Gedanken über Königs Wusterhausen - Dieter Füting - E-Book

Gedanken über Königs Wusterhausen E-Book

Dieter Füting

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Beschreibung

Gedanken über Königs Wusterhausen - Essays zur kommunalen Politik. Von Dieter Füting. Der Autor über sein Werk: "Ich möchte, dass Königs Wusterhausen, die Stadt des Großen Kurfürsten und späteren Königs Friederich Wilhelm I., eine lebenswerte Stadt wird. Es wäre besonders begrüßenswert, wenn Königs Wusterhausen, ausgehend von seiner Historie, einen kulturellen Anspruch an sich selbst entwickelt. Für mich bedeutet das, dass die alte Königsstadt wieder zu einem anspruchsvolleren gesellschaftlichen Leben findet. Dazu gäbe es viele Projekte. Die Impulse zu ihrer Revitalisierung müssten von den Menschen aus Königs Wusterhausen kommen. Sie werden nicht von außerhalb geleistet. Ich möchte als Einwohner dieser schönen Stadt dazu meinen Beitrag leisten.

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Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Es ist meine Lebenserfahrung, dass politisch-ideologisches Parteidenken im Paradoxen endet, weil es kein logischpositives Handeln hervorbringt und damit eine Moral bewirkt, die ausschließlich zwischen Zustimmen und Ablehnen zu unterscheiden vermag.

Dieter Füting
Vorwort: Über die schwierige Suche nach einer lebenswerteren Stadt Königs Wusterhausen

Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich nicht im wortwörtlichem Sinne suche, in dem Sinne, dass ich durch die Straßen und über die Plätze ziehe und das Gelände ablaufe. Es ist eine gedankliche, eine geistige Suche; es ist das Entwerfen einer Vision, eines Wunschbildes, eines Ideals. Und es ist die Beschreibung des mich inspirierenden Zeitgeistes, und die Suche nach deren Quelle.

Was ist der eigentliche, der tiefe Grund meiner Suche? Ist es die latente Unzufriedenheit mit der stattfindenden Realität und die Sorge um die Zukunft – auch meiner Heimatstadt?

Ich kann es nicht genau sagen. Erst muss ich in der Erinnerung suchen, dann will ich verstehen und bewerten.

Was ist meine tiefste Erinnerung an meine frühe Kindheit?

Noch heute fühle ich, dass das eine große Freiheit war, die durch phantasievolle Spiele und Gedanken unsortiert aufgefüllt werden konnte. Die Erwachsenen mussten sich um das Notwendige kümmern, um das Essen, die Brennstoffe für den Winter, um die Reparaturen dessen, was der Krieg übrig gelassen hatte – um die Wiederherstellung der Normalität des Lebens. Ich hatte andere Gedanken, es waren Gedanken einer Welt voll Abenteuer und gewagter Spiele. Aber – nach und nach – auch das Erfinden neuer Gedankenordnungen und das Entwickeln eigener Vorstellungen meines Lebens. Und ich hatte Zeit für alles, für alle Erkundungen, für alle Experimente jeder Art.

Eine andere prägende Erinnerung war die Entdeckung der Natur in meinem Umfeld. Das waren die Wälder ohne Müll und Dreck, das waren die Seen und Teiche mit klarem Wasser und voller Pflanzen und Tiere – und viel, viel Ruhe. Räume für die Fantasie und Freiheitsräume ohne Gefahren.

Hier konnte man den ganzen Tag im Sommer für sich oder mit ausgewählten Freunden sein. Klettern auf Bäume, baden im See, Fahrradfahren überall hin. Sich einfach hinsetzen und über Filme nachdenken und vorspüren, wie eine Freundin sein sollte. Im Winter sind wir hier Ski gelaufen und Schlittschuh auf dem zugefrorenen See. Nie haben wir gewusst, wie spät es ist. Die Zeit war nicht zu spüren. Keiner brauchte Sorgen, keiner hatte sie.

Dann erinnere ich mich an meine Bücher und an die Zeit mit ihnen. Mit einmal war ich durch sie im richtigen Leben angekommen. Sie halfen mir, etwas von mir und von der Welt zu verstehen. Durch sie wollte ich in die Welt hinaus, sie verstehen, um sie aus den Angeln zu heben. Bücher wurden Freunde, Bücher waren Freunde, die man nie mehr verlieren wollte. Bücher sollten ein Teil von mir werden – und wurden es. Bis heute. Freund, Ratgeber, Rückzugsort. Damit war ich im Leben. Gut vorbereitet, dachte ich.

