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Der Devisenmarkt ist mit einem Tagesumsatz von rund 5000 Milliarden US-Dollar der größte Handelsplatz der Welt. Das ist mehr als ein Vielfaches der Handelsvolumina aller globalen Aktienmärkte. Während Aktien jedoch vorrangig an Börsen gehandelt werden, findet der Devisenhandel größtenteils außerbörslich statt. Jens Klatt zeigt Ihnen, wie Sie als Trader neben technischen und fundamentalen Aspekten Sentiment-Analysen (die Stimmung von Investoren an der Börse) auf dem Forex-Markt nutzen und diese beim Trading umsetzen können. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene erhalten hier einen Blick hinter die Kulissen des Devisenmarkts und wichtige Tipps, um den eigenen Handelsansatz profitabel umzusetzen. Die Grundbegriffe des Devisenhandels werden ebenso ausführlich erklärt wie die Analyse und das Trading mit dem Commitment of Traders Report (CoT). Risk- und Money-Management finden ebenso ihren Platz wie ein Blick auf die fundamentale und technische Lage. Zudem gewährt Jens Klatt einen Einblick in seine tägliche Arbeit als Chefanalyst bei dailyfx.de.
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Seitenzahl: 271
Veröffentlichungsjahr: 2014
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2. Auflage 2015
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Redaktion: Horst Fugger
Korrektorat: Leonie Zimmermann
Umschlaggestaltung: Kristin Hoffmann
Umschlagabbildung: unter Verwendung von shutterstock-Abbildungen
Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering
Druck: CPI books GmbH, Leck
Printed in Germany
ISBN Print 978-3-89879-866-2
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-521-5
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-522-2
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Für meine Frau
»You have to learn the rules of the game.
And then you have to play better than anyone else.«
Albert Einstein
Vorwort
Sehr geehrter Leser,
der Devisenmarkt ist der größte und liquideste aller handelbaren Märkte. Er ist 24 Stunden am Tag geöffnet, hat minimale Transaktionskosten und man arbeitet gewöhnlich mit einem großen Hebel. Die Vorteile des Devisenhandels im Vergleich zu anderen Märkten sind offensichtlich. Was ich am Devisenhandel besonders schätze, ist allerdings an erster Stelle nicht das Trading selbst (so überwältigend die Vorteile auch sind), sondern die analytische Seite.
Die Betrachtung des Wertes der Währung eines Landes in Relation zu einer anderen ist so umfangreich, wie es nur irgendwie geht. Bei der Analyse von Wechselkursen und der Frage, wohin diese sich entwickeln könnten, ist schlicht jeder Aspekt relevant.
Zentralbankpolitik und Zinsentscheidungen sind die offensichtlichsten und sicher auch wichtigsten Größen, die es bei der Bewertung einer Währung zu berücksichtigen gilt. Aber auch die Stärke des Aktienmarktes des betreffenden Landes spielt eine Rolle. Rohstoffpreise sind relevant. Handelsbilanzen, Arbeitslosenquoten. Inflationsraten oder Sparquoten. Alles spielt bei der Bewertung einer Währung eine Rolle.
Hierbei wurde noch kein Blick auf Wahlergebnisse, Steuerpolitik, das Bevölkerungswachstum, das Gesundheitswesen oder Schadstoffemissionen und viele weitere Variablen geworfen, die alle über den Wert einer Währung gegenüber einer anderen eine Rolle spielen.
Der Devisenmarkt ist ein Traum für den Analysten, ein Markt schier unendlicher Informationen. Informationen, die alle miteinander interagieren.
Wo fange ich also am besten an? Welches sind die Eckpfeiler dieses Marktes? Was muss ich wissen? Ich arbeite seit nunmehr 13 Jahren am Devisenmarkt und dies sind die Fragen, die ich und jeder andere in diesem Geschäft immer und immer wieder gestellt bekommen. Sowohl der völlige Neuling als auch der fortgeschrittene Trader werden von den niedrigen Kommissionen, der Transparenz und den vielen anderen Vorteilen des Devisenmarktes magisch angezogen. Aber die wenigsten wissen, wo sie im Devisenhandel beginnen sollten.
Beginnen Sie am folgenden Punkt: Der Devisenhandel ist ein Nullsummenspiel. Für jeden Trader, der long ist, gibt es einen Short-Positionierten. Für jeden Euro Gewinn muss es irgendwo einen Euro Verlust geben.
Wenn Sie im Devisenhandel zu den Gewinnern zählen wollen, dann brauchen Sie einen Vorteil. Sie müssen sich vom Durchschnitts-Trader abheben, mehr wissen als dieser. Aber wie kommen Sie zu diesem Vorteil? Nicht anders als auch in jedem anderen Beruf. Sie müssen viel lernen und üben!
