Gärtnern für Gartenneulinge - Andreas Barlage - E-Book

Gärtnern für Gartenneulinge E-Book

Andreas Barlage

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Beschreibung

Gerade Gartenneulinge haben viele Fragen zur Gartenpraxis und zum richtigen Zeitpunkt für die Tätigkeiten im Garten. Das Team der GU-Bestsellerautoren und Gartenexperten liefert zum 300jährigen Jubiläum des Gräfe-und Unzer-Verlages in einem Buch Antworten und Lösungen für alle wichtigen Gartenfragen, die sich Einsteigern stellen. Dank der thematischen Gliederung findet man schnell zu seiner Frage und erhält Informationen und Lösungsmöglichkeiten. Die Tätigkeiten werden Schritt für Schritt erklärt und sind bereits dem richtigen Zeitpunkt zugeordnet. Umgekehrt lässt sich auch nachschlagen in welchem Monat welche Tätigkeiten idealerweise ausgeführt werden. So wird dieser Ratgeber zum idealen Begleiter für ein ganzes Gärtnerleben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 362

Veröffentlichungsjahr: 2026

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IMPRESSUM

eBook: © 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Grillparzerstraße 8, 81675 München

GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG (»Text und Data Mining«) zu gewinnen, ist untersagt.

www.gu.de/kontakt|[email protected]

ISBN 978-3-8338-8704-8

1. Auflage 2025

GuU 8-8704 01_2026_02

DIE BÜCHERMENSCHEN HINTER DEM PROJEKT

Verlagsleitung: Nadja Harzdorf-van Wickeren

Projektleitung: Julia Herko

Lektorat: Christine Weidenweber

Korrektorat: Annette Baldszuhn

Bildredaktion: Hannah Crawford

Covergestaltung: zero-media.net, München

eBook-Herstellung: Klara Wimmer

BILDNACHWEIS

Coverabbildung: FinePic, München

Illustrationen: Heidi Janicek; Matias Kovacic; Deutscher Wetterdienst

Fotos: AdobeStock; Alamy; Barlage, Andreas; Baumjohann, Dorothea; Biosphoto; Botanikfoto; FloraPress; Friedrich Strauss; GAP Photos; Getty Images; Haas, Hansjörg; LBV Bildarchiv/Oliver Wittig; NovaPhoto; Schadbild.com - Christoph Hoyer; Shutterstock; Westend61; Gartengeräte: AdobeStock; Andreas Barlage; Shutterstock

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WARUM UNS DAS BUCH BEGEISTERT

Der ideale Gartenratgeber für Einsteiger: Hier werden alle Ihre Fragen beantwortet!

Nadja Harzdorf-van Wickeren, Verlagsleitung

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wie wunderbar, dass du dich für ein Buch von GU entschieden hast! In unserem Verlag dreht sich alles darum, dir mit gutem Rat dein Leben schöner, erfüllter und einfacher zu machen. Unsere Autorinnen und Autoren sind echte Expertinnen und Experten auf ihren Gebieten, die ihr Wissen mit viel Leidenschaft mit dir teilen. Und unsere erfahrenen Redakteurinnen und Redakteure stecken viel Liebe und Sorgfalt in jedes Buch, um dir ein Leseerlebnis zu bieten, das wirklich besonders ist. Qualität steht bei uns schon seit jeher an erster Stelle – jedes Buch ist von Büchermenschen für Buchbegeisterte gemacht, mit dem Ziel, dein neues Lieblingsbuch zu werden.

Deine Meinung ist uns wichtig, und wir freuen uns sehr über dein Feedback und deine Empfehlungen – sei es im Freundeskreis oder online.

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WICHTIGER HINWEIS

Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbstverantwortlich. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Was ist wo wann zu tun – und wo steht’s

Die drei großen Kapitel »Allgemeine Gartenpraxis«, »Ziergarten« und »Nutzgarten« präsentieren eine Sammlung der wichtigsten und aktuellsten Gartenfragen, die wir als Autorenteam zusammengetragen haben. Diese sind in Unterkapiteln thematisch zusammengefasst. Bei jeder Frage ist mindestens eine der zehn phänologischen Jahreszeiten angegeben. So ist leicht zu erkennen, zu welcher Zeit eine Arbeit am besten erledigt werden sollte. Kommen mehrere Zeitpunkte infrage, sind alle Jahreszeiten angegeben. Ist eine Zeit besonders gut geeignet, ist sie auch besonders herausgestellt. Bei allgemeinen Fragen, z. B. bei der Vorstellung der Gartengeräte, entfällt dagegen die Jahreszeitangabe. Die einzelnen Fragen sind, so gut es möglich war, in den Unterkapiteln beginnend mit der Jahreszeit »Vorfrühling« der phänologischen Reihe nach sortiert. So können Sie sich bequem und schnell orientieren, was wann im Jahreslauf ansteht. Und wie wissen Sie, welche Jahreszeit gerade im Gange ist? Ganz einfach: Sie brauchen dazu nicht einmal einen Kalender – ein Blick in die Natur genügt.

Das Motto »Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht!« gilt auch für dieses Buch, und Sie müssen kein Sherlock Holmes sein, um hier Antworten auf Ihre Fragen zu finden.

Allgemeines, Nutzgarten oder Ziergarten?

Als ersten Schritt reicht es, sich klarzumachen, ob das, was Sie gerade beschäftigt, sich auf die allgemeine Gartenpraxis bezieht oder im Ziergarten eine Rolle spielt oder für den Anbau von Obst, Kräutern oder Gemüse wichtig ist. Antworten finden Sie dann in den Kapitel »Allgemeine Gartenpraxis«, »Ziergarten« und »Nutzgarten«.

Richtiges Timing ist alles

Danach geht es vorrangig darum, ob Sie direkt aktiv werden müssen oder noch etwas zeitlichen Spielraum haben, um zu Werke zu gehen. Innerhalb der drei Kapitel ist die Reihenfolge der Themen, die jeweils durch eine typische Frage umrissen werden, an die Jahreszeiten angelehnt und ab dem Vorfrühling beginnend in eine Reihenfolge gebracht. Alle Tätigkeiten, die mehrmals im Jahr anfallen, sind zuerst in der ersten Jahreszeit zugeordnet, in der sie erledigt werden sollten.

Dazu müssen Sie lediglich wissen, welche Jahreszeit gerade tatsächlich ist, und das hat für unsere Zwecke wenig mit dem Kalender zu tun, sondern viel mit der Natur selbst.

Es gibt zehn (!) Jahreszeiten in der Natur

Für den Jahreslauf in Mitteleuropa sind seitens der Natur nicht nur vier, sondern zehn Jahreszeiten voneinander abgrenzbar. Sie zeigen sich deutlich durch die fortschreitende Entwicklung des Pflanzenwachstums an einem Standort. Typische, sogenannte »Zeigerpflanzen« signalsieren jeweils den Anfang einer neuen Jahreszeit. Die Natur kommt jedes Jahr ab dem Vorfrühling sichtbar in Gange. Der wird durch die Blüte der Haselnuss oder des Schneeglöckchens und das erste Aufkommen von Hummeln angezeigt. Es folgen Erstfrühling und Vollfrühling, Sommer und Herbst sind ebenso nochmals in drei Jahreszeiten unterteilt. Nur der Winter bleibt eine Einheit. Auf diese Weise kommen die zehn phänologischen Jahreszeiten zustande.

