Gamechanger - Patrick Knittelfelder - E-Book

Gamechanger E-Book

Patrick Knittelfelder

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Beschreibung

Hey! Ja, genau du! Du bist gerufen, die Welt zu verändern! Auf geht's, runter von der Couch. Mit diesen 15 Steps wird Jüngerschaft für dich jeden Tag konkret. Hier findest du spannenden Input, wie dein Glaube eine große Sprengkraft entwickelt. Und wie durch ein Leben mit Jesus nicht nur dein eigenes Leben so richtig in Fahrt kommt - sondern deine Umgebung gleich mit. Probier es einfach aus: drei Tage Fasten-Challenge zum Beispiel oder eine krasse Kultur von Ehre und Wertschätzung. Hier gibt es jede Menge Inspiration für alle, die Gamechanger sein wollen!

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Seitenzahl: 163

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Patrick Knittelfelder

GAMECHANGER

STARTE DURCH.MIT GOTT.JEDEN TAG.

SCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

ISBN 978-3-417-26995-6 (E-Book)

ISBN 978-3-417-26969-7 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck

© 2021 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH

Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scm-brockhaus.de; E-Mail: [email protected]

Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgender Ausgabe entnommen: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.

Weiter wurden verwendet:

Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH Wist en/Holzgerlingen. (ELB)

Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. (GNB)

Bibeltext der Schlachter Bibelübersetzung. Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit der freundlichen Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. (SCHL)

Co-Autorin: Sabine Rödiger

Titelbild: Cost onbro (Pexels), Vitor Gusmao-Shimabukuro (Pexels), Jeandaniel Francoeur (Pexels), Tanner Vote (Unsplash)

Autorenbild: © Tobias Bosina

Gesamtgestaltung: Erik Pabst, www.erikpabst.de

INHALT

ÜBER DEN AUTOR

EINLEITUNG – GAMECHANGER

1 RUNTER VOM SOFA

2 MACH DEIN LEBEN KLAR

3 GOTT KENNEN – WER IST ER UND WER BIN ICH?

4 KEHRE UM, BESTÄNDIG!

5 SELBSTDISZIPLIN

6 INTIMITÄT SCHAFFT AUTORITÄT

7 HONORINGS

8 FEIERE DEIN FEST

9 FASTE

10 ERWECKE DIE HELDEN

11 RAW – ZEIGE DEINE ECKEN UND KANTEN

12 WERDE EDGY UND GEFÄHRLICH

13 JUSTICE IS KEY – LEBE BARMHERZIG

14 ER WIRD KOMMEN

15 BRING YOUR FRIEND

ANMERKUNGEN

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

ÜBER DEN AUTOR

Patrick Knittelfelder (Jg. 1970) ist einer der Gründer und Geschäftsführer der »HOME Mission Base« in Salzburg. Dort lebt er mit seiner Familie und rund 40 jungen Erwachsenen unter einem Dach. Sein Herz brennt für Evangelisation, Verkündigung und den Aufbau von neuen Projekten im Reich Gottes. Er ist als Unternehmer in der Gastronomie tätig.

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

EINLEITUNG

Gamechanger

Wow! Wir leben in unglaublichen Zeiten. Unendliche Möglichkeiten. Unendliche Angebote. Unendliche Freiheiten. So viel Freizeit wie noch nie. So viele Insta-Freunde wie noch nie. Und so viele massive Krisen, globale, lokale und persönliche Herausforderungen an allen Ecken. Sicherheiten brechen weg. Bewährtes schwankt. Manchmal denke ich an die Generation unserer Eltern und Großeltern zurück. Ich meine jene, die einige Jahre nach dem Krieg geboren worden sind. Da ging’s fast nur aufwärts. Wirtschaftswachstum, von einem Wirtschaftswunder war die Rede, Urlaub am Meer und jeder, der gearbeitet hat, hat sich in seinem Leben ein Haus oder eine Eigentumswohnung verdienen können. Okay. Da gab es die Energiekrise in den 1970ern. Das war’s dann aber auch schon.

Heute sieht die Welt anders aus. Ein kleiner mieser Virus mit dem harmlosen Namen Corona wirft die gesamte Welt aus der Bahn. Die EU schnürt ein Billionen-Euro-Paket, um das Schlimmste zu verhindern. Und wir alle wissen nicht, wohin die Reise geht. Der Welt scheinen die Ideen auszugehen.

