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Eine Darstellung der NATO-Einheiten in Borgholzhausen von der Planung der Anlagen bis hin zum heutigen Zustand. Von der Präsenz der niederländischen und amerikanischen Soldaten in Borgholzhausen, über die Friedensmärsche, den Abzug der Truppen und der heutigen Nutzung.
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Widmung
Gewidmet meiner wundervollen Familie
Einleitung
1.1 Wie kam ich auf die Idee zu diesem Buch?
Borgholzhausen
2.1 Evangelische Pfarrkirche
2.2 Schloss Brincke
2.3 Burg Ravensberg
2.4 Industrie und Handel
Streitkräfte
3.1 Nach dem 2. Weltkrieg
3.1.1 Luftverteidigungsgürtel
3.1.2 120 SQN
3.2 USAAD 509th
Aufbau NIKE-Stellungen
4.1 Bereiche
4.1.1 IFC
4.1.2 LA
4.2 IFC-generell
4.3 LA-generell
Nike Hercules Technik
5.1 Antrieb
5.2 Sprengköpfe
5.2.1 Konventionell
5.2.2 Atomar
5.3 Technische Daten
5.4 Verwendung
NIKE Stellung Borgholzhausen
6.1 IFC-Borgholzhausen
6.2 LA-Borgholzhausen
6.3 Planung
6.4 Wachgebäude (Torhaus)
6.5 Mannschaftsgebäude
6.6 Hundeunterkunft
6.7 Assembly-Gebäude
6.8 Generator Gebäude Mannschaft
6.9 Feuerleitstand
6.10 Warhead-Gebäude
6.11 Schützenlöcher
6.12 Sektion Charly
6.12.1 Generatorgebäude
6.12.2 Schutzbunker
6.12.3 Raketenlagerhalle
6.12.4 Abschussrampe
6.13 Wachgebäude USAAD/Tor Sektionen Alpha/Bravo
6.14 Wachtürme
6.15 Alpha und Bravo Sektion
Kaserne
7.1 Wachgebäude
7.1.1 Luchtmacht Beveiliging
7.2 Bürogebäude
7.3 Custodian Gebäude (USAAD)
7.4 Offiziersgebäude
7.5 Wirtschaftsgebäude
7.6 Unteroffiziersgebäude
7.7 Mannschaftsgebäude
7.8 KFZ-Werkstatt/Kesselhaus
7.9 Tankstelle
7.10 Munition/Lagerung
7.11 H.W. Huson-School
Friedensmarsch
Abzug
9.1 Abzug Atomsprengköpfe
9.2 Wachtürme
Nutzung nach Abzug
10.1 IFC
10.1.1 IFC RSU (Radio Signal Unit)
10.1.2 IFC Abbruch/Manöver
10.2 Kaserne/Schule
10.3 Jugendheim
10.4 LA
Heutiger Zustand
11.1 IFC
11.1.1 Wachgebäudereste
11.1.2 Tor
11.1.3 Schutzbunker
11.1.4 Zufahrt hinter dem Tor
11.1.5 Zufahrt zu dem Radarbereich
11.1.6 Radarbereich (von innen gesehen)
11.1.7 Radarbereich (von außerhalb des Zaunes gesehen)
11.1.8 Hubschrauberlandeplatz
11.1.9 Prüfmast
11.1.10 Rund um das IFC
11.1.11 Generatorgebäude
11.1.12 Plätze (Intercon/HIPAR/Mannschaft)
11.1.13 Fundstücke
11.2 Kaserne
11.3 LA
11.3.1 Wachgebäude/Tor
11.3.2 Mannschaftsgebäude
11.3.3 Auffahrt zu den Sektionen
11.3.4 Sektion Charly Einfahrt
11.3.5 Charly Generatorgebäude
11.3.6 Zuleitungen Charly
11.3.7 Schutzbunker Charly Rückseite
11.3.8 Schutzbunker Charly Abschussrampenseite
11.3.9 Abschussrampe Charly
11.3.10 Raketenhalle Charly Vorderseite
11.3.11 Raketenhalle Charly Rückseite
11.3.12 Straße Richtung Warhead Gebäude
11.3.13 Schützenloch Charly Sektion
11.3.14 Warhead Sektion
11.3.15 Parkplatz/Assembly Gebäude/Feuerleitstand
11.3.16 Generatorgebäude Mannschaftsgebäude/Assembly
11.3.17 Wachtürme
11.3.18 Alpha/Bravo Wachgebäude/Tor
11.3.19 Alpha Sektion Halle und Abschussrampe
11.3.20 Alpha Schutzbunker
11.3.21 Alpha Generatorgebäude
11.3.22 Zuwegung Bravo
11.3.23 Bravo Sektion Generatorgebäude
11.3.24 Bravo Schutzbunker/Wall
11.3.25 Bravo Abschussrampe/Halle
11.3.26 Bravo Scheinwerferkäfige
11.3.27 Bravo Weg zum Tor
11.3.28 Bravo Gebäude neben Tor
Gehört auch dazu
12.1 Sprengschächte
12.2 Strahlung und Umgang mit toxischen Mitteln
12.2.1 Strahlung
12.2.2 Toxische Mittel
Nachwort
Danksagung
Frank Schoof, Melle
P. Schräder, Borgholzhausen
S. Ihde, Borgholzhausen
P. Schouten, Haarlem-NL
P. Stipdonk, Borgholzhausen
P. Buch, Bielefeld
B. Breiter, Werther
F. Rappange,Heikant-NL
R. Dorenbos, Culenborg-NL
NMIH, Niederlande
Bundesarchiv, Koblenz
Ed-Thelen, USA
Anitstehnes, ca. 400 v. Chr.
