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Fast jeder zweite Deutsche kann nicht erklären, was ein Investmentfonds ist. Das mangelnde Wissen der Deutschen über das Thema Geldanlage ist im Ausland fast schon sprichwörtlich. Da spricht man abschätzig von »Dumb German Money«. Mit Blick auf die Verteilung des deutschen Geldvermögens in Höhe von gewaltigen 5,9 Billionen Euro erhärtet sich das Bild vom »dummen deutschen Geld«: 2017 hatten die Deutschen lediglich 6 Prozent ihres Geldes in Aktien investiert, und selbst wenn man noch alle Arten von Fonds dazurechnet, kommt man auch nur auf magere 10 Prozent. Doch wo befindet sich der Großteil des Privatvermögens? 30 Prozent stecken in kapitalbildenden Versicherungen und ganze 37 Prozent in Bargeld und Bankeinlagen. Die wirkliche Ironie besteht aber darin, dass das »Dumb German Money« gerade auf jenes Land zutrifft, das ob seiner Wirtschaft weltweit bewundert wird. Die Beteiligung an inländischen Unternehmen wie Automobilherstellern, Maschinenbauern und Chemiekonzernen läge also nahe. Doch es sind die ausländischen Investoren, die an den Wertsteigerungen und jährlichen Milliarden-Dividenden von Siemens, SAP oder BASF verdienen. Das Geld fließt ins Ausland statt in den deutschen Geldbeutel. Björn Drescher widmet sich auf gerade einmal 120 Seiten und für jeden verständlich dem Thema Fonds und zeigt – mit vielen amüsanten Karikaturen versehen –, wie der Einstieg in eine vernünftige Geldanlage funktionieren kann.
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Seitenzahl: 93
Veröffentlichungsjahr: 2018
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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Für Fragen und Anregungen:
Originalausgabe
1. Auflage 2018
© 2018 by FinanzBuch Verlag,
ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
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Redaktion: Judith Engst
Korrektorat: Silvia Kinkel
Umschlaggestaltung: Laura Osswald
Umschlagabbildung: Jürgen Janson
Satz und E-Book: Daniel Förster, Belgern
ISBN Print 978-3-95972-146-2
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-266-7
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-267-4
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
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Einleitung
Teil 1: Plädoyer für Fonds
1.1 Investieren
1.2 Dummes deutsches Geld
1.3 Multifunktionstool
1.4 Hindernisbahn
1.5 Kleine Helferlein
1.6 Fonds im Trend
1.7 Für jeden Geschmack
Teil 2: Trends in der Fondsanlage
2.1 Den Gürtel enger schnallen
2.2 Mischfonds
2.3 Indexfonds
2.4 Nachhaltige Fondsinvestments: die ESG-Kriterien
2.5 Professionalisierung
2.6 Visibilität
2.7 Digitalisierung
2.8 Asset Allocation
2.9 Finanzmarktregulierung
Teil 3: Anleger und Berater
3.1 Viele Wege führen zum Fonds
3.2 Der Dolmetscher
3.3 Der Assistent
3.4 Der Maschinist
3.5 Der Psychologe
3.6 Der Entertainer
Teil 4: Was ist zu tun?
Teil 5: »Fondsgedanken« – ein Blick hinter die Kulissen
Über den Autor
Fast jeder zweite Deutsche kann nicht erklären, was ein Investmentfonds ist. Diese und andere Informationen verdanken wir regelmäßigen Umfragen verschiedener Finanzverbände und -institute. Als wäre diese Tatsache nicht schon bedauerlich genug, fördern entsprechende Studien leider auch noch zwei weitere Umstände zutage: Der ohnehin vergleichsweise niedrige Bildungsgrad vieler Deutscher in Sachen Kapitalanlagen hat sich in den vergangenen Jahren sogar noch weiter verschlechtert. Zudem weisen oftmals gerade die jüngeren Menschen unter 30 Jahren eine besonders geringe Finanzkompetenz auf.
