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Ein Fall unter Palmen
Flaco, Sicherheitschef der Siete‑Cielos‑Hotelkette, fährt mit seiner Chefin Doña Esmeralda nach La Palma, um einen harmlosen „Handtuchstreit“ zu schlichten. Kurz darauf stürzt ein Gast vom Balkon ihres Zimmers. Flaco versucht vergeblich, sie zu reanimieren. Später verrät der Barkeeper, sie habe täglich eine ungewöhnliche Anzahl Piña Coladas bestellt. Flacos Neugier ist geweckt, er stürzt sich in die Ermittlungen. Und stößt dabei auf ein perfides Komplott …
Sommer, Sonne und dunkle Geheimnisse – viel Spaß mit der kostenlosen Kurzgeschichte von Spannungsmeister Eric Berg! Fünf weitere Fälle warten im kompletten Storybundle »Kanarische Verbrechen« auf euch.
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Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2025
Eric Berg zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. Seit seinem spektakulären Krimidebüt »Das Nebelhaus«, das es auf Anhieb auf die SPIEGEL-Bestsellerliste geschafft hat und fürs Fernsehen verfilmt wurde, hat der Erfolgsautor über eine Million Kriminalromane im deutschsprachigen Raum verkauft und seine Leser*innen und Kritiker*innen immer aufs Neue begeistert. Neben seinen Ostsee-Krimis hat er mit »Roter Sand« und »Rote Sonne« das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen zu seinem Schauplatz gemacht: die Kanarischen Inseln.
Flaco, Sicherheitschef der Siete-Cielos-Hotelkette, fährt mit seiner Chefin Doña Esmeralda nach La Palma, um einen harmlosen »Handtuchstreit« zu schlichten. Kurz darauf stürzt ein Gast vom Balkon ihres Zimmers; Flaco versucht vergeblich, sie zu reanimieren. Später verrät der Barkeeper, sie habe täglich eine ungewöhnliche Anzahl Piña Coladas bestellt. Flacos Neugier ist geweckt, er stürzt sich in die Ermittlungen – und stößt dabei auf ein perfides Komplott …
Eric Berg
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Copyright © 2024 by Blanvalet, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München
Covergestaltung: © Daniel Schlereth/DAV unter Verwendung des folgenden Motivs © Marcin Krzyzak/Shutterstock.com, nach einer Idee von www.buerosued.de
Satz und E-Book-Konvertierung: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 978-3-641-32705-7V001
www.blanvalet.de
Doña Esmeralda saß hinter ihrem Schreibtisch und machte ein Gesicht, als käme ihr jeden Moment das Frühstück wieder hoch. Nicht, dass das besorgniserregend gewesen wäre. Vier Fünftel der Zeit, die ich mit meiner Chefin verbringe, sieht sie so oder zumindest so ähnlich aus. Dienstags und freitags liefere ich ihr einen Bericht über die Sicherheitslage in den sieben Siete-Cielos-Hotels, die sie auf den Kanaren besitzt. Darin führe ich penibel auf, mit welchen Problemen mein Team und ich uns gerade herumschlagen. An diesem Freitag standen das Abhandenkommen einer sündhaft teuren Sonnenbrille auf Lanzarote, eine von einem Hund zerbissene Sandale auf Teneriffa, ein glimpflich verlaufener Badeunfall mit einem Jet-Ski auf Gran Canaria, ein durch eine Boule-Kugel lädierter Fuß auf Fuerteventura und ein eskalierender Handtuchstreit auf La Palma auf der Liste. Bitte nicht falsch verstehen – nichts davon ist für die Betroffenen angenehm. Aber jemandem wie mir, der zehn Jahre lang Drogendealer, Mafiosi und Mörder gejagt hat, bereitet das ungefähr so große Sorgen wie einem chinesischen Reisbauern ein umgestürzter Sack.
Zunächst sah alles nach Routine aus. Wir gingen die fünf »Fälle« einen nach dem anderen durch, ich machte Verbesserungsvorschläge, wo es möglich war, und als wir zum letzten Punkt kamen, bemerkte ich eine geringfügige Änderung in Doña Esmeraldas Mimik. Ich verstehe inzwischen in ihrem Gesicht zu lesen, so wie ein Fährtenleser jeden geknickten Grashalm zu deuten weiß. Daher wusste ich, noch bevor sie den Mund aufmachte, was sie gleich fragen würde.
»Was in aller Welt ist ein Handtuchstreit, Flaco?«
»Es geht um die Sonnenliegen am Swimmingpool. Die Gäste bringen eigene Badetücher mit, um …«
»Sind unsere Badetücher denn nicht flauschig genug?«
»Wie gesagt, Doña, es geht um die Liegen. Mit den Handtüchern reservieren die Leute sie sich, meistens am frühen Morgen, in einzelnen Fällen auch schon mal mitten in der Nacht, jeweils für den kommenden Tag.«
»Das verstehe ich nicht.«
Das war kaum überraschend. Doña Esmeralda gehört zur alten Schule. Sie versteht sich als Dame, Manieren gelten ihr mehr als Moneten oder gar Macht- und Muskelspiele und in ihren Augen kommt weder eine Dame noch ein Gentleman, also ein caballero, jemals auf den listigen Gedanken, sich etwas anzueignen, auf das sie oder er keinen Anspruch hat. Auch nicht für lediglich drei Stunden. Ich musste daher ein wenig ausholen, um ihr den Sachverhalt in seiner ganzen Dimension darzulegen.
»Doña, das ist vor allem ein mittel- und nordeuropäisches Phänomen. Mit der Buchung eines Hotelzimmers verbinden die Gäste das Recht auf eine Sonnenliege am Pool. Haben sie eine erobert, die ihnen gefällt, wollen sie sie nicht mehr hergeben, und zwar bis zu ihrer Abreise. Sie wollen genau diese Liege und keine andere. Und das geht so: Man nimmt ein unverwechselbares, von zu Hause mitgebrachtes Handtuch, breitet es um sechs Uhr früh auf der Liege aus und legt einen persönlichen Gegenstand dazu, der nicht viel kostet, etwa einen Kamm oder eine Flasche Sonnencreme. So kann man bequem bis zehn Uhr schlafen und erst um zwölf am Pool erscheinen.«
Sie verzog erneut das Gesicht, als käme ihr das Frühstück hoch. »Machen Sie das etwa auch so, Flaco? Immerhin sind Sie ein halber Mitteleuropäer.«
»Ich liege nie am Pool. Ist mir zu langweilig.«
»Gute Antwort. Und was tun wir in diesem Fall?«
»Aus einem Handtuchstreit kann schnell ein Handtuchkrieg werden, so wie vor einiger Zeit auf Mallorca zwischen ein paar Engländern und Deutschen. Die Boulevardpresse hat darüber ein paar hübsche Schlagzeilen produziert.«
»Das fehlt uns gerade noch, Flaco. Das SieteCielosLaPalma ist keine mallorquinische Bettenburg, es hat viereinhalb Sterne und fängt gerade erst an, schwarze Zahlen zu schreiben. Was genau ist denn passiert?«