Als Ende 1959 in Borgholzhausen erste Kundschafter den Wald auf dem stadtnahen Sundern durchstreiften, um das Gelände hinsichtlich seiner Tauglichkeit für eine NATO-Raketenstellung zu prüfen, ahnte niemand, dass der damals noch etwas verträumte Ort Borgholzhausen mit seiner reizvollen Umgebung zu einem Hotspot des sich verschärfenden Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion werden würde. Nach anfänglicher Unruhe, großen Ängsten und vielen Gerüchten fügte sich der Ort in sein Schicksal, das aufgrund der verteidigungspolitischen Verpflichtungen des noch jungen NATO-Mitglieds Bundesrepublik Deutschland unabwendbar schien. Aber schon bald nach dem Beginn der Bauarbeiten schlug die Verunsicherung in Zustimmung um, schien man doch von einem bislang beispiellosen Konjunkturprogramm zu profitieren, das die bis 1964 aus dem Boden gestampfte militärische Infrastruktur letztlich bedeutete.
Die strategisch exponierte Lage Borgholzhausens in einem Pass des Teutoburger Waldes schien selbst für einen Atomkrieg noch von Bedeutung zu sein. Schon Hermann von Calvelage hatte sie erkannt, als er um 1180 hier die Ravensburg als Stammsitz der späteren Grafschaft Ravensberg erbaute. Seit 1958 hieß die moderne Kampfwaffe Nike Hercules, eine Langstrecken-Luftabwehrrakete, die in den USA in mehr als 25.000 Exemplaren hergestellt wurde. Mit Atomsprengköpfen bestückt, hätte sie im Konfliktfall auch von Borgholzhausen aus sowjetische strategische Atombomber in großen Höhen angreifen sollen – mit der Konsequenz, dass Mitteleuropa nahezu ausgelöscht worden wäre. Die kleine US-Einheit, die die Atombomben bewachte, überließ die Übungseinsätze ihren niederländischen Verbündeten, wohl wissend, dass sich diese einer Strahlenbelastung aussetzen würden, die vielen auf Dauer Gesundheit und Leben kosten sollte.
Solche Szenarien schienen die Menschen vor Ort nicht zu beunruhigen – die Gefahren waren ihnen schlechterdings nicht bewusst. Der strengsten militärischen Geheimhaltung folgten keinerlei Bürgerproteste. Schon gar nicht, als bekannt wurde, dass eine niederländische Einheit die Nike-Hercules-Raketenbasis unterhalten würde. Mit den Familienangehörigen des militärischen Personals wuchs die Kleinstadt um annähernd 800 Personen, Kaufkraft und Wohlstand stiegen spürbar an. Die kulturelle Nähe zu den Angehörigen des Nachbarlandes ließ keinerlei Integrationsprobleme aufkommen. Mehr noch, die Niederländer importierten den Karneval, der dem mehrheitlich protestantischen Borgholzhausen bis dahin fremd war. Freundschaftliche Verbindungen, ein hohes Maß an gemeinsamer Geselligkeit und die anhaltend positiven wirtschaftlichen Impulse führten zu einer uneingeschränkten Akzeptanz des niederländischen Militärs und damit auch ihres Auftrags. Entsprechend groß war das Bedauern, als 1984 die Zeit des Einsatzes der niederländischen 120. Schwadron nach 20 Jahren beendet wurde.
Erst in der Folge des sogenannten NATO-Doppelbeschlusses vom Dezember 1979 flammten mit der sich formierenden Friedensbewegung auch in Borgholzhausen die Proteste gegen ein Wettrüsten auf, das sich wieder zu beschleunigen drohte. Einen ersten Höhepunkt erlebten die Proteste, als am 16. Mai 1981 annähernd 8.000 Menschen in einem vier Kilometer langen Friedensmarsch von Werther nach Borgholzhausen zogen. Begleitet wurden die Bürgerproteste von einem politischen Dauerstreit zwischen dem CDU-Staatssekretär Dr. Otfried Hennig und der SPD-Bundestagsabgeordneten Katrin Fuchs.
