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Poet, Naturbeobachter, Tröster – Paul Gerhardt (1607–1676) ist Dichter, Theologe, Philosoph und Psychologe in einer Person. Er zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die der Protestantismus hervorgebracht hat. Mit seinen Texten spricht er Menschen aus dem Herzen und findet zu Herzen gehende Worte. In seinen Liedern wirbt er um Gottvertrauen. Aber auch Menschen, die nicht religiös verwurzelt sind, finden sich in ihnen wieder. Alle seine Texte – von »Geh aus, mein Herz, und suche Freud« über »Fröhlich soll mein Herze springen« bis »Befiehl du deine Wege« – sind nicht im Elfenbeinturm entstanden, sondern im Angesicht der Herausforderungen des Alltags. Sie schlagen die Brücke aus der Zeit des Barock zu den Gottsuchern der Moderne, den Einsamen, Verzweifelten, aber auch zu den Fröhlichen. Gerhardts Lieder sind eine Hommage an die Freude und an die Liebe. Im Blick auf die Erwartungen an Gott sind sie so eindringlich wie die Psalmen. Sie unterhalten und lenken beim Spaziergang in der Natur den Blick aufs Wesentliche und wecken die Lust aufs Leben. Dieses Buch umfasst 22 der schönsten Lieder Paul Gerhardts sowie sein Testament. Konzipiert als Brevier mit kurz gefassten Interpretationen als Begleiter durch das Kirchenjahr.
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2026
Udo Hahn
Das Paul-Gerhardt-Brevier
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
2., überab. u. veränd. Auflage 2026
© 2007 by Evangelische Verlagsanstalt GmbH · Blumenstr. 76 · 04155 Leipzig
Printed in Germany
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Gesamtgestaltung: makena plangrafik, Leipzig
Coverbild: © Cristina / Adobe Stock
Druck und Binden: BELTZ Grafische Betriebe GmbH, Bad Langensalza
ISBN 978-3-374-08053-3 // eISBN (E-Pub) 978-3-374-08054-0
www.eva-leipzig.de
Einführung
Paul Gerhardt – Leben und Wirken
Wie soll ich dich empfangen
Ich steh an deiner Krippen hier
Nun laßt uns gehn und treten
Du meine Seele singe
Herr, der du vormal hast dein Land
Ich singe dir mit Herz und Mund
Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
O Haupt voll Blut und Wunden
Auf, auf, mein Herz mit Freuden
Nun danket all und bringet Ehr
Ist Gott für mich, so trete
Zieh ein zu deinen Toren
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
Die güldne Sonne
Wach auf, mein Herz und singe
Lobet den Herren alle, die ihn ehren
Warum sollt ich mich denn grämen
Befiehl du deine Wege | Psalm 37,5
Gib dich zufrieden und sei stille
Nun ruhen alle Wälder
Ich bin ein Gast auf Erden
Paul Gerhardts Testament I
Paul Gerhardts Testament II
Fröhlich soll mein Herze springen
Poet, Naturbeobachter, Tröster – Paul Gerhardt ist Dichter, Theologe, Philosoph und Psychologe in einer Person. Geboren 1607 im Zeitalter des Barock und wenige Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg, gestorben 1676 vor 350 Jahren. Er zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die der Protestantismus hervorgebracht hat. Neben Martin Luthers Übersetzung der Bibel ins Deutsche und den Märchen der Brüder Grimm ist es vor allem die sprachschöpferische Kraft Gerhardts, die Menschen über Generationen anrührt. Der Poet des Evangeliums spricht ihnen aus dem Herzen und findet zu Herzen gehende Worte, er nimmt auf, was buchstäblich auf der Seele lastet. Wie kaum ein anderer hat er die Hand am Puls der Ängstlichen, Bedrängten, Hoffnungslosen. Was er aufschreibt, wird gesungen, gesprochen und gebetet. In seinen Liedern wirbt er leidenschaftlich um Gottvertrauen. Aber auch Menschen, die nicht religiös verwurzelt sind, finden sich in dem wieder, was er schreibt und beschreibt. Und zwar jenseits der Wirklichkeit, in die wir mitunter schicksalhaft eingebunden sind, als Möglichkeitsraum, wie die Welt auch sein kann bzw. als Möglichkeitsraum Gottes, wie Glaubende die Welt verstehen. Er tröstet, ohne zu vertrösten. Seine Texte entstehen nicht im Elfenbeinturm, sondern im Angesicht der Herausforderungen seines Alltags. Ihre Aussage- und Deutungskraft überdauert die Zeiten und erreicht Menschen auch heute.
