Gesund bleiben - Richard Crevenna - E-Book

Gesund bleiben E-Book

Richard Crevenna

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Beschreibung

Wir leben immer länger: Jedes zweite heute geborene Kind wird 100 Jahre alt. Wie wir dieses lange Leben auch gesund verbringen können, beschreibt Richard Crevenna von der Medizinischen Universität Wien im Ratgeber „Gesund bleiben“. Basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erklärt er, • was Prävention und Lebensstil mit dem Gesundbleiben zu tun haben, • wie man einer Reihe von häufi gen Zivilisationserkrankungen wirkungsvoll (und oft einfacher als gedacht) vorbeugen kann und • welche speziellen Aspekte wie Alter, Geschlecht sowie Verhalten in Arbeit und Freizeit dabei eine wichtige Rolle spielen. Gesund zu bleiben ist möglich durch Sport, Aktivität und Bewegung, aber auch durch eine positive Grundeinstellung zum Leben (Stichwort: Lebenskunst) bis hin zu Entspannungstechniken für eine verbesserte seelische Gesundheit. Zusätzlich zu den vielen praktischen Tipps für einen gesunden Lebensstil lässt Richard Crevenna auch zahlreiche Top-Experten und international führende Wissenschaftler zu Wort kommen. Ein spannendes, informatives und leicht verständliches Nachschlagewerk für ein langes Leben in Gesundheit!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Gesund bleiben

GESUND BLEIBEN

Strategien für Alltag und Freizeit

von

Richard Crevenna

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Sämtliche Angaben in diesem Werk erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr; eine Haftung des Autors sowie des Verlages ist ausgeschlossen.

Soweit im Folgenden personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise (generisches Maskulin).

Stand des Wissens: Oktober 2019

ISBN Print: 978-3-214-04367-4

ISBN E-Book: 978-3-214-04369-8

© 2020 MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH, Wien

Telefon: (01) 531 61-0

E-Mail: [email protected]

www.manz.at

Layout und Satz: www.petryundschwamb.com

Druck: FINIDR, s.r.o., Český Těšín

INHALT

Vorwort

Der Autor

MEDIZINISCHE WISSENSCHAFT UND „STATE OF THE ART“-MEDIZIN – EINE SOLIDE BASIS ZUM „GESUND BLEIBEN“

Mehr Lebensqualität durch mehr gesunde Lebensjahre

Gesund bleiben durch Wissenschaft, hohen medizinischen Standard und Prävention

Was ist uns vorgegeben? Was machen wir daraus? Genetik und Epigenetik

Typische Erkrankungen und Gesundheitsschädigungen unserer Gesellschaft

Medizinische Statistik und Wissenschaft

An den Universitäten gelehrte „State of the Art“-Medizin

Evidenzbasierte Medizin

Medizinische Wissenschaft und Statistik: Vom Wald und vom einzelnen Baum …

WAS PRÄVENTION UND LEBENSSTIL MIT DEM „GESUND BLEIBEN“ ZU TUN HABEN

Gesund bleiben durch Prävention

Was ist Prävention?

Verhaltens- und Verhältnisprävention

Wie wir zur Erhaltung der eigenen Gesundheit beitragen können – Salutogenese

Gesundheitsförderung

Resilienz macht stark

Lebensstilmedizin – gesund bleiben durch einen gesundheitsförderlichen Lebensstil

Gesund bleiben durch Hygiene

Händehygiene

Gesund bleiben durch Zahn- und Mundhygiene sowie durch die Prävention von Zahnerkrankungen

Die sogenannte häusliche Mundhygiene – Zähneputzen

Gesund bleiben und Prävention von Infektionskrankheiten durch Impfen

Impfen – zum Schutz des Einzelnen und der Gesellschaft vor Infektionskrankheiten

Gesund bleiben durch psychische Stabilität und mentale Gesundheit

Traurigkeit und Depression

Risikoverhalten und Suizide

Gesund bleiben durch Prävention und Verhütung von Unfällen

Unfall- und Erkrankungsrisiken minimieren

Unfälle und die unterschiedlichen Lebensabschnitte

Gesund bleiben durch Vermeidung des Tabakrauchens

Schlimme Fakten

Mittels Raucherentwöhnung zum Nichtraucher

Rauchfreier Arbeitsplatz

Pulmonale Rehabilitation

Gesund bleiben durch Minimierung des Alkoholkonsums

Folgen von Alkoholmissbrauch

Gesund bleiben durch achtsamen Umgang mit der Sonnenbestrahlung

Gesund bleiben durch vernünftige Ernährung

Vernünftige Ernährung

Gezielte Ernährung – wer profitiert?

