16,99 €
Dieses Buch erzählt die Erfolgsgeschichte eines afrikanischen Landes, in dem vor knapp einem Vierteljahrhundert noch ein grausamer Krieg tobte – eine Erfolgsgeschichte, die Ruandas Frauen schrieben. Noch vor zwei Jahrzehnten durften sie weder ein Bankkonto eröffnen noch in der Öffentlichkeit sprechen. Heute hat das Land mehr Frauen im Parlament als jedes andere auf der Welt, und über die Hälfte der Unternehmen sind in Frauenhand. Ohne diese Express-Emanzipation wäre das rasante Wirtschaftswachstum Ruandas nicht möglich gewesen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist eindrucksvoll, doch noch eindrücklicher sind die Menschen, die dahinter stehen. Das Buch wirft einen neuen Blick auf den afrikanischen Kontinent, der für uns in Europa immer größere Bedeutung gewinnt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 240
Veröffentlichungsjahr: 2018
Barbara Achermann
Frauenwunderland
Die Erfolgsgeschichte von Ruanda
Reclam
2018 Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Covergestaltung: zero-media.net
Coverabbildung: Porträt aus der Serie »Frauen von Ruanda« – © OSTKREUZ / Espen Eichhöfer
Gesamtherstellung: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen
Made in Germany 2018
RECLAM ist eine eingetragene Marke der Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart
ISBN 978-3-15-961314-7
ISBN der Buchausgabe 978-3-15-011128-4
www.reclam.de
Meine Recherche begann an einem nebligen Morgen in der Redaktion in Zürich. Ein dickes Bündel Papier lag auf der Tastatur meines Computers, dem einzig freien Platz auf meinem überladenen Schreibtisch. Ich nahm die 391 Seiten zur Hand und blätterte sie zunächst lustlos durch. Es handelte sich dabei um den Gender Gap Report, einen Bericht des Weltwirtschaftsforums, der für jedes Land untersucht, inwiefern seine Männer und Frauen gleichgestellt leben. Wie ich es erwartet hatte, standen zuoberst auf der Rangliste die üblichen Verdächtigen, die skandinavischen Staaten, die bekannt sind für ihre vorbildliche Gleichstellungspolitik. Doch an fünfter Stelle lag ein afrikanisches Land, das ich bisher vor allem mit Mord und Totschlag in Verbindung gebracht hatte: Ruanda. Es war deutlich vor der Schweiz, Deutschland oder Österreich platziert. Wie war das möglich? Noch traute ich den Zahlen nicht.
Und so kam es, dass ich mehrmals nach Ruanda gereist bin und hier von seinen Frauen erzähle, von ihrer Befreiung, ihrer rasanten Entwicklung. Ruanda hat mehr Frauen im Parlament als jedes andere Land auf der Welt und seine zahlreichen Unternehmerinnen sind der Motor einer schnell wachsenden Wirtschaft. Die Ruanderinnen werden vom Staat gezielt gefördert, sie unterstützen sich aber auch gegenseitig, sie sind hartnäckig, selbstbewusst und oft erfolgreich. Wie Epiphanie Mukashyaka, die Kaffee in die ganze Welt exportiert.
Unternehmerin Epiphanie Mukashyaka konnte nur überleben, weil sie sich emazipiert hat.
Die Geschichte von Ruandas Frauen ist eine Erfolgsgeschichte. Doch so verheißungsvoll sie heute klingt, so grauenhaft war ihr Anfang. Sie begann im Frühling 1994 mit einem Völkermord. Kaffeeunternehmerin Epiphanie erinnert sich vor allem an den Geruch der Leichen. Man könne vieles vergessen, aber nicht diesen süßlichen Gestank, der über jeder Straße, jedem Feldweg lag, den man selbst mit der besten Seife nicht aus den Kleidern waschen konnte und der einen noch Jahre später wieder einhole, wegen eines verwesenden Vogels im Hof oder einer toten Maus unter dem Sofa. Das Morden dauerte hundert Tage. Nachbarn töteten Nachbarn, Lehrer ihre Schüler, Nonnen verbrannten Gläubige. Die Flüsse führten mehr Leichen als Schwemmholz. Knapp eine Million Menschen wurden umgebracht. Epiphanie verlor ihren Mann, ein Kind und all ihr Hab und Gut. Sie wusste nicht, wie sie weiterleben sollte, Seite an Seite mit den Mördern ihrer Liebsten, ohne ein Dach über dem Kopf, ohne ihren Mann, der ihr bisher stets gesagt hatte, was zu tun war. Wie gelähmt lag sie auf dem Boden und weinte.