DIE ZEHN PHÄNOLOGISCHEN JAHRESZEITEN

Jahreszeit

Zeigerpflanzen

Weitere Anzeichen

Beispiele für Gartenarbeiten

Vorfrühling VoFr

Blüte der ← Schneeglöckchen, Haselnuss-Sträucher, Schlüsselblumen, Kornelkirschen

Erste Hummeln fliegen, Amseln starten Nestbau, Maulwürfe werfen Hügel auf

Ausbringen von Gesteinsmehlen, Obstbaumschnitt, Indoor-Aussaat langwieriger Kulturen zur Vorkultur

Erstfrühling ErFr

Blühbeginn ← Narzissen, Buschwindröschen, Buche, Birke, Stachelbeeren, Kirschbäume

Erste Bienen fliegen, Schwalben kommen zurück, Rotschwänzchen beginnen mit der Brut

Ausbringen von Kompost, Gehölzpflanzung, Rückschnitt öfterblühender Rosen, Nisthilfen für Vögel und Insekten aufhängen

Vollfrühling VollFr

Blüte der ← Apfelbäume, Bärlauch, Maiglöckchen, Rosskastanie

Eintreffen der Mauersegler aus dem Winterquartier, Maikäfer lassen sich blicken, Kuckuck ruft

Aussaat ins Freiland, Pflanzen frostempfindlicher Gewächse, Herausräumen überwinterter Kübelpflanzen

Frühsommer FrSo

Reife von ← Erdbeeren, Blühbeginn von Holunder, Robinie, Vollblüte von Wiesen mit Klatschmohn und Kornblumen

Erste Grillen zirpen, erste Bruten von Singvögeln verlassen die Nester

Stecklingsvermehrung, Aussaat von zweijährigen Pflanzen, späte Gemüse säen oder pflanzen

Jahreszeit

Zeigerpflanzen

Weitere Anzeichen

Beispiele für Gartenarbeiten

Hochsommer HoSo

Blühbeginn ← Lavendel, Sommer-Linde, Reifen von Süßkirschen, Johannis- und Stachelbeeren

Frösche quaken, Glühwürmchen glimmen

Ernte von Beerenobst und Kirschen, Schnitt von Frühsommerblühern, Gründüngung einsäen

Spätsommer SpSo

Blühbeginn ← Dahlien, Sommer-Heide, Herbst-Anemonen, Reife von Ebereschen

Libellen schwirren, es ist Wespenzeit

Pflanzen von Herbstzeitlosen, letzter Termin für Stecklingsvermehrungen, Aussaat diverser Gemüse

Frühherbst FrHe

Allgemeine Reife von ← Äpfeln, sowie Birnen, Zwetschgen, Holunder- und Brombeeren, Blüte der Herbstzeitlosen

Hausschwalben ziehen ab

Allgemeine Obsternte, Herbstpflanzung von Stauden, Pflanzzeit von frühlingsblühenden Zwiebeln- und Knollenpflanzen beginnt

Vollherbst VoHe

Beginn ← Laubfärbung, Blüte von Efeu, Reife von Quitten und Walnüssen, Weinlese

Stare sammeln sich zu Schwärmen für den Start ins Winterquartier

Kübelpflanzen kommen ins Winterquartier, Pflanzzeit von Gehölzen beginnt, lagerfähiges Gemüse wird geerntet und eingelagert

Spätherbst SpHe

Allgemeiner ← Laubfall, Lärche färbt die Nadeln gelb

Igel suchen ihre Winterquartiere auf, Eichhörnchen sammeln Vorräte

Refugien für Tiere schaffen (Laubhaufen etc.), letzte Sommerblumen abräumen, letzte Blumenzwiebeln und -knollen pflanzen, Winterschutz, wo nötig, aufbringen

Winter Wi

Vollblüte ← Christrosen, Laubbäume sind kahl, allgemeine Vegetationsruhe

Krähenschwärme ziehen sich zusammen

Geräte checken, reinigen und verstauen, Ideen für kommendes Jahr sammeln

Kein Jahr gleicht dem anderen

Jeder von uns weiß, dass die Phasen der Zeigerpflanzen und besondere Ereignisse in der Tierwelt jedes Jahr je nach Verlauf der Witterung an einem Ort an etwas anderen Kalendertagen einsetzen. Ganz zu schweigen von den Unterschieden etwa beim Einsetzen der Apfelblüte in Mittelgebirgslagen, verglichen mit den Weinbaugebieten. Hinzu kommt, dass auch die Dauer einer Jahreszeit alles andere als stets gleich ist. Manchmal dauert ein Vorfrühling nur zwei Wochen, manchmal dreimal so lange. Ganz genau das macht die Sichtweise durch die Phänologie auf die Jahreszeiten für alle, die gärtnern, so wertvoll, denn Pflanzen richten sich niemals nach einem fixierten Monats- oder Tagesdatum, sondern ausschließlich nach den konkreten Möglichkeiten und Impulsen, die ihnen der Witterungsverlauf in einer Vegetationperiode an ihrem Standort bietet.

Es geht beim Gärtnern schließlich nicht um das Einhalten von Kalenderdaten; die Natur ist keine Behörde. Es geht darum, die optimalen Entwicklungsphasen, die eine Pflanze hat oder die Natur anbietet, abzupassen. So stehen die Chancen, dass alles gut gedeiht, am besten.

Igel haben es in unseren Gärten immer schwerer. Helfen wir ihnen etwa durch Laubhaufen und den Verzicht auf Mähroboter.

Klimawandel verschiebt Jahreszeiten

Es ist nicht zu übersehen: Das Klima wandelt sich, und das hat auch Auswirkungen auf den Verlauf der phänologischen Jahreszeiten. Dabei wird allen, die etwas zurückdenken, klar, wie sich die Dauer und der tatsächliche Beginn der Jahreszeiten verändert haben. Vergleicht man deren aktuelle Abfolgen deutschlandweit mit denen der vergangenen Jahrzehnte im Durchschnitt, lässt sich das deutlich anhand der Daten belegen: In den Erhebungen von 1961 bis 1990 betrug die übliche Dauer des Winters im vieljährigen Mittel 120 Tage. Dieser vieljährige Mittelwert sinkt und beträgt für den Zeitraum von 1991 bis 2020 nur noch 101 Tage, und wurde Mitte Februar vom Vorfrühling abgelöst. Der Winter der Kalenderjahre 2024 und 2025 dauerte nur noch 98 Tage und der Vorfrühling startete bereits Ende Januar. Die Dauer des Winters tendiert also deutlich unter die Drei-Monats-Marke.

Der Vorfrühling beginnt folglich früher, und insgesamt zieht sich der Frühling bis zum Beginn des Frühsommers mehr als 100 Tage hin. Die drei Sommerjahreszeiten sind insgesamt mit etwa 90 Tagen einigermaßen konstant geblieben, dafür setzt der Frühherbst nun etwas zeitiger ein, und alle drei Herbstteile gemeinsam dauern mit rund 80 Tagen mittlerweile deutlich länger als ein kompletter Herbst Ende des letzten Jahrhunderts.

Die genannten Werte repräsentieren Mittelwerte für ganz Deutschland. Dass es je nach Region sehr starke Abweichungen davon gibt, erklärt sich von selbst. Doch die Tendenz ist klar: Wir haben immer kürzere Winter und längere Herbst- wie Frühlingsjahreszeiten.