Sollten Sie als Leser sprichwörtlich nur den Statistiken glauben wollen, die Sie selbst gefälscht haben, sei Ihnen versichert: Zwar variieren die Zahlen der verschiedenen Studien, doch die Botschaften, die von ihnen ausgehen, zeichnen ähnliche bis deckungsgleiche Bilder. Sie zeugen von einem gestörten Verhältnis der Deutschen zu Wertpapieren aller Art, vor allem aber zur Aktienanlage – ganz gleich, ob sie nun direkt erfolgt oder aber über den Weg eines Fondsinvestments.
Vielleicht lässt sich damit auch schon an dieser Stelle eine unausgesprochene Frage beantworten, die Sie sich vielleicht gestellt haben, als sie zum ersten Mal von diesem Buch gehört oder es in Händen gehalten haben: »Bedarf es angesichts des überbordenden Informationsangebots zum Themenkreis Investmentfonds in den Fachbuch-Abteilungen und im Internet wirklich noch eines zusätzlichen Werks?«
Frei nach dem Motto des unverbesserlichen Dichters und Entertainers Heinz Erhardt, »Noch’n Gedicht«, sage ich aus Überzeugung: »Ja.« Und ich ergänze direkt: »Vorausgesetzt, es beschreitet didaktisch andere Wege als die bestehende Fachliteratur und beschert der Fondsanlage neue Freunde.« Denn ich bedaure jeden Anleger, dem die effizienteste Form standardisierter Geldanlage zur Vermögensbildung und Vermögensverwaltung unbekannt bleibt, und ich möchte nichts unversucht lassen, zur Verbreitung der Fondsidee beizutragen.
Zu diesem Zweck habe ich 1997 mit meinen Partnern eine Gesellschaft für Wirtschafts- und Finanzinformationen gegründet. Ihr zentraler Unternehmensgegenstand ist die Berichterstattung und Kommentierung der Kapitalmärkte und vor allem derjenigen Entwicklungen, welche die Fonds betreffen. Im Zuge des laufenden Knowhow-Transfers in Form von Webinaren und Vorträgen lernten wir im Laufe der Jahre die Verbildlichung von Botschaften in Form von gut gemachten Karikaturen schätzen. Karikaturen überzeichnen bestimmte Sachverhalte, doch steckt in jeder bekanntlich auch eine gute Portion Wahrheit. Wie heißt es doch so schön: »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!«
Vor diesem Hintergrund habe ich die Zusammenarbeit mit einem bekannten Zeichner gesucht und mit ihm für eine ganze Reihe öffentlicher Auftritte mehr oder weniger passgenaue Karikaturen entwickelt.
Um den drei unterschiedlichen Vortrags-Staffeln »Plädoyer für Fonds«, »Trends im Asset-Management« sowie »Anleger & Berater« einen roten Faden geben zu können, kreierten wir insgesamt drei Figuren: den »Anleger« in Form des personifizierten »deutschen Michels«, erkennbar an seiner Schlafmütze. Ferner den »Berater«: Die Damen mögen es mir bitte nachsehen, dass sich der Zeichner bereits in seinen ersten Entwürfen auf einen Mann festgelegt hatte und ich ihn nicht umstimmte, daraus eine Frau zu machen. Und schließlich gibt es noch »Mr. Asset-Management«: Er dient als Synonym und Platzhalter für die gesamte Finanzindustrie im Allgemeinen und für die Anbieter von Publikumsfonds im Besonderen. Seine Tendenz zum Übergewicht und sein modischer Hang zu Nadelstreifenanzügen sind künstlerische Stilelemente der Überzeichnung und Übertreibung, die ich nicht persönlich zu nehmen bitte.
Im Laufe der Zeit entstand auf diese Weise ein reichhaltiger Fundus an Bildern, der für dieses Buch nun katalogisiert, überarbeitet und um Textpassagen ergänzt wurde. Gleichwohl handelt es sich bei der vorliegenden Publikation um ein ernsthaftes Fachbuch und keinen Comic. Sie dient nicht der Verballhornung der Investmentbranche. Investmentfonds sind eine geniale Erfindung und stellen ein ernsthaftes Thema dar, doch darf die Informationsaufnahme darüber durchaus auch Spaß machen.