Dabei geht es im Kern immer um zwei Fragen: Kann man wirklich an Gott glauben? Und was bringt mir das? Mitunter werden sie auch so formuliert: Wie finde ich den Sinn meines Lebens? Und was gibt mir Orientierung und Halt? Weit genug verfolgt, münden sie irgendwann ein in die Frage nach Gott. Paul Gerhardts Lieder sind in dieser Hinsicht zeitlos aktuell. Sie schlagen die Brücke aus der Zeit des Barock geradewegs zu den Gottsuchern der Moderne, den Einsamen, Verzweifelten, aber auch zu den Fröhlichen, die ihre Freude über das Gute und Schöne und das Glück des Augenblicks nicht für sich behalten wollen. Sie sind eine Hommage an die Freude und an die Liebe. Im Blick auf die Erwartungen an Gott sind sie so eindringlich wie die Psalmen, aber ohne theologisch zu belehren. Sie unterhalten und lenken beim Spaziergang in der Natur den Blick aufs Wesentliche: auf den Baum, die Wiese, die Lerche, den Bach. Und wecken die Lust aufs Leben.
Seine Dichtung hat die Zeiten überdauert, hat konfessionelle und sprachliche Grenzen überwunden, wurde ins Holländische, Französische, Englische, Spanische, aber auch in afrikanische, asiatische und viele andere Sprachen übersetzt. Paul Gerhardts Namen tragen Kirchen, Gemeindehäuser, Schulen und Straßen.
Heute ist Paul Gerhardt – neben Jochen Klepper im 20. Jahrhundert – der einzige Liederdichter, der einen durchs gesamte Kirchenjahr begleitet: »Wie soll ich dich empfangen« (EG 11) – damit kann man sich auf die Adventszeit einstimmen. Weihnachten: »Fröhlich soll mein Herze springen« (EG 36) und »Ich steh an deiner Krippen hier« (EG 37). Zum Jahreswechsel: »Nun laßt uns gehen und treten« (EG 83). In der Passionszeit: »Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld« (EG 83) und »O Haupt voll Blut und Wunden« (EG 85). Ostern: »Auf, auf, mein Herz, mit Freuden« (EG 112). Pfingsten: »Zieh ein zu deinen Toren« (EG 133). Der Tag lässt sich mit ihm beginnen – »Lobet den Herren, alle die ihn ehren« (EG 447) – und mit ihm beschließen: »Nun ruhen alle Wälder« (EG 477).
Seine Lieder können schon mal bis zu 18 Strophen umfassen – gesungen werden in den Gottesdiensten meist nur wenige. Leider. Die geistliche Kraft kann sich so nicht wirklich entfalten. Es lohnt sich, dem Spannungsbogen des Dichters von Anfang bis Ende zu folgen. Etwa bei seiner Interpretation von Psalm 37,5, dessen Worte den Beginn einer jeden der zwölf Strophen markieren: »Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.«
In seinem Lied »Befiehl du deine Wege« (EG 361) mahnt Gerhardt in der ersten Strophe zum Vertrauen auf Gott: »Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege. Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.« In der siebten Strophe rät er zur Zuversicht: »Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen Gute Nacht! Lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl.«
So geht trösten! Und so ist es seiner ursprünglichen Bedeutung nach gemeint: zum Herzen reden – Halt geben – ein Aufatmen verschaffen – neue Kräfte mobilisieren. Und: aufstehen.
Wer getröstet ist, steht auf. Auch im übertragenen Sinne: mobilisiert die innere (Widerstands)Kraft. Dass »Auferstehen« sprachlich nahe liegt, signalisiert, wie die österliche Auferstehungsbotschaft im Alltag wirkt. So sieht es der christliche Glaube.
Gerhardts Lieder sind keine expliziten Kommentare zum Geschehen seiner Zeit. Er dichtet von »Krieg und großen Schrecken, die alle Welt bedecken« (EG 58,3), ohne den Dreißigjährigen Krieg beim Namen zu nennen. Auch jene Lieder, die nicht in Gesangbüchern Aufnahme fanden, lohnen die Lektüre. In diesen thematisiert er, worunter nicht nur gegenwärtige, sondern auch künftige Generationen leiden. Etwa unter Ungerechtigkeit (»man jagt und plagt die armen Leut’«) und sozialer Kälte (»Barmherzig sein und lieben, / Das sieht man selten üben«). Und von Bußfertigkeit keine Spur (»Kein Mensche hört fast mehr, / Was Gottes Wort uns lehr«). Ganz zu schweigen von der Vergeblichkeit eigener Anstrengungen (»Was ist mein ganzes Wesen / Von meiner Jugend an, / Als Müh und Not gewesen«) und von den Enttäuschungen (»Ach wie untreu und verlogen / Ist die Liebe dieser Welt«).
