Fische sind scheiße - Christian Linker - E-Book

Fische sind scheiße E-Book

Christian Linker

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Beschreibung

Wie ich meinen Hund suchte und ein Zuhause fand Der elfjährige Till und sein Hund Flocke sind lange gut klargekommen, auch wenn Papa es mit dem Einkaufen und Putzen oft nicht so genau nimmt. Doch als Papa ins Krankenhaus kommt und niemand weiß, wann er wieder zurückkommt, muss Till in die Villa Lotta ziehen. Leider sind dort Haustiere verboten. Und als Till Flocke im Tierheim besuchen will, erfährt er, dass eine Familie namens Karaman ihn mitgenommen hat. Zusammen mit seinem neuen Freund Pawel tüftelt Till einen Plan aus, um Flocke zurückzuholen. Doch bevor sie ihn entführen können, fahren die Karamans zum Urlaub an die Nordsee. Kurz entschlossen reisen Till und Pawel ihnen nach ... - Eine bewegende Freundschaftsgeschichte, die zum Nachdenken anregt, aber vor allem Spaß macht - Spannend, witzig und voller Herz – vom vielfach ausgezeichneten Jugendbuchautor Christian Linker - Eine besondere Freundschaft zwischen Mensch und Hund

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Seitenzahl: 249

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Über das Buch

»Ich dachte bis gerade eben, es wäre die Geschichte darüber, wie ich versucht habe, meinen Hund zurückzuholen. Aber das ist sie gar nicht. Ein bisschen vielleicht, aber eigentlich geht es um was anderes.«

 

Der elfjährige Till und sein Hund Flocke sind unzertrennlich – bis Papa ins Krankenhaus muss und Till in die Villa Lotta zieht, wo Haustiere verboten sind. Als Flocke von Familie Gültekin adoptiert wird, ist Till verzweifelt. Zusammen mit seinem neuen Freund Pawel schmiedet er einen Plan, um Flocke zurückzuholen. Doch dann fahren die Gültekins ausgerechnet am Tag der geplanten Entführung zum Urlaub an die Nordsee. Kurz entschlossen reisen Till und Pawel ihnen nach und eine abenteuerliche Reise beginnt …

 

Eine bewegende Freundschaftsgeschichte –– warmherzig, spannend und voller Witz

Christian Linker

Fische sind scheiße

1

Aua.

Selim meinte, ich soll mit dem beginnen, was mir als Erstes in den Kopf kommt.

Er hatte nämlich die Idee, dass ich einfach alles aufschreibe.

Weil: Ich kann ja hier im Krankenhaus sonst nicht viel machen außer Zocken und Glotzen, aber sogar das wird irgendwann langweilig. Und er meinte, also Selim, dass mir das sicher beim Nachdenken hilft, das Aufschreiben. Ich würde dann vielleicht alles besser verstehen.

Zum Beispiel, wie es kam, dass ich mir auf der Flucht vor der Polizei das rechte Bein gebrochen hab. Bei einer Verfolgungsjagd auf einem geklauten Motorroller. Und mit einem geklauten Hund, der aber in Wahrheit mir gehört, weshalb er eigentlich gar nicht geklaut war. Das klingt unlogisch, ich weiß.

Oder warum ich Sıla echt mag und ihr trotzdem das Liebste wegnehmen musste, was sie hatte. Klingt auch unlogisch.

Oder warum Pawel und ich überhaupt aus der Einrichtung abgehauen sind. Auch das klingt unlogisch, weil: Ich dachte immer, Einrichtung – das sind Schränke oder Tische und so Sachen, die du bei IKEA kaufst. Aber wenn Selim Einrichtung sagt, dann meint er nicht die Möbel, sondern das ganze Haus mit Zimmern und allen Kindern und Jugendlichen darin und den Erzieherinnen und Erziehern. Selim sagt Einrichtung und alle anderen sagen Wohngruppe statt Heim, weil niemand Heim sagt, der drin ist. Nur Leute, die nicht drin sind, sagen Heim.

Heim klingt einfach nur scheiße. Aber unlogisch klingt es nicht. Nee, eher logisch.

Und vielleicht war es auch logisch, dass ich da gelandet bin.

Wobei – eine lange Zeit bin ich doch wirklich gut klargekommen.

Obwohl Frau Reuter mich mit ihren Fragen löcherte. Schon seit Anfang der fünften Klasse.

»Ist zu Hause wirklich alles in Ordnung?«, hat sie immer wieder gefragt.