Ernährung und Bewegung

Gesund bleiben durch regelmäßige körperliche Aktivität und Bewegung

Aktivität, Bewegung und Training

Bewegung, Energiehaushalt und Stoffwechsel

Bewegung kann Ihr Risiko, zu erkranken bzw. sich zu verletzen, senken!

Bewegung als „Medikament“

Bewegungsempfehlungen – bitte einhalten!

Österreichische Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung

Bewegen Sie sich schon – oder sitzen Sie noch?

„GESUND BLEIBEN“ DURCH VORBEUGUNG HÄUFIGER ZIVILISATIONSERKRANKUNGEN

Gesund bleiben durch gezielte Prävention von Krebserkrankungen

Körperliche Aktivität, Training und Sport bei Krebserkrankungen?

Gesund bleiben durch gezielte Prävention von Herz-Kreislaufund Gefäßerkrankungen

Gesund bleiben durch gezielte Prävention von Stoffwechselerkrankungen

Aufnahme an „freiem Zucker“ – Empfehlungen der WHO

Übergewicht als Risikofaktor

Kampf dem Übergewicht!

Gesund bleiben durch gezielte Prävention der „Volkskrankheit“ Kreuz- und Rückenschmerz sowie der Arthrose

„Volkskrankheit“ Kreuz- und Rückenschmerz

Rehabilitation bei Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat

SPEZIELLE ASPEKTE DES „GESUND BLEIBENS“

Gesund bleiben durch gesunden Schlaf, gezielte Pausengestaltung und Regeneration

Schlaf als menschliches Grundbedürfnis

Wirken Sie Schlafproblemen aktiv entgegen!

Gesunder Schlaf durch Schlafcoaching: Wer wach sein will, muss schlafen

Gesund bleiben durch gesunde Arbeitsbedingungen

Organisations- und Personalentwicklung – gesunde Zusammenarbeits- und Kommunikationskultur

Probleme am Bewegungs- und Stützapparat durch die Berufsausübung

Stress

Digitalisierung in der Arbeitswelt

Bildschirmarbeitsplatz

Kreuz- und Rückenschmerzen durch Büroarbeit

Aktive Prävention von Kreuz- und Rückenschmerzen bei Büroarbeit

Lärmprävention am Arbeitsplatz

Pausengestaltung und Regeneration

Frauengesundheit

Männergesundheit

Gesund bleiben im Kindes- und Jugendalter – Beispiel Übergewicht

Gesund bleiben durch eine gesunde psychische Entwicklung im Kindes- und Jugendalter

Jugendalter bzw. Adoleszenz

Lifestyle und Gesundheit im Alter

Bewegung kann Ihre Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit bis ins hohe Alter sichern

Weiterbildung und mehr

WAS KANN NOCH ZU EINEM GESUNDEN LEBEN BEITRAGEN? – STICHWORT „LEBENSKUNST“

Meine Gesundheitstipps

1.  Zufriedenheit, positives Denken und Wertschätzung

2.  Regelmäßige geistige und körperliche Aktivität

3.  Qualität und Zuverlässigkeit

4.  Viel Eustress und dabei rechtzeitig abschalten und loslassen können

Vermeiden Sie negative Gedanken und Gefühle!

Unveränderbare Tatsachen bleiben unveränderbar

Ordnung und Struktur

Priorisieren können

Regeln akzeptieren können

Vermeiden Sie Perfektionismus

Lernen Sie „Nein“ zu sagen!

Achten Sie auf Ihre mentale Gesundheit

Lebenslust und Genuss

Mit der Zeit gehen und lebenslang lernen

Gesund bleiben durch vernünftige Nutzung der Freizeit

Ein Beispiel zum Schluss – banale Kopfschmerzen vermeiden

 

Literaturangaben

Alphabetisches Verzeichnis der Experten

Bildnachweis

Stichwortverzeichnis

VORWORT

Das vorliegende Buch soll Ihnen gemäß dem Motto „Gesund bleiben durch …“ eine gut lesbare und gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Hilfestellung beim alltäglichen „Gesund Bleiben“ sein. Auf leicht verständliche Weise und begleitet durch Statements international führender Wissenschaftler erfahren Sie, wie Sie sich gesund erhalten können. Als Verfasser dieses Buchs, der ich naturgemäß nicht für alle Sparten der Medizin Experte sein kann (und auch nicht als solcher auftreten will) habe ich ganz bewusst auf das Fachwissen und die Kompetenz angesehener Kolleginnen und Kollegen zurückgegriffen. Sie unterstreichen mit ihrer ärztlichen und wissenschaftlichen Autorität das Thema „Gesund Bleiben“ und machen es damit auch besser fassbar. Sie als Leser halten somit das derzeit wohl kompakteste wissenschaftlich fundierte Buch zum Thema in Händen – als Ihre persönliche Unterstützung beim „Gesund Bleiben“.