Unter allen Liedern Paul Gerhardts ragt gewiss »Geh aus, mein Herz, und suche Freud« (EG 503) hervor. Dabei erweist sich der Dichter nicht nur als genauer Beobachter der Natur, sondern er weiß um ihre wohltuende Wirkung für Herz und Gemüt. Er reimt die fünfzehn Strophen für seine Frau nach dem Tod eines Kindes. Und öffnet damit allen, die verzweifelt, gar depressiv sind, eine Perspektive: von sich selbst wegschauen, nicht ständig in Gedanken um sich selbst kreisen – das ist ein durchaus probates Mittel. Wahrnehmen, was um einen herum geschieht, sich an der Natur erfreuen – sie war gewiss auch zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs nicht nur Idyll – und sie so deuten, als sei sie ein ganz persönliches Geschenk des Schöpfers an leidende Zeitgenossen: »Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben […]« (EG 503,1).
Als begnadeter Dichter wirkt er in seinen Liedern bis heute. Der Schriftsteller Rudolf Alexander Schröder notiert: »Es ist immer, als ginge die Sonn auf, wenn der Name Paul Gerhardt in mein Gedächtnis tritt.« Und der evangelische Theologe und Märtyrer Dietrich Bonhoeffer hält in seinem Tagebuch im Gefängnis am 13. November 1943 fest: »In den ersten 12 Tagen, in denen ich hier als Schwerverbrecher abgesondert und behandelt wurde – meine Nachbarzellen sind bis heute fast nur mit gefesselten Todeskandidaten belegt –, hat sich Paul Gerhardt in ungeahnter Weise bewährt.« An anderer Stelle schreibt er, es sei »gut, Paul-Gerhardt-Lieder zu lesen und auswendig zu lernen, wie ich es jetzt tue«.
Ob Paul Gerhardt, der so kraftvoll trösten, von fester Zuversicht und schier unerschütterlichem Gottvertrauen dichten konnte – gegen Krieg und persönliches Leid – getröstet gestorben ist? Um 1700 ist von einem unbekannten Maler für die Kirche in Lübben ein überlebensgroßes Gemäldeporträt entstanden. Es trägt den Hinweis: »Paulus Gerhardt der Theologe, erprobt im Sieb Satans, hernach fromm gestorben …« In seiner Todesstunde, so wird überliefert, soll er eigene Verse gesprochen haben.
Seinen Glauben sah der Poet Gottes auf vielfältige Weise auf die Probe gestellt. Die Bildunterschrift nimmt Bezug auf Lukas 22,31: »Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.«
Jeder weiß: Im Sieb des Satans hin- und hergeworfen zu werden, das ist kein Rummelplatz-Vergnügen. Dabei fällt einem zum Beispiel Hiob ein, der alles verloren hat – Hab und Gut und seine Familie. Um zu verstehen, was mit dem Sieben gemeint ist, muss man sich den Vorgang selbst vor Augen führen. Das Dreschen ist bereits vorüber, auch das Worfeln, bei dem der starke Westwind die Spreu vom Weizen trennt, wenn beides mit der Schaufel in die Luft geworfen wird. Aber auch diese Stufen sind schon vorbei: Im Grobsieb ist alles zurückgeblieben, was größer ist als ein Weizenkorn. Und durch das Feinsieb ist all das gefallen, das kleiner als Weizenkorn ist. Als letzte (!) Stufe der Weizengewinnung erfolgt das Schütteln und Rütteln im Sieb, bei der schließlich der noch vorhandene Unrat und Schmutz beseitigt wird. Dies hat sich der Satan – so in dem Text aus dem Lukasevangelium – für Petrus ausbedungen. Wobei der Wunsch »euch zu sieben« letztlich über Petrus hinausweist auf alle Glaubenden. Als Beispiel, wie es einem geht, der vom Satan gesiebt wurde, so hat sich Paul Gerhardt selbst gesehen.