»Klar«, hab ich dann gesagt. So was von in Ordnung. Denn ich war richtig gut darin, Ordnung zu machen. Also aufräumen zum Beispiel. Und ich stellte Flocke zweimal täglich sein Fressen hin und ging dreimal täglich mit ihm raus, das erste Mal schon morgens um sieben, ich musste eh immer allein aufstehen, weil Papa nie vor elf Uhr wach wurde, wenn überhaupt. Ich konnte mich schon als Erstklässler morgens ganz allein fertig machen, ich habe niemals verschlafen und kam nie zu spät zur Schule, und oft hab ich sogar noch Papas leere Flaschen mitgenommen und auf dem Schulweg in den Altglascontainer geworfen, also – hallo? Mehr Ordnung geht ja wohl kaum. Ich war der verdammte König der Ordnung!

Bis zu diesem einen Tag, an dem es richtig Sommer wurde. Und ich glaub, wenn ich jetzt die Geschichte aufschreiben soll, dann beginne ich am besten da.

Ich erinnere mich sehr genau an diesen Tag. Wie er anfing und wie er endete. Wie ich mit Flocke rausging und es am frühen Morgen schon richtig heiß war. Und wie Pawel mir dann später an dem Tag sein Zimmer zeigte, das ab sofort unser gemeinsames Zimmer sein sollte. Pawel ist nur ein Jahr älter als ich, aber mit den feinen dunklen Härchen auf der Oberlippe und seinem Goldkettchen und seinen Muscleshirts sieht er aus, als wäre er mindestens sechzehn und nicht zwölf.

Das Erste, was Pawel zu mir sagte, war: »Ich hoffe, du heulst mir in deiner ersten Nacht nicht die Ohren voll.«

Aber das war nur ein Joke, denn gleich darauf erklärte er mir: »Hier heult keiner in seiner ersten Nacht. Alle sind froh.«

Und das hab ich ihm geglaubt.

Doch dieses eine Mal, da hat er sich leider geirrt.

 

Aber jetzt bin ich beim Erzählen hin- und hergesprungen. Also zurück zum Morgen dieses Tages:

Ich hatte mich gewaschen und angezogen, ich kippte den Inhalt von Papas Aschenbecher in den Mülleimer und nahm die leere Flasche vom Couchtisch, klemmte sie mir unter den Arm und schnappte mir Flockes Leine. Als ich die Wohnungstür öffnete, sprang Flocke mit einem Satz in den Flur und dann die Stufen hinab, und ich lief hinterher. Auf dem zweiten Treppenabsatz schüttelte er sich und Haare aus seinem Fell wirbelten durch die Luft. Eine leuchtende Wolke im Licht der Morgensonne, die durchs Fenster ins Treppenhaus knallte. Ich musste ihn dringend mal wieder bürsten.

Unten sprang er an der Haustür hoch und konnte es kaum erwarten, dass er rauskam. Ich hakte die Leine am Halsband ein und öffnete die Tür und wir tauchten aus dem kühlen Treppenhaus in die Hitze ein. Krass, wie warm es schon am Morgen war. Die Sonne stand genau gegenüber und strahlte uns an. Ich hielt eine Hand über die Augen und schaute an mir runter. Im grellen Licht sah man ganz deutlich die Flecken auf meinem T-Shirt. Immer noch, obwohl ich es gestern so gründlich wie möglich gewaschen hatte. Also, im Waschbecken, weil die Waschmaschine seit zwei Wochen nicht mehr funktionierte. Papa hatte gesagt, er wolle einen Techniker anrufen, aber das hatte er wahrscheinlich vergessen, weil er sich um wichtigere Dinge kümmern musste. Oder weil er das ganze Geld wieder diesem Mann gegeben hatte, der ihm immer diese kleinen weißen Kristalle brachte. Manchmal kriegte er davon Nasenbluten, aber er meinte, dass er das trotzdem braucht, weil es seine Medizin ist. Gegen die Traurigkeit.

Wir liefen die Straße entlang, an der Bushaltestelle vorbei, und eigentlich schämte ich mich ein bisschen wegen der Flecken auf dem T-Shirt. Oder auch dafür, dass ich eine Wodkaflasche unter dem Arm trug. Ich hasste die Blicke der Leute. Einerseits. Andererseits fühlte ich mich mit Flocke an meiner Seite unangreifbar. Flocke ist ein Irischer Wolfshund und ich hab gelesen, dass das die größte Hunderasse der Welt ist. Weil ihm das zottelige Fell in die Augen hängt, sieht er von vorn manchmal ein bisschen verpeilt aus, aber das ist er nicht. Und die meisten Leute, an denen wir vorübergehen, halten lieber Abstand. Das gefällt mir irgendwie.

Wir gingen weiter bis zur Ecke, die gar keine richtige Ecke mehr ist, weil das große Haus, das dort mal gestanden hatte, vor einem Jahr abgerissen worden ist. Seitdem ist Gras über den Schutt gewachsen und der Bauzaun hat mehrere Durchlässe. Ideal zum Toben. Ich ließ Flocke von der Leine und er wetzte los. Ich blieb stehen und sah ihm zu.

