Generation Maske - Stefan W. Hockertz - E-Book

Generation Maske E-Book

Stefan W. Hockertz

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Beschreibung

Wie unsere Kinder unter den Corona-Maßnahmen leiden und was wir dagegen tun können

Der Immunologe und Toxikologe Prof. Dr. Stefan Hockertz setzt sich mit einem Problem auseinander, das in der Flut von Informationen über Corona kaum zur Sprache kommt: Mit der Frage, was macht die Pandemie mit Kindern und Jugendlichen? Hockertz beschäftigen insbesondere die Folgen der nicht mehr nachvollziehbaren Maßnahmen der Regierung und der einseitigen medialen Berichterstattung, bei der Fakten manipuliert und Gefahren aufgebauscht werden. Um Antworten auf die zentrale Frage zu bekommen, wertet Hockertz wissenschaftliche Studien aus, befragt Eltern und Lehrer und analysiert Bilder sowie Texte von Kindern.

Solide Aufklärung jenseits politischer und medialer Panikmache ist dringend geboten!

Die Erkenntnisse des Autors sind erschreckend: Die Maßnahmen der Regierung und die Corona-Berichterstattung zerstören die für Kinder so wichtige Institution der Familie. Kinder werden überfrachtet mit Todeszahlen, Bildern von Särgen und Berichten über Arbeitslosigkeit, die auch ihren Eltern drohen kann. Zudem werden sie - völlig zu Unrecht - als »Superspreader« stigmatisiert.

Unzählige Kinder ziehen sich in eine eigene Welt zurück, in der sie mit ihren Ängsten allein bleiben.

Katastrophal wirken sich die Schulschließungen aus. Kinder verlieren damit den Kontakt zu Freunden und den Bezugspersonen, die die Informationen über Corona für sie richtig einordnen könnten: die Lehrer. Dazu kommen die Masken, die nicht nur gesundheitsschädlich sind, sondern den Kindern die Bedrohung auch unablässig vor Augen führen.

Die Folgen dieser Eindrücke sind körperliche, aber vor allem auch psychische Probleme wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Aggressionen, Depressionen, Angstzustände und andere. Stefan Hockertz geht gegen diese Entwicklung an und artikuliert die Sorgen der Kinder.

Hockertz nutzt dieses Buch aber auch, um die falschen Informationen von Regierung und Medien zurechtzurücken. Als Immunologe und Toxikologe korrigiert er beispielsweise die angebliche Übersterblichkeit und informiert über die Gefahren der Impfstoffe, die weitgehend unerforscht sind und viel zu schnell zugelassen wurden.

Lesen Sie dieses bahnbrechende Buch und sprechen Sie mit anderen darüber!

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Veröffentlichungsjahr: 2021

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Dieses Buch – als Ganzes oder in Auszügen – ist zu Ihrer Information geschrieben. Auch wenn es sorgfältig erarbeitet worden ist, erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten Angaben resultieren, eine Haftung übernehmen. 1. Auflage März 2021 Copyright © 2021 bei Kopp Verlag, Bertha-Benz-Straße 10, D-72108 Rottenburg Alle Rechte vorbehalten Lektorat: Christina Neuhaus Satz und Layout: Nicole Lechner Covergestaltung: Laura Hönes ISBN E-Book 978-3-86445-822-4 eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

Gerne senden wir Ihnen unser Verlagsverzeichnis Kopp Verlag Bertha-Benz-Straße 10 D-72108 Rottenburg E-Mail: [email protected] Tel.: (07472) 98 06-10 Fax: (07472) 98 06-11Unser Buchprogramm finden Sie auch im Internet unter:www.kopp-verlag.de

Der Wissende

Der Wissende

Wer einmal frei

vom großen Wahn

ins leere Aug

der Sphinx geblickt,

vergißt den Ernst

des Irdischen

aus Überernst

und lächelt nur.

Ein Spiel bedünkt

ihn nun die Welt,

ein Spiel er selbst

und all sein Tun.

