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Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen – und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. Dr. Vanessa von Holt hatte ihren Dienst gerade angetreten, als sie in die Notaufnahme gerufen wurde. Durchs Fenster sah sie das Blaulicht gespenstisch durch die Nacht blinken, dann wurden die Türen aufgerissen, und zwei Sanitäter kamen mit einer fahrbaren Trage herein, auf der eine stöhnende Frau lag. »Was ist passiert?« fragte Vanessa, während sie die Sanitäter in den größeren der beiden Notfallräume dirigierte. »Seltsame Geschichte«, raunte ihr der eine zu. »Sie klagt über Schmerzen im Oberbrauch, die sich angeblich zur Schulter hinaufziehen, doch der Bauch ist weich. Alles scheint ganz normal zu sein. Auch Blutdruck und Puls bewegen sich im Normbereich.« Vanessa nickte. »Ich werde es mir sofort ansehen.« Sie drängte die beiden Sanitäter förmlich zur Tür hinaus, dann ließ sie von der diensthabenden Schwester eine Blutabnahme vornehmen. »Ins Labor?« wollte die Schwester wissen, doch Vanessa schüttelte den Kopf. »Ich erledige das selbst.« Die Schwester war sichtlich erstaunt, hatte jedoch keine Möglichkeit, noch etwas zu fragen, weil sich Vanessa jetzt der noch immer stöhnenden Patientin zuwandte. »Haben Sie keine Angst«, versuchte sie die junge Frau zu beruhigen. »Ich werde versuchen, Ihnen nicht wehzutun, aber ich muß eine gründliche Untersuchung vornehmen.« Sie schwieg kurz. »Sind Sie schwanger?« Die junge Frau nickte mit schmerzvoll zusammengepreßten Lippen. »Meine Tage sind ausgeblieben und… und der Test war positiv.« Mit beiden Händen umklammerte sie den Arm der Ärztin. »Diese schrecklichen Schmerzen… ich will mein Baby nicht verlieren! Bitte… helfen Sie mir!« »Ganz ruhig, Frau…« Sie warf einen Blick auf die Karte, die von den Sanitätern angelegt worden war. Liane Benton, 30 Jahre. »Versuchen Sie
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Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Dr. Vanessa von Holt hatte ihren Dienst gerade angetreten, als sie in die Notaufnahme gerufen wurde. Durchs Fenster sah sie das Blaulicht gespenstisch durch die Nacht blinken, dann wurden die Türen aufgerissen, und zwei Sanitäter kamen mit einer fahrbaren Trage herein, auf der eine stöhnende Frau lag.
»Was ist passiert?« fragte Vanessa, während sie die Sanitäter in den größeren der beiden Notfallräume dirigierte.
»Seltsame Geschichte«, raunte ihr der eine zu. »Sie klagt über Schmerzen im Oberbrauch, die sich angeblich zur Schulter hinaufziehen, doch der Bauch ist weich. Alles scheint ganz normal zu sein. Auch Blutdruck und Puls bewegen sich im Normbereich.«
Vanessa nickte. »Ich werde es mir sofort ansehen.«
Sie drängte die beiden Sanitäter förmlich zur Tür hinaus, dann ließ sie von der diensthabenden Schwester eine Blutabnahme vornehmen.
»Ins Labor?« wollte die Schwester wissen, doch Vanessa schüttelte den Kopf. »Ich erledige das selbst.«
Die Schwester war sichtlich erstaunt, hatte jedoch keine Möglichkeit, noch etwas zu fragen, weil sich Vanessa jetzt der noch immer stöhnenden Patientin zuwandte.