Das hätte ich stundenlang machen können. Wenn es Flocke gut geht, dann geht es mir auch gut. Vielleicht bin ich deshalb auch nie so krass traurig wie Papa. Nur manchmal. Wegen Oma. Immer noch. Dann sagt Papa immer, das wird schon. Und dass ich auf keinen Fall seine weißen Kristalle benutzen dürfte. Aber das würde ich eh nie machen. Ich weiß ziemlich genau, was für schreckliches Zeug das ist – auch wenn ich niemals darüber reden würde. Nicht mit Papa oder sonst irgendjemandem. Außerdem hasse ich Nasenbluten. Das macht nämlich noch viel hässlichere Flecken auf dem T-Shirt.

Flocke hob sein Bein und pinkelte, lief ein paar Meter weiter und wühlte mit der Schnauze im hohen Gras herum, bevor er zu mir zurückkam. Dabei trug er ein schmutzig-violettes Etwas im Maul, das er zu meinen Füßen ablegte. Er wedelte mit dem Schwanz, setzte sich vor mich und sah mich hechelnd an. Ich bückte mich zu dem Ding, das wie ein Donut aussah, aber es war aus Gummi und es quietschte, als ich leicht draufdrückte. Ein Hundespielzeug, das wohl jemand hier verloren hatte. Flocke sprang auf und machte sich darauf gefasst, dass ich das Teil für ihn werfen würde. Ich tat ihm den Gefallen und schleuderte den Gummi-Donut in hohem Bogen weg. Flocke flitzte hinterher, schnappte ihn noch in der Luft, brachte ihn zu mir zurück und legte ihn in meine Hand. Der Gummi-Donut war voller Sabber, aber das machte mir nichts aus. Ich warf ihn noch einmal. Und noch mal.

Von zwei Seiten schauten die angrenzenden Häuser auf uns herab. Das Eckhaus hatte sie mal miteinander verbunden, aber nun war es ja abgerissen und die übrig gebliebenen Fassaden waren schlecht verheilte Platzwunden. Automatisch fasste ich an meine rechte Kniescheibe und fühlte das schmutzige Pflaster an der Stelle, wo ich mir vor ein paar Tagen das Knie aufgeschlagen hatte.

Flocke brachte das Quietsche-Ding zurück und ich warf es noch einmal. Dann zog ich mein Handy aus der Hosentasche und sah auf die Uhr. Es wurde Zeit.

»Komm, Flöckchen.« Ich beugte mich zu ihm, und anstatt den Gummi-Donut zu nehmen, machte ich seine Leine wieder fest. »Auf nach Hause.«

Er legte das Teil vor meine Füße, setzte sich hechelnd und sah mich durch seine buschigen Augenbrauen hindurch erwartungsvoll an.

»Nee, keine Zeit mehr zum Spielen.« Ich kickte den Donut mit dem Fuß weg. Fehler. Flocke machte einen riesigen Satz und ich wäre fast mit der Leine in der Hand hinterhergeflogen, konnte mich aber im letzten Augenblick fangen. »Na los, komm, Junge.« Ich zog an der Leine. Aber er setzte sich wieder und gab ein vorwurfsvolles Jaulen von sich.

Okay. Ohne das Quietsche-Ding kamen wir hier nicht weg. Ich hob es auf und schob es ihm ins Maul. Natürlich legte er es wieder vor mir ab. Ich bückte mich mit einem Seufzer, hob das hässliche Teil ein letztes Mal auf und steckte es in meine Hosentasche. Der Gummi-Donut quietschte beleidigt, aber Flocke war zufrieden. Wir setzten uns in Bewegung und er trottete brav neben mir her nach Hause, wetzte die Stufen wieder hoch zur Wohnung und machte sich über die Leckerlis her, die ich auf den Küchenstuhl legte. Dann tapste er zu seiner Schlafecke im Flur, drehte sich dreimal im Kreis und rollte sich auf der alten Decke zusammen.

Ich trank etwas Wasser aus dem Hahn am Spülbecken, dann schob ich drei Kinderriegel zwischen zwei Toastscheiben und das Ganze in meinen Mund. Bestes Frühstück! Kauend packte ich meinen Rucksack für die Schule und musterte die geschlossene Schlafzimmertür am Ende des Flurs. Ich konnte meinen Vater schnarchen hören. Manchmal schaute ich morgens noch kurz bei ihm rein und wünschte ihm einen schönen Tag, auch wenn er nie antwortete. Aber an diesem Morgen hatte ich keine Lust darauf. Hätte ich gewusst …

Hab ich aber nicht.

