Fürsten-Roman 2553 - Svenja Norden - E-Book

Fürsten-Roman 2553 E-Book

Svenja Norden

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Beschreibung

Wirbel im Schlosshotel: Hat Prinzessin Alina dem falschen Mann ihr Herz geschenkt?


Schloss Bartenstein muss gerettet werden! Das ist die einstimmige Meinung der fürstlichen Familie. Gemeinsam muss es doch zu schaffen sein. Prinzessin Alinas Idee, den alten Besitz in ein Hotel zu verwandeln, verspricht Erfolg. Zunächst ...


Doch schon nach kurzer Zeit sinkt der Mut der Familie wieder, denn ein großer Hotelkonzern versucht, das romantische Schlosshotel aufzukaufen. Die von Bartensteins erwarten voller Unruhe den Chef des Konzerns. Ist es der nörgelnde Gast, dem niemand etwas recht machen kann? Oder ist es vielleicht doch der gut aussehende junge Mann, der Prinzessin Alinas Herz gewonnen hat, jedoch immer sehr geheimnisvoll tut?

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EPUB

Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Impressum

Wirbel im Schlosshotel

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: LiudmylaSupynska / iStockphoto

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-6593-1

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Wirbel im Schlosshotel

Hat Prinzessin Alina dem falschen Mann ihr Herz geschenkt?

Von Svenja Norden

Schloss Bartenstein muss gerettet werden! Das ist die einstimmige Meinung der fürstlichen Familie. Gemeinsam muss es doch zu schaffen sein. Prinzessin Alinas Idee, den alten Besitz in ein Hotel zu verwandeln, verspricht Erfolg. Zunächst …

Doch schon nach kurzer Zeit sinkt der Mut der Familie wieder, denn ein großer Hotelkonzern versucht, das romantische Schlosshotel aufzukaufen. Die von Bartensteins erwarten voller Unruhe den Chef des Konzerns. Ist es der nörgelnde Gast, dem niemand etwas recht machen kann? Oder ist es vielleicht doch der gut aussehende junge Mann, der Prinzessin Alinas Herz gewonnen hat, jedoch immer sehr geheimnisvoll tut?

Das bezaubernde Wasserschloss Bartenstein lag im glitzernden Sonnenschein. Man konnte den Frühling förmlich riechen. Im Park sprossen die Krokusse in bunter Pracht. Die Schneeglöckchen hatten in der schon recht warmen Sonne ihre Kelche geöffnet, und hier und dort streckten bereits die Narzissen ihre Köpfe senkrecht in den blauen Frühlingshimmel.

Im Wasser des Burggrabens spiegelten sich die Zinnen und Türmchen von Schloss Bartenstein. Die weiße Fassade reckte sich majestätisch empor, wenn man über die kleine Brücke ging, die in dem mächtigen Torbogen endete, an dem noch immer, wie vor dreihundert Jahren, die Zugbrücke befestigt war, die das Schloss vor Raubrittern geschützt hatte.

An diesem Sonntag strebten wieder einmal viele Touristen dem Schloss Bartenstein zu, um es zu besichtigen und sich für eine Weile in die Zeit der Ritter zurückversetzen zu lassen. Die »modernen Raubritter«, wie Fürst Lambert, der Hausherr, die Touristen ein wenig verächtlich zu nennen pflegte.

Im Ostflügel des Schlosses, in dem die Familie wohnte, herrschte alles andere als Frühlingsstimmung. Doch davon merkten die Besucher natürlich nichts. Sie ließen sich von Prinz David, dem ältesten Sohn des Fürsten, durch alle Räume führen, staunten über die Ritterrüstungen und die alten Waffen und hörten andächtig zu, wie Prinz David über die Geschichte derer von Bartenstein und das Schloss erzählte.

Unterdessen ging im Salon des Ostflügels Fürst Lambert mit sorgenvoller Miene auf und ab. Er hatte den Familienrat einberufen, denn große Sorgen plagten ihn.

»Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden«, meinte er. »Bartenstein ist am Ende!«

Prinzessin Vera, Lamberts unverheiratete Schwester, blickte ihren Bruder verständnislos an. Sie gab sich jedoch äußerlich gelassen. Nur wer die Prinzessin näher kannte, bemerkte ihre Nervosität, denn sie zerknüllte das Spitzentaschentuch, das sie in der Hand hielt, zwischen ihren Fingern.

Paola, Fürst Lamberts jüngste Tochter, sprang mit einem entsetzten Aufschrei auf.

