Fluchtpunkt Kerberos - Michael Hirtzy - E-Book

Fluchtpunkt Kerberos E-Book

Michael Hirtzy

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Beschreibung

Die Morrigan schrie wie ein verletztes Tier, das um sein Leben rang. Das Kreischen sich verbiegenden Stahls bohrte sich einer glühend heißen Nadel gleich in Captain Jang Bataas Verstand. So blieb ihm keine andere Wahl, als das Crescendo über sich ergehen zu lassen und zu hoffen, dass sein Schiff nicht entzweibrach. Jahrzehntelang totgeschwiegen, rückt Skryvat, die geheime Forschungsstation, in den Mittelpunkt verheerender Ereignisse. Weit draußen, im Schatten des Mondes Sycorax, fällt die Entscheidung über Leben und Tod. Von jeglicher Unterstützung abgeschnitten, findet sich die Crew der Morrigan einer Übermacht gegenüber, der sie nichts anderes entgegenzusetzen hat als ihren Mut und ihren Einfallsreichtum. Im Auge des Sturms muss Captain Bataa entscheiden, wo seine Prioritäten liegen. An Bord des Molochs im Uranusorbit läuft Idris und Thea die Zeit davon. Gejagt von einem Gegner, der vor nichts haltmacht, bleibt ihnen nur eine einzige Hoffnung auf Flucht. Doch dafür müssen sie einander vertrauen. Achtundvierzig Lichtjahre von der Erde entfernt, muss sich Val der schwersten Entscheidung ihres Lebens stellen. Am Ende hängt es von ihr ab, ob die bereits erbrachten Opfer die Zukunft retten oder für immer in Vergessenheit geraten werden. FLUCHTPUNKT KERBEROS beinhaltet die abschließenden Bände 9 und 10 der spannenden, actionreichen und mysteriösen Science-Fiction Serie. Erstmalig ungekürzt im Taschenbuch. Einzeltitel: Skryvat Kein Weg zurück

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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FLUCHTPUNKT KERBEROS: WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT
Sammelband 3
Michael Hirtzy

MICHAEL HIRTZY

FLUCHTPUNKT KERBEROS: WETTLAUF GEGEN DIE ZEIT

© 2024 Michael Hirtzy, c/o Autorenservice Gorischek / Am Rinnergrund 14/5 / 8101 Gratkorn / Österreich

1. Auflage 2025

Covergestaltung und Buchsatz: Catherine Strefford | www.catherine-strefford.de

Coverillustrationen der Einzelbände:

Band 9 – Elias Stern | www.artstation.com/elias_stern

Band 10 – Tomas Rodriguez | Fiver / @itommyfrank

Coverillustration des Sammelbandes: Elias Stern | www.artstation.com/elias_stern

Serienlogo: Catherine Strefford | www.catherine-strefford.de

LizardCreek Logo: Isabel Kutscherer

Lektorat & Korrektorat: Melanie Vogltanz / lektoratvogltanz.com

Vertrieb über Tolino Media

Alle in diesem Roman vorkommenden Personen, Ereignisse und Handlungen sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder Ereignissen sind rein zufällig.

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Content Notes

Content Notes zu diesem Buch (Information über mögliche für manche Leser*innen unangenehme bzw. triggernde Inhalte) finden Sie am Ende des Buches.

PROLOG

Tief in der Scheiße – T minus 0 Stunden 0 Minuten

Dichter, schwarzer Rauch, durch den das darin lodernde Feuer nur schemenhaft zu erkennen war, füllte den Gang und nahm ihr die Sicht. Die Brandschutzanlage war längst ausgefallen. Ob die mangelnde Wartung, Querschläger oder ihre improvisierten Brandladungen der Technik den Rest gegeben hatten, konnte niemand sagen. Im Augenblick erschien es auch völlig irrelevant. Im Moment zählte nur, zu überleben.

»Scheiße!«, fauchte Jennifer und wusste zugleich, dass nicht nur ihr Trupp, sondern der gesamte Führungsstab der Morrigan sie hören konnte. Mit großer Wahrscheinlichkeit sogar ein Großteil aller im Einsatz Befindlichen. Aktuell war es ihr egal. Nicht, dass sie sonst für ausufernde Zurückhaltung bekannt war. Sie sagte, was sie dachte. Jederzeit.

An jedem Ort.

Vor allem hier und jetzt.

An Bord einer unbekannten und, wie sich zeigte, völlig unberechenbaren Raumstation.

Auch wenn ihre Kommandantin das anders sah und ihr dies verdeutlichte: »Corporal Hitang. Wollen Sie damit irgendetwas Missionsdienliches sagen?«

Die Ruhe, mit der Commander Hammond diese Frage stellte, zerrte an Jennifers Nerven. Was wusste die andere schon? Sie saß sicher am Waffenleitstand der Morrigan. Weit weg von dem, was gerade versuchte, Jennifer und ihrem Trupp den Garaus zu machen.

Jennifer biss sich auf die Lippen, bevor sie antwortete: »Wir stecken bis zum Kinn in der Scheiße, Commander! Und diese Drecksbiester sind durch nichts aufzuhalten!«

Commander Hammond blieb ihr eine Antwort schuldig.

Dafür meldete sich in diesem Augenblick der Mann, der sie alle hier reingerissen hatte. Nicht, dass Jennifer und der Rest der Landetruppe ihm nicht freiwillig gefolgt waren. Trotzdem wären sie ohne ihn jetzt nicht hier.

Der Fünfundsechzigjährige, der längst nichts mehr im Kampfanzug der Landetruppen zu suchen hatte, klang gehetzt und außer Atem. Wenig überraschend im Hinblick auf die zurückliegenden Stunden. Das Erlebte brachte selbst durchtrainierte Marines wie Jennifer an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Trotzdem schaffte Colonel Riebhus es, gefasst zu klingen: »Corporal Hitang, wir sind aktuell zweihundert Meter von Ihrer Position entfernt. Allerdings ein Deck unter Ihnen. Bereiten Sie sich auf die Extraktion vor.«

»Guter Scherz«, fuhr Darius dazwischen, der neben Jennifer auf dem Boden kniete. Seine verletzte Schulter presste er an die Wand, um das starr auf die verrauchte Flammenwand gerichtete Impulsgewehr zu stabilisieren. Jennifer musste ihn nicht ansehen, um zu wissen, wie es ihm ging. Die Stimme des Ensign, der sich erst seit einem knappen Jahr an Bord der Morrigan befand, bebte wie Espenlaub. Er mochte die Ausbildung der Marines mit Bravour bestanden und sich für die Raumlandetruppen qualifiziert haben. Doch weder das Training noch ihr Einsatzbriefing hätte ihn auf das, was sie jetzt verfolgte, vorbereiten können. Wie denn auch? Die wenigen Stunden an Bord dieses Molochs mitten im Nichts nahe des Uranusmondes Sycorax hatten ihr aller Weltbild nicht ins Wanken, sondern förmlich zum Einsturz gebracht.

Was sich ihnen hier entgegenstellte, spottete jeder Beschreibung.