Doch Epiphanie rappelte sich wieder auf, den Kindern zuliebe, wie sie mir sagte. Mit einer Tasse voll Hirse, die sie von der Notration der Caritas abgespart hatte, begann sie Bier zu brauen. Das wenige Geld, das sie damit verdiente, investierte sie in Kaffeebohnen. Die Ideen, die sie in der höchsten Not entwickelte, waren der Anfang eines Unternehmens, das seither stetig gewachsen ist. Heute bezieht Epiphanie von 10 000 Kleinbauern Kaffee, wäscht und verarbeitet die Bohnen und verkauft sie ins Ausland. Bufcoffee heißt die Firma, deren Chefin sie ist.
Auf meinen Reisen nach Ruanda besuchte ich Epiphanie dreimal. Selten hat mich ein Mensch so beeindruckt wie diese besonnene Frau mit der hohen Stirn, die mit zwei Handys gleichzeitig telefonieren kann und mehr Milch trinkt als vier Kleinkinder zusammen. Sie zeigte mir ihre Kaffeewaschanlage, die aussieht wie ein zu groß geratener Swimmingpool, und die Fabrikhalle mit der modernen Mühle, wo sie mir den Unterschied zwischen guten und schlechten Bohnen erklärte. Sie lud mich in ihr Haus auf dem Land ein, in ihr Büro in Kigali und erzählte mir nach und nach ihr Leben. Epiphanie ließ sich nicht unterkriegen, im Gegenteil. Sie hat ihr Trauma überwunden und ist daran gewachsen. Resilienz nennen Psychologen diese Fähigkeit, Krisen als Anlass für Entwicklung zu nutzen. Eine Gabe, die Epiphanie mit hunderttausenden Ruanderinnen teilt. Ihre Geschichte steht deshalb geradezu sinnbildlich für die Entwicklung der Frauen in Ruanda.
Epiphanie ist 58 Jahre alt, doch das hält sie nicht davon ab, Tag für Tag zu ihren Lieferanten zu kraxeln, die in 2000 Metern Höhe Kaffee anpflanzen. An einem schwülen Morgen folge ich ihr über einen rutschigen Pfad, bis sie auf einem terrassierten Feld stehen bleibt. Von hier oben hat man einen Postkartenausblick auf das »Land der tausend Hügel«, wie Ruanda von Reiseveranstaltern genannt wird. »Gorillas im Nebel« ist noch so ein Slogan, denn die Touristen kommen hauptsächlich wegen der Menschenaffen. Ruanda ist winzig und liegt wie ein Bauchnabel inmitten des afrikanischen Kontinents, nur halb so groß wie die Schweiz, aber mit deutlich mehr Einwohnern, mittlerweile sind es zwölf Millionen. Die Kaffeeunternehmerin poliert die beschlagenen Gläser ihrer Schmetterlingsbrille. Sie hat keine Augen für die atemberaubende Aussicht, die nahen Anhöhen in ihren grünen Schattierungen, die fernen Kuppen, die von blau zu grau verlaufen. Einzig die Kaffeesträucher interessieren sie. Mit zusammengekniffenen Augen untersucht sie die Kirschen und lobt dann den Bauern, der ihr keuchend folgt: »Es hat sich bezahlt gemacht, dass du den Boden mit Kompost und Zweigen bedeckt hast.« Während sie mit dem Mann spricht, reißt sie Unkraut aus. Es ist ihre Art, ihn auch auf Versäumnisse hinzuweisen. Frauen in Ruanda kritisieren nie direkt, sondern stets diskret, selbst wenn sie in der stärkeren Position sind.
Die Mutter von Epiphanie, die sie bei sich zu Hause pflegt.
Chefinnen sind heute Alltag in Ruanda. Doch das war nicht immer so. Vor dem Völkermord war das Land stark patriarchal organisiert, Frauen hatten kaum Rechte, durften weder Land besitzen noch erben, mussten ihren Männern aufs Wort gehorchen. Auch Epiphanie war erzogen worden, um zu dienen. Sie gebar ihr erstes Kind mit 17 Jahren, in kurzen Abständen folgten sechs weitere. »Ich durfte das Haus nicht ohne die Erlaubnis meines Mannes verlassen. Wenn wir eine Straße überquerten, hielt ich mich an seiner Hose fest.« Wie die meisten Frauen damals hatte Epiphanie wenig Selbstvertrauen, war isoliert und verbrachte ihre Zeit daheim mit den Kindern. Sie sollte keine sozialen Kontakte pflegen, die einzige Gelegenheit, um Leute zu treffen, waren Hochzeiten. Doch selbst dort wurde sie angehalten zu schweigen, ihre Meinung zählte nichts. Sie ordnete sich unter, weil sie wusste, was geschehen konnte, wenn man auf Konfrontation ging: »Zerstritt sich eine Frau mit ihrem Mann, so endete das oft schlimm. Man nahm ihr die Kinder weg und jagte sie davon, mit nichts als den Kleidern, die sie auf dem Leib trug.«
Sie vertrug sich mit ihrem Mann, sagt, er habe ihr ein komfortables Leben ermöglicht. Er besaß ein Auto sowie einen kleinen Laden, in dem er Seife, Zigaretten und Lebensmittel verkaufte und beschäftigte eine junge Frau, die Epiphanie bei der Hausarbeit zur Seite stand.
