Fort Aldamo - Folge 036 - Frank Callahan - E-Book

Fort Aldamo - Folge 036 E-Book

Frank Callahan

0,0
1,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Da hat Master Sergeant Finnewacker Kopf und Kragen riskiert, um die drei geflohenen Ex-Offiziere zu schnappen - und nun soll er sie wieder aus Fort Aldamo türmen lassen! Colonel Brooke hofft, dass die Halunken zum Versteck ihrer Beute reiten, die vom Überfall auf einen Armeetransport stammt. Finnewacker soll ihnen folgen und sie mitsamt den Greenbacks einkassieren. Als ob das so einfach wäre! Zähneknirschend muss der Master Sergeant die Verbrecher ziehen lassen und setzt sich auf ihre Fährte. Und die führt mitten in die Hölle...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 128

Veröffentlichungsjahr: 2017

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Cover

Über diese Serie

Impressum

So packte Finnewacker die Verräter

Vorschau

Titelliste Fort Aldamo

Über diese Serie

Liebe Western-Freunde!

Mit FORT ALDAMO bringt Bastei die erweiterte Neuauflage eines Klassikers von Bill Murphy und Frank Callahan, der in den Jahren 1982 bis 1987 schon einmal gedruckt wurde – allerdings in geteilter Form. Erst erschienen 1982 in der Reihe WESTERN-HIT (WH) 14 Romane, dann startete – parallel zu CAPTAIN CONCHO, wo ein um 15 Jahre jüngerer Sergeant Finnewacker mitwirkt – die eigene Serie mit 44 Heften (1984/85), deren erste vier Bände noch vor den WH-Ausgaben spielten. Anschließend folgten noch einmal fünf Romane im WH (1986/87). Und als die Abenteuer des Master Sergeant Finnewacker dann eingestellt wurden, blieben weitere fünf bereits verfasste Manuskripte unveröffentlicht.

In dieser Sammler-Ausgabe vereinen wir nun alle FORT-ALDAMO-Romane – insgesamt 68 Stück – in chronologischer Reihenfolge! Und illustrieren sie einheitlich mit den Covern des Malers Günter König, der damals etwa zwei Drittel aller Titelbilder beigesteuert hat.

Noch ein Wort zur recht derben, manchmal auch »politisch inkorrekten« Sprache in den Romanen: FORT ALDAMO ist eine Western-Militärserie, die in einem Gefangenenfort weitab der Zivilisation spielt. Die Ausdrucksweise der Soldaten ist dementsprechend zotig und sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden; im Gegenteil macht sie einen Teil des Flairs aus, das FORT ALDAMO auszeichnet. Jeder Leser, der seine Zeit beim Bund absolviert hat, wird uns da zustimmen.

Genießen Sie also die Abenteuer des Haudegens Finnewacker und seiner »Mannschaft«. Wir wünschen viel Lesespaß!

Die ALDAMO-Redaktion

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Günther König / Hertha König

Datenkonvertierung E-Book: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-4544-5

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

So packte Finnewacker die Verräter

von Frank Callahan

Da hat Master Sergeant Finnewacker Kopf und Kragen riskiert, um die drei geflohenen Ex-Offiziere zu schnappen – und nun soll er sie wieder aus Fort Aldamo türmen lassen! Colonel Brooke hofft, dass die Halunken zum Versteck ihrer Beute reiten, die vom Überfall auf einen Armeetransport stammt. Finnewacker soll ihnen folgen und sie mitsamt den Greenbacks einkassieren. Als ob das so einfach wäre! Zähneknirschend muss der Master Sergeant die Verbrecher ziehen lassen und setzt sich auf ihre Fährte. Und die führt mitten in die Hölle …

»Ordonnanz!«

Master Sergeant Finnewackers befehlsgewohnte Stimme dröhnte durch die Kommandantur. Der Spieß der Strafkompanie und kommissarische Commander von Fort Aldamo saß hinter seinem Schreibtisch und blickte erwartungsvoll zur Tür.

Die Tür zur Schreibstube flog auf.

Ein Sträfling sauste ins Zimmer. Er war in grauweißen Drillich gekleidet. Der Mann schlug die Hacken zusammen und grüßte zackig.