»Darius!«, zischte Jennifer. Ihr Ordnungsruf überraschte sie selbst und stoppte sogar Commander Hammond ab, von der nur ein überraschtes Husten über Funk ertönte. »Reiß dich zusammen!«

»Was glaubst du, was ich mache?«, bellte er zurück, bevor Colonel Riebhus sich wieder meldete. Trotz aller hörbarer Erschöpfung schien der alte Mann der Einzige zu sein, den die Situation nicht völlig aus der Bahn warf. Tief in Jennifers Innerem regte sich der Verdacht, dass er bereits Schlimmeres gesehen haben musste.

Zumindest blieb er weiterhin ruhig: »Hundertfünfzig Meter. Es wird ein harter Ritt. Wir werden uns durch die Zwischendecke an Sie ran arbeiten.«

»Wie?«, setzte Jennifer zu einer Frage an, da keimte in ihr bereits die Ahnung auf, was er vorhatte. Weder an Bord der Morrigan noch im Kampfeinsatz wich ihm Lieutenant Major Saddoun von der Seite. Und mit ihr folgte dem Colonel automatisch eine Ein-Frau-Armee. Das gepanzerte Exoskelett der ATAC-Kommandantin gab ihr die Kampfstärke einer ganzen Einsatzgruppe und die Feuerkraft eines schweren Bodenfahrzeuges. Bevor der Colonel reagieren konnte, korrigierte Jennifer ihren begonnenen Satz: »Alles klar. Wenn uns wer rausholen kann, dann Ihr Kampfkoloss.«

Zur Antwort erhielt sie lediglich ein mürrisches Grunzen, welches trotzdem unüberhörbar von Saddoun stammte. Die Frau mochte es offensichtlich nicht, wenn sie so genannt wurde. Das Wissen, dass sie sich auf dem Weg zu ihnen befand, gab Jennifer einen kleinen Funken Hoffnung zurück.

Vielleicht würde sie doch nicht in diesem schmalen Gang, mitten in der Leere des Weltalls, verrecken. Jetzt musste das von ihr selbst gelegte Feuer ihre Verfolger nur lange genug im Zaum halten. Wobei sie ahnte, dass selbst die lodernden Flammen, die den Gang in eine schwarze Hölle verwandelten, bestenfalls eine vorübergehende Lösung waren. Sie konnte nicht glauben, diese Dinger damit aufhalten zu können. Aber vorerst musste sie sich damit zufriedengeben. Einen anderen Ausweg gab es nicht. Nach vorne wollte sie nicht. Auch wenn ihnen ihre Kampfanzüge ausreichend Schutz für einen Sturm durch das Flammeninferno boten. Vor dem, was auf der anderen Seite lauerte, waren sie geflohen. Dem würden sie sich nicht noch einmal stellen. Nicht, wenn es nach Jennifer ging. Was sie gesehen hatte, reichte, um in ihr den Glauben an die Existenz einer – wie auch immer gearteten – Hölle zu wecken. Zumindest wäre dies eine Erklärung für jenes Ding, das bereits die Hälfte ihres Trupps ausgelöscht hatte. Drei bestens ausgebildete und erfahrene Marines.

Nein.

Nicht einfach Soldaten.

Menschen, die sie seit Jahren begleiteten.

Untergebene.

Mitstreiter.

Leidensgenossen.

Freunde.

David Gonzales.

Araya Chiang.

Benedict Hartman.

Zerfetzt wie Papierblätter von einem unaufhaltsamen Sturm.

Beim Gedanken an das, was sie hatte mitansehen müssen, traten Tränen in Jennifers Augenwinkel. Den Anblick der drei, ausgeweidet, in Stücke gerissen und verblutend, würde sie nie vergessen. Die Bestien hatten sich ihrer entledigt, wie ein Kind eine ungeliebte Puppe entsorgte. Männer und Frauen, die sich jedem Gegner stellten, waren binnen Sekunden zu bitterlich um Gnade flehenden Häufchen geworden. Nicht, dass es ihnen etwas brachte. Ihren Gegnern schien jegliches Konzept von Barmherzigkeit oder Erbarmen unbekannt zu sein. Sie metzelten sich durch die Reihen wie eine Mähmaschine durch Korn. Unnachgiebig und zielstrebig. Was sich ihnen in den Weg stellte, wurde ausgelöscht. Der einzige Ausweg lag in der Flucht. Sie waren davongerannt wie verängstigte Kinder. Hatten die Beine in die Hand genommen und schlussendlich das Feuer gelegt, das sie jetzt einsperrte. Denn der schweren Brandschutztür, die ihnen nun den Weg zum Rest ihrer Kameraden versperrte, konnten sie nichts entgegensetzen. Nicht mit dem, was sie bei sich trugen.

Sie waren gekommen, um Beweise zu finden. Schwer bewaffnet und gepanzert, in Erwartung mangelnder Gegenwehr von mäßig ausgebildeten Sicherheitskräften auf einer alten, heruntergekommenen Station. Was sie gefunden hatten, lag jenseits aller Vorstellungskraft.

Das Einzige, was Jennifer und dem kläglichen Rest ihres Einsatztrupps blieb, war die Hoffnung, jetzt von Colonel Riebhus gerettet zu werden. Zumindest befanden sie sich vorübergehend in Sicherheit. Das Feuer, getrieben von den Brandladungen, loderte weiterhin, breitete sich aber nicht nennenswert aus. Sorgen machte Jennifer einzig die Wand- und Deckenverkleidung, die unter der unablässig auf sie einströmenden Hitze langsam nachzugeben begann. Auf den Oberflächen am ihr zugewandten Rand der Flammenwand bildeten sich erste Blasen, von denen zähflüssige, schleimgleiche Tropfen zu Boden stürzten. Was sich weiter drinnen, versteckt unter den undurchdringlichen schwarzen Lohen, abspielte, konnte sich Jennifer nur vorstellen. Zumindest boten sie ihnen vorerst Schutz.

»Wir haben ein Problem«, ertönte in diesem Augenblick Joakims Stimme über Funk. Der Private verharrte zehn Meter weiter den Gang hinunter. Wenige Schritte vor der Feuerwand beobachtete er seit Minuten stumm und starr den Bewegungsmelder seines Anzuges.

In diesen beengten Verhältnissen einen vorgezogenen Wachposten einzurichten, war Jennifer zuerst lächerlich erschienen. Trotzdem hatte sie die Entscheidung getroffen, sich an die Einsatzorder zu halten. Sie mochte vorlaut sein und nicht in allem den Erwartungen an eine Truppenkommandantin entsprechen. Doch sie wusste, wann es angebracht war, sich an die Regeln zu halten.

»Details«, forderte sie knapp.

