Fort Aldamo 60 - Western - Frank Callahan - E-Book

Fort Aldamo 60 - Western E-Book

Frank Callahan

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Beschreibung

In Nugget Town hat sich in den letzten Monaten Gold im Werte von fünfzigtausend Dollar angesammelt. Doch die Furcht der Digger vor den Goldbanditen ist groß. Sie wagen es nicht, ihre Ausbeute nach Yuma zu schaffen - bis einer von ihnen einen Ausweg findet: Master Sergeant Finnewacker aus Fort Aldamo muss ihnen helfen! Finnewacker ist davon nicht erbaut, aber er will die Digger aus Nugget Town nicht im Stich lassen. Hätte er gewusst, dass nicht nur die Goldwölfe, sondern auch die Bande des mexikanischen Halsabschneiders Zarco hinter dem Gold her sind, wer weiß, ob Master Sergeant Finnewacker den Diggern nicht etwas gehustet hätte...

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Über diese Serie

Impressum

Kämpfe für uns, Finnewacker

Vorschau

Titelliste Fort Aldamo

Über diese Serie

Liebe Western-Freunde!

Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.

In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.

Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.

Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!

Die ALDAMO-Redaktion

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Günther König / Hertha König

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-5965-7

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Kämpfe für uns, Finnewacker!

von Frank Callahan

In Nugget Town hat sich in den letzten Monaten Gold im Werte von fünfzigtausend Dollar angesammelt. Doch die Furcht der Digger vor den Goldbanditen ist groß. Sie wagen es nicht, ihre Ausbeute nach Yuma zu schaffen – bis einer von ihnen einen Ausweg findet: Master Sergeant Finnewacker aus Fort Aldamo muss ihnen helfen! Finnewacker ist davon nicht erbaut, aber er will die Digger aus Nugget Town nicht im Stich lassen. Hätte er gewusst, dass nicht nur die Goldwölfe, sondern auch die Bande des mexikanischen Halsabschneiders Zarco hinter dem Gold her sind, wer weiß, ob Master Sergeant Finnewacker den Diggern nicht etwas gehustet hätte …

»Der Mensch denkt – Finnewacker lenkt«, tönte Sergeant Fitzgerald. »Da kommt das alte Raubein schon, Jungs. Reißt euch am Riemen und zieht freundliche Gesichter. Ihr wisst doch ganz genau, wie ernst er das Gipfel-Erstürmungskommando nimmt!«

Die Sergeanten Wollcram, Gammer, Larsen, Gedder und Wallowa seufzten, ächzten und stöhnten.

»Stillgestanden!«, bellte die Stimme des kleinwüchsigen und kraushaarigen Sergeanten, während er selbst Haltung annahm.

»Zur Meldung an unseren Master Sergeant – Augen rechts!«

Alles klappte famos.

Master Sergeant Finnewacker, der kommissarische Commander von Fort Aldamo und Spieß der Strafkompanie, war einige Schritte vor den sechs Sergeanten stehen geblieben.

Er musterte die Chargierten forschend, ehe er sich dem kleinen Krauskopf zuwandte, der auf ihn zugetreten war und krachend die Hacken zusammenschlug, dass es nur so staubte.

»Master Sergeant – ich melde dir sechs Sergeanten zum Gipfel-Erstürmungskommando angetreten!«

»Danke, Kleiner. Kannst bei den anderen Hechten eintreten.«

Sergeant Fitzgerald sauste los. Finnewacker baute sich vor seinen Leuten auf.

»Rührt euch!«, donnerte seine Stimme. »Guten Morgen, Männer.«

»Guten Morgen, Master Sergeant!«, echoten die sechs Chargierten.

»Ihr kennt unser Programm, Leute. Wir werden erneut einen Gipfel erklimmen und für die sportliche Ertüchtigung unseres Körpers sorgen.«

Fitzgerald seufzte tief. Finnewacker warf ihm einen wütenden Blick zu.

