Fort Aldamo 64 - Western - Frank Callahan - E-Book

Fort Aldamo 64 - Western E-Book

Frank Callahan

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Beschreibung

In dieser Folge FORT ALDAMO erleben Sie, liebe Leser, eine Premiere! Denn es ist der erste von insgesamt fünf Finnewacker-Romanen aus der Feder von Frank Callahan, die bei der Erstauflage in den Jahren 1982 bis 1987 nicht mehr veröffentlicht wurden - obwohl sie bereits fertig vorlagen.

In dieser Neuauflage, in der ja erstmals sämtliche FORT-ALDAMO-Romane (auch die 19 Bände aus dem WESTERN-HIT) in chronologischer Reihenfolge neu veröffentlicht werden, können Sie nun miterleben, was damals weiter mit unserem wackeren Master Sergeant geschah.

Jetzt herunterladen und sofort loslesen. Wir wünschen viel Lesespaß!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Über diese Serie

Impressum

Treck der verlorenen Seelen

Vorschau

Titelliste Fort Aldamo

Über diese Serie

Liebe Western-Freunde!

Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.

In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.

Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.

Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!

Die ALDAMO-Redaktion

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Günther König / Hertha König

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-6303-6

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Treck der verlorenen Seelen

von Frank Callahan

Master Sergeant Finnewacker hat große Schwierigkeiten mit Black Devil, dem Rassehengst, den ihm Großer Bär als »kleines Überraschung« vor einigen Tagen gemacht hatte. Auf einem Patrouillenritt finden Finnewacker und Fitzgerald einen halb verdursteten und angeschossenen Oldtimer in der Wüste. Sie bringen ihn ins Fort. Und dort erfahren sie von dem Verwundeten, dass er zu einem Siedlertreck gehört, der aus Utah kommt und nach Kalifornien will. Der Treck wurde von Banditen überfallen und ausgeraubt.

Master Sergeant Finnewacker setzt alle Hebel in Bewegung, um den Siedlern zu helfen. Das wird nicht einfach, denn die Banditen lauern noch in der Nähe.

»Wer sich selbst mit Humor nimmt, erspart sich die Klapsmühle!«, knurrte Master Sergeant Finnewacker verbiestert, nachdem er sich auf die Beine gequält hatte.

Sergeant Fitzgerald, der kleinwüchsige und krausköpfige Sergeant und Finnewacker Stellvertreter in Fort Aldamo, verbiss sich nur mit Mühe ein breites Grinsen.

»Lass es gut sein, mein Alter«, meinte er. »Irgendwann schaffst du es schon, diesen schwarzen Teufel zu reiten.«

Der kommissarische Commander von Fort Aldamo und Spieß der Strafkompanie starrte auf das prächtige Pferd, das nur wenige Yards von ihm entfernt stand und ihn aus großen Augen ansah. Jetzt stülpte der Rapphengst die Unterlippe nach vorn. Und es sah ganz so aus, als würde er spöttisch grinsen.

Trotz allem musste Finnewacker zugeben, dass er selten ein solch schönes und rassiges Pferd gesehen hatte. Sein Fell schimmerte wie das Gefieder eines Raben. Und mitten auf der Stirn hatte der Rappen einen faustgroßen weißen Fleck. Prächtige Muskeln spielten unter dem Fell.

»Himmel, Arsch und Zwirn«, polterte Finnewacker. »Es muss mir doch gelingen, dieses Biest zu reiten. Jetzt versuche ich’s schon einige Tage, doch der Gaul wirft mich immer wieder ab. Langsam verliere ich die Geduld. Da hat mir dieser Pfannkuchenfresser von Großer Bär aber ein besonders dickes Kuckucksei ins Nest gelegt. Irgendwann zahle ich ihm das heim!«

»Der Apachenhäuptling hat’s nur gut gemeint, Finnewacker«, gab Fitzgerald zu bedenken. »Immerhin ist Black Devil nur ›kleines Überraschung‹! Sei nur froh, dass er die beiden Squaws wieder mitgenommen hat, die er dir als ›großes Überraschung‹ zum Geschenk machte. Da hättest du noch mehr Ärger als mit diesem rassigen Mustang!«

Master Sergeant Finnewacker winkte ab.