»Du meinst, wir sind bankrott? Wir haben kein Geld mehr?«, rief sie und hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund.

»So ist es, mein Kind!«, murmelte der Fürst, während er noch immer unruhig auf und ab ging.

»Bitte, Lambert, setz dich, du machst mich ganz nervös mit deinem Herumgerenne«, tadelte Vera ihn. »Bitte setz dich, und dann erkläre uns alles in Ruhe!«

»Was gibt es da noch zu erklären, meine Liebe? Ich habe mich doch wohl deutlich genug ausgedrückt. Der lange Winter hat alle Reserven verschlungen. Wir hatten kaum Einnahmen, und die Steuer hat uns vollkommen aufgefressen. Dann die hohen Zinsen für den Kredit, den wir für die Renovierung der Fassade aufnehmen mussten … Kurz und gut, die Bank gibt uns keinen Cent mehr. Vielleicht können wir das Schloss noch ein Vierteljahr halten, aber dann ist alles vorbei!«

Fürst Lambert ließ sich seufzend in einen Sessel fallen.

»Ich bin ein Versager, Vera. Ich habe alles verwirtschaftet. Den ganzen Besitz, der über so viele Jahrhunderte hinweg unserer Familie gehört hat. Den unsere Ahnen mit eisernem Schwert gegen alle Feinde verteidigt haben. Ich habe ihn in den Ruin getrieben!« Fürst Lambert beugte sich vornüber und stützte seinen Kopf in die Hände.

»Vater, bedeutet das etwa, dass wir Bartenstein verlassen müssen?«, fragte Paola ängstlich.

»Es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, mein Kind!«, entgegnete der Fürst resigniert.

»Du solltest dich nicht mit solchen Vorwürfen plagen, Lambert!«, meinte Prinzessin Vera und erhob sich, um zu ihrem Bruder zu gehen und ihm tröstend die Hand auf die Schulter zu legen.

»Selbstmitleid und Selbstvorwürfe helfen uns in dieser Situation wohl kaum weiter. Wir müssen überlegen, ob es einen anderen Weg gibt!«

Alina, Lamberts älteste Tochter, die bisher schweigend dem Bekenntnis des Fürsten gelauscht hatte, stand auf. Sie war eine wunderschöne junge Frau. Mit ihren langen blonden Haaren, die ihr bis über die Schultern reichten, ihrem ebenmäßigen Gesicht mit der zierlichen Nase, dem vollen, schön geschwungenen Mund und den leuchtend blauen Augen und mit ihrer zierlichen Figur glich Alina einer Prinzessin aus einem Märchen.

Alina war ebenso klug wie schön. Und sie war energisch. Darin war sie ganz das Abbild ihrer Mutter, die vor drei Jahren verstorben war. So leicht ließ sich Alina nicht aus der Fassung bringen.

»Weißt du vielleicht einen Ausweg?« Fürst Lambert hob den Kopf und blickte seine Tochter fragend an.

Er war auf Alina besonders stolz, denn sie glich seiner verstorbenen Frau fast aufs Haar. Allerdings war sein größter Kummer, dass Alina mit ihren siebenundzwanzig Jahren noch immer nicht verheiratet war. Für die Männer hatte sie sich bisher kaum interessiert. Ihr war das Studium immer wichtiger gewesen. Insgeheim hatte er gehofft, Alina würde einmal einen reichen Mann heiraten, dann wäre Bartenstein aus der Bredouille. Inzwischen hatte er diese Hoffnung allerdings längst aufgegeben.

»Vielleicht habe ich die Lösung!«, meinte Alina und legte ihre hübsche Stirn in Falten. »Wir könnten aus Bartenstein ein Hotel machen!«

»Ein Hotel?«, rief der Fürst entsetzt. Allein die Vorstellung, dass sein Schloss von lauter fremden Menschen bewohnt würde, bereitete ihm Unbehagen.

»Ja, warum nicht?«, erwiderte Alina fest.

»Und wie stellst du dir das vor?«, erkundigte sich Fürst Lambert.

»Wir werden die Dienstboten, die jetzt im Gästehaus untergebracht sind, entlassen und nur noch die Leute beschäftigen, die im Dorf wohnen. Wir selbst werden ins Gästehaus umziehen. Wir benötigen es sowieso nicht, denn seit Jahren hatten wir auf Bartenstein keine Gäste mehr. Dann werden wir das Schloss ein wenig umgestalten. Der Ostflügel, in dem wir jetzt wohnen, wird Hotel, und der Westflügel bleibt für Besucher zugänglich!«, erklärte Alina, die plötzlich in ihrem Element war.