Sie sah, wie Darius sich neben ihr verkrampfte. Das konnte zu einem Problem werden. Der junge Marine schien dem Druck nicht mehr gewachsen. Er würde bald brechen, wenn er die Grenze nicht bereits überschritten hatte. Bei diesem vom Spaziergang zum Himmelfahrtskommando mutierten Einsatz handelte es sich um seine erste Kampferfahrung. Kein guter Einstieg, und seine Nerven spielten sichtlich nicht mehr mit. Jennifer musste damit rechnen, dass er jeden Moment zusammenbrach, und konnte nur hoffen, dass nichts Schlimmeres passierte. Unter Druck reagierte jeder Mensch anders. Manche wurden ruhig. Andere sanken zu einem Häufchen Elend zusammen. Und einige, die Gefährlichsten, setzten völlig irrationale Aktionen. Jennifer wünschte sich, dass eine der ersten beiden Möglichkeiten eintrat. Dann musste sie ihn nur mitschleppen. Wozu er sie zwingen könnte, wenn er ausrastete, wollte sie vorerst nicht überlegen. Jetzt musste sie erst mehr herausfinden und zuhören.

»Der Bewegungsmelder schlägt an. Drei Bewegungen am Ende des Ganges.«

»Kann es sich um Teile der Wandverkleidung handeln, die eingestürzt sind?«

»Nope«, antwortete Joakim überraschend gefasst. »Es sei denn, die Trümmer haben Beine bekommen und bewegen sich auf uns zu.«

Das Adrenalin begann Jennifers Körper erneut zu fluten. Während sie routiniert ihr Impulsgewehr prüfte, suchte sie nach einer Erklärung abseits jener, die sich aufdrängte.

»Colonel Riebhus. Kann es sein, dass Sie sich an uns vorbei bewegt haben?«

»Nein«, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. »Wir sind fünfzig Meter von Ihnen entfernt und weiterhin ein Deck tiefer.«

»Kacke!«, zischte Jennifer und verfluchte sich augenblicklich dafür. Denn Darius zuckte neben ihr zusammen wie ein getretener Hund. Sie musste Bestimmtheit zeigen. Ihm das Gefühl geben, dass sie die Lage unter Kontrolle hatte. Auch wenn sie selbst daran zweifelte, diesem Desaster lebend entkommen zu können.

»Joakim«, befahl sie mit fester Stimme. »Rückzug auf unsere Position. Wir bilden hier einen Abwehrkordon. Halten Sie Stellung bis zum Eintreffen der Verstärkung.«

»Roger«, antwortete der Angesprochene, sprang im selben Moment von seiner kauernden Position auf und rannte die wenigen Meter zu ihrer mangelhaften Deckung: ein mobiler Geräteschrank und zwei Transportkisten, die irgendjemand bei der Räumung der Sektion zurückgelassen hatte. Nicht einmal ein brauchbarer Sichtschutz, doch alles, was ihnen zur Verfügung stand. Genauso gut konnten sie sich hoch aufgerichtet und winkend mitten in den Gang stellen. Schutz bot ihnen diese Pseudobarrikade keinen. Bestenfalls stellte sie eine psychologische Stütze dar.

»Kampfbereitschaft«, befahl Jennifer, sobald Joakim sich hinter einer der Kisten neben ihr niederkniete.

»Alles klar«, gab der erfahrene Private zurück.

Jennifer sah zu ihrer Linken und stieß den stummen Ensign sanft an. »Darius?«

»Bereit«, presste dieser hervor und selbst dieses eine Wort klang erzwungen.

Mist.

Sie brauchte ihn. Wenn er jetzt kollabierte, könnten sie genau jene Sekunden verlieren, die Riebhus benötigte, um sie zu erreichen.

»Fünfundzwanzig Meter«, meldete der Colonel in diesem Augenblick.

»Zwei weitere Trupps nähern sich eurer Position«, ergänzte Commander Hammond. »Sie kommen über den Hauptkorridor und bringen schweres Gerät mit, um die Brandschutztür zu öffnen.«

Woher sie das hatten, wollte Jennifer gar nicht fragen. Die Antwort würde ihr nicht helfen. Trotzdem tat es gut zu wissen, dass ihre Kameraden sie nicht im Stich ließen. Sie würden nicht aufgeben. Niemals. Niemand wurde zurückgelassen. Der Gedanke versetzte ihr einen Stich. Dieses Credo der Raumlandetruppen hatte sie bereits gebrochen.

David, Araya und Benedict lagen weit von ihr entfernt. Zerstückelt, niedergemetzelt, doch vor allem von ihr zurückgelassen. Den Blick in Benedicts brechenden Augen würde sie nie vergessen. Er selbst hatte sie aufgefordert, sich und die anderen zu retten, und trotzdem hatte sie damit das Fundament der Marines verletzt.

Sie hatte ihn seinem Schicksal überlassen. Die Tatsache, dass er ausgeweidet worden war und es keine Rettung für ihn gab, änderte daran nichts. Jennifer hatte den Schwur gebrochen, der sie alle zusammenhielt. Die Gewissheit, nie allein enden zu müssen.

In diesem Moment kam Bewegung in die schwarze Rauchwand. Wie von einem Sturm angetrieben, waberte sie und wälzte sich in ihre Richtung.

»Wir halten unsere Position«, befahl Jennifer und wurde sich im selben Moment der Lächerlichkeit ihrer Aussage bewusst. Wohin sollten sie weichen? Fünf Meter hinter ihnen endete der Gang an der oberschenkeldicken Brandschutztür. Genauso gut konnte sie einem Bergmassiv befehlen, seine Stellung zu halten.

»Für David«, antwortete Joakim.

»Für Benedict«, ergänzte Jennifer und wurde dann von Darius überrascht, der ebenfalls antwortete: »Für Araya!«

Im selben Augenblick schob sich aus der dichten Rauchwand eines der Monster hervor, das ihren Trupp dezimiert hatte. Wie ein Dämon, den tiefsten Abgründen ihrer Albträume entsprungen, stapfte das Biest auf sie zu. Die glühenden Augen schienen sie im selben Moment zu erfassen, in dem Jennifer ihren letzten Befehl gab: »Feuer!«

Dann krümmte sich ihr Finger um den Abzug des Impulsgewehres und entließ einen Strom unaufhaltsamer Projektile auf die fleischig pulsierende Masse, die einst ein Mensch gewesen sein musste.

KAPITEL 1

Morrigan – T minus 4 Stunden 12 Minuten

»Ich fordere Sie ein letztes Mal dazu auf abzudrehen!«, zischte der rundliche Mann, dessen Gesichtszüge angespannt wirkten. Seine Augen funkelten verärgert und zuckten zugleich nervös hin und her. Selbst in der blassen Projektion konnte man erkennen, dass sein Kopf hochrot angelaufen war. Er schien förmlich zu glühen und konnte sich sichtlich nur mehr schwer unter Kontrolle halten.

Jang Bataa hingegen wirkte wie ein Fels in der Brandung. Stoisch, ruhig und mit völlig entspannter Mimik stand er im Zentrum der Brücke, während um ihn herum reges Treiben herrschte. Vardan Riebhus hielt sich abseits, außerhalb des Aufnahmebereiches, und beobachtete das Geschehen. Jang und seine Crew verstanden ihr Handwerk. Daran gab es keinen Zweifel. Jeder Handgriff saß. Knappe Befehle reichten, damit jeder wusste, was zu tun war. Die Besatzung vertraute ihrem Kommandanten und sich selbst. Etwas, das von vielen Offizieren übersehen wurde. Es reichte nicht, Autorität im Kommando auszustrahlen. Erst, wenn jedes einzelne Crewmitglied sich zu hundert Prozent auf alle anderen verließ, lief ein Schiff wie ein perfekt geöltes Uhrwerk.