Dann klopfte er sich Staub, Sand und Schmutz aus seiner Uniform. Es staubte mächtig.

»Er scheint den Sattel nicht zu mögen«, vermutete der kleine Krauskopf. »Irgendwann gewöhnt sich Black Devil schon daran. Und wie ich dich kenne, gibst du nicht auf, ehe du den Vierbeiner bezwungen hast!«

»Ein Master Sergeant Finnewacker gibt niemals auf, Kleiner. Das solltest du wissen. Ich will’s für heute gut sein lassen. Morgen ist auch noch ein Tag. Dann aber höre ich nicht früher auf, ehe dieses verrückte Biest klein beigibt!«

Sergeant Fitzgerald verzog skeptisch das Gesicht.

Daran glaubte er nicht!

Gut – sein Vorgesetzter hatte Fortschritte gemacht. Immerhin hielt er sich jetzt schon ungefähr zwanzig Sekunden im Sattel. Vorher war er spätestens nach zehn Sekunden im heißen Wüstensand gelandet.

Finnewacker hatte wohlweislich seine »Zureitversuche« einige Hundert Yards von Fort Aldamo entfernt in die trostlose Einöde verlegt, damit ihn die Strafsoldaten und Chargierten dabei nicht beobachten konnten.

Und doch ahnte Finnewacker, dass hin und wieder Feldstecher auf ihn gerichtet waren. Natürlich ließ sich keiner der Kameraden oder Sträflinge etwas anmerken, wie er in die alte, ehemals spanische Festung zurückkehrte.

Finnewacker packte Black Devil, wie er den Hengst getauft hatte, am Zügel und marschierte in Richtung des Forts davon. Der Schwarze Teufel folgte willig und stieß dann sogar ein trompetenhaftes Wiehern aus.

»Diese Schindmähre macht sich auch noch lustig über mich«, schimpfte Finnewacker. »Der Zossen will mich versch … äh … veräppeln. Vielleicht sollte ich ihn unserem dicken Küchenbullen schenken. Der macht bestimmt ein erstklassiges Mittagessen aus diesem Teufelsbiest!«

Sergeant Fitzgerald zog ein entsetztes Gesicht. »Mensch, Finnewacker, das ist doch nicht dein Ernst?«

»Natürlich nicht. Black Devil stinkt mir eben mächtig. Ich kriege das aber noch hin. Verlass dich darauf!«

»Vielleicht sollten wir Black Devil mal mit nach Yuma nehmen. Dort gibt’s einige Ranches, wie du weißt. Bestimmt finden wir einen erfahrenen Cowboy, der den Rapphengst zureitet.«

Master Sergeant Finnewacker blieb abrupt stehen.

Das hätte er lieber unterlassen sollen, denn Black Devil stieß ihm hart die Schnauze gegen den Rücken. Der Commander von Fort Aldamo konnte nur mit Mühe sein Gleichgewicht halten.

»Verflixt und zugenäht«, polterte der alte Haudegen. »Jetzt greift mich der Klepper auch noch tätlich an. Hast du Töne?«

»Ist doch keine Absicht gewesen. Warum bist du auch nur so plötzlich stehen geblieben?«

»Ach so, Kleiner. Das mit ’ner Ranch und ’nem Cowboy kommt überhaupt nicht in die Tüte. Wenn ich’s nicht allein schaffe, erhält Großer Bär seine ›kleines Überraschung‹ wieder zurück. Dann will ich aber …«

»Ach du grüne Neune«, unterbrach Fitzgerald seinen Vorgesetzten. »Du willst dann doch hoffentlich nicht die beiden Squaws wieder zurückhaben?«

Finnewacker grinste breit.