In der Kirche in Mittenwalde hat er eine hölzerne Tafel anbringen lassen. Auf ihr stehen die Worte aus 1. Mose 47,9: »Wenig und böse ist die Zeit meines Lebens.« Er ist jedoch weit davon entfernt, in Bitterkeit zu versinken. Umso glaubwürdiger ist sein Trost. Nur ein Getrösteter – das hat er in Grenzsituationen selbst ein ums andere Mal erfahren – kann selbst trösten, anderen Menschen Mut machen. Bis auf den heutigen Tag.
Dieses Buch umfasst 22 Lieder Paul Gerhardts sowie sein Testament. Konzipiert ist es als Brevier – mit kurz gefassten Interpretationen –, das durch das Kirchenjahr begleitet.
Er ist der wohl bekannteste evangelische Liederdichter. Das hat nicht nur mit der Fülle, sondern der herausragenden poetischen Qualität seiner Lieder zu tun. 139 stammen aus seiner Feder, 27 davon finden sich im Stammteil des »Evangelischen Gesangbuchs« (EG). Und im Stammteil des katholischen Gesangbuchs »Gotteslob« sind es sieben. Viele seiner Gedichte, die man als Gebete sprechen oder singen kann, sind Klassiker geworden – nicht nur in der Kirche. Johann Crüger und Johann Ebeling komponieren die eingängigen Melodien zu seinen Texten. Johann Sebastian Bach hat seine Verse »O Haupt voll Blut und Wunden« in der Matthäuspassion vertont.
Über das Leben des Mannes, der seine Texte stets mit »Paulus« Gerhardt unterschrieb, ist aufs Ganze gesehen jedoch nur wenig bekannt. Lediglich ein Porträt gibt es von ihm, der am 27. Mai 1676 in Lübben/Spreewald stirbt. In der dortigen Kirche wird er beigesetzt. In ihr hängt das überlebensgroße Ölgemälde. Am 12. März 1607 wird er in Gräfenhainichen bei Wittenberg geboren. Über den Himmel dieses Jahres zieht ein Komet. Sein Schweif ängstigt die Menschen. Erst hundert Jahre später wird der englische Physiker Edmond Halley das Rätsel lösen, dass es sich bei dem Sternenschweif um einen Kometen handelt, der etwa alle 76 Jahre wiederkehrt. Später wird festgestellt, dass der Komet seit dem Jahr 240 vor Christi Geburt schon mindestens fünfundzwanzig Mal beobachtet werden konnte. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist es ungewöhnlich kalt. Die von den Meteorologen als »Kleine Eiszeit« beschriebene Abkühlung des Klimas in Europa führt zu harten Wintern und Ernteausfällen. Auch die politischen Zeichen lassen nichts Gutes ahnen. Einhundert Jahre nach der Veröffentlichung der Thesen Martin Luthers in Wittenberg stehen die Zeichen auf Eskalation. 1618 treten die katholischen und protestantischen Mächte in einen Krieg ein, der dreißig Jahre dauern wird.
Pauls Vater, Christian Gerhardt, ist Bauer und Gastwirt, zeitweilig auch Bürgermeister. Seine Mutter, Dorothea, stammt aus einer Pfarrersfamilie. Beide Eltern sterben früh. Mit 14 Jahren ist Paul Gerhardt Vollwaise. Dank des kleinen Familienerbes kommt er als 15-Jähriger auf die sächsische Fürstenschule nach Grimma. 1628 nimmt er das Studium der Theologie in Wittenberg auf. Erst 14 Jahre später findet sich wieder eine Spur von ihm: Sein frühester bekannter Text ist ein lateinisches Glückwunschgedicht zur Promotion des Magisters Jakob Wehrenberg. Auf 1643 lässt sich sein ältestes Gedicht in deutscher Sprache datieren – entstanden anlässlich einer Hochzeit. Und noch immer zeichnet er seine Texte mit »Student der Theologie«. Wahrscheinlich hat er seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer verdient. 1651 übernimmt er seine erste Pfarrstelle: in Mittenwalde im Spreewald.
Im Alter von 48 Jahren heiratet er 1655 die damals 33-jährige Anna Maria Berthold. Die erste Tochter – Maria Elisabeth – stirbt nach acht Monaten; das zweite Töchterchen nach vierzehn. Das drittgeborene Kind, ein Sohn, nur wenige Stunden nach der Geburt. Das vierte Kind, Paul Friedrich, wird seine Eltern überleben. Das fünfte stirbt nach sieben Monaten. Die Mutter erholt sich nach der Geburt nicht mehr und stirbt 1668.
1657 übernimmt Paul Gerhardt die dritte Pfarrstelle an der Berliner Hauptkirche St. Nikolai. Dort gerät der Dichter jedoch mit