»Zu Befehl, Master Sergeant!«

»Ich möchte sofort die Sergeanten Fitzgerald, Gedder, Kleiber, Gammer und Wallowa sprechen. Lass sie antanzen, aber ein bisschen dalli, dalli! Hast du das kapiert?«

»Aye, aye, Master Sergeant!«

Der Sträfling grüßte erneut vorschriftsmäßig, machte kehrt und stürmte davon, als würde er von einem Rudel blutgieriger Apachen verfolgt.

Master Sergeant Finnewacker grinste zufrieden und lehnte sich zurück. Die Finger seiner rechten Hand trommelten auf die Schreibtischplatte. Seine Stirn legte sich in tiefe Falten.

Es dauerte nur wenige Minuten, dann betraten die fünf Sergeanten den Raum. Sie grüßten ein wenig nachlässig.

»Was gibt’s alter Eisenschädel?«, fragte Sergeant Fitzgerald. »Du willst uns sprechen?«

»Hätte ich euch sonst rufen lassen?«, polterte Finnewacker.

Der kleine, krausköpfige Fitzgerald verzog das Gesicht, als wäre er von einer Wespe gestochen worden. Nicht nur er erkannte, dass ihr wackerer Vorgesetzter schlechte Laune hatte.

»Ist Sergeant Wollcram schon zurück?«, fragte Finnewacker.

»Nein, Master Sergeant«, antwortete der kleine Krauskopf. »Er ist noch auf dem Erkundungsritt, um diese Georgia Miller zu finden. Soll ich noch eine Patrouille losschicken?«

»Nein – zum Henker!«

Master Sergeant Finnewacker stand auf und tigerte durch das Zimmer. Keiner der Sergeanten sagte ein Wort. Es war besser, den Commander von Fort Aldamo nicht noch mehr zu reizen.

Finnewacker blieb plötzlich stehen. Er musterte seine Kameraden der Reihe nach. Die fünf Männer nahmen unwillkürlich Haltung an. Sie ahnten, dass Finnewacker dienstlich werden würde.

»Was ist mit diesen drei Zivilisten? Sind die noch immer im Fort?«

Sergeant Kleiber – der dicke Küchenbulle – nickte.

»Die Kerle fressen mich arm, Finnewacker. Wir sollten sie zum Teufel jagen, wenn du mich fragst.«

»Bin auch dafür«, antwortete der Master Sergeant. »Wir schicken dieses Zivilistenpack zum Teufel! Ich traue den Kerlen nicht. Habe immer das Gefühl, dass sie diese drei ehemaligen Offiziere befreien wollen, die uns vor einigen Tagen überstellt wurden.«

Finnewacker machte eine Pause.

»Gut, lasst mich zur Sache kommen.«

Der Commander von Fort Aldamo setzte sich wieder hinter seinen Schreibtisch und nickte den Soldaten zu.

»Geheime Kommandosache. Ihr seid euch darüber im Klaren, was das bedeutet, nicht wahr?«

Die fünf Sergeanten nickten gleichzeitig ihrem bulligen Master Sergeant zu.

»Ich erkläre nochmals alles ausführlich, was sich in den letzten Tagen ereignet hat, damit ihr das auch alle kapiert.«

Sergeant Fitzgerald griente nur und zog den Kopf zwischen die Schultern, als er Finnewackers wütenden Blick sah.

Wirklich – heute war mit Finnewacker nicht gut Kirschen zu essen. Der Master Sergeant hatte wieder einmal nicht gerade seinen besten Tag.

»Es geht um diese drei früheren Offiziere, die zu einfachen Infanteristen degradiert und uns überstellt wurden. Die Halunken überfielen einen Geldtransport der Armee und erbeuteten hunderttausend Dollar. Die Hirsche wurden ganz schnell geschnappt, doch die Beute tauchte nicht wieder auf. Könnt ihr mir geistig folgen, ihr Pfeifenköpfe?«

Die Sergeanten nickten, zeigten sich über Master Sergeant Finnewackers Kraftausdruck nicht beleidigt.

»Gut – weiter im Text.«

Finnewacker grinste. Seine Laune schien sich von Minute zu Minute zu verbessern.

»Also, Männer, diese drei Ex-Offiziere sind jetzt bei uns. Ihre Namen lauten: Brad Stevenson, Captain; Lesley Drake, Lieutenant; und Bruce Warwick, auch ehemals Captain.«

Master Sergeant Finnewacker nahm eine Zigarre aus einem Kästchen und zündete sie an. Sekunden später umhüllte eine blaue Rauchwolke den Schädel des Master Sergeant.

