Gedankenflüge - Toni Feller - E-Book

Gedankenflüge E-Book

Toni Feller

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Beschreibung

Gedankenflüge in Lyrik und Prosa, ein bunte Mischung über Liebe und Leid, viel Glück und auch ein klein wenig Pech, oft mit Humor gewürzt, philosophisch pointiert, stets unterhaltsam, eben Texte, die man nicht so schnell vergisst und gelegentlich auch selbst zum Besten geben kann.

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Gedankenflüge

Gedichte und Geschichten

von

Toni Feller

Impressum:

Cover: Karsten Sturm-Chichili Agency

Foto: fotolia.de

© 110th / Chichili Agency 2014

EPUB ISBN 978-3-95865-113-5

MOBI ISBN 978-3-95865-114-2

Urheberrechtshinweis:

Darum schreibe ich

Du bist mit all

den anderen

in jenem

großen luftleeren

dunklen Raum

gefangen

und dann streckt sich

ausgerechnet dir

eine Hand entgegen

die dich befreien

dich vor dem Ersticken

vor dem Erblinden retten

und dir helfen kann

der alle Empfindungen

und Gedanken

gierig verschlingenden Zeit

wirksam zu trotzen

Nur ein Narr würde

diese Hand nicht ergreifen

Vielleicht

Vielleicht wachsen dir Flügel

wenn du die Angst besiegst

Flügel

die dich so hoch tragen

dass du das ganze Ausmaß

deines Glückes

das dir jemals

widerfahren kann

unter dir ausgebreitet siehst

und Flügel

mit denen du im Sturzflug

an jeder beliebigen Stelle

in das bunte Meer

der Glückseligkeit

eintauchen kannst

Wie ein Herbstblatt im Wind

Lasse dich treiben

gleich einem

Herbstblatt im Wind

wie weit

wohin

frage nicht

koste es aus

das Spiel

in Höhen und Tiefen

das sanfte beschwingte

Dahingleiten

die rasante Fahrt

im tobenden Sturm

und wenn du

hochgewirbelt wirst

in schwindelerregende Höhen

hab’ keine Angst

schreie vor Entzücken

Und sei dir stets bewusst

welch schönes Kleid du trägst

welch herrliche Farben

dich schmücken.