Mit der Natur arbeiten heißt beispielsweise, 1__ zusammengetragene Pflanzenteile zu kompostieren, 2__ Pflanzen zu setzen, die Insekten versorgen, und 3__ hier und da Rückzugsorte für Tiere zu schaffen.

Flexibel und klug gärtnern

Wer seine Gartenarbeiten nach dem phänologischen Kalender ausrichtet, reagiert automatisch auf die neuen Anforderungen, die der Klimawandel an das Timing für das, was draußen zu erledigen ist, stellt.

Auch auf die zunehmende Unberechenbarkeit der Wetterverläufe müssen Gärtnernde immer flexibler eingehen. Späte Frostperioden können nach wie vor noch im Mai auftreten, doch sie treffen dann nun oft eine besonders weit entwickelte Natur, in der mehr bereits grünt und blüht als etwa vor etwa 20 Jahren. Gleiches gilt für die Verteilung der Niederschläge: Die Zeiten sind offenbar vorbei, in denen man sich auf ein zuverlässiges Auffüllen der Grundwasserreservoirs im Laufe des Winters und Frühlings verlassen kann, und auch der für das Pflanzenwachstum extrem wichtige ergiebige Regen zwischen März und Mai fällt immer spärlicher aus oder kommt nahezu gar nicht. So sind Strategien des wassersparenden Bewässerns ebenso angesagt wie eine clevere Auswahl der Pflanzen und ein Anpassen der Pflegemaßnahmen.

Erfolgreiches Gärtnern fußt auf gutem Beobachten dessen, was im Garten vor sich geht, und dem rechtzeitigen und korrekten Handeln. Das Beachten der phänologischen Jahreszeiten hilft dabei sehr wirkungsvoll. Steigen Sie ein mit Ihren Fragen. Sie werden die Antworten bekommen und feststellen: Gärtnern ist kein Hexenwerk.

Nützlinge, etwa Marienkäfer-Larven, stellen sich nur ein, wenn keine Gifte ausgebracht werden.

Ehrensache: Umweltfreundlich vorgehen

Gärtnern und Umweltschutz sind alles andere als Gegensätze – im Gegenteil: Sie sind als Kombination wichtiger als je zuvor. Der Klimawandel setzt bekanntlich unserer Umwelt und allen Tieren und Pflanzen, die in unseren Gärten und drum herum leben, stärker zu, als alles bisher Dagewesene. Hinzu kommen noch die Schäden, die eine zu intensive und aus ökologischer Perspektive falsche Nutzung unserer Lebensräume verursacht. Wir alle registrieren zudem, dass es weniger Insekten, Vögel oder Vierbeiner gibt als noch vor 20 Jahren.

Dabei ist es gar nicht schwierig, diese Effekte wenigstens ein wenig abzumildern und dazu beizutragen, diesem alarmierenden und auch für uns unguten Artenschwund etwas entgegenzusetzen. Kein Garten, kein Balkon ist zu unbedeutend, als dass er nicht Nahrung und Refugien etwa für Tiere bieten kann. Schmetterlinge und weitere bestäubende Insekten, allen voran Honig- und Wildbienen, profitieren, wenn wir beispielsweise Zierpflanzen auswählen, die zuverlässig Nektar und/oder Pollen möglichst dauerhaft bieten. Kleine »unordentliche« Gartenecken stellen Nistmaterial und Überwinterungsorte bereit, und der eine oder andere Trick erleichtert das Leben von allen, die da kreuchen und fleuchen, zusätzlich.

Und vor allem: Verzichten Sie grundsätzlich auf Pflanzenschutzmittel und setzen Sie nur, wenn ein Befall wirklich bedrohlich grassiert, solche ein, die nützlingsschonend sind. Wer beim geringsten Läusebefall etwa alle Tiere beseitigt, wird nie erleben, wie sich Nützlinge von selbst einstellen. Manchmal braucht der Pflanzenfan Geduld, denn erst nach zwei, drei Wochen stellt sich die Kavallerie von Marienkäfern und Co. wirkungsvoll ein.

Ist es nicht besser, auf ein paar Blüten, ein paar makellose Gemüsepflanzen oder ein paar perfekt belaubte Zweige zu verzichten und dafür das eigene kleine, intakte Ökosystem zu schützen?

Allgemeine Gartenpraxis

Gärtnerische Grundlagen gelten für alle Pflanzen und Gartentypen. Darum starten wir im ersten Kapitel mit den wichtigsten Tipps und Informationen.

Boden

Das Bodenleben

Der Boden ist die Grundlage des Gartens. Warum ist das so, und warum ist es so wichtig, den Boden fruchtbar zu halten?

Für viele ist Erde nur Staub und Dreck, doch ihre Bedeutung für uns Menschen ist so groß wie Wasser, Licht und Luft. Sie ernährt nicht nur Pflanzen, die wiederum uns ernähren, sondern filtert auch unser Trinkwasser. Ein Boden ist ein uralter Superorganismus aus abgestorbenem organischem Material, mineralischen Bestandteilen, Humus und angefüllt mit unzähligen Bodentieren und Mikroorganismen. Es dauert 100 Jahre, bis 1 cm Boden entsteht.

Wie sich ein Boden zusammensetzt, hängt stark vom Ausgangsgestein im Untergrund ab. Ein über Jahrtausende dauernder Prozess, an dem Wasser, Frost, Hitze, Wind, Pflanzen sowie Bodenflora und -fauna beteiligt sind, haben den Boden geformt und gestaltet. Böden sind aber nie »fertig«, sie entwickeln sich weiter, und der Mensch kann seine Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Starke Bodenbearbeitung, Verdichtung, einseitiger Anbau von Pflanzenarten, Düngung mit synthetischen Mineraldüngern und die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln belasten die Böden. Andererseits kann durch schonenden Umgang die Fruchtbarkeit gefördert werden.

1 Zum Standard-Repertoire zählt die Hacke. Mit ihr kann der Boden gelockert und Unkraut entfernt werden. 2 Schonend lockert der Sauzahn. 3 Ernten und Lockern können Sie mit der Grabegabel.

Bodenleben

Ein lebendiger Boden beherbergt eine unvorstellbare Anzahl an Bodenlebewesen, das sogenannte Edaphon. Die Bodenflora, also Bakterien und Pilze bewirken Erstaunliches: Sie zerlegen organisches Material in die Grundbestandteile, wie Stickstoff, Phosphat und Kalzium. Die Bodenfauna arbeitet vor und zerkleinert abgestorbene Pflanzenreste und Tierkadaver. Außerdem leben 80 Prozent der Pflanzen in Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzgeflechten im Boden, die Nährstoffe wie Phosphat für die Pflanzen aufbereiten und im Gegenzug Kohlenhydrate geliefert bekommen.

Tiere im Boden, die kriechen und wühlen, wie Würmer, Engerlinge und Maulwürfe, lockern und durchmischen den Boden. Auch wenn die Ameisen nervig sind, kommt ihnen eine wichtige Funktion für die Umwelt und den Boden zu: Sie lockern durch ihre Nester den Boden, bringen Pflanzenreste in den Boden ein und fördern dadurch den Humusaufbau.

