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In Fort Aldamo geht das Frischfleisch aus. Master Sergeant Finnewacker schickt einen Jagdtrupp los, doch die Männer werden selbst gejagt und geraten in die Gewalt einer üblen Bande mexikanischer Bandoleros. Ihr Anführer, der grausame Manolito, hat einen teuflischen Plan, in dem die Soldaten der Strafkompanie die Hauptrollen übernehmen sollen. Sein Pech, dass einer der gefangenen Soldaten entkommen und seinen Master Sergeant informieren kann. Finnewacker reitet sofort los - geradewegs in Manolitos Todesfalle...
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Seitenzahl: 118
Veröffentlichungsjahr: 2017
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In Manolitos Todesfalle
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Titelliste Fort Aldamo
Über diese Serie
Liebe Western-Freunde!
Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.
In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.
Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.
Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!
Die ALDAMO-Redaktion
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe
Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG
© 2016 by Bastei Lübbe AG, Köln
Verlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian Marzin
Verantwortlich für den Inhalt
Titelbild: Günther König / Hertha König
Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam
ISBN 978-3-7325-4215-4
www.bastei-entertainment.de
www.lesejury.de
In Manolitos Todesfalle
von Frank Callahan
In Fort Aldamo geht das Frischfleisch aus. Master Sergeant Finnewacker schickt einen Jagdtrupp los, doch die Männer werden selbst gejagt und geraten in die Gewalt einer üblen Bande mexikanischer Bandoleros. Ihr Anführer, der grausame Manolito, hat einen teuflischen Plan, in dem die Soldaten der Strafkompanie die Hauptrollen übernehmen sollen. Sein Pech, dass einer der gefangenen Soldaten entkommen und seinen Master Sergeant informieren kann. Finnewacker reitet sofort los – geradewegs in Manolitos Todesfalle …
»Master Sergeant, ich melde zehn Sträflinge zur Entlassung aus Fort Aldamo angetreten!«
Sergeant Fitzgerald stand kerzengerade vor seinem Vorgesetzten, der zufrieden griente, jetzt salutierte und die Hand zackig herunterriss.
»Danke, Kleiner!«
Fitzgerald machte kehrt und wetzte zu den Sträflingen hinüber, die dort in ihren grauweißen Drillichen in strammer Haltung standen.
Master Sergeant Finnewacker trat vor die Front.
»Guten Morgen, Männer!«, rief er.«Guten Morgen, Master Sergeant!«, antworteten alle im Chor. »Augen geradeaus! Rührt euch! Die Köpfe ruckten herum. Ein Schlag war das, als die Männer den linken Fuß vorsetzten.
Das war Musik in Finnewackers Ohren. Da ging ihm das Herz auf. Seine breite Brust spannte sich, während er die zehn Sträflinge musterte. Dabei verschränkte er die Hände auf dem Rücken und wippte lässig auf den Stiefelsohlen.
»Ich habe euch heute nicht zum Morgenappell antreten lassen, Männer. Den Grund kennt ihr genau. Eure Dienstzeit in der Strafkompanie von Fort Aldamo endet punkt zwölf Uhr mittags.«
Finnewacker sah die zehn Sträflinge der Reihe nach an. Sobald einer der Männer den Blick des Commanders von Fort Aldamo auf sich gerichtet sah, riss er die Hacken zusammen und nahm Haltung an.
»Herhören, Soldaten. Hinter euch liegt eine harte Zeit. In den letzten Monaten, seitdem ich das Kommando hier übernommen habe, war es vorbei mit der Gammelei. Der Dienst hier im Fort und natürlich auch das Festungserweiterungskommando forderten euch alles ab. So soll es auch sein, denn das hier ist eine Strafkompanie. Ihr wurdet von Militärgerichten verurteilt und zur Bewährung hierhergeschickt. Eure Strafzeit ist vorüber. Ihr erhaltet alle einen Marschbefehl nach Camp Lowell. Dort meldet ihr euch bei Colonel Brooks. Er wird alles Weitere veranlassen. Ihr reitet nach dem Mittagessen los. Vor euch liegt ein harter Fünftageritt.«
Master Sergeant Finnewacker nickte den Sträflingen zu.
»Und noch etwas möchte ich euch auf den Weg mitgeben, Männer. Ihr habt eure Strafe verbüßt und werdet wieder in Ehren in die glorreiche Armee der Vereinigten Staaten aufgenommen. Geht in Zukunft einen gradlinigen Weg. Ich möchte keinen von euch jemals wieder hier sehen.«
Master Sergeant Finnewackers Stimme nahm an Schärfe zu.