Warte nicht auf den Regen

der dich zu Boden drückt

dich bewegungslos macht

Fliege einfach mit dem Wind

der Sonne entgegen

Feinstes Porzellan

Es gibt doch

immer wieder Tage

die aus dem

Kalender fallen

Fange sie auf

und halte sie fest

bevor sie

auf den Boden

aufschlagen

und ihr feines

kunstvoll

bemaltes

Porzellan

in tausend

Scherben

Zerspringt

Freiheit

Wer das

unstillbare Verlangen

in sich trägt

wie ein Vogel

unendlich weit

durch die Lüfte

zu fliegen

der hat vielleicht

eine leise Ahnung davon

was wirkliche

Freiheit ist

Käfig oder Freiheit

Irgendwann stehst du

vor der Entscheidung

zwischen Käfig oder Freiheit

Vor der Wahl

zwischen dem

was eigentlich immer ist

oder dem

was es da noch

zu entdecken gibt

Aber viele Menschen

sind als Treibholz geboren

sie lassen sich nur

an der Oberfläche

des Lebens treiben

ohne es jemals richtig

kennen gelernt zu haben

sie wissen nicht

wie tief das Meer ist

und welche Schätze

es auf seinem Grund

verborgen hält

Andere wiederum

sitzen in einem Zug

öffnen zwar ab und zu

das Fenster

schauen hinaus

und freuen sich

an der wunderschönen

Landschaft

die vorbeihuscht

sie riechen jedoch

nicht den Duft

der Wiesen und Wälder

Und keiner von ihnen

springt aus dem fahrenden Zug

oder zieht die Notbremse

keiner steigt einfach

am nächsten Bahnhof aus

weit entfernt vom

vermeintlichen Ziel

das bei genauem

Hinsehen eigentlich

gar nicht das Ziel sein kann

Grenzen

Diejenigen

die sich hinter

der Ausrede verschanzen

ihre eigenen Grenzen zu kennen

sollten sich zumindest

darüber bewusst werden

dass das

unvergleichliche Abenteuer

Fremdes zu entdecken

doch nur der erleben kann

der den Mut hat

Grenzen zu überschreiten

Hülsen

Es gibt vieles

das zwischen

uns Menschen

einfach

totgeschwiegen

wird

Sind deshalb

so viele Gespräche

nur leere Hülsen

so viele Gesichter

nur Masken

Vorwurf

Man sagt

mir nach

ich verlange

zu viel

zu viel

von mir

von mir

und den Meinen

Aber ist nicht der

der nichts verlangt

zeit seines Lebens

auf verlorenem Posten

Privileg der Jugend

Das Privileg der Jugend

ist die Unerfahrenheit

das Entdecken

all jener Dinge

über die die Alten

schon längst

Bescheid wissen

Und der Vorzug der Alten

ist ihr Wissen

das sie gerne

gegenüber der Jugend

in die Waagschale werfen

Aber ist das Wissen nicht

ein schlechter Tausch

gegen das Abenteuer

das nur den jungen

Unerfahrenen

zuteil werden kann

Freundschaft

Seelenverwandt

die gleiche Manie

hast mich Freund genannt

voll Poesie

Welch ein Glück

dich zu kennen

ich denk zurück

werde es Fügung nennen

Es ist mein Hoffen

Zeit wird entscheiden

hält alles offen

wie wohl wäre es mir

könnten wir ewig

Freunde bleiben

Die Fee

Lautlos sanft

wie eine kleine weiße Wolke

erschien sie plötzlich

am sonst leeren Himmel

Anmutig grazil

ihr Körper

das Gesicht

beängstigend makellos

Augen von unergründlicher

Tiefe sprechend

in geheimen Worten

entwaffnend das Lachen

Verführung pur

das Spiel ihrer Lippen

Eine kleine Orchidee am Rande der Wüste

Es sind nicht nur die Haare

deren seidenmatter Glanz

so unglaublich

anmutig wirkt

Es sind nicht nur die Augen

die eine geheimnisvolle

teilweise auch ängstliche

Sprache sprechen

und dennoch leuchten

wie der Morgentau

bei der ersten Berührung

der Sonne

Es sind nicht nur diese

unbegreiflich schönen Hände

von der Stimme

ganz zu schweigen

Es ist nicht nur der Mund

der leicht geöffnet

einer Lotosblüte gleicht

Und es sind nicht nur die Beine

die elfengleich

über den Boden schweben

es ist nicht nur

es ist mehr

viel meh

tausendmal mehr

Abseits

Zarter Hauch

kurzer heißer Atemzug

Verstand im Abseits

Herzflimmern akut

tausend Schmetterlinge

im Bauch

weiche Knie

ungestillte Sehnsucht

ewig die Erinnerung

Angst-Wunsch

Wenn mich

deine Liebe erfasst

wie eine unbekannte

göttliche Macht

und mich fortträgt

in ein Land

das kein Mensch

zuvor betreten

in dem es

keine Straßen

keine Häuser

keinen Lärm gibt

nur Glück im Überfluss

nichts als Glück

und eine alles

umfassende Wärme

dann wünsche ich mir

in diesem Augenblick

zu sterben

weil ich Angst habe

so etwas nie wieder

erleben zu dürfen

oder weil ich Angst habe

alles ist nur ein Traum

Saltomortale

Seit du mein Herz

erobert hast

schlägt es Saltos

und muss

dabei aufpassen

dass es nicht auf

den Kopf fällt

Dann nämlich

könnte es sein

dass es niemals

mehr schlägt

Macht der Liebe

Über uns scheint

die Sonne

auch bei Nacht

über uns scheint

der Mond und