Humus ist im gewachsenen Boden zwar nur in sehr geringen Mengen vorhanden, für die Bodenfruchtbarkeit abeir unverzichtbar. Er enthält u. a. Huminstoffe, die für die Bildung von Ton-Humus-Komplexen wichtig sind. Und die wiederum sind entscheidend für die Stabilität eines gesunden Bodens. Ein humoser Boden hat außerdem eine gute Wasserhaltefähigkeit. Um den Humusaufbau zu fördern, ist eine ständige Zufuhr von organischer Substanz nötig.

Umgraben im Herbst

Früher wurde generell im Spätherbst der Gemüsegarten umgegraben. Durch Frosteinwirkung werden die Böden bis zum Frühjahr locker und krümelig. Doch frostige Winter sind selten geworden. Bei schweren, tonigen und lehmigen Böden ist Umgraben immer noch angebracht, aber erst, wenn sich längerer Frost ankündigt. Ansonsten genügt oberflächiges Einharken oder Rechen im Frühjahr zur Saatbeetvorbereitung. Vermeiden Sie in jedem Fall das Betreten des Bodens bei Nässe.

GUT ZU WISSEN

Das richtige Gartengerät für den Einsatz zur Bodenbearbeitung schont nicht nur den Boden, sondern auch Kräfte und den Rücken. Wer viel im Garten arbeitet, sollte besonders darauf achten.

Ein Spaten darf in keinem Gartenhaushalt fehlen, um Pflanzlöcher auszuheben, umzugraben und umzupflanzen. Für sehr schwere Böden eignet sich der Spork. Um den Boden zu lockern, ist eine Grabegabel ausreichend. Mit ihr lassen sich Wurzelunkräuter wie Giersch gut entfernen. Mit Ziehhacken lockert man die oberste Bodenschicht, mit einem einzinkigen Kultivator schmale Zwischenräume. Ein Sauzahn dringt tiefer in den Boden ein. (Weitere Gartengeräte und deren Einsatz finden Sie auf Seite 68)

Schimmel auf der Erde

Auf der Erde meiner Kübelpflanzen hat sich weißer Schimmel gebildet, bei einigen Töpfen wachsen kleine Pilze. Was kann das sein?

Der Schimmelpilz befällt zwar nicht die Pflanze, sieht aber nicht sehr schön im Blumentopf aus.

Flauschiger Schimmelbelag auf der Erde von Kübelpflanzen ist kein Grund zur Panik. Es handelt sich um einen Pilz, der sich vom organischen Material in dem Substrat ernährt. Der Pilz hilft beim natürlichen Abbauprozess organischer Stoffe. Gerade Erden in Bioqualität enthalten Bestandteile aus Holzfaser und anderen organischen Stoffen, die die perfekte Nahrungsgrundlage für die Schimmelpilze bieten.

Allerdings sollten sich Allergiker und Menschen mit schwachem Immunsystem den Sporen der Pilze nicht aussetzen, wenn die Töpfe im Winter im Haus stehen. Ist beim Öffnen eines Sackes mit Blumenerde Schimmel zu erkennen, kann die Erde für Pflanzen im Freien verwendet werden. Durch die Kondenswasserbildung in einem Plastiksack entsteht das richtige Wachstumsmilieu für den Pilz. Ist die Erde wieder an der Luft und kann abtrocknen, verschwindet der Pilz in der Regel wieder.

Der Schimmelpilz befällt zwar nicht die Pflanze, kann sie aber schwächen. Er ist ein Indikator für die Bodenverhältnisse. Wenn Schimmel auftritt, wird meist zu viel gegossen, die Erde ist vernässt und kann nicht abtrocknen.

Am besten wird die oberste Erdschicht entfernt und die Oberfläche aufgelockert, damit die Erde abtrocknen kann. Zusätzlich kann man die Erdoberfläche mit Sand oder Tongranulat abdecken. Tritt der Pilz relativ schnell wieder auf, wird die Pflanze in hochwertiges Substrat umgetopft. Mischt man die Erde mit mineralischen Bestandteilen, wie Tongranulat, Bimskies oder Lava, wird dem Pilz das Futter entzogen.

Zum Verwechseln

Bei einem weißen watteartigen Belag auf der Erdoberfläche kann es sich allerdings auch um Kalk- und Düngerablagerungen an der Erdoberfläche handeln. Das tritt vor allem dann auf, wenn die Pflanze längere Zeit nicht mehr umgetopft wurde oder die Pflanze das Wasser nur aus dem Untersetzer aufgenommen hat. Diese Verkrustungen nimmt man am besten weg und füllt mit frischer Erde auf.

Beet anlegen

Unser Rasen nimmt viel Raum ein im Garten. Nun möchte ich auf einer Rasenfläche ein Beet anlegen. Wie gehe ich vor?

Entfernen Sie zuerst den Rasensoden, Steine und Wurzeln. Lockern Sie den Boden mit einer Grabegabel und entfernen dabei unerwünschte Wildkräuter, Steine und Wurzeln. Bei Wurzelunkräutern wie Quecke, Winde und Giersch sollten Sie jede Wurzel akribisch herauslesen. Samenunkräuter wie Melde, Vogelmiere oder Fadenhirse lassen sich eindämmen, indem man die Fläche alle 1–2 Wochen hackt. Werden an der Erdoberfläche keimende Lichtkeimer wie die Brennnessel mehrmals über ein halbes Jahr weggehackt, ist das »Unkraut«-Problem gebannt.

Wie es um Ihren Boden bestellt ist, erfahren Sie durch eine professionelle Bodenanalyse. Standardanalysen sind nicht teuer und geben Auskunft über Nährstoffgehalt, Humusgehalt, pH-Wert und Bodenart. Gute Böden müssen in der Regel nicht aufgebessert werden. Verarmte Böden beleben Sie mit Bodenaktivatoren. Lehmige, verdichtete Böden, die zu Staunässe neigen, werden durch Sand, Splitt und Humus durchlässiger. Bentonit und Humus bzw. Kompost verbessern die Eigenschaften von sandigen Böden. Damit die Pflanzen gut in den Boden einwurzeln können, sollten Sie etwa 30 cm tief lockern.

1 Zuerst wird die Rasenkante abgestochen und die Rasensode entfernt, 2 dann, wenn nötig, der Boden mit Humus aufgebessert. 3 Zum Schluss mit einem Rechen das Beet einebnen.

Einsatz von Unkrautvliesen überdenken

Unkrautvliese werden zur Abdeckung des Bodens gegen Bei- und Unkräuter eingesetzt. Durch den Zuflug von Samenunkräutern entwickeln sich aber leider auch auf den Unkrautvliesen Wildkräuterbestände, die nur sehr schwer zu entfernen sind. Zudem kommen Bodenlebewesen nicht mehr an organisches Material, sodass der Boden verarmt. Mäusepopulationen können sich hingegen darunter gut entwickeln. Meist bestehen die Unkrautvliese aus Polypropylen (PP). Dieses Plastik gilt zwar als wenig gesundheitsschädlich, dennoch gibt es bei Reibung Mikroplastik in den Boden ab.

➜ WANN: FrHe – ErFr

Boden ist nicht gleich Boden

Wer die Eigenschaften seines Bodens kennt, kann abschätzen, was darin gut gedeiht. Für weniger fruchtbare Böden gilt: Geduld haben. Es braucht einige Jahre, viel Aufmerksamkeit und verschiedene Zugaben, bis sich der Boden verbessert.

