GLÜCKSVERWEIGERER - Manfred Segerer - E-Book

GLÜCKSVERWEIGERER E-Book

Manfred Segerer

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Beschreibung

Glücksverweigerer – ist die scharfsinnige und unterhaltsame Erzählung über eine orientierungslose Gesellschaft! Das Buch schildert feinfühlig die Beobachtung der Zweifel, Widersprüche und Unsicherheiten einer rastlosen Generation. Wohin führt die Lebensreise, wenn sie stets unverbindlich bleibt? Ist "ziellos" eine Alternative? Bei jedem Sprung in eine neue Welt hofft der Zweibeiner, die richtige Entscheidung zu treffen, doch die eigentliche Kraft liegt in der Kontinuität – und nicht im ständigen Austausch. Das "Hamsterrad" dreht sich schneller und schneller. Doch wann ist der geeignete Zeitpunkt, um die Weichen zu stellen? Der richtige Zeitpunkt ist fast immer "jetzt, gleich und sofort". Wer sich die Zeit zum Verbündeten macht, nutzt seine Chancen aktiv und hat unter Umständen mehr davon. Es ist selten zu spät, für ein schöneres Leben! Wie viel Effektivität verträgt ein Individuum? Wäre es nicht sinnvoll, mitten im Leben abzubremsen und die entscheidenden Dinge klar zu hinterfragen? Zu einem glücklichen Leben gehört, dass wir unsere Lebenszeit selbst gestalten – sie bewusst nutzen. Entspannt und selbstbestimmt sind keine zufälligen Optionen, sondern Wesensmerkmale, damit das eigene Leben "gut" gelingt. Ein Blick über den Tellerrand ermöglicht ein Denken in tradierten Werten!

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Seitenzahl: 135

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Manfred Segerer

Glücksverweigerer

Die Unverbindlichkeit 2.0

Gesellschaftskritischer Roman

Gedankengut über ein LEBEN aus LIEBE

Segerer Media Verlag

Regensburg

Segerer Media Verlag established 1988 Band-Nr. 02/911/2014

Originalausgabe

1.Auflage 12/2014 Copyright © 12-2014, Manfred Segerer Verlag: epubli GmbH, Berlin www.epubli.de ISBN 978-3-7375-1903-8

Umschlaggestaltung / Satz: Irene Daxer

Der Autor

Manfred Segerer, geb. 1966 in Regensburg, ist Journalist, Verleger und Fotograf im Bereich „Lifestyle, Celeb, Music, Fashion“. Mit über 10.000 gedruckten Bildern in Hochglanz-Magazinen, zählt er zu den renommiertesten Fotografen in Deutschland. Seine Star-Pics aus Hollywood, Cannes, Venedig und dem Rest der Welt, werden in 46 Ländern publiziert. Er war 19 Jahre Chief-Editor von „Mixage“ und ist Kolumnist diverser Lifestyle-, Reise und Foto-Magazine. Aktuelle Infos gibt es auf der Facebook-Fanpage.

Glücksverweigerer

Die Unverbindlichkeit 2.0

Gedankengut über ein LEBEN aus LIEBE

segerer media verlag

Manfred Segerer

„Der große Weg ist sehr einfach, aber die Menschenlieben die Umwege“

Laotse

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden und verstorbenen Personen wären zufällig und nicht beabsichtigt

So ein Buch ist wie die Flaschenpost – man weiß nie genau, wen es erreicht. Es soll und darf wachrütteln, aufklären, und zum Nachdenken anregen. Der große Schriftsteller, Dichter und Maler Hermann Hesse hat einmal geschrieben, „die meisten Menschen sind wie ein fallendes Blatt, das weht und sich dreht durch die Luft. Andere aber, ganz wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn“.

Jene, die sich verhalten wie Fahnen im Wind, die jeden Tag ihres Lebens den „Zickzack-Kurs“ fahren, sind die Unbeständigen, mit denen wir nicht in die Schlacht ziehen sollten, denn noch bevor der erste Sturm aufzieht, sind sie verschwunden oder ändern ihre Richtung. Die anderen aber sind es, auf die wir bauen können, denn auf sie ist Verlass, egal ob die Sonne scheint, oder wir im Regen stehen, ...denn in ihr Leben passt kein Umdrehen, da gibt`s kein „Rückwärts“, nur ein klares „Vorwärts“, ohne Verharren.