Wohl läßt er’s nicht

und spielt es fort

und treibt es zart

und klug und kühn –

doch lüftet ihr

die Maske ihm:

er blickt euch an

und lächelt nur.

Wer einmal frei

vom großen Wahn

ins leere Aug

der Sphinx geblickt,

verachtet stumm

der Erde Weh,

der Erde Lust,

und lächelt nur.

Christian Morgenstern

(1871–1914)

Prolog

Prolog

»Corona-Pandemie« – von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2020 gekürt. Oder wohl eher zum Unwort des Jahres. An zweiter Stelle: »Lockdown«.

Was ist eigentlich ein Lockdown? Das Schlagwort muss für nicht englischsprachige beziehungsweise ältere Menschen mit Inhalt gefüllt werden. Sinnverwandte Begriffe sind zum Beispiel »Ausgangssperre« oder »Ausgehverbot«. Das Wort »Lockdown« suggeriert im aktuellen Gebrauch indes eine Verbindung zu Begriffen wie Schutz und Fürsorge. Die Schäden aber, die mit diesem Lockdown einhergehen, werden meist ausgeblendet angesichts dieser vorgegebenen fragwürdigen Schutzfunktion.

Eine Flut von Informationen, Wahrheiten, Halbwahrheiten, Zahlen, Daten, Fakten und Vermutungen stürmt täglich auf uns ein. Es ist schwierig, sich in diesem Wust aus Nachrichten zurechtzufinden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Prioritäten zu setzen.

Zwei Felder nehme ich besonders in Augenschein, die nicht nur aufgrund ihrer weitreichenden Dimension, sondern auch wegen andauernder Aktualität im Fokus des öffentlichen Interesses stehen. Kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit und auch im privaten Bereich manifestieren die Brisanz der von mir gewählten Schwerpunkte. Kein Nischenthema, keine auf Minderheiten begrenzte Situation, nein: Die Betroffenheit zieht sich durch die ganze Gesellschaft, geht uns alle an, betrifft uns alle.

Meiner Profession geschuldet – und den Blick in die Zukunft gerichtet – sind diese Felder:

Schule in Zeiten der Pandemie

Impfen – pro oder kontra

Widmet man sich intensiv einem Thema, beleuchtet es von allen Seiten und taucht tief in die Materie ein, dann kommen zwangsläufig Fragen auf, melden sich Zweifel. Zweifel an der Schlüssigkeit des Gelesenen, an der Glaubwürdigkeit mancher Akteure. Widersprüche in Argumentationsketten machen stutzig.

Deswegen beinhaltet ein drittes Feld Gedanken, Äußerungen und Aktivitäten aus verschiedenen Kontexten – bezogen auf unsere Kinder und Jugendlichen. Dies sind »heiße« Themenbereiche, die ich bei meinen Ausführungen unter dem Aspekt »Generation Maske« beschreibe und betrachte, denn es sind Themen, die uns noch generationenlang beschäftigen werden.

Schließlich folgt das Fünf-Punkte-Programm STARK: Fünf Felder zum Erhalt beziehungsweise Aufbau von Stärke, derer es bedarf, um eine gelingende Zukunft zu gestalten.

Stefan Hockertz

Februar 2021

Über den Umgang mit der Vergangenheit in der Zukunft

Über den Umgang mit der Vergangenheit in der Zukunft

»Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir!«

Dieser Wunsch der Kriegsgeneration erfüllte sich tatsächlich für die Folgegenerationen nach 1945: Kriegsende, Aufstieg, Wirtschaftswachstum, Zukunftsperspektiven. Bezog sich dieser Wunsch unserer Eltern- und Großelterngeneration – noch im Schatten der Folgen des Zweiten Weltkrieges – hauptsächlich auf das materielle Wohl und die körperliche Unversehrtheit, so setzte sich dieser Leitgedanke in den Köpfen vieler Eltern der »68er-Generation« fest als Wunsch oder Bestreben, ihren Kindern weniger Reglement und mehr Freiheit zuzugestehen.