Die Fingerprobe

Für eine erste Einschätzung der Bodenart eignet sich die Fingerprobe. Am besten nimmt man Boden aus 20–30 cm Tiefe. Kann die Erde mit den Händen zu einer halben Bleistiftdicke ausgerollt werden, handelt es sich um einen tonigen, schweren Boden. Fühlt es sich klebrig und bindig zwischen den Fingern an, ist es ein mittlerer Boden, z. B. sandiger Lehm. Klebt der Boden wenig oder zerrinnt förmlich, besitzen Sie einen leichten Boden mit viel Sandanteilen.

Leichter Boden

Sandböden erwärmen sich schnell im Frühjahr. Pflanzenwurzeln haben darin einen guten Luftaustausch. Andererseits können sandige Böden Wasser und Nährstoffe schlecht speichern, haben meist einen niedrigen pH-Wert und neigen zur Bodenerosion. Humus kann die Ausgangslage verbessern. Er kann in Form von Grünkompost, Gartenkompost, Lauberde, abgelagertem Pferdemist und Substraten aus dem Gartenfachhandel zugeführt werden. Das Tonmineral Bentonit sorgt dafür, dass Wasser und Nährstoffe besser gespeichert werden. Ein ganz einfaches Mittel zur Bodenverbesserung ist Mulchen (siehe Seite 32).

Wie ist der Gartenboden beschaffen? Das erfährt man durch eine einfache Fingerprobe.

Schwerer Boden und mittlerer Boden

Schwere Böden brauchen im Frühjahr lange, bis sie sich erwärmen. Sie können Wasser und Nährstoffe gut halten, sind deshalb aber auch so »dicht«, dass sich Wasser staut. Wenn der Boden austrocknet, ist er dann kaum zu bearbeiten. Pflanzenwurzeln geraten darin in Atemnot und können die Bodenschichten kaum durchdringen. Oft findet man darin zwar dicke Regenwürmer, die aber in diesem Fall kein Zeichen für einen guten Boden sind. Umgraben in der kalten Jahreszeit und auf die Sprengwirkung des Frostes zu setzen, ist eine Maßnahme, die wirkt. Doch mit langen Frostperioden ist heute nicht mehr zu rechnen. Heute setzt man eher auf Gründüngungspflanzen wie Luzerne, die den Boden mit ihren Wurzeln sogar in metertiefen Bodenschichten gut lockern. Zudem macht das Ausbringen von gewaschenem Sand tonige Böden lockerer. Diese Maßnahme wird am besten mit Mulchen und Gründüngungspflanzen kombiniert.

Mittlere Böden bestehen hauptsächlich aus feinen und groben Teilchen, solche Böden sind mit vielen Hohlräumen durchzogen, die Wasser und Nährstoffe gut speichern können. Mit einem hohen Humusanteil sind sie fruchtbare Böden, in denen die meisten Pflanzen gut wachsen.

GUT ZU WISSEN

Der pH-Wert zeigt an, wie sauer oder alkalisch der Boden ist. Welche Werte sind denn da von Bedeutung und was sagen sie aus? Hat der pH-Wert einen Einfluss auf die Pflanzen?

Der pH-Wert im Boden beeinflusst chemische und biologische Prozesse. Die Werte liegen zwischen 4 und 8. Unter pH 6 gelten Böden als sauer, über pH 7 als basisch. Im pH-Bereich von 6–7, also von schwach sauer bis neutral, sind die meisten Nährstoffe gut verfügbar; optimal also für den Garten. In basischen Böden verschlechtert sich die Verfügbarkeit von Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor, und das kann zu Mangelsymptomen führen. Moorbeetgewächse, wie Rhododendren, Azaleen, Heide, Heidelbeeren und Hortensien, wachsen in saurer Erde.

Boden schützen

Baumaßnahmen stehen an. Was muss ich beachten, damit ich den Boden schone und später die Pflanzen gut wachsen können?

Stehen rund ums Haus Baumaßnahmen an, hinterlassen die hohen Lasten durch abgestellte schwere Baumaterialien und das Überfahren mit schweren Maschinen und Fahrzeugen bleibende Schäden im Bodengefüge und Verdichtungen. Der Schaden zeigt sich oft erst Jahre später, wenn Bäume und Gehölze nicht richtig wachsen wollen. Bereits bei einer Bauausschreibung sollten Sie die Maßnahmen zum Bodenschutz schriftlich festlegen, damit Sie diese dann auch von den Baufirmen problemlos einfordern können.

Bevor es mit dem Bauen losgeht, sollten Sie sich über die spätere Gartengestaltung Gedanken machen. Planen Sie möglichst genau, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt vielleicht gar nicht so passend erscheint, und legen Sie die Überfahrten der Maschinen über das Gelände fest. Bei häufig befahrenen Flächen, Zufahrten und Lagerplätzen kann der Lastendruck auf den Boden durch Baggermatten, Kiesaufschüttungen und Holzbohlen verringert werden. Führen Sie Bodenarbeiten nur bei trockenem Wetter durch. Wenn Boden entfernt werden muss, lassen Sie den Oberboden (ca. 20 cm), den Unterboden (ca. 20–60 cm) und den Untergrund schichtweise abtragen. Lagern Sie die unterschiedlichen Bodenschichten getrennt und am besten an einer wasserdurchlässigen und trockenen Stelle. Der Boden sollte nicht lange gelagert und entsprechend dem ursprünglichen Aufbau wieder eingebaut werden.

Nach Baumaßnahmen sind beispielsweise der Einsatz von Fräsen, Grubbern oder das Umgraben mit der Hand gängige Maßnahmen, um den Boden zu lockern. Allerdings wird hierbei nur der Oberboden erfasst, Verdichtungen im Untergrund können nicht aufgebrochen werden. Im Hausgarten setzt man auf die biologische Lockerung des Bodens durch den Anbau tiefwurzelnder Gründüngungspflanzen (siehe Seite 27). Idealerwiese werden sie unmittelbar nach der Beendigung der Bauarbeiten angesät, um so zusätzlich den offenen Boden vor Erosion und Verschlämmung zu schützen. Mindestens eine Vegetationsperiode brauchen die Pflanzen, um den Boden durchdringend zu lockern.

Tipp

PROFESSIONELLE BODENSANIERUNG

Sehr starke Verdichtung können Sie durch Fachfirmen beseitigen lassen. Mit einer Lanze wird hierbei Luft in den Boden eingepumpt, sodass feine Risse auch in tieferen Bodenschichten entstehen. Strukturstabile Granulate und Bodenhilfsstoffe werden eingebracht, die die Lockerung stabilisieren.

Bodenretterpflanzen

Gründünger sollen dem Boden und nachfolgenden Pflanzen guttun. Welche gibt es und wie kann ich sie einsetzen?

Unter dem Begriff »Gründünger« sind Pflanzen zu verstehen, die angesät werden, um den Boden zu schützen und zu verbessern. Wurzeln lockern den Boden und fördern mit einem dichten Wurzelgeflecht die Humusbildung. Leguminosen, wie Lupine, Ackerbohne und Luzerne, leben mit Bakterien zusammen, die Stickstoff aus der Luft in den Boden bringen. Alle Gründüngungspflanzen entnehmen dem Boden Restnährstoffe, die sie in der Pflanzenmasse speichern. Im Frühjahr arbeitet man sie ein. Sie fungieren somit als organischer Dünger.