»Diese Georgia Miller, die im Moment von Sergeant Wollcram draußen in der Wüste gesucht wird, fand Zuflucht hier im Fort, nachdem sie den Apachen nur in letzter Sekunde entkommen konnte. Und dann befreite diese blonde und langhaarige Tigerkatze die drei Offiziersheinis. Ich sauste ihnen hinterher. Das Problem war, dass die Sträflinge und die Lady unseren Fitzgerald als Geisel mitgenommen hatten. Die Fliehenden ritten in einen Hinterhalt. Es müssen sechs oder auch mehr Outlaws gewesen sein. Fitzgerald konnte fliehen. Georgia Millers Pferd scheute und ging mit dem schönen Kind durch. Auch die drei ehemaligen Offiziere konnten fliehen. Fitzgerald und ich schnappten die Hundesöhne. Die Kerle sitzen inzwischen sicher in einigen Zellen. So weit, so gut, Männer.«

Finnewacker sog an seiner Zigarre.

»Ich hoffe, dass Wollcram die blonde Wildkatze findet. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass sie dieser Banditenhorde in die Hände gefallen ist. So, Männer, jetzt komme ich zum Problem, das mich seit Stunden bedrückt. Fitzgerald kennt es bereits.«

Der kleine Krauskopf wartete auf einen Wutausbruch des Master Sergeant, doch Finnewacker behielt sich eisern unter Kontrolle.

»Ich erhielt einen Befehl von Colonel Brooke aus Camp Lowell, der mir überhaupt nicht schmeckt.«

Master Sergeant Finnewackers Stimme wurde unwillkürlich lauter.

»Der Colonel verlangt, dass wir den drei ehemaligen Offiziersknilchen zur Flucht verhelfen.«

»Was …?«, entfuhr es Sergeant Gedder.

»Das darf doch nicht wahr sein!«, seufzte der dicke Kleiber.

Die beiden anderen Sergeanten – Gammer und Wallowa – starrten ihren Vorgesetzten sprachlos an. Nur Sergeant Fitzgerald zeigte keine Reaktion. Er kannte bereits die Nachricht aus Camp Lowell.

»So ist es aber, zum Henker«, knurrte Master Sergeant Finnewacker. »Ich riskiere Kopf und Kragen, um diese Höllenhunde wieder einzufangen. Und nun verlangen diese Komiker in Camp Lowell, dass wir die Banditen laufen lassen.«

»Du hast was vergessen, Finnewacker«, rief Sergeant Fitzgerald. »Den Grund, warum wir den drei degradierten Offizieren die Freiheit wiedergeben sollen.«

Der Master Sergeant runzelte die Stirn und bedachte den kleinen Krauskopf mit einem unfreundlichen Blick.

»Kommt noch, Kleiner. Immer der Reihe nach.«

Master Sergeant Finnewacker drückte seine Zigarre aus. Anscheinend schmeckte sie ihm nicht mehr.

»Wir sollen diese drei Kerle laufen lassen, ihnen folgen und darauf warten, bis sie die Hunderttausend-Dollar-Beute aus dem Versteck geholt haben. Erst dann gilt es, zuzuschlagen. Das ist der Plan von Colonel Brooke. Nicht schlecht, das gebe ich ja zu. Mir stinkt nur so gewaltig, dass uns diese Hohlköpfe aus Camp Lowell zu spät informiert haben. Jetzt dürfte es nicht mehr einfach sein, diese miesen Burschen freizusetzen, ohne dass sie Verdacht schöpfen.«

»Wird sich schon ein Weg finden, Master Sergeant«, meinte Sergeant Fitzgerald. »Das schaukeln wir leicht und locker. Da sind wir schon mit ganz anderen und oft schwierigeren Problemen fertig geworden.«

Master Sergeant Finnewacker nickte.

»Gut, Leute, dann lasst euch was einfallen. Ich erwarte euch alle in einer Stunde wieder zum Rapport. Ist das klar? Abtreten!«

Die Sergeanten grüßten und stiefelten davon.

Nur der dicke Kleiber blieb stehen und blickte Finnewacker schief von der Seite an.

»Was ist, Dicker?«, bellte der Master Sergeant. »Wenn dir dein verdammter Zucker schon wieder ausgegangen ist, interessiert mich das im Moment nicht. Klar …?«

Sergeant Kleiber seufzte.