Mit dem Völkermord von 1994 änderte sich alles, sie war jetzt Witwe. Weil Frauen damals weder erben noch Land besitzen durften, war sie auf einen Schlag vollkommen verarmt. So wie ihr ging es Tausenden anderen. Ihre Männer waren tot, eingesperrt oder außer Landes geflohen. Schätzungen gehen davon aus, dass unmittelbar nach dem Konflikt 70 Prozent der Bevölkerung weiblich waren. Deshalb war Emanzipation für die meisten Frauen geradezu überlebenswichtig. »Wir mussten lernen, selbstständig zu handeln«, sagt Epiphanie. Sie verließen nach Kriegsende ihren Platz hinterm Herd oder am Feuer, reparierten Häuser, bestellten Felder, trieben Handel, gründeten ein Unternehmen oder machten politische Karriere. Sie schlossen sich zu Gruppen zusammen und kämpften für ihre Rechte.
Die Chefin von Bufcoffee in ihrem Wohnzimmer.
Neun Jahre nach dem Völkermord gab sich das Land eine neue Verfassung. Von nun an waren Frauen vor dem Gesetz vollkommen gleichberechtigt. Ihr Potenzial, das über Generationen brachgelegen hatte, wurde endlich genutzt. Das hat zu einem außergewöhnlichen Wirtschaftswachstum beigetragen, von dem eine breite Bevölkerungsschicht bis heute profitiert. Zahlen der Weltbank und der Vereinten Nationen belegen, dass sich Ruanda in den vergangenen zwei Jahrzehnten schneller entwickelt hat als jedes andere Land in Afrika. Das Wirtschaftswachstum lag seit 2000 bei durchschnittlich 8 Prozent, über eine Million Menschen wurden aus der Armut befreit, die Kindersterblichkeit sank von 23 auf 4 Prozent. Es mache ökonomisch gesehen schlicht keinen Sinn, die Hälfte der Bevölkerung links liegen zu lassen, sagt Präsident Paul Kagame. »Wie soll sich eine Gesellschaft verändern, wenn sie die Hälfte ihrer Ressourcen verschwendet?«
Doch Ruandas Frauen sind mehr als optimal erschlossene Ressourcen, um Kapitalzuwachs zu generieren. Sie sind zunächst vor allem eines: Menschen. Das weiß niemand so gut wie Epiphanie, deren Unternehmen teilweise auch eine humanitäre Einrichtung ist. Statussymbole sind ihr unwichtig, sie lebt in einem bescheidenen Haus, das noch nicht mal eine funktionierende Klospülung hat, denn es macht sie glücklicher, ihr Geld für andere auszugeben als für sich. Sie hat begonnen, den Kaffeebauern kostenlose Kitas anzubieten, weil sie es nicht mit ansehen kann, dass manche ihre Kinder unbeaufsichtigt zu Hause lassen. Sie verschenkt Kühe und Nussbaum-Setzlinge, um die Felder zu beschatten. Sie hat ein Waisenkind bei sich aufgenommen, sie pflegt ihre betagte Mutter.
Epiphanie ist ein außergewöhnliches Beispiel und doch hat sie vieles gemeinsam mit anderen Frauen in Ruanda, deren Alltag oft unbequem und unberechenbar ist, und die sich gleichwohl in einem Tempo entwickeln, mit dem eine Wohlstandsgesellschaft nicht mithalten könnte. Sie schlagen sich durch, improvisieren und vernetzen sich. Einige habe ich für dieses Buch getroffen, etwa eine alte Heilerin, die mit ihrem Showtalent Leben rettete, eine Ministerin, die radikal gegen Diskriminierung vorgeht, eine Radiojournalistin, die der Nation erklärt, wie Frauen zum Orgasmus kommen oder eine Bäuerin, die nach langem Ringen den Mördern ihrer Brüder vergeben konnte. In ihrer Gesamtheit sind sie keine besseren Menschen als die Männer in diesem Land. Aber sie mussten einen steinigeren Weg gehen, und das hat sie geprägt.
Ich weiß nicht, ob Zula Karuhimbi noch lebt. Es ist bereits einige Jahre her, dass die Medien in Ruanda über sie berichtet haben. Sie war schon damals uralt und wohnte in einer lottrigen Hütte, verarmt und vergessen. »Zula verdient ein besseres Leben«, schrieb eine empörte Kommentatorin der Zeitung New Times. Es sei eine Schande, dass sich der Staat nicht um sie kümmere. Eine Heldin lasse man nicht im Stich. Was Oskar Schindler für Deutschland bedeutet, ist Zula Karuhimbi für Ruanda. Sie soll während des Genozids über hundert Menschen das Leben gerettet haben. Ich frage mich, wie ich diese alte Frau finden kann, von der es weder ein Lebenszeichen noch eine Telefonnummer gibt.
