-Sache. Denn das Auf-und Abschrauben kann bei Langzeitbelichtungen schon manchmal zur Geduldsprobe werden. Und so montiert wird das Ganze zum Kinderspiel. Das ist wirklich eine tolle Weiterentwicklung. Der einzige Wermutstropfen, der aufkommen kann, ist die schnellere Vignettierung, die durch den erweiterten »Vorbau« entsteht. Diesen habe ich aber nur bei meiner Nikon (Vollformat) und dem 24–70-mm-Objektiv festgestellt. Wenn ich meine Olympus OMD EM-1II und das (vergleichbare) 12–40-mm-Objektiv benutze, taucht die Randabschattung überhaupt nicht auf und so kann ich hier den Vorteil nutzen. Bei Verlaufsfiltern ​ist im geschraubten/montierten Zustand der Verlauf des Filters immer in der Mitte. Das funktioniert eigentlich nur bei Situationen gut, bei denen ein Verlauf zur Mitte hin benötigt wird. In anderen Fällen, wahrscheinlich den meisten, ist der gewünschte Effekt dann an der falschen Stelle. Ein nicht gut platzierter Verlaufsfilter kann sehr schnell unnatürlich wirken. Ist ja auch klar, man kann an dem Schraubfilter ja nur drehen, das heißt, der Verlauf dreht sich um den Mittelpunkt. Bei Landschaftsaufnahmen, bei denen sich der Horizont im unteren oder oberen Drittel befindet, wirkt sich der aufgeschraubte Verlaufsfilter ungünstig aus. So kann ich ihn ja nicht meinem Motiv exakt anpassen. Das ist alles andere als zufriedenstellend. Doch da kann man einen Trick anwenden. Ich schraube den Verlaufsfilter in dem oben beschriebenen Fall erst gar nicht auf das Objektiv, sondern halte ihn »nur« davor. So kann ich, wenn ich Glück habe und der Filter groß genug ist (oder der Objektivdurchmesser klein genug), den Filter durch Drehen UND Verschieben der Situation, hier dem Horizont, anpassen. So kann ich auch einen Verlaufsfilter als »Schraubversion« gewinnbringend für meine Bilder einsetzen.

Abb. 1.11: Schraubversion 0.9-ND-Verlaufsfilter 77 mm

Abb. 1.12: 0.9-ND-Verlaufsfilter mit 77 mm Durchmesser mit der Hand an Objektiv mit 62 mm Durchmesser gehalten

Abb. 1.13: Olympus OM-D und 0.9-ND-Verlaufsfilter per Hand

Pro/Kontra Schraubfilter

Pro:

Leicht

Geringerer Anschaffungspreis

Mittels Adapterring für viele Objektive geeignet

Durch die Verschraubung kann kein Streulicht einfallen.

Glasvarianten können vergütet sein.

Schnelles und einfaches Wechseln durch den Manfrotto-XUME-Magnethalter

Kontra:

Kann schnell zu Vignettierungen führen

Bei Slimversionen kann der Filter beim Montieren im Gewinde verkanten.

Für Verlaufsfilter nicht ideal (Verlaufsmitte passt nicht immer zum Motiv)

1.2 Steckfilt​er

Abb. 1.14: Verschiedene Stecksysteme

Abb. 1.15: Filter für das 100er-System

Abb. 1.16: Das NiSi-Filtersystem ​100 mm am Objektiv befestigt

Bei diesem System werden in der Regel quadratische oder rechteckige Filterscheiben, die aus Glas oder Kunststoff bestehen können, in eine Halterung eingeschoben, wobei das Haltesystem meist aus zwei Teilen besteht: einem Halter, der die Filter aufnimmt, und einer Befestigung am Objektiv. Die Befestigung/der Adapterring muss zum jeweiligen Objektiv passen und wird ähnlich den Schraubfilteradapterringen in unterschiedlichen Größen angeboten. An diesem Adapter wird der Halter mittels Hohlkehle eingesteckt oder daraufgeklemmt und lässt sich so in jede gewünschte Stellung drehen.

