GO VISTA: Reiseführer Hamburg - Klaus Viedebantt - E-Book

GO VISTA: Reiseführer Hamburg E-Book

Klaus Viedebantt

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Beschreibung

Die interaktiven Reiseführer-e-Books von VISTA POINT präsentieren Stadtführer-Infos mit zahlreichen Bildern zur Stadt. Google-Verlinkung und Weblinks bei allen Adressen helfen zur schnellen Orientierung und liefern tagesaktuelle Informationen. Durch integrierte Offline-Karten ist das e-Book unabhängig von Roaming und WLAN. Die integrierten e-Book-Funktionalitäten sind praktisch bei der Reiseplanung: Lesezeichen, Notizzettel, Volltextsuche, Wikipedia-Schnellzugang, Anpassung der Schriftart und -größe 75 Farbabbildungen, 22 Karten - Top 10 und Lieblingsplätze des Autors: Das sollte man in Hamburg gesehen haben - Stadttouren: "Hamburgs lebendige Innenstadt" und "Hamburgs Tor zur Welt" - die Stadt richtig kennenlernen mit den Vorschlägen für zwei Rundgänge, die auch in den Detailkarten eingezeichnet sind - Streifzüge: "Von Altona nach Övelgönne", "Auf der Reeperbahn", "Friedhof Ohlsdorf", "Das Alte Land", "Insel Neuwerk" - Stadtviertel, die Umgebung und neue Seiten der Stadt entdecken - Vista Points: Alle Highlights der Stadt - Museen, Galerien, Kirchen, Plätze und Parks, Architektur und sonstige Sehenswürdigkeiten - Erleben & Genießen: Umfangreiche Empfehlungen zu den Rubriken Übernachten, Essen und Trinken, Nightlife, Kultur und Unterhaltung und Shopping, Mit Kindern in der Stadt sowie Sport und Erholung - Chronik: Daten zur Stadtgeschichte - Service: Reisepraktische Tipps von Anreise bis Verkehrsmittel - Karten: Zoombare Off- und Online-Karten (Google Maps) mit Nahverkehrsplan und Register Technisches: Dieses moderne Multimediaprodukt wurde für die Nutzung auf Tablet PCs und Smartphones optimiert. Auf Android-Geräten und E-Readern sind einige Funktionalitäten nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.

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HAMBURG

von Klaus Viedebantt

Klaus Viedebantt, Dr. phil., studierte Volkskunde und Germanistik in Frankfurt/Main und Berlin. Er war Ressortleiter bei der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, hat den Reiseteil der »Zeit« in Hamburg geleitet und bis 2011 als Lehrbeauftragter an der Universität Mainz und als Associate Professor an der Edith Cowan University im australischen Perth unterrichtet. Seine Familie stammt aus dem Norden und ist größtenteils in Hamburg ansässig.

Inhalt

Willkommen in Hamburg

Top 10 & Mein Hamburg

Top 10: Das sollte man gesehen haben

Mein Hamburg: Lieblingsplätze des Autors

Stadttouren

Hamburgs lebendige Innenstadt

Hamburgs Tor zur Welt

Streifzüge

Stromab: Von Altona nach Övelgönne

Hamburg bei Nacht: Auf der Reeperbahn

Museum im Gräberfeld: Friedhof Ohlsdorf

Obstkorb der Nation: Das Alte Land

Hinaus auf See: Insel Neuwerk

Vista Points – Sehenswertes

Museen und Galerien

Architektur und andere Sehenswürdigkeiten

Erleben & Genießen

Übernachten

Essen und Trinken

Nightlife

Kultur und Unterhaltung

Shopping

Mit Kindern in der Stadt

Erholung und Sport

Chronik

Daten zur Stadtgeschichte

Service von A bis Z

Service von A bis Z

Register

Bildnachweis und Impressum

   Zeichenerklärung

Top 10 Das sollte man gesehen habenMein Hamburg Lieblingsplätze des AutorsVista Point Museen, Galerien, Architektur und andere SehenswürdigkeitenKartensymbol: Verweist auf den Link zu den offline Karten im Buch sowie zu Google Maps.

Willkommen in Hamburg

Einen Hauch von Übersee, eine Art permanente Großzügigkeit verspürte Carl Zuckmayer in der »Stadt mit Weltgeschichte«. Der Schriftsteller hat Hamburg nach dem Geschmack der Hanseaten geschildert. So können es auch Hamburg-Besucher erleben, beispielsweise auf dem Rundgang durch die City, der vom traditionsreichen Jungfernstieg durch das funkelnde Labyrinth der Einkaufspassagen bis zum »Postkartenblick« auf der Lombardsbrücke führt. Das maritime Flair der zweitgrößten Stadt Deutschlands wird noch deutlicher bei einem Gang entlang der Elbe, Hamburgs Verbindung mit den Weltmeeren, mit der immerhin noch 100 Kilometer entfernten Nordsee: Museumshafen Övelgönne, Landungsbrücken, Speicherstadt, HafenCity und Kreuzfahrt-Terminal sind nur einige der salzlufthaltigen Stationen.