Meine Suche beginnt in Nyabugogo, dem wildesten Flecken der Hauptstadt Kigali. Von hier aus fahren Busse in den Norden nach Uganda, ostwärts nach Tansania, hinunter nach Burundi und hinüber in die Demokratische Republik Kongo, aber auch in jeden Winkel von Ruanda. Bereits morgens um sieben sind Fahrzeuge und Menschenmassen derart ineinander verkeilt, dass jede Bewegung einer Mutprobe gleicht. Abgas und Staub reizen die Augen und ins mehrstimmige Hupen und Schreien mischt sich aus den mannshohen Boxen in der Mitte des Platzes auch noch ein französisches Chanson. Die Polizisten, die sonst überall in der Stadt für Ruhe und Ordnung sorgen, starren gelangweilt vor sich hin. Ich trete in einen Bretterverschlag, wo ich 200 Euro gegen ein dickes Bündel schmutziger Fünftausendernoten wechsle. Wenn man ein wenig handelt, erhält man hier den deutlich besseren Kurs als in den klimatisierten Banken im Stadtzentrum. Den Bus nach Muhanga finde ich auf Anhieb, denn aus einem der Fenster lehnt ein junger Mann und winkt mit beiden Armen. Das muss Samuel sein.
Samuel begrüßt mich in einem formellen Englisch, fast so, als wäre er nicht mein Dolmetscher, sondern ein Versicherungsberater. Er trägt ein gebügeltes Hemd und lilienweiße Turnschuhe und hat ein auffallend hübsches Gesicht, das er nun wieder zum Fenster dreht. Ein Mann klopft mit seinem Armstumpf an die Scheibe, vermutlich einer der Überlebenden, die während des Völkermords verstümmelt wurden. Er wird von einem taubstummen Bettler und Marktfrauen weggedrängt. Samuel kauft für umgerechnet 60 Cent eine Sonnenbrille, die ihn etwas weniger strebsam aussehen lässt. Pünktlich um halb acht fahren wir los Richtung Südwesten, in den Distrikt Muhanga, wo Zula zuletzt gelebt haben soll.
Im Zentrum gleicht Kigali einer westlichen Metropole, doch an den ausgefransten Rändern sieht es aus wie in jeder anderen afrikanischen Großstadt: Häuser, von denen man nicht recht weiß, ob sie eben erst gebaut oder bereits wieder abgerissen werden, stehen neben bunten Buden, an deren Wänden illustriert ist, welche Dienstleistung sie anbieten. Besonders häufig sind Friseursalons, Fotostudios und Bars. Die Hügel jenseits der Hauptstraße wurden vor Jahren abgeholzt und mit illegalen Lehmhäusern zugepflastert, deren Wellblechdächer in der Morgensonne glitzern. Zuletzt folgen die Villen am Stadtrand, protzig, aber von mieser Qualität, mit verspiegelten Fenstern, verschnörkelten Balustraden und lachsrosa Fassaden.
Eigentlich mag ich Busfahrten in Afrika nicht besonders. Wenn man Pech hat, lässt das rostige Vehikel stundenlang auf sich warten, um dann in halsbrecherischem Tempo über badewannengroße Schlaglöcher zu rasen. Man stoppt an jeder Kreuzung und hat immer dann eine Panne, wenn garantiert keine Werkstatt in der Nähe ist. In Togo reiste der halbe Bauernhof mit, in Tansania ohrfeigte mich das von der Decke baumelnde Brot, in Sierra Leone saß ich mit der einen Pobacke auf dem Schoss meiner Sitznachbarin und in Äthiopien war derart viel Gepäck auf dem Dach, dass der Bus bedrohlich schief stand und ich mir lieber ein überteuertes Taxi leistete.