Die erfreuliche Botschaft: Es sind nur einige wenige Verhaltensregeln, die wir, um unseren Teil zum „Gesund Bleiben“ beizutragen, aktiv umsetzen sollten. Verhaltensregeln, die wir auch alle kennen, nur leider setzen wir sie häufig dennoch nicht um – wohl auch, weil wir ihre positive Wirkung deutlich unterschätzen.

Ihr persönliches „Gesund Bleiben“ ist ganz einfach – an der Erhaltung Ihrer Gesundheit können Sie durch das Beherzigen einiger weniger, aber wichtiger Empfehlungen aktiv und selbstbestimmt mitwirken. Sie werden sehen, dass diese Faustregeln fast für alle medizinischen Fachrichtungen Gültigkeit besitzen und auch wirklich wirken; dass Sie also mit einem einfachen Verhaltenskonzept sehr viel für sich erreichen können.

Die Aufbereitung dieser für Sie sinnvollen – und gleichzeitig großteils kostengünstigen – Maßnahmen, die letztlich zur Verhaltensprävention zählen, zielt darauf ab, Sie dazu zu motivieren, durch einen vernünftigen Lebensstil mit gesundheitsförderlichem Verhalten ganz gezielt Risiken zu vermeiden und Ihre Gesundheit zu fördern und zu stärken. Es geht also um Möglichkeiten zur Gesundheitserhaltung, die in jedem von uns stecken und die wir selbst aktivieren können und sollen …

In gut verständlichen und zeiteffizient lesbaren fünf Kapiteln möchte ich Ihnen vermitteln,

•  was Prävention und Lebensstil mit dem „Gesund Bleiben“ zu tun haben,

•  wie man einer Reihe von häufigen Zivilisationserkrankungen wirkungsvoll vorbeugen kann und

•  welche speziellen Aspekte (wie Lebensalter, Geschlecht sowie Arbeit und Freizeit) in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle spielen können.

Außerdem: Was können ganz wesentliche Aspekte des Lifestyles – nämlich einerseits die Vermeidung von krankmachenden Risikofaktoren wie Tabakrauchen, Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung und körperlicher bzw. geistiger Inaktivität und andererseits gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Sport, Aktivität und Bewegung, gesunde Einstellung zum Leben und Lebenskunst, Entspannungstechniken, seelische Gesundheit, gesunde Ernährung etc. – zur Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten, aber auch von arbeitsassoziierten Erkrankungen, beitragen?

Mit anderen Worten: Was bringt es uns, bewusster zu leben und im Sinne der Lebensstilmedizin einen gesunden Lifestyle zu praktizieren?

Abschließend bedanke ich mich bei den zahlreichen hochkarätigen, international führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zum Gelingen dieses Buchs beigetragen haben und die Ihnen aus erster Hand belegen, wie mitbestimmend ein günstiges Gesundheitsverhalten für das „Gesund Bleiben“ ist. Ganz besonders danke ich auch meinen Mitarbeitern für die schönen Fotos, die durch ihren tollen Einsatz – vor und hinter der Kamera – entstanden sind, sowie meiner Arbeitgeberin, der Medizinischen Universität Wien, dem Manz Verlag und natürlich meiner Familie.

Eines noch zum Schluss: Wenn Sie bereits jetzt den in diesem Buch enthaltenen Tipps und Empfehlungen für einen gesundheitserhaltenden Lebensstil folgen oder dies in Zukunft tun werden, ist das großartig. Sollten Sie aber dennoch einmal nicht „gesund bleiben“ und krank werden, verlassen Sie bitte niemals den Weg der an den Universitäten gelehrten „State of the Art“-Medizin – von der Diagnose bis zur Therapie!

Richard Crevenna

DER AUTOR

Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, MBA, MMSc

ist Facharzt für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation mit Zusatzfach Geriatrie, interdisziplinärer Schmerzmediziner (Algesiologe) sowie Arbeitsmediziner, Organisationsmediziner und Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der Medizinischen Universität Wien. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf Physikalischer Medizin und Rehabilitation, Schmerzmedizin, Medizinischer Trainingstherapie, Regeneration, Biofeedback, Arbeits- und Organisationsmedizin und speziell auf onkologischer Rehabilitation sowie auf Aspekten der Interdisziplinarität, Multiprofessionalität und Diversität.