Solch ein Tag ist ein Appetithappen für die Elbmetropole, die so viel mehr zu bieten hat. Deshalb lohnen sich Abstecher in andere gleichermaßen sehenswerte Stadtviertel, etwa ein Bummel um die Außenalster, eine Stippvisite in den Elbvororten, ein Besuch bei den Airbus-Werken in Finkenwerder oder Touren ins schöne Umland.

Die Chronik der wichtigsten Daten in der ereignisreichen Historie der Hansestadt, die Highlights des Stadtstaats, aber auch einige weniger bekannte Sehenswürdigkeiten ergänzen die empfohlenen Rundgänge.

Dass Hamburg, seit 1678 Heimat des ersten deutschen Opernhauses, neben einem reichen kulinarischen Angebot ein Kulturprogramm von Rang bietet, ist seit den bundesweiten Musical-Erfolgen wie Disneys »König der Löwen« den Freunden der leichten Muse ebenso geläufig wie jenen, die wegen eines Neumeier-Balletts oder einer Inszenierung am Deutschen Schauspielhaus an die Elbe reisen. Und wer Aufführungen mit einem 22-Mann-Ensemble bevorzugt, wird ebenfalls fündig: Uwe Seelers Heimatstadt ist die einzige hierzulande, deren HSV-Kicker seit Gründung der Ersten Bundesliga 1963 ohne Unterbrechung im Fußball-Oberhaus mitgespielt haben.

Blick auf den Michel und die Hamburger Altstadt, im Vordergrund das Museumsschiff »Rickmer Rickmers«

Top 10 & Mein Hamburg

Top 10: Das sollte man gesehen haben

Rathaus und Rathausturm

S. 8 ff., 43aD4/Google Map Im Stadtstaat Hamburg prägt das Rathaus im Stil der Neorenaissance mit seinem 112 Meter hohen Turm das Stadtbild.

Jungfernstieg

S. 10aC4/5/Google Map Hamburgs Paradezeile hat auf der einen Seite feine Geschäfte, auf der anderen das Flanierufer der Binnenalster mit dem Anleger der Alsterdampfer und dem Alsterpavillon.

Hafen/Hafenrundfahrt

S. 15 f., 39cD2−4/Google Map Deutschlands größter Seehafen erschließt sich am besten vom Wasser her, weil die Kapitäne der Rundfahrtboote ihr Revier kennen wie ihre Westentasche.

»Michel«/St. Michaelis

S. 17, 44aD2/Google Map Die Barockkirche St. Michaelis ist nicht nur bei Konzerten einen Besuch wert, denn von der Aussichtsplattform im Turm bietet sich ein weiter Ausblick.

Speicherstadt/HafenCity

S. 18 f., 39aE/aF3−6/Google Map Das neue Quartier bei den historischen Hafenhäusern mit Museen, dem Anleger der Kreuzfahrtriesen und touristischen Attraktionen ist seit 2015 UNESCO-Weltkulturerbe.

Fischmarkt

S. 20, 38 f. K6/Google Map Kein Geheimtipp, aber immer wieder witzig: der Fischmarkt bei der historischen Fischauktionshalle.

Reeperbahn

S. 22 ff., 43J7/8/Google Map St. Paulis lebenslustigste Meile markiert nicht nur einen der bekanntesten Rotlichtdistrikte Europas, sondern auch ein bürgerliches Unterhaltungsquartier.

Musical-Bühnen

S. 23, 63, 64aG2/Google Map,J8/Google Map,G6/Google Map Mit der Deutschlandpremiere von »Cats« begann 1986 Hamburgs Karriere als Musical-Metropole: Neben dem Theater im Hafen, dem Stage Operettenhaus und dem Neue Flora Theater zeigen zahlreiche kleine Bühnen, was auch in London und New York erfolgreich ist.

Hamburger Kunsthalle

S. 31aB/aC6/Google Map Eine der bedeutendsten deutschen Sammlungen von Malerei und Plastik aller Epochen.

Chilehaus

S. 37J11/Google Map Das Kontorhaus aus Klinkersteinen, 1924 von Fritz Höger gebaut, erinnert an einen Schiffsbug.

Mein Hamburg Lieblingsplätze des Autors

Liebe Leser, dies sind einige besondere Orte dieser Stadt, an die ich immer wieder gern zurückkomme. Eine schöne Zeit in Hamburg wünscht Ihnen

Klaus Viedebantt

Japanischer Garten

S. 14aA2/3/Google Map Der fernöstliche Teil im Park Planten und Blomen ist eine Quelle der Ruhe und Inspiration, abgesehen von asiatisch-kulturellen Veranstaltungen. Zudem finden an zwei Sonntagen im Monat Teezeremonien statt.

Restaurantschiff im Museumshafen

S. 21, 34, 51K2/Google Map Die alte, noch fahrtüchtige Elbfähre ist ein guter Platz für Hamburger Speisen und Snacks zu moderaten Preisen – trotz Aussicht auf den Strom und Schiffs-Oldtimer.