Dabei erhebt die entstandene Sammlung und ihr Argumentarium keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit, Systematik im engeren Sinne oder gar darauf, die wahre Lehre zu sein. Vielmehr will dieses Buch den Titel treffend widerspiegeln und in kurzweiliger loser Abfolge verschiedene Gedanken aufgreifen, die einem Anleger oder Interessenten im Zuge der Fondsanlage kommen können oder sollten.
So sind Gedanken eben: Wir haben viele davon im Kopf. Manchmal entwickeln wir sie in Phasen höchster Konzentration, ein anderes Mal entstehen sie spontan. Nicht selten sind sie der Reflex auf einen Reiz, dem wir ausgesetzt sind: eine akustische oder visuelle Wahrnehmung, eine Meldung oder auch ein Ereignis.
Während viele Gedanken ins Leere laufen, münden andere in Ansichten und Ideen, die auch für die Umwelt und für unsere Mitmenschen von Interesse und Wert sein können. An jedem einzelnen Tag entscheiden wir so einige hundert Mal, welche Gedanken wir verwerfen und welche wir dagegen für erinnerungswürdig erachten, aber für uns behalten, und an welchen wir andere teilhaben lassen wollen.
Von Freunden und Geschäftspartnern in meiner Absicht bestärkt, habe ich mich dazu entschieden, Sie an den folgenden Gedanken teilhaben zu lassen. Ich freue mich, wenn ich dadurch Nutzen stiften kann. Dabei ist es egal, ob Sie sich einfach nur für die Fondsanlage interessieren oder ob Sie eine solche schon getätigt haben und sich hier Halt in Form von Argumenten und Hintergründen versprechen. Es ist auch gleich, ob Sie das vorliegende Buch am Stück lesen oder sich von Zeit zu Zeit einzelne Bilder und Passagen in Erinnerung rufen. Die Informationen sind auch unabhängig von Ihrer Perspektive: Seien Sie nun privater Investor oder Lehrer, Berater, Vermögensverwalter oder Banker auf der Suche nach Anschauungsmaterial für die gesellschaftliche Bildung und den Vertrieb.
Viel Spaß bei der Lektüre!
»Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, indem man sie anderen klar zu machen sucht.«
Josef Unger, österreichischer Schriftsteller und Politiker
»Sichern Sie sich langfristig attraktive Zinsen«, mit diesem Slogan warb vor einiger Zeit eine bekannte deutsche Direktanlage-Bank. Wenngleich derartige Marketing-Sprüche zum Tagesgeschäft einer Bank gehören mögen, muss dieser mit Blick auf die damaligen Konditionen wie blanker Hohn geklungen haben: Zehn Jahre Laufzeit, 0,75 % p. a. Wohlgemerkt, wir sprechen von einem zehnjährigen Festgeld-Vertrag, nicht etwa von einer Hypothekenfinanzierung.
»Negative Zinsen«, das klingt ungewöhnlich.
Attraktiver erschien da vor einiger Zeit schon das sogenannte »Mäusekonto« eines Instituts anlässlich eines Weltspartags, das die Kleinen zwischen sieben und zwölf Jahren immerhin mit 5 % für ein Jahr lockte. Der Haken an der Sache: Ab einem Betrag von 501 Euro wurde der Rest auch bei Kindern nur noch mit 1 % p. a. verzinst.
Und auch die Rendite von deutschen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren, dem sprichwörtlichen Witwen- und Waisen-Papier, fiel zwischenzeitlich auf unter 1 % pro Jahr. Der ehemalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble konnte im Jahr 2016 gar eine fünfjährige Bundesanleihe in der Größenordnung von knapp 4 Milliarden Euro ohne Zinsversprechen, also mit einem Null-Kupon platzieren. Sie wurde ihm von institutionellen Anlegern förmlich aus der Hand gerissen.