»Abmarsch in exakt fünf Minuten. Vorher soll noch der Wachhabende antanzen. Das übernimmst du, Wollcram.«

Der wohl schneidigste Soldat der Strafkompanie sauste einen Schritt nach vorn und baute sein Männchen.

»Zu Befehl, Master Sergeant!«

Danach machte Wollcram nochmals »Diesen«, wie Finnewacker sein ewiges Salutieren nannte.

»Abtreten!«, befahl der Commander von Fort Aldamo mit seiner berüchtigten Stentorstimme, die laut von den hohen Mauern der alten, ehemals spanischen Festung zurückhallte.

Wollcram rannte in Richtung des Küchenhauses, während die fünf anderen Sergeanten in Richtung Pferdestall liefen, vor dem ihr Gepäck und die Ausrüstungsgegenstände lagen, die sie für das Gipfel-Erstürmungskommando brauchten.

Finnewacker warf einen prüfenden Blick zum Himmel, der sich blau über Fort Aldamo wölbte. Die Sonne war erst vor wenigen Minuten aufgegangen. Ein leichter Wind ließ die Fahne oben auf dem steinernen Turm flattern.

Finnewacker drehte sich um, als er Schritte hinter sich vernahm.

Er starrte auf den wohlgenährten Sergeanten, der wie eine Ente heranwatschelte und dabei vergebens versuchte, seinen kugelrunden Bauch einzuziehen, der wie ein Ballon über das Koppel hing.

Es war Sergeant Kleiber, dem Küche und alles, was mit der Verpflegung des Forts zu tun hatte, unterstand. Der dicke Küchenbulle, wie er meist von seinen Kameraden respektlos genannt wurde, deutete einen Gruß an. Dann versuchte Kleiber strammzustehen. Das ging aber wie immer mächtig in die Hose.

Master Sergeant Finnewackers buschiger Schnurrbart begann sich Unheil verkündend zu sträuben. Und das war stets ein schlechtes Zeichen, was den Gemütszustand des alten Haudegens betraf.

»Was willst du denn hier, alte Küchenschabe?«

Kleiber schluckte und wich erst einmal vorsichtshalber einen Schritt zurück, denn die Laune seines Vorgesetzten schien nicht besonders gut zu sein.

»Sergeant Kleiber meldet sich als Wachhabender wie befohlen zur Stelle. Keine besonderen Vorkommnisse, Master Sergeant!«

Finnewacker nahm sich zusammen.

»Danke für die Meldung, Dicker. Wusste gar nicht, dass du Wachhabender bist. Na gut, Sergeant Wellington wird dich nach dem Appell ablösen. Ich marschiere mit den Jungs dort drüben jetzt los. Ein neues Gipfel-Erstürmungskommando liegt an. Hast du nicht Lust mitzukommen?«

Der dicke Wonneproppen schluckte erneut. Wenn Kleiber etwas nicht mochte, dann waren es körperliche Anstrengungen – egal welcher Art.

»Ich würde ja gerne mitkommen, Finnewacker«, sagte er dann vorsichtig, »wie du aber weißt, habe ich die nächsten vierundzwanzig Stunden dienstfrei. Immerhin bin ich die ganze Nacht auf den Beinen gewesen. Beim nächsten Gipfel-Erstürmungskommando melde ich mich freiwillig!«

Finnewacker grinste.

»Ich werde dich an deine Worte erinnern, Kleiber. Du übernimmst den Morgenappell. Dass mir ja alles klappt, sonst holt dich der Teufel. Und das werde ich sein.«

»Aye, Finnewacker«, antwortete Kleiber kleinlaut.

»Wecken in einer Viertelstunde. Corporal Jefferson soll zum Wecken auf der Trompete blasen. Wenn er aber wieder den Zapfenstreich bläst, dann geb ich ihm sein Clairon zu fressen.«

»Aye, Master Sergeant«, seufzte der dicke Kleiber.