»Ich bevorzuge es, mich nicht wiederholen zu müssen. Allerdings lassen Sie mir keine andere Wahl, Mister Diaz.«

Bei Jangs trockener Antwort stahl sich ein schmales Lächeln auf Vardans Lippen.

»Commander Diaz!«

Den knappen, zornigen Einwurf seines Gegenüber wischte Jang mit einer beiläufigen Handbewegung zur Seite und sprach weiter. »Sie können Ihre Dockingports öffnen oder wir werden uns selbstständig einen Weg ins Innere von Skryvat bahnen. So oder so: Wir kommen an Bord.«

»Niemals!«, fauchte der erboste Kommandant der Station und dabei flogen Speicheltropfen von seinen Lippen. »Wenn Sie Ihren Anflug nicht umgehend abbrechen, werden wir unsere Verteidigungssysteme einsetzen.«

In Anbetracht dessen, dass ihnen eine Kampfgruppe der Stormbringer-Klasse auf den Fersen war, beeindruckte diese Drohung sie kaum. Was auch immer Skryvat aufbieten würde, mit den sieben schießwütigen Monstern, die sich rasend schnell näherten, konnte die Station sicherlich nicht mithalten.

»Sie sollten mich ernstnehmen!«, brüllte Diaz inzwischen förmlich. Für Vardan klang es nach den letzten verzweifelten Versuchen eines Mannes, der bereits wusste, dass er sich dem Ende der Fahnenstange näherte. Vardan fragte sich, wie lange es dauern würde, bis er zu schäumen begann.

Jang spielte mit ihm. Wohl auch, um Zeit zu gewinnen, damit sein Team die Sensordaten – die mit jeder Minute umfangreicher wurden – im Detail auswerten konnte. An der gegenüberliegenden Seite der Brücke erhob sich plötzlich Commander Adaline Hammond von ihrem Platz. Sie drehte sich zu Jang und vollführte mit ihren Händen eine Geste, die wohl eine sich ausbreitende Wolke symbolisieren sollte. Dabei schüttelte sie grinsend den Kopf. Jang nickte knapp und Adaline sank wieder auf ihren Stuhl. Mehr Infos brauchte der Captain nicht und auch Vardan verstand, was die Waffenoffizierin meinte.

»Heiße Luft, sonst nichts«, kommentierte Lieutenant Miriam Dione, die Kommunikationsoffizierin, die keine Armlänge von Vardan entfernt saß. Sie flüsterte, um Jangs Reaktion nicht zu stören. Auf der engen Brücke bekam jeder alles mit. Ganz im Gegenteil zu dem, was Vardan von seinem früheren Schiff, der Varjokuu, gewohnt war. Hier gab es keine Geheimnisse und keine Notwendigkeit, den gesamten Stab mit unzähligen Memos auf dem Laufenden zu halten. Wenn hier jemand einen Furz ließ, wusste es binnen Minuten das ganze Schiff.

Der Captain konzentrierte sich weiterhin auf die Projektion seines Gegenübers. »Ich überlasse es Ihnen, Mister Diaz. Ihre Dockingports oder durch die Hülle. In einer Stunde sind wir an Bord.«

Dass Jang seinen Rang als Stationskommandant weiterhin ignorierte, trieb den Mann sichtlich zur Weißglut. Seine Augen weiteten sich und er presste die Lippen zusammen, bis nur mehr schmale Striche zu sehen waren. Er beugte sich zur Aufnahmeoptik, wie um Jang durch sie hindurch anzuspringen. Dieser ließ seine ausgestreckte rechte Hand nur leicht zur Seite zucken. Die kaum erkennbare Geste reichte, damit Miriam die Verbindung unterbrach.

»Der springt jetzt im Kreis wie ein Kobold«, kommentierte die vierundzwanzigjährige Offizierin, die Vardan für ihre Position viel zu jung erschien.

»Ziel erreicht«, fügte Adaline hinzu und schob dann eine ihrer Anzeigen in das zentrale Holo. »Skryvat fährt gerade die Verteidigungssysteme hoch.«

»Jetzt erst?«, fragte Chief Lauri Huttinen, der sich ebenfalls auf der Brücke befand, um die letzten Entwicklungen zu verfolgen. Vardan wusste, dass der bullige Chefingenieur darauf fieberte, in die Maschinensektion zurückzukehren. In den letzten Tagen hatte der Mann mehrmals bewiesen, dass er sich zwischen den hochgezüchteten Anlagen der Morrigan weitaus wohler fühlte als auf der Brücke.

»Er dachte wohl, er könnte uns wirklich dazu bringen, abzudrehen«, antwortete Adaline.

»Dann ist er dümmer als gedacht«, warf Miriam ein.

»Oder verzweifelt«, gab Jang zu bedenken, der langsam auf seinen Stuhl sank und die Beine überkreuzte. »Wir sollten nicht unterschätzen, was Panik mit einem Menschen macht. In die Ecke getrieben, kann er zu allem fähig sein.«

»Was auch immer er tut«, warf Adaline ein. »Skryvats Bewaffnung kann uns nicht gefährlich werden. Selbst wenn sie alles auf uns abfeuern, reicht es nicht mal, um unsere Hülle anzukratzen. Das Arsenal, wenn ich es so nennen darf, reicht bestenfalls, um kleinere Gesteinsbrocken und Frachter aufzuhalten. Selbst die schwache Panzerung eines Rettungsschiffes könnte dem standhalten.«

Ganz im Gegensatz zu dem, was die Varjokuu Tage zuvor der Gutabara entgegen gejagt hat, dachte Vardan erleichtert. Zumindest schien Syuzanna Darians Einfluss nicht auszureichen, um ihre Einrichtungen mit schweren, militärischen Waffensystemen zu bestücken. Dafür musste sie offensichtlich auf die KMS zurückgreifen. Ein schwacher Trost.

»Gut«, merkte Jang an, der trotzdem nachdenklich wirkte.

Vardan sah zu ihm, bevor er sich äußerte: »Wir sollten trotzdem nicht übermütig werden. Der kleinste Kratzer, den uns Skryvat zufügt, kann später dazu führen, dass Abriks Schiffe leichtes Spiel mit uns haben.«

»Das sehe ich auch so«, stimmte Jang zu, der ob Vardans Einwurf ein wenig verstimmt klang. Es gefiel ihm hörbar nicht, wenn sein früherer Kommandant ihm Empfehlungen gab. Vor allem nicht vor seiner Besatzung.

»Wir können sie einfach ausschalten«, sagte Adaline.

»Ohne die Station zu gefährden?«, fragte Jang.

»Einige gezielte Schüsse reichen dafür. Auf ein stehendes Ziel ist das keine große Herausforderung.«

»Freigegeben«, antwortete Jang.