»Das Salz geht zur Neige, Master Sergeant«, antwortete er leise. »Salz. Der Zucker reicht noch für eine Weile.«

Der dicke Küchenbulle baute sein Männchen und marschierte mit stampfenden Schritten davon.

»Salz! Zucker!«, tobte Master Sergeant Finnewacker. »Ist mir doch scheißegal, zum Henker! Als ob ich keine anderen Sorgen hätte …!«

***

Sergeant Wollcram hob die rechte Hand in Schulterhöhe.

»Anhalten!«, befahl er.

Die acht Soldaten, die in Doppelreihe hinter ihm ritten, zügelten ihre Pferde und blickten zu den Reitern hinüber, die hinter einem Felsriff hervorgeritten waren und nun ebenfalls ihre Pferde parierten.

Sechs Männer und eine Frau!

»Na endlich«, stieß Wollcram erleichtert hervor. »Das ist ja diese blonde Lady, die wir seit Stunden wie eine Stecknadel im Heuhaufen suchen.«

Die acht Corporale, die zur festen Mannschaft der alten, ehemals spanischen Festung gehörten, nickten nur.

»Gefechtsbereitschaft! Gewehre durchladen und entsichern!«, ordnete Sergeant Wollcram an.

»Wenn Sie gestatten, meine Meinung zu äußern, Sergeant«, sagte einer der Corporale, »dann scheint es sich um die Banditen zu handeln, die es auf die drei Sträflinge abgesehen hatten.«

»Das ist auch meine Meinung, Corporal Warner«, antwortete Wollcram. »Die Kerle wollen was von uns, denn sonst wären sie uns nicht über den Weg geritten. Schätze wirklich, dass es kein Zufall ist.«

So war es auch.

Einer der sechs Männer winkte herüber und trieb sein Pferd an. Ungefähr in der Mitte zwischen den beiden Gruppen hielt er seinen Fuchswallach an.

Der Mann winkte erneut und hob dann beide Hände in Schulterhöhe, wohl als ein Zeichen, das seine Friedfertigkeit demonstrieren sollte.

Der Bursche will verhandeln, dachte Sergeant Wollcram. Gut, ich reite zu ihm rüber. Scheint doch nicht so einfach zu sein, an diese Georgia Miller ranzukommen. Ich muss aber alles tun, um diese Lady ins Fort zu bringen, sonst reißt mir Finnewacker den Kopf ab.

Sergeant Wollcram wandte sich wieder seinen Leuten zu.

»Gefechtsbereitschaft bleibt bestehen, Männer! Ich reite rüber, um mit dem Kerl zu verhandeln. Sollten die anderen Burschen was unternehmen, dann greift ein. Alles klar?«

»Aye, aye, Sergeant!«, antworteten die Corporale im Chor.

Wollcram ritt los und näherte sich schnell dem Reiter, der nun beide Hände aufs Sattelhorn gestützt hatte. Eine erkaltete Zigarettenkippe klebte im rechten Mundwinkel.

Hart blickende Augen musterten Wollcram. Die Lippen waren fest aufeinandergepresst und erinnerten an eine schlecht verheilte Narbe. Der Revolver hing tief am Oberschenkel, bestimmt nicht nur zur Zierde.

Dieser Mann sah ganz so aus, als könne er mit dem Schießeisen so gut umgehen wie eine alte Lady mit ihren Stricknadeln.

»Sergeant Wollcram aus Fort Aldamo«, stellte sich Wollcram vor. »Mit wem habe ich das Vergnügen?«

Der hagere Mann grinste und wirkte wie ein Wüstenwolf, der eine sicher geglaubte Beute vor sich sah.

»Spielt doch wirklich keine Rolle, Soldat«, antwortete Pearl Hamilton. »Von mir aus können Sie Smith oder Johnson zu mir sagen.«

Hamiltons Grinsen wurde noch breiter, als er sah, dass der Sergeant die Stirn runzelte.

Sergeant Wollcram behielt sich aber eisern unter Kontrolle.