Und dann gibt’s da noch die Christen. Ich meine diese Leute, die darum ringen, ob es einen Gott wirklich geben kann. Und wenn es ihn gibt, wie ist er? Und wie denkt er über mich? Kann es wirklich sein, dass ich ihn Papa nennen kann, darf oder gar soll? Hat er wirklich alles im Griff? Und wie stellt er sich das vor, dass wir mit ihm kooperieren? Aber wenn da wirklich was dran ist und seine Kinder Licht der Welt, Salz der Erde, eine neue Schöpfung und vielleicht sogar die Rettung der Welt sind, dann sollten wir loslegen und das machen, wozu Gott uns berufen hat. Um Menschen zu fischen und diese zu seinen Jüngern zu machen.

Das Buch wendet sich an Menschen, bei denen diese Fragen schon gereift sind. Durchgerungen. Ein wenig. An Menschen, die spüren, dass sie gerufen sind, die Welt zu verändern. Und wenn es nur die Nachbarschaft ist. Die 15 Punkte eines christlichen Lifestyles sind geschrieben für Gamechanger. In der eigenen Familie, am Arbeitsplatz, in Kirche und Gemeinde, im Sportclub und bei den Brieftaubenzüchtern.

Damit diese Welt besser wird, damit »sein Reich komme« und »wie im Himmel so auf Erden« ein Stück mehr Realität wird, braucht es dich. Und damit du wirklich systemisch wirksam werden kannst, brauchst du Orientierung, eine Richtschnur, Herausforderung, Motivation und eine gefestigte Persönlichkeit. Dazu dieses Büchlein, dazu diese 15 Anregungen.

Entstanden sind diese 15 Kapitel als Vorträge in der Home Mission Basel in Salzburg, einer Jüngerschaftsschule für junge Erwachsene. Sabine Rödiger hat diese für mich in dieses Buch gegossen. Vielen Dank dafür. Mein Gebet ist, dass dieses Buch eine Hilfe für viele wird, um mitzubauen am Reich Gottes, um ein Gamechanger zu werden.

Patrick KnittelfelderSalzburg, im Juli 2020

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

1 - RUNTER VOM SOFA

Von der Leidenschaft

Die Anziehungskraft eines Sofas ist unheimlich groß. Wenn du jung bist, kannst du sehr schnell ein brennendes Herz bekommen, also eine echte Leidenschaft, wenn du etwas Neues kennenlernst, etwas Spannendes entdeckst oder irgendwo hinkommst, wo es wirklich abgeht. Diese Leidenschaft kann lange andauern oder, wie es heute leider oftmals ist, schnell auch wieder verpuffen. Oft lassen wir uns von Kleinigkeiten ausbremsen, weil wir verlernt haben, ausdauernd zu sein. In christlichen Kirchen gibt es viele junge Christen mit einem hohen Grad an Leidenschaft. Menschen um die 40 sind meistens schon weniger leidenschaftlich, 50-Jährige in der Regel noch weniger und unter den 60- und 70-Jährigen findest du kaum noch Menschen mit einem brennenden Herzen und einer großen, feurigen Leidenschaft.

Ich kenne einen von ihnen, einen ca. 80-jährigen Amerikaner namens Art. Art ist Missionar. Ich hörte ihn reden und schaute ihm in die Augen und wurde angesteckt von seinem Feuer und seiner Leidenschaft. Aber unter Menschen in so hohem Alter muss man normalerweise sehr lange suchen, um so jemanden zu finden.

Leidenschaft ist die Medizin gegen das Sofasyndrom. Das Sofa läuft dir dein ganzes Leben lang nach. Es lädt dich ein und flüstert dir zu: »Geh doch den bequemen Weg. Schau doch, was du schon alles machst, du bist doch schon ganz müde. Komm, setz dich einfach ein bisschen hin und ruh dich aus.«

Das Sofa hat ganz unterschiedliche Wirkungen auf dein Leben. Drei davon will ich mit dir ein bisschen genauer anschauen.

