Fort Aldamo 58 - Western - Frank Callahan - E-Book

Fort Aldamo 58 - Western E-Book

Frank Callahan

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Beschreibung

In Fort Aldamo hat sich wichtiger Besuch angekündigt. Ein General und - der Gouverneur! Kein Wunder, dass Finnewacker seine Jungs mächtig anspitzt und die Festung auf Hochglanz bringen lässt. Stolz und zufrieden harrt er der hohen Herren, die da kommen sollen.

Doch das Einzige, was kommt, sind schlechte Nachrichten: Der Gouverneur, der General und deren Begleitsoldaten werden von Apachen belagert! Die Roten wollen Rache für zwei ihrer Krieger. Sofort reitet der alte Haudegen los - und traut seinen Augen nicht. Ausgerechnet sein alter Freund Großer Bär steht ihm nun als unversöhnlicher Feind gegenüber. Die Bleichgesichter müssen sterben! Im geheimnisvollen Tal der Skelette, das noch keines weißen Mannes Fuß betrat...

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Seitenzahl: 122

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Über diese Serie

Impressum

Im Tal der Skelette

Vorschau

Titelliste Fort Aldamo

Über diese Serie

Liebe Western-Freunde!

Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.

In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.

Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.

Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!

Die ALDAMO-Redaktion

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Günther König / Hertha König

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-5878-0

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Im Tal der Skelette

von Frank Callahan

In Fort Aldamo hat sich wichtiger Besuch angekündigt. Ein General und – der Gouverneur! Kein Wunder, dass Finnewacker seine Jungs mächtig anspitzt und die Festung auf Hochglanz bringen lässt. Stolz und zufrieden harrt er dann der hohen Herren, die da kommen sollen. Doch das Einzige, was kommt, sind schlechte Nachrichten: Der Gouverneur, der General und deren Begleitsoldaten werden von Apachen belagert! Die Roten wollen Rache für zwei ihrer Krieger. Sofort reitet der alte Haudegen los – und traut seinen Augen nicht. Ausgerechnet sein alter Freund Großer Bär steht ihm nun als unversöhnlicher Feind gegenüber. Die Bleichgesichter müssen sterben! Im geheimnisvollen Tal der Skelette, das noch keines weißen Mannes Fuß betrat …

»Herr im Himmel, mach die bösen Menschen gut und unserem Master Sergeant etwas netter!«

Finnewackers Kopf ruckte in die Höhe. Der kommissarische Commander von Fort Aldamo und Spieß der Strafkompanie runzelte die Stirn. Sein buschiger Schnurrbart begann sich Unheil verkündend zu sträuben.

Er blickte aus zusammengekniffenen Augen auf Sergeant Fitzgerald, der vor seinem Schreibtisch stand, Haltung angenommen hatte und seinen Master Sergeant ansah, als könne er kein Wässerchen trüben.

Der altgediente, kleinwüchsige und kraushaarige Sergeant seufzte leise, als er Finnewackers bissigen Blick bemerkte.

»Was hast du gesagt, Kleiner?«, polterte Finnewacker da auch schon los.

»Du wirst anscheinend immer eitler, mein Alter. Ich wiederhole mein ›Kompliment‹ nicht noch einmal. Ich möchte nur wissen, warum du schon seit zwei Tagen wie ein gereizter Tiger herumschleichst. Keiner kann dir etwas recht machen. Du meckerst immer und überall, oft sogar ohne Grund. Jeder geht dir aus dem Weg. Nun ja – die Kameraden haben mich beauftragt, mal ein ernstes Wörtchen mit dir zu reden.«

Finnewacker lehnte sich in seinem Sessel zurück.

»So – haben sie das …?«, knurrte er gereizt.

»Aye, Finnewacker!«

»Steh schon bequem, du Hecht!«

Sergeant Fitzgerald rührte, blieb aber nach wie vor kerzengerade vor seinem Vorgesetzten stehen.