Beim wenige Sekunden später folgenden Geräusch zuckte Vardan unwillkürlich zusammen und sorgte sich sogleich darum, welchen Eindruck er damit erwecken mochte. Seine Zeiten auf kleinen Korvetten wie der Morrigan lagen lange zurück. Wo die schiere Größe von Schiffen wie seiner verlorenen Varjokuu dafür sorgte, dass nichts von den äußeren Bereichen in den Kern vordrang, zeigte die Hammerhead-Klasse bei allem eine sofortige Reaktion. Selbst die Drehung der kleinen Abwehrgeschütze an der Außenhülle pflanzte sich durch die gesamte Rumpfkonstruktion hindurch fort. Ein schweres, mahlendes Schaben wie von einem antiquierten steinernen Mühlrad bohrte sich in Vardans Ohren.

»Ziele erfasst«, meldete Adaline vom Waffenkontrollstand. »Feuer.«

Die Warnung kam zu spät. Kaum dass die Waffenoffizierin das letzte Wort beendete, ratterten die Automatikgeschütze los. Das ganze Schiff schien unter den ausgelösten Gewalten zu erbeben und Vardans Trommelfelle dröhnten, als stünde er inmitten eines Tornados. Wie mochte es dann erst sein, wenn die schweren Waffentürme oder die Raketenlafetten ausgelöst wurden? Er befürchtete im selben Augenblick, dass er dies viel zu schnell erfahren würde. Bereits jetzt musste Vardan alle verfügbare Energie aufbringen, um an Ort und Stelle ruhig zu bleiben und nicht zu zittern.

Während er stocksteif ausharrte, verstummte das Rattern nach einem kurzen Atemzug wieder. Adaline hatte einen Präzisionsschuss ausgelöst. Kein Vernichtungsfeuer. Trotzdem würde auf Skryvat in wenigen Sekunden die Hölle losbrechen.

Auch ohne die Darstellung im zentralen Hologlobus konnte sich Vardan den tödlichen Projektilstrom hunderter in kürzester Folge abgegebener Geschosse vorstellen. Oft genug hatte er sie bei Tests mit freiem Auge gesehen. Die von den Impulsgebern auf mehrere zehntausend Meter pro Sekunde beschleunigten Sprengladungen glichen in einer Atmosphäre einem ununterbrochenen Feuerstrahl. Hier draußen, im Vakuum, würde sie niemand ohne Hilfsmittel erblicken können. Selbst das Holosystem stellte nur eine Simulation der berechneten Flugbahnen dar. Kein Sensor konnte die gerade einmal wenige Zentimeter langen Projektile erfassen.

Jetzt richtete Vardan seinen Blick doch auf die Holoprojektion. Die Darstellung zeigte am einen Ende eine Miniatur der Morrigan und am anderen den massiven Moloch namens Skryvat. Fäden gleich, zogen sich die simulierten Geschossbahnen weg von ihrem Schiff, hin zu ihren Zielen. Dutzende kleine Striche, die sich rasend schnell auf verschiedene Bereiche der Station zubewegten und dann einschlugen.

»Treffer!«, meldete Adaline im selben Moment, in dem in der Projektion mehrere gelbe Kreise aufleuchteten.

Es gab keinen Jubel. Keinen Applaus. Adaline hatte ihre Aufgabe erledigt, und die wenigen, die sich auf der Brücke befanden, wussten, was dies bedeutete. Fünfzehn Einschlagssymbole signalisierten genauso viele Detonationen, die Skryvat in diesem Moment erschütterten. Es handelte sich um Treffer in den Außenbereichen. Mit etwas Glück befand sich dort niemand. Doch es bestand keine Garantie dafür. Jeder an Bord der Morrigan wusste, was der Einsatz der Bordgeschütze mit sich brachte. Irgendwo dort draußen wurden Menschen verletzt, oder starben in diesem Augenblick. Aufgrund der Einschläge oder durch die daraus resultierenden Folgen. Brände, rasende Fragmente, Druckverlust. Kein Mensch und kein Computer konnte genau vorhersagen, welche Auswirkungen die Waffensysteme am Zielort mit sich brachten. Dafür gab es zu viele Unwägbarkeiten.

Nur eines stand fest: In diesem Augenblick versank Skryvat im Chaos. Und das war nur der Anfang.

KAPITEL 2

Skryvat –T minus 3 Stunden 50 Minuten

Gerade eben noch hatte die Beobachterin die Kommunikation zwischen Commander Diaz und Colonel Riebhus verfolgt. Im nächsten Moment endete diese so abrupt, wie sie begonnen hatte. Die Frau schüttelte den Kopf. Seit Jahren warnten sie Syuzanna Darian vor diesem Hitzkopf, der das Kommando über Skryvat innehielt. In ihren Augen eignete sich Diaz bestenfalls dafür, die Verantwortung für eine öffentliche Toilettenanlage zu übernehmen. Aber für eine geheime Forschungsstation am äußeren Rand des Sonnensystems? Niemals. Doch seit Syuzanna die Kernkomponenten ihres wichtigsten Projektes abgezogen hatte, schien Skryvat für sie an Bedeutung verloren zu haben. Ohne die Unterstützung der KMS und mit dem Wegfallen der Prioritäten seitens Darian Industries versank die Station in der Bedeutungslosigkeit.

Dies zeigte sich bei der Infrastruktur genauso wie beim Personal. Wer sich an Bord befand, zählte – bis auf wenige Ausnahmen – zum Bodensatz der ehemaligen Crew. Jene, denen man beim besten Willen keine Aufgabe in einem der neuen, überall im Sonnensystem und darüber hinaus sprießenden Projekte übertragen wollte. Die Entscheidung, alles, was nicht offiziell erforscht werden durfte, an einem Ort zusammenzufassen, hatte sich spätestens mit dem Koukishin-Desaster als Fehler herausgestellt. Seitdem achtete Syuzanna penibel darauf, ihre Projekte möglichst weit voneinander entfernt zu platzieren. Oft liefen an einem Ort gar nur Teilabschnitte einer Forschungsaufgabe. So stellten sie sicher, dass so wenige Menschen wie möglich den Überblick über das bekamen, was wirklich erforscht wurde.

Zurück auf Skryvat blieben die Unzuverlässigen, die Sicherheitsrisiken, die Unbrauchbaren und jene, die sich selbst überschätzten. So wie eine Handvoll, die ihr Handwerk verstanden und im Hintergrund dafür sorgten, dass die Station und die darauf verbliebenen archivierten Experimente sich nicht unkontrolliert verselbstständigten. Für diese glich jeder Tag einem Drahtseilakt. Sie mussten die Balance finden zwischen ihren wirklichen Aufgaben und dem, was sie nach außen vorgaben zu sein.

So wie Reyna, die sich seit bald achtzehn Jahren auf diesem versifften, verrottenden Schrotthaufen befand und darauf achtete, dass dieser Hohlkopf, der sich Kommandant schimpfte, den Laden nicht endgültig an die Wand fuhr. Ein Himmelfahrtskommando, dessen sie sich nur angenommen hatte, weil die dahinterstehende Bezahlung die vieler Konzernmanager übertraf. Dabei stand Reyna nicht einmal im Sold von Darian Industries. Ihre Honorierungen kamen von einem Mann – zumindest vermutete sie, dass es sich um einen handelte –, dessen Namen selbst Syuzanna Darian selbst nicht kannte. Der Troubleshooter. Ihr Problemlöser, der sich um jene Dinge kümmerte, von denen nicht einmal Syuzanna es wagte, sie selbst in Auftrag zu geben. Etwas, das selten eintrat, bei jener Frau, in deren Sprachschatz Worte wie Skrupel und Anstand nicht vorkamen.