Die psychodynamische1 Wirkung des Sofas

Meine Frau fragt mich oft: »Du, was machen wir am Sonntag? Wollen wir Ski fahren oder auf den Berg gehen?« Darauf antworte ich meistens: »Lass uns den Sonntag doch mal ganz langsam angehen.« Ich stehe dann irgendwann auf, trinke gemütlich meinen Kaffee, schaue ein bisschen aus dem Fenster, mache dies oder jenes und meine Frau wird langsam immer ungeduldiger und ärgerlicher, weil der halbe Sonntag schon vorbei ist. Der Tag plätschert dahin und plötzlich ist es Abend. Das Einzige, was wir geschafft haben, war ein Spaziergang an der Salzach entlang. Aus der Bergtour und dem Skifahren ist nichts geworden.

Ich bin grundsätzlich schwer für eine Bergtour oder Ähnliches zu motivieren. Wenn ich dann allerdings doch mal motiviert bin oder irgendwelche Umstände mich zwingen, auf einen Berg zu steigen, stehe ich plötzlich auf dem Gipfel mit der unglaublich schönen Aussicht und sage: »Wow, sind diese Berge nicht gewaltig! Und es ist so gut, mal rauszukommen.« Und am Abend ist mein Herz wirklich erfüllt, ich fühle mich wohl und ich denke mir: »Das hat sich echt gelohnt!«

Es fällt mir immer wieder schwer, diesen ersten Schritt zu gehen. Aber wenn ich ihn dann gemacht habe, bin ich fasziniert von der Schönheit, freue mich enorm über die Abwechslung und spüre eine große Leidenschaft. Viele Menschen tun diesen Schritt nicht. Und was passiert? Sie bleiben in ihrer kleinen Welt, hängen den ganzen Tag rum und reden sich vielleicht ein, dass sie doch eh schon so viel tun und heute lieber einfach ausschlafen. Das Problem dabei ist, dass man dann immer träger wird. Dieses »Runter vom Sofa« und die Aufforderung: »Steh auf und geh, wider alle Müdigkeit!«, tun deinem Körper und deinem Inneren einfach extrem gut.

Wie das Sofa den Charakter formt

Leidenschaft ist immer eine Entscheidung. Du hast die Möglichkeit, dich für die Leidenschaft zu entscheiden. Sie entsteht, wenn du dich mit Dingen beschäftigst und herausfindest, wie sie funktionieren.

Als ich jung war, arbeitete ich einmal als Bauleiter bei einem Staudammprojekt. Allerdings waren die Voraussetzungen für dieses Projekt extrem schlecht. Ich hatte schlechtes Material und ungeeignete Mitarbeiter. Es war ein Projekt, das man so eigentlich nicht hätte durchführen können. Aber ich hatte diesen Auftrag angenommen und habe mich wirklich verausgabt, um diesen Staudamm zu bauen. Leider ist er nie fertig geworden, weil meine Mutter mich nach drei Tagen aus dem Bach herausgezogen hat, wo er entstehen sollte. Meine Lehrerin hatte sie angerufen, denn ich war drei Tage nicht in der Volksschule erschienen, weil ich all meine Kraft und Energie in dieses Staudammprojekt gesteckt hatte. Und das ist nur eine von vielen Geschichten. Es gab viele Leidenschaften in meinem Leben, die ich der Schule vorgezogen habe.

Oft frage ich mich, wo die nächste Generation, also unsere Kinder und die jungen Menschen von heute, die Möglichkeit hat, solche Projekte durchzuführen. Denn ich glaube, dass das enorm charakterformend ist. Als Kind hast du vielleicht noch ein Baumhaus oder einen Staudamm gebaut oder eine Höhle gegraben und musstest Kraft, Energie und Leidenschaft hineinstecken. Du hast damals schon gelernt, dich zu motivieren und nicht aufzugeben, wenn Rückschläge kommen. Aber solche Kindheitsabenteuer werden heute immer seltener. Zumindest in der Stadt sind die Möglichkeiten für so etwas sehr begrenzt. Viele beschäftigen sich eher damit, wie man ein Pokémon fängt oder an die nächstbeste Spielkonsole kommt. Und wenn sie darauf keine Lust mehr haben, dann surfen sie stundenlang im Internet und schauen sich irgendwelche Videos an. Aber das alles formt den Charakter nicht.

Es ist grundsätzlich nie zu spät, deinen Charakter zu formen, egal ob du 10, 20, 50 oder 80 Jahre alt bist. Aber es ist eine Entscheidung, mit etwas zu beginnen, dich dort wirklich hinein zu investieren und es durchzuziehen. Denn es werden Widerstände kommen. Aber dennoch ermutige ich dich, kühn zu sein und dein Projekt einfach anzugehen. Warte nicht auf später!