In Ruanda hingegen ist Busfahren weder riskant noch ein Abenteuer. Die weißen Toyotas der Firma Horizon können es in Verlässlichkeit und Sicherheit mit den Schweizer Postautos aufnehmen. Pro Sitz ist nur eine Person zugelassen und die Höchstgeschwindigkeit ist begrenzt auf 60 Stundenkilometer. Wann immer ein Fahrer zu viel Gas gibt, ertönt ein unangenehmes Fiepen. Fiept es zu häufig, beginnen die Fahrgäste mahnend zu murmeln. »Früher war man schneller am Ziel, aber es gab schreckliche Unfälle«, erzählt Samuel. »Seit die Verkehrsregeln verschärft worden sind, kann ich sogar im Bus schlafen.« Vor und hinter uns fahren drei Babys mit und wie immer in Afrika wundere ich mich darüber, dass sie nie weinen. Selbst Windeln brauchen sie keine, denn ihre Mütter merken an kleinsten Bewegungen, wenn sie mal müssen. »Ausscheidungskommunikation« heißt das in der Fachsprache. In Europa gibt es jetzt Windelfrei-Coaches, die den Eltern beibringen, die Signale ihrer Babys zu deuten. In einem Blog stand, dass man pro Kind Pampers im Wert von 1000 bis 2000 Euro spart, wenn man es wie die »afrikanischen Naturvölker« aufzieht. Ich beobachte eine elegante Dame in der vordersten Reihe mit Baby am Busen und frage mich, was sie wohl vom Begriff »Naturvolk« hält.
»Hast du Kinder?«, frage ich Samuel. Ja, er hat einen Achtjährigen. Eigentlich wollte er keine weiteren, »zu teuer, zu zeitintensiv«, aber vor einiger Zeit haben er und seine Freundin einen Neffen bei sich aufgenommen sowie ein Nachbarskind, dessen Mutter von einem Tag auf den anderen verschwunden war. Es ist in Ruanda nicht ungewöhnlich, Kinder zu adoptieren, vor allem, wenn man, so wie Samuel, mehr als das Existenzminimum verdient. Er hat mit seinen dreißig Jahren schon manchen Beruf ausgeübt, er war Donut-Verkäufer, Kellner, Radiojournalist, Guide sowie Mitarbeiter diverser NGOs. Aktuell schlägt er sich die Nächte mit Programmieren um die Ohren. Im Laufe meiner zweimonatigen Recherche wird er für mich mehr werden als nur mein Dolmetscher. Samuel wird mein ruandisches Wikipedia, mein Beschützer vor Fettnäpfchen, Trinkkumpan und kritischer Kommentator. Weil er mit der Regierung zuweilen hart ins Gericht geht und Regimekritiker in Ruanda unzimperlich aus dem Weg geräumt werden, nenne ich ihn in diesem Buch nicht bei seinem richtigen Namen. Samuel ist ein Pseudonym.
In Muhanga steigen wir aus und kaufen drei Kilo Reis und drei Kilo Zucker in der Hoffnung, dieses Geschenk später Zula zu überreichen. Dann klettern wir auf den Rücksitz zweier Motorradtaxis und rasen Richtung Musamo, dem Ort, an dem Zula zuletzt gewohnt hat. »Buhoro, buhoro« murmle ich dem Fahrer wie ein Mantra ins Ohr, »langsam, langsam« und weil er nicht reagiert, versuche ich es auf Swahili »polepole«. Vergeblich.
In Afrika journalistisch zu recherchieren, kann frustrierend sein. E-Mails werden selten beantwortet und Telefongespräche sind wegen der schlechten Verbindungen oder der Sprachbarrieren häufig unmöglich. Manchmal hingegen öffnen sich drei Türen gleichzeitig und man stolpert in ein Zimmer, das ein ganzes Buch füllen könnte. Während ich von der Schweiz aus vergeblich versucht habe, Zula zu finden, war es an Ort und Stelle plötzlich kinderleicht. Jeder im Umkreis von zehn Kilometern scheint die alte Frau zu kennen. Eine Nachbarin lotst uns über einen Trampelpfad, der durch hüfthohes Elefantengras führt, zu einem soliden Haus aus frisch verputzten Ziegelsteinen. Ich hatte eine Lotterbude erwartet. »Wohnt hier tatsächlich Zula?«, frage ich die Nachbarin. Sie nickt, die Behörden hätten das Haus renoviert und ans Stromnetz angeschlossen – auf öffentlichen Druck. Über dem Türrahmen piept ein Stromzähler laut und nervtötend wie die Herzfrequenz eines unruhigen Patienten. »Dann lieber keine Elektrizität«, raunt mir Samuel zu und klopft an. Zula öffnet tief über einen Stock gebeugt, humpelt ins Haus, setzt sich in Zeitlupe auf einen Sessel, nimmt von einem Mädchen einen leeren Joghurtbecher entgegen und rotzt geräuschvoll hinein. »Salam alaikum«, sagt sie mit lauter Stimme zu Samuel. Und zu mir gewandt: »Du gleichst meiner Enkelin.« Sie lacht krächzend.