Bei der Wahl der Gründünger müssen Sie die Fruchtfolge beachten. So sollte Spinat nicht nach oder vor Roter Bete oder Mangold stehen. Kreuzblütler, wie Gelbsenf, können allerlei Schadorganismen bei Kohlgewächsen fördern. Nicht winterharte Pflanzenarten bleiben je nach Blattmasse nach dem Frost liegen oder können kompostiert werden. Winterharte Gründüngerpflanzen werden im Frühjahr abgemäht.

➜ WANN: VoFr – SpHe

BODENVERBESSERN MIT PFLANZEN

Gründünger

Winterhärte

Eigenschaften

Blaue und Gelbe Lupine

Nicht winterhart

Stickstoffsammler, Tiefwurzler, für sandige Böden

Luzerne

Winterhart

Stickstoffsammler, Tiefwurzler bis 4 m

Gelbsenf und Ölrettich

Nicht winterhart

Tiefwurzler bis 1,5 m, nicht bei Kohlkrankheiten

Bienenfreund

Frosthart bis -8 °C

Bienenweide, günstig in der Fruchtfolge

Winterroggen

Winterhart

Hinterlässt feinkrümeligen Boden, Aussaat bis Okt. möglich

Spinat

Winterhart

Hinterlässt feinkrümeligen Boden, Aussaat bis Sept.

Zeigerpflanzen

Wilde Pflanzen haben häufig ganz bestimmte Ansprüche an Standort und Boden. Dort wo sie gut wachsen und sich ausbreiten, zeigen sie an, was vor unseren Augen verborgen ist, und geben Auskunft über die Bodenbeschaffenheit. Solche Pflanzen bezeichnet man als Zeiger- oder Indikatorpflanzen. Werden sie richtig gedeutet, können sie wertvolle Hinweise für die Gartenarbeit geben. Sie zeigen beispielsweise an, wo gedüngt werden muss oder wo genügend Stickstoff im Boden ist.

1. Stickstoffreicher Boden

Klettenlabkraut, Brennnessel, Gänsefußarten, Wiesenkerbel, Giersch, Taubnessel, Melde, Vogelmiere, Gänsedistel, Löwenzahn, Taubnessel

2. Stickstoffarmer Boden

Wilde Möhre, Taubenkropf, Mauerpfeffer, Weißklee, Hungerblümchen, Ziest

3. Trockene Bodenbeschaffenheit

Feld-Thymian, Zypressenwolfsmilch, Färberkamille, Wiesensalbei, Reiherschnabel, Sichelmöhre, Wegerich

4. Nasser bis staunasser Boden

Gemeiner Beinwell, Wiesenschaumkraut, Huflattich, Ackerschachtelhalm, Kriechender Hahnenfuß, Scharbockskraut

5. Saurer Boden

Sauerampfer, Hundskamille, Hundsveilchen, Sauerklee

6. Kalkhaltiger Boden

Wegwarte, Klatschmohn, Wiesen-Salbei, Löwenzahn, Ackersenf, Taubnessel, Storchschnabel, Gänsedistel

7. Schwerer toniger Boden

Gänsefingerkraut, Kriechender Hahnenfuß, Löwenzahn, Quecke, Ackerschachtelhalm, Breit-Wegerich

8. Leichter sandiger Boden

Vogelmiere, Königskerze, Klatschmohn

9. Mittelschwerer lehmiger Boden

Flockenblume, Persischer Ehrenpreis, Herbstzeitlose

Torffreie Erden

Es gibt viele Substrate. Was muss ich bei torffreien Erden beachten und welche Erden brauche ich wirklich?

Erde kann in einem Eimer aus verschiedenen Komponenten zusammengemischt werden.

Erde aus dem Sack ist wie eine Backmischung mit bestimmten Zutaten, die bei Markenprodukten genau auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt wurde. Achten Sie auch darauf, dass die Erde torffrei ist.

Blumenerde ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für die meisten Zimmerpflanzen, Balkonblumen sowie für nährstoffbedürftige Gemüse wie Tomaten, Kohlarten, Gurken und Zucchini. Hochwertige Produkte enthalten meistens Langzeitdünger. Daneben gibt es spezielle Kübelpflanzenerde, die für Pflanzen geeignet ist, die länger als eine Vegetationsperiode in einem Topf stehen. Sie enthält mineralische Bestandteile, wie Lava, Bims und Blähton, die die Erde strukturstabil für die Luftzufuhr an die Pflanzenwurzeln halten.

Sämlinge und Stecklinge brauchen eine feinporige, humose und nährstoffarme Erde, damit die zarten Wurzeln nicht austrocknen oder durch Nährsalze verbrennen. Spezielle Anzuchterden setzen sich aus einem hohen Humusanteil und Sand zusammen. Viele Kräuter schätzen diese Eigenschaften ebenfalls. Sogenannte Moorbeetpflanzen, wie Rhododendren, Heidearten, Heidelbeeren und Preiselbeeren, wachsen dagegen nur in saurer Erde.

Zudem gibt es Rasenerde, die aus Kompost, Humus und Sand besteht, und Hochbeeterde aus Mutterboden und Kompost. Unter dem Begriff Pflanzerde kann sich Blumenerde, aber auch eine einfache ungedüngte Erde als Bodenverbesserer für die Pflanzung von Freilandpflanzen verbergen.

Eigenschaften torffreier Erde

Hauptbestandteile torffreier Erden sind Kompost, Holzfaser und Kokosfaser. Bei einem hohen Anteil Kompost in der Erde nehmen ausgetrocknete Topfballen nur langsam wieder Wasser auf und trocknen andererseits bei Nässe schlecht ab. Die Nährstoffversorgung vor allem von Stickstoff gerät nach einiger Zeit meist ins Stocken. Am besten düngen Sie je nach Nährstoffbedarf der Pflanzen rechtzeitig nach.

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Wiederverwendung von Substraten

Kann ich Erde von Balkonkästen aus dem Vorjahr oder auch Sackerde wiederverwenden? Wie lagere ich die Erde am besten?

Substrate sind hochwertige Produkte und sollten möglichst nicht verschwendet werden. Ist ein Balkonkasten von den Sommerblumen stark durchwurzelt, ist keine lose Erde mehr vorhanden. Anders verhält es sich mit Frühlings- und Herbstpflanzen, die ein Gefäß kaum ganz durchwurzeln. Die lose Erde lässt sich, wenn die Pflanzen nicht an bodenbürtigen Pilzerkrankungen wie Wurzelfäulen erkrankt sind, wiederverwenden. Mischen Sie die Erdenreste vor einer Pflanzung mit neuer Erde im Verhältnis von mindestens 1 : 1.

Balkonblumenerden aus der vergangen Saison, die im Sack gelagert wurden, sollte man ebenfalls mischen, es könnten sich nämlich Langzeitdünger gelöst und zu einer Nährstoffbombe entwickelt haben. Vorsicht auch bei der längeren Lagerung von Anzuchterden. Darin könnten sich die wurzelschädigenden Larven der Trauermücken befinden. Lagern Sie die Erden gut verschlossen, kühl und sorgen Sie dafür, dass die Erde nie ganz austrocknet. Damit Aussaaterde wirklich schädlingsfrei ist, kann sie über 30 Minuten bei 80 Grad sterilisiert werden. Die Erde nach der Abkühlung noch einige Tage in einem geschlossenen Gefäß liegen lassen. Durch starkes Erhitzen wird die Verfügbarkeit der Nährstoffe, wie Mangan, verändert. Nach ein paar Tagen hat sich aus heutigem Kenntnisstand aber alles wieder reguliert. In der Mikrowelle kann 10 Minuten bei 600 Watt sterilisiert werden.