Oft sind es diese bunten Blätter, die auf den ersten Blick auffallen, die gerne bestaunt und bewundert werden, bis man hinter die glänzende Fassade blickt. Im Gegensatz dazu die Sterne, also Menschen, auf die man sich verlassen kann. Sinnbildlich wie der Stand der Sterne, sind sie immer dort wo sie hingehören, und sofern man vom Weg abweicht, kann man sich nach ihnen richten. Eine gute Freundin meinte: „Als Küstenkind denke ich dabei an die Fischer, die in der Nacht ihren Weg durch Mond und Sterne gefunden haben. Es sind doch meist Menschen und Sterne, die uns auf den rechten Weg leiten!“

Ein paar persönliche Gedanken vorab...

In einer oberflächlichen Gesellschaft, in der die Träume von heute bereits morgen Vergangenheit sind, hat ein Buch wie dieses wenig verloren. Ungeachtet dessen war mir „nicht grundlos“ danach, ein weiteres Werk nachzulegen, da ich mich in einem Alter befinde, in dem die wesentlichen Dinge zählen, darunter so elementare wie Ehe, Kinder, Treue, Versprechen und die Zuverlässigkeit von Menschen.

Mich beschäftigen Geschehnisse im Zwischenmenschlichen, die den inneren Zusammenhalt betreffen. Eine allmählich untergehende gesellschaftliche Ordnung zeigt auf, dass einige unter uns ihren Kompass bereits irgendwo auf der Strecke verloren haben. Was immer weniger Beachtung findet und langsam aber sicher in der Versenkung verschwindet, verleiht mir eine teils provokative Stimme, die hier zum Einsatz kommt. Dort wo sich viele mit den Jahren ein dickes Fell zurechtgelegt haben, befindet sich bei mir eine etwas dünnere Membran `:-).

Geschichten sind Versuche, die Wirklichkeit dort zu verstehen, wo sie nichts preisgibt. Es ist wichtig, dass Geschichten erzählt werden. Bücher schreiben bedeutet „Botschaften vermitteln“. Kafka vertrat die Ansicht, ein Buch müsse die Axt sein, für das gefrorene Meer in uns! Auf den folgenden Seiten geht es um Familie, das Erwachsenwerden, um Liebe und Loyalität. Und es geht um Regeln, die eingehalten oder gebrochen werden. Niemand ist fehlerfrei. Fehler gehören zum Leben!

Was macht unser Leben reicher, und was bleibt am Ende übrig? Für jene die es fühlen, ist die Antwort denkbar einfach: Es ist das erfüllte Leben, in dem monetäre Ziele zweitrangig bleiben, da man das Wesentliche nicht aus den Augen verliert. „Erfüllt“ bedeutet, reich an Erlebnissen mit Menschen, die uns ein ganzes Leben lang bereichern. Den Einen interessiert die emotionale Ebene, den Anderen die informative. Sich mit Wissen zu schmücken mag schön sein, doch ab und an sind die simplen Gedanken die besseren. Willy Bogner, den ich sehr schätze und schon häufig vor meiner Linse hatte, sagte einmal: „Vielleicht geht`s im Leben darum, die Summe des Lächelns auf der Welt zu vermehren. Wir sollten nur Dinge tun, die von guten Absichten zeugen!“

Begriffe wie Vertrauen, Freundschaft, Achtsamkeit, Humor, Weitblick, Bescheidenheit, Leidenschaft, Verlässlichkeit, Mut, Empathie und Erstaunen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Lebensgeschichten vieler zufriedener Menschen. Doch harmonische Lösungswege und Offenheit sind ein wenig aus der Mode geraten. Die wahre Freude kann uns niemand nehmen, so lange wir eine Hand voll verlässlicher „Buddies“ an der Seite haben, die keine Spielchen mit uns treiben oder käuflich sind. So aufrecht und gerade wie ein guter Freundeskreis, gestaltet sich auch das eigene Leben.