Jens ist diesen Weg gegangen. Er hat viel gelernt und noch mehr geübt. Nicht nur, dass Jens den Devisenmarkt jahrelang analysiert und selbst gehandelt hat. Zudem gibt Jens sein Wissen seit Jahren täglich an unsere FXCM-Kunden weiter. Jens verfügt über einen riesigen Erfahrungsschatz, Kernelemente des Devisenmarktes an Anfänger und Fortgeschrittene FX-Trader weiterzugeben. In geschriebener Form, aber auch in Live-Coachings, entweder im Webinar-Format oder in persönlichen Sitzungen.
Wenn Sie dieses Buch lesen, dann lernen Sie nicht nur von einem erfahrenen Trader und Analysten. Sie lernen zudem von einem sehr erfahrenen Lehrer.
Erfahrene Trader verlieren im Laufe ihrer Karriere den Blick eines Neulings und somit auch die Fähigkeit, einen Anfänger zu belehren. Jens hat diesen Blick nie verloren. Er ist in der Lage, komplexe Sachverhalte so zu kommunizieren, dass der Anfänger diese schnell und einfach verstehen und für sich anwenden kann.
Dieses Buch ist optimal für Anfänger, aber auch für fortgeschrittene Trader. Jens zeigt in diesem Buch auf, wie der Devisenmarkt funktioniert, auf welche Dinge es im Devisenhandel zu achten gilt, auch auf elementare Fragen, zum Beispiel worauf man bei der Brokerwahl achten sollte.
Er gibt Einblick in ein Konzept namens Speculative Sentiment Index (SSI), ein Werkzeug, das es möglich macht, aufgrund der Positionierung der Retail-Trader Handelsentscheidungen zu treffen.
Klar ist: Im deutschsprachigen Raum gibt es kaum tiefer gehende Literatur über den Devisenmarkt. Der Retail-Devisenhandel im deutschsprachigen Raum wächst schnell und ihm wird im deutschen Markt immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt.
Jens’ Buch ist hier lange überfällig und es trägt dazu bei, dass der Trader sich diesem Markt von der bestmöglichen Position aus nähert: Er ist gut informiert!
Wenn Sie Jens’ Analysen mögen, dann werden Sie dieses Buch lieben.
Brendan Callan, CEO FXCM Europe
1. Was ist der Devisenhandel?
Vermutlich hat jeder, der dieses Buch in seinen Händen hält und diese Zeilen nun liest, schon mindestens einmal einen Devisenhandel abgewickelt.
Der Devisenmarkt oder kurz Forex/FX beinhaltet den An- und Verkauf von Devisen, d.h. im Umkehrschluss nichts anderes als: Wenn Sie beispielsweise eine Reise in die USA planen und aus Deutschland kommen, dann müssen Sie spätestens in den USA angekommen Ihre Euro in USD umtauschen, denn ein Taxifahrer in den USA wird sich in USD bezahlen lassen und nicht in Euro.
Sie verkaufen also in der Wechselstube am Flughafen Ihres Reiseziels Ihre Euro und kaufen hierfür USD.
Am Ende Ihrer Reise werden Sie diesen Devisenhandel wieder rückgängig machen und allerspätestens am deutschen Zielflughafen Ihre USD zurück in Euro tauschen.
Diese Form des Devisenhandels findet jeden Tag Zigtausende Male rund um den Globus statt und macht dennoch nur einen Bruchteil aller globalen Devisentransaktionen aus.
(Man schaue in diesem Zusammenhang auch unter den Grundbegriffen »Spot-/Kassahandel« nach.)
Gemäß der Bank for International Settlements (BIS) betrug das tägliche Volumen an den globalen Devisenmärkten im September 2013 im Durchschnitt rund 5,3 Billionen USD (das entspricht einer 53 mit 11 folgenden Nullen).
Um sich das ein wenig besser vorstellen zu können: Das entspricht einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 220 Milliarden USD pro Stunde.
Oder noch etwas besser und eindrucksvoller: Das Bruttoinlandsprodukts Portugals betrug im gesamten Jahr 2012 rund 212 Milliarden USD.
Und der Devisenmarkt wächst weiter. Noch im April 2010 betrug das täglich gehandelte Devisenvolumen rund 4 Billionen USD, im Februar 2012 lagen wir bei rund 4,7 Billionen USD täglich.
Hierdurch wird der Devisenmarkt zum größten Markt der Welt.