Museum für Völkerkunde

S. 34F10/Google Map Amerikas Ureinwohner, Neuseeland-Maori, Anden-Indios, Südsee-Insulaner – alles ist nur ein paar Schritte voneinander entfernt im Völkerkunde-Museum. Jedes Mal kann man sich in eine andere Kultur versenken.

Lindenterrasse

S. 55 f. cC2/Google Map Max Liebermann machte die mit Linden bestandene Terrasse des Luxushotels Louis C. Jacob durch sein Gemälde von 1902 weltberühmt. Heute sind der Kaffeegarten und das Hotel von 1791 an der Elbe wieder erstklassig.

Hamburger Engelsaal

S. 62aB3/Google Map Das private Operettentheater hat in Hamburg seine Fan-Gemeinde, ist aber außerhalb kaum bekannt. Der Prinzipal, selber ein Tenor, bringt Klassiker wie »Die Fledermaus« auf die Bühne, dazu gibt’s Pumpernickel-Canapees.

Stadttouren

Hamburgs lebendige Innenstadt

Vormittag Einkaufsbummel vorbei an den Sehenswürdigkeiten der City: Rathaus – Börse – Alsterarkaden – Jungfernstieg – Stephansplatz – Gänsemarkt – Hanse-Viertel.

Mittag Snack im Passagenviertel.

Nachmittag Gang durch die Neustadt: Großneumarktviertel – Peterstraße − hamburgmuseum − Große Wallanlagen − und durch Planten un Blomen – Lombardsbrücke – Rathausmarkt.

Mögen andernorts die Kathedralen das Stadtbild beherrschen – im Stadtstaat Hamburg prägt das RathausaD4/Google Map die Erscheinung. Es ist vergleichsweise jung, es entstand erst Ende des 19. Jahrhunderts auf etwa 4000 in den sumpfigen Grund gerammten Baumstämmen, nachdem das bisherige Rathaus dem großen Brand von 1842 zum Opfer gefallen war. Seither akzentuiert der 112 Meter hohe Rathausturm die Silhouette Hamburgs, Neorenaissance prägt die 110 Meter lange, schmuckreiche Fassade ebenso wie die Prunkräume des Rathauses. Sie liegen zwischen dem linken Flügel, in dem das »Bürgerschaft« genannte Parlament zu Hause ist, und dem rechten mit dem Sitz des Senats, der Regierung.

Die Stadttour finden Sie auch in der ausfaltbaren Karte rot eingezeichnet.

Hier, vor allem im Turmsaal, reiht sich Hamburg malerisch ein unter die großen europäischen Stadtrepubliken. Wandbilder von Amsterdam, Athen, Rom und Venedig bezeugen diesen Anspruch. Der Große Festsaal ist hingegen Darstellungen aus der Hamburger Geschichte gewidmet.

Der Kaisersaal prunkt mit dem »Triumph der deutschen Seefahrt«, einem eindrucksvollen Deckenbild. Das Gemälde im Bürgermeistersaal zeigt, wie die Ratsherren 1897 in ihr neues Domizil einzogen, noch gewandet in der Tracht spanischer Granden, die erst nach Ende des Ersten Weltkriegs als »Gala-Uniform« der Senatoren abgeschafft wurde.

Die Fontäne der Binnenalster vor dem Rathausturm

Im von Bischofsstatuen gesäumten Innenhof gemahnt der Hygieia-Brunnen an die Cholera-Epidemie von 1892. Der Hof verbindet Rathaus, Handelskammer und BörseaD4/Google Map, deren älteste Teile schon 1839 entstanden. Das Gebäude hatte einen Vorläufer, war Hamburg doch 1558 die erste deutsche Börsenstadt. Heute dient das historische Gebäude vornehmlich als Versicherungsbörse und als ein Zentrum der Immobilienwirtschaft; gelegentlich wird das Erdgeschoss zu Veranstaltungen genutzt. Der Wertpapierhandel findet woanders statt.

Die Alsterarkaden von 1844

Der mehrfach umgestaltete große Platz vor dem Hauptportal des Rathauses ist immer wieder ein Anlass für heftige Diskussionen. Beim letzten Umbau des Platzes wurde dieser zur Mitte hin etwas abgesenkt und folglich mit ein paar Stufen versehen. Diese sind bis heute umstritten – im Gegensatz zu den seitlich gelegenen Alsterarkaden aC4–aD3, die nach einem Brand originalgetreu restauriert wurden. Die Bögen der Arkaden bieten einen fotogenen Rahmen für das Rathaus – eines der klassischen Hamburg-Motive. Hier wirkt die nordisch-kühle Stadt geradezu mediterran: Als Alexis de Châteauneuf 1844 den Arkadengang errichten ließ, orientierte er sich an Venedig. Deshalb wurde die Binnenalster auch bis zum Rathaus erweitert. Seither kann die schmucke Senatsbarkasse stilvoll vor dem Sitz der städtischen Macht festmachen.