So sorgte Reyna in ihrer Rolle der Verwaltungsleiterin dafür, dass alle Befehle, Aufgaben und Anweisungen, die den Betrieb Skryvats betrafen, über ihren Tisch liefen. Sie filterte aus den Entscheidungen, die täglich Diaz’ Matschbirne entsprangen wie Wasser einer undichten Leitung, jene heraus, die ungefährlich erschienen. Alle anderen änderte sie so ab, dass daraus kein unverzeihliches Desaster entstand. Meist fühlte sie sich dabei wie eine Zirkusartistin, die beim Balancieren auf einem hauchdünnen Seil in luftigen Höhen zugleich versuchte, ein Dutzend Bälle zu jonglieren, Messern auszuweichen und einen Löwen zu dressieren. Eine undankbare Aufgabe, die ihre über das gesamte Sonnensystem verteilten Konten allerdings im Zeitraum von knapp zwei Jahrzehnten zu ungeahnten Größen hatten anschwellen lassen.

Jetzt musste sie nur einen Weg hier runter finden, um auch in den Genuss der Reichtümer zu kommen. Denn auf Skryvat konnte sie damit so viel anfangen wie ein Maulwurf mit einem Spiegel.

Eine letzte Aufgabe. Dann würde der Troubleshooter sie von Skryvat abholen lassen. So konkret war er nie zuvor geworden. Meist wich er diesbezüglichen Fragen aus. Oder winkte mit derartigen Boni, dass sie das Thema fallen ließ. Nicht dieses Mal. Er hatte es von sich aus angesprochen und ihr den Rückflug mit dem nächsten Transport in Aussicht gestellt. Gute sechs Monate, denn die Nostromo war gerade erst wieder abgeflogen. Aber besser, als hier zu versauern, bis sie ein Alter erreichte, in dem ihr der angehäufte Reichtum nichts mehr bringen würde.

Allerdings lag davor dieser eine Auftrag, von dem Reyna herzlich wenig hielt. Doch was blieb ihr anderes übrig? Sie bezweifelte, die einzige Beauftragte des Troubleshooters auf Skryvat zu sein. Würde sie es nicht erledigen, fände er jemand anderen. Und diese Person würde mit Sicherheit dafür sorgen, dass Reyna nicht mehr in den Genuss ihres Vermögens kam. Nicht jetzt, nicht in ferner Zukunft. Niemals. Ihren Auftraggeber zu enttäuschen, zählte nicht zu den Dingen, die einem langen Leben zuträglich schienen. Er verhandelte nicht und zeigte wenig Verständnis für Mitarbeitende, die ihre Vorgaben nicht erfüllten. Er löste Probleme. Für Darian und in seiner eigenen Organisation. Ausnahmslos mit unausweichlicher Effizienz.

Alejandro Yandel, Reynas Vorgänger, trieb als ewiger Beweis dafür langsam und unaufhaltsam auf den Rand des Sonnensystems zu. In einigen tausend Jahren würde der einen Meter achtzig große und ehemals vierundneunzig Kilogramm schwere Puerto-Ricaner die äußerste Bahn erreichen und sich auf den Weg in unbekannte Gefilde machen. Nicht, dass ihm dies irgendetwas außer Spott und Hohn einiger Besatzungsmitglieder einbrachte. Bei seinem Ausstieg durch eine defekte Luftschleuse handelte es sich selbstverständlich um ein bedauerliches Unglück. Herbeigeführt durch einen Wartungsfehler und seine eigene Dummheit. Wer tapste schon nach einem durchzechten Abend mitten in der Nacht volltrunken in einer der vielen gesperrten Sektionen herum und legte sich dann in einer stillgelegten Wartungsschleuse zum Schlafen nieder? Wenn dann etwas passierte, galt man als Kandidat für den Darwin Award. Selbst wenn man, wie Yandel, keinen Alkohol trank und gar nicht die Zutrittsberechtigung besaß, diese Sektion zu betreten. Eine Kleinigkeit, die geflissentlich übersehen wurde. Besser keine Fragen stellen und den Unfall zu den Akten legen.

So würde Reyna nicht enden. Das stand für sie außer Frage. Damit blieb ihr nichts anderes übrig. Sie musste sich auf den Weg in die unteren Laborsektionen begeben und das vorbereiten, was ihr Auftraggeber von ihr erwartete.

Dabei wusste sie selbst nicht, was dort auf sie wartete. Diesen Bereich umfassten ihre üblichen Freigaben nicht. Wozu auch? Dort befanden sich die Überreste jener Forschungen, die nicht an andere Standorte verlegt worden waren. Die Hintergründe wagte Reyna nie zu hinterfragen. Sie gingen sie nichts an. Ihre Mission lautete, Diaz unter Kontrolle zu halten. Zumindest bis heute. Die Prioritäten schienen sich gerade gewaltig verschoben zu haben.

Reyna warf einen letzten Blick auf ihren Arbeitsplatz, der sich in einem von der Brücke abgetrennten Bereich befand. Um ihn zu verlassen, würde sie an Diaz vorbeimüssen. Auf die Diskussion, warum sie in einer Krisensituation ihren Posten verließ, hatte sie keine Lust. Allerdings gab es keine Alternative. Mit einer hastigen Handbewegung sperrte sie ihre Terminals und steckte dann die neu codierte Zugangskarte in eine Hosentasche.

»Dann wollen wir mal«, murmelte Reyna zu sich selbst, bevor sie sich dafür wappnete, die Brücke zu betreten. Kaum dass sich die Tür zischend vor ihr zur Seite schob, verwandelte sich die bis auf Diaz’ hektisches Gekeife recht ruhige und entspannte Kommandozentrale in ein Tollhaus.

Wie eine Glocke, die von außen von einem Hammer angeschlagen wurde, begann alles um sie herum zu beben. Ein ohrenbetäubender Donnerschlag wälzte sich durch den Raum und übertönte jedes andere Geräusch. Reyna konnte den Druck förmlich spüren, da wurde sie beinahe von den Beinen gerissen. Nur mittels eines beherzten Griffs ihrer ausgestreckten Hand konnte sie sich an einer Sicherheitsstange stabilisieren. Zu dem dröhnenden Hall gesellte sich ein zweiter, etwas leiserer. Gefolgt von einem dritten und weiteren, die rasend schnell aufeinander folgten. Darunter lag ein donnerndes Prasseln, wie von Hagelkörnern, die auf ein Wellblechdach hämmerten. Skryvat ächzte und schrie unter der Belastung, während an allen Wänden auf Dutzenden Terminals Alarmmeldungen aufflammten. Kaum dass die Erschütterungen und das mit ihnen einhergehende Tosen abflauten, heulten die Notfallsirenen los und bohrten sich, einem Kreissägeblatt gleich, in Reynas Verstand. Die Augen weit aufgerissen, registrierte sie, dass weder Diaz noch die restliche Brückenbesatzung Reyna bisher wahrgenommen hatten. Das um sich greifende Chaos nahm alle in Beschlag.