Die folgende Grafik zeigt, dass selbst das Zusammenlegen der täglichen Handelsvolumen an der New York Stock Exchange (NYSE), der gesamten globalen Aktienmärkte und der täglich gehandelten Volumen an den Futures-Märkten nicht ausreichen würde, um auch nur annähernd an die täglich gehandelten Volumen am Devisenmarkt heranzureichen.
Diese immense Liquidität ist es, die Händler rund um den Globus anzieht. Professionelle Händler, aber auch interessierte Privatanleger erachten Liquidität und hohe Handelsvolumen als essenziell und als wichtigstes Utensil in ihrem Handel, um ohne Mühe Positionen aufbauen und wieder liquidieren zu können, ohne dabei starke Schwankungen in dem jeweils von ihnen gehandelten Markt zu verursachen.
So bedeutet dies beispielsweise für Berufstätige, dass sie stets und ohne Schwierigkeiten vor oder auch nach der Arbeit handeln können und sich trotzdem in einem liquiden Marktumfeld wiederfinden.
Der Devisenhandel macht dies möglich, 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Es finden sich nahezu sekündlich ein Käufer und Verkäufer.
Diese Größe und auch Tiefe des Devisenmarktes macht ihn zum idealen Handelsplatz.
Aber im Gegensatz zu beispielsweise Aktien- oder Futures-Märkten, die an einem zentralisierten Handelsplatz namens »Börse« stattfinden, ist der Devisenmarkt ein Ort, bei welchem ein Großteil des gehandelten Devisenvolumens außerbörslich und somit dezentral und vollständig elektronisch abgewickelt wird, primär zwischen Banken von Hongkong bis Zürich und von London bis New York.
So zeigen letzte Aufzeichnungen von Mitte/Ende 2013, dass das durchschnittlich spot- bzw. kassa-gehandelte Devisenvolumen rund 2 Billionen USD pro Tag betrug, während das an der Chicago Mercantile Exchange (CME) gehandelte tägliche Durchschnittsvolumen am FX-Markt im gleichen Zeitfenster nur zwischen 110 und 120 Milliarden USD pro Tag betrug, also rund 6 Prozent des spot-gehandelten Volumens am Interbankenmarkt (hierzu folgt im Kapitel »Der Commitment of Traders Report (CoT)« mehr).
Zwar möchte ich an dieser Stelle nicht zu sehr in die Details gehen, doch der interessierte Leser wird an dieser Stelle berechtigterweise die eine oder andere Billion USD des oben thematisierten durchschnittlichen Handelsvolumens von 5,3 Billionen USD vermissen.
Tatsächlich klammert diese Betrachtung beispielsweise Devisen-Swap-Geschäfte aus, die einen wesentlichen Anteil am täglich durchschnittlich gehandelten Devisenvolumen haben.
(Quelle BIS (Bank for International Settlements, April 2013)
Solche Devisen-Swap-Geschäfte sind Tauschgeschäfte, bei welchen zwei Währungen Spot (also jetzt »Kassa«)-getauscht und dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgetauscht werden (in der Zukunft, also »Future«. Da die Transaktion aber außerbörslich stattfindet, spricht der Trader von einem »Forward«).
Als konkreteres, greifbareres Beispiel hierzu stelle man sich einfach ein Unternehmen vor, das beispielsweise Schuhe aus den USA importiert. Zur Bezahlung der Rechnung hat der Importeur bereits 10 Millionen USD gekauft, doch die Lieferung verzögert sich um sechs Monate. Infolgedessen muss der Importeur dann erst die 10 Millionen USD für die Schuhe bezahlen.
Der Importeur bedient sich nun eines Devisen-Swap-Geschäfts, verkauft die 10 Millionen USD heute Kassa (= Spot) und kauft sie gleichzeitig auf Termin in sechs Monaten wieder zurück.
Auch wenn es im Folgenden nicht um Devisen-Swap-Geschäfte gehen soll, so zeigt sich doch anhand dieses Beispiels gleich zu Beginn recht deutlich: Der Devisenmarkt hält nahezu eine unendliche Fülle an spannenden Themengebieten bereit, die alle in der Lage sind, Kursbewegungen in nahezu allen Währungspaaren auf den Weg zu bringen.
Die ersten Leser werden sich bereits jetzt mit Recht die Frage stellen »Oh mein Gott, und das muss ich alles wissen? Wie findet man sich denn in diesem mit unfassbarer Informationsdichte gefüllten Markt zurecht?«
Und genau diese Fragen sind es, welche die Motivation dieses Buchs sehr gut einfangen. Es gibt tatsächlich Möglichkeiten, sich in diesem Markt zurechtzufinden, Möglichkeiten, welche über die klassisch technische und fundamentale Analyse hinausgehen.