Und heute? Was wünschen wir uns heute für die Zukunft unserer Kinder? Was brauchen sie, um für das Leben gut gerüstet zu sein?

Wähnten wir uns vor noch nicht allzu langer Zeit in der Gewissheit, uns und unsere Welt »im Griff zu haben«, so bewegt uns jetzt die Frage: Wie wird die Zukunft der Kinder und Jugendlichen aussehen – bei dieser Gegenwart? Wagen wir mal einen Blick nach vorn, ins Jahr 2051:

»Als ich 8 Jahre alt war, da ging das los mit der Maske. Ab dann mussten wir in der Öffentlichkeit überall Masken tragen. Ich habe manchmal kaum Luft bekommen.«

»Da wurde immer wieder die Schule dicht gemacht wegen Corona-Positiven. Homeschooling nannte man das. Ich hatte damals keine Möglichkeit, richtig am Fernunterricht teilzunehmen, weil ich weder Laptop noch Tablet besaß. Ihr wisst schon, diese flachen Rechner wie Opa noch einen hat. Tja, und dann hab ich die Schule abgebrochen, 1 Jahr vor dem Abitur.«

»Ich dachte, dass ich bald sterben muss. Die vielen Särge im Fernsehen. Wir hatten einfach eine Heidenangst!«

Wie unsere Kinder ihren Kindern davon erzählen, das liegt an uns!

Generation Maske – so der Titel dieses Buches. Wird die Maske zu einem starken ikonischen Bild werden, zu einem Symbol für eine ganze Generation? Wofür steht die Maske? Ganz praktisch gesehen zunächst einmal für einen Mund-Nase-Schutz. Aber das Bild ist wesentlich stärker: Unsichtbarkeit, Rückzug, Vermummung, Empathielosigkeit, Soziopathie und politischer Maulkorb.

Das ist die Motivation für dieses Buch: Überwinden des Corona-Traumas – in der Hoffnung, dass die Kinder der »Generation Maske« eben nicht zur Generation mit Maske gehören werden. Dass es beim Schatten der Erinnerung an eine schwere Zeit bleibt und vor allem, dass Lehren daraus gezogen werden.

Generation »Boomer«

Pädagogik und Naturwissenschaft: verschiedene Blickwinkel, verschiedene Ansätze – aber die gleiche Motivation! Das interdisziplinäre Zusammenwirken, der Austausch der Fachbereiche und der Bezug zur Generation der Kinder und Jugendlichen – dies ist mir schon immer ein großes Anliegen gewesen, ermöglicht es doch globale Erkenntnisse und Rückschlüsse sowie fachübergreifende Lösungsmöglichkeiten.

Einblicke in den Schulalltag in »Corona-Zeiten«: Was geschieht mit unseren Kindern und Jugendlichen, wie verändern sie sich?

Berichte und Erfahrungen aus dem Schulalltag, Fragen an Schülerinnen und Schüler, Rückmeldungen von Lehrkräften und Eltern. Feldforschung.

Was die jüngeren Kinder (ab 6 Jahren) mit Bildern ausdrücken, das thematisieren die älteren (bis 16 Jahre) in Texten. Unter die Haut geht beides.

Auf der anderen Seite steht mein »Hauptgeschäft« als Immunologe und Toxikologe: aktuell sind es Vorträge und Veröffentlichungen zum Thema Covid-19, hier speziell zum Impfen. Ich befinde mich im Diskurs und Austausch mit Fachkollegen, Journalisten und Medien. Zudem bin ich des Öfteren Gast bei Interviews und in Fachforen. Zum Verständnis der Gegenwart – die Zukunft im Blick – bedarf es auch immer, in die Retrospektive zu gehen. Daher ein kurzer historischer Exkurs zu unserer Generation:

Der Autor gehört der »Generation Boomer« an – eine Bezeichnung für die in den »Babyboom«-Jahren von 1955 bis 1965 Geborenen. Die »Boomer« werden als Wohlstandsgeneration bezeichnet, nach dem Motto: immer aufwärts, auf Wachstum konzentriert, leistungsorientiert und strebsam. Doch welche Lehren ziehen wir »Boomer« aus unserer Geschichte, in welchem Geist sind wir sozialisiert, was sind unsere Werte?

Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges schienen überwunden und weit weg. Die »Boomer« kannten weder Hunger noch Existenzangst – so wie ihre Eltern und Großeltern, die zum Teil beide Weltkriege erlebt hatten. Es gab keine direkte Bedrohung, beunruhigende Situationen schienen weit weg, etwa der Vietnamkrieg. Geprägt durch den Wiederaufbau nach dem Krieg zeichnen sich die Babyboomer durch christliche Werte, Zukunftsgläubigkeit und Hoffnung aus. Kindheitserinnerungen, die aber nicht massiv genug waren, um traumatisch zu wirken, sind Kriegsschäden an Gebäuden, Lücken in Häuserzeilen, »CARE-Pakete« aus Amerika, Erzählungen von Krieg, Flucht und Vertreibung aus zweiter oder dritter Hand.

Ansonsten Eingeprägtes: Mondlandung, Kennedy-Mord, Martin-Luther-King, Woodstock, der Bau der Mauer, Kuba-Krise, autofreie Sonntage, Flower-Power – und die deutsche Wiedervereinigung. Diese führe ich bewusst mit an, weil ihr der Charakter einer friedlichen Revolution innewohnt, eines demokratischen Widerstandes, den wir heute dringend benötigen. So hatten »wir Boomer« beides erlebt: den Bau, aber auch den Fall der Mauer. In der Gegenwart erleben wir Einschränkungen und müssen berechtigt hoffen können, dass sie auch wieder umkehrbar oder durch bessere Optionen zu ersetzen sind – egal wie einschneidend sie sein mögen.

Die obigen Ausführungen sind zeitgeschichtlich natürlich verallgemeinernd zu sehen, individuelle Schicksale werden hier bewusst nicht thematisiert.

Wie haben uns unsere Eltern über ihre Vergangenheit erzählt?

Gehen wir noch eine Generation zurück. Wie haben unsere Eltern mit uns über ihre Geschichte gesprochen? Wurde überhaupt gesprochen? Wurden traumatische Erlebnisse, alte Ängste, dunkle Geheimnisse thematisiert? Schweigen an der sonntäglichen Kaffeetafel, wenn man fragte, ob Opa denn nicht gewusst habe, was mit den Juden passiert sei. Zerknitterte Schwarz-Weiß-Fotos mit gezacktem Rand, darauf Personen, die zur Familie gehörten, über die man aber nicht sprach.

Viele Fragen, die unbeantwortet blieben. Wie kann man überhaupt weiterleben nach dem Verlust lieber Menschen? Wie bekommt man die Bilder aus dem Kopf, die einen Nacht für Nacht verfolgen? Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Vertreibung, Hunger – Themen, die nicht präsent waren in der Nachkriegszeit. Selbst noch in den 70er-Jahren: Im Geschichtsbuch für die Kollegstufe folgte auf das Thema »Weimarer Republik« als nächstes Kapitel »Der Aufbau der Bundesrepublik«. Was völlig fehlte war die Zeit dazwischen. Kein Thema – stattdessen Tabu, Schweigen.

Welche Lehren haben unsere Eltern und Großeltern aus dieser schrecklichen Zeit gezogen? Kann man Traumata überwinden, ohne sie zu thematisieren? Oft erst viele, viele Jahre später gab es das Bedürfnis von Zeitzeugen, zu sprechen, zu mahnen, das Erlebte aufzuschreiben. Dass es im Einzelfall anders lief, dass in manchen Familien schon immer darüber gesprochen wurde, dass Krieg und Tod, Schuld und Verantwortung Themen waren, ist unbestritten. Die Frage jedoch bleibt: Welche Lehren wurden als »Menschheitsgedächtnis« an die Folgegenerationen weitergegeben? Oder provokanter: Gab es überhaupt Lehren, die weitergegeben wurden?