Abb. 1.17: Das Stecksystem garantiert eine schnelle und einfache Befestigung. Bild: S. Kunert

Abb. 1.18: Justieren und Einstellen ist einfach und präzise. Bild: M. Grössl

Da der Adapterring an dem Objektiv montiert bleiben kann, ist der Filterhalter sehr schnell anzubringen bzw. zu entfernen. Das ist für mich ein sehr großer Vorteil gegenüber den Schraubfiltern. Jeder, der z. B. mal im Winter an einem eiskalten Fluss stand und die Filter öfter gewechselt hat, weiß, was ich meine. Oh, das kann sehr schwierig werden, mit »steckesteif« gefrorenen Fingern einen Filter vor das Objektiv zu schrauben. Echt Wahnsinn, dabei kann ganz schnell was zu Bruch gehen. Wenn man den vorher im Text beschriebenen Manfrotto Xume benutzt, sollte das nicht passieren. Denn durch diesen hat man ja den Vorteil des schnellen Abnehmens und Anbringens vereint. Doch ohne kann es schon mal schwierig werden. In der Praxis zeigt sich eben, wie und ob meine Werkzeuge mit meiner Arbeitsweise funktionieren. Dabei können immer mal wieder Überraschungen auftreten. Wenn da mein Workflow und meine Werkzeuge stimmen, bin ich natürlich begeistert. Da kann kommen, was will, ich bin gerüstet und das ist wichtig!

Aber zurück zu den Filterhaltern. Sie werden in unterschiedlichen Größen, meist in Millimeterangaben, angeboten. Ich bin von der 100x100er-Variante sehr begeistert. Hier sind die Filter 100 mm groß, also 10 cm große Scheiben bei den quadratischen Filtern (ND, Polarisation) und 100–150 mm bei den rechteckigen Verlaufsfiltern. Das ist eine Größe, die sich für sehr viele Objektive eignet, ohne eine Vignettierung (Randabschattung in den Ecken, bei denen der Filterhalter sichtbar wird) zu erzeugen. Bei diesem Haltesystem kommen bei mir Brennweiten wie 16–35 mm, 24–70 mm, 70–200 mm bis hin zu 28–300 mm zum Einsatz. Ich finde das sehr flexibel, weil es eben eine große Palette abdeckt. Bei den eben genannten Objektiven ist sogar der Filterdurchmesser gleich und so kann ich den gleichen Adapter für die Befestigung benutzen. Für andere Objektive und deren Durchmesser gibt es jeweilige Adapter und so können auch viele unterschiedliche Objektive zum Einsatz kommen. Standardmäßig können bis zu zwei Filter gleichzeitig benutzt werden. Meist wird noch ein Zusatzhalter mitgeliefert, der die Verwendung eines dritten Filters erlaubt. Für die Montierung werden je nach Hersteller kleine Schraubendreher mitgeliefert oder es ist die Befestigung per Hand zu lösen (für den Wechsel im Gelände ideal).

Abb. 1.19: Änderung der Einschübe per Schraubendreher

Abb. 1.20: Einfache Anbringung der Einschübe per Hand möglich

Bei mir ist oft eine »Dreierhalterung​« montiert. Nicht weil ich jetzt finde, dass man so viele Filter wie möglich benutzen sollte. Nein, aber in manchen Situationen möchte ich vielleicht zwei ND-Filter kombinieren und einen zusätzlichen Verlaufsfilter einsetzen. Mit dieser Variante ist das problemlos möglich. Selbst bei drei eingeschobenen Filtern habe ich bei der extremen Brennweite von 16 mm nur Vignettierungen festgestellt, wenn der Halter in eine diagonale Stellung gedreht wurde. Wenn ich diese vermeiden kann, habe ich auch hier keine negative »Eckenverdunklung«.

Abb. 1.21: Die Einschübe ermöglichen den gleichzeitigen Einsatz von zwei oder drei Filtern.

Dieses Stecksystem gibt es wie erwähnt in verschiedenen »Grundgrößen« (60, 80, 100, 150, 180 passend zum Kamerasystem und Objektiv) von unterschiedlichen Herstellern. Am meisten verbreitet ist wohl das 100-mm-System, es ist von Cokin, Format Hitech, Haida, LEE, Lensinghouse, Lucroit, NiSi, Rollei, WineCountryCamera u. a. erhältlich. Seit 2016 und verstärkt 2017 werden 100er-Haltesysteme angeboten, bei denen der Polfilter nicht eingesteckt, sondern im Haltering befestigt, eingeschraubt wird. Dies hat den enormen Vorteil, dass man den Polfilter unabhängig von anderen benutzten Filtern, wie dem Verlaufsfilter, drehen kann. Die Funktionsweise ist im Abschnitt 2.3 »Polarisationsfilter – Polfilter« und dort unter »Verwendung des zirkularen Polfilters« beschrieben.