Mein Staudammprojekt war nicht groß geplant. Es gab keine Materialzusammenstellung, keinen Zeitplan, nicht mal eine Skizze. Es gab eigentlich nichts. Aber ich habe den Bach gesehen und wusste: Dort muss ein Staudamm hin. Und dann ging es los. Ich habe einfach angefangen.

In welchen Situationen schaust du auf dein Leben und denkst dir, dass da jetzt etwas Neues hingehört, z. B. ein Berufswechsel oder ein Auslandsjahr? Oder du denkst dir, dass du einmal grundsätzlich dein Leben ändern oder mit einem künstlerischen oder technischen Projekt beginnen solltest, von dem du schon so lange träumst. Das Problem ist: Das Sofa rennt hinter dir her und sagt: »Jetzt ruh dich doch mal aus.« Oder: »Was? Jetzt, in deinem Alter, willst du noch eine neue Ausbildung machen? Du hast doch schon einen Beruf, selbst wenn er dir nicht so viel Spaß macht. Aber eine neue Ausbildung schaffst du eh nicht, dazu fehlen dir die Kraft und das Geld erst recht. Bleib lieber auf dem Sofa liegen.« Aber wer sagt denn, dass das stimmt? Der beste Freund des Sofas ist nämlich der Geist der Entmutigung. Die beiden gehören zusammen und tauchen immer gemeinsam auf. Sie sind quasi verheiratet. Sie lungern beide ständig um dich herum.

In der Heiligen Schrift heißt es aber: »Ihr Väter, behandelt eure Kinder nicht zu streng, damit sie nicht entmutigt werden!« (Kolosser 3,21; GNB). Ich selbst bin sehr dankbar, dass ich nur ein paar Mal entmutigt worden bin. Aber viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden ständig entmutigt und verlieren die Freude daran, Dinge anzugehen, umzusetzen und sich schließlich daran zu freuen. Lass du dich nicht entmutigen!

Die spirituelle und geistliche Wirkung des Sofas

Es gibt jemanden, der sehr großes Interesse daran hat, dass du dein ganzes Leben lang auf dem Sofa sitzt. Neben dir steht die Packung Chips, auf der anderen Seite liegt die Tafel Schokolade, vor dir steht das Bier oder die Cola und in der Hand hältst du die Fernbedienung. Damit bist du für den Widersacher der ungefährlichste und langweiligste Mensch, den es auf dieser Welt gibt.

Die Heilige Schrift sagt uns etwas ganz anderes: »Zieh die Schuhe der Bereitschaft an!« (vgl. Epheser 6,15). Bereitschaft ist einer der Kernpunkte für Jüngerschaft. Sei bereit, neues Land zu betreten, neue Wege zu wagen. Geh los und mach etwas!

In der Bibel finden sich viele kleine Nebensätze. Einer der genialsten davon steht in 1. Mose 18,16. Das ist jene Stelle, wo Abraham vor seinem Zelt sitzt. Er ist schon sehr alt, hat aber keine Kinder. Gott kommt zu ihm in der Gestalt der drei Männer und Abraham erkennt, dass das nicht irgendwelche Fremden sind, und lässt ein Essen zubereiten. Schließlich kommt die große Zusage an ihn, dass seine Frau ein Kind bekommen wird. Er selbst kann das nicht glauben, weil er und seine Frau eben schon so alt sind, aber die Zusage Gottes steht. Schließlich gehen die drei Männer, also Gott, weg.

Und jetzt kommt es: »Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten« (1. Mose 18,16). Ich habe schon sehr oft über diesen Satz nachgedacht. Ich stelle mir vor, dass ich zu Hause sitze und es plötzlich an der Tür läutet. Ich öffne und drei Männer stehen dort. Ich bitte sie herein, koche für sie und wir essen gemeinsam. Und dann verkünden sie mir das unglaublichste Wunder, das in meinem Leben geschehen wird. Ich bin total verblüfft und sprachlos. Irgendwann gehen sie und ich verabschiede mich ungefähr so: »Vielen Dank für euren Besuch! Echt eine Ehre für mich, dass ihr da wart. Bitte kommt mich bald wieder besuchen.«

Aber was tut Abraham? Er lässt alles stehen und liegen und geht einfach mit ihnen. Das finde ich eigentlich ziemlich unverfroren. Aber er tut es, zieht seine Schuhe der Bereitschaft an und geht mit diesen Männern. Dadurch schreibt er Geschichte, und zwar eine, von der die ganze Welt auch heute noch spricht. Er schaut nämlich mit den drei Männern auf Sodom hinab und ringt um die Gerechten, die in dieser Stadt sind.