Wir spannen den Bogen zu den aktuellen Geschehnissen. Wir beobachten Veränderungen in der Gesellschaft. Wie schon bei den Berichten über den Nationalsozialismus kommt es uns so vor, als ob Haltungen (oder eher Nicht-Haltungen!) sich wiederholten, Parallelen sich zeigten. Wohnt »den Deutschen« zu viel »Untertanengeist« inne? Grinst uns einmal mehr die hässliche Fratze des Denunziantentums an?

Es scheint zunehmend schwierig zu werden, eine vom Mainstream abweichende Meinung zu vertreten und diese öffentlich zu äußern.

Von Generation zu Generation

Die Aufgabe unserer Generation ist es, die nächste Generation zu begleiten und auf die Zukunft vorzubereiten. Eine Zukunft, der inzwischen viele Kinder und Jugendliche mit Unsicherheit, ja, sogar Angst und Schrecken entgegensehen. Dem gilt es entgegenzuwirken.

Diese Vorbereitung der Kinder auf die Zukunft ist zunächst ursächlich die Aufgabe der Eltern, sie liegt in deren ureigener Verantwortung. Eine ähnlich große Verantwortung haben aber auch die Lehrkräfte, denn gerade jüngere Schülerinnen und Schüler sehen in ihrem Klassenlehrer, ihrer Klassenlehrerin, eine zuverlässige, vertrauensvolle Person.

Aufklärung ist also unser aller Aufgabe, wissensbasiert, vernünftig und maßvoll. Denn Ängste sind da, das werden wir im Folgenden aufzeigen. Umso wichtiger erscheint es, Schaden abzuwenden und den Kindern eine Stimme zu geben. Corona als Krankheit zu verstehen und mit ihr umgehen zu lernen, aber keine Angst vor ihr zu haben, denn Angst macht uns handlungsunfähig.

All das kann sich jedoch nicht auf private Initiativen beschränken. Die Aufgabe der Politik wäre es nun, gerade unserer Jugend Mut zu machen, die sich – das zeigt der Schulalltag – oftmals ausgeliefert, hilf- und machtlos fühlt. Lassen sich diese niederschmetternden Gefühle durch das Einhalten von Abstandsregelungen und das Installieren der Corona-Warn-App überwinden? Die Aussagen von Politikern suggerieren dies. Ein Hinterfragen der Regelungen wird schnell gleichgesetzt mit »Ungehorsam«. Dabei ist es gerade das Hinterfragen, das Kinder auf dem Weg zu mündigem Denken voranbringt.

»Generation Maske«: Wo bleibt der Frohsinn, die Freude, das Lachen, die Leichtigkeit? Derzeit sind sie allesamt selten zu finden.

Bei all den Maßnahmen und Regelvorgaben, die täglich über uns hereinbrechen, gilt doch vorrangig, Schaden und Nutzen sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Stichwort »Selektive Toxizität«: Das bedeutet, die Behandlung darf nicht gefährlicher sein als die Krankheit selbst. Informationen sollten daher beim Gegenüber nicht autoritär und rechthaberisch ankommen, sondern immer wissensbasiert und vernünftig sein.

Angst essen Seele auf – dieser Filmtitel 1 vermittelt ein starkes Bild. Lassen wir nicht zu, dass es Realität wird.

Corona und Kinder – eine Bestandsaufnahme

Corona und Kinder – eine Bestandsaufnahme

Was geschieht mit unseren Kindern?

Mit welchen Schlagworten wurden und werden wir infiltriert:

»Superspreader«, »Virenschleuder«, »hohe Infektionsquelle«

»seit Beginn der Pandemie etwa 8800 Menschen an Covid-19 gestorben, davon nur drei unter 18 Jahren«

»Kinder durch das Coronavirus weniger gefährdet als Erwachsene«

»Enkel als Gefahr für die Großeltern«

»Kitas sind keine Pandemietreiber«

Es existieren viele Meinungen und kontroverse Aussagen zur Rolle der Kinder und Jugendlichen in den Zeiten von Corona. Es sind Aussagen von Politikern, Ärzten, Moderatoren, Experten und solchen, die sich dafür halten.