Linker Hand steht vor dem Rathaus ein Denkmal für den kritischen Dichter und Denker Heinrich Heine (1797–1856). Die Stadt hatte den Autor von »Deutschland, ein Wintermärchen« bereits 1926 durch ein Standbild im Stadtgarten geehrt, dieses wurde aber in der Nazizeit zerstört, so wie auch seine Bücher verbrannt wurden. Das heutige Denkmal wurde 1982 von Bürgern und Senat errichtet. Es ist dem Vorgängerstandbild nachempfunden. Auf dem Sockel sind auf zwei Bronzereliefs die Bücherverbrennung und die Zerstörung des Stadtparkdenkmals dargestellt.

Die Arkaden enden am JungfernstiegaC4/5/Google Map, Hamburgs Paradezeile: Auf der einen Seite feine Geschäfte, auf der anderen das Flanierufer der Binnenalster mit dem Anleger der Alsterdampfer und dem Alsterpavillon, dem sechsten seiner Art an dieser Stelle. Der jetzige Pavillon, einst beliebt als Kaffee-und-Kuchen-Treff, ist inzwischen zu einem Restaurant mit Bar und moderner Trend-Gastronomie geworden. Zur Linken flankiert der Neue Jungfernstieg die Binnenalster, eine weltweit bekannte Adresse dank des Hotels Vier JahreszeitenaB4/Google Map und des exklusiven Übersee-Clubs, der Mitgliedern vorbehalten ist. Unser Gang führt durch die benachbarten Colonnaden zum StephansplatzaB/aC4/Google Map, wo hinter den Bäumen der Wallanlage und den kontroversen Kriegerdenkmälern das SAS Radisson Hotel gen Himmel ragt.

Architektonisch beherrscht wird der Platz von der imposanten Alten OberpostdirektionaB3/4/Google Map, die als medizinisches Zentrum wiedereröffnet worden ist. Die kurze Strecke zum GänsemarktaB3/4/Google Map lohnt einige Fassadenblicke: Am Haus Nr. 25 hat Fritz Schumacher 1911 die Elemente der Patrizierhäuser mit der Sachlichkeit der Kontorhäuser vereint. Ein Tempel der Sachlichkeit ist die 1953 erbaute StaatsoperaB4/Google Map. Hier wird Tradition verteidigt – Hamburg eröffnete 1678 das erste Opernhaus Deutschlands am Gänsemarkt. Ob dort immer nur der Kunstgenuss gepflegt wurde, sei dahingestellt, schrieb doch 1724 der »Patriot« in seiner Kritik: »Die meisten schienen weniger um der Opera selbst willen gekommen zu seyn, als daß sie theils mit ihren Bekannten schwatzen, theils endlich sich selbst zur Schau stellen mögten.«

Hamburgs schönste Seite – Blick auf die Binnenalster, den Jungfernstieg mit Rathaus und St.-Nikolai-Turm links

In der Bühnenstätte hob sich aber 1767 auch der erste Vorhang für das Deutsche Nationaltheater, an dem Lessing seine »Hamburgische Dramaturgie« schuf. Jetzt blickt er von seinem Denkmalssockel herab auf einen etwas zugigen Platz und auf Hamburgs größtes Kinozentrum.

Wasserträger Hummel ist Hamburgs bekanntestes Symbol

Am Gänsemarkt fächern sich Hamburgs Einkaufspassagen auf – »Merkurs neue Pfade« durchziehen die City. Da alle Passagen sich um Ambiente bemühen, wird der Einkauf zum Bummel. Stilprägend war das Hanse-ViertelaC4/Google Map. Ein Zugang führt ins Renaissance-Hotel, das als Neubau hinter der denkmalgeschützten Fassade des Broschek-Hauses entstand. Das Hanse-Viertel hat Konsumgeschichte geschrieben: Ein Supermarkt im Keller musste zwischen den Glitzergeschäften auffallen. Der Manager stellte oben einen Tresen auf und bot Hummerhälften und glasweise Champagner an. Binnen kurzem galt es als chic, am Stehtisch gesehen zu werden. Heute ist die Schampusecke vor allem samstags eine Institution.

Eine weitere Verästelung des Passagensystems ist der BleichenhofaC4/Google Map nahe beim Springer-Haus – der 1946 in Hamburg gegründete Medienkonzern wird heute von Berlin aus geführt. In den Kneipen des benachbarten GroßneumarktviertelsaD2/Google Map schäumen die Zapfhähne und erklingt der Boogie auch noch zwei, drei Stunden nach Mitternacht. Eine feine Gegend war das Quartier nie, heute wird es von Künstlern geschätzt und von Investoren bedroht. Von den Fachwerkhäusern des Gängeviertels sind nur noch wenige Relikte vorhanden. Vom bürgerlichen Glanz des 19. Jahrhunderts legen die Straßenzüge Wexstraße und Brüderstraße Zeugnis ab.