»Wer kocht eigentlich heute für die Chargierten und die Strafsoldaten, wenn du dienstfrei hast?«, fragte der Commander misstrauisch und legte den Kopf schief. Beinahe geriet sein Feldhut ins Rutschen.

»Ich habe gestern vorgekocht, Master Sergeant. Brauchst dir keine Gedanken zu machen. Außerdem bin ich ja im Fort und überwache alles.«

»Gut, Dicker, das lob ich mir. Dass mir nur keine Klagen kommen. Kannst abtreten!«

»Aye, Master Sergeant. Und viel Spaß auf dem Gipfel-Erstürmungskommando. Hals- und Beinbruch!«

Der alte Kämpe verzog das Gesicht zu einer Grimasse.

»Du hast aber fromme Wünsche, Pfannenschwenker.«

Sergeant Kleiber salutierte und schlurfte dann davon.

Finnewacker wandte sich schnell ab und marschierte zu den fünf Sergeanten hinüber, die abmarschbereit auf ihn warteten.

Der Master Sergeant wuchtete seinen Tornister auf den Rücken und schulterte seinen Karabiner.

»Im Sauhaufen folgen, Leute!«

Die beiden Sträflinge, die Wachdienst am großen Tor hatten, salutierten zackig. Das entlockte Finnewacker ein erfreutes Grinsen.

»Tor auf!«, befahl er.

Das Tor wich knarrend und quietschend zurück. Die sieben Blauröcke marschierten hindurch.

Vor ihnen lag die Wüste. Einige Sandfontänen tanzten weit draußen. Sonst rührte sich weit und breit nichts.

Fort Aldamo lag inmitten dieser gnadenlosen Wüste, in der nur Klapperschlangen, Skorpione, Taranteln und Wölfe zu Hause waren. Im weiten Umkreis gab es kein Wasser – abgesehen von dem in dem Goldgräbercamp Nugget Town, zwanzig Meilen entfernt.

Und schon aus diesem Grund lag Fort Aldamo ideal. Kaum einem Sträfling war bisher die Flucht gelungen. Das menschenfeindliche Land umgab die alte Festung wie ein grenzenloses Meer.

»Vorwärts, Männer!«, tönte Master Sergeant Finnewacker. »Keine Müdigkeit vortäuschen.«

***

»Verdammt noch mal, ihr Lahmärsche! Wollt ihr wohl mitsingen? Das ist ja die Höhe. Also nochmals von vorn. Das Gipfelstürmer-Lied.«

Finnewacker holte tief Atem.

»Drei, vier!«

Finnewacker legte aus vollem Hals los. Er war nun einmal ein großer Sangesbruder vor dem Herrn. Die sechs Sergeanten stimmten mit ein. Und schon bald erklang rauer Gesang in der Wüste.

»Zu den Gipfeln empor, so steigen wir und jubeln erfreut im Chor: Hurra, hurra, hurra, die Gipfelstürmer aus Fort Aldamo sind da!«

»Die zweite Strophe, Männer. Vorwärts!«

»Hurtig wie die Gämsen, so klettern wir und sind nicht mehr zu bremsen.

Hurra, hurra, hurra, die Gipfelstürmer aus Fort Aldamo sind da!«

Master Sergeant Finnewacker strahlte.

»Ausgezeichnet, Jungs!«

»Es nähern sich uns zwei Männer von seitwärts«, rief Sergeant Larsen. »Sie reiten genau auf uns zu!«

»Anhalten!«, befahl der alte Kämpe, schob den Feldhut in den Nacken und wischte mit dem Handrücken über seine schweißbedeckte Stirn.

»Alarmbereitschaft?«, fragte Sergeant Wollcram diensteifrig.

Finnewacker sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an.

»Wir werden uns doch nicht vor zwei Reitern in die Hosen machen«, brummelte er. »Natürlich halten wir unsere Knarren bereit. Ich glaube aber nicht, dass uns Gefahr droht.«

»Die beiden Männer kommen aus der Richtung, in der Nugget Town liegt«, sagte Sergeant Fitzgerald. »Würde mich nicht wundern, wenn es diese beiden alten Rauschebärte wären, die dort das Sagen haben.«

Finnewacker begann zu grinsen.