Doch die Erneuerung besteht nicht nur durch den eingeschraubten Polfilter, nein, das Haltesystem an sich wurde bei den meisten Herstellern geändert. Bei dem »alten« System von Haida wurde ein Haltering, der zum jeweiligen Objektivdurchmesser passen musste, am Objektiv befestigt. Dieser hatte eine Hohlkehle und an dieser wurde der eigentliche Halter befestigt, sozusagen »reingeklippt«. Bei den erneuerten Haltern wird nun ein Haltering angeboten, der für ein Objektiv, meist 82 mm, passt. Alle kleineren Objektivdurchmesser müssen mit Stepup-Adapterringen »passend« gemacht werden. Da diese meist sehr dünn sind, wird ein Objektivwechsel mit anderem Durchmesser oft sehr »fummelig«. Bei einem Workshop hatte ich schon erlebt, dass ein Teilnehmer den Stepup-Adapter gar nicht runterbekam. Auch ich bekam den Adapter nicht mehr ab, schnitt mir aber dafür, weil die Ringe sehr scharfkantig sind, in die Finger.

Pro/Kontra Steckfilter

Pro:

Mittels Adapterring für viele Objektive geeignet

Glasvarianten können vergütet sein (nicht so empfindlich).

Vignettierungen nur in Extrembereich sichtbar

Sehr schnelles Wechseln bzw. Anbringen/Abnehmen

Kontra:

Höherer Anschaffungspreis

Etwas mehr Gewicht (mehr Glas u. mehr Metall bzw. Kunststoff)

Kunststofffilter empfindlich (ich ziehe Glas vor)

Besonderheit Extremweitwinkel

Abb. 1.22: Verschiedene Haltesysteme für das Nikon-Objektiv 14–24 mm

Über die Panoramafotografie, die ich in den Endneunzigern exzessiv betrieben habe, entwickelte ich eine große Vorliebe zu Extremweitwinkelobjektiven​. Eigentlich ist das untertrieben. Ich bin zum Weitwinkelfreak geworden. Ehrlich, ich liebe es, wenn es passt, 14 mm oder weniger einzusetzen, und meine, Weitwinkel- oder Fisheyeobjektive kann man nie ZU VIEL haben. Nun gibt es hier spezielle Objektive, die so gebaut sind, dass man überhaupt keinen Filter befestigen kann. Was ich immer schade fand, denn ich besitze ein 14–24-mm, das eine super Abbildungsleistung hat. Jetzt hat man schon ein so tolles Objektiv, was auch nicht gerade billig war, und kann es für den Filtereinsatz nicht nutzen. In der Vergangenheit war das so. Doch seit ein bis zwei Jahren gibt es Hersteller, die genau für diese Objektive ein Haltesystem und passende Filter produziert haben. Endlich kann ich an meinem geliebten Objektiv Filter einsetzen und beeindruckende Weite zeigen. Und ich rede hier wirklich von Weiiiiiiite. Das ist echt klasse und kann dadurch neue Impulse für die Freude am Fotografieren geben. Wieder ein Werkzeug mehr, mit dem ich Ideen umsetzen kann. Vielen Dank an die Hersteller und das meine ich im Ernst!

Bei diesem Haltesystem ist eigentlich fast kein Unterschied zu dem vorab beschriebenen. Einzig die Größe ist anders, sprich die Abmessungen. Klar, liegt ja auch auf der Hand, dass die Filter wegen des extremen Winkels größer dimensioniert sein müssen. Wenn nicht, wären sie ja wieder im Bild per Vignettierung zu erkennen. Doch halt, das Haltesystem ist doch ein wenig anders. Es gibt ja kein Schraubgewinde an den Extremweitwinkeln. Macht ja auch keinen Sinn, denn wenn man dort einen Filter befestigen würde, hätte man wieder die Schatten in den Ecken. Das Haltesystem wird am Außenrand des Objektivs befestigt. Das kann auf unterschiedliche Weise je nach Idee des Herstellers geschehen. Auf jeden Fall lassen sich so verschiedene Filter (meist maximal zwei) gut befestigen und auch in Kombination verwenden. Für Filterhalter dieser Größe hat sich eine »Standardgröße« von 150 mm etabliert. Dadurch gibt es mehrere, wenn auch wenige Hersteller, die diese Filtergröße anbieten oder Filter in der Größe von 150 mm produzieren. Zwei tolle Systeme sind die von NiSi/Lensinghouse (baugleich) und Haida. Die habe ich beide schon mit schönen Bildergebnissen benutzt. Wobei ich die Filter von NiSi und Lensinghouse wegen ihrer Qualität und Vergütung am liebsten benutze. Die Firma Lucroit geht hier einen anderen Weg. Sie bietet ein Haltesystem und Filter in der Größe von 165 mm an. Die Filter werden von Hitech gefertigt und sind aus Kunststoff. Wenn man hier andere Filter verwenden möchte, wird dies schwierig, weil es für diese Größe kaum oder keine Hersteller gibt.