An schönen Sommerabenden scheint bisweilen die halbe Stadt zum Großneumarkt zu pilgern, um Bier und Wein im Freien zu genießen – nächtens nicht zur Freude der Anwohner. Die Neustadt ist nämlich trotz ihrer Citylage immer noch ein Wohngebiet. Das wird ein paar Meter weiter deutlich, am Rademachergang, wo für die Zunft der Schiffszimmermänner eine der typischen Hamburger Ziegelsteinsiedlungen entstand. Hier steht – von Richard Kuöhl in Stein gemeißelt – Hamburgs bekanntestes Symbol, der HummelaC3/Google Map. Eigentlich hieß er Wilhelm Bentz, er lebte von 1787 bis 1854 und war von Beruf Wasserträger. Wenn er mit seinen beiden Eimern, die er mit seiner Schulterstange schleppte, durch die Straßen ohne Wasseranschluss zog, riefen ihm die Buben nach »Hummel, Hummel«, weil er die Wohnung eines Mannes mit diesem Namen übernommen hatte. Der hochgewachsene Mann mit dem Zylinder antwortete derb und zuverlässig: »Mors, Mors« – eine plattdeutsche Bezeichnung für das menschliche Hinterteil. So kamen die Hamburger zu ihrem Erkennungsgruß und die Neustadt 1938 zum Hummelbrunnen. Und wer genau hinschaut, wird am gegenüberliegenden Haus auch einen steinernen Mors entdecken.

Ein Sohn der Stadt Hamburg: Johannes Brahms

Was Steinmetzkunst auch heute noch in Verbindung mit moderner Bauweise vermag, zeigt sich in der PeterstraßeaC1–aD2/Google Map, wo ein sehenswertes historisches Stadtensemble wieder bzw. ganz neu entstand. Ein schmaler Fußweg führt vom Rademachergang und der Markus- in die Neanderstraße, wo eine scheinbar historische Häuserzeile ihren Betonkern hinter der Klinkerfassade verbirgt.

Original ist hingegen das Beyling-StiftaD2/Google Map schräg gegenüber, ein Mitte des 18. Jahrhunderts errichteter Fachwerk-Komplex, der seit 1899 ein Altersheim mit einem blumenbewachsenen, tagsüber zugänglichen Innenhof beherbergt. Das restaurierte Stift wird ergänzt durch nachgebaute Barockhäuser in der Peterstraße, die wie ein Stück Alt-Hamburg wirkt und damit ein beliebter Drehort für Filme mit historischen Themen geworden ist. Im ersten Stock des Hauses Nr. 39 wurde dem Hamburger Komponisten Johannes Brahms (1833–97) ein MuseumaD2/Google Map eingerichtet, weil sein Geburtshaus in der nahen Speckstraße während des Krieges 1944 zerstört wurde.

Schiffsmodell im hamburgmuseum

»Planten un Blomen«: beliebter Platz für einen kleinen »Schnack« zwischendurch

An diese und andere Zeiten erinnert das hamburgmuseumaD1/Google Map nahe der Peterstraße. Fritz Schumacher hat das Klinkerbauwerk 1922 über den Fundamenten einer ehemaligen Festung in der Grünanlage des Holstenwalls geschaffen. Zu den Ausstellungsstücken gehören auch viele architektonische Relikte, die nach dem großen Brand von 1842 gerettet werden konnten. Einige dieser Relikte aus der Stadtgeschichte wurden in den Bau und seine Hofanlage eingearbeitet, deshalb lohnt sich nicht nur ein Gang in, sondern auch um das inzwischen selbst denkmalgeschützte Museum. So ist das Wappen des einstigen, 1842 abgebrannten Rathauses am Giebel der Nordfront angebracht.

Auf vier Etagen sind die Exponate der hamburgischen Geschichte ausgebreitet, jeweils thematisch und zeitlich geordnet, von den Ursprüngen der Hammaburg bis zur jüngsten Entwicklung im Flugzeugbau, von den Künsten der Silberschmiede bis zu einem Modell des Salomonischen Tempels in Jerusalem, den Gerhard Schott, der Gründer der Hamburger Oper, zwischen 1680 und 1692 aufgrund biblischer und historischer Textüberlieferungen nachbaute.

Eine der attraktivsten Abteilungen ist angesichts der maritimen Geschichte der Stadt die Sammlung »Hamburgs Hafen und Schifffahrt«, zu der unter anderem Hafenmodelle von 1900 und 1928 gehören, die deutlich machen, wie sich Stadt und Hafen binnen weniger Jahre entwickelt haben. Das Museum soll die größte Modellschiff-Sammlung Deutschlands haben, und als schönstes Stück gilt die über vier Meter lange »Wappen von Hamburg III«.