»Du denkst an Jerry und Rocky Cooper – nicht wahr? Sie sind der Bürgermeister und der Townmarshal dieses Diggernestes. Wenn es wirklich die beiden Oldtimer sind, dann hat’s in dem Goldgräbercamp wieder Stunk gegeben, den wir ausbaden sollen. Wir sind immer die letzte Rettung für diese beiden alten Nebelkrähen.«

Die Soldaten nickten. Mehr als einmal waren sie wegen der Goldgräber in Teufels Küche gekommen.

Die beiden Reiter ritten zügig näher.

Und schon bald gab es keinen Zweifel mehr, dass es wirklich die beiden Oldsmen aus Nugget Town waren.

»Ich hab’s ja geahnt«, seufzte Finnewacker. »Das gibt Ärger. Außerdem fällt das Gipfel-Erstürmungskommando schon wieder aus. Ihr braucht gar nicht so blöde zu grinsen, ihr Bettnässer!«, schimpfte er, als er die strahlenden Gesichter seiner Kameraden sah.

Das freudige Grinsen erlosch.

»Unsere Gebete wurden erhört, mein Alter«, sagte Fitzgerald ruhig. »Keiner von uns kapiert so richtig, was das immer wieder mit deinem Gipfelstürmer-Tick sein soll. Inzwischen klettern wir doch wie Gämsen oder Bergziegen.«

Finnewacker brummte einige Worte, die keiner seiner Kameraden verstehen konnte. Dann wandten sich alle den beiden Reitern zu, die inzwischen bis auf wenige Pferdelängen herangekommen waren.

An den verwitterten Piratengesichtern der beiden Oldtimer sahen die Soldaten, dass da in Nugget Town schon wieder einiges am Dampfen war.

***

»Hallo, Finnewacker. Hallo, Jungs!«, riefen Old Jerry und Old Rocky wie aus einem Mund.

Sie kletterten kreuzlahm aus den Sätteln, dehnten und reckten sich, ehe sie auf die Blauröcke aus Fort Aldamo zustiefelten.

»Schön, euch zu sehen, ihr Grillenfänger. Na, wo brennt’s denn schon wieder?«, fragte Finnewacker. »Wartet, lasst mich mal raten. Ärger mit Goldbanditen? Oder hat schon wieder jemand eure Quelle besetzt?«

Die beiden Oldtimer verzogen ihre Gesichter noch mehr.

»Mach dich bloß nicht über uns lustig, Master Sergeant«, knurrte Old Jerry, seines Zeichens Bürgermeister der Goldgräbersiedlung. »Du hast uns angeboten, dass wir zu dir kommen können, wenn wir Hilfe brauchen. Wenn dir das aber nicht schmeckt, dann klettern wir wieder auf unsere Schindmähren und reiten zurück.«

Finnewackers breites Lächeln erlosch.

»Scheint verdammt ernst zu sein, was …?«

»Darauf kannst du einen lassen, Finnewacker!«, meinte Old Rocky, der den Marshal-Posten in Nugget Town innehatte. »Wir wissen nicht mehr ein noch aus. Sonst wären wir ja wohl nicht hier.«

Der Commander von Fort Aldamo nickte den beiden Rauschebärten, wie er sie wegen ihrer langen und wallenden Bärte gern bezeichnete, aufmunternd zu.

»Also gut, Jungs. Spuckt schon aus, was ihr auf dem Herzen habt. Wenn es in meiner Macht steht, euch zu helfen, dann bin ich natürlich dazu gern bereit. Seit wann könnt ihr denn keinen Spaß mehr verstehen?«

»Uns geht der Hintern auf Grundeis, Finnewacker«, sagte Old Jerry. »Wir benötigen wirklich deine Hilfe. Die Goldausbeute der Digger ist in den vergangenen Monaten ausgezeichnet gewesen. Da hat sich allerhand angesammelt. Und wir sitzen auf dem gelben Dreck wie eine Glucke auf ihren Küken.«

»Aha!«, murrte Finnewacker finster.