»Vielleicht solltest du mal Urlaub machen«, schlug der kleine Krauskopf vor. »Du solltest nach Camp Lowell reiten. Vivienne würde sich bestimmt sehr freuen, dich wieder einmal in ihre Arme schließen zu können.«

Finnewacker legte den Kopf schief.

Im ersten Moment sah es aus, als wollte der alte Haudegen schon wieder lospoltern, doch dann nickte er zu Sergeant Fitzgeralds Überraschung nur.

»Tut mir leid, Kleiner«, murmelte er. »Ich weiß selbst nicht, was mit mir los ist. Irgendwie geht mir in den letzten Tagen der ganze Trott hier auf den Geist. Ich brauche anscheinend wieder mal ein wenig Abwechslung.«

»Abwechslung? Mensch, Finnewacker, du hast Nerven! In den letzten Wochen und Monaten ist wirklich genug geschehen. Wir fallen von einem Abenteuer ins andere. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Fort Aldamo die Schwierigkeiten nur so anzieht.«

Der massige Commander griente und blickte missvergnügt auf seine Zigarre, die im Aschenbecher vor sich hinqualmte.

»Wie wäre es mit einem Abstecher nach Nugget Town?«, fuhr Fitzgerald fort. »Old Jerry und Old Rocky freuen sich bestimmt, wenn wir aufkreuzen. Auch die übrigen Digger des Goldgräbercamps verstehen sich gut mit uns Blauröcken.«

Master Sergeant Finnewacker nickte.

»Keine schlechte Idee, Kleiner.«

»Wir können natürlich auch in die Berge reiten und uns mit den Apachen herumbalgen«, spöttelte der kleinwüchsige Sergeant, der Finnewackers Stellvertreter in Fort Aldamo war.

»Willst mich wohl verar … äh veralbern – was …?«

»Würde ich niemals wagen, Finnewacker«, antwortete Fitzgerald grinsend. »Wir können vielleicht auch rüber nach Mexiko und Asesino ein wenig ärgern. Dieser mexikanische Höllenhund wird sich freuen, großes Finnewacker und gutes Freind zu sehen.«

»Nun reicht’s aber – zum Geier«, knurrte der alte Haudegen. »Hast du noch mehr von diesen entzückenden Vorschlägen, um meine Freizeit sinnvoll zu gestalten?«

»Lass mich mal nachdenken. Vielleicht …«

Sergeant Fitzgerald schwieg, denn jemand klopfte zaghaft gegen die Tür zur Kommandantur.

»Herein, wenn’s kein Feind ist!«, brüllte Master Sergeant Finnewacker und hoffte, dass der Besucher entnervt den Rückzug antrat.

Die Tür öffnete sich einen Spalt. Es war der Korbmeister, der vorsichtig seinen Kopf hereinsteckte, um Finnewackers Stimmung zu erkunden.

»Was gibt’s denn?«, rief der Commander von Fort Aldamo. »Komm schon her, du Pappnase! Und ich bitte mir eine ordentliche Meldung aus. Kaporus?«

Der Korbmeister marschierte näher, schlug vorbildlich die Hacken zusammen und grüßte zackig.

»Eine Brieftaube aus Camp Lowell ist soeben eingeflogen. Bringe dir die Meldung vom Regiment, Master Sergeant!«

»Danke, du Gurke. Ist es etwas Erfreuliches?«

Der Korbmeister stand noch immer stramm.

»Ich habe die Nachricht natürlich nicht gelesen, Finnewacker!«

»Her damit! Dann kannst du dich wieder verziehen!«

Der Sergeant reichte seinem Vorgesetzten ein winziges Zettelchen, baute sein Männchen und stürmte fluchtartig aus der Kommandantur.

Finnewacker ließ sich auf seinen Sessel zurückfallen, der bedenklich unter seinem Gewicht ächzte. Der Commander blickte unschlüssig auf den kleinen Zettel und runzelte die Stirn.