Nicht minder beliebt ist die Modelleisenbahn-Anlage im Obergeschoss, ein Nachbau der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Hamburg-Harburg. Auf rund 250 Quadratmetern Fläche werden hier die Züge strikt nach DB-Fahrplan gesteuert. Zu den Besonderheiten dieses aufwendig umgebauten Museums gehörte der Frachtdampfer »Werner«, dessen begehbare Aufbauten in das Museum integriert wurden. Dort kann man in einer audiovisuellen Schau das Leben auf See nachvollziehen. Interessant ist auch die Nachbildung eines Börsenplatzes von 1558. Vom historischen Museum aus empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang durch die Wallanlagen. Die einstigen Bollwerke zum Schutz der Stadt sind längst geschleift. Übrig blieb der Wallringpark, eine lang gestreckte Grünanlage, die von der Elbe bis zur Alster reicht. Der belebteste Teil sind die Großen WallanlagenaC/aD1/2/Google Map beim Museum, da hier nicht nur der Japan- und der Barockgarten, sondern vor allem auch die Kinderspielplätze und die Rollschuhbahn (im Winter eine Eisbahn) für entsprechenden Andrang sorgen.

Wesentlich geruhsamer geht es weiter nördlich in den Wallanlagen zu, wo die mächtige Imponierarchitektur der Justizgebäude am Sievekingplatz an wilhelminische Zeiten erinnert. Architektonisch attraktiver ist die LaeiszhalleaB2/Google Map, eine Spende des kunstsinnigen Reeder-Ehepaars Laeisz. Der Musentempel entstand 1908 in baulicher Anlehnung an den einstigen Hamburger Backstein-Barock, er hat zwei Säle, von denen einer 2000 und der andere über 600 Zuhörern Platz bietet. Auf dem Vorplatz dieser Halle erinnert ein zweiteiliges Denkmal an Johannes Brahms. Die modernen Plastiken stehen in reizvollem Kontrast zu sehr realistischen Plastiken gegenüber am Haus der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft. Dieser strenge kubische Klinkerbau von Ferdinand Sckopp und Wilhelm Vortmann trägt auf der einen Seite Bronze-Athleten, auf der anderen einen veritablen Elefanten.

Die hier schmale Wallanlage bietet kleine Teiche, Wasserläufe, Schachanlagen und ähnliche gärtnerische Elemente – ein optisches Entree für den sich anschließenden Alten Botanischen GartenaA/aB3/Google Map, an dessen Rand die immer wieder für Diskussionen sorgenden Krieger-Denkmäler stehen. Der Botanische Garten ist quasi zum Vorgarten für Planten un BlomenG8/Google Map (Hamburger Platt für Pflanzen und Blumen) geworden, jenen renommierten Park, der schon dreimal die Stätte internationaler Gartenbauausstellungen war. Als Quelle der Ruhe und Inspiration erweist sich der Japanische Garten, in dessen Teehaus an zwei Sonntagen im Monat die Teezeremonie zelebriert wird.

Bekannt ist der Park im Schatten des 279,8 Meter hohen (unzugänglichen) Heinrich-Hertz-FernsehturmsG8/Google Map nicht nur für seinen üppigen Blumenschmuck, sondern auch für seine »Wasserorgel«, die allabendlich im Sommer um 22 Uhr für ein buntes Schauspiel sorgt.

Hier ist das Ende unserer Route fast erreicht, denn am Stephansplatz waren wir bereits einmal. Wer jetzt noch einige Energien in Reserve hat, kann in der Dammtoranlage hinunterlaufen bis zur Alster und auf die LombardsbrückeaB5/Google Map, die ihren Namen einem Pfandleihhaus verdankt, das hier im 17. Jahrhundert gegründet wurde. Von der Lombardsbrücke aus werden all die Postkartenfotos gemacht, die Hamburgs Stadtsilhouette zeigen, garantiert mit den Kugellampen der Brücke im Vordergrund. Der auf dem Hinweg ausgesparte Neue Jungfernstieg entlang der Binnenalster geleitet uns nun zurück zum Ausgangspunkt im Herzen der Stadt, zum Jungfernstieg und zum Rathausmarkt.

Heinrich-Hertz-Fernsehturm

Imposantes Traumschiff vor den Landungsbrücken: »Queen Mary 2«

Hamburgs Tor zur Welt

VormittagLandungsbrücken − »Rickmer Rickmers« und »Cap San Diego« − Michel.

Mittag Mittagessen: Hamburg-Spezialitäten im Old Commercial Room am Michel.

Nachmittag Speicherstadt mit Miniatur-Wunderland − HafenCity und Internationales Maritime Museum.

Diese Stadttour finden Sie S. 16/17 und in der ausfaltbaren Karte blau eingezeichnet.