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GUT ZU WISSEN

»Terra Preta« heißt übersetzt »Schwarze Erde«. Diese uralte von Menschen gemachte fruchtbare Erde wurde im Amazonasgebiet entdeckt. Kann ich Terra Preta auch selbst herstellen?

Heutige Pflanzenkohle entsteht aus Holz- und Grünabfällen, die bei hohen Temperaturen und unter Sauerstoffabschluss verkohlen. In der porösen Struktur der Pflanzenkohle werden Wasser und Nährstoffe hervorragend gespeichert. Von selbst hergestellter Pflanzenkohle wird aber dringend abgeraten. Bei der Verbrennung der organischen Substanz entstehen viele giftige Stoffe, wie PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Dioxine. Als Zusatz für eigene Erden eignet sich unkrautfreier Kompost (nicht mehr als 30 %) am besten.

Boden mulchen

Welche natürlichen Mulcharten gibt es, wo setze ich diese am besten ein und was muss ich beim Mulchen beachten?

Wie eine Decke legt sich eine Mulchschicht über den Boden und lässt Pflanzen optimal wachsen. Ob Garten oder Gewächshaus, Gurken, Tomaten, Stauden oder Gehölze – es gibt für alles das passende Mulchmaterial. Mulchen unterstützt das Bodenleben, erhält und fördert die Krümelstruktur, vor allem bei schweren und leichten Böden. Mit einer Mulchauflage bleibt die Bodenfeuchte lange erhalten, es muss also weniger gegossen werden. Mulch hemmt unerwünschtes Unkraut, dämpft aber auch Starkregen und verhindert Abschwemmungen.

Aber es gibt auch Argumente gegen eine Mulchauflage: Bodenbrütende Wildbienen und Kleintiere brauchen offene Böden u. a. zur Fortpflanzung, Wühlmäuse breiten sich unter einer Mulchdecke unbemerkt aus. Offene Böden geben in Spätfrostnächten Wärme ab, und das ist ein leichter Frostschutz für kälteempfindliche Pflanzen wie Erdbeeren. Niedrige Stauden und Steingartenpflanzen sollten nicht gemulcht werden.

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NATÜRLICHE MULCHMATERIALIEN

Material

Verwendung für

Bemerkungen

Rasenschnitt, Gemüserückstände, z. B. Kohlblätter

Alle Beete, außer Magerstandorte

Dünn ausbringen

Rindenmulch

Wegebelag, unter Bäumen, Sträucher

Pflanzen vorher mit Hornspänen versorgen

Pinienrinde

Wege, unter Bäumen, Sträucher

Pflanzen vorher mit Hornspänen versorgen

Holzhäcksel

Wegebelag, unter Bäumen

Nicht geeignet unter Sträuchern und Stauden

Flusskies oder Splitt

Für trockene, sonnige Standorte, Stauden und Gehölze, Wegebelag

Max. 5 cm

Spinat

Winterhart

Hinterlässt feinkrümeligen Boden

Vliese und Folien

Mulchvliese und -folien sollen Arbeit im Garten sparen, aber sind sie auch umweltfreundlich?

Gute Alternativen zu schwer abbaubaren Kunststofffolien sind 1 Mulchpapier und 2 Wollvlies.

Die meisten Mulchfolien oder Mulchvliese bestehen aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Wird nicht sachgerecht damit umgegangen, verbleiben nach der Verwendung Folienrückstände, Makroplastik und Mikroplastik auf dem Beet und reichern sich im Boden an. Liegen Kunststofffolien aus, hemmen sie zudem das Bodenleben und schneiden es von der Versorgung mit organischem Material ab, das sich natürlich ablagert. Eine gute Alternative sind Folien und Vliese aus vollständig biologisch abbaubaren Materialien. Achten Sie darauf, dass die Biokunststoffe anerkannt zertifiziert sind.

Positive Effekte

Dunkel gefärbte Folien und Vliese fördern die Erwärmung des Bodens. Wärmeliebende Kulturen, wie Gurken, Paprika, Tomaten und Auberginen, wachsen mit dieser Bodenabdeckung zügiger und können früher geerntet werden. Vielen Pilzerkrankungen, z. B. der Braunfäule kann mit einer Vliesabdeckung vorgebeugt werden. Die Früchte liegen nicht direkt auf dem Boden, bleiben sauber und faulen bei Regenwetter nicht so schnell.

Folien eignen sich vor allem zur Unterdrückung von hartnäckigen Wurzelunkräutern, wie Giersch, Quecke und Winde. Werden die Pflanzen darunter für einige Monate abgedunkelt, verlieren sie die wichtige Lebensgrundlage Licht und gehen ein.

Aus umweltfreundlichen Materialien sind auch Mulchpapiere, dicke Lagen von Zeitungspapier, Pappe und Wollvliese. Sie sind wirkungsvoll und füttern sogar das Bodenleben. Wollvliese geben sogar Nährstoffe bei der Zersetzung frei.

Die Düngung

Nährstoffe kurz erklärt

Meine Pflanzen sollen gesund wachsen und müssen entsprechend gut ernährt sein. Welche Nährstoffe brauchen meine Pflanzen?

Stickstoff, Phosphor und Kalium sind die Hauptnährstoffe der Pflanzen. Aber auch Spurennährstoffe, wie Eisen, die nur in geringen Mengen benötigt werden, sind entscheidend für viele Stoffwechselvorgänge.

Stickstoff N

Stickstoff ist der Wachstumsmotor für Pflanzen. Er ist zuständig für die Bildung von Blattmasse, Pflanzeneiweiß, Zellen und das lebenswichtige Blattgrün. Im Frühjahr haben die Pflanzen den höchsten Stickstoffbedarf. Stickstoff verbirgt sich übrigens auch hinter den Begriffen: Nitrat (NO3), Ammonium (NH4) und Harnstoff (NH2). Sie sind unterschiedlich für die Pflanze verfügbar. Der meiste Stickstoff befindet sich in der Luft. Pflanzen können ihren Bedarf allerdings nur über den Boden decken. Knöllchenbakterien, die mit Pflanzen aus der Leguminosenfamilie zusammenleben, holen den Stickstoff aus der Luft und bringen ihn in den Boden.

Phosphor P

Phosphor ist Energieträger in der Pflanze und an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt und fördert die Bildung von Blüten und Früchten. Phosphor ist im Boden meist ausreichend vorhanden, aber meist festgelegt. Bodenpilze, die sogenannten Mykorrhizapilze, machen den Nährstoff für die Pflanzen erst verfügbar. Mineralische Dünger zerstören dieses Mikrobiom.

Kalium K

Kalium ist an der Bildung von Kohlenhydraten beteiligt, verbessert die Qualität der Gemüse und Früchte, reguliert die Wasserversorgung in der Pflanze, erhöht die Frosthärte und Widerstandskraft gegen Schadorganismen. In mit Kompost gedüngten Gärten ist Kalium ausreichend vorhanden.