Stattdessen beugte ich mich zu Flocke runter und kraulte ihn durch das dicke Fell hindurch im Nacken. Er drehte den Kopf und leckte meinen Unterarm.

»Pass gut auf Papa auf, ja?«

Flocke schmatzte zur Antwort und das hieß so viel wie: Klar, wie jeden Tag, Mann.

Und so verließ ich meine Wohnung.

Die ich bis heute kein einziges Mal mehr betreten habe.

2

Mein Platz im Klassenraum der 5c war hinten links neben Jamie. Er saß schon da und erwartete mich wie jeden Morgen. Handshake, Grinsen, alles klar? Klar, Mann, bei dir? Alles klar. Klar. Ich setzte mich und quietschte. Also – nicht ich, sondern der bescheuerte Gummi-Donut in meiner Hosentasche, an den ich gar nicht mehr gedacht hatte.

Jamies Grinsen wurde noch breiter. »Sind wir nicht ’n bisschen zu alt für Jokes mit Pupskissen?«

»Das hier ist ekliger als Pupskissen«, brummte ich und holte den Donut hervor. Flockes Sabber war getrocknet und undefinierbare Krümel klebten daran.

»Bäh, was ist das?«

»Ein Geschenk von Flocke.« Ich guckte mich nach dem Mülleimer um, aber dann sah ich Flockes treues Gesicht vor mir, wie er den Kopf schräg hält und mich durch seine Augenbrauenbüsche hindurch anschaut, und brachte es nicht übers Herz. Stattdessen schob ich das Ding in meinen Schulrucksack und holte das Deutschheft raus. Und so begann was, das eigentlich ein normaler Schultag hätte werden sollen.

Hätte da nicht kurz vor der Mittagspause jemand geklopft. Die Tür öffnete sich einen Spaltbreit , als gäbe es ein Geheimnis. Es war die Frau aus dem Sekretariat, deren Namen ich immer vergesse. Sie winkte Frau Reuter zu sich und flüsterte mit ihr. Und dann guckten beide Frauen zu mir! Kein Zweifel, sie meinten mich.

Jamie schnallte es auch, denn er flüsterte: »Alter, was hast du für Scheiße gebaut?«

Und ich so: »Nix, echt nicht.«

Trotzdem überkam mich sofort ein mieses schlechtes Gewissen, ganz von allein, ohne dass mir einfiel, was ich angestellt haben konnte.

Frau Reuter nickte einfach bloß und schloss die Tür wieder und der Unterricht ging ganz normal weiter. Fast dachte ich schon, es wäre nur ein Irrtum gewesen. Aber dann war Pause und Frau Reuter kam zu mir. »Du, Till, wir müssen mal kurz zu Frau Bellinghausen gehen.«

Ich stand auf und wäre fast umgeknickt, weil ich plötzlich komplett Knie wie aus Butter hatte. Nur bei ganz krassen Sachen muss man ins Büro von der Bellinghausen, nicht mal wegen Prügelei, sondern bei richtig schlimmen Dingen, die ich mir gar nicht ausmalen konnte.

Aber ich hatte nichts ausgefressen. Und die Bellinghausen guckte auch gar nicht so streng wie sonst, als wir ihr Büro betraten, sondern eher ein bisschen mitleidig. Frau Reuter und ich setzten uns auf die beiden Stühle vor ihrem Schreibtisch.

Sie sagte: »Hallo, Till. Ich wurde informiert, dass dein Vater mit einer akuten Drogenvergif… also er hatte einen … Nun, er ist leider im Krankenhaus. Und wir haben keinen Notfallkontakt für dich.« Sie klickte in ihrem Computer herum, dann sah sie mich wieder an. »Gibt es irgendjemanden, zu dem du nach der Schule hingehen kannst? Großeltern? Onkel? Tante?«

Ich starrte sie nur an. Kommt man wegen Nasenbluten ins Krankenhaus? Oder was?

»Nein, leider nicht«, sagte Frau Reuter an meiner Stelle.

»Dann muss ich kurz telefonieren.« Die Bellinghausen nahm den Hörer und tippte eine Nummer von einem Zettel, der gleich neben dem Telefon klebte. Da stand: Jugendamt.

Irgendwann sagte sie den Satz: »Ja, in Obhut nehmen.«

»Was bedeutet das?«, flüsterte ich.

Frau Reuter flüsterte zurück: »Sie suchen einen Platz, wo du hinkannst. Also vorläufig.«

»Kann ich denn nicht nach Hause?«

Sie seufzte nur.