»Soll ich auch verschwinden?«, fragte Sergeant Fitzgerald.

»Kannst bleiben«, antwortete Finnewacker großzügig. »Was mag der alte Brooke von mir wollen?«

»Musst nur die Meldung lesen, mein Alter.«

»Klugscheißer«, schimpfte der Master Sergeant und entfaltete den winzigen Zettel, den eine Brieftaube aus dem Sitz des Regiments eingeflogen hatte, der fünf Tagesritte von Fort Aldamo entfernt war.

Finnewackers Augen wurden groß. Sein Schnurrbart stand Sekunden später wie eine Bürste ab.

»Ach du dickes Ei«, flüsterte Fitzgerald. »Da scheint wohl wieder mal einiges am Dampfen zu sein!«

***

»Mein lieber Schwan«, tönte Master Sergeant Finnewacker. »Wenn das ein Scherz sein soll, dann nehme ich es Colonel Brooke aber verdammt übel!«

Fitzgerald konnte seine Neugierde kaum noch verbergen. Er beugte sich sogar vor, um einen Blick auf die Nachricht zu werfen.

Finnewacker zerknüllte den Zettel und feuerte ihn in seinen Aschenbecher. Dann sprang er aus dem Sessel und lief wie ein hungriger Wolf in der Kommandantur auf und ab. Der kleine Krauskopf wagte nicht, seinen Vorgesetzten anzusprechen, obwohl er vor Neugierde fast platzte.

Finnewacker blieb plötzlich stehen.

»Himmel, Arsch und Zwirn«, tobte er dann los. »Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Das hat uns gerade noch gefehlt!«

»Spuck’s schon aus!«, forderte Fitzgerald seinen erregten Commander auf. »Ich hoffe doch nicht, dass dir der alte Brooke das Kommando entzogen hat?«

Master Sergeant Finnewacker starrte den kleinwüchsigen Sergeant irritiert an.

»Quatsch mit Soße, Kleiner. Wir bekommen Besuch. Hohen Besuch. So hoch, dass wir nicht mal mit dem Gipfel-Erstürmungskommando ranklotzen können.«

»Der Präsident der Vereinigten Staaten hat sich angekündigt – nicht wahr, mein Alter?«

Sergeant Fitzgerald wich zurück, denn es sah im ersten Augenblick so aus, als wolle sich sein bulliger Vorgesetzter auf ihn stürzen.

»Reiz mich nicht!«, wütete Finnewacker. »Brooke kündigt uns einen General an.«

»Wenn’s mehr nicht ist. Den schaffen wir doch leicht und locker!«

»Ist aber mehr!«

»Wer beehrt uns denn noch?«

»Der Gouverneur!«

Das saß!

Nun wurde auch Sergeant Fitzgerald nervös.

»Ein General und der Gouverneur? Meine Fresse, das ist ja ein Ding! Ob das hohe Tier hier eine Wahlversammlung abhalten will?«

»Was denn sonst!«, bellte Finnewacker zornig. Er stiefelte hinter seinem Schreibtisch und setzte sich. »Major Deshay wird aus Camp Lowell rüberreiten, um die Prominenz zu empfangen.«

»Dann erhalten wir ja Hilfe«, tröstete Sergeant Fitzgerald. »Der Major steht voll auf deiner Seite. Da kann überhaupt nichts schieflaufen.«

»Da kann einiges in die Hose gehen«, brummelte Finnewacker. »Ich darf erst gar nicht daran denken.«

»Das hast du davon, dass du Fort Aldamo so auf Vordermann gebracht hast«, sagte der kleine Krauskopf. »In der ganzen US Army spricht man von der Strafkompanie. Das interessiert natürlich auch einen General und den Gouverneur. Ist doch ein riesiges Kompliment für dich.«

Finnewacker verzog das Gesicht zu einer Grimasse.

