Freedom Bar - David Bielmann - E-Book

Freedom Bar E-Book

David Bielmann

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Beschreibung

»Freedom Bar« entwirft eine modern-urbane Welt voller eigenwilliger und liebenswürdiger Alltagshelden, deren Wege und Sehnsüchte sich immer stärker verstricken: Der junge Bert Bucher sieht sich als künftiger Rockstar. Da kommt ihm der Tod seiner Großmutter gerade gelegen, so kann er in ihre leerstehende Wohnung in Freiburg ziehen und seine Karriere vorantreiben. Ein Vorhaben, das bald von der schönen Studentin Lana gestört wird. Johann B. Grab ist Inhaber einer Buchhandlung und sehnt sich zurück in eine Welt ohne Internet. Seine griechische Frau hingegen wünscht sich ein Kind, und der zeugungsunfähige Johann ist bereit, zu diesem Zweck einen Mann für sie zu suchen. Henry Schweizer wohnt in seiner Bar, die er zu seinem persönlichen Sehnsuchtsort gemacht hat. Hier verwässern sich Sorgen im Rausch, abstruse Ideen reifen zu Taten heran und Verlierer werden zu Gewinnern. In seinem wunderbar tiefsinnigen und amüsanten Roman vereint David Bielmann die großen Themen des menschlichen Seins: Liebe, Freiheit, Sehnsucht und die Frage nach dem Sinn.

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Seitenzahl: 334

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Freedom Bar

David Bielmann

Impressum

1. Auflage 2016

Alle Rechte vorbehalten

© Copyright by Riverfield Verlag, Basel

www.riverfield-verlag.ch

Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich

Lektorat: Dr. Mechthilde Vahsen, Düsseldorf

Korrektorat: Susanne Dieminger, Friedberg/Bayern

E-Book-Programmierung: Dr. Bernd Floßmann, Berlin

ISBN 978-3-9524523-5-6 (E-Book)

ISBN 978-3-9524523-4-9 (Print)

Prolog

Das Haus in der Lausannegasse mit der Nummer dreiundvierzig hatte eine lange Geschichte hinter sich, aber dafür interessierten sich selbst unter den Historikern nur diejenigen, die sich mit der Belle Époque, speziell mit der Stadt Freiburg in der Belle Époque, speziell mit der Entwicklung der Lausannegasse in der Stadt Freiburg in der Belle Époque auseinandersetzten.

Heute interessierte man sich eher für die Bar, die sich im Keller des Hauses befand. Sie hieß Freedom Bar, und trotz des knappen Raums fühlten sich die Leute hier meistens sehr frei, weil sie vieles an Amerika erinnerte, das freie Land schlechthin, weil sie sich von ihren Sorgen und Ängsten freitrinken konnten, manchmal mit Freibier, weil sie fast immer, wenn sie hierherkamen, freihatten, und schließlich auch, weil viele von ihnen in keiner festen Beziehung lebten und deshalb freie Menschen waren. Der Name der Bar war also durchaus Programm, etwas, was ihr Inhaber bei sich selbst unbedingt vermeiden wollte, denn er hieß Heinrich Schweizer, und er hatte seiner Bar nicht einen Wildwesttouch verpasst, um dann als klassischer Eidgenosse wie ein Fremdkörper darin zu wirken, außerdem besaß er keinen ausgeprägten Nationalstolz. Inzwischen nannte er sich einfach Henry, ein kleiner Kunstgriff, der ihn selbstbewusster und insgesamt zufriedener machte.

Das Erdgeschoss besetzte ein introvertierter Mann namens Johann B. Grab mit seiner Buchhandlung Wissensarchiv. Die Buchhandlung hatte ihre besten Zeiten hinter sich, und dafür gab es tausend Gründe: Die Leute fanden keine Zeit mehr, um Bücher zu lesen, man bekam die Bücher im Internet billiger, die guten Bücher wurden alle verfilmt und man konnte sich das Lesen sparen, die berühmten Schriftsteller schrieben keine Bücher mehr, weil sie längst tot waren – mit Sicherheit aber lag der wachsende Misserfolg des Wissensarchivs auch daran, dass Johann B. Grab zwar Ahnung von Büchern, aber nicht vom Führen einer Buchhandlung hatte.

Im ersten Stock befand sich eine Kanzlei, die der Scheidungsanwalt Gregor Mahrer kürzlich eröffnet hatte. Sein Geschäft lief gut, und auch sonst hatte er kaum Anlass dafür, mit seinem Leben unzufrieden zu sein, er war immer noch gut aussehend, immer noch sportlich, immer noch verheiratet. Und er war Vater eines kleinen Sohnes, den man dem großen Scheidungsanwalt zu Ehren Gregor getauft hatte. Seine Frau Corina kümmerte sich um die Erziehung, und dass sie das gut tat, war gewiss, denn sie hatte einmal Erziehungswissenschaften studiert, ohne Abschluss zwar, aber mit Schwerpunkt Schwererziehbarkeit.