»Habt ihr verstanden? Sollte einer von euch erneut straffällig werden und nach Fort Aldamo geschickt werden, dann erwartet ihn hier die Hölle. Er sollte sich am besten vorher schon eine Kugel geben. Das wollte ich noch sagen, Männer! Ich wünsche euch alles Gute auf eurem weiteren Weg!«
Finnewacker nickte Sergeant Fitzgerald zu, der heranmarschierte. Der kleine Krauskopf salutierte zackig.
»Übernimm, Kleiner. Du sorgst dafür, dass die Männer für den langen Ritt bestens ausgerüstet werden.«
»Aye, Master Sergeant!«
Master Sergeant Finnewacker grüßte zackig und stiefelte zur Kommandantur davon, während Sergeant Fitzgerald hinter ihm die zehn Sträflinge abtreten ließ.
Der Spieß der Strafkompanie und kommissarische Leiter von Fort Aldamo verzog das Gesicht zu einer Grimasse, als er Sergeant Kleiber über den Appellplatz watscheln sah.
Dem dicken Küchenbullen, wie Kleiber respektlos genannt wurde, unterstand die Küche und alles, was mit der Verpflegung des Forts zusammenhing.
Master Sergeant Finnewacker beschleunigte seine Schritte und tat so, als hätte er Kleiber nicht gesehen. Sein buschiger Schnurrbart sträubte sich wie eine Bürste. Das war immer ein verdammt schlechtes Zeichen bei Finnewacker.
»Finnewacker, ich muss dich sprechen«, keuchte Kleiber und unternahm den vergeblichen Versuch, seine zwei Zentner mehr in Schwung zu bringen.
Master Sergeant Finnewacker blieb abrupt stehen.
Ein Sträfling nahm mit langen Schritten Reißaus, als er den wütenden Gesichtsausdruck des Commanders sah.
Finnewacker wandte sich Kleiber zu, der herankeuchte und an eine alte Lokomotive erinnerte, die unter zu hohem Dampfdruck stand.
Finnewacker verbiss sich ein Grinsen, als Kleiber salutierte und dabei vergeblich versuchte, seinen kugelrunden Bauch einzuziehen, der wie ein Ballon über den Gürtel quoll.
»Schon gut, Dicker«, winkte Master Sergeant Finnewacker ab. »Was ist schon wieder los? Fehlt dir Salz oder Zucker? Oder willst du mir melden, dass es in den nächsten Tagen wieder nur Bohnen gibt, weil es mit dem Nachschub nicht klappt? Sprich dich nur aus. Ich bin auf das Schlimmste gefasst!«
Kleiber verzog das Gesicht in stummer Abwehr.
»Nichts von alldem, Finnewacker.«
»Dann ist es ja gut«, antwortete der Master Sergeant und wollte weiterstiefeln.
»Mensch, Finnewacker. Ich habe dir doch noch gar nicht gesagt, was ich auf dem Herzen habe!«
»Aha, Kleiber, du willst mir weismachen, dass du ein Herz hast. Da kann ich doch nur kichern. Ich …«
Master Sergeant Finnewacker winkte ab, als er sah, dass Kleibers Gesicht immer roter wurde.
»Was willst du?«
Finnewacker sah ein, dass er seine Späßchen mit dem dicken Küchenbullen nicht übertreiben durfte. Missvergnügt dachte er daran, dass Kleiber ihm schon einmal einen Streich gespielt und ihm einen Pfannkuchen serviert hatte, der statt mit Zucker mit Salz gebacken worden war.
Sergeant Kleibers Gesicht nahm langsam wieder eine halbwegs normale Farbe an.
»Wir brauchen Frischfleisch, Master Sergeant. Meine Vorräte sind ziemlich erschöpft. Ich will es dir rechtzeitig sagen, damit du mir nicht wieder Vorwürfe machst, wenn’s zu spät ist.«
Master Sergeant Finnewacker nickte.
»Gut, Dicker, ich kümmere mich darum und stelle ein Jagdkommando zusammen. Möchtest du daran teilnehmen?«
Kleiber zuckte zurück.
Alles, was irgendwie mit Bewegung zu tun hatte, verabscheute der dicke Sergeant. Es gab kaum eine größere »Strafe«, für ihn, als ein Außenkommando zu übernehmen.
»Wenn du es willst, Master Sergeant, übernehme ich selbstverständlich das Kommando!«
Finnewacker zog die rechte Augenbraue hoch.