»Haben Sie keine Angst«, versuchte sie die junge Frau zu beruhigen. »Ich werde versuchen, Ihnen nicht wehzutun, aber ich muß eine gründliche Untersuchung vornehmen.« Sie schwieg kurz. »Sind Sie schwanger?«
Die junge Frau nickte mit schmerzvoll zusammengepreßten Lippen. »Meine Tage sind ausgeblieben und… und der Test war positiv.« Mit beiden Händen umklammerte sie den Arm der Ärztin. »Diese schrecklichen Schmerzen… ich will mein Baby nicht verlieren! Bitte… helfen Sie mir!«
»Ganz ruhig, Frau…« Sie warf einen Blick auf die Karte, die von den Sanitätern angelegt worden war. Liane Benton, 30 Jahre. »Versuchen Sie so entspannt wie möglich zu sein, Frau Benton.«
Vanessa streifte sich dünne Plastikhandschuhe über, dann nahm sie eine gynäkologische Untersuchung vor. Der Bauch war weich und die Gebärmutter leicht vergrößert.
Vanessa blickte sich zur Schwester um. »OP bereit machen. Wer außer mir ist heute nacht noch auf der Station?«
»Dr. Bogner«, antwortete die Schwester.
Dr. Ralf Bogner war ein junger, unerfahrener Assistenzarzt. Dennoch nickte Vanessa. »Rufen Sie ihn in den OP. Außerdem brauche ich jemanden von der Anästhesie.«
Wieder war die Schwester erstaunt. Sie hatte noch nie erlebt, daß sich einer der hier tätigen Ärzte bei einer Notfalloperation nur von einem derart unerfahrenen Arzt hatte assistieren lassen.
»Soll ich nicht den Chefarzt oder wenigstens Dr. Kastner benachrichtigen?« vergewisserte sie sich.
»Ich habe gesagt, es genügt, wenn Dr. Bogner mir assistiert«, entgegnete Vanessa nicht ohne Schärfe. »Es ist völlig unnötig, wegen dieser harmlosen Geschichte den Chefarzt oder Dr. Kastner mitten in der Nacht herzuhetzen.«
Sie streifte die Handschuhe ab und sah Liane Benton an. »Wir müssen Sie leider operieren. Bei Ihrer Schwangerschaft läuft etwas nicht normal, aber Sie müssen sich keine Sorgen machen. Ich habe derartige Eingriffe schon oft gemacht.«
»Mein Baby«, schluchzte die Patientin. »Retten Sie mein Baby! Mein Mann und ich habe uns so gefreut, als es endlich klappte.«
Vanessa nickte. »Ich werde tun, was ich kann, das verspreche ich Ihnen.«
Sie wandte sich dem Arzt zu, der jetzt die Notaufnahme betrat.
»Leiten Sie in fünf Minuten die Narkose ein«, verlangte sie. »Ich muß mir nur noch die Blutprobe ansehen, dann komme ich in den OP.«
»In Ordnung, Frau Kollegin«, stimmte der Anästhesist zu und schob die fahrbare Trage mit der Patientin persönlich in den Operationssaal hinüber.
Währenddessen steuerte Vanessa mit der Blutprobe von Liane Benton das Labor an. Die Auswertung ergab genau das, womit Vanessa schon gerechnet hatte. Der Wert des Schwangerschaftshormons HCG war erhöht, die Blutsenkung leicht beschleunigt und der Eisenwert ein bißchen zu niedrig. Alles deutete auf eine normale Schwangerschaft hin.
Vanessa nickte sich zu, dann vernichtete sie die Blutprobe samt der von ihr ermittelten Auswertung und betrat wenig später den Waschraum. Ein Blick durch das große Fenster zeigte ihr, daß Liane Benton für den geplanten Eingriff vorbereitet war. Der junge Assistenzarzt wartete schon und wirkte ziemlich nervös.
Vanessa schrubbte sich die Hände ab, dann atmete sie noch einmal tief durch, ehe sie den OP betrat. Die Schwester streifte ihr keimfreie Handschuhe über.