Die Dachwohnung schließlich hatte während Jahrzehnten dem Ehepaar Flüeler gehört, das den Nachbarn in all dieser Zeit höchstens durch seine Unauffälligkeit aufgefallen war. Als Konrad Flüeler vor fünf Jahren starb, wirkte sich dies nicht im Geringsten auf das Leben der Leute in der Lausannegasse aus. Auch im Haus mit der Nummer dreiundvierzig ging der Alltag weiter, als lebte Konrad Flüeler immer noch oder als hätte er nie gelebt, und die nahen Verwandten stellten nach anfänglicher Besorgnis fest, dass der Tod des Gatten sogar für die Witwe kein so einschneidendes Ereignis war. Vor zwei Wochen nun starb auch Seraphina, und ihr Ableben war für einige Personen schon von größerer Bedeutung. Es bescherte dem Musiker Bert Bucher die Ankunft in der Stadt. Und der Stadt die Ankunft von Bert Bucher.

 

1

Bert Bucher hatte mit einer gewissen Coolness auf den Tod seiner Großmutter reagiert. Er hatte sie, da er in einem anderen Teil der Schweiz aufgewachsen war, nicht sehr oft gesehen, andere Dinge dominierten sein Denken und Handeln, und überhaupt war der Altersunterschied für eine richtig innige Beziehung einfach zu groß gewesen.

Inzwischen fand er sogar, dass ihr Tod das Beste war, was ihm hatte passieren können, denn sein Leben war damit in völlig neue Bahnen gelenkt worden. Natürlich hätte er das so niemandem gesagt, positive Äußerungen über den Tod eines Mitmenschen waren im 21. Jahrhundert noch nicht salonfähig, auch dann nicht, wenn sie angebracht gewesen wären. Den guten wie den schlechten Menschen erließ man nach dem Tod nachsichtig ihre Sünden, der Tod war schließlich Strafe genug. Darüber hinaus zu richten stand dem Erdbewohner nicht zu, er bevorzugte ein versöhnliches Ende und sprach die Verstorbenen in seinem Gedächtnis heilig.

Von solch archaischen Ehrfurchtsriten hielt Bert nicht viel, er behielt seine Großmutter so in Erinnerung, wie er sie zu ihren Lebzeiten erfahren hatte, als zwar nette, aber furchtbar engstirnige und langweilige alte Frau.

Seit ein paar Tagen lebte er in ihrer Wohnung, wobei er kein schlechtes Gewissen zeigte, es sich dabei gut gehen zu lassen. Man hatte jemanden gesucht, der die Wohnung bis zu deren Vermietung ein bisschen unterhalten und vor allem aufräumen sollte. Einem Außenstehenden wollte man diese Aufgabe nicht anvertrauen, und der Einzige innerhalb der Familie, der sich einen längeren Aufenthalt in Freiburg vorstellen konnte, war Bert gewesen.

Der Umzug in die große Westschweizer Metropole, die hundert Mal mehr Einwohner zählte als sein Heimatdorf im Oberwallis, war für Bert schon ein Kulturschock. Aber er wollte an diesem pulsierenden Stadtleben einmal teilhaben, Kaufhäuser, Nachtclubs, Verkehrschaos, Fußgängermeilen, Drogenrazzien, Obdachlose, er wollte diesen ganzen urbanen Wahnsinn einmal aus dem Kern heraus fühlen und aufsaugen. Außerdem hatte ihm sein Cousin den Insidertipp gegeben, Freiburg sei in den letzten Jahren so etwas wie ein geheimer Mittelpunkt der Rockmusik geworden, besitze eine unglaublich lebendige und vielseitige Undergroundszene, es wimmle hier nur so von Talenten und solchen, die etwas mit diesen Talenten vorhätten. Mit ihrer Universität und ihrer Zweisprachigkeit sei die Stadt außerdem ein Schmelztiegel, ein riesiger völkerverbindender Rummelplatz, ein Weltdorf – die Schwärmereien hatten Bert an London erinnert, das als Rockmusikkapitale oft mit ähnlichem Vokabular beschrieben wurde.

In seinen Tagträumen stellte er sich die Sache ungefähr so vor: Wie die Beatles zu Beginn ihrer Karriere in Hamburg wollte er hier seinen kometenhaften Aufstieg starten. Er würde sich zuerst als Straßenmusiker einen Namen machen, bald in den angesagtesten Clubs der Stadt auftreten, allmählich vom Geheimtipp zur gefeierten lokalen Größe werden, bis ihm jemand, der die Macht dazu besaß, in die erste Liga der Rockmusik verhelfen würde. Freiburg sollte zu seinem Hamburg werden, zum Sprungbrett also, das ihn in die Welt hinauskatapultierte, zum Beispiel direkt nach London.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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