Sie hatte diese Möglichkeit eigentlich ohne Überlegung in die Diskussion eingeworfen. Doch je mehr sie jetzt darüber nachdachte, desto mehr setzte sich dieser Plan in ihrem Kopf fest.

»Wenn wir unseren Wohntrakt umbauen, könnten wir zehn Zimmer vermieten. Der Salon bliebe Aufenthaltsraum für die Gäste, und das Speisezimmer ist groß genug, um die Gäste dort zu bewirten!«, fuhr sie fort.

»Du bist verrückt, Kind!«, rief Fürst Lambert.

»Ich halte das für keine schlechte Idee, lieber Bruder«, schaltete sich Prinzessin Vera jetzt ein.

»Aber wie soll das alles funktionieren? Wie willst du das alles umbauen, und vor allen Dingen, wie sollen die Gäste betreut werden, wenn du fast die Hälfte des Personals entlassen willst?«, wollte Paola wissen.

»Der Umbau wird kein Problem. Wozu habe ich schließlich studiert und bin Innenarchitektin geworden? Und was das Personal angeht … Nun, wir müssen eben alle mit anpacken. Nach Feierabend versteht sich. David wird zusammen mit Oskar die Funktion eines Hausknechts übernehmen, wenn er aus der Schule kommt und seinen Unterricht für den nächsten Tag vorbereitet hat. Du, Paola, wirst zusammen mit Marie die Aufgaben eines Zimmermädchens beziehungsweise einer Kellnerin übernehmen, wenn du aus der Vorlesung kommst. Papa übernimmt den ganzen Bürokram und Tante Vera die Leitung der Küche zusammen mit Lina und Charlotte. Es ist doch alles ganz einfach!«, meinte Alina leichthin.

»So einfach, wie du es dir vorstellst, scheint es mir absolut nicht!«, bemerkte Fürst Lambert.

»Was scheint dir nicht ganz so einfach, Papa?«, erkundigte sich David, der soeben den Salon betrat und sich erschöpft in einen Sessel fallen ließ. »Diese Besucher sind ungeheuer anstrengend!«, meinte er seufzend und schenkte sich Kaffee ein.

»Das ist alles relativ harmlos«, murmelte der Fürst. »Es wird noch schlimmer kommen, wenn wir das tun, was deine Schwester vorgeschlagen hat!«

»Was meinst du damit, Papa? Und was ist hier eigentlich los?«, erkundigte sich David und blickte in die Runde.

»Du wirst Hausknecht, mein Lieber!«, sprudelte Paola hervor.

David verschluckte sich fast an dem Kaffee. »Was sagst du?«

»Alina wird dir alles erklären. Bartenstein ist pleite, aber Alina hat eine fabelhafte Lösung gefunden, um unsere finanzielle Misere zu bereinigen!«, erklärte Paola mit einiger Ironie in der Stimme.

Alina erzählte dem Bruder, was sie vorhatte. Eine Weile schwieg David.

Dann sagte er bedächtig: »Ich muss sagen, der Plan gefällt mir. Nein, das ist sogar eine ganz fabelhafte Idee, teures Schwesterherz. Allerdings gibt es da zwei Haken an der Sache: Erstens mag ich nur ungern Hausdiener werden. Und zweitens, woher sollen wir das Geld für den Umbau nehmen, wenn uns keine Bank erneut einen Kredit einräumt?«

»Ich werde das Geld schon auftreiben!«, war sich Alina sicher.

***

Von ihrem Büro in der Stadt aus fuhr Alina zu verschiedenen Banken. Sie hatte sich bei ihrem Chef, Herbert Winkelmann, in dessen Architekturbüro sie arbeitete, freigenommen. Doch überall erhielt sie einen abschlägigen Bescheid. Die fürstliche Familie war nicht mehr kreditwürdig.

Zum Kuckuck dachte Alina. Irgendwo musste sich doch noch ein wenig Geld auftreiben lassen. Sie hatte im Büro eine grobe Skizze angefertigt und oberflächlich ausgerechnet, dass dieser Umbau, wie sie ihn plante, runde einhunderttausend Euro kosten würde. Doch keine Bank der Stadt war bereit, der Familie von Bartenstein auch nur einen Euro zu leihen.