»Was denn sonst …?«, tönte er.

***

»Keine besonderen Vorkommnisse, Master Sergeant!«, meldete Sergeant Gammer, nachdem die beiden Blauröcke das Fort betreten hatten.

»Hast du ’ne Ahnung«, murmelte Finnewacker und strich über seinen verlängerten Rücken, der in der letzten Stunde mehr als einmal unliebsame Bekanntschaft mit dem Wüstenboden gemacht hatte.

Gammers Gesicht blieb todernst.

»Stimmt etwas nicht, Finnewacker?«

»Nein, alles in bester Ordnung. Kannst dich wieder verziehen. Danke für die Meldung, mein Guter!«

Gammer salutierte und stiefelte davon.

»Ich schwirre auch ab, oder soll ich den Teufelshengst in den Stall bringen?«, fragte Fitzgerald.

»Ich kümmere mich selbst darum. Was hältst du davon, wenn ich Black Devil mal auf halbe Ration setze? Vielleicht legt sich dann seine Wildheit wenigstens ein wenig. Ich könnt’s ja mal versuchen!«

Der kleine Blaurock schüttelte den Kopf.

»Unsinn, Finnewacker. Das macht Black Devil nur noch wilder. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass du in ein paar Tagen einem halb verhungerten Pferd deinen Willen aufzwingen willst.«

»Kannst recht haben, Kleiner. Okay, bis später. Du bist heute dran, ’ne Runde auszugeben. Dass du dich nur nicht drückst!«

»Ich bin vor drei Tagen dran gewesen, einen Whisky zu spendieren, mein Alter. Gestern war Wollcram dran. Und wenn mich nicht alles täuscht, bist du heute an der Reihe. Ich gehe schon mal vor in die Kantine.«

Der kleine Krauskopf grinste diebisch, grüßte nachlässig und marschierte davon. Sein Vorgesetzter blickte ihm fassungslos hinterher.

»Zum Henker – da stimmt doch was nicht!«, murmelte Finnewacker dann. »Na, das muss ich später klären.«

Er stiefelte mit Black Devil am Zügel auf den Pferdestall zu. Ein Strafsoldat sauste hervor und schlug die Hacken so fest zusammen, dass es ihn fast von den Beinen riss.

»Infanterist Zieger zum Pferdestallsäuberungskommando eingeteilt, Master Sergeant. Kann ich Ihnen behilflich sein?«

»Aber ja doch, du Hecht. Kümmere dich um den Satansbraten. Beste Behandlung. Kaporus?«

»Zu Befehl, Master Sergeant!«

»In Ordnung. Wie lange noch?«

»Ein Jahr, zwei Monate und acht Tage, Master Sergeant!«

»Wie schön für dich, Infanterist Zieger. Dann bleibst du uns ja noch eine Weile erhalten.«

»Aye, Master Sergeant!«

Der etwas dickliche und trotzdem sehr bullig wirkende Strafsoldat zog ein nicht gerade begeistertes Gesicht. Immerhin hatte er noch eine ziemlich lange Strafe hier in Fort Aldamo abzubrummen. Und dass nur, weil er ausgerechnet einem General eine gescheuert hatte.

Da gab es schlimmere Übeltäter unter den Strafsoldaten. Infanterist Zieger besaß die Sympathie des alten Kämpen. Außerdem hatte sich der Sträfling bisher gut geführt. Und das fand Anerkennung unter den sonst so kritischen Augen des Spießes der Strafkompanie.

»Na, dann mal los, alter Pferdeäpfelsammler. Ich überzeuge mich in einer Stunde davon, ob Black Devil auch wirklich gut versorgt ist.«

»Zu Befehl, Master Sergeant!«

Finnewacker marschierte in Richtung Kantine davon. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als am Küchentrakt vorbeizulaufen. Und dann trat auch das schon ein, was dem alten Raubein nicht schmeckte.