Während wir später sehen werden, dass fundamentale oder technische Analysen aufgrund der hohen Informationsdichte verschiedene Interpretationen zulassen, die den Trader zum Ende seiner Analyse meist mit mindestens genauso vielen Fragen zurücklassen, kann eine Sentimentbetrachtung der fundamentalen oder technischen Betrachtung den letzten Schliff verleihen und das Bild abrunden.
Sentimentbetrachtungen beinhalten größtenteils die Analyse der offenen Positionen verschiedener Handelsgruppen.
Zu wissen, ob große Marktteilnehmer wie Hedgefonds (wenn man so möchte, »George Soros und Co.«) long oder short im Euro zum US-Dollar positioniert sind und was Retail-Trader, klassische Kleinanleger, zum gleichen Zeitpunkt tun, kann einen klaren Vorteil im Devisenhandel bedeuten.
1.1 Warum ist das Wissen um die Positionierung besonders im Devisenhandel interessant?
Während man am Aktienmarkt eine wichtige Information in Form des gehandelten Volumens erhält, fehlt diese am Devisenmarkt.
Die Börse, an der eine Aktie gehandelt wird, zeichnet das Volumen auf, mit welchem beispielsweise ein signifikanter Widerstand im Chart gebrochen wurde oder mit dem eine Aktie auf eine wichtige Unternehmensveröffentlichung reagiert.
So lässt sich aus einem dann gesteigerten bzw. hohen Volumen schließen, dass das jeweilige Niveau mit viel Interesse gebrochen wurde – oder auch anders: Es gab in diesem Bereich eine hohe Bereitschaft der Marktteilnehmer, zu kaufen und zu verkaufen.
Ebenso deutet beispielsweise auf Intraday-Basis ein durchschnittlich hohes Volumen in einem Bereich eines Hoch- oder Tiefpunkts auf eine hohe Umverteilung hin und kann häufig als Indiz genutzt werden, dass der Markt sich zumindest kurzfristig im Bereich eines potenziellen Hoch- oder Tiefpunktes befindet. Ohne Frage eine Information, die ich als Devisenhändler selbstverständlich haben möchte.
Als Beispiel ein Monatschart des E-Mini-S&P500-Future mit unterlegtem Volumen:
Chart erstellt mit der TradeStation
Tatsache ist, dass es eine solche Information im Devisenmarkt nicht gibt. Denn ein primär dezentraler Handel heißt nichts weiter, als dass es keinen zentralen Ort gibt, an dem eine Aufzeichnung der getätigten Umsätze auf einem bestimmten Kursniveau zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfindet.
Die Information, wie viel Umsatz in einem bestimmten Währungspaar auf einem bestimmten Kursniveau gehandelt wurde, taucht nur bei den beteiligten Parteien (primär Banken) in deren Büchern auf.
Selbst wenn man sich das aufgezeichnete Volumen in Währungs-Futures anschaut, so ist dieses verhältnismäßig klein und inakkurat im Vergleich zu den am Interbankenmarkt getätigten Umsätzen.
Doch bevor wir uns in den folgenden Kapiteln dieses Buches darauf konzentrieren, will ich hier Abhilfe schaffen und Wege aufzeigen, wie man diese fehlende Information über das Volumen, ausgehend von der Positionierung spezifischer Marktteilnehmer am Devisenmarkt, umgehen kann. Es gilt noch einige weitere Grundlagen des Devisenhandels zu thematisieren oder zumindest aufzufrischen, zum Beispiel, was der Interbankenmarkt ist und wo dieser seine Ursprünge hat.
3. Die Ursprünge des Devisenmarktes
Seine Ursprünge findet der Devisenmarkt im Jahr 1971 mit der Aufhebung des Gold-Standards, welcher wiederum seine ersten Ursprünge im 19. Jahrhundert hat.
Denn schon vor der Einführung des Gold-Standards in den 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts und nahezu im kompletten 19. Jahrhundert bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 gab es einen klassischen Gold-Standard, wobei Papiergeld mit Gold unterlegt war.
Hieraus wird bereits ersichtlich, was mit »Gold-Standard« gemeint ist: Der Wert der Währung eines Landes definierte sich darüber, wie die Bewertung der Währung relativ zu einer Unze Gold war, und wurde gegen diese fixiert.
Der Hauptvorteil des Gold-Standards war bzw. ist offensichtlich, dass Währungen durch die Fixierung ihres Wechselkurses gegen eine Unze Gold stabil waren. Manipulationen oder Inflation wurden durch das global fixe bzw. beschränkte Goldvorkommen im Keim erstickt.