Ich hätte ihr gern erklärt, dass es doch eigentlich fast keinen Unterschied für mich machte, ob Papa zu Hause war oder nicht. Aber etwas verriet mir, dass dieses Argument meine Situation in ihren Augen nicht besser gemacht hätte. Also schwieg ich lieber. Nachdem die Bellinghausen aufgelegt hatte, fragte ich: »Darf ich meinen Vater anrufen?«

»Ich fürchte, das wird nicht gehen«, sagte die Bellinghausen. »Soweit wir wissen, liegt er im …, also er schläft. Für lange Zeit.«

»Er liegt im Koma?«, fragte ich. Sie musste ja nicht mit mir reden, als wäre ich im Kindergarten.

Die Bellinghausen nickte und machte ein ganz zerknirschtes Gesicht, als sei Koma was Schreckliches. Und – okay, vermutlich ist es das wirklich, ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich wusste nur, dass man im Koma halt schläft. Tagelang. Oder sogar länger. Verrückterweise klang das beruhigend in meinen Ohren. Wer schläft, lässt nicht seine Zigarette auf den Teppich fallen oder kippt einfach mal auf der Toilette um.

Frau Reuter und die Bellinghausen sahen mich an, als warteten sie, dass ich noch was sagte. Aber ich zuckte nur mit den Schultern. Drogenvergiftung. Was sollte ich denn da sagen? Ich beschloss innerlich, dass ich dieses Wort gar nicht richtig verstanden hatte. Sie hatte es ja auch nur halb ausgesprochen.

Frau Reuter stand auf. »Dann lass uns mal deine Sachen holen.«

Wir gingen zurück zum Klassenraum und erst da schnallte ich, dass mein Schultag für heute zu Ende war. Ich packte meinen Rucksack und hockte mich mit meiner Lehrerin zusammen auf eine Bank in der Eingangshalle, um auf das Jugendamt zu warten.

Ich hatte echt keine Idee, was das bedeuten sollte.

Schließlich tauchte ein Mann auf. Schwarzer Bart, schwarzer Haardutt, Nasenring, kräftiger Händedruck. Er kam mir bekannt vor, aber ich war mir nicht sicher.

»Hallo, Till«, sagte er. »Ich bin Selim. Erinnerst du dich? Ich hab euch vor einiger Zeit mal besucht.«

Da dämmerte was in mir. Ja, tatsächlich, ich hatte ihn zwei- oder dreimal bei uns zu Hause gesehen. Ein Freund von Papa. Oder auch nicht, hm … Ich erinnerte mich, dass er damals lange mit mir gesprochen hatte und dann auch mit Papa und mir zusammen und dann mit Papa allein, da hatte ich extra versucht wegzuhören, denn er hatte so streng geklungen, also Selim. Während Selim jetzt mit Frau Reuter redete, versuchte ich, mich zu erinnern: Hatte ich damals schon gewusst, dass er vom Jugendamt kam? Wie hatte ich das vergessen können? Ich kratzte mich am Kopf.

Frau Reuter und Selim waren inzwischen fertig, beide drehten sich zu mir um. Frau Reuter lächelte mich an mit so einem Theater-AG-Lächeln, als hätte sie das extra geübt. »Alles wird gut, Till«, sagte sie. »Und morgen sehen wir uns wieder.« Natürlich, dachte ich. Es waren ja schließlich noch vier Wochen bis zu den Ferien. Sie drückte meine Schulter, lächelte weiter und verabschiedete sich.

Selim und ich setzten uns.

»Wie läuft es denn zurzeit so mit dir und deinem Papa?«

Ich zuckte mit den Schultern und erzählte ihm, dass Papa halt meistens traurig ist. Und das mit dem Nasenbluten. Und – okay, ich wollte kein Angeber sein, aber – ich erzählte, was ich alles schon allein kann. Einkaufen, kochen, sogar Wäschewaschen. Nur dass halt die Maschine kaputt ist.

Selim hörte zu, stellte zwei oder drei Nachfragen. Dann telefonierte er und nickte zufrieden.

Er steckte sein Handy weg und sah mich an. »Wir haben für dich einen Platz in einem schönen Haus, wo du fürs Erste bleiben kannst. Da leben viele nette Kinder. Und es gibt auch eine funktionierende Waschmaschine.«

Komischerweise fühlte sich der Gedanke gar nicht schlimm an. Aber im nächsten Moment fiel es mir ein: »Ich muss aber nach Hause! Wegen Flocke.«

»Wer ist Flocke?«

»Mein Hund. Der beste, klügste, schönste, liebste, flauschigste, stärkste und beste Hund der ganzen Welt. Und er hat nur mich.«

»Stimmt, ich erinnere mich. Hm.« Selim kratzte sich am Kopf. »Darum kümmern wir uns später. Wir finden eine Lösung.«

Ich verstand nicht genau, wen er mit wir meinte. Wir haben für dich einen Platz. Wir kümmern uns … So, wie er wir sagte, klang es nach einer Organisation von Geheimagenten oder Superhelden. Jedenfalls guckte er mich so an.