Kalzium Ca

In der Pflanze stabilisiert Kalzium das Zellgewebe wie ein Skelett und fördert das Wurzelwachstum. Im Boden verbessert das Element die Humusbildung, die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe und bindet Bodensäure.

Wichtige Nährstoffe

Welche Nährstoffe sind für meine Gartenpflanzen besonders wichtig, und in welchen Düngern sind sie enthalten?

Magnesium (Mg)

Als zentraler Baustein des Blattgrüns ist Magnesium unverzichtbar. Im Blattgrün bzw. dem Chlorophyll findet die Photosynthese statt. Im Boden ist Magnesium sehr beweglich und kann durch andere Elemente fixiert werden.

Schwefel (S)

Schwefelverbindungen sind in gesundheitsfördernden Pflanzeninhaltstoffen, wie Senfölen, Vitamin B1 und Biotin, enthalten. Schwefel kann leicht ausgewaschen werden. Stickstoff und Schwefel stehen in direktem Zusammenhang und sollten im Verhältnis 10 bis 12 Teile N zu 1 Teil S vorhanden sein.

Eisen (Fe)

Als Spurenelement ist Eisen für den Stofftransport oder als Baustein für Enzyme und Chlorophyll unverzichtbar. Das Metall kann auf eher sauren Böden und als Chelat am besten von der Pflanze aufgenommen werden. Weitere Spurenelemente sind: Bor, Mangan, Molybdän, Kupfer, Zink, Kobalt.

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WICHTIGE NÄHRSTOFFE IN DÜNGERN

Nährstoff

Chem. Zeichen

Typische Dünger

Stickstoff

N

Horndünger, Jauche, Grasschnitt, Hühnermist, Blutmehl

Phosphor

P

Knochenmehl, Stallmist, Algen

Kalium

K

Gesteinsmehl, Algen, Stallmist

Kalzium

Ca

Algenkalk

Magnesium

Mg

Bittersalz, Kalimagnesia, Kieserit, Magnesiumkalk

Schwefel

S

Bittersalz, Schafwollpellets

Eisen

Fe

Eisenchelate in flüssiger Form

Nährstoffe

Die Ernährung der Pflanzen hängt nicht allein vom Angebot der Nährstoffe ab. Elemente können sich gegenseitig behindern oder sind durch Trockenheit, Bodenverdichtung, zu niedrige oder zu hohe pH-Werte für Pflanzen unerreichbar.

1. Stickstoffmangel

Das Wachstum der Pflanzen ist deutlich reduziert. Vor allem ältere Pflanzenteile vergilben, werden hellgrün, zeigen Absterbeerscheinungen.

2. Stickstoffüberschuss

Blätter sind dunkelgrün, die Blattränder zeigen braune Stellen. Bei zu viel Stickstoff erhöht sich die Anfälligkeit für Pilzerkrankungen und der Schädlingsbefall.

3. Phosphormangel

Blätter erscheinen purpur bis braun und bleiben klein. Bei Feldsalat, Kohlpflanzen, Tomaten: blaugrüne, nach unten gebogene Blätter, vergilben, sterben vorzeitig ab.

4. Kaliummangel

Blätter werden von den Blatträndern her braun. Kalimangel begünstigt die Bildung von Grünkragen an Tomate.

5. Kalziummangel an Apfel

Braune Stellen im Fruchtfleisch von Äpfeln werden als Stippe bezeichnet.

6. Blütenendfäule

Bei Kalziummangel werden Tomaten- und Paprikafrüchte von unten her braun und faulen. Tritt nach heißen Tagen und bei Stickstoffüberschuss auf. Gleichmäßige Bodenfeuchte wirkt dem entgegen.

7. Magnesiummangel

Besonders auf sandigen, sauren Böden kommt Magnesiummangel vor. Blätter werden zwischen den Blattadern gelb bis weiß. Nadeln von Nadelgehölzen vergilben.

8. Eisenmangel

Vergilbte junge Blätter mit scharf abgegrenzten grünen Adern. Hauptursachen sind Bodenverdichtung, Staunässe, zu hoher pH-Wert, Kalk- oder Phosphatgehalt.

9. Schwefelmangel

Gemüsepflanzen bleiben im Wachstum stecken und vergilben. Auf sandigen und durchlässigen Böden oder bei Stickstoffüberdüngung.

Grundkenntnisse Düngung

Ich kenne mich mit der Düngung gar nicht aus, es erscheint mir sehr kompliziert, was muss ich beim Düngen beachten?

Düngen Sie nur, wenn die Pflanzen auch Nährstoffe brauchen, und denken Sie »Düngen« neu: Füttern Sie nicht die Pflanzen, sondern den Boden! Wählen Sie in erster Linie organische Dünger, die das Bodenleben fördern, und düngen Sie nach dem Prinzip des Naturkreislaufs.

Leider wird nämlich häufig noch immer zu viel gedüngt. Ältere Hausgärten sind in der Regel sogar mit Phosphat und Kali überversorgt. Schicken Sie etwa alle fünf Jahre, am besten im Herbst, Bodenproben aus dem Garten an ein anerkanntes Bodenlabor. So sind Sie bezüglich der Nährstoffversorgung des Bodens immer auf dem neuesten Stand. Und können pflanzengerecht düngen.

Ob eine Düngung nötig ist, hängt von den Bedürfnissen der Pflanze, der Entwicklungsphase und der Jahreszeit ab. Sämlinge bzw. Pflanzensetzlinge brauchen kaum Dünger, Jungpflanzen brauchen schon etwas mehr Nährstoffe. Pflanzen in der Wachstumsphase haben einen hohen Nährstoffbedarf. Alte verholzte Pflanzen, wie Blütensträucher und Gehölze, brauchen hingegen wieder weniger »Futter«. Ende Juli sollte im Garten in der Regel nicht mehr gedüngt werden.

Wer braucht was?

Für viele Pflanzen reicht eine Gabe Kompost aus dem eigenen Garten im Frühjahr aus. Nährstoffbedürftige Gemüsepflanzen, wie Tomaten, Paprika, Kohl, Sellerie und Zucchini, Beerenobst, Spalier- und Spindelobstbäume, aber auch Tulpen, Rosen, Kübel- und Balkonpflanzen brauchen eine zusätzliche Düngung. Im Handel gibt es zwar spezielle Dünger mit genau abgestimmten Nährstoffverhältnissen. Doch meist sind die Unterschiede nicht so gravierend. Sie können z. B. Tomatendünger ruhig auch für andere hungrige Kulturen wie Zucchini, Kürbisse und Kohl verwenden. Ausnahme sind Rhododendrondünger mit ihrem niedrigen pH-Wert, die nur bei Moorbeetpflanzen, wie Rhododendron, in die Erde kommen, oder Rasendünger, der hohe Gehalte an Stickstoff aufweist.

➜ WANN: VoFr – FrSo

Tipp

CHEMISCH-SYNTHETISCHE DÜNGER,

wie Blaukorn, sind zwar schnelllöslich und hochwirksam, sollten aber nicht in Hausgärten verwendet werden. Sie überschwemmen den Boden mit Nährstoffen, die auch ins Grundwasser gelangen. Dabei schädigen sie das humusaufbauende Bodenleben und machen den Boden langfristig unfruchtbar.

Düngemittel

Die Auswahl an Düngemitteln im Handel ist kaum überschaubar. Welche Dünger sind frei von tierischen Produkten?