»Na ja«, meinte er dann. »Wenn ich an den Saftladen denke, den ich bei meinem Dienstantritt hier übernommen habe, dann kann ich auf meine Leistung wirklich stolz sein. Ich habe den Chargierten und auch den Strafsoldaten das Fürchten beigebracht. Das klappt jetzt alles prächtig. Eigentlich müsste ich mir jetzt selbst mal auf die Schulter klopfen.«

Sergeant Fitzgerald grinste breit. »Ist nur gut, dass du so bescheiden bist!«

»Richtig, Kleiner. Man muss öfters von sich sagen, dass man große Klasse ist, die anderen tun’s nämlich nicht!«

Die beiden alten Freunde sahen sich grinsend an.

»Soll ich dir auf die Schulter klopfen und eine Lobrede schwingen?«

»Lieber nicht. Ich halte heute Abend einen Sonderappell ab. Du sorgst dafür, dass das auch klappt!«

»Zu Befehl, Finnewacker!«

Fitzgerald grüßte ein wenig nachlässig und verließ die Kommandantur.

Hoffentlich behält Finnewacker die Nerven, dachte der altgediente Sergeant. Wenn er etwas nicht besonders mag, dann sind es so hohe Tiere, wie sie ihm angekündigt wurden. Wir werden das Kind schon schaukeln …

***

Master Sergeant Finnewacker trat aus dem Torbogen hervor und blieb nach einigen Yards breitbeinig stehen. Er verschränkte die Hände auf dem Rücken und blickte zufrieden zur Kompanie hinüber, die auf dem Appellplatz angetreten war.

Die Sträflinge trugen grau-weiße Drilliche. Dazwischen standen die Gruppen- und Zugführer in ihren blauen Monturen.

»Kompanie – stillgestanden!«, befahl Sergeant Fitzgerald.

Ein Ruck ging durch die vier Züge.

»Zur Meldung – Augen rechts!«, brüllte der krausköpfige Soldat, machte schneidig kehrt und marschierte auf seinen Master Sergeant zu.

Der Commander von Fort Aldamo griente noch immer zufrieden.

Fitzgerald schlug vor ihm die Hacken zusammen und salutierte voller Elan. Sogar Sergeant Wollcram, der schneidigste und zackigste Soldat der Kompanie, konnte da nur noch staunen.

»Master Sergeant – melde die Strafkompanie von Fort Aldamo mit zwölf Sergeanten, fünfundzwanzig Corporalen und hundertvierunddreißig Sträflingen zum Appell angetreten!«

Finnewacker dankte.

»Zurück ins Glied, Kleiner!«

Fitzgerald sauste los. Finnewacker wandte sich der Front der Soldaten zu. Dies war stets ein Augenblick, den der alte Haudegen in vollen Zügen genoss.

Der Commander von Fort Aldamo reckte sich und nahm die Mittelfinger an die Hosennähte. Das dicke Notizbuch, das noch mehr gefürchtet war als er selbst, ragte inchweit aus der Knopfleiste seiner Feldbluse.

Darin wurden alle Sträflinge notiert, die bei einem Appell unangenehm auffielen. Das bedeutete dann meist das gefürchtete Festungserweiterungskommando. Wenig beliebt war auch das sogenannte »Nachschwenken«, wie Finnewacker es bezeichnete: Straf exerzieren!

Die Chargierten blickten ihren Vorgesetzten neugierig an. Keiner von ihnen wusste, was dieser Sonderappell zu bedeuten hatte.

Und die Strafsoldaten wirkten bekümmert und ängstlich. Die meisten von ihnen überlegten wohl, was sich der eisenharte Master Sergeant wieder einmal ausgedacht hatte, um sie so richtig ranzunehmen.

»Augen geradeee-aus!«

Dumpf hallten Finnewackers Worte von den alten und hohen Festungsmauern. Der Commander liebte diese Melodie.

»Rührt euch!«, schnarrte er dann.

Es gab kein Nachklappen. Wenn der eisenharte Master Sergeant vor der Front stand, reagierten seine Jungs wie aufgezogene Uhrwerke.