Richard Crevenna ist außerdem Senior-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR), Präsident der Gesellschaft zur Erforschung onkologischer rehabilitativer Grundlagen (GEORG), Präsident der Österreichischen Lymphliga (ÖLL), Präsident der Gesellschaft für Prävention, Therapie und Rehabilitation in der Physikalischen Medizin (GPTRPM) sowie Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie (ÖBfP). Weiters ist er Vorsitzender des Behindertenbeirates der Medizinischen Universität Wien und Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

MEDIZINISCHE WISSENSCHAFT UND „STATE OF THE ART“-MEDIZIN – EINE SOLIDE BASIS ZUM „GESUND BLEIBEN“

Die Lebenserwartung ist in der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen und wird auf absehbare Zeit auch weiterhin steigen. Leider steigt die Anzahl der sogenannten „gesunden Lebensjahre“ in unseren Breiten nicht im selben Ausmaß.

In der westlichen Welt sind Zivilisationskrankheiten bzw. Wohlstandserkrankungen hauptverantwortlich für eine Verminderung der Lebensqualität und der Teilhabe am Alltagsleben sowie für einen frühzeitigen Tod. Der Lebensstil bzw. die Änderung eines krank machenden Lebensstils sind in ihren Auswirkungen auf die Gesundheitserhaltung nicht zu unterschätzen. Diese Fakten können mittlerweile durch die wissenschaftlichen Methoden der Medizin und der Statistik mit hoher Beweiskraft dargestellt werden.

Evidenz besteht naturgemäß auch für die an Universitäten gelehrte „State of the Art“-Medizin und deren Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen – und für sonst nichts. Dies nennt man evidenzbasierte Medizin.

MEHR LEBENSQUALITÄT DURCH MEHR GESUNDE LEBENSJAHRE

Wir werden älter, aber nicht gesünder. Oder anders gesagt: Der Abstand zwischen den „gesunden Lebensjahren“ und der Lebenserwartung wird, wenn von uns nicht aktiv gegengesteuert wird, größer und größer. Mit dieser wenig erfreulichen Situation sind wir heute in der westlichen Welt konfrontiert.

Deswegen liegt es an uns allen, die Zahl der gesunden Lebensjahre auch durch unser eigenes Zutun mit entsprechender Eigenverantwortung nachhaltig zu erhöhen. Dies könnte helfen, die Gesundheit und die Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig den Aufwand, d. h. die Ausgaben und Kosten in der Gesundheitsversorgung, zu reduzieren.

Eine nachhaltige Erhöhung der Zahl der gesunden Lebensjahre mit hoher Lebensqualität ist die Herausforderung schlechthin im öffentlichen Gesundheitswesen.

Themen wie hoher medizinischer Standard (bis zur Präzisionsmedizin) durch Wissenschaft, aber auch Prävention, Gesundheitsförderung, Empowerment und letztlich die Übernahme von Eigenverantwortung bilden die Grundlage, diese Herausforderung in Zukunft auch bewältigen zu können.

GESUND BLEIBEN DURCH WISSENSCHAFT, HOHEN MEDIZINISCHEN STANDARD UND PRÄVENTION

Markus Müller

Rektor der Medizinischen Universität Wien

„Neue Technologien der Labordiagnostik und Telemedizin werden dazu führen, dass Krankheiten früher als bisher erkannt werden können.

Die Zukunft der Medizin wird daher stärker von Früherkennung und Prävention und weniger von reparativer Medizin geprägt sein.“

Thomas Szekeres

Präsident der Wiener Ärztekammer und der Österreichischen Ärztekammer

„‚Gesund bleiben‘ – ein Motto, das für Jung und Alt gleichermaßen gilt. Vor allem aber ein Motto, dem wir Ärztinnen und Ärzte uns mit ganzer Kraft verschrieben haben, indem wir unseren Patientinnen und Patienten stets bestmöglich dabei helfen, gesund zu bleiben.

Ein sehr wichtiges Thema ist dabei die Krankheitsprävention, also Krankheiten zu bekämpfen, bevor sie eintreten können.

Mein persönlicher Tipp daher: Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft, essen Sie gut, aber gesund und gehen Sie regelmäßig zu den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Hausarzt. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht – das gilt in puncto Gesundheitsfragen umso mehr.“

Reinhard Krepler

Präsident des Wiener Roten Kreuzes, Direktor des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien (AKH) a. D.

„Was fördert unsere Gesundheit?

Wir wollen, dass möglichst viele Menschen glücklich und gesund sind. Das erfordert gut begleitete Schwangerschaften ebenso wie eine individuelle Gesundheitsvorsorge ab der Geburt.

