Flüchtlinge in der Pflege: Problem oder Chance? - Klaus Schrage - E-Book

Flüchtlinge in der Pflege: Problem oder Chance? E-Book

Klaus Schrage

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Beschreibung

Der Bedarf an Pflegekräften steigt rasant, denn unsere Gesellschaft wird zunehmend älter. Doch die Branche sucht händeringend nach Nachwuchs. Sind die Flüchtlinge und Asylsuchenden eine Lösung für den Fachkräftemangel in der Pflege? Welche Bedingungen müssten erfüllt sein? Der besondere Fokus dieses Buchs liegt auf der Integration von syrischen Flüchtlingen. Neben dem rechtlichen Status von Geflüchteten und Asylbewerbern auf dem Arbeitsmarkt untersucht der Autor auch die administrativen, organisatorischen und sozialen Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen. Außerdem betrachtet er den Bildungshintergrund und Aspekte der individuellen Biografien. Die religiöse Überzeugung der Flüchtlinge, Geschlechterrollen und -verhältnisse sowie die Kommunikation in multikulturellen Teams sind ebenfalls wichtige Faktoren. Aus dem Inhalt: - Status der Flüchtlinge, - Anerkennung beruflicher Qualifikationen, - Betriebliche Ausbildung und Praxis, - Reform der Pflegeausbildung, - Gesundheitswesen in Syrien, - Interkultureller Einsatz und Pflegequalität

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Seitenzahl: 52

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Diskussionsanalyse

2.1 Interview

2.2 Herman Gröhe, Bundesgesundheitsminister

2.3 Detlef Scheele, Bundesagentur für Arbeit (BA)

2.4 Jürgen Graalmann, Deutscher Pflegealltag

2.5 Dr. Michael Zaddach, Fachjournalist

2.6 Cornelia Rundt, niedersächsische Sozialministerin

2.7 Reint Gropp, Institut für Wirtschaftsforschung Halle

2.8 Marco Hahn, Paolo Freie Berufsfachschule Berlin

2.9 Wordcloud

3 Administrative Voraussetzungen

3.1 Statistik

3.2 Status der Flüchtlinge

3.3 Bildungshintergrund syrischer Flüchtlinge

3.4 Arbeitsrechtliche Voraussetzungen

3.5 Anerkennung beruflicher Qualifikationen

3.6 Betriebliche Ausbildung und Praktikum

3.7 Reform der Pflegeausbildung

4 Biografische Spuren

5 Gesundheitswesen in Syrien

6 Religiöse Überzeugungen

7 Interkultureller Einsatz und Pflegequalität

7.1 Forschungsstand

7.2 Geschlechterrollen und -verhältnisse

7.3 Kommunikation im multikulturellen Team

7.4 Zukünftiger Bedarf

8 Fazit

9 Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Wordcloud (Quelle: Eigene Darstellung).

Abb. 2: Hauptherkunftsländer der Asylantragsteller im Jahr 2015 (Quelle: BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl, Ausgabe: Dezember 2015, S. 8).

Abb. 3: Hauptherkunftsländer der Asylantragsteller im Zeitraum Januar – März 2016

Abb. 4: Grundstatus beruflicher Bildung nach ausgewählten Herkunftsländern [in Prozent] (Quelle: WORBS/BUND, 2016: 5).

Tab. 1: Erst- und Folgeanträge (Quelle: BAMF, Bundespressekonferenz: Vorstellung der Asylzahlen März , Datum 08.04.2016).

Tab. 2: Anzahl der Überstellungen (Quelle Deutscher Bundestag, Bundestags-Drucksache 18/6860, S. 40).

Tab. 3: Dauer des Schulbesuchs nach ausgewählten Herkunftsländern [in Prozent]

(Quelle: WORBS/BUND 2016: 4).

Tab. 4: Übersicht der Studien (Quelle: Eigene Darstellung).

1 Einleitung

„Eine sinnvolle Arbeit ist für viele der beste Weg, in Deutschland Fuß zu fassen“, so äußerte sich Bundesarbeitsministerin AndreaNahles bei einem Informationsbesuch in einer Berliner Klinik im Jahr 2015 (vgl. Die Bundesregierung 2015). Zurzeit bemühen sich Politiker regierender Parteien in Deutschland darum, hochqualifizierten Fachkräften den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern und sie als Arbeitskräfte für die Zukunft zu gewinnen. Der Bedarf an Pflegenden steigt aufgrund der zunehmend älter werdenden Gesellschaft rasant. In Politik und Gesellschaft diskutiert man, ob aus den vielen derzeit in Deutschland asylsuchenden Menschen aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea und des Westbalkans Fachpersonal zu gewinnen ist.