»Mutig, mutig, Kleiber. Hätte ich dir gar nicht zugetraut. Ab mit dir in deine Küche. Ich kümmere mich um das Wildbret.«
Sergeant Kleiber wollte salutieren, doch Finnewacker winkte nur ab und marschierte weiter. Als er die Kommandantur erreicht hatte, ließ er sich aufatmend in seinen Schreibtischsessel fallen.
Er zündete sich eine Zigarre an und paffte vor sich hin. Diese Minuten genoss Finnewacker so richtig. Wie sollte er auch ahnen, dass es bald mächtig rundgehen würde.
***
»Was gibt’s, Kleiner?«, fragte Master Sergeant Finnewacker, als Fitzgerald einige Stunden später die Kommandantur betrat und vor dem Schreibtisch seines Vorgesetzten salutierte.
»Die zehn ehemaligen Sträflinge sind auf dem Ritt nach Camp Lowell, Finnewacker. Sergeant Blueberry hat das Kommando übernommen. Das wollte ich dir noch sagen.«
»In Ordnung, alte Knallerbse. Gibt es sonst besondere Vorkommnisse, die ich wissen müsste?«
Sergeant Fitzgerald zögerte.
»Der Posten auf dem Turm sah einen Staubschleier in der Nähe des Buschgürtels. Er konnte aber nicht erkennen, ob er von Reitern oder Tieren verursacht wurde.«
Finnewacker runzelte die Stirn.
»Ob es diese verdammten Mexikaner sind, die wir schon einmal vor einer Woche zum Teufel gejagt haben? Ich möchte nur wissen, was die Mexe hier in die Nähe des Forts wollen.«
»Keine Ahnung, Finnewacker. Vielleicht waren es aber auch nur ein paar Antilopen.«
»Ich finde noch heraus, was diese mexikanischen Mausefallenhändler wollen«, knurrte der Commander von Fort Aldamo. »Antilopen? Du erinnerst mich da an was Wichtiges, Fitzgerald. Sergeant Kleiber braucht dringend Frischfleisch für seine Küche. Stell mal ein Jagdkommando zusammen. Fünf Männer genügen. Und dass mir die Burschen nicht ohne Wildbret zurückkommen, sonst muss ich mein mittleres Befremden anmelden.«
»Zu Befehl, Master Sergeant!«
Sergeant Fitzgerald wollte abtreten, doch Finnewacker winkte ab.
»Die Mexikaner gehen mir nicht aus dem Kopf. Letzte Woche waren es über dreißig Hombres, die sofort die Flucht ergriffen, als wir anrückten. Lass Doppelposten aufstellen. Wir dürfen kein Risiko eingehen. Bis jetzt haben wir mit den Amigos von jenseits der Grenze nur Ärger gehabt. Verdammt noch mal, wenn ich nur wüsste, ob sich die Hombres zufällig hier herumtreiben und was sie im Schilde führen.«
»Ich kümmere mich um alles, mein Alter. Wie wäre es, wenn wir uns morgen mal die nähere Umgebung ansehen? Vielleicht finden wir heraus, was die Burschen von uns wollen, falls sie noch in der Nähe sind.«
Master Sergeant Finnewacker nickte.
»Gute Idee, Kleiner. Wird gemacht. So, und jetzt kannst du ’ne Fliege machen und abschwirren.«
»Aye, Master Sergeant!«
Nachdem Fitzgerald gegangen war, lief Finnewacker nervös in der Kommandantur auf und ab. Der erfahrene Master Sergeant spürte, dass sich etwas Bedrohliches über seinem Kopf zusammenbraute.
Und das schmeckte ihm natürlich nicht.
»Ordonnanz!«, röhrte Master Sergeant Finnewacker plötzlich wie ein angeschossener Büffelbulle los.
Die Tür zur Kommandantur flog auf.
Ein Sträfling sauste ins Zimmer, schlug die Hacken zusammen und grüßte so zackig, dass es Finnewacker ein zufriedenes Lächeln entlockte.
»Zu Befehl, Master Sergeant!«
»Ich möchte sofort Sergeant Fitzgerald sprechen. Lass ihn antanzen, aber ein bisschen dalli, dalli.«
Der Sträfling grüßte vorschriftsmäßig, machte kehrt und stürmte davon, als würde er von einem Rudel blutgieriger Apachen verfolgt.
Es dauerte nicht lange, dann sauste Fitzgerald ins Zimmer.
»Was ist denn los, Finnewacker?«, fragte er aufgeregt. »Ich bin doch erst vor ’ner halben Stunde hier gewesen.«
Der Commander von Fort Aldamo sah seinen Stellvertreter mit verkniffenem Gesicht an.
