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Durch die Corona-Pandemie ist die alte Debatte um Care-Arbeit in Deutschland neu entflammt. Wieder mal bleibt es an Frauen hängen, Homeschooling und Homeoffice versöhnlich zu strukturieren, Pflegekräfte in Krankenhäusern, Palliativstationen, Altenheimen werden plötzlich beklatscht – aber auch schnell wieder vergessen. Dabei spiegelt sich in der Care-Arbeit das Allgemeinmenschliche, die Arbeit am Überleben, die Ausrichtung am anderen und dessen Bedürfnissen, die Sorge um die eigene Endlichkeit. Care-Arbeit, so Marlene Müller-Brandeck in Kursbuch 203, muss als professionelle Bedürfniskoordination also Qualitätsmaßstäbe zugrunde legen, die nicht zur Routine, sondern eher strukturierter Unstruktur gleichen müssten. Denn ohne Abwechslung, ohne das Gefühl des Nichtalltäglichen überlebt weder der "care giver" noch der "care-receiver", egal ob in der Familie oder auf Station.
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Seitenzahl: 16
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Inhalt
Marlene Müller-BrandeckFür andere lebenMöglichkeitsräume aktueller Care-Arbeit
Die Autorin
Impressum
Marlene Müller-BrandeckFür andere lebenMöglichkeitsräume aktueller Care-Arbeit
Eine Mutter fesselt ihre drei Söhne, tapt ihnen den Mund zu, reiht sie nebeneinander auf dem Boden auf. Endlich kann sie sich auf ihre Arbeit im Homeoffice konzentrieren. Während des Lockdowns hat diese Karikatur sicher für manches Schmunzeln bei gestressten Eltern gesorgt. Genauso wie für blanke Empörung: Eltern hätten sich schließlich selbst ausgesucht, Kinder zu bekommen, wie könnten sie sich nun darüber beschweren, wenn ihre Kinder den ganzen Tag zu Hause seien und sie Zeit mit ihnen verbringen müssten? Schließlich sei es die Aufgabe von Eltern, sich um ihre Kinder zu kümmern!