Sergeant Kleiber watschelte aus dem Anbau hervor.

Für eine Umkehr oder schnelle Flucht war es zu spät.

Master Sergeant Finnewacker unterdrückte nur mit Mühe eine Verwünschung und blieb stehen.

Der dicke Kleiber, dem alles unterstand, was mit Küche und Verpflegung zu tun hatte, bemühte sich wieder einmal vergeblich, seinen kugelrunden Bauch einzuziehen. Und bei seinem laschen Gruß hätte jeden Rekrutenausbilder zweifellos der Schlag getroffen.

»Was willst du, alte Küchenschabe?«, polterte Finnewacker, um dem Dicken gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen.

»Ausdrücke hast du, Finnewacker!«, beschwerte sich der dicke Küchenbulle. »Das ist ja die Höhe. Wenn du so weitermachst, dann lasse ich mich wirklich von hier versetzen?«

Finnewacker griente.

»Geht das schon wieder los, Sergeant?«

»Ich wollte es nur mal gesagt haben.«

»Verdammt noch mal, warum bist du auch immer gleich beleidigt? Also, was hast du auf dem Herzen?«

»Nichts Besonderes, Finnewacker. Ich wollte mich nur mal erkundigen, ob du mit Black Devil klarkommst?«

Da hatte der wohlgenährte Wonneproppen aber einen besonders wunden Punkt des Commanders von Fort Aldamo erwischt.

Finnewackers Schnurrbart begann sich zu sträuben. Und das war stets ein schlechtes Zeichen, was den Gemütszustand des eisenharten Master Sergeants betraf.

»Warum willst du das wissen?«, knurrte Finnewacker wie ein gereizter Wolf, dem ein anderer Lobo die Beute streitig machen wollte.

»Nur so. Vielleicht kann ich dir ’nen Tipp geben, wie du mit diesem Superpferd klarkommst!«

Finnewacker staunte den dicken Küchensergeant an.

»‘nen Tipp. Mensch, Kleiber, du weißt doch nicht einmal, was vorn und hinten bei einem Pferd ist.«

»Dann eben nicht«, murrte Sergeant Kleiber. »Tut mir sehr leid, dass ich dich belästigt habe.«

Finnewacker seufzte.

»Schon gut. Ich hab’s nicht so gemeint«, entschuldigte sich Finnewacker. »Los, spuck’s schon aus. Ich bin für jeden Tipp dankbar, der mir weiterhelfen kann. Ehrlich, Kleiber!«

Der Küchensergeant sah seinen Vorgesetzten mit schief gelegtem Kopf an und wirkte nach wie vor beleidigt.

»Soll ich vielleicht in die Knie gehen und dich innig bitten, mir deinen Tipp zu verraten?«, fragte der Commander.

»Du solltest mal Black Devil die flache Hand zwischen die Ohren legen, Finnewacker«, schlug Sergeant Kleiber vor. »Das habe ich bei den Apachen gesehen, als ich vor einigen Monaten den Squaws das Pfannkuchenbacken beigebracht habe. Dann wurden ihre Mustangs immer friedlich und lammfromm.«

»Wirklich …?«

»Ehrenwort!«

»Gut, ich werde es ausprobieren, Dicker. Danke für den Tipp.«

Der wohlgenährte Küchenbulle grinste zufrieden. Seine dicken Hamsterbacken wackelten wie Pudding.

»Dann bis später, Finnewacker.«

Kleiber wollte davonwatscheln.

»Übrigens, alter Zuckerbäcker. Bist du heute nicht zufällig dran, ’nen Drink auszugeben?«

Kleiber blieb stehen, sah seinen Vorgesetzten erstaunt an und schüttelte dann der Kopf.

»Du bist dran, Finnewacker. Willst dich wohl drücken – was …?«

Der Küchenbulle gab Fersengeld, als Finnewackers Gesichtsausdruck noch düsterer wurde.