»Die Staubwolke geht mir nicht aus dem Kopf, Kleiner. Lass zwei Pferde satteln. Wir unternehmen einen Erkundungsritt. Nur wir zwei. Nimm genügend Proviant und Wasser mit. Vielleicht bleiben wir über Nacht weg. Himmel, Arsch und Zwirn, ich habe ein so unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Das hat nichts Gutes zu bedeuten.«
»Zu Befehl, Master Sergeant!«
Fitzgerald eilte davon.
Zehn Minuten später kletterten die beiden Soldaten in die Sättel. Auf ein Kommando hin wurde das große Tor von zwei Posten geöffnet. Es schwang ächzend und knarrend zurück.
Die alte, ehemals spanische Festung blieb hinter den beiden Blauröcken zurück. Vor ihnen lag die Wüste. Heiß sengte die Sonne vom Himmel und trieb den Reitern schon bald große Schweißperlen auf die braun gebrannten Gesichter.
Eine halbe Stunde später näherten sich Finnewacker und Fitzgerald dem Buschgürtel, der einige Meilen von Fort Aldamo entfernt in der Wüste wuchs.
Master Sergeant Finnewacker zog seinen Karabiner aus dem Scabbard, während er zu den Mesquitebüschen blickte, zwischen denen Kakteengruppen aufragten.
Auch Sergeant Fitzgerald nahm seinen Karabiner zur Hand.
»Nichts zu sehen«, murmelte er. »Glaubst du wirklich, dass dort drüben einige Bandoleros zwischen den Büschen hocken und es auf uns abgesehen haben?«
»Zum Henker – frag mich mal was Leichteres!«, zischte Master Sergeant Finnewacker. »Absitzen! Wir legen die letzten hundert Yards zu Fuß zurück!«
Sergeant Fitzgerald nickte ergeben, obwohl er nicht daran glaubte, dass ihnen Gefahr drohte.
Der kleine Krauskopf änderte seine Meinung einige Sekunden später, als Schüsse peitschten und ihm und Finnewacker heißes Blei um die Ohren pfiff.
***
Die beiden Soldaten warfen sich zu Boden und rollten sich weiter, während rechts und links von ihnen Geschosse den heißen Sand furchten.
Endlich landeten Finnewacker und Fitzgerald in einer Bodenmulde, die sie vor den heransirrenden Kugeln schützte.
»Heiliger Jason«, murmelte Fitzgerald erschüttert. »Was es nicht alles gibt! Du hattest doch recht!«
Finnewacker griente.
»Ich habe immer recht. Schreib dir das in Zukunft hinter die Ohren, falls wir hier lebend rauskommen.«
Master Sergeant Finnewacker hob den Kopf, zog ihn aber sofort wieder ein, als erneut Geschosse heranzischten.
»Das sind vier oder fünf Höllenhunde, die uns an den Kragen wollen«, raunte Finnewacker. »Mexikaner! Genau, wie ich es mir gedacht habe.«
»Wir kaufen uns die Perros. Die Hundesöhne jagen wir zum Teufel. Wetten wir …?«
Nach Finnewackers Miene zu urteilen, schien er von Fitzgeralds Worten nicht sehr überzeugt zu sein.
Noch immer hämmerten Gewehre, zischten Geschosse über die beiden Soldaten hinweg und zwangen Finnewacker und Fitzgerald, in der flachen Erdmulde liegen zu bleiben.
»Schiet«, knurrte der Master Sergeant. »Wollen sich diese Mäusemelker mit der Army anlegen? Ich verstehe das einfach nicht. Bei uns gibt’s doch nichts zu holen.«
Der altgediente Sergeant lächelte bekümmert und zuckte mit den Schultern. Dann kroch Sergeant Fitzgerald einige Yards zur Seite und spähte über den Rand der Bodenmulde hinweg.
Die Schussdetonationen waren verstummt.
Der Buschgürtel lag friedlich vor seinen Blicken. Es sah ganz so aus, als wären die letzten Minuten nichts anderes als ein Spuk gewesen. Die Distanz bis zu den mexikanischen Bandoleros betrug noch ungefähr fünfzig Yards. So sehr Fitzgerald aber Ausschau hielt, er konnte keinen der Desperados entdecken. Und doch war ihm klar, dass die Hombres noch immer dort drüben lagen und auf eine Chance lauerten, die beiden Soldaten aus Fort Aldamo zu töten.
Auch Master Sergeant Finnewacker spähte zum Versteck der Gegner hinüber, ohne einen der Kerle zu entdecken.