»Guten Abend, Männer«, tönte Finnewacker.

»Guten Abend, Master Sergeant!«, klang es im Chor.

Der alte Haudegen räusperte sich.

»Hört mir gut zu. Ich möchte mich nicht wiederholen. Fort Aldamo erwartet in den nächsten Tagen hohen Besuch!«

Erleichterung prägte die meisten Gesichter der Strafsoldaten. Es schien ihnen also diesmal nicht an den Kragen zu gehen …

Die Sergeanten und Corporale wurden noch neugieriger. Nur Sergeant Fitzgerald grinste verhalten.

Er wusste ja längst, wie der Hase lief.

»Und wenn ich hohen Besuch sage, dann meine ich es auch so, Männer«, fuhr Finnewacker fort. »Der Gouverneur und ein General geben sich die Ehre, Fort Aldamo zu besuchen.«

Das schlug wie eine Granate ein!

Heillose Verwirrung lag plötzlich auf den Gesichtern der Chargierten und der Strafsoldaten.

Master Sergeant Finnewacker reckte sich.

»Und wenn einige von euch glauben, dass dies ein Scherz von mir ist, dann muss ich ihn enttäuschen. Es wird uns tatsächlich die hohe Ehre zuteil, vom Gouverneur besucht zu werden. Bestimmt wird er von einigen wichtigen Politikern begleitet. Das gilt auch für den General. In seinem Gefolge befinden sich noch andere hohe Offiziere. Außerdem wird uns Major Deshay aus Camp Lowell aufsuchen.«

Master Sergeant Finnewacker schwieg und ließ die Worte auf seine Soldaten einwirken. Jetzt starrten ihn die meisten Chargierten erschrocken an. Sie ahnten bereits, welche Sprüche ihr wackerer Master Sergeant in den nächsten Minuten auf Lager hatte.

So war es auch.

Der Commander von Fort Aldamo drohte den Soldaten alle Höllenqualen schon auf Erden an, sollten sie nicht spuren und ihn vor dem hohen Besuch blamieren. Finnewackers Rede dauerte über eine halbe Stunde …

Dann holte er tief Atem.

»Das wär’s gewesen, Männer«, endete er. »Beherzigt meine Worte, sonst lernt ihr mich kennen! Und dann bleibt kein Auge trocken, wie ihr alle wisst.«

Finnewacker nahm Haltung an. »Stillgestanden!«

Wieder ging ein Ruck durch die vier Züge.

»Sergeant Fitzgerald – herkommen!«

Der krausköpfige Haudegen marschierte heran und salutierte schneidig vor seinem Vorgesetzten.

»Aye, Finnewacker!«

»Lass die Kompanie zum Abendessen wegtreten. Anschließend erwarte ich alle Sergeanten zur Lagerbesprechung in der Kommandantur!«

»Zu Befehl, Master Sergeant!« Finnewacker nickte zufrieden. »Ausführung, Kleiner! Und dass mir alles klappt!«

***

»Ruhe, verdammt noch mal!«, wetterte der Commander. »Sind wir hier in einem Gänsestall oder in der Kommandantur zu einer wichtigen Besprechung?«

Der Stimmenlärm verstummte von einer Sekunde zur anderen. Die zwölf Sergeanten nahmen unwillkürlich Haltung an, als sie das finstere Gesicht ihres Vorgesetzten sahen.

Sogar der dicke Küchenbulle, wie Sergeant Kleiber respektlos von seinen Kameraden genannt wurde, unternahm alle Anstrengungen, seinen kugelförmigen Bauch einzuziehen.

Wie immer war es ein aussichtsloses Unterfangen.

Finnewacker thronte hinter seinem Schreibtisch und blickte auf die Chargierten, die vor dem langen Tisch standen, an dem sonst Fitzgerald seinen täglichen Schreibkram erledigte.

»Hinsetzen!«