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Die Menschheit ging lange Zeit davon aus, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Seit der Spätmoderne wird diese grundlegende Annahme jedoch zunehmend hinterfragt. Geschlecht wird dabei nicht mehr ausschließlich als biologische Realität verstanden, sondern immer stärker als psychologische Empfindung interpretiert. In seinem Buch setzt sich Samuel Ferguson bedacht und einfühlsam mit den zentralen Werten der Transgender-Bewegung auseinander und vergleicht sie mit den Aussagen der Bibel. Er legt dar, dass unsere Identität nicht etwas ist, das wir selbst erschaffen, sondern ein Geschenk unseres Schöpfers. Mit Klarheit und seelsorgerlicher Weisheit lädt Ferguson dazu ein, auf Gottes verändernde Kraft zu vertrauen, statt auf menschengemachte Konzepte der Selbstverwirklichung – und gibt zugleich hilfreiche Impulse für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem sensiblen Thema. • Eine wertvolle Orientierungshilfe zu einem komplexen und kontroversen Thema • Eine prägnante Einführung in die biblische Sicht auf Geschlechtsidentität • Praktische Ratschläge für Eltern, Seelsorger, Gemeinden und Betroffene
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Seitenzahl: 56
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Eine biblische Sicht auf Gender und Identität
Samuel Ferguson
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über dnb.de abrufbar.
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Titel des englischen Originals:Does God Care about Gender Identity?
© 2023 by Samuel D. Ferguson Published by Crossway a publishing ministry of Good News Publishers Wheaton, Illinois 60187, U.S.A.
This edition published by arrangement with Crossway.
All rights reserved.
Wenn nicht anders angegeben, wurde folgende Bibelübersetzung verwendet: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
© 2025Verbum Medien gGmbH
Kleines Lohfeld 6
D-32549 Bad Oeynhausen
verbum-medien.de
Übersetzung: Frauke Bielefeldt
Lektorat: Lydia Diefenbach
Umschlag: Ben Stafford
Bilder: Unsplash
Satz: Satz & Medien Wieser
Druck und Bindung: Totem, Polen
1. Auflage 2025
Best.-Nr. 8652 333
ISBN 978-3-98665-333-0
E-Book 978-3-98665-334-7
Hörbuch 978-3-98665-335-4
DOI 10.54291/t589674272
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Warum dieses Buch?
Drei Grundgedanken der Transgender-Bewegung
Bedenken gegenüber Geschlechtsumwandlungen
Zurück zum Anfang
Tipps für Eltern
Tipps für Leiter in Gemeinden
Ein Wort an Menschen, die sich als trans identifizieren
Glossar
Endnoten
»Es ist echt hart«, flüsterte Marie unter Tränen. Die vierfache Mutter informierte mich über den Stand der Transition*, also des Geschlechtswechsels, ihrer ältesten Tochter. Marie liebt ihr Kind über alles und hat in jeder Phase der Transition alles daran gesetzt, informiert zu bleiben und das liebevolle Gespräch aufrechtzuerhalten. Es war herzzerreißend für sie, zu sehen, wie ihr Kind mit 18 Jahren Hormonbehandlungen beginnt, sich zwei Jahre später einer beidseitigen Brustamputation unterzieht und im Alter von 23 Jahren nun darum kämpft, diese neu gewählte Identität mit einem monatlichen Behandlungsplan zu bewältigen.
Marie und ihr Mann baten mich zum ersten Mal um ein gemeinsames Treffen, als ihr Highschool-Kind Skylarr1 verkündete, dass es zwar biologisch weiblich, aber eigentlich männlich sei. Ich steckte mitten in meiner Doktorarbeit zur theologischen Anthropologie und untersuchte, was die Bibel über das Menschsein sagt. Mein besonderer Schwerpunkt waren Fragen rund um Körper und Identität. Als Pastor habe ich einige Erfahrungen mit der Begleitung von Freunden, die unter Geschlechtsdysphorie leiden – ein Fachbegriff für schwere und anhaltende Spannungen zwischen dem biologischen Geschlecht und dem psychischen Geschlechtsempfinden.2 Skylarr und ich trafen uns etwa ein Jahr lang monatlich im Haus der Familie. Skylarr band sich gerade die Brüste ab und probierte männliche Kleidung aus. Wir sprachen viel über das, was die Journalistin Katie Couric zusammen mit dem National Geographic 2017 als »Gender Revolution«3 bezeichnet hat.
In jenem Jahr posierten junge Menschen auf dem Titelblatt des Magazins, die jeweils eine der neuen Geschlechtsidentitäten repräsentierten. Darunter sind nicht-binäre, androgyne und bigender Menschen, Transfrauen und Transmänner. Das Titelbild machte deutlich, dass die Gender-Revolution mehr beinhaltet, als nur, dass ein biologischer Mann eine Frau sein kann und umgekehrt: Sie markiert den Zusammenbruch einer zweigeschlechtlichen Welt, den Triumph der Psychologie über die Biologie.
Bis in die 1960er-Jahre wurde der Begriff gender synonym mit sex (dt. »Geschlecht«) verwendet und so auf die biologische Tatsache verwiesen, dass Menschen als Mann oder Frau geboren werden. Diese beiden biologischen Geschlechter ließen sich durch ihre Chromosomen, Fortpflanzungsstrukturen, Hormonspiegel und anatomische Merkmale unterscheiden.4Viele moderne Denker, wie die feministische Psychologin Hilary Lips, erkennen immer noch die Realität der Zweigeschlechtlichkeit von männlich und weiblich an.5 Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Bedeutung von gender vom biologischen Geschlecht gelöst. Der heute verwendete Begriff bezieht sich ausschließlich auf »die psychologischen, sozialen und kulturellen Aspekte des Mann- oder Frauseins«.6 Die Geschlechtsidentität (das Selbstverständnis des Menschen über sein Geschlecht) muss also nicht mehr zwangsläufig mit seiner Biologie einhergehen. Das ist die revolutionäre Idee der Gender-Revolution. Und da die Flussufer der Biologie beseitigt sind, fließt die Geschlechtsidentität nun so frei und grenzenlos wie die eigenen Gefühle.
Eine aktuelle Liste von Geschlechtsidentitäten umfasst die Begriffe gender-kreativ (für diejenigen, die sich auf vielfältige Weise außerhalb des männlich/weiblich-Binärsystems identifizieren) und gender-fließend (für Menschen, deren Geschlechtsidentität sich in einem gewissen Fluss befindet).7Die Gender-Revolution steckt noch in den Kinderschuhen und Begrifflichkeiten variieren, aber eins ist klar: Diese Bewegung wirkt in unzählige Bereiche hinein – von den Medien bis in die Medizin, von der Unterhaltung bis in die Bildung, von der Literatur bis in die Gesetzgebung und sogar in meinen Dienst als Pastor.
Skylarr bezeichnete sich als Christ und war offen dafür, die biblische Sicht auf das Thema Geschlecht zu erkunden. Gemeinsam haben wir uns die ersten Kapitel der Bibel angesehen und darüber gesprochen, wie zu Beginn der Geschichte die Realität des Unterschieds der Geschlechter (männlich/weiblich) zur Sprache kommt. Im ersten Kapitel lesen wir:
»Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.« (1Mose 1,27)
Wir fanden es auffällig, dass ein Buch, das im Rahmen der Gründung Israels verfasst wurde, in der Erzählung zum Anfang der Menschheit keine ethnische Zugehörigkeit oder Nationalität erwähnt. Stattdessen wird im 1. Buch Mose der Unterschied der Geschlechter als wesentlich für das Menschsein offenbart. Das Geschlecht steht im Zentrum unserer Identität.
Aber was versteht die Bibel darunter? Schließlich taucht der Begriff Gender weder in 1. Mose noch anderweitig in der Bibel auf. Lässt Gottes Wort die moderne Trennung von biologischem Geschlecht und Gender zu? Skylarr war überzeugt davon und hielt es für möglich, dass ein Mann in einem weiblichen Körper geboren werden kann und darin gewissermaßen gefangen ist. Sie meinte: »Gott hat mich als Mann geschaffen. Aber aus irgendeinem Grund wurde ich in einem weiblichen Körper geboren und Gottes Berufung für mein Leben ist es, der Mann zu werden, den er geschaffen hat.«
Skylarr bezeichnete sich selbst als »trans*«. Das Wort bezieht sich auf Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt. Das Sternchen, welches Skylarr hinter trans setzt, »ermöglicht den Bezug zu einer Vielzahl verschiedener Identitäten«8 – nämlich das Spektrum an Identitäten, die unter dem »T« in »LGBTQ« zusammengefasst werden. Ich hingegen bin cisgender, also jemand, bei dem »Geschlechtsidentität und Geburtsgeschlecht übereinstimmen«.9 In diesem Buch verwende ich Begriffe wie »biologisches Geschlecht«, »Geschlechtsidentität« und »trans« mit Blick auf den heutigen Sprachgebrauch und werde untersuchen, inwieweit die aktuellen Definitionen und Vorstellungen mit Aussagen der Bibel übereinstimmen.