Während sie nach Bartenstein zurückfuhr, grübelte sie verzweifelt nach, wo sie das nötige Geld auftreiben könnte. Plötzlich stutzte sie. Was war denn da auf Heidengrund los? Wieso standen dort so viele LKW?, fragte sie sich.

Heidengrund, an dem Alina nun vorüberfuhr, grenzte im Süden an Bartenstein an. Es hatte einst dem Grafen von Ehlingen gehört. Als er starb, hatte er das Gut einem entfernten Neffen, der in Brasilien lebte, vererbt. Doch mit den Jahren war das Gut halb verfallen, weil niemand sich darum kümmerte. Diesen Neffen aus Brasilien hatte man nie zu Gesicht bekommen.

Nun, vielleicht zog jetzt doch jemand dort ein. Alina wollte nicht weiter darüber nachdenken, denn schließlich hatte sie ihre eigenen Probleme.

Als Alina mit ihrem Wagen über die Brücke fuhr, seufzte sie tief. Sie durfte gar nicht daran denken, dass all das einmal nicht mehr der Familie gehörte. Hier war sie aufgewachsen. Hier hatte sie mit Freunden gespielt. Zusammen mit David war sie in den knorrigen alten Weiden herumgeklettert. Sehr zum Entsetzen ihrer Mutter und des Kinderfräuleins. Wie oft hatte sie sich dabei ihre Röcke zerrissen und musste sich anschließend die Strafpredigten anhören.

Alina war mit Herz und Seele mit Bartenstein verwurzelt. Es war unmöglich für sie, sich vorzustellen, irgendwo anders auf der Welt zu leben.

Heute gab es keine Führung durch das Schloss, deshalb fuhr Alina mit ihrem kleinen Wagen direkt vor das Eingangsportal. Sie mochte gar nicht hineingehen. Was sollte sie Vater sagen? Er hatte alle seine Hoffnung auf ihre Verhandlungskünste bei den Banken gesetzt, und nun kam sie praktisch mit leeren Händen heim.

Alina ließ die Schultern hängen und ging schweren Schrittes auf den Eingang zu. Als sie durch die Halle ging, begegnete sie keiner Menschenseele. Wo waren bloß alle? Alina stellte ihre Tasche in eine Ecke und schlug dann den Weg durch den langen Korridor in Richtung Salon ein. Als sie die Tür öffnete, sah sie, dass alle Dienstboten im Salon versammelt waren.

»Ich bedaure sehr, meine Lieben, das könnt ihr mir glauben. Aber leider ist es mir nicht mehr möglich, einige von euch weiterhin zu beschäftigen!«, hörte Alina ihren Vater sagen.

Als Alina eintrat, unterbrach sich der Fürst für einige Sekunden selbst und blickte zu ihr hinüber. Vater und Tochter tauschten rasch Blicke aus, und sofort wusste der Fürst, dass Alina keine guten Nachrichten aus der Stadt mitgebracht hatte.

»Ich kann leider nur noch diejenigen unter euch beschäftigen, die im Dorf wohnen. Alle, die hier im Gästehaus untergebracht sind, muss ich leider entlassen!«, fuhr der Fürst dann fort. »Euren Lohn für den Monat bekommt ihr selbstverständlich noch ausgezahlt!«, fügte er hinzu, und man merkte dem Fürsten an, wie schwer ihm die ganze Sache fiel.

Lautes Gemurmel wurde unter den Dienstboten vernehmlich.

»Können wir Ihnen vielleicht irgendwie helfen?«, erkundigte sich Heinrich, der Kammerdiener des Fürsten.

Fürst Lambert schüttelte traurig den Kopf.

»Ich fürchte, uns kann niemand mehr helfen, mein lieber Heinrich. Es sei denn, ein überaus freundlicher Mensch spendet uns eine ansehnliche Geldsumme!«

»Ich habe gespart, Durchlaucht. Vielleicht kann ich …«, begann Heinrich.

Doch Fürst Lambert unterbrach ihn sofort.

»Ich weiß dein Angebot sehr zu schätzen, mein Lieber. Du warst immer ein treuer Diener, und die Trennung von dir wird mir am allerschwersten fallen. Aber du wirst dein Geld jetzt selbst dringend benötigen!« Er klopfte Heinrich freundschaftlich auf die Schulter.

Heinrich senkte den Kopf. »Falls Sie eines Tages doch wieder neues Personal einstellen können, Durchlaucht, bitte denken Sie an mich. Ich werde sofort zur Stelle sein!«, versprach Heinrich.