Zula hat ein Gesicht wie eine schrumplige Passionsfrucht und große Ohren, die ihren Schalk unterstreichen. Lustigerweise hat sie ihr Kopftuch nicht über, sondern hinter die Ohren gebunden, so dass sie von ihrem Kopf abstehen wie bei einer Feldmaus. »Mubyeyi«, nennt sie Samuel respektvoll, »liebe Mutter«. Er erklärt ihr, wir hätten gehört, dass sie vielen Menschen das Leben gerettet hat. »Mögen Sie uns davon berichten?« Anstatt zu antworten stützt sich Zula auf ihren Stock und verlässt wortlos den Raum. Ich schaue Samuel fragend an, er macht eine Handbewegung, die ich nicht verstehe. Wenig später kommt sie mit zwei Medaillen zurück, die sie sich wie einen Gürtel um den Bauch bindet. Die eine habe ihr die Regierung verliehen, die andere die muslimische Gemeinschaft. Dann beginnt sie zu erzählen, sprunghaft, aber voller Details: »Ich nahm ein Baby vom Rücken seiner toten Mutter, man hat sie erschlagen. Häuser brannten.« Sie macht eine Armbewegung, als messe sie in jeder Himmelsrichtung den Horizont ab. Leute von weit weg seien zu ihr gekommen, aber auch Nachbarn. Sie zählt die Namen der Menschen auf, die bei ihr strandeten und nennt die Ortschaften, aus denen sie stammten. Von einigen kennt sie die Hintergründe ihrer Flucht: »Den Hutu versteckte ich im Garten. Er war verheiratet mit einer Tutsi. Sie verlangten von ihm, dass er seine Frau tötet, deshalb ist er davongerannt.« Diejenigen Leute, die am meisten gefährdet waren, habe sie drinnen versteckt: »Donath nahm ich ins Haus, den haben sie gesucht, er stand auf ihrer Totenliste.« Zwischen den Sätzen spuckt sie immer mal wieder in den Becher. Sie sagt, sie habe während des dreimonatigen Mordens über hundert Tutsi und einige Hutu versteckt, »im Haus, im Hof und in den umliegenden Feldern«.
Der Völkermord begann am 6. April 1994. Das Flugzeug mit dem damaligen Präsidenten Juvénal Habyarimana an Bord wurde beim Landeanflug auf Kigali von zwei Raketen abgeschossen. Danach kam es schlagartig zu einem Machtwechsel. Die Hutu-Power übernahm die Führung, eine rechtsextremistische Gruppierung, die ein so simples wie brutales Programm hatte: Sie wollten alle Tutsi im Land auslöschen. Ihre Säuberungen hatten sie in den vergangenen Jahren akribisch geplant, hatten Waffen gekauft und in der Bevölkerung verteilt, eine Armee rekrutiert, Totenlisten erstellt und offen den Hass gegen die Tutsi geschürt. Sie waren so gut vorbereitet, dass sie innerhalb von Stunden im ganzen Land Straßensperren errichteten, an denen sich jeder Passant ausweisen musste. Stand in der Identitätskarte das Wort Tutsi, so erschlugen sie die Person an Ort und Stelle. Sie durchsuchten Häuser und Felder nach Tutsi, später auch Krankenhäuser, Schulen und Kirchen. Im Radio Mille Collines verlasen die Moderatoren Namen von »Kakerlaken«, die es auszurotten gelte. Auch die Zeitung Kangura druckte die Todeslisten. Zur massenmedialen Hetze gehörten zudem primitive Karikaturen: Tutsi-Frauen, die mit belgischen Soldaten Sex haben, ein Geschäftsmann, der in einem Kochtopf über dem Feuer schmort und Menschen mit Rattenkörpern. Die Redaktion druckte die zehn Hutu-Gebote, in denen es unter anderem hieß, dass jeder ein Verräter sei, der eine Tutsi heirate, zur Freundin hätte oder einstelle.
Zula erinnert sich gut an jene Zeit vor 23 Jahren. »Die Interahamwe klopften viele Male an meine Tür«, erzählt sie. »Sie wollten das Haus durchsuchen.« Sie habe den Flüchtlingen Ingwer zu essen gegeben, damit sie nicht husten mussten, und ihnen eingebläut, still zu sein. »Kein Mucks, sonst töten sie uns alle.« Interahamwe heißt so viel wie »die zusammenarbeiten«. Es war der euphemistische Name für eine paramilitärische Gruppe, deren einziger Auftrag Mord und Zerstörung war. Die Hutu-Power hatte bereits 1990 begonnen, junge Männer für ihre Todesschwadronen zu rekrutieren. Vorwiegend arbeitslose Jugendliche, die sie in Fanclubs von Fußballvereinen aufgelesen hatten oder auf der Straße beim Zeittotschlagen. Sie waren leichte Beute, denn der wirtschaftliche Zusammenbruch der späten 1980er Jahre hatte ihnen jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft genommen. Manche lechzten geradezu nach einem Ventil für ihren jugendlichen Übermut und nach einem Sündenbock für ihre Misere. »Die Tutsi«, so schärfte man ihnen ein, »nehmen euch die Arbeit weg, das Land, die Frauen. Sie wollen euch alle umbringen. Ihr müsst euch gegen sie verteidigen«. Wenn man sich die Fotos aus den frühen 90ern anschaut, dann könnte man meinen, es handle sich bei der Interahamwe um eine fröhliche Jugendbewegung. Sie trugen keine Uniformen, sondern coole Sonnenbrillen, Käppchen und Kleider aus wild gemusterten Stoffen. Ihre Anführer fuhren Motorräder und ermahnten ein immer größer werdendes Publikum zur »ethnischen Solidarität«. Fahnen wurden geschwungen, Paraden vorgeführt.