Als »Tor zur Welt« wird in Hamburg gerne der Hafen bezeichnet, zu Recht, denn von hier aus ist nahezu jeder Hafen auf dem Globus erreichbar. Oft wird in diesem Zusammenhang auch auf das Staatswappen verwiesen, das ein befestigtes Stadttor zu zeigen scheint. Historisch ist damit allerdings wohl der mittelalterliche Mariendom gemeint. Wie auch immer, die − meist − geschlossene Pforte im Wappen ist eine Steilvorlage für Bremen. Die Rivalen von der Weser sagen unter Verweis auf ihr Wappen: »Hamburg mag vielleicht das Tor zur Welt sein, aber wir Bremer haben den Schlüssel.«

Das ist zwar auch ein wenig Hanseaten-Folklore, aber unübersehbar wenden sich die Hamburger neuerdings ihrem Hafen stärker zu als bisher. Früher zelebrierten sie einmal im Jahr den Hafengeburtstag an den Landungsbrücken, ansonsten überließen sie das Elbrevier weitgehend den Touristen. Das hat sich seit Baubeginn der HafenCity verändert, ein guter Grund, auf Hamburgs maritimen Pfaden zu wandeln.

Erste Station sind die erwähnten LandungsbrückenaE1/Google Map, an denen einst die Überseedampfer festmachten. Heute legen hier die Elbfähren sowie die Schiffe und Barkassen der Hafenrundfahrten ab. Jedes Boot hat seinen »He lücht«. Das ist Hamburger Platt und heißt auf Hochdeutsch »Er lügt« – weil die Kerls am Mikrofon unterwegs so manches Seemannsgarn spinnen. Keine Sorge, man merkt schon, wenn die Fahrensleute flunkern, – mit einer Ausnahme: wenn die Barkassenführer mit sonorer Stimme versichern: »Es geht sofort los!« Wirklich los geht es aber erst, wenn sie genug Fahrgäste »gekobert« haben (die größeren Boote halten sich an den Fahrplan).

Die barocke Fassade der St.-Michaeliskirche

Ohne Hafenrundfahrt ist ein Hamburg-Besuch nur eine halbe Sache. Aber auch zu Fuß lässt sich gut Seeluft schnuppern, etwa auf der Promenade entlang den Straßen Johannisbollwerk und Vorsetzen, stets mit Blick zum Schiffsgewusel auf der Elbe. Zwei schwimmende Museen passen perfekt ins Bild, der Dreimaster »Rickmer Rickmers«aE1/Google Map und der schöne Stückgutfrachter »Cap San Diego«aF1/Google Map. Die 1896 für die Rickmers-Reederei gebaute Bark war zeitweise auch als Schulschiff der portugiesischen Marine unterwegs. Die 1962 vom Stapel gelaufene »Cap San Diego« pflügte den Atlantik hauptsächlich auf den Südamerikarouten.

Der »weiße Schwan des Südatlantiks« ist heute das größte seetüchtige Museumsschiff der Welt und geht bisweilen mit Touristen auf kleine Fahrt. In den Kojen des Stückgutfrachters kann man übrigens auch übernachten, ebenso auf dem nahe gelegenen, ausgemusterten Feuerschiff von 1952.

Malerisch auf einer Halbinsel in den Fleeten der Speicherstadt gelegen, das sogenannte Wasserschlösschen

Mittagszeit. In dem alten Seemannsviertel gibt es mehrere portugiesische Restaurants. Wer jedoch typisch norddeutsche Kost bevorzugt und zugleich eine Hamburger Ikone kennenlernen möchte, sollte einen kurzen Abstecher landeinwärts unternehmen, zum D »Michel«aD2/Google Map. Die Hauptkirche St. Michaelis, so der offizielle Name, gilt als der bedeutendste Barockbau Norddeutschlands, ihr 132 Meter hoher Turm ist − auch dank seines Aufzugs − ein beliebter Aussichtspunkt. Wer von der Höhe vor das Hauptportal schaut, blickt auf den Old Commercial Room. Zu den Spezialitäten des (ziemlich touristischen) Restaurants in einem Haus vom Jahrgang 1795 zählt das Matrosengericht Labskaus.

So gestärkt geht es vorbei am vom Schiffsbau inspirierten Gebäude des Gruner+Jahr Verlags (Stern, Brigitte etc.) zurück zum Elbufer. An der U-Bahn-Station Baumwall bietet die Niederbaumbrücke einen Weg hinüber zur SpeicherstadtaE/aF3−6/Google Map. Auf etwa 1,5 Kilometern Länge ziehen sich hier seit 1883 (Baubeginn) Lagerhäuser hin an den Fleeten, den Wasserarmen des Hafens. Auf Eichenpfählen sind die Speicher gegründet, seit 2015 genießen sie den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes. Diese schmalen, bis zu sieben Etagen hohe Bauten, die »Klinkerkathedralen des Kommerzes«, werden kaum noch als Lagerflächen genutzt, sie sind inzwischen begehrte Büroadressen und bergen eine Reihe von Touristenattraktionen. Die Straße Kehrwieder führt gleich zu zweien: Hamburg DungeonaF4/Google Map, ein Horrorkabinett mit lokalhistorischem Anspruch, und das Miniatur-WunderlandaF4/Google Map, die größte H0-Modelleisenbahn-Anlage der Welt. Sie wird noch weiter ausgebaut, 2020 soll das Ziel mit 2300 Quadtratmetern Fläche erreicht sein. Bahnfans jeden Alters stehen hier täglich Schlange an der Kasse – und das ist wörtlich zu nehmen. Deshalb empfiehlt es sich, vorab Tickets im Internet zu kaufen.