»Verdacht auf Eileiterschwangerschaft«, informierte Vanessa den jungen Assistenzarzt. »die Patientin klagte über Schmerzen im Oberbauch, die sich bis zur Schulter zogen.«
Dr. Bogner nickte, dann blickte er sich unwillkürlich um. »Machen wir das ganz allein?«
»Ja«, antwortete Vanessa. »Es ist sicher keine schwierige Sache. Sie haben bei gynäkologischen Operationen ja schon öfter assistiert.«
»Aber noch nie allein«, schränkte der junge Arzt ein.
»Nun, dann werden Sie das heute lernen«, erklärte Vanessa. Sie streckte die rechte Hand aus. »Skalpell.«
Routiniert setzte sich den Bauchschnitt an. Dr. Bogners Hände zitterten ein wenig, als er die Operationshaken ansetzte, um Vanessa freie Sicht zu verschaffen.
»Wie ich schon sagte – eine Eileiterschwangerschaft«, meinte die Ärztin und begann bereits, den linken Eierstock zu entfernen.«
Dr. Bogner warf ihr einen entsetzten Blick zu. »Aber… versuchen Sie denn gar nicht, ihr den Eierstock zu erhalten? Ich meine – das Ei hat ihn ja noch nicht gesprengt.«
»Sehen Sie denn nicht die Verwachsungen?« fragte Vanessa zurück. »Es ist sinnlos, ihr einen solchen Eierstock zu lassen. Damit wäre die nächste Eileiterschwangerschaft schon vorprogrammiert. Im übrigen kann sie auch mit nur einem Eierstock schwanger werden.«
Angestrengt blickte Dr. Bogner auf das Operationsfeld. Irgendwie hatte er den Eindruck, als würde Vanessa vorschnell handeln und das war er nicht gewohnt. Er hatte sie in der Zeit, seit er hier arbeitete, als äußerst verantwortungsbewußte Ärztin kennengelernt. Überhaupt war sie heute so hektisch und anscheinend darauf bedacht, ihn nicht allzu viel von dieser Operation sehen zu lassen. Das alles paßte nicht zu ihr.
»Es sieht irgendwie gar nicht nach Eileiterschwangerschaft aus«, stellte er nun fest. »Die Gebärmutter ist doch vergrößert.« Durch seine runde Nickelbrille sah er Vanessa an. »Wenn eine normale Schwangerschaft besteht, dann wird es infolge des Operationstraumas zu einer Fehlgeburt kommen.«
»Es besteht aber keine normale Schwangerschaft«, belehrte ihn Vanessa. Sie hatte jetzt den linken Eierstock entfernt und warf Dr. Bogner einen kurzen Blick zu. »Lassen Sie sich den Schweiß abwischen, bevor er mir hier in die geöffnete Bauchhöhle tropft.«
Dr. Bogner gehorchte, obwohl er gar nicht das Gefühl hatte, daß ihm Schweiß auf der Stirn stand.
»Meine Güte«, murmelte Vanessa. »Das habe ich zuerst gar nicht gesehen. Der rechte Eileiter hat sich um die eigene Achse gedreht.«
Entsetzt starrte Dr. Bogner auf den unförmig wirkenden Eileiter der Patientin.
»Wenigstens sieht er nicht nekrotisch aus«, meinte er.
Vanessa blickte auf. »wo haben Sie eigentlich Ihre Augen? Oder haben Sie auf der Uni beim Thema Gynäkologie geschlafen? Natürlich ist der Eileiter nekrotisch. Meiner Meinung nach ist er sogar schon länger abgestorben und die Patientin kann von Glück sagen, daß wir sie jetzt zufällig operieren mußten. Ein toter Eileiter kann…«
»Ich weiß, was ein nekrotischer Eileiter anrichten kann«, fiel Dr. Bogner ihr ins Wort, dann nickte er zum Operationsfeld hin. »Aber der hier ist nicht tot. Wir können doch…«
»Wollen Sie vielleicht meine Fähigkeiten in Frage stellen?« erkundigte sich Vanessa scharf. »Ich glaube, ich habe auf diesem Gebiet ein wenig mehr Erfahrung als Sie! Der Eileiter ist nekrotisch und muß sofort entfernt werden.«
»Wenn Sie das tun, wird diese Frau nie wieder ein Kind bekommen können!« begehrte Dr. Bogner auf.