Er sagte: »Als Erstes würde ich aber gern mit dir zu einem Arzt fahren. Ist das okay?«

»Warum?«

»Nur um zu schauen, ob es dir gut geht.«

»Mir geht’s super.« Ich verschränkte die Arme.

Er lächelte. »Dann sag das ruhig auch dem Arzt. Komm.«

Wir standen auf. Ich schulterte meinen Rucksack und folgte ihm hinaus auf die Straße. Selim drückte auf seinen Autoschlüssel. Der Wagen, dessen Blinker darauf reagierte, war ein Dacia.

Das ist nun wirklich kein Geheimagenten- oder Superheldenauto. Aber als wir einstiegen und er den Motor anließ, kam auf seiner Playlist gerade NRW nicht Italien von Lugatti & 9ine, das gefiel mir.

 

Der Arzt war eine Ärztin und hieß Frau Doktor Mendez. Das stand auf ihrem Namensschild. Und darunter: Rechtsmedizin.

Ich sollte ihr noch mal alles erzählen, was ich Selim bereits gesagt hatte. Das tat ich und beim zweiten Mal ging es irgendwie leichter. Sie untersuchte mich und fragte tausend Sachen – was ich so esse und trinke und wie oft und so Kram.

Und damit ich nicht immer nur antworten musste, sondern auch mal selber was fragen konnte, fragte ich sie: »Gibt es eigentlich auch Linksmedizin?«

Sie lächelte und sagte: »Das hat nichts mit rechts oder links zu tun. Bei Rechtsmedizin geht es um das Recht. Also um Gerechtigkeit.«

Nach der Untersuchung musste Selim noch einmal telefonieren, dann stiegen wir wieder in sein Auto und er erklärte: »Wir fahren jetzt zur Villa Lotta. Das ist das Haus, von dem ich vorhin gesprochen habe. Da leben zehn Kinder und Jugendliche. Die meisten von ihnen haben ganz ähnliche Dinge erlebt wie du. Da kannst du erst mal bleiben. Alle freuen sich auf dich.«

Ich wollte fragen, was dieses erst mal bedeutet, wie lange es dauern würde und was danach passiert. Aber eigentlich war mir das in dem Moment fast egal.

3

Die Villa Lotta ist gar keine Villa, wie ich mir eine Villa vorgestellt hatte. Kein großes altes Haus in einem großen Park mit mächtigen alten Bäumen. Sondern ein großes modernes Haus aus Beton. Der Beton ist bunt angemalt und mir gefielen sofort die großen Fenster. Einen großen Garten gibt es auch. Zwar kein Park, aber es reicht für ein Klettergerüst und ein kleines Volleyballfeld.

Bis heute weiß ich gar nicht, warum das Haus eigentlich den Namen Villa Lotta trägt. Die Frau, die Selim und mich am Eingang empfing, heißt jedenfalls nicht Lotta, sondern Trix. Sie ist kugelrund und lustig, trägt meistens Latzhosen und außerdem die Verantwortung, also sie ist die Chefin hier in der Villa, und manchmal macht es ihr auch Spaß, dass wir sie so nennen. Also Chefin.

Das wusste ich natürlich am Anfang noch nicht, aber ich mochte sie sofort und ließ mich von ihr durch das Haus führen. Unten liegt der Empfang mit einem Tresen und daneben steht ein Regal, wo jeder Bewohner ein eigenes Fach hat. Falls du Post bekommst oder jemand dir einen Zettel schreibt oder du deine Busfahrkarte irgendwo hinlegen willst. Auch ich würde jetzt ein eigenes Fach kriegen, nur für mich und meine Sachen, mit meinem Namen darauf. Das gefiel mir. Wenn du die Treppe zum ersten Stock hochgehst, kommst du in ein großes gemütliches Wohnzimmer mit Sofaecken und einem riesigen Esstisch, an dem zwölf Stühle stehen. Es gibt einen Fernseher und eine Playsi und an der Wand steht ein großes Aquarium voll knallbunter Fische. Das Zimmer geht in eine offene Küche mit gleich zwei Kühlschränken und einem breiten Herd über. Da stand Pedro und kochte, weil gleich die ersten Kids aus der Schule kommen würden. Trix zeigte mir noch das Büro und den Gesprächsraum und ich sah natürlich viele Zimmertüren, hinter die ich aber noch nicht schauen durfte, weil gerade alle Leute in der Schule waren.

Der Rundgang endete wieder im Wohnzimmer.