Andrang ist hingegen ein Fremdwort jenseits des Kehrwiederfleets. Am Sandtorkai erfreuen sich das SpeicherstadtmuseumaF4/Google Map zur Geschichte des einst duftenden Reviers für Kaffeesäcke, Teekisten, Orientteppiche und andere Schätze der Ferne sowie, vor allem bei Veranstaltungen, das benachbarte Gewürzmuseum Spicy’saF4/Google Map regen Interesses. Zum alten Kesselhaus der Speicherstadt sind es nur ein paar Schritte – empfehlenswerte Schritte, denn das Infocenter der HafenCityaF4/Google Map bietet eine vorzügliche Vorbereitung auf Hamburgs neuesten Stadtteil. Er entsteht auf alten Hafenflächen, die im Zeitalter des Containerumschlags von der Schifffahrt nicht mehr gebraucht werden.

Gegenüber dem Infocenter erhebt sich auch die erste Reihe der Neubauten dieses Projekts, das etwa 2025 abgeschlossen sein soll. Es lohnt sich, zwischen den Wohn- und Bürohäusern hindurch zu gehen zum Traditionsschiffhafen. An den Pontons sind hier zumindest im Sommer alte Segelschiffe und Kleindampfer vertäut.

Am Ende des Hafenbeckens steigen die Magellan-TerrassenaF4/Google Map stufenförmig an, ein gelungenes städtebauliches Element, das sich in den Marco-Polo-Terrassen am Grasbrockhafen wiederholt. Hier, am Kaiserkai, hat das ostfriesische Teehaus Meßmer sein MomentumaF4/Google Map eingerichtet, eine Teestube mit interaktivem Tee-Museum, in dem man auch den Spezialisten zuschauen kann, die Teemischungen zusammenstellen.

Einem Dinosaurier nicht unähnlich: Viewpoint HafenCity Hamburg

Die meisten Neubauten entlang den Hafenbecken – und in anderen Teilen der HafenCity – überzeugen nur bedingt. Die Kastenform triumphiert. Die Fassaden sind zwar durch unterschiedliche Farben und mehr oder minder weit vorspringende Fensterkästen viel abwechslungsreicher gestaltet als bei Durchschnittsbauten, aber ein Feuerwerk architektonischer Ideen findet man im bislang erstellten Teil der HafenCity nicht. Ausnahmen gibt es jedoch: Wer zum Beispiel auf dem Großen Grasbrook weitergeht, stößt auf den in seinen Rundungen lebendig wirkenden Marco Polo ToweraG4/Google Map. Das Wohnhochhaus und das unmittelbar benachbarte, optisch abwechslungsreiche Hochhaus des Unilever-Konzerns fallen positiv auf. Das lichtdurchflutete Atrium ist öffentlich zugänglich und birgt ein Café, in dem die Produkte des Lebensmittelunternehmens serviert werden. Die Halle öffnet sich schließlich zu Stufen am Strom, die aus der Elbe eine Inszenierung machen.

Denkmal für den Piraten Klaus Störtebeker in der HafenCity

Nebenan liegen die beiden Terminals des KreuzfahrtzentrumsaG5/Google Map, Provisorien, von denen eines pfiffig aus bunten Containern errichtet wurde. Das künftige Cruise Centre macht als Modell einen ebenso interessanten Eindruck wie der attraktive Neubau des Spiegel-Verlags auf der Ericusspitze. Ansonsten muss man die baulichen Überraschungen eher im Detail suchen, zumal das Wissenschaftsmuseum, ein wie ein riesiges Fenster wirkendes Projekt, wegen Geldmangels zurückgestellt wurde. Geldverschwendung werfen die Hamburger hingegen ihrer Stadt vor, wenn sie von der ElbphilharmonieaF/aG3/Google Map am anderen Ende der HafenCity sprechen. Der pannenreiche Bau sollte längst eröffnet sein, nun wird es wohl 2017 werden. Die Baukosten sind derweil explodiert, aus den geplanten 77 sind 789 Millionen Euro geworden. Das offizielle Hamburg erhofft sich von seinem Konzertgebäude, einem Glasaufsatz mit gebogenen Spezialscheiben auf einem alten Klinkerlagerhaus, eine ähnliche Ausstrahlung wie die der Oper in Sydney. Ein hoher Anspruch.

Drei weitere Museen in diesem alt-neuen Stadtquartier sind architektonisch ganz nach dem Geschmack der Leute von der Waterkant (inhaltlich auch): Das Deutsche ZollmuseumaE5/Google Map mit seinen Exponaten aus Freihafen-Jahrzehnten, das Internationale Maritime MuseumaF5/Google Map und schließlich das Museum PrototypaF6/Google Map