»Das könnte sie sowieso nicht«, erwiderte Vanessa, dann begann sie mit der Arbeit.
Der junge Assistenzarzt sah ihr zu und war überzeugt, daß Dr. Vanessa von Holt gerade einen nicht wiedergutzumachenden Fehler begangen hatte.
*
Unruhig schritt Mick Benton im Klinikflur auf und ab. Seit seine Frau gegen Mitternacht vom Krankenwagen abgeholt und in die Sommer-Klinik gebracht worden war, hatte Mick keine ruhige Minute mehr gehabt. Die Sorge um Liane brachte ihn schier um den Verstand.
Jetzt eilte eine Schwester den Flur entlang. Mick ging ihr mit langen Schritten entgegen und hielt sie impulsiv am Arm fest.
»Was ist mit meiner Frau?« fragte er atemlos, und die Besorgnis war ihm dabei unschwer anzusehen.
»Sie wird noch operiert«, wich die Schwester aus. »Frau Dr. von Holt wird sich mit Ihnen unterhalten, sobald sie fertig ist.«
Das hörte Mick nun schon zum vierten Mal. Mit einem tiefen Seufzer setzte er seine Wanderung durch den Klinikflur fort. Der nächste, der ihm entgegenkam, war ein junger Mann, dessen weißer Kittel ihn als Arzt auswies.
»Waren Sie bei der Operation dabei?« überfiel Mick ihn geradezu.
Der Arzt blieb so abrupt stehen, als wäre er gegen eine Mauer gerannt.
»Sind Sie der… Ehemann der Patientin?« fragte er stockend.
Ein eisiger Schauer überlief Mick.
»Was ist passiert?« Seine Stimme klang heiser. »Ist Liane… sie ist doch… am Leben?«
Der junge Arzt nickte beruhigend. »Ja, machen Sie sich nur keine Sorgen. Sie lebt, aber…« Er stockte. »Das soll sie Ihnen lieber selbst sagen.«
Verwirrt und unsicher blieb Mick zurück. Was hatten die Worte des Arztes zu bedeuten? Wie schrecklich war diese Krankheit, die Liane von einer Minute zur anderen überfallen hatte?
Sie hatten schon im Bett gelegen, als Liane plötzlich mit einem Aufschrei hochgefahren war. Sie hatte beide Hände auf ihren Bauch gepreßt und nur noch dringend nach einem Arzt verlangt. Mick hatte sich nicht anders zu helfen gewußt, als die Sommer-Klinik zu alarmieren, die einen ausgezeichneten Ruf genoß, den sie nicht zuletzt ihrem Chefarzt Dr. Georg Sommer verdankte. Er war Mikrochirurg und ein As auf seinem Gebiet, aber auch jeder Arzt, den er beschäftigte, sollte angeblich erstklassig sein.
»Herr Benton?«
Mick fuhr herum und sah sich einer ausgesprochen hübschen Ärztin Anfang Dreißig gegenüber. Ihr langes blondes Haar war glatt nach hinten gekämmt und mit einer Spange im Nacken zusammengehalten. Dadurch kam ihr beinahe klassisch schönes Gesicht besonders zur Geltung… ein Gesicht, in dem sanfte graue Augen dominierten. Mick hatte auch das Gefühl, als hätte er die Frau schon einmal gesehen, doch er hatte keine Gelegenheit mehr, darüber nachzudenken, wo das gewesen sein könnte, denn jetzt begann sie zu sprechen.
»Ich bin Dr. Vanessa von Holt«, stellte sie sich vor.
Mick fühlte die Anspannung in sich. »Was ist mit meiner Frau?«
»Vanessa atmete tief durch, dann berührte sie für einen Moment Micks Arm.