Was will ich damit sagen? Wenn du auf deinem Sofa sitzt und sitzen bleibst, wird nichts Großartiges in deinem Leben passieren. Du kannst dir die besten Serien und die besten Filme 27-mal anschauen, aber das wird dein Leben nicht ändern. Aber in dem Augenblick, wenn du vom Sofa aufstehst, das Gewohnte verlässt und Neuland betrittst, wird dein Leben spannend werden. Neue Ideen, neue Kreativität werden in dir freigesetzt, neues Feuer, neue Leidenschaft und ungeahnte Wege und Erlebnisse warten auf dich.

Es wird vielleicht nicht immer einfach werden. Du wirst sicher auch Rückschläge hinnehmen müssen, wirst vielleicht enttäuscht werden, aber all das, was du dann tust, wird zutiefst deinen Charakter formen, tief in deine Psychodynamik eingreifen und dein Leben mit neuer Freude und neuem Sinn erfüllen. Es wird dir eine große Befriedigung geben und, sofern du am Reich Gottes mitarbeitest, ein ganz großer Baustein für dein geistliches Wachstum sein.

Run your race

Wir hier auf der »Mission Base« verlassen sehr oft unser Sofa. Manchmal stellen wir uns sogar eher die Frage, ob wir uns nicht mal wieder aufs Sofa setzen sollten und ob es nicht viel zu viel ist, was wir tun. Die Sache ist aber, dass ein Tag für alle Menschen auf dieser Welt gleich lang ist. Dein Tag hat 24 Stunden und mein Tag hat 24 Stunden. Und die Frage ist, wie wir unseren Tag verbringen.

Wo investierst du deine Talente, Charismen und Begabungen? Ich fordere dich auf, darüber nachzudenken, ob du deine Zeit sinnvoll investierst. Paulus sagt: Run your race – laufe dein Rennen (vgl. 1. Korinther 9,24). Wenn du dein Rennen mit Ausdauer läufst, wirst du am Ende den Siegeskranz entgegennehmen. Frage dich selbst: Wohin führt mein Rennen? Wie viele Zwischenstationen mache ich? Wie viel trödele ich?

Mich beschäftigt schon lange die Frage, warum in der Bibel nicht einfach steht: Mach dies und mach jenes und dann gelingt dein Rennen. Im Koran steht genau drin, was du tun sollst, nämlich fünfmal am Tag beten, den Hadsch machen, den Armen Almosen geben und so weiter. Dann ist dein Rennen in Ordnung, auch wenn du nie sicher weißt, ob du gerettet wirst oder nicht. Ich vermisse solche konkreten Anweisungen in der Bibel. Nirgendwo gibt es eine klare Aussage, wie unser Rennen aussehen soll und was wir hineininvestieren sollen. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Jeder von uns rennt sein ganz eigenes Rennen. Wir rennen nicht gegeneinander. Geschwindigkeit, Dynamik und die Fruchtbarkeit unserer Rennen sind total unterschiedlich. Aber wenn wir unser Rennen ernst nehmen, wird es nur erste Plätze und einen Siegeskranz für jeden geben.

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob du zu viel oder zu wenig in deinem Leben tust.

Manchmal geht es dir wahrscheinlich so, dass du einfach nicht mehr kannst und eigentlich ein Sofa to go bräuchtest, auf das du dich jede freie Minute fallen lassen kannst. Oder du erkennst eben doch, dass das Sofa dich wirklich verfolgt und du eigentlich runter vom Sofa müsstest.

Die Frage ist: Wie findest du die Balance und wer sagt dir eigentlich, was richtig oder falsch ist und ob du zu viel oder zu wenig tust? Die Antwort darauf lautet: Gott sagt es dir! Er ist der Schlüssel. Nicht ein religiöses System, in dem alle Punkte vorgeschrieben und festgelegt sind.