Da wo ich herkomme, braucht man nicht zu glänzen, so lange man sich wertschätzt. Es reicht vollkommen, echt und beständig zu bleiben. Mit klar strukturierten Mitmenschen wird man sich ein Leben lang arrangieren, und findet Freude daran ohne sich zu verstellen, oder ein künstliches Schauspiel aufzuführen. Unsere Träume müssen nicht groß sein – aber „ECHT“ sollten sie sein! Der mitunter allergrößte Luxus ist jener, FREI zu denken. Für manche bietet sich eine Riesenchance, indem sie über sich selbst hinauswachsen, überflüssige Grenzen einreißen und somit unabhängig werden. Diese Form der Freiheit kommt zum Vorschein, wenn wir etwas verwirklichen, das wir mit Herzblut verfolgen. Am Ende zählt selbstverständlich auch das Ergebnis, denn jenes beschert uns die kostbare Energie, von der wir zehren. Sobald eine Sache gut werden soll, reicht es nicht aus, die Dinge nur „nebenher“ laufen zu lassen – das gilt beruflich wie privat. Das meiner Meinung nach schönste Gefühl ist, für seine Träume zu leben. Mein persönliches Ziel ist „ein Leben aus Liebe“!

Wer für seine Träume leben möchte, sollte tunlichst auch den nötigen Mut besitzen und wissen, dass man dabei große Entscheidungen zu treffen hat. Die Lösung, welche mir über viele Jahre hinweg den beruflichen Erfolg beschert hat, war stets „volle Power und Überzeugung“. Falls ich mich von Beginn an nur auf`s Geldverdienen manifestiert hätte, wäre ich sicher weit weniger erfolgreich gewesen! Eine Grundanleitung, wie man etwas erfolgreich angeht, die gibt`s nirgendwo, doch im Ansatz kann ich behaupten, „einfach darauf zugehen und loslegen“ war für mich stets der beste Weg. Meine Eltern haben mir als Kind oft das Kästner-Zitat verklickert: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Wer alles ewig auf morgen verschiebt, wird jede Gelegenheit und auch die Fähigkeit sie zu nutzen übersehen. Darum begeistern mich auch dynamische Menschen, die für etwas brennen und sich ihrer Freiheit bedienen um etwas Neues zu schaffen, mit dem sie andere verblüffen – ohne dabei zu schaden. Andererseits finde ich Gefallen an Menschen die leise sprechen, aufmerksam zuhören, und feinsinnig agieren. Kurzum: Heitere Menschen, tief im Herzen bescheiden, wach und interessiert, die Frieden mit sich und der Welt geschlossen haben, und die gerne für andere da sind. Ruhe und Seelenfrieden sind das Gegenteil von Burnout! Für den Denkenden scheint es fast wie zementiert, ein Leben lang gerecht und berechenbar zu bleiben. Man glaubt an seine Ideen und setzt sie konsequent um. Ausdauer, Beharrlichkeit und Disziplin – die hat man, oder man hat sie nicht. Jeder Weg wirkt vollkommen klar, denn umdrehen steht nicht auf dem Beipackzettel. So bald man etwas begonnen hat, was im Detail beschlossen wurde, zieht man es auch durch. Wer umdreht, hat sein Ziel aus den Augen verloren.

Einige von uns verwirklichen im Laufe ihres Lebens achtsam ihre Träume, sie entfalten sich, und übernehmen Verantwortung für ihr Tun und Handeln. Das, wofür es sich zu Leben lohnt, so meine Theorie, ist für viele aufrichtige Wesen die eigene Familie mit Kindern, denn Erfolg „nur im Beruf“ ist meist keine Erfüllung von Dauer!

Tief in uns existieren manifestierte Denkschablonen, doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um bestimmte Dinge anzugehen? Für mich persönlich gilt fast immer „jetzt gleich und sofort“, falls mir etwas besonders wichtig ist. Doch was ist richtig, was ist falsch – und wie groß ist die Anstrengungsbereitschaft, die in uns steckt? Manche sind träge, andere packen die Gelegenheit sogleich am Schopf und setzen sie zeitnah um. Die Zeit wartet auf niemanden! Wer als Kind mit reichlich Herzlichkeit, Wärme und bedingungsloser Liebe beschenkt wurde, gelangt vermutlich schmerzfreier durch`s Leben. Nicht jeder startet bei Null, denn schon ein Maß an Herzensbildung lässt uns viel besser dastehen. Jener Umstand sorgt für ein gestärktes Selbstbewußtsein. Andere schöpfen gerade aus Traumatisierungen eine Kraft, die sie ermutigt, dem Leben alles Positive abzugewinnen. Positives Denken strengt weniger an und führt leichter zum Erfolg, als ständiges Infrage stellen.