Abb. 1.23: Das Lucroit-System mit 165 mm Breite

Abb. 1.24: 14–24-mm-Haltesystem von NiSi (baugleich) in 150 mm Breite

Abb. 1.25: Das Haida-System in 150 mm Breite für das Nikon-Weitwinkelobjektiv 14–24 mm

Olympus OMD

Ich fotografiere schon lange mit Nikon-Kameras, die wie meine D4s einen Vollformatsensor besitzen. Wie jeder weiß, sind Spiegelreflexkameras nicht nur gut, sondern auch schwer. Deshalb fotografiere ich immer öfter mit Olympus​, wie die OMD EM-1. Das finde ich echt klasse und ich liebe die Vorzüge dieser Kameras, sie sind klein, leicht, haben extrem viele Features und eine sehr gute Bildqualität. Gerade das Leichte kommt im »hohen Alter« im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen. Für die OMD habe ich auch ein Extremweitwinkel, das 7–14-mm. Das, umgerechnet, dem 14–24-mm von Nikon ungefähr gleichkommt. Dies wollte ich natürlich auch für die Filterfotografie einsetzen. Hierfür werden im Allgemeinen nur Spezialhalter mit 150-mm-Filter angeboten. Das hat mich nun nicht sehr begeistert. Kleine Kamera und Riesen-Filter und dann noch unterschiedliche Systemgrößen, wie 100er, und nun auch noch 150er mitnehmen müssen. Hm, das sollte doch auch irgendwie anders gehen. Ich wollte mich auf das 100er-System beschränken und nicht unbedingt zwei verschiedene auf dem Rücken tragen. So habe ich lange getüftelt und festgestellt, dass, wenn ich die 100er-Filter vor das Objektiv halte, irgendwie nicht viel fehlte und das doch auch mit dieser Größe vielleicht passen könnte. Ich habe einen »alten« Rollei-Halter genommen und über das Objektiv geschoben und dabei bemerkt, dass der fast, bis auf wenige Millimeter passt. Warnhinweis: Liebe Kinder, das nun Folgende NICHT nachmachen. Ich habe den Halter nach einigem Tüfteln mit Gaffer Tape auf das Objektiväußere geklebt – und was soll ich sagen. Es hat »oft« funktioniert. Nun konnte ich zwei Filter gleichzeitig mit diesem Extremweitwinkel benutzen. Was wollte ich mehr? Na ja, für Testzwecke und für eine »Urlaubsreise« war es gut genug, aber ich wollte eine Dauerlösung. Die habe ich bei Phil Norton gefunden. Er ist Engländer und fotografiert auch mit Olympus und hat sich mit einem 3D-Drucker einen Adapterring, der äußert stabil ist und NUR auf den NiSi V5 und V5 Pro passt, gebaut. Diesen habe ich mitsamt dem Halter von ihm bezogen und bin total happy. Mit zwei eingesteckten Filtern kann man nun vignettierungsfrei fotografieren. Eine super Sache!!! Link zur Phil-Norton-Website: http://www.philnortonphotography.co.uk.

Abb. 1.26: Phil-Norton-Adapter mit NiSi-V5-Pro-Halter am 7–14-mm-Weitwinkel von Olympus

Abb. 1.27: 7–14-mm-Adapter und NiSi V5 Pro

Abb. 1.28: Adapter im montierten Zustand

Pro/Kontra Haltesystem für Extremweitwinkel

Pro:

Extremweitwinkel sind für Filtereinsatz nutzbar!

Glasvarianten können vergütet sein.

Vignettierungen nur selten

Bis zu zwei, drei Filter gleichzeitig

Kann mittels Adapterringen an Objektiven mit Filtergewinde benutzt werden

Kontra:

Höherer Anschaffungspreis

Kunststofffilter empfindlich (ich ziehe Glas vor)

Noch mehr Gewicht und Größe (mehr Glas und mehr Metall bzw. Kunststoff)

Meine Erfahrungen

Ich benutze beide Systeme. Gerade wegen der beschriebenen Vor- und Nachteile. Schraubvarianten benutze ich gerne, wenn ich Bilder mit Dynamik aufnehme und die Kamera »gerüttelt und geschüttelt« wird mit dem Manfrotto Xume. Dadurch kann beim Bewegen der Kamera nichts rausrutschen. Alles ist fest und lichtdicht abgeschlossen an der Kamera befestigt. So kann nichts verloren oder kaputt gehen.

Als Stecksystem ist der NiSi V5 Pro mein Favorit. An ihm lassen sich die Filter, da sie nur seitlichen Druck bekommen, besonders gut ein- und ausschieben. Auch der »alte« Haida-Halter (nicht der neue Pro ab 2017), der ganz einfach, aber gut gehalten ist, tut nach wie vor hervorragende Dienste. Weitere Infos zu Haltesystemen in Abschnitt 2.3 »Polarisationsfilter – Polfilter«.