Darin erkannte Reyna ihre Chance. Kaum dass die letzten Stöße abebbten, rannte sie auf den Ausgang zu und schlüpfte durch die zur Seite gleitende Tür. Kein Ruf folgte ihr. Keine Aufforderung, dazubleiben. Niemand schien sie zu bemerken. Am Gang angekommen, wandte sie sich nach links und stürmte durch den menschenleeren Korridor. Inzwischen mussten die Warnsignale die gesamte Station erfüllen. An den Wänden flammten die orangen Warnleuchten auf. Ihre zuckenden Strahlenfinger warfen lange Schatten vor sich her.

Erneut erbebte Skryvat, und Reyna stolperte. Ihre Arme vor sich ausgestreckt, knallte sie auf den harten Boden. Sie keuchte vor Schmerz, der sich durch ihr rechtes Knie bis in den Schädel bohrte.

»Verdammte Scheiße!«, brüllte sie durch die Pein hindurch. »Das kann doch nicht wahr sein. Hat der Idiot ernsthaft die Abwehrsystem auf die Morrigan ausgerichtet?!«

Fluchend rappelte sich Reyna auf und setzte, humpelnd und langsamer, ihren Weg fort.

»Diaz, du Volltrottel!«, zischte sie, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen und Dampf abzulassen. »Genauso gut könntest du dich mit einer Steinschleuder einem Panzer entgegenstellen. Was glaubt dieser Lackaffe, wie Riebhus oder Bataa darauf reagieren? Hat er gedacht, sie warten einfach ab, bis er losballert?«

Spätestens jetzt bewies Diaz, dass er die geistige Kapazität eines Ziegelsteins besaß. Anders ließ sich nicht erklären, wie er glauben konnte, mit Skryvats lächerlichen Verteidigungssystemen einem KMS-Schiff Paroli bieten zu können. Blieb Reyna nur zu hoffen, dass der Abwehrschlag der Morrigan keine kritischen Systeme mit sich gerissen hatte. Vor allem nicht in der Sektion, in die sie jetzt musste, um Leviathan zu aktivieren. Reyna wusste so gut wie nichts über dieses Projekt.

Genauso wie über die meisten anderen Forschungen, die Skryvats Vergangenheit entstammten. Doch der Name und die Tatsache, dass die Überreste sich in der abgeriegelten Sektion befanden, sprachen für sich. Sie wollte dort nicht hin. Aber es war ihre einzige Chance, lebend hier rauszukommen.

Begleitet vom weiteren Beben der Station, kämpfte sie sich zu den Aufzügen vor. Dort ließen die Stöße endlich nach. Zurück blieb das bedrohliche Ächzen der inneren Strukturen. Was auch immer von der Morrigan auf sie losgelassen worden war, schien zu einem Ende zu kommen. Ohne den Zugriff auf die Bordsysteme konnte Reyna nur mutmaßen, doch instinktiv wusste sie, dass Skryvats kümmerliche Verteidigungseinrichtungen inzwischen der Vergangenheit angehörten.

Nun lag es an ihr, dafür zu sorgen, dass sie selbst nicht ein ähnliches Schicksal ereilte.

KAPITEL 3

Skryvat –T minus 3 Stunden 35 Minuten

»Lass mich raten«, presste Idris hervor. »Das sind die ersten Anzeichen für das Eintreffen deiner Unterstützung.«

Seine Schwester nickte. »Zumindest ein Teil davon.«

»Planen sie, von der Station etwas übrig zu lassen, oder blasen sie diesen Schrotthaufen gleich aus Sycorax’ Orbit und uns mit ihm?«

»Der Plan sieht anderes vor, doch sie mussten erst die Verteidigung ausschalten, bevor sie näherkommen können.«

»Marines«, schnaubte Idris. »Nicht gerade bekannt dafür, mit der feinen Klinge vorzugehen. Wissen sie überhaupt, dass wir hier sind?«

Für drei viel zu lange Atemzüge hing völlige Stille zwischen ihnen, in der Idris bewusst wurde, wie hilflos und unvorbereitet er in diesen dampfenden Misthaufen gestolpert war. Von einem Moment auf den anderen befand er sich inmitten eines Kriegsgebietes, das mit der Ankunft der weiteren Schiffe drohte, unerträglich heiß zu werden. Worauf hatte er sich da eingelassen? Vor allem, wie sollte er seine Schwester, die über so viel Kampferfahrung wie ein frisch geschlüpftes Küken verfügte, sicher hier rausbringen? Bisher hatten sie es gerade einmal neun Decks nach oben geschafft. Zumindest befanden sie sich damit auf derselben Ebene wie Theras Quantenrechner. Nur leider auf der genau gegenüberliegenden Seite der Station. Wenn die Daten stimmten, die Thera ihm zur Verfügung stellte, dann lagen somit zwischen sechshundert und zweitausend Meter Fußstrecke vor ihnen. Je nachdem, welchen Weg sie wählten. Den durch die abgeriegelte Sektion oder jenen außen herum. So oder so würde es heiß hergehen, denn in den Bereichen über und unter ihnen befanden sich jene Archive, auf die Thera ihre Unterstützungstruppen ansetzte.

Endlich rang sich seine Schwester zu einer Antwort durch: »Einer weiß von mir. Allerdings habe ich ihn zum Stillschweigen verpflichtet.«

Zum ersten Mal seit seiner Ankunft klang sie kleinlaut. Idris verstand warum. Gerade eben eröffnete sie ihm, dass sie ihn seit Tagen an der Nase herumführte. Er zwang sich, ruhig zu bleiben und seinem Ärger nur mithilfe laut ausgeblasener Luft Ausdruck zu verleihen. Er musste mit seinen Entscheidungen leben. Und jenen, die Thera für ihn traf, ohne ihn zu konsultieren. Der Moment, dies zu diskutieren, würde kommen. Wenn sie lebend hier rauskamen. Nicht jetzt. Nicht sofort. Irgendwann.

Idris schüttelte den Kopf. »Du machst es mir nicht leicht.«

»Nichts hier ist einfach!«, fuhr sie ihn mit jener Härte an, die sie seit ihrem Wiedersehen öfter an den Tag legte. Es handelte sich um eine Seite, die er dem sanften Mädchen seiner Erinnerung nie zugetraut hätte. Er hatte Schwierigkeiten damit, sich einzugestehen, dass von der Thera, die vor rund hundert Jahren von ihm gegangen war, nur mehr Bruchstücke übrig waren. Irgendwo da drinnen, in dem schmalen, zerbrechlichen Körper, steckte sie. Doch weitaus größeren Anteil an ihrer Persönlichkeit hatten inzwischen die Qualen, die sie in Jahrzehnten voller Tod und Wiedergeburt immer wieder hatte erleiden müssen. Nur weniges davon konnte er bisher erfassen und verstehen. Er wusste, wie quälend es sein konnte, dem Kryoschlaf zu entsteigen. Was es jedoch bedeutete, zu sterben und die Erinnerungen daran in den neuen Klonkörper mitzunehmen, vermochte er sich nicht einmal annähernd vorzustellen. Ganz zu schweigen von den Experimenten, die sie in den Zeiten dazwischen hatte durchleben müssen. Für ihn glich es einem Wunder, dass Thera nicht zu einem verbitterten, hasserfüllten Monster mutiert war. Konnte es am Kontakt mit ihren Freundinnen – ihren Schwestern, wie sie sie nannte – und dem Quantenrechner liegen? Fungierten sie untereinander als Regulativ?