Motiviert, mutig und entschlossen. Ich ging meinen Weg mit Erfolg, obwohl das Glück nicht immer an meiner Seite war. Aber ich blieb mir treu, wenn ich mich auch ab und zu tarnen musste.

Schließlich traf ich auf Menschen, die große Ziele hatten, auch politische Ziele. Diese Menschen waren die größte Enttäuschung im Leben. Sie sprachen von neuen Zeiten und waren doch nur Zerstörer. Zwar kreativ im Zerstören, aber negativ nachhaltig in der Wirkung auf mich. Scharlatane waren sie, Trickser, Täuscher - und bei allem nur jämmerlich. Doch, so paradox es klingt, durch sie war ich jetzt im richtigen Leben. Und das Leben verlangte, dass ich mich entscheide. Das war eine wichtige Lektion, eine sehr wichtige. Diese Lektion brachte mich zu der klaren Frage, wer ich sein will und warum, wie ich sein will und warum, wie ich leben möchte und warum. Und ich habe sie klar beantwortet.

Was ich schon lange spürte und heute noch intensiver spüre ist der Wunsch, dass mein Heimatort und seine Umgebung, an die ich so viele nachhaltige und prägende Erinnerungen habe, dass dieser Ort und sein Umfeld nicht nur ein Erinnerungsbild nur für mich ist; dass auch andere Kinder ähnliche Erfahrungen wie ich machen sollten. Diese Erfahrungen können nicht mehr genau so sein, wie es meine waren. Das weiß ich. Die Zustände der heutigen Zeit kann schließlich niemand in der selben Art und Weise betrachten, wie es meine waren, wie sie entstanden waren und wie ich sie erlebt habe.

Und wie ist unsere heutige Zeit? Was ist das heute für mich für eine Welt, in der ich lebe? Es ist leider eine sehr belastete, eine verunstaltete, eine vergiftete Welt.

Der Wald wurde abgeholzt, abgetragen, für riesige Parkplätze, für riesige Lkw. Die Felder wurden geschleift für weitere Gewerbe - und Wohnbereiche. Im Fluss möchte ich nicht mehr baden. In den übrig gebliebenen Wäldchen höre ich nicht mehr die wenigen Vögel durch den krankmachenden Lärm der Flugzeuge, durch den Lärm von Autobahn und Straße. Meine Wiesen sehe ich geschändet, durchzogen von gewaltigen Rohrleitungen, Versorgungsstraßen und planierten Flächen.

Gegensätzlich erfahre ich von jungen Menschen, wie ihre Träume sind. Es sind Träume und Wünsche mit Hochgeschwindigkeits-Ansprüchen an deren Erfüllung. Alles sollte so schnell ablaufen, wie ihre Smartphone-Mitteilungen, kurz und knapp, direkt und offen – mit einem Mindestmaß an Fantasie und einem Höchstmaß an Erfüllungs-Garantien.

Andrerseits erleben sie auch die Beispiele von Zurückbleiben, von Armut und von der Angst vor Krankheit, Ausgrenzung und Abstieg. Es entstehen Gegensätze, die nach Lage der Dinge nicht miteinander versöhnt werden können. Diese kritischen Umstände werden auch für junge Menschen erlebbar, wie plötzliche Arbeitslosigkeit, das Aufbrechen von gefährlichen Konflikten, von Kriegen, von Mord und Tod, Flucht und Vertreibung, die Zerstörung von Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen ohne Gnade, durch brutale Ausbeutung der Ressourcen jeder Art – alles nur dem Götzenbild von Extra- und Mehrprofit unter allen Umständen geopfert. So ist die Welt. Und so ist die Politik, die diese Welt schafft und feiert.

Was überlegen sich die Menschen, die nicht von den Umständen zermahlen werden wollen? Sie finden sich ab oder sie dienen sich an: der Politik, dem Heilsversprecher oder anderen dunklen Mächten. Nicht ohne Grund wird die Gesellschaft immer mehr kriminalisiert, breiten sich mafiöse Strukturen aus. Und jeder erkennt, wie die Politiker versagen, wie sie wie im Nebel herumirren und keine Lösungen haben. Willkommen im Abendland des Dogmas und der Inquisition. Das ist der Zeitgeist, das sind die Umstände, die Zeitgeist erklären.

Aber wo ist der Ausweg?

Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Es gibt keine guten Politiker in einer schlechten Politik. In einer Welt, in der Betrug und Verrat vorherrschen, ist nichts mehr schlecht und nichts mehr wichtig. Es geht nur noch ums Überleben.

Wo sind die Grenzen? Wo sind die Grenzen zwischen Fortschritt und Dekadenz? Wo ist die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit? Wer findet zu einem neuen Verständnis von Kultur und Sitte?

Wir brauchen eine Revolution um einen wirklich neuen Weg zu finden. Aber bis dahin sollten wir das versuchen zu verbessern, worauf wir Einfluss haben. Das ist nun mal unser Lebensumfeld, das ist die Stadt in der wir leben, das sind die Menschen, mit denen wir leben. Und genau das ist der Grund, aus dem heraus ich meine Sicht auf diese schöne, meine Heimatstadt, in Essays zusammenfasse, die ich in ein Buch binden lasse. Ich weiß, das aktuelle Medium ist das Internet. Aber ich will darüber hinaus, dass es die Möglichkeit zu einem Genuss gibt, der niemals unmodern werden wird: Ein Buch in der Hand zu halten und darin zu lesen. Dabei wünsche ich allen Menschen, die mir die Ehre geben, meine Sicht zu studieren, den Spaß, den sie verdienen.

Mit allen guten Wünschen,

Ihr Dieter Füting

Inhalt

Vorwort: Über die schwierige Suche nach einer lebenswerten Stadt

„Unsere Politik hat nicht begriffen, dass die Welt sich weiterdreht“

Kapitel: Essay über das Schweigen der „Freien Wähler“ in Königs Wusterhausen

Von „freien“ und von „unfreien“ Wählern: … nicht in der Ausgrenzung profilieren

Die unabhängige freie Wählergemeinschaft FW KW und ihre Kritiker

Kapitel: So sehe ich meine Zeit

Was ist zu tun, damit sich die Kandidaten der FW 2019 durchsetzen

Offener Brief an die SPD in Königs Wusterhausen

Bilanz nach den Offenen Briefen an die Herren Hanke und Scheetz von der SPD

Abwahlantrag gegen Jörn Perlick (CDU): Das Projekt Freie Wähler KW hat begonnen

Perlick-Abwahl: Das Maß des Absurden ist erreicht

Zur Diskussion gestellt: Die „Querfront“ von SPD-CDU-DieLinke-All-incl-WfKW

Kapitel: Zur Kultur des Wechsels

Der Sitzungssaal der SVV - ein Raum für die Sinne, fast so eine Art Franzke-Memorial

Der KW-Klimastreit - ein unwürdiges Schauspiel

Es geht um die Aufarbeitung einer besonders dunklen Ära in KW

Bürgermeister-Wahl 2017

Bürgermeister-Wahl in KW - Serie in GT (mit vielen Themen zu allen Parteien)

Kapitel: Über die Entfremdung der Kommunalpolitiker von der Verantwortung

Die Geschichte um den Seezugang an der Friedensaue in Zernsdorf geht weiter

Kapitel: Im Dialog über Musik: Der Autor und der Komponist Reiko Füting

Abschließende Gedanken zum Buch - von Dr. Dieter Füting

Nachwort über Dieter Füting - Feingeist mit scharfem Blick auf den Gemeinsinn

Herausgeberwort - von Norbert Gisder

Der Herausgeber und seine Werke/GT - das Online-Magazin

Klappentext hinten - darum muss dieses Buch so sein

Vorangestellt:

„Unsere Politik hat nicht begriffen, dass die Welt sich weiterdreht. Wir sind ein faules, träges, rückständiges Land, besonders in unserer politischen Kaste. Unsere Politiker handeln grob fahrlässig, indem sie nicht an die Zukunft denken, indem sie nicht überlegen, wie sie das Land lebenswerter machen können und indem sie nicht versuchen, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Sie handeln aus purem Egoismus und beschäftigen sich den ganzen Tag damit, wie sie ihre Posten sichern, ihre Zielgruppe befriedigen und das Geld ausgeben können, was sie nicht selbst verdient haben.“

Aus dem Interview von Franziska Fleischer mit Fabian Westerheide (9. 3. 2018), Gastgeber der jährlichen Konferenz „Rise of Al“ : Was ist künstliche Intelligenz?

1. Kapitel: Essay über das Schweigen der “Freien Wähler“ in Königs Wusterhausen

Dieter Füting kommentiert in einer kritischen Analyse das pathologische Nicht-Kommunizieren-Wollen des FW KW-Vorstands

14.02.2018