»Alle Kinder und Jugendlichen haben ein eigenes Zimmer«, erklärte Trix. »Aber manchmal ist es für die Eingewöhnung ganz schön, mit einem Zimmerpartner zusammenzuwohnen. Was denkst du? Wie wäre das für dich?«

»Okay«, sagte ich, ohne nachzudenken. Ich hatte noch nie einen Zimmerpartner gehabt, keinen kleinen Bruder, keine große Schwester, vielleicht wäre das schön. Dann ging mir durch den Kopf, dass dieser Zimmerpartner ja auch voll gemein sein konnte – aber ich traute mich nicht, mich noch mal umzuentscheiden.

»Dann wohnst du für den Anfang mit Pawel zusammen«, fuhr Trix fort. »Ich würde dir natürlich jetzt das Zimmer zeigen, aber Pawel kommt erst um zwei aus der Schule und ich gehe nicht ohne zu fragen einfach so ins Zimmer rein.«

Das klang fair.

»Pawel ist echt nett, ihr werdet euch gut verstehen«, sagte Trix.

»Mag er Tiere?«, fragte ich.

Trix warf Selim einen fragenden Blick zu.

»Till hat einen Hund«, sagte der.

»Oh«, machte Trix. »Hm. Verstehe. Leider ist es so, dass wir hier keine Tiere aufnehmen können.«

Selim fragte mich: »Gibt es denn niemanden, der sich um Flocke kümmern kann?«

Ich schüttelte sofort den Kopf.

»Nachbarn? Freunde?«

Melli von gegenüber fiel mir ein, aber die hatte echt genug eigene Probleme und würde es niemals hinkriegen, dreimal am Tag mit Flocke rauszugehen. Und Jamie? Das würden seine Eltern nie erlauben. Ich schüttelte noch mal den Kopf.

»Tut mir echt leid«, sagte Selim. »In dem Fall müssen wir Flocke wohl erst mal ins Tierheim bringen.«

Das Wort Tierheim knipste in meinem Kopf was aus. Genauso gut hätte er sagen können: In dem Fall muss ich Flocke wohl erst mal erschießen. Das hätte dieselbe Wirkung gehabt.

Nein, das stimmt nicht. Tierheim war sogar noch schlimmer. Erschießen geht schnell und danach merkst du nichts mehr. Tierheim merkst du. Als Tier. Und du kapierst gar nicht, was los ist, du weißt bloß, man hat dich weggebracht. Als Hund, da denkst du doch, dass der Junge, dem du eigentlich gehörst, dich nicht mehr haben will. Sich nicht mehr für dich interessiert. Sich einfach nicht um dich kümmert, weil irgendwas anderes für ihn wichtiger ist …

Selim räusperte sich. »Ist es okay, wenn wir jetzt zusammen zu dir nach Hause fahren? Du packst ein paar Sachen ein für deine Zeit hier in der Villa und anschließend fahren wir mit Flocke zum …«

Ich hielt mir die Ohren zu. NICHT DIESES WORT! Vor meinem inneren Auge sah ich, wie mich Flocke durch die buschigen Brauen hindurch ungläubig und verzweifelt anstarren würde, während ich ihm ein letztes Mal durchs Fell wuscheln und ihn dann im Tierheim zurücklassen würde. Eine Träne lief heiß über meine Wange, aber ich konnte sie nicht wegwischen, weil ich mir weiter die Ohren zuhalten musste. Irgendwann taten meine Arme weh.

Trix und Selim warteten geduldig, bis ich die Hände runternahm und kraftlos fallen ließ, als wäre mein Akku leer.

Mit ruhiger Stimme sagte Trix: »Selim kann das auch ohne dich tun. Du musst nicht mitfahren.«

»Nein?« Ich sah Selim an.

Er nickte. »Wir machen das oft.«

»Oft?«

»Na ja, es gibt Situationen, da kann ein Kind einfach nicht zurück nach Hause, weil es dort gefährlich ist«, erklärte Selim. »Noch nicht mal kurz, um ein paar Sachen zu holen. Ich erledige das dann zusammen mit einer Kollegin.«

Ich fragte mich, was passieren musste, dass es für Kinder in ihrem eigenen Zuhause gefährlich sein sollte. Ich konnte es mir nicht vorstellen. Quatsch! Natürlich konnte ich es mir sehr wohl vorstellen. Vieles. Aber ich wollte nicht. Echt nicht. Bei mir zu Hause war es nicht gefährlich. Nicht für mich jedenfalls, nur für Papa anscheinend. Aber ich fand den Vorschlag trotzdem gut. Etwas daran machte, dass ich mich ein kleines bisschen leichter fühlte.

»Ja«, sagte ich schließlich. »Das wäre gut.«

»Hast du einen Hausschlüssel dabei?«

»Klar.« Ich zog den Schlüssel aus der Hosentasche und legte ihn in Selims kräftige Hand.