Abgelenkt von seinen Gedanken bemerkte er zu spät, dass sie mit in die Hüften gestemmten Händen vor ihm stand und ihn anfunkelte. »Oder siehst du das anders?«

»Nein«, beeilte er sich, zu antworten. »Allerdings würde es mir helfen, mehr zu wissen. Mir einen Plan zurechtzulegen, wenn ich nicht weiß, was auf uns wartet, ist etwas schwer.«

Thera zuckte mit den Schultern und deutete zu der schweren Panzerschleuse, die am gegenüberliegenden Ende des Raumes lag, in dem sie sich aktuell befanden. »Dahinter liegt das Sperrgebiet. In dem Moment, in dem Braenaru dieses Tor für uns öffnet, heulen in der Zentrale Dutzende Sirenen los. Unsere einzige Chance, nicht binnen weniger Minuten von den restlichen Sicherheitskräften überrannt zu werden, liegt darin, dass davor so viele andere Warnmeldungen auf die Crew eintrommeln, dass sie das nicht mitbekommen.«

»Okay. Wir warten also mal wieder. Und auf was?«

»Das Unausweichliche. Die Besatzung der Morrigan wird, wenn alles nach Plan läuft, in absehbarer Zeit Skryvat entern. Die Erschütterungen – Resultat der Treffer ihrer Geschützbatterien – sind die erste Ankündigung dessen, was kommen wird.«

»Ich bezweifle, dass der Kommandant der Station sie friedlich an Bord kommen lässt.«

Thera verdrehte die Augen zur Decke. »Dass sie die Verteidigungssysteme mit Waffengewalt ausschalten mussten, lässt darauf schließen. Zum Glück. Denn ein reguläres Andocken würde unseren Plan zerstören.«

»Du hoffst auf ein gewaltsames Eindringen?«

»Hoffen?« Thera schürzte die Lippen. »Nein. Wir haben es so berechnet und bisher liegen alle Ereignisse innerhalb der Parameter.«

»Na toll«, brummte Idris, der sich unweigerlich wie eine Figur in einem Spiel vorkam, dessen Regeln er weder beherrschte noch verstand. »Und ich bin der Notnagel, falls alles andere versagt?«

»Nein«, widersprach Thera bestimmt und sanft zugleich. »Du bist mein Bruder. Aktuell der einzige Mensch im Sonnensystem, dem ich wirklich vertraue. Mit den anderen rechne ich. Auf dich kann ich mich verlassen. Wenn alle Stricke reißen, dann weiß ich, dass du mich rettest. Ohne dich würde ich es nie wagen.«

Idris fühlte Wärme in sich aufsteigen. Da war sie wieder. Seine Schwester. Nicht dieses unerklärliche Konglomerat von Klonwesen, Neurolink, Quantenrechner und was sonst in ihr stecken mochte. Er zwang sich zu einem Lächeln, das ihm in Anbetracht der Situation schwerfiel. »Wundervoll. Kein Druck. Das macht es gleich viel einfacher.«

»Ich dachte, du läufst zu Hochtouren auf, wenn du in die Ecke gedrängt wirst.«

»Teilweise«, gab Idris zurückhaltend zu. »Doch in der Vergangenheit musste ich immer nur auf mich achten. Dieses Mal sind die Einsätze weitaus höher. Ich habe dich gerade erst wiedergefunden. Dich erneut zu verlieren, könnte ich mir nicht verzeihen.«

Sanft tätschelte Thera seinen Oberarm und sah ihn schelmisch mit zur Seite geneigtem Kopf an. »Dann achten wir einfach beide darauf, wohlbehalten ans andere Ende zu kommen. Sobald wir den Hangar erreichen, sind wir sicher.«

»Wenn wir ihn erreichen«, murmelte Idris und bereute es sofort.

Theras Augen wurden wieder eiskalt. »Das steht nicht zur Debatte!«

Bevor er dazu kam, zu antworten, registrierte er, wie ihr Blick glasig wurde. Ein Zeichen dafür, dass sie plötzlich eine Menge an Daten über ihren Link erhielt. Die Symptome – ein besseres Wort fiel ihm dafür nicht ein – hatte er in den zurückliegenden Tagen kennengelernt. Meist schien die Verbindung zwischen Thera und Braenaru sie nicht weiter zu belasten. Doch in seltenen Fällen vereinnahmte sie ihre völlige Aufmerksamkeit. Ob es daran lag, dass sie nur über die drahtlose Verbindung mit ihrem Quantenrechner kommunizieren konnte oder ob andere, ihm unbekannte Faktoren dazu beitrugen, konnte Idris nicht sagen. Thera blockte jedes Gespräch darüber ab. Meist dauerte die Abwesenheit nur wenige Atemzüge. So wie jetzt. Schon klärte sich Theras Blick wieder und fokussierte auf ihn.

»Das ist nicht gut«, flüsterte seine Schwester.

»Was?«

»Es gibt einen unvorhergesehenen Faktor.«

Idris wurde neugierig und besorgt zugleich. »Es gibt Dinge, die du nicht in Betracht gezogen hast?«

»Unser Einfluss erstreckt sich auf Skryvat und jene außerhalb, die wir erreichen können. Wir sind nicht omnipotent. Realistisch gesehen gibt es weitaus mehr, was wir nicht wissen und steuern können als jene Dinge, die Einzug in unsere Berechnungen finden.«

»Das klingt tatsächlich nicht gut«, warf Idris ein, in dessen Hinterkopf laute Warnsignale gellten.

»Leider nein.« Zum ersten Mal wirkte Thera ratlos. »Es gibt zumindest eine Person an Bord, die Befehle von außerhalb empfängt. Nicht von Darian Industries, sondern von einer uns unbekannten Partei. Sie erhielt den Auftrag, eine zusätzliche Verteidigungsmaßnahme zu aktivieren.«

»Ein Problem?«, wollte Idris wissen, der aufsteigende Nervosität fühlte.

»Dieses Kampfmittel befindet sich in der versiegelten Sektion. Ein Deck über uns, dennoch nahe genug, um zu einem Problem zu werden.«

---ENDE DER LESEPROBE---

Table of Contents

Impressum

Content Notes

Band 9: Skryvat

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Epilog

Band 10: Kein Weg zurück

Teil 1 – Das Ende einer Reise

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Teil 2 – Der Beginn von Neuem

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Danke

Content Notes

Datenbank

Quellen

Der Autor

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