»Was wollen Sie, Mister?«

»Ich nehme doch an, dass Sie was wollen, Sarge. Die blonde Lady – nicht wahr? Sie suchen das Girl doch schon seit einigen Stunden. Wir haben Sie beobachtet. So ist es doch?«

»Richtig, Mister. Ich fordere Sie auf, die Lady reiten zu lassen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist Georgia Miller Ihre Gefangene.«

»Stimmt genau, Sarge. Wir konnten die langhaarige Wildkatze schnappen. Leider sind uns die drei entflohenen Sträflinge entkommen. Die hätten wir gerne. Muss ich noch mehr erklären?«

Wollcram unterdrückte einen Fluch. Er hatte mit einer solchen Antwort gerechnet. Der Sergeant starrte zu den fünf anderen Banditen hinüber. Georgia Miller wurde von den Halunken eingekeilt. Es gab für die blonde Lady keine Möglichkeit, ihr Pferd anzutreiben und zu fliehen. Das sah Wollcram ein.

Pearl Hamiltons Lächeln verlor sich. »Klartext, Blaurock«, brummte er. »Die Lady gegen diese drei früheren Offiziere. Richte das diesem Master Sergeant aus. Wenn er das blonde Täubchen wohlbehalten in seine Arme schließen will, muss er die drei Sträflinge rausrücken. Eine andere Möglichkeit gib’s nicht. Kapiert?«

Sergeant Wollcram drehte den Kopf und blickte zu seinen Leuten zurück. Ein kurzes Nicken würde genügen, um die Soldaten lospreschen zu lassen.

Der Banditenboss schien die Überlegungen des Sergeants zu ahnen.

»Ich würde nicht angreifen, Sarge. Meine Leute sind gute Schützen. Willst du wirklich ein Blutbad? Außerdem solltest du nicht die Lady vergessen. Sie ist nun einmal in unserer Gewalt. Sie würde die erste Kugel einfangen. Mein Wort darauf, Blaubauch!«

Sergeant Wollcram schluckte mehrmals. Seine Kehle fühlte sich wie ausgetrocknet an.

»Gut, Mister. Ich habe verstanden. Mir bleibt keine andere Wahl, als zum Fort zurückzureiten und meinem Master Sergeant Meldung zu machen. Können wir einen Treffpunkt vereinbaren, damit ich Ihnen Master Sergeant Finnewackers Antwort mitteilen kann.«

»Einer meiner Leute ist in der Nähe der alten Festung, Sergeant. Du brauchst nur loszureiten. Wir finden dich schon. Sonst noch Fragen …?«

Wollcram schüttelte den Kopf.

»Sie pokern sehr hoch, Mister! Im Grunde genommen geht uns diese Lady nichts an. Wir suchten sie nur, weil wir annahmen, dass Georgia Miller hier in der Wüste umherirrt. Mein Master Sergeant hat seine Befehle. So ohne Weiteres kann er keine Sträflinge auf freien Fuß setzen.«

Pearl Hamilton grinste lässig und winkte ab.

»Ach was, Sarge«, erwiderte er. »Wie ich diesen Finnewacker einschätze, lässt er eine junge Lady nicht im Stich. Ihm ist es doch egal, ob er drei Sträflinge mehr oder weniger hat. Und nun solltest du losreiten, Blaurock. Und lass uns nicht zu lange warten.«

Hamiltons Grinsen verstärkte sich. Er deutete auf seine fünf Banditenfreunde.

»Ich kann die Jungs nur mit Mühe davon abhalten, ein wenig nett zu der Langhaarigen zu sein. Also spute dich.«

Ohne zu antworten, zog Sergeant Wollcram sein Pferd herum und ritt zu der Patrouille hinüber. Kurz darauf erteilte er einige Befehle. Die Soldaten ritten in Richtung Fort Aldamo davon.

***

»Mäßig«, tadelte Finnewacker. »Das gefällt mir nicht. Eure Vorschläge sind zum Lachen. Zum Geier – einer von euch muss doch ’ne vernünftige Idee haben, wie wir diese drei ehemaligen Offiziere laufen lassen, ohne dass sie Verdacht schöpfen. Was ist, Fitzgerald? Ist dir noch was eingefallen?«

»Ich sehe das nicht so düster, Finnewacker. Die Sträflinge werden mächtig froh sein, wenn sie erst mal die alte Festung verlassen können. Und Stevenson, Warwick und Drake haben doch nur einen Wunsch, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden.«

Master Sergeant Finnewacker schüttelte den Kopf.

»Ich bin für Nägel mit Köpfen, Kleiner. Muss alles echt aussehen. Ihr kennt mich doch!«

Sergeant Kleiber seufzte.