Es mag Lebensphasen geben, die leistungsbetont und mehrwertorientiert sind, doch wenn wir die 30 mal deutlich überschritten haben, sind sowohl Harmonie als auch das füreinander Dasein in einer Partnerschaft bedeutend. Die LIEBE WIRD AUS MUT GEMACHT.

„Miteinander verbunden“ zu leben ist eine Form von Vertrauen, wo man das Wohl des anderen mitbedenkt und es als wertvoll erachtet, gemeinsame Zeit zu verbringen. Ich nenne es schlicht Lebensqualität. So eine Lebensqualität in der Partnerschaft erlangt man, indem man sich gemeinsam etwas schafft. Ansonsten erachte ich „Leben und leben lassen“ als gesundes und vernünftiges Motto, so lange man sich im Klaren ist, wo die Grenzen liegen.

Wir kehren niemals wieder, und sollten deshalb die Chancen nutzen, so bald wir ihnen begegnen! Wie fühlt es sich an, wenn man zurückblickt und viele Möglichkeiten bereits vertan hat? Wie erlangt man Eigenverantwortung? Und wie bringt man sie einem Erwachsenen bei, der davon keinen blassen Schimmer hat? Was sind die Zutaten, für ein selbstbestimmtes Dasein? Man weiß woher man kommt, wer man ist, wohin man möchte, und kennt die Pfade, auf denen man sich wohl oder unwohl fühlt. Unangestrengt kommen wir in der Regel nicht weit. Wer immer nur den eigenen Vorteil im Kopf hat, wird irgendwann allein im Regen stehen.

Weltweit existieren derzeit 41 bewaffnete Konflikte, und nicht einmal im kleinen Rahmen scheint ein dauerhafter Frieden möglich. Es existieren 16.300 Atomwaffen und ausreichend Machtbesessene, denen der Wahnsinn (sie zu zünden) sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben steht.

In den Kriegen hinter den Türen geht`s um nichts anderes. Der Partner soll gefälligst das Gleiche denken und fühlen, wie man selbst. Es wird nicht mehr kommuniziert, sondern erwartet, dass man sich anpasst. Was zu Beginn einer Partnerschaft als schön empfunden wird, stört nach kurzer Zeit. Der Zärtliche und Sanfte wird zum Langweiler, andere werden anstrengend, weil sie scheinbar stets in Bewegung sein müssen. Die einen wollen zu viel Sex, die anderen zu wenig, ...die einen sind zu sparsam, die anderen zuverschwenderisch. Was positiv war wird systemathisch negativ, und wenn dazu noch das Verständnis fehlt, dass jeder Mensch ein eigenständiges Denken und Handeln hat, geht der Kleinkrieg los. Überall ist Macht im Spiel – völlig irre! Was passiert: Vorwürfe statt reden, sich voneinander entfernen, statt miteinander zu reifen. Erwachsene benehmen sich manchmal schlimmer, als die Kleinen im Kindergarten. Nichts funktioniert für ewig ohne das eigene Zutun! Selbst wenn man sich ein neues Auto kauft, wird es sich nicht ohne Kundendienst und Pflege ein Leben lang zuverlässig von A nach B bewegen. Nachdenken ist hilfreich und kostet nichts!

So bald Frauen und Männer in Beziehungen nicht mehr aufeinander zugehen, kommt es zur Entfremdung. Wie die kleinen trotzigen Kinder „bocken“ sie und schaffen es nicht, verletzte Gefühle hinter sich zu lassen und ihre negative Haltung zu überwinden. Die Wunden werden immer größer, je mehr unausgesprochen zwischen den Menschen steht.

Eigenschaften wie Verständnis, Einfühlungsvermögen, Güte und Geduld fehlen oft gänzlich! Würden sich die Betroffenen einmal Gedanken machen, was zu bestimmten Empfindungen, Worten und Taten ihrer Mitmenschen führt, wäre mancher sicher vorsichtiger, verständnisvoller und auch nachsichtiger. Nur fehlt dazu häufig die Offenheit in der Kommunikation. Die Menschen hören ja leider nicht mehr zu. Einigen sollte man gar das Smartphone zwangsenteignen!