Prof. Dr. Zeglin, Pflegewissenschaftlerin aus Dortmund, argumentiert, dass Flüchtlinge eine riesige Chance seien, den Bedarf an Pflegekräften auszugleichen (vgl. Station 24: Positionen). Geht man beispielsweise davon aus, dass von 800.000 Asylsuchenden, mit denen Innenminister Thomas de Maizière für 2015 rechnete, nur fünf Prozent einer Beschäftigung in der Pflege nachgingen, seien dies schon 40.000 zusätzliche Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt (vgl. Teigler 2016: 12).

In Fachkreisen wird diese These jedoch heftig diskutiert: Fachleute aus der Pflegepraxis sehen hinter der Anwerbung von Flüchtlingen eher wirtschaftliche als menschliche Motive (vgl. Station 24: Positionen). Bereits 2011 forderten Experten aus Wissenschaft und Praxis auf dem Symposium Fachkräftemangel in der Pflege der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin in Niedersachsen, Potenziale der Menschen mit Migrationshintergrund zu nutzen (vgl. Töpfer 2011: 16). Auf dem Symposium wurden außerdem Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung veröffentlicht, nach denen auf 100 offene Stellen in der Krankenpflege 80, in der Altenpflege 45 examinierte Arbeitslose kämen.

Wirft man einen Blick auf die genannten Positionen im Diskurs, ergeben sich einige relevante Fragen: Ist es realistisch, in den Flüchtlingen tatsächlich eine Lösung für den vorhandenen Fachkräftemangel in der Pflege zu sehen? Welche Bedingungen müssten erfüllt sein?

Am Beispiel syrischer Flüchtlinge soll gezeigt werden, welche administrativen, organisatorischen, gesellschaftspolitischen und sozialen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen sind, wenn diese in der professionellen Pflege eingesetzt werden sollen. Welche Probleme und welche Chancen sind erkennbar? Welche sprachlichen und psychischen Voraussetzungen, welche fachlichen Qualifikationen werden aktuell erwartet? Die gegensätzlichen Positionen dieses Diskurses sollen herausgearbeitet werden, insbesondere am Beispiel der Diskussion um die Aufnahme syrischer Flüchtlinge (Abschnitt 2).

Anschließend werden administrative Voraussetzungen betrachtet (Abschnitt 3). Anhand von Statistiken wird ein Überblick über Flüchtlingszahlen in Deutschland verschafft und der Status der Flüchtlinge untersucht. Danach erfolgt eine Analyse des Bildungshintergrundes syrischer Flüchtlinge. Im Anschluss daran werden arbeitsrechtliche Voraussetzungen von Flüchtlingen in Deutschland erläutert und Möglichkeiten der Anerkennung beruflicher Qualifikationen, betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten und Praktikumsangebote überprüft. Zum Schluss des Kapitels erfolgt eine Darstellung der Reform der Pflegeausbildung. Um den Hintergrund besser einordnen zu können, sollen biografische Spuren der Flüchtlinge, das Gesundheitswesen in Syrien, sowie die religiösen Überzeugungen von Syrern untersucht werden (Abschnitt 4). Des Weiteren werden die psychischen Auswirkungen von Kriegs- und Fluchterfahrungen, und damit die berufliche Eignung von Flüchtlingen untersucht. Demgegenüber werden auch Chancen herausgearbeitet, die ein interkultureller Einsatz syrischen Flüchtlinge in einer kultursensiblen Pflege eröffnen (Abschnitt 7). Es werden Erkenntnisse aus qualitativen Studien kritisch reflektiert, deren Forschungsinteresse sich explizit auf den Einfluss von Multikulturalität auf das Team bzw. deren Kommunikation richtet. Es erfolgt eine Analyse der Geschlechterrollen und –Verhältnisse und des zukünftigen Bedarfs an professionellen Pflegekräften.

2 Diskussionsanalyse

Um die Kontroverse in der Diskussion um Integration von Flüchtlingen in die Pflege zu verdeutlichen, sollen an dieser Stelle die unterschiedlichen Meinungen aus Politik und Gesellschaft vorgestellt werden.

2.1 Interview

Im Rahmen dieser Diskussion führte ich am 11.03.2016 ein Interview mit Herrn Christoph Strässer (ehemaliger Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung) und Herrn Volker Maria Hügel (Vorstand Pro Asyl und Referent bei der GGUA Flüchtlingshilfe e. V.) durch. Das Thema der Veranstaltung war: „In Paragraphen gegossene gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. – Systematische Entrechtung: Die gesetzlich normierte Ausgrenzung von Schutzsuchenden aus den sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus.

Veranstalter war die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA Flüchtlingshilfe, Mitglied im DPWV) unter Vorsitz von Claudius Voigt. Die Gesellschaft führt das „Projekt Q“ – Büro für Qualifizierung der Flüchtlings- und Migrationsberatung in Münster durch. Das „Projekt Q“ wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes NRW (MIK). Das „Projekt Q“ ist Teilprojekt im IQ Netzwerk Niedersachsen. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Interviewfrage: