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Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen – und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. »Natascha, wie kannst du nur so seelenruhig zusehen?« fragte Isabella Conradi fassungslos. »Ich würde sterben vor Angst, wenn mein Mann da unten mitmischen würde.« Natascha Andersson lächelte ein wenig. Sie wirkte nur nach außen hin ruhig, dabei konnte sie vor lauter Angst und Anspannung kaum atmen. »Ich sterbe jedesmal tausend Tode, wenn Mats ein Rennen fährt«, gestand sie ihrer Freundin, dann seufzte sie. »Ich wünschte, er würde die Formel 1 aufgeben, aber…« Ergeben zuckte sie die Schultern. »Sein Rennwagen ist nun mal das Zweitwichtigste in seinem Leben.« Isabella lächelte sie an. »Das Wichtigste bist du.« Sie bewunderte Natascha, und manchmal konnte sie gar nicht begreifen, daß sie in der zehn Jahre älteren Frau eine so ehrliche Freundin gefunden hatte. Eigentlich hätte Natascha die blutjunge und bildschöne Isabella als Rivalin empfinden müssen. Immerhin war Isabella es gewesen, die Natascha aus ihrer Position als Top-Model gedrängt hatte, doch es schien, als wäre Natascha darüber gar nicht traurig. Zu jener Zeit war sie ja schon mit dem berühmten Formel-1-Fahrer Mats Andersson verheiratet gewesen und hatte bereits mit einer anderen Tätigkeit geliebäugelt. Inzwischen hatte sie ihren Traum erfüllt und arbeitete nun mehr aus Hobby als aus wirklicher Notwendigkeit heraus als Modedesignerin. Mats' roter Rennwagen tauchte in der Kurve auf. Unwillkürlich hielt Natascha den Atem an, denn gerade in diesem Moment setzte der Fahrer, der sich bisher in Mats' Windschatten gehalten hatte, zum Überholen an. Es war ein gefährliches Manöver. Natascha schloß automatisch die Augen, und erst als das unheilverkündende Krachen an ihr Ohr drang und Isabella neben ihr
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Seitenzahl: 110
Veröffentlichungsjahr: 2017
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»Natascha, wie kannst du nur so seelenruhig zusehen?« fragte Isabella Conradi fassungslos. »Ich würde sterben vor Angst, wenn mein Mann da unten mitmischen würde.«
Natascha Andersson lächelte ein wenig. Sie wirkte nur nach außen hin ruhig, dabei konnte sie vor lauter Angst und Anspannung kaum atmen.
»Ich sterbe jedesmal tausend Tode, wenn Mats ein Rennen fährt«, gestand sie ihrer Freundin, dann seufzte sie. »Ich wünschte, er würde die Formel 1 aufgeben, aber…« Ergeben zuckte sie die Schultern. »Sein Rennwagen ist nun mal das Zweitwichtigste in seinem Leben.«
Isabella lächelte sie an. »Das Wichtigste bist du.« Sie bewunderte Natascha, und manchmal konnte sie gar nicht begreifen, daß sie in der zehn Jahre älteren Frau eine so ehrliche Freundin gefunden hatte. Eigentlich hätte Natascha die blutjunge und bildschöne Isabella als Rivalin empfinden müssen. Immerhin war Isabella es gewesen, die Natascha aus ihrer Position als Top-Model gedrängt hatte, doch es schien, als wäre Natascha darüber gar nicht traurig. Zu jener Zeit war sie ja schon mit dem berühmten Formel-1-Fahrer Mats Andersson verheiratet gewesen und hatte bereits mit einer anderen Tätigkeit geliebäugelt. Inzwischen hatte sie ihren Traum erfüllt und arbeitete nun mehr aus Hobby als aus wirklicher Notwendigkeit heraus als Modedesignerin.
Mats’ roter Rennwagen tauchte in der Kurve auf. Unwillkürlich hielt Natascha den Atem an, denn gerade in diesem Moment setzte der Fahrer, der sich bisher in Mats’ Windschatten gehalten hatte, zum Überholen an. Es war ein gefährliches Manöver. Natascha schloß automatisch die Augen, und erst als das unheilverkündende Krachen an ihr Ohr drang und Isabella neben ihr im selben Moment »Oh, mein Gott!« schrie, riß sie sie wieder auf. Sie sah gerade noch, wie der Wagen ihres Mannes aus der Kurve geschleudert wurde, während sich der andere Fahrer mit seinem Auto etliche Male überschlug.
Sofort rannten mehrere Männer zu den beiden verunglückten Fahrzeugen, während einer den nachfolgenden Rennwagen signalisierte, daß es einen Unfall gegeben hatte.
Atemlos verfolgte Natascha das hektische Treiben dort unten, doch als aufgrund wilder Gesten zwei Krankenwagen heranfuhren, gab es für die junge Frau kein Halten mehr. Sie kämpfte sich durch die Zuschauer nach unten, aber man ließ sie nicht durch die Absperrung.
»Das ist mein Mann!« schrie sie verzweifelt und deutete auf den einen Krankenwagen, der soeben mit Blaulicht und Martinshorn wegfuhr.
»Tut mir leid«, entgegnete der Diensthabende. »Ich darf Sie nicht durchlassen.«
Inzwischen war Isabella herangekommen und nahm Natascha beim Arm.
»Komm, wir gehen zur Rennleitung«, meinte sie mit heiserer Stimme. »Dort wird man uns sagen können, wohin sie Mats gebracht haben.«
Natascha nickte nur. Die Angst um ihren Mann schnürte ihr förmlich die Kehle zu. Bei der Rennleitung erfuhr Natascha, in welches Krankenhaus ihr Mann gebracht worden war. Man rief für die beiden Frauen sogar noch ein Taxi, denn auch Isabella fühlte sich außerstande, jetzt ein Auto zu fahren, zumal sie ja ihren Führerschein noch nicht lange besaß.
Eine Viertelstunde später setzte der Fahrer die beiden jungen Frauen vor dem Haupteingang einer riesigen Unfallklinik ab. Im Laufschritt betraten Natascha und Isabella die Eingangshalle.
»Mats Andersson«, stieß Natascha hervor, kaum daß sie den Informationsschalter erreicht hatten. »Der Formel-1-Fahrer, der gerade eingeliefert wurde.«
»Ein Notfall?« fragte die Dame am Schalter in beinahe gelangweiltem Ton.
»Natürlich war es ein Notfall!« brauste Natascha auf, deren Nerven mittlerweile am Boden schleiften.
»Den Flur entlang und dann rechts zur Notaufnahme«, gab die Dame Auskunft und schien über Nataschas Ton beleidigt zu sein. Der Gedanke, daß die junge Frau vor Angst und Sorge um ihren verunglückten Mann halb verrückt war, kam ihr anscheinend gar nicht.
Natascha und Isabella hetzten zur Notaufnahme. Sie mußten zweimal klingeln, ehe eine abgekämpft wirkende Schwester die Tür öffnete.
»Mats Andersson… der Formel-1-Fahrer…«, begann Natascha, doch weiter kam sie gar nicht.
»Wird operiert«, gab die Schwester knapp zur Auskunft. »Sie müssen warten.« Damit schloß sie die Tür wieder.
Natascha preßte beide Hände vor ihr Gesicht und schluchzte auf.
»Isabella… wenn Mats stirbt… o Gott…«
»Er wird nicht sterben«, versuchte Isabella sie zu beruhigen. »Die haben hier sicher Erfahrung mit derartigen Unfällen. Ich bin sicher, daß sie alles tun werden…« Sie verstummte, weil sie spürte, daß ihre Worte Natascha nicht zu trösten vermochten. Die Möglichkeit, daß Mats diesen schrecklichen Unfall nicht überleben würde, lag nämlich erschreckend nahe.
Stunde um Stunde warteten Natascha und Isabella. Jedesmal, wenn die Tür zur Notaufnahme aufging, schraken sie hoch, doch die Ärzte und Schwestern eilten an ihnen vorbei, ohne ihre Anwesenheit zur Kenntnis zu nehmen.
Vor den Fenstern zog bereits die Dämmerung herauf, als endlich ein Arzt zu ihnen trat.
»Frau Andersson?« Fragend blickte er von einer zur anderen.
Wie elektrisiert sprang Natascha auf. »Ja! Das bin ich!«
»Ich habe gute Nachrichten«, beruhigte der Arzt die aufgeregte junge Frau. »Ihr Mann hatte sehr viel Glück. Er hat nur etliche komplizierte Brüche davongetragen. Es wird zwar noch eine ganze Weile dauern, bis er sich davon erholt hat, aber es besteht keine Lebensgefahr, und er wird auch keine bleibenden Schäden zurückbehalten.«
Aufatmend ließ sich Natascha auf den Kunststoffstuhl sinken.
»Gott sei Dank«, flüsterte sie und konnte die Tränen der Erleichterung, die ihr in die Augen stiegen, nicht zurückhalten. »Darf ich ihn sehen?«
Der Arzt nickte. »Selbstverständlich. Ihr Mann liegt zwar noch auf der Intensivstation, weil wir kein Risiko eingehen wollen, aber für ein paar Minuten dürfen Sie ihn schon besuchen. Allerdings weiß ich nicht, inwieweit er ansprechbar sein wird.«
Er begleitete Natascha zur Intensivstation. Isabella hatte zugesagt, in der Zwischenzeit unten auf sie zu warten. Als Natascha in den blauen Kittel schlüpfte, den sie hier auf Intensiv tragen mußte, und dann dem Arzt in einen der Räume mit den großen Glasfenstern folgte, vibrierte sie vor Nervosität. Und dann sah sie ihn.
An Mats’ Beinen hingen Gewichte, die den Muskelzug in Druck umwandeln sollten, damit die Bruchstücke aneinandergepreßt wurden. Was Natascha nicht sehen konnte, waren die Nägel und Schrauben, mit denen bei der vorangegangenen Operation die vielen Knochenstücke zusammengefügt worden waren.
Auch sein rechter Arm hatte mehrfach genagelt, geschraubt und schließlich ebenfalls zugegurtet werden müssen. Sein Kopf steckte in einem dicken Verband, was Natascha am meisten erschreckte.
Mit einem Ruck fuhr sie herum. »Von der Kopfverletzung haben Sie gar nichts erzählt.«
»Es handelt sich dabei nur um ein paar schlimme Platzwunden, die aber nicht gefährlich sind«, beruhigte der Arzt sie. »Ihr Mann hat nicht einmal eine Gehirnerschütterung davongetragen. Das ist bei diesem Unfall eigentlich erstaunlich.«
Langsam trat Natascha näher ans Bett, dann berührte sie sanft das Gesicht ihres Mannes, der aber nicht reagierte. Angstvoll blickte Natascha zurück.
»Er liegt doch nicht… im Koma?«
»Nein, Frau Andersson, keine Sorge. Es sind nur die Nachwirkungen der Narkose, die ihn ohne Bewußtsein halten«, meinte er. »Nach der Operation war er einmal kurz wach, schlief jedoch sofort wieder ein. Sie müssen wirklich keine Angst haben. Ihr Mann wird wieder gesund werden.«
Natascha atmete erleichtert auf, dann ließ sie ihren Blick über das geliebte Gesicht gleiten. Zwei Unfälle hatten es geprägt und so verändert, daß es keinesfalls als schön bezeichnet werden konnte. Eine Narbe zog sich vom Haaransatz bis zur Nasenwurzel und gab ihm grundsätzlich ein strenges Aussehen, die andere Narbe verlief vom rechten Ohr bis zum Kinn und unterstrich die Herbheit seines Gesichtsausdrucks nur noch. Aufgrund seiner zurückhaltenden Art hatte Natascha ihn früher für arrogant und unnahbar gehalten, doch mittlerweile wußte sie längst, daß er nur schüchtern und äußerst sensibel war.
Jetzt öffnete er langsam die Augen, und obwohl ihre Sorge um ihn trotz der beruhigenden Worte des Arztes noch immer groß war, gelang es ihr nicht einmal in dieser Situation, sich dem Bann seiner Augen zu entziehen. Es waren eigenartige und doch sehr ausdrucksvolle Augen… ein bißchen braun, ein bißchen blau und ein bißchen grün… Augen wie Himmel und Erde in einer Gewitternacht.
»Natascha«, flüsterte er mit schwacher Stimme.
Behutsam legte sie beide Hände um sein Gesicht. »Es wird alles gut werden, Mats.«
»Tim«, stammelte er leise. »Tim Bendig… ist er… in Ordnung?«
Fragend blickte Natascha zu dem Arzt zurück, doch dieser zuckte bedauernd die Schultern.
»Über den anderen Verunglückten weiß ich nichts«, meinte er.
Natascha sah ihren Mann wieder an. »Ich werde es herausfinden, Mats, das verspreche ich dir.« Zärtlich streichelte sie sein Gesicht. »Schlaf jetzt, Liebling.«
Dieser Aufforderung hätte es gar nicht bedurft, denn Mats waren die Augen bereits wieder zugefallen. Einen Moment ruhte Nataschas liebevoller, aber auch besorgter Blick noch auf seinem Gesicht, dann verließ sie zusammen mit dem jungen Arzt die Intensivstation.
»Wenn die Nacht ohne Zwischenfälle verläuft, werden wir ihn morgen auf die normale Station verlegen«, erklärte der Arzt. »Herr Andersson hat glücklicherweise keine lebensgefährlichen Verletzungen davongetragen, also wäre es unsinnig, ihn tagelang auf Intensiv zu lassen.«
Natascha nickte, dann drückte sie voller Dankbarkeit die Hand des Arztes. Dabei sagte ihr Blick mehr als jedes Wort es hätte tun können.
Langsam kehrte Natascha zum Warteraum bei der Notaufnahme zurück, wo Isabella noch immer saß. Sie wußte nicht, daß sie dabei von haßerfüllten Blicken verfolgt wurde.
*
»Sie kann nichts dafür, Cora«, erklärte Christian Sander, als sich seine Schwester zu ihm umdrehte und er den Haß in ihren Augen funkeln sah.
»Sie nicht, aber er«, zischte sie. »Eines schwöre ich dir: Wenn Timmy stirbt, dann wird Mats Andersson seines Lebens nicht mehr froh werden.«
Christian seufzte. »Cora, ich bitte dich…« Er schüttelte den Kopf. »Mats Andersson war an dem Unfall völlig unschuldig. Hätte Tim nicht so waghalsig überholt…«
»Du hast Timmy nie gemocht!« hielt seine Schwester ihm vor. »Von Anfang an warst du eifersüchtig auf ihn, weil Papa ihn lieber mocht als dich.«
»Das ist doch überhaupt nicht wahr«, widersprach Christian und bemühte sich, geduldig zu bleiben.
In den vergangenen beiden Jahren war es ihm zunehmend schwerergefallen, mit Cora zurechtzukommen. Die Gefühle, die sie für ihren zehn Jahre jüngeren Stiefbruder Tim hegte, waren immer tiefer geworden, was Christian mit einiger Besorgnis betrachtete. Cora benahm sich fast so, als wäre Tim ihr Sohn oder sogar ihr Ehemann, nicht aber ihr jüngerer Bruder.
»Ich mag Tim«, betonte Christian jetzt. »Ich mag ihn sogar sehr, aber ich finde es nicht richtig, wie er von dir und Magda verwöhnt worden ist und noch immer wird.«
Wütend blitzte Cora ihn an. »Das ist auch so ein Punkt! Du hast es doch nie fertiggebracht, sie Mutter zu nennen.«
Christian wandte sich ab. »Sie ist nicht meine Mutter. Im übrigen war ich schon fast fünfzehn, als Papa wieder geheiratet hat. Magda ist nur fünf Jahre älter als ich. Sie selbst hielt es für unsinnig, wenn ich Mama zu ihr gesagt hätte.« Er sah seine Schwester an. »Bei dir war das doch etwas anderes, Cora. Du warst erst acht…«
Unwillig winkte die Schwester ab. »Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Tatsache ist…«
Christian hörte nicht mehr zu. er kannte die Vorträge seiner Schwester in- und auswendig, aber in der momentanen Situation mußte sie sich wohl ablenken, um nicht ständig an Tim zu denken, der seit Stunden operiert wurde. Hätte Cora jetzt nicht mit Christian gestritten, wäre sie vor Angst und Sorge wohl verrückt geworden.
»Was ist mit Timmy?«
Magda Sanders’ Stimme riß Christian aus seinen Gedanken und unterbrach Coras Redefluß. Aus angstvoll geweiteten Augen starrte sie ihre beiden Stiefkinder an, dann fiel Cora ihr um den Hals.
»Wir wissen noch nichts, Mama«, schluchzte sie. »Ich habe solche Angst um Timmy.«
Magda begann zu weinen, während Christian deprimiert danebenstand. Er hatte vorhin nicht gelogen. Er mochte seinen jüngeren Stiefbruder wirklich gern – obgleich Tim ihm das nicht leichtmachte. Wann immer sich die Gelegenheit bot, reizte er Christian bis aufs Blut, und mehr als einmal hatte der hoffnungsvoll verwöhnte Tim seine Sticheleien gegen den sehr viel älteren Stiefbruder mit einer Ohrfeige bezahlt. Seltsamerweise hatte er Christians Nähe aber trotzdem immer wieder gesucht.
Jetzt kam ein Arzt auf sie zu.
»Sind Sie die Angehörigen von Tim Bendig?« wollte er wissen.
Aus verweinten Augen sah Magda ihn an. »Ich bin seine Mutter.«
Der Blick des Arztes traf Christian, den er für den Ehemann der weinenden Frau hielt.
»Und Sie sind der Vater?«
Magda schüttelte den Kopf. »Ich bin Witwe. Das ist mein Stiefsohn.« Ihre Stimme bebte, als sie fortfuhr: »Was ist mit Tim? Geht es ihm gut?«
Bedauernd schüttelte der Arzt den Kopf. »Ihr Sohn hatte einen ganz schreckliche Unfall. Er ist zwar außer Lebensgefahr, aber eines muß ich Ihnen jetzt schon mit absoluter Sicherheit sagen. Es tut mir sehr leid, aber… Ihr Sohn hatte neben vielen anderen Verletzungen auch mehrere Wirbelfrakturen. Dabei wurde das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen…«
Unwillkürlich stöhnte Cora auf, während Magda noch nicht ganz nachvollziehen konnte, was der Arzt ihr sagen wollte. Ihr Blick ging von ihm zu ihrer Stieftochter, dann wieder zurück zum Arzt.
»Ihr Sohn wird querschnittsgelähmt sein«, vollendete der Arzt. »Wir konnten nichts mehr tun.«
Mit einem Aufschrei sackte Magda zusammen. »Nein! O Gott, nein!«
Behutsam griff der Arzt nach ihrem Arm. »Es tut mir wirklich leid. Ich weiß, wie schlimm so etwas gerade für einen so jungen Menschen wie Ihren Sohn ist, aber… wir waren wirklich machtlos. Es kommt ja schon fast einem Wunder gleich, daß Ihr Sohn diesen Unfall überlebt hat.« Fürsorglich begleitete er Magda zur Tür. »Sie dürfen ihn kurz sehen. Allerdings ist er noch nicht bei Bewußtsein. Wie gesagt… es war eine äußerst schwierige Operation.«
»Ich will auch mitkommen!« begehrte Cora auf.
Der Arzt nickte. »Natürlich können Sie mitkommen.«