die Sterne funkeln

auch bei Tag

stets begleitet uns

ein Regenbogen

obwohl es keinen

Regen gibt

und du fragst warum

Warum fragst du

spürst du nicht

die Macht der Liebe

Träumerei

Haut wie Alabaster

Weiß

wie frisch

gefallener Schnee

rein wie die Seele

einer neugeborenen

Antilope

weich und zart

wie feinster Samt

und irgendwo versteckt

Oasen köstlichster Erquickung

Diese Eine

Viele Blumen blühen auf der Wiese

doch keine blüht so schön wie diese

Ihre Farben leuchtend bunt

der Blütenkelch ein Frauenmund

graziös der Stiel

die Blätter kräftig grün

so wundervoll entzückend

kann nur diese eine blüh’n

Die Schwimmerin

Wie eine Nymphe gleitet

sie durch das tiefe

klare Wasser

zerteilt die kleinen

glitzernden Wellen

Ihr nasses Haar klebt

an der bloßen Haut

wo Perlen haften bleiben

die Sonnenstrahlen

reflektieren

und geheime Wünsche

wecken

Verlorene Gefühle

Es wäre noch Zeit gewesen

obwohl die Nacht brach schnell herein

in seinen Augen abzulesen

was morgen ohne ihn wird sein

Doch die Gefühle

einst so tief

im Überfluss zuhauf

waren plötzlich nicht mehr da

ein Film vor ihren Augen lief

erschreckt nahm sie in Kauf

dass sie ihn niemals wieder sah

Strohfeuer

Heiß

und schnell

und lichterloh

Flammen fressen

den Verstand

schlagen heimlich

tiefe Wunden

und sehr bald

wäre man gottfroh

hätte man den andern

nie gekannt

Gefühle

Es gibt Gefühle

die fallen wie ein

Heuschreckenschwarm

über dich her

fressen alles auf

deinen Verstand

dein Herz

deine Seele

Und wenn sie alles

aufgefressen haben

verschwinden sie wieder

so als ob es sie nie

gegeben hätte

Ist das nicht seltsam

Auf Reisen

Und dann kommen

diese Augenblicke

diese Minuten

diese Stunden

diese Tage

wo die Sehnsucht

nach dir ins

Unermessliche

Wächst

wo du in meinen

Gedanken

allgegenwärtig bist

wo ich dich

überall suche

wo ich mich an

jeden Strohhalm

des Wiedersehens

klammere

wo ich von Unruhe

zerfressen werde

wo mein Herz zu

zerreißen droht

und wo es am Ende

nur noch Tränen

gibt

Trennung

Du bist für immer fort

an einem fremden Ort

ich kann dich nicht sehen

kann nicht verstehen

warum wir getrennt

warum Sehnsucht verbrennt

woran wir glaubten

als wir die Nächte den Tagen raubten

Gedanken

Meine Gedanken

überwinden die Schranken

und bringen dich zu mir

holen alles von dir

Deine zauberhaften Lippen

dieser süße Mund

er ist der Grund

weshalb ich träume und lache

weshalb ich weine und lache

Deiner Stimme sinnlicher Klang

der lieblich in meine Ohren drang

und der köstliche Duft deiner Haut

der mir gleich so vertraut

Deiner Augen Leidenschaft

deiner Liebe Kraft

und auch deine Gedanken

aber da beginne ich zu wanken

Immer wieder

Aus dem Nirgendwo

auf mageren Boden

gefallen

dennoch gekeimt

aufgegangen

im ersten zarten Grün

tiefe Wurzeln

gegraben

jedem Sturme trotzend

und immer wieder

blühend

in lieblichsten Farben

von unsichtbarer Hand

gepflegt

Sssss...

Der Himmel blau,

das Moos so weich,

die Luft so lau

das Wasser warm im kleinen Teich.

Endlich, endlich ...

vor dem heiß ersehnten Ziel,

das noch gestern weit entfernt,

genießt er dieses Spiel,

denn eines hatte er gelernt:

Eile wäre jetzt fehl am Platz,

Geduld ist angesagt,

wenn man bei seinem Schatz

den letzten Schritt noch wagt.

Er beginnt sie zu entkleiden,

ganz langsam und mit viel Bedacht,

will forsches Drängen wohl vermeiden,

und geben auf die zarte Blume Acht.

Und wie mit Zauberhand,

so flink und so behend,

fiel auch sein Gewand,

er hat da schon Talent.

Doch grad in diesem Augenblick,

es wäre so schön gewesen,

sticht ihm ins Genick

ein kleines giftiges Wesen.

Er schlägt, klatscht und flucht dann leise,

will streben weiter nach dem Glück,

in gekonnt galanter Weise,

doch das Tierchen kommt zurück.

Ssss... summt es an seinem Ohr,

nicht allein, jetzt sind es mehr,

es ist bereits ein großer Chor,

der dämpft sein sündiges Begehr.

Ein Stich! Nein drei, nein vier

in seinen bloßen Rücken

bringt ihn zur Verzweiflung schier,

das Zärtlichsein will nicht mehr glücken.

Eilig schreitet er zur Tat,

das Ziel schon fast erreicht,

er weiß sich kaum noch Rat,

ein Rückzug wär’ jetzt leicht.

Doch des Feuers Flamme brennt schon lichterloh,

abgelegt sind Scham und Ziererei,

dabei wäre er so froh,

wenn das Ganze schon vorbei.

Stiche unten, oben, in der Mitte,

an gar empfindlich erogenen Zonen,

unnütz seine Bitte,

ihn gnädig zu verschonen.

Und sie, gebettet auf dem weichen Moos,

bäumt sich ihm entgegen,

geschützt durch ihn, fast atemlos,