»Kommen Sie, Herr Benton, gehen wir ins Ärztezimmer«, bat sie. »Da können wir uns ungestört unterhalten.«
Mick folgte ihr und spürte, wie sich sein Magen immer mehr in einen Bleiklumpen zu verwandeln schien. Jetzt hatten sie das Ärztezimmer erreicht und Vanessa schloß sorgfältig die Tür hinter ihm, bevor sie ihm Platz anbot. Dann setzte auch sie sich.
»Ihre Frau hatte eine Eileiterschwangerschaft«, begann sie in einfühlsamem Ton zu sprechen. »Ich war leider gezwungen, den betrockenen Eierstock zu entfernen. Das allein wäre eigentlich auch nicht weiter schlimm gewesen, aber…« Sie schwieg einen Moment. »Unglücklicherweise hat sich der andere Eileiter verdreht. Ursache dafür könnte eine Zyste sein. Der Eileiter war nekrotisch… tot, abgestorben. Ich mußte ihn entfernen, sonst wäre Ihre Frau über kurz oder lang gestorben.« Wieder machte sie eine Pause. »Durch diese unglücklichen Umstände wird Ihre Frau nie mehr schwanger werden können.«
Aufstöhnend vergrub Mick das Gesicht in den Händen. »Nein! O Gott, nein!«
Tröstend legte Vanessa ihm eine Hand auf die Schulter, zog sie aber rasch wieder zurück.
»Es tut mir leid«, murmelte sie. »Es war nicht zu verhindern.«
»Darf ich… zu ihr?« brachte Mick mühsam hervor.
Vanessa nickte. »Ja, natürlich, aber… sie wird vermutlich noch nicht ansprechbar sein. Die Nachwirkungen der Narkose… Sie verstehen…«
Sie erhob sich und begleitete Mick zur Intensivstation, in die die Patient gelegt worden war.
»Liane«, stieß Mick mit erstickter Stimme hervor. Er nahm ihre Hand und preßte sie gegen seine Lippen, dann warf er einen verzweifelten Blick zurück. »Wie soll ich ihr das nur beibringen? Wir haben uns immer Kinder gewünscht… je mehr umso besser. Wie soll ich ihr beibringen, daß sie nie ein Baby haben wird?«
*
Der Morgen begann für Dr. Georg Sommer nicht gerade vielversprechend. Er hatte sein Büro kaum betreten, als ihm seine Sekretärin den Assistenzarzt Dr. Ralf Bogner anmeldete.
»Nun, junger Kollege, was gibt’s?« fragte Dr. Sommer mit einem freundlichen Lächeln. Er schätzte den tüchtigen Assistenzarzt, der so begierig war, etwas zu lernen, sehr.
»Herr Chefarzt, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr es mir widerstrebt…«, begann Dr. Bogner unsicher. Er zögerte einen Moment, ehe er einen kurz gefaßten Laborbericht vor Dr. Sommer auf den Schreibtisch legte.
Der Chefarzt überflog den Bericht, dann blickte er auf. »Was ist das?«
Dr. Bogner schluckte. »Heute nacht wurde eine Patientin mit Symptomen eingeliefert, die auf eine Eileiterschwangerschaft schließen ließen, allerdings… bei der Operation… Frau Dr. von Holt hat ohne Zögern den Eierstock entfernt…«
»Langsam, Herr Bogner«, fiel Dr. Sommer ihm ins Wort, und sein Blick war jetzt sehr ernst. »Ich weiß noch nicht, was Sie da andeuten wollen, aber lassen Sie sich gesagt sein, daß Frau Dr. von Holt mein volles Vertrauen genießt. Sie ist eine ausgezeichnete Ärztin, die seit fünf Jahren hier an der Klinik ist. Während dieser ganzen Zeit war ihre Arbeit immer über jeden Zweifel erhaben. Also, gleichgültig, was Sie zu sehen geglaubt haben – ich bin sicher, sie hat keinen Fehler gemacht.«