»Muss ’ne Verschwörung sein«, brummelte der alte Kämpe. »Die Jungs wollen mich reinlegen. Anders kann’s gar nicht sein. Denen werd’ ich’s aber zeigen. So wahr ich Finnewacker heiße!«

***

»Na, geht’s dir besser?«, fragte Sergeant Fitzgerald am anderen Morgen, als er vor dem Schreibtisch des Commanders stand. »Mannomann, du hast auch einen mächtigen großen Stiefel geso … äh … weggeputzt. Bist selbst schuld, wenn dir jetzt der Schädel zu platzen droht!«

Finnewacker sah den kleinen Krauskopf verbiestert an und stützte den Kopf in beide Hände.

»Leiser«, knurrte er. »Mach doch nicht so ’nen Lärm. Und sag diesem Chorknaben von Corporal Jefferson, wenn er auch nur noch einen falschen Ton auf der Trompete bläst, dann kann er was erleben …«

»Das Kommando zum Wecken war astrein, Finnewacker. Na gut, dann werde ich wohl den Morgenappell übernehmen. Einverstanden …?«

Der Commander von Fort Aldamo nickte.

Das hätte er lieber unterlassen sollen, denn das bekam seinen vom Alkohol angekratzten grauen Zellen unter der Schädeldecke überhaupt nicht. Finnewacker stöhnte jämmerlich.

»Ich schick dir Kleiber mit einem Riesenpott Kaffee. Dann geht’s dir bestimmt wieder besser. Hast du besondere Befehle für die Truppe?«

»Nein, Kleiner. Wer hat denn jetzt gestern Abend die Zeche bezahlt?«, quetschte der Master Sergeant mühsam hervor.

»Bis jetzt niemand. Keiner fühlte sich zuständig. Wir sind aber alle der Meinung, dass du dafür blechen musst.«

»Darüber reden wir, wenn es mir besser geht«, ächzte Finnewacker. »Wir sollten in zwei Stunden einen kleinen Ausritt machen …«

Sergeant Fitzgerald sah seinen Vorgesetzten missbilligend an.

»Bis dahin bin ich wieder okay, alte Schnapsdrossel!«

»Mir soll’s recht sein, Finnewacker«, meinte der altgediente Sergeant. »Von wegen Schnapsdrossel! Ich kenne da eine noch viel größere. Und rate mal, wen ich damit meine …«

Nach diesen Worten grüßte Fitzgerald und verließ die Kommandantur mit schnellen Schritten.

Finnewacker starrte ihm grimmig hinterher. Dann zündete er sich eine Zigarre an, die er aber rasch wieder ausdrückte, denn sie schmeckte ihm überhaupt nicht. Erst nach einigen Tassen Kaffee fühlte sich der wackere Haudegen ein wenig wohler.

Draußen auf dem Appellplatz ging der Morgenappell ohne Schwierigkeiten über die Bühne.

Das Festungserweiterungskommando rückte gut bestückt aus. Der Appellplatz leerte sich rasch, nachdem die Strafsoldaten und Chargierten zu den einzelnen Kommandos wegtreten waren.

Alles nahm seinen gewohnten Lauf.

Finnewacker spürte Stolz in sich aufsteigen.

Seitdem er das Kommando über die Strafkompanie von Fort Aldamo übernommen hatte, lief alles wie am Schnürchen. Natürlich gab es hin und wieder Ärger, doch den erstickte der eisenharte Master Sergeant meistens bereits im Keim.

»Morgenappell durchgeführt. Keine besonderen Vorkommnisse, Finnewacker!«, meldete Sergeant Fitzgerald einige Minuten später.

»Danke, Kleiner. Steh schon bequem.«

»Aye, Master Sergeant!«

»Können wir losreiten? Ein bisschen frische Luft wird mir gut tun – das nehme ich wenigstens an.«

»Das ist deine Entscheidung, mein Alter. Ich hoffe nur, dass du Black Devil nicht schon wieder reiten willst?«

»Hab ich vor!«