In diesem Kapitel schauen wir uns die Umfelder an, in denen sich unsere Kinder und Jugendlichen bewegen: Familie, Schule, Freundeskreis, soziales Leben und Öffentlichkeit. Aber wir gehen auch der Frage nach, inwieweit es sinnvoll ist, Kinder in Impfstudien einzusetzen.

Linus, 8 Jahre

Im Zuge von Corona sind Kinder und Jugendliche vielerlei Beeinträchtigungen ausgesetzt. Was macht diese Situation mit ihnen?

Vor allem jüngere Kinder wurden zu Beginn der Pandemie als Schuldige, »Superspreader«, dargestellt, ja stigmatisiert – völlig zu Unrecht, wie wir inzwischen wissen. Dies war eine »Schuldzuweisung« infolge von Annahmen, von nicht ausreichend evaluierten/validierten Erkenntnissen. Diese Leichtfertigkeit gegenüber den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft ist grob fahrlässig! Umso wichtiger ist es, diese Gruppe, die Betroffenen selbst, zu Wort kommen zu lassen – hier konkret aus dem Alltag an verschiedenen Schulen, gemäß der Berichte und Informationen von Lehrkräften, mit denen ich regelmäßig in Austausch und Kontakt stehe.

Die zitierten Aussagen sind Texte von Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren. Nicht im Rahmen einer Studie oder Untersuchung, nicht mit standardisierten Tests und Fragebögen, nicht in alltagsfernen Kontexten: Die Aufforderung erfolgte im Präsenzunterricht zwischen Mathematik und Musik, Englisch und Deutsch, Physik und Kunst: Schreibe auf, was Corona für dich bedeutet, was Corona mit dir macht! Du kannst auch was malen.

Die hier gezeigte Auswahl steht für sich und bedarf keiner erklärenden Worte. Nur so viel: Da ist sehr viel Betroffenheit, Angst, Unsicherheit und Unkenntnis enthalten. Inhaltlich wurde an den Texten nichts geändert, lediglich ein paar orthographische Korrekturen wurden ausgeführt.

Aussagen der älteren Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 8–10:

»Da ich ja eine Vorerkrankung habe und sowieso zur Risikogruppe gehöre, habe ich Angst. Ich habe große Angst davor, mich anzustecken. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass alles gut wird und dass alles im Griff bleibt.« (Schülerin, 9. Klasse)

»Ich habe große Angst vor einem weiteren Lockdown. Nicht nur, weil es mein Prüfungsjahr ist, sondern weil mein Vater auch eine Wirtschaft besitzt, und wenn wir die zumachen müssen, kann es sogar dazu kommen, dass wir unsere Miete nicht zahlen können und wir deswegen eventuell wegziehen müssen.« (Schüler, 10. Klasse)

»Maskenpflicht im Unterricht ist sehr blöd!« (Schülerin, 8. Klasse)

»Die momentane Situation ist sehr anstrengend und nicht einfach, weil man fast gar nichts mehr machen darf/kann. Bei uns sind schon so viele Ausflüge ausgefallen, die London-Fahrt, wahrscheinlich auch die Abschlussfahrt und ich hoffe, dass sich die Situation bald wieder entspannt.« (Schüler, 10. Klasse)

»Ich hoffe, dass die Corona-Zahlen nicht weiter steigen, dass wir weiter zur Schule gehen können. Dass die Politik mit der Forschung weitergeht, dass keiner von uns Corona bekommt.« (Schüler, 8. Klasse)

»Ich finde es schlecht, dass die, die oben sitzen, also die Regierung, alles entscheiden, ohne uns zu fragen oder unsere Meinung zu hören, wie wir das finden oder wie wir das lösen würden oder wie wir zum Beispiel mit der Maske die ganze Zeit in der Schule sitzen müssen.« (Schüler, 9. Klasse)

Und so äußern sich die jüngeren Kinder aus den Klassenstufen 4–5:

»Wegen Corona sind viele Sachen ausgefallen, ich hasse Corona wegen der Maske, und wegen Corona sind viele gestorben.« (Schülerin, 5. Klasse)