»Okay«, sagte er. »Bestimmt erkenne ich, was dein Kleiderschrank ist.«

»Ich hab keinen Kleiderschrank«, widersprach ich.

»Na egal, ich werde mich zurechtfinden. Ich packe genug Anziehsachen für dich ein. Und Zahnbürste, Waschzeug, deine Schulsachen natürlich … Was soll ich sonst noch mitbringen? Hast du ein Kuscheltier? Einen Lieblingsschlafanzug? Bücher, Spielsachen? Irgendwas, was du brauchst, um hier gut anzukommen?«

»Ich bin doch schon angekommen«, murmelte ich, weil ich die Formulierung komisch fand. Als wären wir noch irgendwo auf der Autobahn. »Hm. Vielleicht das Ladekabel für mein Handy?« Was für ein Scheiß!, dachte ich. Aber es war halt das Erste, was mir einfiel.

»Bring ich mit.« Er lächelte. »Dann bis später, Till.« Er hielt mir seine Faust hin.

Ich zögerte einen Moment, dann erwiderte ich die Geste. Ich sah ihm nach, wie er die Treppe runterlief, und hörte sein Auto anspringen.

»Wie wär’s mit einer Limo?«, fragte Trix. »Oder lieber ein kalter Kakao?«

»Limo«, brummte ich.

»Ich hol dir eine. Mach’s dir doch bequem.« Sie deutete auf eines der gemütlich-einladenden Sofas und wollte rüber Richtung Küche gehen, hielt aber inne und sagte: »Ja, ich weiß, es ist blöd, dass dein Hund nicht zu uns kann. Aber immerhin haben wir Fische, schau doch mal.« Sie nickte zu dem Aquarium. »Vielleicht hast du Lust, sie nachher zu füttern?«

Ich antwortete nicht.

Trix holte mir ein großes Glas Limonade, setzte sich zu mir und wir redeten ein bisschen. Ich dachte erst, ich müsste schon wieder von Papa erzählen, aber danach fragte sie gar nicht. Wir sprachen über Fußball und Serien und Musik von BHZ.

 

Irgendwann trudelten die ersten Leute ein. Gianni mit der lustigen Brille ist vierzehn, die sommersprossige Rabea schon fünfzehn. Alwin ist elf, also genau mein Alter, theoretisch. Aber schon beim Reinkommen und Schuheausziehen erzählte er Fritzchen-Witze, die ich nicht mal als Kindergartenkind lustig gefunden hätte. Ich lachte trotzdem, weil Trix so übertrieben lachte und weil es schön war zu lachen.

Es gab Fischstäbchen und Reis und Salat und nach und nach kamen noch mehr Leute und irgendwann einer, der trug ein Basecap und ein schwarzes Muscle-Shirt und was auf der Oberlippe, das mal ein Schnurrbart werden soll.

»Darf ich vorstellen?«, sagte Trix feierlich. »Pawel – Till, Till – Pawel. Ihr wohnt ab jetzt zusammen.«

Ich wollte ihm die Hand geben, aber er verschränkte die Arme vor der Brust, legte den Kopf schräg und musterte mich. Meine Hand hing dämlich in der Luft und ich zog sie zurück, um mich am Kinn zu kratzen.

»Na komm, Pawel«, sagte Trix. »Wir gehen nach oben und du kannst Till euer Zimmer zeigen.«

Ich folgte den beiden die Treppe rauf. Im zweiten Stock, fast am Ende des Ganges, öffnete Pawel eine Tür.

Das Zimmer war riesig. Also im Vergleich zu meinem eigenen, zu Hause, bei Papa. Auf der einen Seite stand ein Bett mit ordentlich glatt gefalteter Decke und Kopfkissen, darüber hing ein Bild von einem Sandstrand mit Palmen, ansonsten war die hellblau gestrichene Wand leer. Auf der anderen Seite war ein Bett mit zerwühltem Laken, darauf Unterhosen und einzelne Socken, Chipstüten, ein Basketball. Über dem Bett hingen Poster. Drei von Rick and Morty, zwei von Bayer Leverkusen und eins mit Longus Mongus von BHZ. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Außerdem gab es zwei Kleiderschränke und auch Schreibtische – einer komplett leer und einer voller Krempel.

»Ich lass euch mal allein, damit ihr euch bekannt machen könnt«, sagte Trix und zog sich zurück.

Ein bisschen ratlos stand ich mitten im Raum. Pawel stand mir gegenüber, immer noch mit verschränkten Armen.

»Hey«, sagte ich schließlich, »du hörst auch BHZ?«

Er brummte bloß irgendwas. Dann, wie aus dem Nichts, sagte er: »Ich hoffe, du heulst mir in deiner ersten Nacht nicht die Ohren voll.«

Unwillkürlich machte ich einen Schritt rückwärts. »Weiß nicht.«