Wer das Wort NEIN als Kind nicht kennen lernte, tut sich als Erwachsener doppelt schwer. Im Leben gibt es Grenzen, die jeder akzeptieren muss. Wenn Eltern immer nachgeben, untergraben sie ihre Autorität und vermitteln dem Kind, dass es durch Quengeln so ziemlich alles bekommt. Solche Kinder manipulieren ihre Eltern und respektieren sie nicht. Wenn diese Quälgeister dann erwachsen sind, werden deren Partner verarscht. Respekt resultiert aus einer strengen Erziehung, die noch keinem geschadet hat – da geht es um klare Grenzen. Aus meinem Jahrgang kenne ich kaum jemanden, der sich nicht ab und zu eine Ohrfeige bei den Eltern eingefangen hat. Es gab keine Bestrafung, an die ich mich zurückerinnere, die je ungerechtfertigt war.

In intakten Familien regelt man die Dinge offen und spricht sie sofort an. Man redet, wenn es was zu reden gibt – BASTA! Beleidigt sein, oder sich gar mundtot zu stellen, wäre bei uns daheim niemandem in den Sinn gekommen. Dafür ist unser kleines Familienimperium viel zu bodenständig, ...rund herum sind alle „grundnormal“ und frei von irgendwelchen schrägen Launen. Egal was man von sich gibt, man ist immer „gewollt“ und respektiert die Meinung des anderen. Nicht ohne Stolz mag ich behaupten, dass ich gute und liebe Eltern habe, die in meiner Kindheit „ziemlich streng“ aber doch sehr fürsorglich waren, und zudem großartig – was bis heute unverändert so geblieben ist.

In intakten Elternhäusern lernen Kinder, dass sie Sachen ausprobieren und falsch machen dürfen, ohne dass es direkte Folgen hat. Somit werden sie früh selbstbewusst und erfahren wie man Probleme löst. Sie dürfen ihre Ideen verwirklichen, was hervorbringt, dass sie Erfahrungen sammeln und sich früh ihre eigene Meinung bilden. Es sind diese kleinen Dinge, die ein Kinderherz mutig, zufrieden und glücklich machen. Aus Kindern werden kompetente, emotional gefestigte, erfolgreiche Erwachsene, wenn sie nicht verzärtelt wurden. Erwachsene, die ständig vor Problemen davonlaufen, haben als Kind vermutlich nie gelernt, sich Problemen zu stellen. Wenn ihre Urteilsfähigkeit nicht geschult wurde, können sie unmöglich zwischen Gut und Böse unterscheiden. Dass zwischen einem Vorschlag und einer Entscheidung Welten liegen, lässt sich für „schwammige Wesen“ auch nicht nachvollziehen. Fern der Empathiefähigkeit ist beides ein und dasselbe. Jemand, dem Verlässlichkeit sehr wichtig ist, der fällt komplett vom Glauben ab, wenn er auf eine Person mit ständig wechselnden Gefühlen trifft.

Zur Recherche für das zweite Buch habe ich auch kinderlose Frauen um die 40 getroffen, die mir erzählt haben, dass sie nicht in der Lage wären, ein Kind 24 Stunden am Tag zu umsorgen, selbst dann nicht, wenn es ihr eigenes wäre. Im Leben von Frauen, die im Beruf ihre Erfüllung finden, spielt ein Kind oft nur die Nebenrolle, genau wie mancher Ehemann, der sich wie eine nutzlose Tischdeko vorkommt. Das gibt es natürlich auch umgekehrt. Da existieren völlig schräge Lebenspläne, wo Geld vor allem anderen steht. Und falls das Handy nie Sendepause hat, selbst dann noch, wenn ein Kind plötzlich krank wird, dann braucht man sich kein Baby wünschen. Diese Form der fehlerhaften Existenz bekommt man aus einem erwachsenen Menschen nicht mehr heraus. In solchen Fällen existiert eine Zeitökonomie, die völlig unbedeutende Dinge in den Vordergrund stellt – was ein Kind nie nachvollziehen kann. Was fehlt: Klarheit, Bestimmtheit und Werte, die sie unmissverständlich „daheim“ im Elternhaus nicht erlernt haben. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr – da ist was dran!

Wo ich herkomme ist das was man sagt, auch das, was man tatsächlich meint. Es gibt Menschen, die haben damit ein Problem, denn sie kommunizieren nie, was sie wirklich meinen. Dass die daraus resultierenden Mißverständnisse niemandem etwas bringen und lediglich für weitere Probleme sorgen, scheint diverse Gehirne nicht zu erreichen.