»Wieso essen die Chinesen Fledermäuse? Warum haben sie das geheim gehalten?« (Schüler, 4. Klasse)

»Das Coronavirus, Fakten: Es ist sehr gefährlich ansteckend und oft tödlich, wenn man es hat, gehen sie nicht zum Arzt, sonst eine 90-prozentige Chance sich anzustecken.« (Schülerin, 5. Klasse)

»Schlecht: Maske, Abstand halten, immer anmelden, kein Impfstoff.« (Schülerin, 4. Klasse)

»Corona, das schlimmste Virus überhaupt! Und wir dürfen unsere Oma nicht besuchen!« (Schüler, 5. Klasse)

Nur ein paar kleine Texte – und doch spürt man deutlich die Befindlichkeiten der Kinder und Jugendlichen: Unwissenheit, Unsicherheit, Angst, Panik. Wir kommen wieder auf unsere Ausgangsmotivation zurück: den Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben, von Generation zu Generation. Aufklärung und Information: wissensbasiert, vernünftig, maßvoll. Dies ist die Aufgabe von Lehrern, Erziehern, Wissenschaftlern und Politikern – aber in erster Linie der Eltern!

Was ist nun dran an den »Superspreadern«, den »Virenschleudern«? Hierzu möchte ich im Folgenden die Ergebnisse der Corona-Studie der TU Dresden ausführen, die in Zusammenarbeit mit dem Carl-Gustav-Carus-Universitätsklinikum/Klinik und der Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin unter Prof. Dr. med. Reinhard Berner stattgefunden hat; Start war im Mai 2020.

»Corona-Studie: Immunisierungsgrad geringer als erwartet – Schulen haben sich nicht zu Hotspots entwickelt«. 2 An dieser Studie nahmen über 2000 Personen teil. Es lagen 2045 Blutproben vor von Schülern und Lehrkräften aus 13 weiterführenden Schulen in Sachsen aus den Klassenstufen 8–11 und 504 teilnehmenden Lehrkräften (Alter: 30–66 Jahre). Die bis dahin bundesweit größte Studie untersuchte, wie viele Schüler und Lehrer Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus in sich tragen und wie sich dessen Ausbreitung verändert. Die erfassten Zahlen gaben Aufschluss über den Immunitätsgrad von Lehrern und Schülern als wichtige Anhaltspunkte dafür, wie beziehungsweise ob der Schulbetrieb nach den Sommerferien 2020 wieder aufgenommen werden könnte.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Immunisierungsgrad mit 0,6 Prozent deutlich niedriger ist als prognostiziert. Die dynamische Verbreitung innerhalb der Familien wurde ebenfalls überschätzt; der größte Teil der untersuchten Schulkinder hat trotz eines auftretenden Infekts in der Familie selbst keine Infektion durchgemacht. Von daher müssten die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung überdacht werden.

Und die meines Ermessens wichtigste Aussage der Studie: Weder vor dem Lockdown noch nach der Wiedereröffnung haben sich Hotspots an Schulen entwickelt. »Superspreader«-Ergebnisse sehen anders aus!

Ich möchte noch eine weitere Studie anführen: »Kinder in der Corona-Pandemie – Ergebnisse der COPSY-Studie«. 3 COPSY steht für COrona und PSYche. In dieser bundesweiten Studie wurden Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie befragt.

Durchgeführt im Zeitraum vom 26.5. bis 10.7.2020 wurden über 1000 Jugendliche und Kinder zwischen 11 und 17 Jahren sowie mehr als 1500 Eltern zu folgenden Themen befragt: psychische Gesundheit, Lebensqualität, Gesundheitsverhalten, konkrete Fragen zu Schule, Familie und Freunden. Wie äußern sich Kinder und Jugendliche zu den massiven Änderungen ihres Alltags seit »Corona« in Bezug auf Schulschließung, Homeschooling, eingeschränkte Kontakte und Wegfall gewohnter Freizeitaktivitäten?