Zunächst übten die Männer die »Zivilverteidigung« im Busch mit Holzgewehren, doch von April 1994 an zogen sie mit echten AK-47ern und Handgranaten bewaffnet durch die Straßen und Sümpfe, oder mit Macheten und Knüppeln. Sie töteten singend und johlend. Frauen und Mädchen ließen sie häufig noch ein paar Tage leben, um sie bis zur Bewusstlosigkeit zu vergewaltigen. Sie machten sich einen Spaß daraus, Menschen zu verstümmeln, schwangeren Frauen die Föten aus dem Leib zu schneiden oder Väter zu zwingen, mit ihren Töchtern zu schlafen. Abends betranken sie sich mit Bananenbier, grillten über dem Feuer die frisch geschlachteten Rinder ihrer Opfer und hörten laute Popmusik.
Zula schaffte es mehrere Male, die Interahamwe fortzujagen. Anfangs gab sie ihnen Geld, damit sie wieder verschwanden, doch das war schnell aufgebraucht. Dann wandte sie eine andere Methode an: »Ich mischte zwei Pflanzen mit Wasser, zerdrückte sie im Mörser und strich sie mir auf die Hände. Wenn ich die Männer anfasste, wurde ihre Haut rot, es brannte.« Zula bläst sich die Finger, als hätte sie versehentlich ins Feuer gefasst, zieht ein paar Blätter aus ihrem Kleid und lässt uns daran riechen. Sie ist eine bekannte Heilerin, die Kräuterkunde ist ihr Beruf, seit vielen Jahrzehnten trocknet sie Pflanzen vor dem Haus, mixt Salben und Tinkturen. Die Mörderbanden vertrieb sie mit einer Art Brennnesselsaft, der ihre Haut reizte, und einer klebrigen Mischung, die sie an die Tür und auf den Vorplatz strich. Es waren zwar nur kleine Tricks, aber Zula wusste sie zu inszenieren. Sie spielte die böse Hexe, schlug Pfannendeckel aufeinander und kreischte theatralisch. Um uns ihr Showtalent zu demonstrieren, richtet sie sich im Sessel auf, verzieht das Gesicht zu einer runzligen Fratze, als wäre ihre Haut zwei Nummern zu groß für ihren Kopf und schreit mit schriller Stimme: »Hier ist keine Menschenseele willkommen, weder Hutu noch Tutsi.« Die brutalen Burschen gingen ihr auf den Leim, weil Zula Charisma hat. Ihre Ein-Frau-Show funktionierte aber auch deshalb so gut, weil die meisten Ruander nichts mehr fürchten als schwarze Magie.
Im Verlauf des hunderttägigen Gemetzels suchten immer mehr Menschen Zuflucht bei ihr. Sie kamen in kleinen Gruppen, im Haus gab es schon bald keinen Platz mehr. Zula stellte einen Mann ein, einen entfernten Verwandten, und ließ ihn eine Grube graben, drei Meter tief und mehrere Meter lang. Sie zeigt zur Tür: »Im Innenhof, dort wo ihr hereingekommen seid.« Ihrem Verwandten sagte Zula, sie brauche die Grube, um Regenwasser zu sammeln. Er aber schien zu ahnen, dass sie ihn belog und darin Menschen verstecken wollte. Er versuchte Zula zu einem Handel zu überreden. Sie werde vom Bürgermeister eine Million Ruandische Francs erhalten, wenn sie die Tutsi ausliefere. Trotz hoher Inflation war das eine immense Summe für eine einfache Kräuterfrau. Gleichwohl lehnte Zula das Blutgeld ab. »Wir stritten. Ich brüllte ihn an: In Gottes Namen, was gibt dir das Recht dazu, diese Menschen in den Tod zu schicken? Wie gedenkst du in den Himmel zu kommen? Dann jagte ich ihn davon.« Mit einer Energie, die ich ihr nicht zugetraut hätte, rudert sie mit den Armen, ihre Augen werden feucht, ihre Stimme bricht. Sie ist aufgewühlt, als habe der Streit erst vor wenigen Minuten und nicht vor 23 Jahren stattgefunden. »Mmh, mmh«, macht Samuel, und redet beruhigend auf sie ein.