Der Einfluss sozialer Faktoren ist stark. Wir benötigen ein wohlwollendes Umfeld in Beruf und Familie bzw. im Freundeskreis.

Ganz wichtig ist für mich Kultur und Sport.“

WAS IST UNS VORGEGEBEN? WAS MACHEN WIR DARAUS? GENETIK UND EPIGENETIK

Markus Hengstschläger

Leiter des Instituts für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien

„Es ist unumstritten, dass die Gene des Menschen für Gesundheit, Vitalität und Lebenserwartung eine Rolle spielen.

Dementsprechend kann es im Einzelfall – stets nach entsprechender Beratung – auch einmal sinnvoll sein, spezifische genetische Untersuchungen durchzuführen.

Generell gilt aber, dass die meisten Aspekte in diesem Zusammenhang multifaktoriell sind – also von Genetik und Umwelt in Wechselwirkung beeinflusst werden.“

Folglich muss an die Eigenverantwortung für unsere Gesundheit appelliert werden: Gene sind Bleistift und Papier, die Geschichte schreiben wir selbst.“

TYPISCHE ERKRANKUNGEN UND GESUNDHEITSSCHÄDIGUNGEN UNSERER GESELLSCHAFT

Zivilisationskrankheiten bzw. Wohlstandserkrankungen sind großteils lebensstilbedingte Erkrankungen.

Zu den für unsere westliche Gesellschaft typischen Erkrankungen und Gesundheitsschädigungen zählen zuallererst jene, die der sogenannten „Wohlstandsgesellschaft“ geschuldet sind und die durch Risikofaktoren wie

•  Genussmittelkonsum (Nikotin/Rauchen, Alkohol),

•  eine zu hohe Energiezufuhr durch zu viel und falsche Ernährung und

•  zu geringen Energieverbrauch durch zu wenig Bewegung

bedingt sind.

Hierzu gehören u. a. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II (Zuckerkrankheit, „Alterszucker“), Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Fettleibigkeit sowie Gicht. Die Folgen sind Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Durchblutungsstörungen (z. B. „Raucherbein“) und Krebserkrankungen.

Weitere typische Gesundheitsschädigungen unserer Gesellschaft resultieren aus Arbeits- und Freizeitunfällen sowie aus körperlichen und psychischen Fehlbelastungen und Überlastungen am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Hierbei ist in erster Linie an Beweglichkeits- und damit Mobilitätseinschränkungen durch Probleme mit dem Bewegungs- und Stützapparat sowie an Schlafstörungen und mentale Erkrankungen bis zum Burn-out zu denken. Auch die Folgen gestörter Pausengestaltung und Regeneration sowie von Unzufriedenheit und Traurigkeit und Einsamkeit gehören hierher. Und dass die Folgen der zunehmenden Digitalisierung v. a. im Beruf, aber zunehmend auch in der Freizeit ein ganz großes Thema sind, wissen wir alle!

MEDIZINISCHE STATISTIK UND WISSENSCHAFT

Martin Posch

Leiter des Zentrums für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme (CeMSIIS) der Medizinischen Universität Wien

„Für den Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit medizinischer Behandlungen werden Patientendaten aus klinischen Studien analysiert. Dazu werden Verfahren der medizinischen Statistik angewandt, die es ermöglichen, Behandlungseffekte statistisch zu beurteilen. Eine besondere Herausforderung sind seltene Erkrankungen und Behandlungen der personalisierten Medizin, da hier oft nur Daten von sehr kleinen Patientengruppen zur Verfügung stehen. Neben klinischen Studien werden auch Daten großer medizinischer Datenbanken ausgewertet, um Risikofaktoren für Krankheiten oder das Auftreten von Behandlungskomplikationen zu entdecken und individualisierte Prognosemodelle zu erstellen. Die Medizinische Statistik ist somit wesentlicher Bestandteil der sogenannten evidenzbasierten Medizin.“

AN DEN UNIVERSITÄTEN GELEHRTE „STATE OF THE ART“-MEDIZIN

„State of the Art“ bezeichnet auch in der Medizin den aktuell höchsten anzunehmenden Entwicklungszustand einer bestimmten Forschungsmethode oder Behandlungsweise (optimale medikamentöse Therapie, optimale Operationsmethode etc.).

Die sogenannte evidenzbasierte Medizin (EbM) ist eine der wesentlichen Grundlagen dieser „State of the Art“-Medizin. An den Universitäten werden alle sinnvollen Maßnahmen zur Prävention und Früherkennung, also um gesund zu bleiben, bzw. zur Diagnostik und Therapie, also um im Falle einer Krankheit wieder gesund zu werden, gelehrt.

EVIDENZBASIERTE MEDIZIN