Wie sollte es auch anders sein? Die Schwindsucht der Marktzinsen hat in den vergangenen Jahren zeitweise ein nie zuvor gesehenes Ausmaß angenommen. Der Leitzins der europäischen Notenbank stürzte seit 2008 von 4 % regelrecht ab und nahm in Form des Referenzzinssatzes, zu dem Banken ihr Geld bei der EZB einlagern können, sogar negative Werte an. Folgerichtig rutschten auch die kurzfristigen Zinsen am Geldmarkt unter die Nulllinie. Mit anderen Worten: Wer in einer solchen Situation große Summen parkt, erhält für die Überantwortung seiner Gelder keine Zinsen, sondern er zahlt dafür.
»Negative Zinsen« das klingt ungewöhnlich. Was sagte ein von mir danach befragter bekannter Professor für Wirtschaftswissenschaften einmal: »In der Theorie war mir immer klar, dass es negative Marktzinsen geben kann. In der Praxis habe ich mir das aber nicht vorstellen können und lerne jetzt dazu. Dessen ungeachtet halte ich die Entwicklung für äußerst ungesund.«
Außerordentliche Situationen und Herausforderungen bedürfen bekanntlich außergewöhnlicher Maßnahmen, um sie zu meistern. Ob die Medizin richtig ist, die die Notenbanken den Märkten verordnet haben, oder nicht, das ließe sich mithin vortrefflich diskutieren. Ebenso die Frage, wie lange dieser Ausnahmezustand noch anhalten könnte. Mancher spricht schon vom »Normalnull«.
Weniger strittig ist die Motivation der Notenbanker. Sind diese doch erkennbar bemüht, den Staaten auf diesem Wege Zeit für dringend notwendige Strukturreformen zu erkaufen, von denen bisher leider wenig bis nichts zu sehen ist.
Überhaupt keinen Zweifel an den Folgen der Niedrigzinspolitik kann es hingegen aus Sicht der Anleger geben. Ihnen droht angesichts der Geldentwertung, die ihre Zinseinnahmen übersteigt, eine schrittweise Enteignung. Das gilt zumindest dann, wenn sie an klassischen Zinsanlagen festhalten und darauf verzichten, sich an den steigenden Vermögenspreisen in Form von Aktien und Immobilien zu beteiligen. Die Rechnung ist einfach: Bei einer angenommenen konstanten Inflationsrate von 1,5 % p. a. verliert das Geld bei Annahme des oben genannten Angebots der Direktanlagebank jedes Jahr 0,75 % an Wert.
Vor diesem Hintergrund erscheint es zweckmäßig, sich noch einmal mit der Abgrenzung der Begriffe »Zins-Sparen« und »Investieren« unter Zuhilfenahme der Worte »Horten« und »Spekulieren« zu beschäftigen. Erst dann wird wirklich deutlich, warum Investitionen in Sachwerte und Produktivkapital in Form von Aktien so empfehlenswert sind.
Unter »Horten« verstehe ich, etwas allein auf Grund seiner Knappheit zu sammeln. In diesem Falle geht es also um Geld, das nicht angelegt und auch nicht für den Konsum ausgegeben wird. Denkbare Sammelvorrichtungen könnten beispielsweise die sprichwörtlichen Matratzen, Töpfe und Sparstrümpfe sein. Es gibt keine Aussicht auf einen Ertrag, allenfalls auf eine Wertsteigerung als Folge der Knappheit. Zudem verbindet sich mit der Hortung von Geld automatisch das Risiko eines Kaufkraftverlustes durch Inflation.
»Zins-Sparen« heißt in meinen Augen, Geld zur Anlage zu bringen. Dieses Geld wird, so würde ich es einmal formulieren, Instituten und Schuldnern guter Bonität, beispielsweise Banken und solventen Staaten, vertraglich zu einem fest definierten Zins auf Zeit überlassen. Man spricht in diesem Zusammenhang häufig auch von »Geldwerten«. Denkbare Ausprägungen sind unter anderem Sparbücher, Bonussparen und Bausparverträge, die der Inflation jedoch ebenfalls ausgesetzt sind.