Er fixierte die beiden Oldtimer, die sich gar nicht wohl unter den Blicken des alten Haudegens fühlten.

»Ihr wollt doch hoffentlich nicht das Gold bei uns im Fort deponieren?«, fuhr er dann fort. »Dann könnt ihr euch ja ausrechnen, dass uns irgendwann sämtliche Outlaws und mexikanische Bandoleros an den Kragen wollen. Ich habe schon genug Ärger am Hals.«

Old Jerry und Old Rocky schüttelten die Köpfe.

»An solch eine Möglichkeit haben wir überhaupt nicht gedacht, Finnewacker«, sagte Jerry Cooper. »Das wäre natürlich eine saubere Lösung.«

Master Sergeant Finnewackers Blick sagte alles.

»Das Gold kann aber nicht in Nugget Town bleiben«, meinte Old Rocky. »Es treibt sich schon eine ganze Menge Gesindel dort herum, das es auf das Gold abgesehen hat. Wir schätzen, dass inzwischen für mehr als fünfzigtausend Dollar von dem gelben Zeugs bei uns liegt.«

Wallowa und Gammer pfiffen schrill durch die Zähne.

»Reißt euch mal am Riemen, Männer!«, polterte Finnewacker. Sein Ärger galt aber mehr den beiden Oldtimern, die ihn forschend musterten. Und der erfahrene Haudegen ahnte schon längst, was die beiden alten Knaben von ihm wollten.

»Also gut, ihr Schniefnasen. Ihr wollt das Gold wegbringen, und wir sollen euch dabei helfen. Wohin soll denn der Trail gehen?«

Old Jerry und Old Rocky nickten sofort.

»Nach Yuma City, Master Sergeant«, sagte Jerry Cooper schnell. »Dort wollen wir es an eine Bank verkaufen.«

»Prächtig, prächtig«, murmelte Sergeant Fitzgerald, als er den Namen der Stadt vernahm. »Das schmeckt mir, Finnewacker. Ich warte schon geraume Zeit darauf, wieder mal ’nen Abstecher nach Yuma City machen zu können!«

»Das kann ich mir denken, Kleiner. Hast wohl Sehnsucht nach Mary-Ann und der kleinen Moira?«

Der altgediente Sergeant lächelte selig.

Allen Chargierten von Fort Aldamo war inzwischen bekannt, dass es in der Nähe der Stadt am Colorado River eine große Ranch gab, die in einem wunderschönen Tal lag. Dort lebten Mary-Ann Jefferson und die zehnjährige Moira.

Erst vor einigen Wochen war es Master Sergeant Finnewacker und dem kleinen Krauskopf gelungen, die Ranch den Händen eines gewissenlosen Weidepiraten zu entreißen.

Mary-Ann war vor über zehn Jahren einmal Fitzgeralds Freundin gewesen, ehe er überraschend versetzt wurde. Er wusste damals nicht, dass Mary-Ann den Beweis seiner Liebe unter ihrem Herzen trug.

Mary-Ann heiratete Carl Jefferson, der von dem noch ungeborenen Kind wusste. Sie lebten glücklich miteinander, bis Carl Jefferson aus dem Hinterhalt von dem Weidehai ermordet wurde.

So schrieb Mary-Ann einen langen Brief an Sergeant Fitzgerald und teilte ihm auch mit, dass Moira seine Tochter war. Natürlich war Fitzgeralds Aufregung damals groß gewesen.

Nun verstanden sich die blonde Mary-Ann und der krausköpfige Sergeant wieder. Und er lauerte immer wieder auf eine Chance, um nach Yuma City und zu seiner Freundin zu gelangen.