Zula ist eine Hutu, sie selbst war zunächst nicht in Gefahr. Doch als sie anfing, Menschen zu verstecken, setzte sie ihr Leben für andere aufs Spiel. Wer den Tutsi half, galt als Verräter und wurde umgebracht. Doch Zula machte sich deswegen keine Sorgen, ihre Gedanken drehten sich vor allem darum, genügend Essen für die vielen hungrigen Menschen herbeizuschaffen. Für eine Mahlzeit am Tag habe es irgendwie immer gereicht. Schon als Kind hat Zula gelernt, mit wenig Nahrung auszukommen, das Gefühl eines knurrenden Magens gehört zu ihren frühesten Erinnerungen. Erst allmählich beginne ich zu verstehen, dass Zula eine Art ruandisches Geschichtsbuch ist, Samuel wird sie später »Mama Enzyklopädie« nennen. Er sagt, sie spreche ein gebildetes Kinyarwanda und benutze manchmal alte Wörter, die er gar nicht mehr kenne, »Amashiku« zum Beispiel. So habe man das Stück Land genannt, das jede Familie pflichtgemäß bearbeiten musste, erklärt Zula geduldig. Den Ertrag dieser Felder durften sie nicht behalten, sie mussten ihn an die Kolonialverwaltung abführen. Nahrung war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein Dauerthema, denn seit die weißen Männer Jahr für Jahr einen beachtlichen Teil der Ernte abzwackten, jagte eine Hungersnot die nächste. Eine hieß Rumanurimbaba. Zula sagt, sie sei am Ende dieser Hungersnot auf die Welt gekommen, welche Historiker auf das Jahr 1916 datieren. Demnach ist sie heute 101 Jahre alt.
1916 also wurde in Ruanda eine Heldin geboren. Es ist auch das Jahr, in dem die Alliierten nach Deutsch-Ostafrika vordringen und Daressalam besetzen, die norwegische Stadt Bergen abbrennt, die Aktivistin Emma Goldman nach einem Vortrag über Geburtenkontrolle in New York verhaftet wird, Albert Einstein seine Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie veröffentlicht, in Zürich das Cabaret Voltaire eröffnet und Ruanda von belgischen Streitkräften besetzt wird.
Den ersten Weißen sah Zula in Muhanga, doch er habe keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, sagt sie. »Unsere Babys kommen schließlich auch weiß auf die Welt.« Zula war damals bereits verheiratet. »Ich erinnere mich, dass ich Kleider anhatte.« Bis zu ihrem 31. Lebensjahr sei sie nackt gewesen, trug auch keinen Lendenschurz. Erst am Tag ihrer Hochzeit habe sie zum ersten Mal ihren Körper bedeckt. Sie stammte vermutlich aus einer wohlhabenden Familie, denn nur die konnten es sich leisten, eine Tochter erst so spät unter die Haube zu bringen. Zudem ging sie eine kurze Zeit lang zur Schule, sie erinnert sich an ein enges Klassenzimmer und daran, dass sie ihre Finger und Zehen beim Rechnen zu Hilfe nahm. Ihr Mann hatte bereits zwei Frauen, Zula wurde Nummer drei. Er war ein Tutsi, der vom Familienclan des Königs Rwabugiri abstammte. Sie zeugten zusammen drei Kinder, verbrachten ansonsten aber wenig Zeit miteinander. »Er war häufig bei seinen anderen beiden Frauen.« Auch während des Genozids war er nicht bei ihr. Sie erfuhr erst später, dass er umgebracht wurde. Ebenso ihre drei erwachsenen Kinder. Die groteske Logik der Rassentrennung wollte es, dass die Kinder jeweils die Ethnie des Vaters erbten. »Einige Leute machten sich nach dem Völkermord darüber lustig, dass ich meine eigene Familie nicht retten konnte«, sagt Zula. Von ihrem Gesicht ist keine Regung abzulesen.
Hochzeiten zwischen Hutu und Tutsi waren in ihrer Jugend nicht unüblich, doch Zula erzählt, dass schon damals vereinzelt gestritten wurde. »Es gab Hutu, die hassten Tutsi, und Tutsi, die hassten Hutu. Diese Leute vergifteten sich gegenseitig.« Zula hat sich ihren eigenen Reim auf die Ursache dieser Feindschaft gemacht: »Eifersucht ist die Quelle des Bösen.« Sie erwähnt eine Passage aus dem Koran, die so ähnlich auch im Alten Testament steht. Es ist die Geschichte von Kain und Abel. Aus lauter Neid erschlägt der Ackerbauer Kain seinen Bruder, den Hirten. Er wurde so zum berühmtesten Mörder der Menschheitsgeschichte.
Hochzeitsgesellschaft: In Zulas Jugend war es üblich, dass Hutu und Tutsi untereinander heirateten.
